Verbote sofort verbieten

Er lungert schon lange in meinem Kopf: der Artikel zum Thema warum mir Kinderverbote nicht gefallen.

Stichwort Kleinkindabteile der Bahn

Meiner schlampigen Recherche zufolge (4 Minuten) hat ein ICE durchschnittlich 750 Sitzplätze. Diese sind aufgeteilt in 1/3 Ruhezonen, 1/3 Handyzonen und 1/3 nicht weiter bezeichnete Bereiche.

Es gibt außerdem Kleinkindabteile. Ich meine, ich habe noch nie mehr als zwei Stück pro Zug gesehen. Liege ich falsch? Werte Leserschaft, korrigieren sie mich. Pro Kleinkindabteil dann 6 (?) Plätze. Macht 12 Plätze (auf 750 ingesamt), die extra kleinkindfreundlich sind.

Gar keine Zahlen habe ich über den Anteil der Familien, die Zug fahren in Relation zu Menschen, die ohne Kinder Zug fahren.

Aber weil ich hier ohnehin nur behaupte: behaupte ich, es sind mehr als 12.

Müsste ich jetzt nicht 2/3 von 750 rechnen? Immerhin können die Familien doch in allen Zonen ausser den Ruhezonen Platz nehmen, oder?

Theoretisch ja. Praktisch habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit Kindern ganz generell immer unerwünschter werden. Kinder bewegen sich nämlich, sie reden, sie lachen und manchmal weinen sie oder quengeln.

Mit Kindern in (irgendein) Zugabteil kommen, bedeutet oft auch genervte Blicke empfangen: „Oh no! Es war doch so schön (ruhig) hier. Jetzt kommt diese Frau mit ihren Kindern. Orrrr!“ und „Es gibt doch diese Kinderabteile! Wieso gehen die denn nicht ins Kinderabteil!?“

Die Antwort lautet: a) es gibt keine Kinderabteile und b) es gibt nur Kleinkindabteile und da sind die Plätze so rar, dass man sie als Paar an zwei Händen abzählen kann.

Ich glaube, die bloße Existenz dieser Abteile macht es Familien schwer. Wenn es schon extra Kinderbereiche gibt, dann soll man doch bitte auch dahin. Und bloß nicht sowas seltsames tun wie ein Baby stillen! Das macht man nun wirklich in diesem Extraabteil! Für was gibts die denn sonst!

Im Kopf höre ich schon die Stimmen, der begeisterten Kleinkindabteil-NutzerInnen. Nur positive Erfahrungen haben die gemacht! Also WIR nutzen diese Abteile sehr gerne. TOTAL entspannend ist das. Was kann man denn gegen diese Abteile haben?

Was ich gegen diese Abteile habe

Ich habe gegen diese Abteile, dass ihre bloße Existenz kinderunfreundlichen Menschen das Gefühl gibt, dass man (ich mit den Kindern) nicht normaler Teil der Gesellschaft ist. Wir gehören ins Séparée. Wir sind eine Zumutung, eine Belästigung für die anderen Reisenden.

Ich glaube nicht daran, dass separierte Bereiche Kinder- und Familienfreundlichkeit steigern. Im Gegenteil.

Da kann die Bahn gerne auch (seit Dezember 2015) Familienbereiche einführen. Pro ICE bis zu (!!1!) 24 Plätze für Familien, die durch Trennwände vom Restabteil abgetrennt sind.

Der Sitzbereich für Familien unterscheidet sich nicht von einem regulären Großraumwagen oder 6er-Abteil. Es handelt sich lediglich um gekennzeichnete Teilbereiche, in denen Reisende mit Kindern bevorzugt sitzen dürfen und ganz entspannt in Gesellschaft anderer Familien reisen können.

 

Das hilft rein gar nicht. Das ist eine Ausrede. Wenn es irgendwie hilfreich sein sollte und man wirklich an reisende Familien denken würde, dann wären 2/3 aller Plätze Familienbereiche und man bemühte sich um echte Maßnahmen, die die kinderfreundlichkeit verbesserten.

Was aber wäre denn familienfreundlich?

Mehr Hörspiele (die gabs mal – wo sind sie hin?), mehr Tische (damit die Kinder malen und spielen können), kleine Spielstationen (wie in diesen gelbblauen Möbelhäusern), Wickeltische in den großen Toiletten, die es viel zahlreicher geben sollte, fröhliche ZugbegleiterInnen, die wieder Kinderfahrkarten dabei haben (die letzten 6 Bahnfahrten immer gehört „die sind gerade aus“), von mir aus auch wieder Screens, die Filme zeigen an den Rückseiten der Sitze (gabs auch mal – warum wurden die abgeschafft). Also das nur so als schnelle Ideen.

Was würde das bewirken?

Integrierte Familien auf Bahnfahrten. Menschen, die ohne Kinder reisen, könnten sich wieder an die selbstverständliche Anwesenheit von Kindern gewöhnen. Sie könnten aushalten lernen, dass Kinder auch Teil unserer Gesellschaft sind und trotz aller Erziehungsbemühungen mal geräuschvoll sein können.

Ich glaube wirklich: Trennung verstärkt Intoleranz, begünstigt Empfindlichkeit und befeuert die Befremdlichkeit, die manche gegenüber Kindern empfinden.

Den selben Artikel könnte ich jetzt in grün über Eltern-Kind-Cafés schreiben. Die halte ich nämlich auch für falsch. Sie geben den anderen Cafés eine schöne Ausrede gar nichts für Familien und Kinder zu tun. Dafür gibts ja diese Eltern-Kind-Cafés. Warum Stifte und Malvorlagen bereit stellen? Warum das Kinderessen schnell und unkompliziert zuerst servieren? Warum überhaupt irgendwas für Kinder tun? Wenn man keinen Platz in normalen Cafés für Kinderwagen schafft und stattdessen lieber Poller in den Eingangsbereich stellt, hat man vielleicht noch Platz für drei weitere Tische und zwölf Stühle und kann mehr Geld verdienen.

Umgekehrt halte ich auch nichts von kinderfreien Flügen und kinderfreien Hotels. Ich halte nichts von Verboten. Verbote gehören verboten!

Ja, soll es denn nirgendwo Ruheplätze geben?

Doch, doch. Ich finde Ruheplätze super. Ich finde nur nicht dass dafür Kinder verboten werden müssen. Ich glaube an gegenseitige Rücksichtnahme.


P.S. Die Bahn weist explizit darauf hin, dass man nicht zwangsweise diese Plätze buchen muss. Sie legt es nur nahe, dass man sich dort sicherlich sehr wohl fühlt, denn

Umfrageergebnisse zeigen, dass jeder Fahrgast am liebsten neben sich selbst sitzt, also neben jemandem mit den gleichen Ansprüchen an die Reisezeitgestaltung

Familien fühlen sich nämlich neben Familien am wohlsten, so die Umfrage.

Also ich persönlich habe rein gar nichts gegen Nicht-Familien. Ich könnte auch mit Menschen reisen, die keine Kinder (dabei) haben. Da bin ich sehr tolerant. Ich habe nichts gegen telefonierende, sprechende, essende, musikhörende, serienschauende Menschen. Ehrlich.

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

252 Gedanken zu „Verbote sofort verbieten“

  1. Pingback: Pummelterrorist
  2. Also ich mache mich mal durch Intoleranz unbeliebt, aber mich nerven Kinder in Ruheabteilen der Bahn. Ja, ich bin einer der „Ohh, es war doch so schön“-Leute, wenn Eltern mit Kindern ein Abteil betreten, weil die meisten Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern gutes Benehmen beizubringen. Aber um es zu betonen: laut Handy telefonierende finde ich genau so schlimm. Wäre für größere Kinderabteile in den Zügen und dafür kinderfreie Zonen. Ja, Ohrstöpsel nehme ich immer mit, aber sie blenden auch nicht alles aus.

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  3. Moin,
    ich fahre so 3-10 mal pro Jahr mit meinen Kindern Bahn. Das Kleinkindabteil habe ich noch nie buchen können. Da ich immer mit Reservierung fahre und man beim Kartenkauf das Alter der Kinder eingeben muß, fühle ich mich komplett unschuldig, wenn wie schon passiert, ich statt eines Abteils (in vielen Zügen nicht mehr vorhanden) 4 nebeneinander liegende Plätze am Tisch im Ruhebereich erhalte. Ich sehe es dann nicht ein die Kinder zum schweigen zu nötigen. Solange sie sich in normaler Lautstärke oder knapp darüber unterhalten (auch wenn beide am Fenster sitzen) schreit ich nicht ein. Die Bahn soll halt die Daten die sie haben vernünftig nutzen und nicht zwei 3/4/5 Jährige über zwei Tische verteilt in einem Ruheabteil unterbringen.
    Ansonsten hat sich die Bahn sehr zum positiven entwickelt, vor allem in punkto Kinderfreundlichkeit. Das kenne ich aus meiner Kindheit noch anders.
    Schön war auch der Zug in dem wir neben dem Kleinkindabteil saßen und es im ganzen Zug keinen Wickeltisch gab. Oder der ältere Herr der mich mit dem Zwillingskinderwagen beide 1,5 Jahre alt (im Nahverkehrszug) anschnautzte, ob ich mich so breit machen müßte. Dabei habe ich die Kinder nicht einmal herausgeholt oder gar einen Sitzplatz begehrt. Er musste nur 20cm auf Seite gehen damit der Wagen soweit in den Zug passte das sich die Tür schließen konnte.
    Aber man härtet ab.

