QR-Codes haben fortan eine Berechtigung in dieser Welt

Ich angle aus meinem Briefkasten eilig einen dicken Umschlag. Weil ich mit Einkäufen bepackt bin und meine Kinder mich begleiten, schaue ich nicht sofort rein, sondern nehme ihn ungeöffnet mit in die Wohnung.

Oben angekommen, ziehe ich ein großes Tuch aus dem Umschlag. Im Hintergrund Tohuwabohu und ich verstehe erst nicht. Ein Tuch? Eine Leserin hat mir ein Halstuch mit einem auf den ersten Blick etwas unharmonischen Muster geschickt. Das Begleitschreiben ist handschriftlich und aus der Schweiz. Natürlich verstehe ich es, aber manche Worte sind ein klein wenig anders, als es meinem Sprachgebrauch entspricht, und ich kann manche Worte so abgelenkt nicht lesen. I-nigma steht da.

Mein jüngstes Kind hat irgendein unaufschiebbares Anliegen, ich kümmere mich darum und mein Gehirn arbeitet einige Zeit ohne mich weiter.

Dann plötzlich fällt der Groschen.

I-nigma ist eine App zum Lesen von QR-Codes. QR-Codes spielen in meinem Leben kaum eine Rolle. Ich hab einmal einen gescannt, damit ich das auch gemacht habe. Der QR-Code klebte in einem Schaufenster eines Friseurladens neben den Öffnungszeiten und führte auf eine mobil kaum lesbare Website, welche die Öffnungszeiten des Friseursalons zeigten.

Ich gehe also zurück zum Tuch, breite es aus und versuche es mit einer meiner QR-Lese-Apps zu scannen. Erfolglos. Es ist zu groß. Ich stelle mich auf den Tisch, scanne wieder, es funktioniert nicht.

Also entschließe ich mich, tatsächlich die empfohlene App runterzuladen und zack noch in der Bewegung, mit der ich versuche das Tuch zu fixieren, piept es.

Es öffnet sich der Browser, der auf einen Tweet von mir geht. „Du bist so schön wie Godzilla, Mama“.

Ich falle fast vom Tisch, so toll finde ich das.

Ein Tuch, das mir als Tweet ein Kompliment ausspricht, das mir mein Kind 3.0 mal gemacht hat.

Wundervoll. Am liebsten würde ich all meinen internetaffinen Freundinnen ein solches Tuch schenken. Ich google gleich, wo man sie bekommen kann, werde aber nicht fündig. Die Nachfrage bei der schenkenden Leserin ergibt, sie hat das Prinzip selbst erfunden, das Muster selbst gezeichnet und den Stoff bedrucken lassen und daraus ein Tuch genäht.

Immerhin hat sie mir verraten wie man ein solches Tuch herstellen kann. Das Muster entspricht schließlich nicht den gängigen QR-Code Kacheln und ist viel filigraner.

Die Idee basiert auf dem Projekt Lovecode, das ursprünglich Bilder zum Inhalt hatte. Jedes Bild existiert nur ein einziges Mal und ist ein Link zu einer persönlichen Webseite, die vom Besitzer, von der Besitzerin des Lovecodes bespielt werden kann.

Auch mein Tuch ist (im Moment noch) ein Unikat, denn es ist am Computer „handgezeichnet“. D.h., Franca (so heißt die Grafikerin) hat sich QR-Codes genommen und ausprobiert, wie weit man künstlerisch vom Standard abweichen kann, ohne dass die Codes dabei unleserlich werden.

Das Resultat ist dann hier zu sehen:

Die Möglichkeiten sind vielfältig und wunderschön, wie ich finde:

Franca fand es schön, einen Tweet als Basis zu nehmen, weil Tweets zum einen ausreichend kurz sind, um sich gut umsetzen zu lassen, und zum anderen das Potential haben, eine ganze Geschichte zu erzählen.

Ich habe so viel begeistertes Feedback zu dem Schal bekommen, ich kann mir vorstellen, dass sie problemlos einen Onlineshop eröffnen könnte und viele InteressentInnen findet. Vielleicht macht sie das noch?

Zuerst veröffentlicht im Techniktagebuch

Die Sendung aka ey guck doch ma in die Kamera

1Im April hatte ich es angekündigt: Caspar und ich versuchen uns mal an einer Familiensendung. Am 14. April um 21h war es dann so weit. Wir haben die erste Testsendung live gesendet. Wir haben vorher nicht geprobt oder so, die Sendung war quasi das Ausprobieren, der erste Wurf. Die komplette Sendung wird wohl noch ins Netz gestellt, den Link ergänze ich dann.

Ich war mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Denn ich habe noch nie vor der Kamera gestanden und auch sonst keinerlei Erfahrung in Sachen Sendungsplanung etc. Das Feedback war im Großen und Ganzen sehr positiv und natürlich gab es auch Kritikpunkte, die ich auch in Ordnung finde.

