Das zerbrechliche Konstrukt der gefühlten Gleichberechtigung

Symbolbild Entwicklung der Gleichberechtigung in Deutschland

Dreißig Jahre hat uns die Corona-Krise in Sachen Gleichberechtigung zurückgeworfen, sagte die Soziologin Jutta Allmendinger in der Talkshow Anne Will. Das ist die sachliche Einschätzung der Lage wenn man sich anschaut, was mit der Erwerbstätigkeit von Frauen und der Care-Arbeitsstunden in den letzten 6 bis 7 Wochen passiert ist. Für mich* stellt es sich eher wie die 1950er dar.

In meinem Umfeld gab es vor Corona (v.C.) grob drei Partner-Modelle.

  1. Mann ist 40-60 Stunden erwerbstätig, sie übernimmt die Care-Arbeit. Die Kinder sind, je nach Alter, vormittags in der Kita oder in der Schule.
  2. Mann ist mindestens 40 Stunden erwerbstätig, er übernimmt einen Teil der Care-Arbeit. Sie ist ebenfalls erwerbstätig – allerdings eher in Teilzeit und übernimmt deswegen mehr Care-Arbeit. Es gibt eine Putzfrau, Einkäufe bringt der Lieferdienst, wenn der Platz es zulässt, gibt es gelegentlich ein Aupair, mindestens gibt es aber ein bis zwei Kindersitter, die je nach Bedarf einspringen können, um Betreuungsengpässe auszugleichen. Wer Glück hat, hat die Großeltern in der Nähe, die sich regelmäßig um die Kinder kümmern können, man spart sich das Geld für die Kindersitter.
  3. Mann und Frau sind ungefähr gleich erwerbstätig und übernehmen ungefähr gleich viel Care-Arbeit. So gut wie nichts ist ausgelagert. Die Wohnung sieht meistens aus wie Hulle.

Nach Corona bleiben zwei Modelle übrig. Variante 1 und Variante 3.

Variante 2 ist verschwunden, denn durch die Kontaktsperre und die Schließung der Kindergärten und Schulen ist so viel Mehrarbeit entstanden, dass das nicht mehr zu bewältigen ist, v.a. nicht ohne externe Hilfe. Es übernimmt also die Frau, denn es geht jetzt darum sich finanziell abzusichern und da der Mann eben mehr verdient… hat er rein logisch! Vorrang.**

Die Paare nach Art 3 haben sich ein bisschen umorganisiert. Sie arbeiten in Schichten, vielleicht haben beide Stunden reduziert, vieles wird pragmatischer gelöst. Die Wohnung bleibt chaotisch, es gibt öfter mal Nudeln mit Tomatensoße.

Für die Paare nach Modell 1 läuft es im Großen und Ganzen einfach weiter.

So wird durch Corona sehr deutlich wie wenig Paare wirklich gleichberechtigt gelebt haben. Krisensicher gleichberechtigt und nicht erkauft gleichberechtigt und v.a. nicht im Sinne von »Frauen sind so weit gleichberechtigt in der Beziehung, wie es männliche Freiräume nicht wesentlich einschränkt«.***

Sehr oft habe ich deswegen wieder an den Text »Ist es radikal, alle Care-Arbeit selbst zu erledigen?« von Teresa Bücker gedacht. Denn der erscheint im Angesicht des Corona-Alltags nochmal tragisch auf den Punkt:

»Viele Frauen können nur deshalb Karriere machen, weil sie Haushalt und Fürsorge auslagern – an weniger privilegierte Frauen. Gleichberechtigung erreicht man so nicht.«

Wer hätte gedacht, dass diese Erkenntnis, die durchaus weh tut und auch mit Scham erfüllt, wie eine Bombe im Leben von vielen Familien explodiert. Denn im Lockdown gibt es diese ausgelagerte Arbeit nicht. Irgendwer muss sie machen und dieser irgendwer sind in den meisten Fällen die Frauen.

Dieser Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung macht auch sehr deutlich, dass das ganze System um Familien herum nicht auf Gleichberechtigung ausgelegt war. Es war ein System, das bei gewillten Familien mit einem gehobenen Einkommen Gleichberechtigung der Frau gestattet. Das eigentliche Modell, das der Staat weiterhin favorisiert, ist das der treusorgenden Ehefrau und Mutter. Das funktioniert auch in der Krise gut.