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  4. Interessante Sicht. Ich sehe das wirklich ganz anders. Ich habe zwei Kinder und fahre sehr oft, sehr weite Strecken mit der Bahn. Ich bin immer sehr froh, wenn wir ein Kleinkindabteil ergattern. Hier kann ich stillen, wickeln, habe einen Tisch, meine Kinder können sich bewegen, treffen fast immer andere Kinder, ich unterhalte mich meist nett, die Kinder können auf dem Boden sitzen, der Kinderwagen hat unmittelbar neben mir Platz. Das ist wichtig, weil ich meine Kleine sehen möchte, wenn sie schläft. Im Tuch schläft sie schon lange nicht mehr. Im Kinderabteil gibt es Hörspiele, Malsachen, eine Kinderfahrkarte, einen bullyland ICE usw. Die Bahnmitarbeiter sind in der Regel nett. Die Entfernung zu Toilette, Müll und Kiosk sind nah. Ich gebe dir Recht, es wäre alles viel wunderbarer, wenn wir Familien selbstverständlich integriert wären und sich keine Oma, die Ruhe sucht, kein Geschäftsmann mit Mac und kein lustiger Kegelclub darüber aufregen würde, dass meine Kinder sich wie Kinder benehmen. Das tun sie aber! Alles, was im Kinderabteil selbstverständlich ist muss im Großraumabteil ausgehandelt werden. Ich muss 600 km meine Kinder bei Laune halten und habe damit zu tun, niemanden anzustoßen, wenn sie zum 10 mal „spazieren“ wollen. Wenn ich dann endlich an meinem Platz bin möchte ich keine Grundsatzdiskussionen führen. Während der letzten Fahrt waren wir mit einer Oma und ihren Enkeln unterwegs. Es gab Vorlesen und Kekse für die Kinder und tatsächlich ein bisschen Zeitschriftenblättern für mich. Es scheint manchmal tatsächlich als wären Kinder aus dem öffentlichen Raum verschwunden, ganz sicher trägt die Ganztagesbetreuung dazu bei. Wir können unsere Kinder nur in die Öffentlichkeit zurückbringen, wenn wir sie in die Öffentlichkeit mitnehmen. Aber, BITTE! lasst mir das Kinderabteil, ich glaube ich bin zu müde für zänkische Mitmenschen.

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  5. Das Problem sind Eltern, die laute Lebensäußerungen ihres Kindes (Schreien, Toben, Wüten) als toll empfinden. Solange der Kleine tobt, ist er in der Nähe und ihm ist nichts passiert. Und Einschränkung der eigenen Sippe wegen Fremden ? – Wo käme man da hin! Und Erziehung ist ja ohnehin unsinnige Bevormundung des Kindes.

    Diese Eltern gibt es nicht? Doch, sie werden täglich mehr.

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  6. Neulich im Zug erlebt, daß eine Mutter mit Kleinkind einen Normal-Mann-Reisenden (nicht mich) aus dem „Kleinkind-Abteil“ geworfen hat, in dem nur sie und ihr Kleinkind waren und außerdem noch vier freie Plätze, mit der Begründung, das sei ein Kleinkindabteil, und der Mann sei keins und habe auch keins dabei. Der Mann war verdutzt, denn es war nicht klar, ob „Kleinkindabteil“ wirklich bedeutet, daß dort nur Mütter mit Kleinkindern rein dürfen. So hatte die Frau das geltend gemacht. So was gibt’s also auch …

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  7. Ich bin als Vater mit zwei Kleinkindern jahreang DB gefahren und musste oft den Schaffner bitten jemanden aus dem Kleinkindabteil „herauszuwerfen“, weil in den übervollen ICE Zügen niemand bereit war freiwillig seinen „besetzten“ Sitzplatz zu räumen.
    Später bin ich dazu übergegangen volle Windeln zu „plazieren“. Dann gingen meistens die Anzugs- und Aktenkofferträger :D
    Aber es war jedesmal ein Kampf.

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  8. Hmm, gerade bei der Bahn kann ich mich zwar über manches beschweren, aber sicher nicht über Kinderunfreundlichkeit. Vorausgesetzt man lässt bestimmte Bedienstete außer acht, die einem statt beim Einsteigen mit Kinderwagen zu helfen, sich darüber beschweren, dass man zu langsam ist.

    Das ist aber ein anderes Thema. Vielleicht fehlt mir hier auch das Verständnis, weil meine Kinder erst im Baby- und Kleinkindalter sind, aber ich finde Kleinkindabteile gut. Es stimmt, dass der Boden krabbeltauglicher sein sollte, aber ansonsten habe ich bislang keinen Grund zur Beschwerde gehabt.

    Wir hatten eigentlich immer sowohl kooperative Bahnmitarbeiter als auch Mitreisende. Es wurden Plätze getauscht was das Zeug hielt und wenn es kein Kleinkindabteil gab, wurde uns ein anderes Abteil zur Verfügung gestellt, wo wir uns mit unserem ausladenden Kinderequipment breit machen konnten.

    An Tischen mangelt es eigentlich auch nie. Zumindest ist es mir bislang immer gelungen einen zu reservieren, wenn ich das wollte.

    Wer nicht im Kleinkindabteil sein möchte, kann doch problemlos in einem nicht als Ruhezone deklariertem sitzen. Ob jetzt jemand lautstark mit dem Handy telefoniert oder ein Kind schreit, das macht wohl kaum einen Unterschied.

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    1. sollte man meinen, dass es keinen unterschied macht, ob einer laut telefoniert, oder ein kind schreit. aber wenn man in die gesichter von mitreisenden guckt, sieht das ganze anders aus. sehr anders. und aus genau diesem grund (bzw. einer allgmeinen zu beobachtenden kinderunfreundlichkeit in deutschland – ja, das kann man ruhig mal so beim namen nennen), stimme ich der autorin voll und ganz zu. ob das jetzt die lösung aller probleme wäre – keine ahnung (und ich muss sagen, als mein kind kleiner war, habe ich mich über kleinkindabteile auch durchaus gefreut – dann aber eber, weil ihr schlaf da unbelästigter war, nicht weil sie weniger menschen belästigte), aber dass hierzulande kinder viel zu sehr aus der öffentlichen wahrnehmung verschwinden, gleichwohl sie da (und offiziell ja auch gewünscht sind), das ist sicherlich problemverstärkend. schön auch, dass es noch menschen gibt, die auf reisen mit kindern gute erfahrungen machen (ab und an hatte ich das auch). die regel ist aber doch: menschen die ihre plätze eben nicht aufgeben wollen (zumindest nicht wenn sie reserviert waren), menschen, die sich in fahrstühlen und an ubahntüren vordrängeln vor kinderwägen, blicke, die töten könnten, wenn man mit einem kind ein „normales“ abteil betritt (selbst wenn dieses kind noch keinen einzigen mucks getan hat)… usw.usf.

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  9. Direkt nach dem Lesen ging es zur Reise nach DE >7h Bahn mit Baby und großem Kind. Das schärft den Blick und wir haben nickend da gesessen und uns gedacht „Jepp, as Nuf said“…..

    Thema des Textes ist/ waren ja Verbote bzw. Abgrenzung. Ich finds wichtig, diese Segregation deutlich zu benennen und zu kritisieren.

    Nun nochmal zu Bahn und familienfreundlich
    Erstens mal isses ein billiger Werbetrick der DB, einfach mal über 4 Reihen einen Aufkleber zu kleben und dann isses der Familienbereich. Außer dem Aufkleber is da nix Familie. (Und son Aufkleber ist billig)
    Zumal dieser Familienbereich v.a. im mittleren Wagenbereich neben dem Speisewagen ist. Das ist zugleich der Wagen mit dem Kleinkindabteil und den Rolli-Plätzen, der auch meist durchreserviert ist (Bahn reserviert von innen nach außen).
    Eher so, dass kaum Platz für Gepäck ist.