Am meisten wurde mir empfohlen doch mal in die Kamera zu schauen. Ja, das kann man machen, unsere Idee war eher die eines Gesprächs und meine Erwartung war eigentlich, dass wir eher auf einem Sofa sitzen, Tee trinken und in der Hälfte der Sendung gecastete Kinder in Schlafanzügen reinschluffen und sagen, dass sie nicht schlafen können.

Das Setting der vorangegangenen Latenight-Testsendung ließ das jedenfalls vermuten:

Ich war also etwas erstaunt, dass wir so moderatorenmäßig rumstehen sollten und dann hat das mit dem Unterhalten wohl nicht mehr so gepasst. Werden wir bestimmt ein wenig anpassen.

Ich hab mich mit Caspar sehr wohl gefühlt, hatte jedoch ständig die Sorge, dass ich zu viel rede und ihm zu wenig Platz lasse. Caspar ging es, so vermute ich, ähnlich und deswegen ist es vielleicht schlauer, einzelne Themenslots einer Person zuzuordnen. Das kann man sicherlich mit der Kamera auch ganz gut umsetzen.

Insgesamt hatten wir zu viel Stoff für eine einzige Stunde Sendung. Wir haben also so gnadenlos überzogen wie seinerzeit Wetten dass? mit Thomas Gottschalk. Das werden wir in jedem Fall auch straffen. Es ging uns in der Testsendung tatsächlich darum möglichst zu verdeutlichen welche Formate wir uns vorstellen.

Apropos, hilfreich ist vielleicht wenn ich noch die Links zu den einzelnen Themen der Sendung nachliefere:

ablauf

Life-Hack von Berlinmittemom
Anna hat uns in einem Hangout ein bißchen darüber erzählt, wie sie ihren Alltag mit den drei Kindern entschleunigt, wenn nötig. Einige ihrer Tipps kann man bei ihr im Blog unter „my little getaways“ nachlesen.
Sie hat uns das österreichische Blog Buntraum empfohlen, wenn wir nach weiteren Tipps suchen.

In der Themenrundschau haben wir über die Aktion „Schau dein Kind und nicht dein Handy an“ in Frankfurt gesprochen. Dort heisst es:

„Viel Kommunikation läuft von Anfang an über Blickkontakt und geteilte Aufmerksamkeit. Wenn Eltern ständig mit ihrem Smartphone beschäftigt sind, verpassten sie wichtige Gelegenheiten, das aufzugreifen, was ihr Kind gerade beobachtet und seine Handlungen im Alltag sprachlich zu begleiten.“

Wir halten das beide für völlig überzogen und haben davon berichtet, wo im Alltag uns das Smartphone als Eltern hilft. Zum Beispiel an langweiligen Spielplatznachmittagen oder im Treppenhaus, wenn Kleinkinder sehr lange brauchen.

2

Das zweite Thema war für uns der Oetinger-Verlag und das Werbeposter zu „Die inneren Werte von Tanjas BH
Wir sind der Frage nachgegangen, warum man es nicht unbedingt witzig finden muss, dass der Kopf eines Mädchens als Hohlraum bezeichnet wird und dem männlichen Superhirn gegenübergestellt wird und zwar obwohl der Verlag dazu schreibt:

„Ben tappt von einem Fettnapf in den nächsten, weil er sich von Geschlechterklischees leiten lässt. Der Leser lacht über Bens ironisch zugespitzte Verirrungen. Das Plakat folgt dem gleichen Prinzip und ist absichtlich so deutlich überzeichnet, um keinerlei Zweifel aufkommen zu lassen: Hier geht es nicht um eine ernst gemeinte Darstellung von Geschlechtereigenschaften, sondern um unter Jugendlichen in der Pubertät weit verbreitete Vorurteile. Wir als Jugendbuchverlag nehmen dieses Thema ernst und greifen hier zum Mittel der Ironie.“

Letztes Thema der Rundschau war das Hashtag #regrettingmotherhood , der auf dem Artikel „Unglückliche Mütter: Sie wollen ihr Leben zurück“ basiert.

Es geht da um eine qualitative Studie der Soziologin Orna Donath von der Universität Tel Aviv, die 23 israelische Mütter im Alter von Mitte zwanzig bis Mitte 70 in Interviews zu ihren Gefühlen gegenüber der eigenen Mutterrolle befragt hat. Auswahlkriterium war die Antwort „Nein“ auf die Frage „“Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie dann noch einmal Mutter werden, mit dem Wissen, das Sie heute haben?“. Das Bereuen bezieht sich nicht nur auf die schwierigen Momente, sondern auf die gesamte Mutterschaft.
Im Netz sind unter dem Hashtag viele unterschiedliche Texte nachzulesen. Die meisten beziehen sich jedoch auf die ambivalenten Gefühle des Mutterseins. Dennoch ist es immer noch ein Tabu als Mutter etwas negatives über das Muttersein offen zu äußern. Im Artikel heisst es:

Das gesellschaftliche Bild von Mutter verlangt eine perfekte Mutter: ewige, bedingungslose Liebe zum Kind sowie eine ständige physische Präsenz. Auch soll sie den eigenen Nachwuchs stets ruhig und sicher durch Krisenzeiten navigieren und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen.