Es ist für mich nach wie vor absolut unglaublich, dass es ein Konzept gewesen sein soll Kinder zuhause neben der eigenen Erwerbstätigkeit zu unterrichten. Wirklich. Bestenfalls kann das doch bei einem Einzelkind, das älter als 12 jahre ist, funktionieren. Zumindest wenn es ohnehin autodidaktisch lernen kann und gute Noten hat. Alle anderen Varianten scheitern doch an 100 Dingen. Von den verschiedenen Bedürfnissen der Kinder, den Zeitproblemen und Wissenslücken von Eltern abgesehen, ist es doch wahnwitzig zu glauben, dass jeder Haushalt für jedes Familienmitglied ein neuwertiges Endgerät zur Verfügung hat. Aber gut – anderes Thema… die Zusammenfassung lautet: Homeschooling mehrerer Kinder und Erwerbstätigkeit von zwei Erwachsenen sind unvereinbar. Je jünger und zahlreicher die Kinder, desto unvereinbarer.

Meiner Familie geht es übrigens sehr gut. Ich bin zwar so erschöpft, dass ich zur Zeit meistens wieder gegen 20-21 Uhr einschlafe, aber ingesamt haben wir einfach riesiges Glück, weil die Kinder groß und selbstständig sind, unsere Erwerbstätigkeit Arbeiten im Schichtmodell und am Wochenende gestattet und wir an vielen Punkten eben Abstriche machen. Auch ist mein Arbeitgeber ein leuchtendes Beispiel an umsichtigen Umgang mit der Situation und ich arbeite ja nur 32 Stunden pro Woche…

…das alles hindert mich aber nicht daran zu sehen, dass es für 90% der Familien nicht so ist und ich sehe, dass v.a. meine Freundinnen auf dem Zahnfleisch gehen. Ich bin deswegen um jede öffentliche Stimme froh, die auf die Situationen von Familien aufmerksam macht und sich einsetzt, die ganze Misere nicht im Privaten sondern auch in einem größeren, politischen Rahmen zu lösen.

Wir müssen jetzt und auch n.C. das ganze, bekloppte System in Frage stellen. Es muss dringend nachgebessert werden. Angefangen mit der Frage wie viel Stunden Vollzeit sein kann, damit Familien die Care-Arbeit gleichberechtigt aufteilen können.

Eine der entscheidenden Fragen für uns als Gesellschaft ist, wie viele Stunden täglicher Arbeit – egal ob Erwerbs- oder Care-Arbeit – wir als zumutbar für einen Menschen definieren und wie wir ermöglichen, dass die völlig freie Zeit gerechter verteilt wird. Denn wer acht Stunden arbeitet, dazu zwei Stunden pendelt, den Haushalt organisiert und sich dann noch um andere kümmert, dem bleibt wenig freie Zeit. Vielleicht nur die zum Schlafen.

Teresa Bücker, v.C.

Und natürlich muss auch darüber gesprochen werden, wie sollen sich Paare Elternzeit aufteilen? Warum gibt es keinen bezahlten Vaterschutz für Männer? Wieso bevorzugen die meisten Modelle verheiratete Paare? Wann wird das Ehegattensplitting endlich abgeschafft? Wann sind Rechenübungen zu Gehalt- und Rentenentwicklung in Geburtsvorbereitungskursen obligatorisch?

Die To-Do-Liste ist ziemlich lang. Deswegen: Wer kann, der möge laut werden und an den Lösungen mitarbeiten. Wer nicht kann, der möge wenigstens nicht die Nöte anderer kleinmachen.


*Ja, gut verdienende Akademiker-Bubble. Ich entschuldige mich bei allen, die nur mit den Augen rollen können, weil sich bestimmte Verhandlungsfragen gar nicht stellen, weil eben einfach beide arbeiten gehen müssen, um das nötige Geld ranzuschaffen. (Von den Alleinerziehenden erst gar nicht zu sprechen…)

**Das ist kurzfristig richtig. Langfristig sinnvoll ist das aus vielen Gründen nicht. Allen Gründen voran: Wichtige Systeme, so wie das der finanziellen Versorgung der Familie, sollten hoch verfügbar sein. Hochverfügbarkeit erreicht man nur durch Redundanz. Sprich, wenn das Versorgungsmodell darauf ausgelegt ist, dass die Person, die das Geld verdient, nie ausfallen darf, weil sonst alles zusammenbricht, ist es kein gutes Versorgungsmodell. Sinnvoll ist es deswegen, dass eine Familie die finanzielle Verantwortung auf vier Schulter verteilt. Das gilt auch in der Krise. Ein gut verdienender Mann könnte z.B. Stunden reduzieren, so dass die Frau weiterhin erwerbstätig sein kann. Rechnet es durch:

Familieneinkommen = Gut bezahlter Vollzeitjob < 32 Stunden gut bezahlter Vollzeitjob plus wie auch immer bezahlter Job der Frau