    Kleinkindabteil: kann manchmal echt super sein. Ruhig. Kind kann auch mal aufm Boden liegen. Wenn Kind schreit, sagt niemand was. Platz für Kinderwagen. Tendenziell voll, ja. Aber grad mit Winzlingen super.

    Kinderfreundliche Bahn: Doch doch, die DB ist ganz schön kinderfreundlich bzw. familienfreundlich. Kostenlose Mitfahrt bis 14 Jahre ist verdammt viel wert. Hallo Flugzeug, hallo andere Bahnen, in denen wir schon viel für Kinder gezahlt haben (eurostar, tgv, thalys….). Dazu noch die kleinen Gadgets und was für uns soviel mehr wert ist: Platz für Bewegung, ggf. andere Kinder zum Zusammenspielen.
    Auf Strecken über 600km reisen wir mit der Bahn mit unseren Kindern immer günstiger als im Flugzeug (und meist schneller TürzuTür), meist günstiger als Auto (Gesamtkosten, nicht nur Zapfhahn)

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  10. Interessanter Artikel, grösstenteils auch sehr interessante Kommentare.
    Allen, die sich an Kindern oder sonstigem Lärm stören, kann ich die Mitnahme von Ohrstöpseln oder Kopfhörern mit Musik sehr empfehlen. Ich brauche sie allerdings deutlich häufiger, um telefonierende Idioten, als spielende Kinder auszublenden…weil ich da gedanklich immer Antwort gebe. Im Flugzeug hat man ja eigentlich immer ein Baby, was schreit (also wahrscheinlich mehrere, die abwechselnd schreien…)- ja und? Wenn, tun mir die Eltern leid, denn dass die Situation maximal stresst, kann sich ja jeder vorstellen!

    Zum Thema stillen/Kinder-Inklusion noch eine Sondersituation, zu der ich mir selbst noch keine abschließende Meinung gebildet habe: An der Schule meines Vaters ist im Winter eine Schülerin der Abiturklasse Mutter geworden und wollte nun das Baby mit in den Unterricht nehmen und logischerweise dort auch stillen. Konzentrierter Unterricht war somit auch für die anderen Schüler entsprechend schwerer möglich und das kurz vor dem Abitur… Ich verstehe da beide Seiten und sehe keine Lösung, die allen gerecht würde. Leider weiß ich nicht, wie es nun geregelt wurde…

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  11. Um mal eine Lanze für die Bahn zu brechen … ich glaube ein großes Problem ist die unterschiedliche Auslastung. Die meisten hier kennen wohl vor allem die vollen Wochenendzüge. Dort besteht zweifellos Bedarf an mehr Kinderplätzen.
    Wir fahren sehr viel Bahn mit unserer Tochter! Und nicht nur am Wochenende! Und auf Strecken wie Frankfurt-Köln oder Frankfurt-Stuttgart teilt man sich das Kleinkindabteil (!) am Dienstagmorgen regelmäßig mit Geschäftsreisenden… Also so toll Rutschen und Co. wären. Ich glaube aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen wird man das auch weiterhin nicht sehen.
    Von Montag bis Donnerstag ist das Kleinkindabteil oft ein ruhiger und idealer Spielplatz. Am Wochenende sind die dagegen stets sehr voll.
    Zum Personal kann ich dagegen gar nichts Negatives sagen: Die sind meist nett und bemüht, bieten Malbücher, Spielzeug etc. an.
    Mein persönlicher Eindruck zur Willkommenskultur der Mitfahrer: Kinder und Familien sitzen überall im Zug. Wirklich überall. Und in den meisten Fällen funktioniert das bestens. Wir haben eine niedliche 7 Monate alte Tochter. Und ständig „feixen“ Mitmenschen mit ihr. Manchmal so intensiv, dass das sogar uns als Eltern stört. Aber natürlich sieht man auch mal einen genervten Blick. Aber so ist die Welt.
    Zu den Ruheabteilen sind sich hier hoffentlich alle einig. Sehr viele Menschen müssen die Zeit in der Bahn nutzen, um konzentriert zu arbeiten. Da haben weder Handytelefonate noch Kindergeschrei was zu suchen. Einfach schon aus gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme.

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  12. Ich gehe mal stark davon aus, daß mein früherer Kommentar nicht wegmoderiert wurde. Falls doch, bitte ich um kurze Nachricht.

    Bei mittlerweile über 300 Jubelkommentaren wird Ihnen mein einer Widerspruch sicherlich herzlich egal sein, aber sei’s drum: Nein, ich finde es nicht schlimm, Reisende mit unterschiedlichen Ansprüchen (hier: an Ruhe) voneinander zu trennen. Ich empfinde es als geboten.

    Schon vor mehr als 100 Jahren trennte die Eisenbahn zum Beispiel Raucher und Nichtraucher — lange bevor bekannt wurde, daß (Passiv-)Rauchen gesundheitsschädlich ist. Und ja, ich empfinde Kindergeschrei und Zigarettenrauch durchaus als vergleichbar lästig. Je nach Verhalten der jeweiligen Individuen mehr oder weniger lästig, aber vergleichbar lästig.

    Und kein Raucher, den ich kenne, empfand jemals das Vorhandensein von Nichtraucherabteilen bei der Eisenbahn als Diskriminierung. Oder wenn, dann haben sie es mir erfolgreich verheimlicht.

    Was wäre jetzt an „Nichtkinderabteilen“ so entscheidend anders?

    Und dann lese ich aber bei Ihnen Sätze wie „Menschen, die ohne Kinder reisen, könnten […] aushalten lernen, dass Kinder auch Teil unserer Gesellschaft sind und trotz aller Erziehungsbemühungen mal geräuschvoll sein können.“

    Mit Verlaub: Ich muß das nicht lernen, denn ich weiß das, und ich kann es sehr wohl aushalten. Ich will es nur nicht aushalten müssen, wenn es sich vermeiden läßt — und auf Bahnfahrten läßt es sich problemlos vermeiden. Sie wünschen sich Kinderabteile mit Rutsche und Bälleparadies oder was auch immer? Bitte, gern, more power to you. Ich wünsche mir aber meine Ruhe — auch vor Kindergeschrei. Warum ist mein Wunsch weniger wert?

    Und ja, meinetwegen können Sie gern den halben Zug oder mehr als „Kinderabteile“ bekommen, so wie früher die Raucher. Man durfte sich ja auch als Nichtraucher ins Raucherabteil setzen — gleiches stünde dann ja auch „Nichtkindern“ frei. Aber deswegen zu verlangen, es dürfe eben keine „Nichtkinderabteile“ geben — oder sich, wie einige Kommentatoren, dann auch noch mit den Kindern ins Ruheabteil zu setzen, weil die Kinder ja Ruhe brauchen (!) –, das finde ich erstaunlich intolerant.

    So, und jetzt dürft Ihr mich alle gern zerfleischen!