Anna von Berlinmittemom hat dazu auch einen schönen Artikel geschrieben. Sie differenziert zwischen den ambivalenten Gefühlen, die eigentlich jede Mutter gelegentlich hat und dem generellen Bereuen von Mutterschaft, sie fordert in diesem Kontext:

„Es geht um Entscheidungsfreiheit, es geht um Gestaltungsfreiheit und es geht um Bewegungsfreiheit. Es geht um Individualität und um emotionale und psychische Unversehrtheit. Es geht darum, laut zu sagen, was man möchte und was man braucht und es geht darum, dass diese Bedürfnisse gehört werden. Es geht darum, Dinge auszusprechen, die nicht gut sind und darum, Veränderungen einzufordern. Es soll Platz sein für die, die sich so wie ich in schöner Regelmäßigkeit die Pausentaste wünschen und für die, die etwas ganz anderes brauchen. Wir sind viele.“

Kurz haben wir angerissen, warum das Hashtag #regrettingfatherhood wohl keine so große Rolle spielen würde

Als nächster Programmpunkt stand das Gespräch mit Stefanie Lohaus auf der Liste. Sie hat mit ihrem Partner Tobias Scholz das Buch „Papa kann auch stillen“ geschrieben. Wir haben uns mit ihr über das 50-50-Modell gesprochen. Ich kann das Buch übrigens sehr empfehlen, es liest sich fluffig und mir hat gefallen, dass man sowohl die mütterliche als auch die väterliche Perspektive erleben kann und so schön übereinander legen kann. Mehr kann man im dazugehörigen Blog Das 50-50-Prinzip lesen.

Der schönste Tweet, der mir zum 50-50-Prinzip einfällt, lautet:

Im Medienmenü haben wir einen Fünfjährigen gehört, der uns die Browser-App „Hicks rasender Ritt“ vorstellt. Auch bei uns sind die Drachen von Berk ein großes Thema. Im Medienmenü wollen wir zukünftig Kinder und Jugendliche zu Wort kommen lassen, die uns Dinge vorstellen, die sie aufregend und toll finden.

In der darauffolgenden Rubrik Seitenwechsel haben wir uns von einer Kindergartenerzieherin und einen Horterzieher erzählen lassen was eigentlich an Eltern nervt. In unserer Vorstellung hören wir zukünftig noch mehr Stimmen von KinderärztInnen, EisverkäuferInnen, LehrerInnen oder Eltern-Kind-Café BesitzerInnen. Andere Eltern™ sind nämlich voll anstrengend. Das wissen wir alle von den Elternabenden.

Ganz am Ende der Sendung haben wir uns noch Gedanken zum Namen der Sendung gemacht und viele, großartige Tipps eingesammelt. Ich gehe davon aus, dass wir eine Vorauswahl treffen werden und dann vielleicht ein Voting machen. Genau weiß ich es aber noch nicht.

Also Fazit:
– Das Publikum mehr ansprechen, mehr Interaktion
– Themenslots aufteilen
– kürzer
– weniger Themen in einer Sendung
– hat Spaß gemacht

Weiteres Feedback nehme ich gerne entgegen. Auch Themen oder Ideen zu Formaten.
Ach und Danke fürs Zuschauen und das mittwittern. Das war toll!

Ankündigung eines noch namenlosen Familienmagazins

Von Frau Mierau gibt es den Begriff „Eltern-Clan“. Sie schreibt:

Was Eltern brauchen sind andere Eltern

Sie brauchen Austausch und Informationen. Sie müssen sehen, wie andere mit Babys umgehen und wie ein Baby gestillt wird, damit das auch beim eigenen klappt. Eltern brauchen andere Eltern. Würden wir mit anderen Familien eng zusammen leben (und zwar nicht durch dicke Mauern getrennt), würden wir sehen und hören, dass auch andere Babys (und Kinder) nicht durchschlafen. Wir würden sehen, was gemacht wird, wenn ein Baby Bauchweh hat und – das Beste – wir würden uns gegenseitig unterstützen und abwechseln […] „Allein mit Kindern sein – das ist weder für Erwachsene noch für Kinder artgerecht“.

Ich finde den Begriff so gut, dass ich ihn sofort ganz intuitiv in meinen aktiven Sprachgebrauch aufgenommen habe. Der Begriff beschreibt sehr gut, warum ich meine Eltern-Filterbubble im Internet so liebe. Nie habe ich mich besser aufgehoben gefühlt als in meinem Eltern-Clan, in dem es nur so wimmelt von Schlaflosigkeit, dauerverrotzten Kindern, unaufgeräumten Wohnungen, Kindern, die nicht um Punkt zwanzig Uhr schlafen und die am Tisch lieber das Essen verschmieren als sittsam und fleckenlos zu speisen.

