No sleep till Brooklyn

Vorletzte Nacht entschied sich das Kind spontan nicht mehr zu schlafen wenn die Sonne nicht am Himmel zu sehen ist. Es liegt da und will unterhalten werden. Als belesene Mutti ignoriere ich das natürlich und stelle mich Stunde um Stunde schlafend. Wenn ich morgens aufstehe, fühle ich mich zwar leicht erschöpft aber nicht belämmerter als vorher.
Der Vater hingegen weist diverse Verhaltensauffälligkeiten auf. Folgende wurden bislang protokolliert:
– Beobachtetes Objekt versucht sich mit Zahnbürste zu rasieren.
– Als das Telefon klingelt, greift der Mann mit den Augenringen zum Rasierer und spricht deutlich vernehmbar „Hallo?“ in ihn.
Alles nicht weiter schlimm, müsste er nicht arbeiten gehen. Ich überlege noch, ob ich was sagen soll, als er das Haus verlässt. Die Haare wirr, die Bartstoppeln ungekürzt, er trägt noch Hausschuhe, die Socken an den Ohren und die Krawatte als Armbinde.
Nach intensivem Abwägen schweige ich, sollen die im Büro ruhig wissen, dass er Vater geworden ist und ich stelle es mir irgendwie schön vor, wenn sich die frisch gebackenen Papas am Flur gleich erkennen und grüßen können. Das schafft Zusammenhalt und neue Freunde.
Papas, frisch

Schöne Momente mit Vätern

Vor wenigen Jahren war es noch nicht selbstverständlich, dass sich Väter in den ersten Wochen und Monaten – ja manchmal Jahren – an der Umsorgung des Nachwuchses beteiligten. Dem entgegen werden Männer, die sich heutzutage nicht mit in den Kreißsaal getrauen, angesehen, als kämen sie direkt aus der Hölle. Sie müssen sich während des Gebärens die Hände zerquetschen und anschreien lassen und dabei der Frau noch liebevolle Worte zusprechen.
Wenn man dem gegenüber stellt, dass in Umfragen 87% der Befragten angeben, dass ihnen Ehrlichkeit mit das wichtigste in einer Partnerschaft ist, so tut sich hier doch ein beinahe unüberwindliche Kluft zwischen diesen beiden Sachverhalten auf.
Nicht nur deswegen schätze ich meinen Partner, der an wahren Worten selten spart.
Um immer in Erinnerung zu halten, wie ehrlich er wirklich ist, eröffne ich hiermit eine Top-Ten der schönsten Bemerkungen meines Freundes in Bezug auf unser Baby. Die ersten drei Neuzugänge.

a) Während der Geburt ohne PDA und sonstige Schmerzmittel genervt rufen: „Stell Dich nicht so an!“
b) „Ist dir schon aufgefallen, dass unser Kind aussieht wie eine Mischung aus Ben Grimm der Fantastischen Vier, Onkel Fester der Addams Family und Gollum?
c) „Was wir durchs Stillen sparen, säufst Du an teurem Mineralwasser weg.“