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  13. Gegenseitige Rücksichtnahme zu leben bedeutet jedoch auch, dass irgendwann gelernt werden muss, was Rücksichtnahme heißt. Verständnis aufbringen, dass andere eben anders denken, fühlen, eine andere Sicht auf die Dinge oder abweichende Bedürfnisse haben. Und dass man dies auch respektiert und toleriert.
    Nun kann (und muss) nicht jeder ein Kinderfreund sein und lautes Toben, Herumrennen, Quieken, Schreien mit einem milden Lächeln über (schlimmstenfalls) Stunden ertragen. Wehe dem, der genervt schaut oder gar noch kommentiert: zack, den Stempel aus der Tasche ziehen und schön auf die Stirn des unmöglichen Mitmenschen drücken „KINDERFEIND!!“
    Eltern erwarten Toleranz von ihren Mitmenschen. Zu recht. Doch: wo ist die Toleranz der Eltern den Mitmenschen gegenüber ? Oh, ‚tschuldigung. Die hat sich heute versteckt. Natürlich bin ich tolerant. ABER wenn man Kinder nicht mag – oh, das geht gar nicht !!
    Ich bin selbst Mutter, ich weiß also, wie Kinder sind oder sein können. Und ja – manchmal ist man machtlos gegen Tobsuchtsanfälle, Geschrei oder sonstige Hampeleien. Meine Erfahrung jedoch ist, dass mein (genervtes) Gegenüber doch eher mal verständnisvoll reagiert, wenn ich ihm mitteile, dass ich sein genervt Sein verstehe. Dass ich nachempfinden kann, dass es stört, wenn ein fremder Mensch laut ist. Dass er viel lieber seine Ruhe hätte. Dass ich schon versucht habe, der unfreiwilligen Geräuschkulisse Abhilfe zu schaffen. Dass es aber augenscheinlich nicht klappt. Natürlich erntete ich nicht immer Zustimmung, aber oft waren die Menschen dann plötzlich verständnisvoller und ein missmutiger Blick verwandelte sich in ein Lächeln. Manchmal kamen „Tipps“ oder Versuche, das Kind abzulenken.
    Wer natürlich gleich die „Sie-sind-ja-sowas-von-kinderUNfreundlich-waren-sie-nie-selbst-mal-klein“ -Keule oder ähnliches auspackt, braucht sich meiner Meinung nicht zu wundern, wenn entsprechend zurück geschossen wird.
    „Das Lächeln, das du aussendest, kehrt stets zu dir zurück“ , indisches Sprichwort – gilt auch im Umkehrschluss.
    Und noch was: wann hört man denn auf, Kind zu sein ? Ab welchem Alter kann man kinderfeindlich werden ?
    Situation letztlich: wir sind in einem Café, mein 10 jähriger Sohn klebt Fußballbilder in sein Fußballalbum. Ein kleines Mädchen, etwa 3 oder 4 Jahre alt, schaut ihm erst wortlos zu. Dann fängt sie an zu reden. Wer sie ist, wie sie heißt, welche Farbe ihre Lieblingsfarbe ist, dass die Oma 2 Katzen hat, wie ihre Kindergartenfreundin heißt. Sohnemann hört erst freundlich und geduldig zu, nickt, fragt nach. Die Kleine schaut die Fußallbilder an, bringt sie durcheinander, „Fußball ist doof!“ und fängt an, ein oder zwei zu zerknicken. Ich merke schon, wie der Puls meines Sprösslings nach oben schnellt. Als sie weitere Bildchen mit dem Leitruf „Fußball ist dooooooooooof !“ zu zerknicken droht, nimmt mein Sohn ihr die Bilder aus der Hand. Nicht grob, aber doch bestimmt. Großes Entsetzen bei der Mutter des kleinen Engels: „Das sind doch nur so kleine Bildchen, was hat er sich denn so ? Sie ist noch klein, sie versteht das eben nicht ….“ Ja, mein Sohn war genervt. Ja, das hat man seinem Blick deutlich entnehmen können. Ja, er hat nicht darum gebeten, die Fußballbilder zurück zu bekommen, er hat sie einfach aus den Klauen des kleinen Engels befreit. Und er war älter als sein Gegenüber. Kriterien voll erfüllt, was ?!

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  14. Nach 200+ Jubelkommentaren wird Dir dieser eine Widerspruch zwar herzlich egal sein, aber sei’s drum: ja, mich stören Kinder in den meisten Fällen. Nicht weniger als Raucher. In beiden Gruppen gibt es dann natürlich mehr und weniger störende Individuen, aber generell finde ich beider Nervfaktor ganz ernsthaft vergleichbar.

    Nun gab es bei der Eisenbahn, als es dort noch erlaubt war zu rauchen, immer auch Nichtraucherabteile, -wagen oder -zugteile — auch schon lange bevor bekannt war, daß (Passiv-)Rauchen gesundheitsgefährdend ist, als es also einzig um die Belästigung der Nichtraucher ging. (Vor 100 Jahren und mehr.) Und ich habe nie gehört, daß die Raucher das Vorhandensein von Nichtraucherwagen als diskriminierend empfunden hätten.

    Warum also ist das bei der Vorstellung von „Nichtkinderwagen“ anders?

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  15. Generell stimme ich dem Artikel zu, dennoch möchte ich aus persönlichen Erfahrungen der letzten Zeit eine Lanze für die Bahn brechen:
    – Die Schaffnerin, die mein Sohn um eine Kinderfahrkarte bat, kam nach einer Viertelstunde extra noch mal zu unserem Platz zurück – „jetzt hab ich mir beim Kollegen noch ein paar geholt“.
    – Auf zwei Fahrten waren diese Fahrkarten tatsächlich aus, da hieß es aber „Du kannst dir trotzdem im Bistro deine Überraschung abholen“
    – Für diese Überraschung – kleiner Spielzug, Kinderzeitschrift, Malbuch – gibts ein dickes Lob von mir. Nicht immer bekommt man alles, der Zug ist aber eigentlich zuverlässig da und jedes Mal ein Highlight.
    – Gestern nahmen im ICE-Großraumabteil am Tisch neben uns zwei freundliche junge Frauen mit großen orangen Koffern Platz – das Kinderbetreuer-Team der Bahn. In den Sommerferien gab es diesen Service wohl schon länger, zukünftig soll er auch an Wochenenden auf ausgewählten Strecken angeboten werden. Die Betreuer haben Mal- und Bastelsachen sowie Spiele dabei und haben zwei Stunden lang sehr nett und liebevoll mit meinem Sohn gespielt. Also DAS war wirklich eine tolle Sache und es fand, wie gesagt, mitten im normalen Großraumabteil statt!

    Also gegen die Bahn kann ich in punkto Familienfreundlichkeit wirklich nichts sagen!

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  16. „Sie könnten aushalten lernen, dass Kinder auch Teil unserer Gesellschaft sind und trotz aller Erziehungsbemühungen mal geräuschvoll sein können.“

    Ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen das ganz gut aushalten. Und (-ja, absichtlich provokant -): Menschen mit Kindern können ja bitte auch aushalten, dass MANCHE anderen Menschen Kinder in dieser Situation oder sogar generell nicht so gern um sich haben und nicht total erfreut über ihre Nähe sind. Dafür kann es alle möglichen Gründe geben. Und dann guckt halt mal jemand genervt. Das heißt nicht, dass „alle“ (das ganze Abteil, der ganze Großraumwagen, das ganze Restaurant…) die Familie lieber rauswerfen würden! Sondern diese ein, zwei Leute wären jetzt gerade lieber weiter weg von Kindern. Ist doch ok, die halten das aus und ihr (die Familie) haltet aus, dass dieser eine Typ am Nebentisch euch nervig findet.

    (Ich gucke auch mal genervt, wenn Leute am Nebentisch sich laut unterhalten oder viel lachen, je nach meiner Stimmung. Und dann halte ich das entweder aus und versuche mich zu entspannen, oder ich suche mir einen anderen Platz).

    Ich kann aber die Argumente gegen eine Abtrennung im öffentlichen Raum schon nachvollziehen und teile deine Meinung auch prinzipiell. Habe aber nicht den Eindruck, dass sich alles in diese Richtung bewegt, sondern dass es einerseits „Spezialangebote“ (Kinder-Cafes, Cafes für Kinder-nicht-mögende Kaffeesnobs) gibt und andererseits aber auch ganz viel „gemischten“ öffentlichen Raum, wo eben alle ihren Platz finden. Inklusive sich auch mal genervt fühlen, und inklusive genervte Blicke aushalten, ohne gleich Kinderhass und Kleingeistigkeit zu unterstellen.

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  17. Als ich die einseitige und verzerrte Darstellung in deinem Text las, kam mir schier die Galle hoch. Wirklich toll, daß die Kommentare wesentlich sachlicher und differenzierter ausfielen. Du kannst wirklich stolz sein auf deine Leser. Das spricht ja letztenendes auch für dich. Trotzdem, einen Leser hast du weniger. Viel Spaß bei der nächsten entspannten Bahnfahrt, mit gegenseitiger Rücksichtnahme bekommen wir das schon hin.

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    1. Wo sind denn die verzerrten Stellen? Gibt es mehr Plätze, die extra auf Familien ausgerichtet sind?
      Oh, du kannst mir ja nicht mehr antworten, weil du nicht mehr mitliest. Schade.

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  18. „Trennung verstärkt Intoleranz, begünstigt Empfindlichkeit und befeuert die Befremdlichkeit“

    Das benötigt kein „ich glaube“ sondern es ist ein ziemlich sicherer Fakt. Zu erleben ist es an den vielen Seprarierungen und ausgrenzungen, die institutionalisiert sind. Es fängt bei „Behinderten“ an, die in andere Schulen abgeschoben werden. Es geht weiter bei der Aufspaltung zwischen guten und schlechteren Schülern durch die Unterteilung in Mittel-/Oberschulen und Gymnasien. Man findet es auch bei Flüchtlingsunterkünften, die bevorzugt weit draußen auf dem Lande bzw als abgeriegelten Massenunterkünften gestaltet werden. Frauenabteile sind auch so ein Thema. Anstatt Probleme durch Gemeinschaft an der Wurzel zu packen, wird separariert, um vorzuzeigen, dass man ja was tut. Alibiaktionismus, der halt weniger kostet. Sowohl an Hirnschmalz als auch an Geld.

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    1. Das sieht man ja sogar im Umgang mit Alten. Die Menschen werden immer älter, aber man sieht sie gar nicht. Solange sie fit sind und selbst durch die Stadt tummeln können ja, aber nachher schiebt man sie an Orte ab, wo man sie nicht mehr sieht. Deswegen sind ja auch Pflegefragen (Patienten-Betreuer-Schlüssel, Bürokratieaufwand, Versorgung, psychische Verwarlosung usw), obwohl sie uns alle mit ziemlicher Sicherheit einmal betreffen werden, Themen, die hauptsächlich Pflegepersonal und deren Dunstkreise umtreiben.
      Das zieht sich eigentlich durch alle Kreise. Der Aspekt Gesehen-Werden ist ein wirklich interessanter.

