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Seltsame Träume suchen mich heim.
In der Wohnung meines besten Freundes zupfe ich einem Mann Augenbrauen. Ein besonders widerspenstiges Haar lässt sich nur unter größtem Kraftaufwand aus der Haut rupfen. Hinter dem eigentlichen Haar kommt ein ca. vier Zentimeter langer, regenwurmdicker Fortsatz hervor. Er windet sich und ich werfe ihn voller Ekel auf den Boden. Er kriecht weg und verschwindet. Täglich, wenn ich von der Arbeit nach Hause kehre, sehe ich ihn durch die Wohnung huschen. Erwischen kann ich ihn aber nie. Er wird größer und größer, denn er ernährt sich von den Cherrytomaten, die mein Freund in seiner Regenrinne züchtet. Wenige Wochen später ist der Augenbrau so groß, dass er die Weltherrschaft an sich reißen will.
Interpretation?

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Alle die, die noch in der Kirche sind, bitte beten und die, die es nicht sind, Daumen halten. Wir sind hiermit Anwärter für eine Altbauwohnung, mit Holzboden, 4 Zimmern in zentraler Lage, Abstellkammer, Fahrradabstellraum, Aufzug, Keller und einer 90 qm großen Terasse. Kein Tippfehler – in Worten n e u n z i g Quadratmeter große Terasse.
Das Ganze zu einem günstigen Preis. Bad mit Fenster, Küche groß genug für Tisch, hell und 110 Quadratmeter Wohnfläche.

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Gestern erst hatten wir ein Gespräch, wie man schon in frühster Kindheit Fetische prägt. Einen Stiefelfetisch kann mit nur wenigen Handgriffen erzeugen. Man nimmt einen leeren Stiefelkarton, legt eine Banane rein, legt die beiden Utensilien auf eine Wiese, zäunt ein kleines Areal ein und setzt ein Baby im Krabbelalter rein.
Dann geht man gemütlich Kaffee trinken. Das Kind kann sich im Grün vergnügen, wenn es klug ist, findet es die Banane und sollte es anfangen zu regnen, kann es sich im wohlig nach Leder dufteten Schuhkarton schützen.
Die Prägung zu einem Fetisch anderer Art, habe ich heute auf einem Spielplatz gesehen. Da wankte mir ein nacktes Kind entgegen, bekleidet nur mit einer Ganzkopfspidermanmaske und zwei roten Latexhandschuhen, die ihm bis zu den Ellebogen reichten.
– „Hallo Kleiner, macht Dir das Spaß?“
– „Hmmm, jaaa“, murmelt es aus der Maske „I’m Spiderman“ erklingt es dann metallisch aus einem kleinen Mikrophon hinter der Mundöffnung.
– „I’m Spiderman, I’m Spiderman, I’m Spiderman, ha, ha, ha.“
Das hat mir ein bisschen angst gemacht. Abends sah ich dann im Fernsehen Batman. Dabei fiel mir auf, dass das Kostüm von George Clooney alias Batman absurd abstehende Brustwarzen zeigte. Ich träumte nachts darauf von George Clooney, wie er ohne Unterhose mit Plastikbrustpanzer und Maske sein Hängebauchschwein Gassi führt. Er trug über dem Brustpanzer ein T-Shirt mit dem Aufdruck „I’m Spiderman“.

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Es war hier des öfteren ein Thema: Haare bzw. deren Nichtnötigsein an gewissen Stellen. Heute ist mir aufgefallen, dass selbst ich, in meinem Wunsch nach einer haarfreien Welt, Grenzen kenne. Die Grenze ist bei Augenbrauen erreicht. Nicht dass ich was gegen das Zupfen und Informbringen derselbigen hätte – nein! Was ich zutiefst verabscheue, sind abrasierte Augenbrauen. Nun, das ist auch nicht genau genug ausgedrückt. Wer sich die Augenbrauen weg rasieren will – bitte! Aber was man nicht machen sollte, ist, sich die Augenbrauen nach einer gründlichen Beseitigung einfach wieder an eine anderen, dafür nicht vorgesehene Stelle, aufzuzeichnen. Gemeint ist in erster Linie die Stirn. Warum tut man so etwas? Liebe Gothic-Gemeinde: WARUM? Warum nicht einfach an die Position, wo sie hingehören? Warum auf die Hälfte zwischen Augen und Haaransatz oder gleich unter den Haaransatz?
Das gehört zu den Dingen, die ich wirklich nie, nie verstehen werde. Ich mache mir doch auch nicht die Schamhaare weg und male sie mir dann wieder auf die Brust!

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Mein Erinnerungsvermögen ist durch jahrelangen Alkoholmissbrauch die Vielzahl an Informationen, die es enthält, sehr begrenzt. Ich habe ein kostenloses „Junge Karriere“-Abo und kann mich nicht erinnern woher. Jedenfalls stehen da viele tolle Sachen drin. Unter anderem wurde endlich mal das Thema Alterspickel aufgegriffen. Die hat man, wenn man Pickel hat obwohl man über 25 ist. Ich glaube, ich kann stolz behaupten, dass ich seit meiner Pubertät nicht einen einzigen pickelfreien Tag hatte. Meine Eltern und nahe Freunde haben mir in meiner Jugend eingeredet, die Pickel verschwänden, wenn ich erwachsen würde. Ich nehme an, mit fast 30 bin ich so etwas ähnliches wie erwachsen – zumindest somatisch.
Die Pickel sind leider noch da. Wenn ich meinen Vater aufmerksam betrachtet hätte, hätte mir gleich klar sein müssen, dass sie niemals weg gehen.
Meine Schwester nannte mich all die Jahre ihrer unbekümmerten Kindheit spöttisch Pickelmonster. Sie hörte auf, als sie in die Reifezeit erreichte. In der Schule schimpfte man mich Pamela-Pickel. Ich habe schon lang keinen Spott mehr gehört. Ich denke aber, das liegt daran, dass man ab 18 nur noch hinter dem Rücken von mir lästert.
Glücklicherweise steht in der „Junge Karriere“, dass immer mehr Menschen kleine Eiterbeulen und Porenverstopfungen mit in die zweite Lebenshälfte nehmen. Das läge am Stress und den schädlichen Umwelteinflüssen. Sie empfehlen, einmal im Monat zum Kosmetiker zu gehen und selbst nicht rumzuquetschen sondern, wenn es sich nicht vermeiden ließe, lediglich die Pickel auszuziehen.
Es ist immer schön, zu wissen, dass man nicht alleine ist.
Interessant ist, rein hormonell, rühren Pickel von einem zu hohen Testosteronanteil. Ein Mann mit Pickel kann sich demzufolge zurück lehnen und behaupten, das unansehnliche Hautbild sei lediglich Zeichen für seine unwiderstehliche Männlichkeit. Warum Männer überhaupt Pickel haben, bleibt trotzdem im Dunkel. Schließlich haben sie auch keine Cellulite.

Warum haben Männer keine Cellulite?
Na weil’s scheiße aussieht.