Zu wissen, dass es bei so vielen Eltern ähnlich ist, tut mir gut. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid und manchmal auch gar keines mehr. Durch meinen Eltern-Clan habe ich verstanden, dass das was ich als „OMG! Ich habe erzieherisch versagt“ oder „WARUM MACHEN DAS NUR MEINE KINDER??!“ empfunden habe, falsch ist. Ich bin nämlich gar nicht allein.

Ich weiß nicht wieso, aber tatsächlich war ich als Kinderlose von dieser Realität total abgeschottet. Meine Familienrealität setzte sich zusammen aus Bildern, die ich aus der Werbung hatte. Kinder, die, wenn sie einmal die richtige Windel am Po haben, nach wenigen Monaten durchschlafen. Pausbäckige Kleinkinder, die ein ganze Portion Brei essen – essen und nicht in der Küche verteilen und zwar eine PORTION – nicht nur drei Löffel. Eltern, die abends noch was anderes machen als schlafen (wenn man sie lässt). Weiße, aufgeräumte Wohnungen, durch die ein lauer Sommerwind weht, während die Kinder sich alleine mit Holzklötzchen beschäftigen.

Kaum war ich Mutter, zerbrach diese Werbewelt und meinen Trost habe ich erst online bei den anderen Eltern gefunden, z.B. wenn wir uns auf Twitter samstags um 6.30 Guten Morgen wünschen.

Ich lese sehr gerne. Habe massig Elternratgeber gelesen und so ziemlich jede Elternzeitschrift probiert, die es auf dem Markt gibt. Dennoch musste ich feststellen: Was anderes als diese Scheinfamilienwelt gibt es im Großen und Ganzen nicht. Es gibt nur Erziehungstipps zum Durchschlafen, die nicht funktionieren, Rezepte, die kein Kind isst und Kinderklamotten, die kein normaler Mensch zahlen kann. Nicht zu vergessen die Eltern, die trotz Kleinkinder permanent heißen Sex haben.

Warum ich das alles schreibe: Für mich gibt es nach wie vor eine unendlich große Lücke für alle relevanten Themen im Familienalltag. Ich möchte wissen, wie andere Familien ihren Alltag leben. Wie Geschwister untereinander umgehen. Wie man mit den eigenen Eltern umgeht. Welche Tricks kennen die anderen Familien? Was machen eigentlich diese Jugendlichen den ganzen Tag? Was kann ich vorlesen, wenn mir Conni & Bobo auf die Nerven gehen? Was hören, wenn ich die Kinderkopfstimmenchöre nicht mehr ertrage? Was mache ich mit scheußlichen Spielsachen? Was mit rosahellblau Plunder, den sich meine Kinder so dringend wünschen? Wie ergeht es Trennungsfamilien? Bestechen andere Eltern ihre Kinder auch mit Gummibärchen? Es gibt so viele Fragen und außerhalb der Elternblogs kaum Antworten.

Ich hab mich deswegen gefreut als ich von den Der Sender Leuten gefragt worden bin, ob ich nicht Lust hätte mit Caspar Clemens Mierau ein Familienmagazin auszuprobieren.

Wir haben uns im Anschluss viele Gedanken gemacht und auch gemeinsam Formate entwickelt, die wir für interessant halten. Wir haben Themen gesammelt und überlegt, welche Gäste interessant sein könnten.

Was letztendlich daraus wird: Das weiß der Hase.

Ich hab jedenfalls Null Erfahrungen im Vorderkamerasitzen. Aber ich fand die Idee super, ich finde Caspar und seine Haltungen zum Thema Familie sehr sympathisch und glaube deswegen, dass das mit ein bisschen Glück gut funktionieren kann. Dass wir zumindest schaffen eine Stunde miteinander vernünftig zu reden, haben wir beim gemeinsamen podcasten schon ausprobiert. Ob das auch mit Bild und zum Thema Familie funktioniert, werden wir sehen und so wie beim realen Elternsein allen Perfektionismus von uns abschütteln.

Am 14.4. nehmen wir ab 21h die erste Testsendung auf. Ihr könnt live dabei sein und es wird parallel einen Chat geben, wo ihr eure Eindrücke und Anregungen abgeben könnt. Für Twitter denken wir uns noch ein Hashtag aus. Tatsächlich wird es das allererste Mal sein, dass ich vor einer Kamera sitze. Seid also milde mit mir!

Wir haben auch noch keinen Namen für die Sendung. Den könnt ihr dann auch mitentscheiden. Das Thema der Sendung lautet „Rollenverteilung“ und wir werden das Autorenpaar Stefanie Lohaus und Tobias Scholz des Buchs „Papa kann auch stillen“ zu Gast haben.

Ich bin gleichzeitig aufgeregt, gespannt und ich freue mich schon sehr.

 

Lest auch gerne Caspars Vorankündigung

12 von 12

Ich mag instagram ja sehr gerne, weil man freiwillige Einblicke in das Leben anderer bekommt. Deswegen gefällt mir auch #12von12. Da sehe ich am jeweils 12. eines jeden Monats, was andere meiner Timeline so machen. Deren Alltag.