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  19. Ha! Genau so sieht es aus. Wir wurden mit zwei Kindern im Zug (und nach dem Einsteigeprozedere samt Kinderwagen und „geänderter Wagenreihenfolge“ leicht genervt) auch schon allen Ernstes gefragt, warum wir dnen nicht mit dem Auto fahren. Genau. Nicht die engen ICEs sind das Problem sondern wir. Wir buchen auch immer ein normales Abteil, so es eines gibt. In das Kinderabteil wollen nämlich auch immer alle Familien, die nicht reserviert haben und aus Solidarität kann man da ja auch nicht nein sagen und fühlt sich wie in der Sardinenbüchse.
    In aller Regel sind wir übrigens deutlich ruhiger als das Abteil voll bierfröhlicher Fußballfans. Und für die gibt es ja auch keine Sonderabteile.

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  20. Frankreich, Belgien, Holland und Brasilien haben wir in den Ferien schon mit dem Kleinen bereist, Kinderfeindlichkeit ist mir eigentlich nirgends aufgefallen.

    Je mehr ich dein Blog lese, desto weniger Lust habe ich mit mittlerweile 2 Kindern Ferien in Deutschland zu machen…

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  21. Bin angesichts Deines Artikels (wie so oft, das schätze ich an diesem Blog sehr) hin- und hergerissen zwischen Zustimmung und Ablehnung Deiner Haltung.

    Ich wäre froh wenn es generell wieder mehr Abteile gäbe. Züge sind für mich fast das unangenehmste das es gibt. Viele Menschen in einem Raum, kein brauchbarer und/oder eindeutig zuweisbarer Platz für Gepäck, man schaut auf die Rückenlehne des Vordermanns, hat keine Beinfreiheit, man kann sich kaum bewegen, immer zu wenig Plätze, zu wenig Steckdosen, und dann nervt noch dass da überall Menschen sind. In einem Abteil interagiere ich mit den Leuten die da drin sind, ein überschaubarer Kreis. Womöglich noch Leute die ich kenne, im Extremfall sogar Leute die ich mag!
    Für die Familie ist es sogar noch besser, meine Kinder können auf dem Boden oder sonstwo spielen, ohne (viele) Fremde zu belästigen (ja, ich verstehe dass man sich von anderen Menschen – unabhänig ihres Alters – belästigt fühlen kann und darf. Kinder interagieren besonders oft und gerne mit anderen, deswegen sind die auch überdurchschnittlich oft diejenigen, die andere belästigen. Ist so, und völlig in Ordnung, sind halt Kinder. Damit muss man leben).
    Abteile als Rückzugsorte finde ich super. Es gibt Frauen und Männer die beim füttern oder wickeln ihres Kindes gerne von einer möglichst kleinen Gruppe Menschen umgeben sind.
    Und um ganz ehrlich zu sein interpretiere ich diese Abteile auch nicht als Zwang da reinzugehen. Es ist eine Option, und mehr Optionen sind gut.

    Achtung nächster Abschnitt provokativ:

    Wenn sich jemand provoziert fühlen will, dann tut er das eh. Es gibt sicher auch Frauen, die Damentoiletten ablehnen weil das ja implizit bedeutet dass es ein Verbot gibt, als Frau auf die Herrentoilette zu gehen!! Wo ist da die Gleichberechtigung!!?? Und Männer die Frauenhäuser ablehnen, da diese Männer diskriminieren. Wo kommen wir denn da hin, wenn ich aufgrund meines Geschlechts da nicht rein darf!!??

    Ende Provokationsabschnitt.

    Vielleicht könnte man es auch umdrehen. Familienabteil ist dann überall, und ich bezahle dann gerne ein bisschen mehr dass ich ein Abteil bekomme, in dem ich während meiner stundenlangen Zugfahrt irgendetwas arbeiten kann (ist doch gerade der Vorteil der Bahn, sonst kann ich auch das Auto nehmen). Dazu gehört dann ausreichend Steckdosen und – auch wieder altersunabhängig – dass man ruhig ist, nicht rumrennt, und nicht anderen Leuten die Kabel aus den Geräten zieht oÄ.
    Muss man da „Kinderverbot“ oder ähnlich plakativen Mist draufschreiben? Nö. Man muss lediglich dafür sorgen dass sich ALLE an die Regeln halten oder gehen. Auch hier wieder: Kinder, Erwachsene, alte Menschen, Tiere, Pflanzen, Maschinen und Geräte, sonstwer/sonstwas. ALLE sind an die gleichen Regeln gebunden. So wird niemand diskriminiert. Außer Leute die was gegen Regeln haben, aber denen kann ich nicht helfen. In einer Bibliothek klappt es doch auch irgendwie, warum nicht im Zug?

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  22. Das Kleinkindabteil habe ich noch nie genutzt – die meisten sind einfach bäh.
    Wenn wir mal mit Kindern Bahnfahren dann immer lang geplant und erste Klasse gebucht. Beim Buchen (am Schalter) war es auch immer so, dass wir so nett beraten wurden, dass wir immer den Kinderwagen gut in der Nähe unterbringen könnten. Negative Kommentare von Mitreisenden gab es zum Glück auch noch nicht. Nur einmal haben wir für Aufregung gesorgt, als wir noch da waren, aber der Kinderwagen mit Baby nicht mehr. (Den hatten wir auf einem Unterwegsbahnhof den Großeltern rausgegeben.)
    Andererseits bin ich eine zeitlang beruflich viel Bahn gefahren und habe viel blödes erlebt, auch von Reisenden mit Kindern, die zwar keinen Platz für ihr Kind reserviert hatte, aber es lautstark unverschämt fand, dass ich als Schwangere, die für diesen Platz bezahlt hatte, ihn auch nutzen wollte.
    Aber auch da, seit ich auf die erste Klasse ausweiche, ist alles entspannter geworde.

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  23. Ich geh mittlerweile mit Kinderwagen und Kindern ins Fahrradabteil. Für kurze Strecken ist das einfach praktischer, weil ich den Kinderwagen tatsächlich abstellen kann.
    Das Kleinkindabteil wurde mir auch schon häufig empfohlen, gerade mit einem weinenden Säugling und ich glaube, nicht immer weil ich dann meine Ruhe hätte.
    Überall mehr Platz (auch für Rollstühle etc.) und mehr toleranz allen gegenüber würd eich mir wünschen!

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  24. Erstmal danke für den schönen Text.

    Ganz am Anfang gab es in den Kleinkindabteilen tatsächlich Spielgeräte und Rutschen. Da fand ich die Sache durchaus sinnvoll. Der Effekt für die Allgemeinheit war natürlich der gleiche.

    Die Belegung der Abteile ist übrigens ziemlich unterschiedlich. Ich habe es auch schon erlebt, dass abgeschlossen war, weil der Schaffner verhindern wollte, dass das Abteil von Geschäftsleuten besetzt wird.

    Kann es außerdem sein, dass es einen Unterschied zwischen Vätern und Müttern gibt? Ich habe eigentlich immer das Gefühl, dass sich einige Leute freuen wenn ich mit meinem Sohn in das Abteil komme und dass es den anderen egal ist. Wie Du schon so oft geschrieben hast, die Trauben hängen für Männer irgendwie tiefer… Neulich haben sich auch mal Leute von uns weggesetzt. Da gab es aber gleich Zuspruch für uns von anderen Fahrgästen.

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    1. „Neulich haben sich auch mal Leute von uns weggesetzt. Da gab es aber gleich Zuspruch für uns von anderen Fahrgästen.“

      … Was ist denn so schlimm daran, wenn man sich wegsetzt? Es gibt alle möglichen Gründe, warum man (jetzt gerade oder generell) lieber nicht neben Kindern oder Familien sitzen will. Man muss dringend etwas arbeiten und möchte sich dafür konzentrieren. Man hat Kopfschmerzen und erträgt Unruhe gerade schlecht. Man hatte selbst mal ein Kind, das kürzlich verstorben ist. Man kommt gerade von einem Familientreffen mit 10 Kindern und das war anstrengend, obwohl man die Kinder sehr gern hat. Und und und…
      Und wenn man sich, anstatt zu meckern oder die Familie in das Kleinkindabteil zu verweisen, einen anderen Platz sucht – ist das doch für alle die beste Lösung.

      Wenn Menschen ohne Kinder lernen sollen, die Gegenwart von Kindern „auszuhalten“, dann können Menschen mit Kindern auch lernen auszuhalten, dass manchmal manche anderen Leute genervt von den Kindern sind, warum auch immer, und das nicht persönlich zu nehmen.

