Inhaltsangabe zu „Fantastic Four“:
Zwei Freunde (der Denker und der praktisch Veranlagte) fliegen mit der Exfreundin des einen Freundes, die auf Fotos sehr große Brüste hat, die ihr im All augenscheinlich abhanden kommen, ihrem Bruder und ihrem neuen Macker ins All und geraten ohah in ein Solardingesnebel. Ihre DNA verändert sich aufgrund irgendeines kosmischen Firlefanzes und alle fünf bekommen tolle Superkräfte. Der eine Freund, der wo hässlich geworden ist, der verursacht aus Versehen Auffahrunfälle auf einer Brücke, die er aber dank der Kräfte, die wo er haben tut, wieder ausbügeln kann. Die anderen drei Langweiler helfen ihm dabei, während der verbleibende Langweiler, der das böseste Herz hat, seine Kräfte ausprobiert indem er nervige Aufsichtsratmitglieder aus dem Weg räumt. Das finden die vier doof also schalten sie ihn aus.
Vorübergehend bis Teil zwei jedenfalls.
Warum tun die mir das an?
Kategorie: Ex-nuf
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2. Sanitäre Anlagen und Frauen auf Campingplätzen
Campen ist ein wenig so wie die Vorstellung einer Blumenwiese. Wenn man mit dem Auto an ihr vorbei fährt, findet man sie wunderschön und man möchte in einem bunten Sommerkleid über sie laufen, die Hände in die Luft werfen und dabei ein Liedchen trällern. Täte man es, so stellte man schnell fest, dass eine Blumenwiese alles andere als ein freudiger Spaß ist. In Blumenwiesen lauern Käfer, Spinnen und Zecken, die sich in Beine und Körperfalten verbeißen wollen, gelegentlich Kuhfladen oder andere, stinkende Anhäufungen. Die Gräser und Blumen zerkratzen einem die Beine, verschiedene Samen kletten sich an die glatte Haut und reißen alles blutig und wenn man endlich wieder aus der scheußlichen Blumenwiese heraustritt, erinnert man sich plötzlich, warum man so selten liedchenträllernd über Blumenwiesen läuft. Würde man jedoch umdrehen und noch vier weitere Male über die Wiese rennen, so fände man zweifelsohne Gefallen daran.
Mit dem Campen verhält es sich ähnlich.
Man denkt an die Natur, an die Abwechslung zum sonstigen Alltag und an all die freundlichen Menschen, die man kennen lernen kann. Spätestens wenn man die fußpilzverkeimten Duschen aufsucht und sagratonumsichsprühend den ersten Toilettengang hinter sich gebracht hat, kennt man die schmutzige Realität.
Am ersten Tag bin ich noch brav, wie die anderen Frauen am Platz, morgens zu den sanitären Anlagen gepilgert und habe versucht mich aussehen zu lassen, wie während meines Stadtlebens.
Dabei beobachtete ich seltsame Verhaltensweisen. Ein Teenagermädchen bekämpfte die in der freien Natur zwangsläufig vorzufindende Insektenplage indem sie eine gesamte Dose Haarspray in ihr Haar versprühte. Ich nehme an, dass sich die nervenden Mücken in der klebrigen Haarmasse verfangen sollen oder sie selbige in absoluten Notfällen einfach entzündet und den kleinen Biestern so den Garaus macht.
Gleichermaßen faszinierten mich einige Damen, die mit blond gesträhnten und zerstrubbelten Bürstenschnitt aus der Dusche kamen, ihre Föhnrundbürsten zückten, eine gute halbe Stunde stylten, um dann exakt so wie sie die Dusche verließen, ins Freie zu treten und dabei Gesichter zu machen, als hätten sie irgendetwas erreicht.
Jedenfalls war der Campingplatz wirklich sehr, sehr schön. Einziger Nachteil waren die sehr, sehr langen Wege zu den oben erwähnten und übelriechenden Stätten. Schon am Morgen des zweiten Tages hatte ich entdeckt, dass man Zähne auch mit Mineralwasser vor dem Zelt putzen kann und der Körperhygiene ausreichend durch das tägliche Bad in der Ostsee genüge getan wurde. Die Ameisen werden einfach vom Frühstücksbrötchen geschnipst und die Käfer kann man in der Mittagssuppe mitschlürfen, da sie durch die Hitze ausreichend desinfiziert wurden. Den verkrümmten und schmerzenden Rücken renkt man sich gegenseitig wieder ein, dann packt man Decke und Wasserflaschen und läuft über Blumenwiesen und Felder zum Meer.
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In den letzten vier Tagen habe ich das japanische Urlaubsprinzip verstanden und erfolgreich umgesetzt. Wir sind 2.000 Kilometer gefahren, haben uns zehn Städtchen angeschaut und dreihundert Bilder gemacht. Das nenne ich Erholung pur. Hier die Highlights:
1. Autokino
Ich meine mich zu erinnern in den frühen Achtzigern mal im Autokino gewesen zu sein. Was ich entweder von diesem Erlebnis oder aus dem Fernsehen wusste, war, dass man mit dem Auto vor eine große Leinwand fährt, das Fenster runter kurbelt und ein Lautsprecherdingens in das Auto hängt.