Diesen Monat habe ich endlich geschafft mitzumachen.

#1 Ich habe eine neue Bettdecke. Die ist riesig. Das findet Kind 3.0 auch sehr schön und kommt deswegen um 5 Uhr zu mir unter die Decke gekrochen, rollt sich ein wie eine Sushirolle und schläft selig wieder ein. Ich hingegen bin w.a.c.h. und habe keine Decke.

1

#2 Unspektakulär, aber nötig: mein erster Kaffee des Tages. Es ist 6 Uhr. Ich schmiere Schulbrote und bereite Frühstück für uns vor. Ich möchte in mein Bett zurück.

2

#3 Auf dem Weg in die Arbeit höre ich meistens Musik. Agnes Obel habe ich neu entdeckt. Wunderschön. Macht mich heute in der U-Bahn aber sehr traurig.

3

#4 Ich habe schon wieder gebummelt. Eigentlich versuche ich immer um 8 Uhr im Büro zu sein. Ich weiß auch nicht, wo die Zeit immer verloren geht. Irgendwie verstehe ich mein Schuldkind, das für zehn Minuten in der Regel dreißig Minuten benötigt.

4

#5 Keine Motive mehr. Ich warte auf meinen Kollegen, der ins Büro kommt, Salz zeigt und dann ins erste Meeting verschwindet.

5

#6 Mittagszeit. Ich ernähre mich aus der Mikrowelle. Ich mag das.

6

#7 Der Salzstreuer findet endlich seine Bestimmung. Der Kollege ist offensichtlich multitaskingfähig. Meinem Lachen nach zu urteilen, sollte ich zeitnah mal versuchen die Weltherrschaft an mich zu reißen (Das Bild ist auf instagram ein Video).

7

#8 Ich hab Kind 3.0 vom Kindergarten abgeholt. Kind 2.0 ist alleine unterwegs. Ich spiele heimlich in der Küche Cardcrawl. Ich komme nicht über hundert Goldstücke. Das macht mich verrückt.

8

#9 Kind 3.0 spielt derweil Spielzeug Mashups. Es legt Bilder aus Spielsachen.

9 #10 Abendessen. Ich esse Reste, die Kinder essen Rührei.

10#11 Zähneputzen. Dauert jeden Tag zwanzig Minuten. Die Kinder schauen in Wahrheit ganz genauso wie die Katzenköpfe.

11

#12 Vorlesen (nicht Conni, I’m lucky), singen, schlafen. Ich eigentlich auch.

12

Andere 12 von 12. Zum Beispiel bei Geborgen wachsen, bei Herrn Buddenbohm, bei GROSSE KÖPFELeitmedium und bei Draußen nur Kännchen eine imposante Sammelstelle – falls man nicht genug bekommen kann.

 

 

Einmal Wellness mit allem bitte

Wellness und ich, es ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Aber ich versuche es immer wieder. Schließlich habe ich nichts gegen Wellness. Viele meiner besten FreundInnen mögen Wellness. Wenn also eine meiner Freundinnen fragt, ob ich mitkommen möchte, dann stimme ich alle Jubeljahre zu. Wohlwissend, dass die Bedingungen schwierig sind für mich. Ich mag es nämlich ganz und gar nicht von fremden Menschen angefasst zu werden. So ein Schultertätscheln wenn man sich fünf Jahre kennt und angezogen ist: OK. Vielleicht auch mal eine herzlich distanzierte Umarmung mit einem Mindestluftabstand von 30 cm wenn man sich wirklich, wirklich gerne hat. Aber nackt von Fremden angefasst zu werden, das ist wirklich die Hölle. Das Prinzip nach dem in dieser Konstellation Entspannung einsetzen soll – es erschließt sich mir einfach nicht.

Ziemlich harmlos fing die Sache an:

„Hast du Lust mit ins Hamam zu kommen?“
„Na klar!“

Wir trafen uns also in einem Hamam. Ich war noch nie in einem Hamam. Ich habs mir irgendwie dunkel vorgestellt. Dunkel und voll. Eine große Halle mit Wänden aus Marmor, irgendwie geschäftiges Treiben, Schwatzen, ich hatte die Vision von Waschweibern – nur ohne Wäsche.

Tatsächlich sollte man sich ausziehen. Also nackt, meine ich jetzt. Ich hab mich in ein sehr großes Handtuch geschlagen und dachte: OK, ich sitze jetzt einfach in mein Handtuch gehüllt ein bisschen rum, bestimmt ist es warm, nicht zu warm, ich hasse nämlich Hitze und dann mal sehen.

Ich kam in einen mittelgroßen – irgendwie leicht zu hellen Raum voller nackter Frauen*. Diese Frauen waren alle wie aus Magazinen ausgeschnitten. Perfekte Körper, kein Gramm Fett, alle kaum älter als zwanzig, alle tätowiert, alle ohne ein Haar am Körper, dafür mit hüftlangen Haaren. Sie lagen, räkelten und saßen in der Mitte des Raumes auf einem heißen Stein. Sie sahen exakt so aus, wie ich mir als Kind Sirenen vorgestellt hatte. Sehr irritierend.