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      1. Interessant, was Sie so alles in meine Beschreibung hinein interpretieren können. In einem Punkt liegen sie aber richtig: die Situation war tatsächlich etwas spannungsgeladen.

        Die Situation war tatsächlich so: der Zug rappeldicke voll. Wir (2 Erw., 3 Kinder unter 7) haben es lediglich geschafft an zwei nebeneinander liegenden 4ern je 2 Plätze zu ergattern, weil natürlich beim Einsteigen schon gedrängelt wurde bis der Arzt kommt. Da hat man mit kleinen Kindern und Kinderwagen schnell schlechte Karten. Als wir dann freundlich gefragt haben ob die zwei Plätze bei den „anderen“ noch frei sind wurde schon das Gesicht verzogen und behauptet, man bräuchte den Platz für die Einkaufstüten (direkt hinter den Sitzen war eine Gepäckablage). Das kann ich allerdings nicht gelten lassen. Anschließend gab es diffuses Gemoser („ist ja unmöglich“, „das nächste Mal fahren wir wieder Auto“), obwohl die Kinder weder besonders laut noch irgendwie zudringlich waren. Als dann die jüngste gewickelt werden musste, und sie gehen konnten ohne einen Erwachsenen um Durchlass bitten zu müssen, sind die „anderen“ gegangen. Ich fühlte mich durch das Wegsetzen ehrlich gesagt überhaupt nicht betroffen, weil die „anderen“ offensichtlich mit der Situation vollkommen überfordert waren.

        Prinzipiell ist wegsetzen super und ich habe absolut kein Problem damit. Ich war neulich auch kurz davor mich wegzusetzen, als ich beruflich unterwegs war und mich auf die anstehende Besprechung vorbereiten musste. Es stellte sich dann aber heraus, dass die Kinder an der nächsten Station aussteigen mussten. Kommunikation ist doch etwas wunderbares…

        Weggehen ohne meckern ist überhaupt kein Problem. Weggehen 3 mit meckern ohne guten Grund allerdings scho4n.

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  25. Ich persönlich hab es bereits ab und an als angenehm empfunden im Kinderabteil zu reisen: nah an der nächsten Toilette, am Gastrobereich, etwas mehr Platz auf dem Boden – für Krabbelkinder super – aber nur im ICE! Im IC war das Kinderabteil ein 6er- Abteil mit 5 Plätzen – Eltern mit Kindern wurden weggesperrt. Die Fahrt war höllisch. Also besonders lustiges Feature wird man von der Bahn für zu spät buchen bestraft: online Kinderabteil buchen – wenn das voll ist, landet man im Ruhebereich. Da ist man dann die meist gehasste Person! Mehr Spielplatz in Zügen – überall im Zug – wäre ein toller Ansatz!

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    1. Das meine ich ja: 8 (bzw. 24) plus 12 Plätze von 750, die auf Familien abgestimmt sind – das ist keine Familienfreundlichkeit – das ist Alibi und Scheinheiligkeit.
      Und zum Thema Krabbelkinder: Ich bin wirklich nicht dreckempfindlich, aber die Hygiene es Bodes in den Kleinkindabteilen lässt doch stark zu wünschen übrig.

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  26. Ich kann deinen Ausführungen schon folgen. Ich teile sie auch, auch wenn ich das jetzt nicht so extrem sehe wie du. Allerdings habe ich es bisher auch immer geschafft ein Kleinkindabteil zu kriegen. Ich mag sie. Mehr Platz, mehr Ruhe und gleich an der Zugtür. Und mehr Ruhe vor dem Trubel draußen. Und nette Bekanntschaften mit anderen „Gleichgesinnten“. Gleich heute sind wir damit auch unterwegs. ;)
    VG

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  27. So sah das im EC in der Schweiz aus. Ein Großraumabteil mit Platz und vielen Sitzen drumherum. Ich fand es toll, v.a. weil die Kids sich auch mal austoben können. Andere Familien im Zug treffen hilft auch immer, die Zeit besser rumzukriegen, finde ich. Ansonsten schließe ich mich dem Beitrag an. Das schlimmste am Kleinkindabteil: ist doch eh immer gleich ausgebucht, nie von uns. Wir reservieren am liebsten in einem normalen Abteil. Gerne einen Platz mehr, als wir sind. Dann hat man mehr Raum. Im vollen Zug schenkt man den Platz auch gerne her, an jemanden der ihn möchte. Leider kann man online nicht mehr als 5 Plätze gleichzeitig reservieren. Aber da wir ab sofort zu fünft reisen, werde ich das als nächstes rausfinden.

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  28. Hm…ja ich kann das was geschrieben wird gut verstehen.Mit vier Kindern kenne ich auch Anfeindungen und Ignoranz.Aber… Also ich muss sagen ich verstehe die Rückschlüsse nicht.Die Bahn macht etwas für Familien-indem Sie Ihnen ZUSÄTZLICH zu den normalen Bereichen (die ja genutzt werden dürfen) auch spezielle Abteile anbietet.Und für manche ist es ein Segen.Z.B. Für mich-die ich 4 Kinder gestillt habe aber einfach ungern in der Öffentlichkeit Stille.Ich liebe es mit meinem Kind zu glucksen,es anzuschauen und mit ihm das Stillen zu genießen-aber ich finde es etwas sehr intimes.Daher waren für mich die Kleinkindabteile schon mehrfach ein Geschenk.
    Die Familie meines Mannes wohnt weit entfernt, wenn wir Sie besuchen ist es oft nicht ganz leicht – da Großeltern und Urgroßeltern jeweils auf unter 50 qm wohnen.Also ab in ein Restaurant oder Café.Ich bin dankbar für ausgewiesene Elterncafes oder noch besser-familienfreundliche Cafés mit großen Spielbereich.
    Und im Gefensatz zu dir finde ich nicht, dass jedes Café und Restaurant das bieten muss. Ich finde es total ok zu sagen-wir sind ein roemantisches kleines Paarrestaurant und bieten super Service für romantische Abende.Und ein anderes ist eher auf Buisnessgäte ausgelegt.Ist diese Vielfalt nicht auch wunderbar?
    Ich habe als Familie die Wahl wo ich hingehe-das ist ein Geschenk.Und ich finde auch die Beistzer haben das Recht Ihrem Restaurant eine Ausrichtung zu geben. Oder habt ihr euch schonmal bei einem Herrenausstatter beschwert dass er keine Kindermlde macht? Wieso darf ein Restaurantbesitzer nicht sagen-meine Kunden sind eher diese – aber ein Kleidungsheesteller schon?
    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht!
    Es gibt so viele tolle Angebote für Familien-warum denken wir, wenn es Angebote für andere gibt (Ruhebereich in der Bahn für Geschäftsreisende die gerne die Zeit zur Arbeit nutzen möchte) dass uns etwas weggenommen wird?
    Ich finde es erschreckend wie laut gerade immer geschrien wird, wie arm wir Familien dran sind.Ich muss sagen-ich kann das inniger unterschrieben.Ich bin sehr dankbar wenn außen dran steht was drin ist-dann kann ich mich entscheiden, ob ich das will.Und ich erwarte nicht von jedem Maden dass er jedes Lsbensmodell perfekt unterstützt-sondern ich finde gut wenn Schwerpunkte gesetzt werden. in diesem SInne wünsche ich euch, dass ihr die Angebote als Nereicherung und nicht als Einschränkung erleben dürft. Als Ergänzung und nicht als etwas, das man euch wegnimmt.Als Entscheidungshilfe und nicht als Einengung.

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    1. Ich hab leider die Stelle in meinem Text überlesen, in der ich fordere, dass Ruhebereiche abgeschafft werden sollen. Ich meine, ich schreibe da sogar, dass ich nicht gegen solche Bereiche bin, wohl aber gegen ein Kinderverbot.