Da es Nachts kalt wird und ich schnell friere, habe ich mich entsprechend vorbereitet. Ich zwang meinen Freund schon eine Stunde vor Einlass das Auto am Kassierschalter zu parken und wartete dann aufgeregt auf die Öffnung der Kasse. Als es soweit war, kurbelte ich mein Fenster runter und starrte die knapp achtzehnjährige, spärlich bekleidete Kassendame erwartungsvoll an. Sie wirkte leicht irritiert als sie mich sah. Da saß hinter dem Autofensterspalt eine Frau mit Stickmütze, Rollkragenpulli, eingehüllt in einen Schlafsack und hielt ihr mit Wollfäustlingen einen zwanzig Euroschein entgegen.
– 12 Euro bitte
– Hier, bitte schön. Ach sagen sie, ich war noch nie im Autokino. Wo ist denn der beste Platz?
– Nun, ich weiß nicht genau. Vorne in der Mitte vermutlich.
– Wie weit vorne?
(Das linke Oberlied des Mädchens zuckte nervös. Der Fahrer des ersten Autos hinter uns hielt neugierig seinen Kopf zum Fenster heraus)
– Naja, so weit vorne wie möglich. Dann kann niemand vor ihnen stehen.
– Nehmen wir an, jemand stellte sich, während ich Popkorn holen gehe, dennoch vor mich. Kann ich dann umparken?
– So lange genug Platz da ist, können sie das.
– Gut. Gibt es so etwas wie einen Einweiser?
– Nur, wenn es sehr voll ist.
– Ist es gewöhnlich sehr voll um diese Jahreszeit?
(Das Mädchen schnaubt durch die Nase, der Fahrer hinter uns hupt. Die siebzehn Fahrer, die man sehen kann, bevor die Schlange um eine Ecke verschwindet, fühlen sich provoziert und hupen ebenfalls.)
– Nein. Die Frequenz ist die 97,6.
– Was meinen sie mit Frequenz?
– Na der Ton.
– Gibt es diese Lautsprecherdingense nicht mehr?
– Nein.
– Warum denn nicht? Ich fand’ die sehr schön.
– *räusper* Nun, die Zeiten ändern sich.
– Was passiert denn eigentlich, wenn jemand kommt, der kein Radio hat?
– Das kommt nie vor.
– Ja aber WENN es passieren würde!?
(Der Fahrer hinter uns ist ausgestiegen und kommt auf uns zu. Ich kurbele das Fenster hoch bis nur noch ein kleiner Sprechschlitz zu sehen ist und schließe die Zentralverriegelung.)
– Könnenwa jetzt ma weiter machen?
– Nicht bevor alle meine Fragen beantwortet sind!
– Wat wollense denn noch wissen?
(Ich kann ihn im Hupkonzert sehr schlecht verstehen)
– Wie bitte?
– Wat se noch wissen wollen?
– WIE BITTE?
(Huuup, huuuup, hup, hup. Mein Freund lässt sich leicht unter Druck setzen und rollt los.)
Bevor der Film beginnt, schäle ich mich aus meiner Winterkleidung, die Dank des technischen Fortschritts überflüssig geworden ist.
Der Film beginnt ohne Werbung, was mich verstört, denn gewöhnlich benötige ich Zeit um mich mental auf das Kinoabendteuer einzulassen. Um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen werfe ich Popkorn nach vorne, das leider an der Frontscheibe abprallt und sich überall im Auto festklebt. Währenddessen johlt mein Freund die Erkennungsmelodie der Filmfima mit und erläutert anschließend, dass er das schon sein ganzes Leben lang habe machen wollen.
Vom Film bekomme ich leider nichts mit, denn es gibt zwei Dinge, die mich unendlich müde machen: Video schauen und im Auto sitzen. Beides kombiniert bewirkt dass ich statt nach der üblichen zehn bereits nach drei Minuten einschlafe. Ich wache erst wieder auf, als wir vom Platz rollen. In unseren Boxen die Begleitmusik des Filmabspanns und vor uns die dunkle Landstraße. Das finde ich großartig. Man fährt quasi mit seinem Wohnzimmer vom Platz nach Hause ins Bett. Amerika ist vermutlich doch ein tolles Land, denn schließlich kommt Autokino aus Amerika.
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3. Die Natur als solches
Die Natur und ich, wir sind keine Feinde im engeren Sinne. Ich bin sogar auf dem Land aufgewachsen. Jedoch vergrub ich mich in meiner Kindheit lieber in Büchern und wurde in meiner Jugend leider fernsehsüchtig. So kam ich mit der wilden und ungezügelten Natur eher selten in Kontakt. Theoretisch kann ich siebenundzwanzig verschiedene Baumsorten voneinander unterscheiden. Praktisch verhält es sich bedauerlicherweise so, dass die Blätter, Rinden, Farben und Oberflächenstrukturen eher selten wie im Buche aussehen.