Offenbar hatte meine Freundin sich das auch anders vorgestellt. Dampfiger irgendwie. Also fragte sie freundlich die Anwesenden: „Wo ist denn bitte das Dampfbad?“

Die Sirenen blinzelten träge, der Augenaufschlag war offenbar sehr schwer. Dampf, ja Dampf, hm, den hätten sie nicht gesehen, nur diese Becken und den Stein und hinten sei noch eine Sauna.

„Ahja. Ok.“ Wir suchten uns also eine kleine Nische deren es ca. 8 Stück gab. In dieser Nische jeweils ein kleines, steinernes Becken mit einem Rinnsal an Wasser und viel zu großen Blechschüsseln. Dort könne man sich waschen. Ahaaha! Waschen, ja, das hatte ich ja schon kurz vor dem Besuch im Hamam hinter mich gebracht, so richtig schmutzig fühlte ich mich gar nicht.

„Ich habe uns eine schöne Behandlung gebucht!“, verkündete derweil meine Freundin.
„Eine Behandlung, soso.“

Ich schüttete also ein wenig gelangweilt sehr heißes Wasser über meinen Körper und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis eine Frau ihren Kopf in den Waschraum steckte und meinen Namen rief.

Ich folgte ihr schweigend. Sie hatte eine sehr große, weiße Gummischürze an. Ich kenne diese Schürzen nur aus Filmen, die im Schlachthaus spielen. Die Frau führte mich in ein Kellerloch. Ich sage Kellerloch, weil ich übertreibe jetzt mal nicht, es war einfach ein sehr karger, winziger Raum in einem Keller mit Steinwänden und sonst eigentlich nichts, was irgendwie Atmosphäre hätte erzeugen können. In der Mitte des Raumes eine Liege. Die Frau zeigte in Richtung der Liege. Ich musste mich nackt drauf legen und sie begann mich mit heißem Wasser zu übergießen. Sie hätte das vielleicht ein bisschen zärtlicher machen können, aber offensichtlich ging es hier um Effizienz. Zweifelsohne sollte ich sehr schnell sehr nass werden. Deswegen nahm sie einen Putzeimer und übergoss mich wieder und wieder. Das Wort Waterboarding fiel mir mehrere Male ein, aber das ist natürlich sehr überzogen.

Als die Frau fertig mit dem Bewässern meines Körpers war, nahm sie zwei sehr harte Peelinghandschuhe und rubbelte meine Körperteile einzeln ab. Besonders intensiv empfand ich die Stelle am Bein, an der ich mir am Morgen eine Tasse Tee mit nahezu kochendem Wasser rübergeschüttet hatte. Ahhh! Das musste dieses Wellnessgefühl sein. Also dieses sehr geile, wenngleich eher kurze Gefühl wenn der herbeigeführte Schmerz kurz nachlässt.

Die Frau gab mir sehr leise Anweisungen, die ich in der Regel aufs erste Mal nicht verstand. Sie schloss daraus irgendwann, dass Deutsch vermutlich nicht meine Muttersprache war und sprach ab da etwas lauter und deutlicher Englisch mit mir. Als ich fertig gerubbelt war, wurde ich wieder gewässert und dann murmelte sie: „And now, the sponge!“

The Sponge war ein etwa 1,20 mal 0,80 m großer Schwamm, den sie auf mich warf. Auf The Sponge verteilte sie gut 500 ml Flüssigseife. Dann schwabbelte sie den Sponge eine zeitlang auf mir hin und her und begann anschließend die nicht mit 40 cm Schaum bedeckten Körperstellen gesondert einzuseifen. Die Schaummassen waren enorm. Der kleine Raum war zu einem Drittel mit Schaum gefüllt. Die Einseiferin war sehr klein und einige Male hatte ich Angst, sie könnte einfach verschwinden und mich ganz alleine zurücklassen.

Ich wurde von beiden Seiten sehr intensiv gespongt und dann wieder gewässert. Danach roch ich stark nach Mango. „Thats it“, sagte die Frau in der Metzgerschürze und schaute mich leer an. „Vielen Dank“, sagte ich und ging verwirrt in den Ruheraum, wo meine Freundin mich freundlich mit sauren Drops empfing.

Wellness ist schon eine sehr seltsame Errungenschaft der Zivilisation. Aber diesmal hat es mir gefallen. Ich glaube 2018 probiere ich es nochmal.


*Ich freue mich jetzt schon auf die Googletreffer: Pfui! Ihr!

Ein Preis, ein Preis!

goldener-blogger-klein-gif-170x300Ich meine mich zu erinnern, dass ich bereits ein(ige) Mal(e) nominiert war für den Goldenen Blogger-Award aus dem Hause Bluhm, Fiene und Knüwer und jedes Mal Zweite geworden bin, was im Grunde wurscht ist, bei mir aber Empathie für Leonardo DiCaprio geweckt hat.