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      1. Puuh, jetzt dreimal tief durchatmen…
        Ich finde die grundsätzliche Problematik, die deinem Beitrag zu Grunde liegt, absolut nachvollziehbar.Keine Ausgrenzung von Kindern und Familien! Bin ich dabei. Basta.
        Das was dann anhand des Bahn- Beispiels folgt, bringt jedoch eine Haltung zu Tage, die ICH echt nicht mehr hören kann- egal ob sie von Eltern, Männern, Frauen, SeniorInnen oder anderen Gruppen geäußert werden. „Wir haben ein Recht darauf, dass…“, „“Es sollte …..noch mehr geben“ usw. Die aus meiner Sicht immer größer werdende Anspruchshaltung der Menschen, die in vielzähligen Situationen des Alltags ihre Angst ausleben, dass sie das kleinere Stück des Kuchens bekommen könnten, erschwert generell den Umgang miteinander. Ich fand den obigen Kommentar von Sabine super dazu. Gucken wir doch mal auf die Dinge, die es gibt! Und auf die, die überhaupt möglich sind- für alle! auch für die Bahn! Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder auch Restaurants müssen und DÜRFEN eben auch marktwirtschaftlich handeln.( Das kann man jetzt doof finden- is aber so.) Natürlich fänd auch ich es als Mutter von zwei Kindern toll, wenn die Bahn einen riesigen mobilen Spielplatz mit Kuschelecken, Kindermediathek u.ä. einrichtet und alle Beschäftigten und anderen Reisenden emphatisch auf uns zugingen. Das Ganze bitte auch noch bezahlbar. Besser gehts immer.
        Ich kann mir jedoch durchaus vorstellen, dass es für sie schlichtweg nicht wirtschaftlich und deswegen nicht möglich ist.(hier wäre in deinem Artikel echt die Nachfrage spannend gewesen) Genauso verhält es sich mit mitunter bei Restaurants, die einfach nicht auf 10 zahlende Gäste verzichten können, damit 2 Kinderwägen Platz haben (ich bilde mir ein das zu wissen, weil ich jahrelang ein Restaurant geleitet habe.) Hier per se „Kinder- und Familienunfreundlichkeit“ zu unterstellen, finde ich einfach zu kurz gedacht. Und wie ja auch schon angemerkt wurde, es gibt jede Menge Angebote, die eben nur für diese Zielgruppe gedacht sind und all diese Wünsche realisiseren- das ist doch toll und eine echte Entwicklung. Mir fehlt bei diesen Diskussionen einfach oft die Reflexion und Empathie in die andere Richtung, die wir ja auch so gern für unsere Bedürfnisse einfordern.
        Es kommt IMMER auf den Ton an, in dem jede „Seite“ ihr Anliegen vermittelt. Und diesen Punkt betreffend, gibt es eben Menschen, die neben der Spur sind. Das nervt und bringt mich genauso auf die Palme wie dich.
        Aber wenn ich mal ganz ehrlich bin stehen diese Begebenheiten bei mir auf der viel kleineren Seite. Ich gehe mit meinen (Klein)Kindern in „normale“ Restaurants ohne angeblafft zu werden. Sie bekommen Malzeug und manchmal Lollis zum Abschied- das ist vielmehr als ich erwarte, denn ich gehe in ein Restaurant, um nicht kochen zu müssen. Dass andere Gäste sich belästigt fühlen, habe ich noch nicht erlebt und wenn, dann würde ich sie fragen, ob es Ihnen besser ginge, wenn wir uns in Luft auflösen und weiteressen. Ich fahre mit meinen Kindern manchmal Zug und Menschen räumen lächelnd ihren Platz, weil meine Tochter einen Abenteuerspielplatz aus dem Abteil macht. Ja und dann bedanke ich mich und freue mich über das Verständnis meiner Mitmenschen- nicht devot, aber auch nicht selbstverständlich.

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  29. Ich finde auch, dass man niemanden ausgrenzen sollte und Verbote nicht das Richtige sind. Ich denke aber auch, dass die Kleinkindabteile bei der Bahn eher dazu gedacht sind, die Kinder vor den anderen Gästen zu beschützen (Dann sind es trotzdem zu wenige). Ich bin Vater und selbständig und fühlte mich in der Bahn, schon bevor ich Vater wurde, bedeutend mehr von telefonierenden Wichtigtuern genervt, als von Familien mit Kindern. Im Kleinkindabteil kann z.B. ein kleines Kind viel besser seinen Mittagsschlaf machen als im Großraumabteil, aber ab einem gewissen Alter sollten sich auch die Kinder an die Vielfalt der Menschen in einem normalen Abteil gewöhnen. In Cafés ist es total überflüssig, weil ich dort ja immer die Möglichkeit habe mich der Situation zu entziehen in dem ich weggehe, was im Zug durchaus schwierig ist.

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    1. Das „Beschützen“-Argument finde ich ein ganz gefährliches.
      (Es sollten ja auch Frauen-Abteile eingeführt werden, um Frauen von übergriffigen Männern zu beschützen. Wie praktisch! Nicht.)

      Und wie gesagt: wenn es um Familienfreundlichkeit ginge und die Bahn wirklich an das Wohl von Familien und deren Bedürfnisse denken würde, dann müssten da 300 und nicht 12 plus „bis zu“ 24 Plätze für Familien sein.

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  30. Jo. Unter den Kindern gibts genauso viele Nette und Unnette, Nervige und Relaxte wie unter den übrigen Fahrgästen.

    So ein Kegelclub im Abteil ist auch kein Geschenk.

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  31. Jepp!
    sagt hier eine Familie, die wann-immer-es-geht mit der Bahn verreist.
    Die Schweizer Bahn hat übrigens einen Kinderspielplatz MIT Rutsche, da werd ich als Erwachsene neidisch.
    Mini Vorteil vom Kleinkindabteil: Krabbelkinder können diesseits der Ekelgrenze (äh MEINER Ekelgrenze) aufm Boden krabbeln.

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  32. word! (also, diese poller-geschichte hat dich [und ganz viele andere auch] total traumatisiert, aber ich finde das auch okay, denn an soetwas kann sich niemand gewöhnen. ist die sache eigentlich juristisch geprüft worden? ist das rechtens? äh … inklusion? allein schon ein brandschutz-experte [bei panik versperrt so ein ding den fluchtweg nach draussen] müsste das ding auf dem kieker haben)

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    1. Das ist natürlich rechtens, denn der GF hat Hausordnungsrecht.
      Traumatisiert hat mich die Geschichte nicht, ich finde sie hat eher Symbolcharakter.
      Ich bin schon vorher nicht dahin gegangen, weil man mir dort verbietet Milch in meinen Kaffee zu machen. Das alleine finde ich schon Grund genug dieses Etablissement zu ignorieren.

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      1. okay, ich glaube MICH hat die geschichte traumatisiert. falls ich wieder in berlin bin, werde ich den laden auch lieber meiden – und das obwohl ich kaffee gerne schwarz trinke. ich mache jetzt therapie [verlässt die bühne mit einem tiefen seufzer]

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  33. Kleinkind Abteil hat einfach mehr Platz für zB Kinderwagen und liegt in der Nähe der Toilette mit Wickeltisch. Das sind denke ich auch die einzigen beiden erwähnenswerten Punkte. Ansonsten war/ist das für uns uninteressant. Denn die gibt es nicht in der ersten Klasse. Und gerade mit kleinem Kind lohnt sich die erste Klasse. Mehr Platz, mehr Ruhe. Überspitzt gesagt: das würde mir noch fehlen… Lärmende Kinder die mir den Zwerg wieder aufwecken wenn er endlich in der Manduca eingeschlafen ist.
    Ja, Kinder gehören in die Gesellschaft, nicht in ein Kinder Ghetto. Umgekehrt gehen mir diese Ghettos aber auch auf den Zeiger. Da führen sich die Kinder auf wie toll – weil ist ja Kinder Hotel/Abteil/Restaurant etc. Ah ja, ist klar, da kann man dann die Sau raus lassen und muss auf nichts und niemand Rücksicht nehmen…..
    Ein brüllendes baby im Zug stört mich niemals. Ein tobender 5 jähriger, der mir laufend mit den Füßen in den Rücken tritt, rum schreit und essen im Abteil auf den Sitzen verteilt – und Eltern sagen nichts dazu…. Fürchterlich.
    Zu den screens im ice…. Gibt es die nicht in manchen in der ersten Klasse?

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    1. Ja, deswegen auch der Hinweis auf Rücksichtnahme am Ende. Ich bin auch genervt von diesen Laissez faire Eltern. Eltern, die ihren Kindern nicht vermitteln, dass es auch andere Menschen gibt, die vielleicht andere Bedürfnisse haben, verhunzen das Bild von Familien in der Öffentlichkeit.
      (Wobei ich auch sagen muss: „Sei bitte etwas leiser“, „Bitte nicht trampeln“, „Nicht rennen!“ sind die meist gesagten Sätze in meinem Haushalt. Leider nicht immer mit dem Effekt, den ich mir wünsche.)