So bleibt es bei den Grundkategorien Baum, Wiese, Tier zweibeinig, Tier vierbeinig, Tier mehr als vierbeinig. Erschwerend kommt meinen urlaublichen Naturbeobachtungen hinzu, dass ich bereits zu Beginn meine Kontaktlinsen an die Ostsee verloren habe. So lief ich augenkneifend aber guter Dinge durch die Natur und versuchte das Aufregendeste dennoch mitzubekommen. Am zweiten Abend sah ich beispielsweise eine riesige Fledermaus im Sonnenuntergang hektisch auf und ab fliegen. Nach einiger Zeit lies sie sich elegant auf dem Wasser nieder und angelte sich sogar einen kleinen Fisch. Ich schätze, fischende Fledermäuse sind selbst in meernahen Gegenden eine kostbare Seltenheit.
Eine andere Konversation ging so:
– Ohhhh! Schau mal Schatz!!! Daaa! Dahaaaa
(Mein Freund schaut in die angezeigte Richtung)
– Was ist denn da?
– EIN TIER DA AM BAUM!!!
– Ähm, was denn? Ein Eichhörnchen oder was?
– Neineineinein. Es hat einen roten Kopf! Schau doch dahaaaaa!
– ?
– Na da, gleich klöppelt es!
– ???
(Es ertönt ein regelmäßiges Klopfen)
– Ein Buntspecht?
– Jajajajajaja! Genau!
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Nach längerem Abwägen, werden wir den Roller als Transportmittel nun doch gegen ein Auto tauschen. Ein Auto hat den Vorteil, dass wir ALLES mitnehmen können, was uns einfällt. Das ist der Himmel. Meine letzten Urlaube waren stets autolose Campingplatzurlaube, die sich auf das nötigste beschränkten. Mehr als acht Kilo abzüglich Zelt konnte und wollte ich nie tragen. Dementsprechend saß ich die meiste Zeit in meinen müffelnden Klamotten auf dem Steinboden vor meinem Zelt, kaute auf trockenem Brot herum, welches mit Ameisen und schwitziger Wurst belegt war und beobachtete neiderfüllt die Ankunft anderer Campinggäste. Sie fuhren mit ihren Transportern zu ihren Plätzen, bauten ihre 10-Personenzelte auf, klappten ihre mit 7 Töpfen, einer Doppelflamme, 3 Pfannen, Gewürzregal und Vorratsschrank bestückten Faltküchen aus, um nach dem Kochen ihr kühles Bier aus ihren eingebauten Kühlschränken zu holen, sich auf ihre gepolsterten Couchgarnituren zu setzen und ihre autobatteriepedikürten Füße auf die Holztische zu legen. Mitleidig schauten sie zu mir rüber und der ein oder andere Nachbar mit Herz schmiss mir abgenagte Knochen zu, die ich dankend annahm.
Damit ist jetzt Schluss!
Nachdem ich meine Klamotten-, Schmink- und Schuhauswahl rollertauglich reduziert habe, kann ich nun alles mitnehmen, was irgendwie nützlich sein könnte.
Angefangen mit einer Taschenlampe, Hammer für die Heringe (die man dann nicht mehr mit blutenden Fäusten in den Felsboden einhämmern muss!) über die lebenswichtige Espressokanne, den Milchschäumer, einen Kasten Wasser bis hin zu fetischunterstützenden Sieben in verschiedenen Größen (mein Hobby: Sandsieben).
Die Beschränkung auf den wesentlichen Luxus fällt ab einem bestimmten Punkt schwer. Also packe ich noch Kopfkissen, Luftmatratze, Schminktisch, einige Zimmerpflanzen und kleine Raffinessen wie den aufblasbaren Wäscheschrank mit integrierter elektrischer Zahnbürste zusammen und betrachte stolz den Utensilienberg.
Endlich erwachsen! Endlich bin ich auf der anderen Seite und werfe den hageren Studenten MEINE Essensreste in den Straßenstaub, wohlwissend dass sie mich dafür sogar noch schätzen werden!
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Nehmen wir an, ich hieße Kosowskowski mit Nachnamen und wöllte mir endlich eine seriöse Emailadresse zulegen. Dafür ginge ich zu web.de und beantragte Kosowskowski@web.de und bekäme die Nachricht Kosowskowski@web.de ist leider schon vergeben, dann denkte ich: „Verdammte ******, welcher ********** schnappt mit denn meine Emailadresse weg?“ und stellte dann vier Wochen später fest, dass es mein Vater war, der zufällig auch den Namen Kosowskowski trägt.
Das wäre, rein hypothetisch, peinlich.
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Ohrwürmer sind, wenn sie gut sind, ansteckend. Ein besonders geeigneter Ohrwurm ist „Manamana“ der Sesamstraße. Man muss nur das Wort lesen schon beginnt der Kopf im imaginären Rhythmus zu nicken und das Gehirn sing dunkel Manmana während die Ohren von rechts und links im Kanon beisteuern: Ba di pi di, ba di pi di, ba di dp di dip, di di dip.