Weil dieses Jahr jedoch viele, mir bekannte und von mir geschätzte Projekte nominiert waren, hab ich die Verleihung doch live mitverfolgt – was ehrlich gesagt etwas „anstrengend“ ist. Der Livestream hat die Qualität von abgefilmten Kinofilmen der frühen 2000er. Für das vollständige Feeling wäre es schön, wenn die Verleihenden nächstes Jahr Englisch sprechen und das Ganze mit japanischen Untertiteln untertiteln. Irgendwann können die Zuschauer dann wählen und jedes Jahr füllt sich meine Timeline mit: Hä? Wo kann man denn abstimmen? und wenn das erste Voting vorbei ist, dann erinnere ich mich, dass man Herrn Fiene folgen muss, der dann ein Twitpol twittert, welches für öh 90 Sekunden (?) aktiv ist. Danach verschwindet das Ergebnis und die nächste Abstimmung erreicht man nicht durch ein Refresh sondern man muss sich den neuen Link suchen. Nundenn. Sie sehen schon… meine Begeisterung für die Rahmenbedingungen hält sich alljährlich in Grenzen. (Ich Troll, ich weiß). Immerhin musste ich bis nach 22 Uhr wach bleiben, um für meine Favoriten zu stimmen. Ich legte mir also ein Kirschkernkissen auf die Füße und kochte mir einen Fencheltee und wartete auf die Abstimmmöglichkeit.

Als ich dann bestes Tagebuch-Blog wurde, gingen die Gefühle ob all der Glückwunschnachrichten doch mit mir durch. Ich glaube, ich habe meine Teetasse im Affekt geherzt.

Also auch auf diesem Wege: Vielen Dank fürs Nominieren und v.a. auch fürs Wählen liebe Leserinnen und Leser (17 Byte, die ich gerne verschwende!). Ich hab mich sehr gefreut. Da bekommt das hässliche Jahr 2014 doch noch ein wenig Goldstaub.

Mal abgesehen von den Legitimitätsssignalen, die mir der Preis beschert hat, möchte ich die Chance nutzen und auch noch mal auf die anderen, mir bekannten Projekte hinweisen.

Füttert eure Feed-Reader mit dem Blogger des Jahres Gewinner Was machen die da? von Isabel Bogdan und Maximilan Buddenbohm: „Jeder macht was. Jeder hat einen Beruf, ein Hobby, eine Angewohnheit, eine Leidenschaft. Was machen die da genau? Das lassen wir uns erzählen.“

Ebenfalls unbedingt in den Feed-Reader gehört als Beste Newcomerin Mareices Kaiserinnenreich, die ein inklusives Familienblog schreibt.

Herzt ausserdem die als Bestes Sportblog nominierte Freistilstaffel. Ein wundervolles Gemeinschaftsblog rund ums Thema Schwimmen.

Neu für mich entdeckt habe ich Fürchtenlernen, Frau Gehlhaar und Auguststraße Berlin Mitte.

Und falls es neue Leserinnen gibt, hier eine frei zusammengestellte Auswahl höchst repräsentativer Blogartikel. Für Herrn Knüwer, der mich schon kannte als ich noch keine Kinder hatte, extra zum Teil kinderfrei:

Erlebnis-Kosmetik

[…] Ich setze mich auf den einzigen Stuhl den es dort gibt. Er steht vor der Toilette. Die Blondine rauscht an mir vorbei. Innen höre ich, wie sie das Wasser anstellt. Dann infernalisches Pupsen. Die anschließenden Geräusche versuche ich zu ignorieren indem ich mir die Hände auf die eigenen Ohren klatsche und leise sage: Happy place! Happy place! …Weiterlesen

Husband Beeping

Wenn der Mann plötzlich beim falschen Mobilfunkanbieter ist, lässt sich per Husband Beeping eine Menge Geld sparen, das man lieber in den Familiensommerurlaub investiert statt in unnütze Telefonanrufe. …Weiterlesen

Der wahrhaftig existierende Hipster

[…] Mein Blick fällt auf einen außergewöhnlich großen Mann mit Bart. Sein Bart ist dunkel und voll. Ein bißchen zu lang für meinen Geschmack aber sehr prachtvoll. Tatsächlich ist “prachtvoll” das Wort, das mir zu seinem Bart einfällt. Den Falten in seinem Gesicht nach zu urteilen ist er über vierzig. Er hat ganz wunderhübsche Falten. Fast so wie Brad Pitt, dessen Tränensäcke ich echt sexy finde. …Weiterlesen