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  34. Nach zu vielen übervollen Kleinkinderabteil-Erfahrungen buchen wir am Liebsten in der 1. Klasse. Auch weil es dort auf unserer vielgereisten Strecke zwischen Berlin und Nordsee fast immer richtige Abteile mit Tisch und schließender Tür zu reservieren gibt. Und man kann auf der langen Fahrt Essen an den Platz bestellen! Bonus! Wir hatten schon fast die ganze Spannbreite von Reaktionen: die knapp 60jährige Mitreisende, die laut aufseufzte, als wir reinkamen: „Aber ich hab doch extra 1. Klasse gebucht, weil ich meine Ruhe haben wollte!“ Ja, wir auch, mal vier! Und der wahrscheinlich ebenso alte Geschäftsmann, der schnell seinen Rechner zuklappte und stundenlang gebastelt und vorgelesen hat, „damit Sie auch mal ausspannen können!“. Mittlerweile frage ich bei negativen Reaktionen einfach immer ganz freundlich: „Ach, mögen Sie keine Kinder?“ ;-)

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    1. Mit einem Satz wie „Ach, mögen sie keine Kinder?“ hab ich Sie sofort in die „nervige, unverschämte Trulla“-Schublade gepackt.
      Das ist nämlich eine ziemlich böswillige Unterstellung.
      Zwischen „ich mag keine Kinder, prinzipiell niemals nicht, pfui, übles Teufelszeug“ und „Ich hab noch was Wichtiges zu erledigen/Migräne/bin mal in diesem Zyklus wieder nicht schwanger geworden/ich hasse den Lautstärkepegel, der häufig mit Kindern einhergeht und bin deshalb nicht begeistert über Kinder im Abteil“ liegen nämlich Welten.
      Auch ich als durchaus kinderliebe Mutter freue mich über Ruhe während der Bahnfahrt – ich würde nicht negativ reagieren, wenn Kinder zusteigen (Züge sind für alle da), aber ich freue mich sehr, wenn sie nicht in meinem Abteil sind oder sich doch zumindest ruhig verhalten.

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  35. Wir sind mal mit 2 Kindern und zusammengeklapptem Buggy durch einen vollen Waggon gestolpert, weil die Ausschilderung am Bahnsteig, wo das Kleinkindabteil bei diesem Zug sei, nicht mit der Realität übereingestimmt hat wegen einer Wagonänderung. Die Leute haben uns angeschaut wie den Feind. Es war schrecklich. Seitdem lieber wieder mit dem Auto zur Familie.

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  36. Ich erinnere mich, wie meinem Mann und mir die Kinnlade runterfiel, als wir zum ersten Mal mit Kind in Italien in ein Restaurant gingen (abends um 21h00!).
    Der Kellner empfing uns mit der Frage „Essen für drei Personen?“ statt des von der Schweiz her gewohnten „zwei Personen und ein Kind?“ (oder in Anbetracht der Uhrzeit: „Küche ist schon geschlossen“, aber das ist ein anderes Thema)

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  37. Kindercafes bedeuten für mich auch „nur“ dass einen extra grossen Spielbereich gibt, Tische extra weit auseinander stehen, dass man auch mal einen KiWa zwischenparken kann und das man per se ein kleinkindgerechtes Gericht anbietet und es mindestens pro Tisch ein Hochstuhl/kindergerechten Stuhl vorrätig hat. Ich erwarte eigentlich das _jedes_ Restaurant Kinderbeschäftigung anbietet. Schon aus Geschäftsgründen, Familien mit Kindern sind -glaube ich- noch viel „treuer“, da weiss man nämlich, dass das Kind dort irgendwas isst. Malen und kleinere Tischbeschäftigungen sehe ich als Muss. Alle ohne sind einfach selten doof und „verdienen“ dann entsprechenden Zusatzlärm unterbeschäftigter Kinder ;)
    gleiches gilt für die Bahn. An sich sollten doch Familien super Stammkunden sein, gleich weitere Kunden in spe gewinnen. Wer als Kind gerne Bahn fährt, für den ist es als Erwachsenen doch selbstverständlich. 12 Kleinkindplätze pro Zug? Traurig. So’m schlafendes (Klein)Kind braucht doch auch Ruhe, ab ins Ruheabteil.

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  38. Awwww, ein toller Artikel! <3
    Mein Kommentar dazu:
    Ich komme bei meiner Hochrechnung auf 4-8 Kleinkindplätze pro Zug.
    Aber das letzte Mal buchen konnte ich sie 2013.
    Mein Ziel ist es mit zwei Kindern unter 4 Jahren ein Platz in der Nähe von der Behindertentoilette mit Wickeltisch zu bekommen. Davon gibt es im ganzen Zug eine Einzige. Das Familienabteil ist für mich kein Gewinn. Es erinnert mich eher an ein Ghetto.

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  39. Danke! Exakt die gleichen Gedanken hatte ich auch schon. Mir wurde schon mehrfach nahegelegt, mit meinen Kindern doch ins Kleinkindabteil zu gehen. Ich empfinde das als starke Ausgrenzung und Unverschämtheit, vor allem, wenn die Kinder vorher nicht störend aufgefallen sind. Aber wenn schon. Vor allem in überfüllten Zügen kann man über den Hinweis auf das Kleinkindabteil nur müde lächeln: Ich soll mich also mit Gepäck und Kindern durch den halben Zug kämpfen, um dann vor dem ebenfalls überfüllten Abteil zu stranden? Nee, danke.
    Der einzige Vorteil dieses Abteils: es lassen sich dort ein bis zwei Kinderwägen unterbringen. Dann ist allerdings kaum mehr Platz zum Spielen für die Kinder.
    Zum Glück treffe ich meistens auf Mitreisende, die nichts gegen Kinder haben, oder sich sogar darüber freuen.

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  40. Das einzige, was ich am Kleinkindabteil wirklich toll fand (als die Große noch kleinkindlich war, in letzter Zeit nicht Bahn gefahren): da gab’s tatsächlich einen Tisch, da konnte man malen und Karten spielen und andere völlig verrückte Dinge tun.
    Wohingegen ich fast einen Kotzkrampf bekommen habe, als ich sie im Zug wickeln musste, weil der Wickeltisch nicht mit einer Hand zu öffnen war. Weil riesig und schwer und klemmend. Ich hätte sie also prima auf den Boden vom Zugklo legen können. Macht man ja gerne. Haben dann im Kleinkindabteil gewickelt. Und niemanden gestört, doppelschwör. ;-)
    Toller Text jedenfalls, ich musste die ganze Zeit nicken – dieses ständige Gefühl von „Kinder sind hier nicht willkommen“ führte bei mir manchmal schon dazu, dass ich selbst das Gefühl bekam, dass die Kinder andere bestimmt stören und dass sie deswegen extra leise sein müssen. Verrückt. Gegenseitige Rücksichtnahme und alles ist gut… (Ach so, ach so: meine Schwester hatte in den letzten sieben Jahren gefühlte tausend Mal Pech – Kleinkindabteil reserviert, und dann war der Wagen nicht am Zug. Scheint nicht selten vorzukommen, macht die Statistik dann noch „schöner“.)

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  41. Dieser Artikel spricht etwas an, das mich auch schon länger beschäftigt: die Leichtigkeit mit der unsere Gesellschaft es akzeptiert, das Kinder aus dem öffentlichen Raum ausgegrenzt werden.
    Das Allerbeste in Bezug auf meine Erfahrungen mit dem Familienbahnreisen war übrigens, als wir einmal auf einer Fahrt nach Kopenhagen mit Baby im Kinderabteil saßen. Der Zug wurde dann so voll, dass auch Menschen ohne Kind auf das fürchterlich enge Kleinkindabteil auswichen. Letztlich wurden wir dann von einer griesgrämigen Mitreisenden im Kleinkindabteil darauf hingewiesen, dass unser Kind schon ganz schön laut sei…..

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  42. Ein guter Beitrag – auch wenn ich auf der Fahrt von Stuttgart nach Juist / Langeoog / Borkum gerne in den Kleinkindabteilen buchte. Es ist einfach etwas mehr Platz am modernen ICE-Kleinkind-Tisch.

    Aber der Gedanke, sich von den Apartheit-Ansätzen zu lösen, ist sehr bestechend. Dann schwindet auch das Gefühl, mit jüngeren Kindern im Großraum bestenfalls geduldet zu sein. Denn sonst brauchen wir auch Extra-Bereiche für laute Senioren mit großen Koffern, dauertelefonierenden wichtigen Menschen, riechendes Essen am Platz-Verzeherer, Kleiner-Feigling vernichtenden Damen-Reisegruppen etc.

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  43. Sehr schön gesagt.
    Interessanterweise gehe ich mit meinem Kind nicht in diese Kleinkindabteile, weil es mir dort – ha – wait for it – zu laut ist.
    Und mein Kind nicht schlafen könnte, wenn drum rum getobt wird… also buche ich aus Prinzip nur Plätze anderswo. Aber nicht im Ruheabteil; da ist der Handyempfang ja schlechter…

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  44. Danke für diesen Text! Ich freue mich schon sehr auf meine sechsstündige Bahnfahrt mit zwei Kindern nach Berlin. Ich gehe übrigens immer ins Ruheabteil, denn Kinder brauchen ja viel Ruhe!

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