Damals™

Ich hatte gefühlt 200 Mal den Artikel „Wenn du Blogs unterstützen willst“ in meiner Twitter-Timeline und fühle mich ein bißchen pöbelig, aber mein Gedanke dazu war: Warum?
Warum sollte man Blogs unterstützen wollen?
Was ist an einem Blog besser als an einer anderen Plattform? Aus Sicht der Bloggerin verstehe ich das noch. Das Blog ist gut, weil es kontrollierbar ist und ich die Hoheit über die Inhalte behalte. Schön. Ich lade also in mein Wohnzimmer ein und wenn mich jemand nervt, dann schließe ich ihn aus. Die Möbel sind immer meine. Aber wen kümmert das ausser mich?
Für mich geht es im Internet immer um den Austausch und die Gemeinschaft. Also wandere ich von Plattform zu Plattform und treffe da die Menschen. Wenn ich möchte, dann sammle ich am Ende alles wieder ein. Das ist z.B. die Idee von Reclaim Social Media.
Meine Hauptaktionsplattform ist schon lange nicht mehr mein Blog sondern Twitter. Ich fühle mich da wohl und ich denke nicht, dass ich alle in mein Blog zurück holen muss. Genauso gerne mag ich Instagram. Sogar das böse Facebook gefällt mir als Diskussions- und Austauschplattform.
Bis zur re:publica 2012 fand ich Blogs auch wahnsinnig wichtig. Dann hab ich das YouTube Panel gesehen und seitdem weiß ich: Oma Nuf hat da irgendwie was verpasst. Was Reichweite angeht, sind Blogs in Deutschland eher unwichtig.
Reichweite ist natürlich nicht alles. Ich möchte nicht sagen, dass mir Reichweite egal ist (ich freue mich immer über viele LeserInnen und Likes, weil ich bin ja internetsüchtig), aber ich glaube man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass Blogs im Vergleich zu YouTube doch eher unwichtig für die Social Media Landschaft sind.

Wenn man nun eher über den qualitativen Austausch sprechen möchte statt über bloße Reichweite, dann ist meine Erfahrung: Die Zielgruppe ist über unterschiedliche Plattformen verteilt.

Was ich noch im Kopf habe, ist dass neulich instagram Twitter in Sachen Nutzerzahl überholt hat. Was ich auch im Kopf habe, ist dass es sich nicht wirklich (monetär) lohnt in eine Facebook-Präsenz zu investieren (es sei denn man hat vor für immer Geld dort auszugeben). Also ja, Facebook kann man offenbar vernachlässigen wenn es um die Erhöhung der Reichweite geht, aber ich finde nicht, dass man sich auf Blogs beschränken soll. Gute Diskussionen finden auch auf Facebook statt – weil man da mehr als 140 Zeichen verwenden kann (in meiner Wahrnehmung). Es wird differenzierter diskutiert und es bringen sich Menschen ein, die vielleicht nicht unbedingt zur eigenen Filterbubble gehören. Aus Sicht der Leserin finde ich sogar, dass es viel einfacher ist auf Facebook zu kommentieren. Da gibt es keine weiteren Einlog-Hürden und ich kann meine Kommentare sogar nachträglich bearbeiten – was die meisten Blogkommentarsysteme nicht zulassen.

Damals™ als die Social Media Landschaft noch nicht so vielfältig war, da war das vielleicht anders. Jetzt erscheint es mir nicht nachvollziehbar sich aufs Blog zu beschränken. Nicht mal wenn es ums Geldverdienen geht. Selbst da sind die Möglichkeiten vielfältig und ich nehme z.B. wahr, dass instagram zunehmend werbend genutzt wird. Wenn ich mal raten müsste welche Blog-Genres in Deutschland überhaupt Geld verdienen, dann sind das die Technik- und Modeblogs und die beschränken sich ganz sicher nicht auf ihre eigene Plattform.

Auch was die Zugriffszahlen angeht: Man kann über Piwik die Seitenabrufe im RSS Reader miterfassen und in die Zugriffsstatisk einrechnen und dann im Media Kit auszeichnen. Warum sollte man zusätzlich aufs Blog klicken, wenn man den Artikel im RSS Reader gelesen hat?
Ich bin sehr dafür die Nutzer da abzuholen wo sie sich wohl fühlen und lieber neue Wege der Erfassung zu finden als LeserInnen dazu anzuhalten aufs Blog zu klicken.

Die Werbemöglichkeiten werden sich dem Nutzerverhalten anpassen und nicht umgekehrt.

Zeiten ändern sich.

Ansonsten: Was Credits vergeben angeht: Bitte immer sehr gerne.
Wenn man etwas teilt, nach Möglichkeit immer mit Quelle. Das ist nicht immer leicht, aber zumindest via xy geht bzw. wenn man etwas direkt bei jemanden gefunden hat, dann eben von xy mit direkten Verweis.
Ansonsten schüttet die Menschen mit Liebe zu. Internetliebe hat viele Erscheinungsformen. Für mich persönlich kann ich kaum eine Wertigkeit entdecken. Unabhängig von der Plattform freue ich mich über Likes, Shares und Kommentare.

Mein Fazit wäre deswegen. Die Social Media Landschaft ändert sich. Egal wo, geht respektvoll miteinander um, nennt Quellen, verbreitet <3. Und als BloggerIn: Geht dahin wo eure LeserInnen sind.