***Dieses Zitat habe ich irgendwo gelesen, finde die Quelle aber nicht mehr.

136 Gedanken zu „Das zerbrechliche Konstrukt der gefühlten Gleichberechtigung“

  1. Wir sind Modell 1 mit zwei Kinder (3 1/2 Jahre und knapp 2 Jahre). Also zwei noch recht kleine Kinder mit recht kurzem Abstand. Wir wohnen in einer 3-Raum-Wohnung in der Stadt, mit nur kleinem Innenhof, ohne eigenen Garten. Der Große geht normalerweise vormittags in den Kindergarten, was eine große Entlastung für mich ist. Wir haben keine weitere Unterstützung durch Großeltern oder Babysitter.

    Nun schreibst du: „Für die Paare nach Modell 1 läuft es im Großen und Ganzen einfach weiter.“

    Das ist bei uns ganz und gar nicht so.
    Das einzige, was bei uns im Großen und Ganzen einfach weiterläuft, ist der Job meines Mannes (nun im Home Office statt im Büro).
    Für mich hingegen läuft nichts einfach so weiter. Keine Entlastung durch Kindergarten, keine Treffen mit anderen Mamas, keine Spielgruppen für den Kleinen, keine Ausflüge zu Zoo/Bibliothek/etc., kein Spielplatz. In einem Bundesland, das zwischendurch nicht nur Kontaktsperre, sondern sogar Ausgangssperre hatte. Hier läuft nichts einfach so weiter!

    Ich weiß nicht, wie andere mit zwei so kleinen Kindern noch Home Office in ihrem Tag unterbringen. Aber ihr könnt mir glauben: Auch ohne Home Office ist der Alltag mit Corona und die sinnvolle Beschäftigung der Kinder eine Herausforderung!

  2. Wir haben Variante 3 und ich finde, das hast gut beobachtet/beschrieben. Ich arbeite etwas weniger als mein Mann (100% und 80%) und mache etwas mehr Haushalts-Arbeit (Kinderbetreuung aber 50/50). Aber wir kaufen keine externe Hilfe von weniger privilegierten Frauen, ich finde es furchtbar, wenn die Gleichberechtigung in der Familie nur funktioniert, wenn andere , die weniger verdienen, den Dreck wegmachen. Vielmehr finde ich, dass Kinder lernen sollen, dass alle helfen müssen, auch wenn das nervige Diskussionen erzeugt und anfangs viel länger dauert. So gesehen hat sich jetzt durch Corona nicht viel verändert bei uns. Aber unsere Kinder sind auch nicht mehr so klein.

  3. Je öfter ich Deine Artikel lese, desto öfter kommt bei mir die Vermutung auf, dass wir riesiges Glück haben, keine Kinder zu haben.

  4. Liebe Patricia, danke für den Text! Können wir aber vielleicht aufhören, von Verdienst zu reden und besser Gehalt sagen? Es macht mich immer wahnsinnig zu lesen: „Der Mann verdient mehr“. Vielleicht bekommt er mehr Gehalt, aber verdienen tut er es nicht zwangsläufig.

    1. Stimmt. So habe ich über dieses Wort noch nicht nachgedacht. Ich versuche es mir zu merken.
      Ich ändere es im Text nicht, weil es ja ein Zitat ist sozusagen. Wahrscheinlich liegt da unterbewusst wirklich auch der Glaube, dass der Mann es mehr verdient?

    2. Nachdem man das selbe Wort verwendet, wenn es um den Verdienst von Frauen geht („Sybille verdient 532 Tacken mehr als Roland.“), kann man wohl ausschließen, dass damit in irgendeiner Weise Frauen geringergeschätzt werden sollen.

  5. Hier zwischen Variante 2 und 3, aber in Bezug auf die Gleichberechtigung ist es n.c. eher besser geworden.
    Was uns beiden aufgefallen ist, ist dass Pendeln echt Luxus und Freizeit ist. 1-2 Stunden alleine im Auto, ein Traum gegenüber 24h Betreuung eines Kita-Kindes.

    1. Ich würde ja sagen, so ziemlich alles bis auf eine Wurzelbehandlung ist ein Traum gegenüber der 24-h-Betreuung eines Kita-Kindes über 10 Wochen bei gleichzeitiger Erledigung von Erwerbstätigkeit im Home office.

  6. Variante 2 mit 4 Kindern (3 bis 14), er selbstständiger Landwirt, ich 30h im Wechsel zw. HO und Büro. Aber immer mit Großeltern sonst wären wir zusammengebrochen. Jetzt gefällt es mir eigentlich besser als vorher, denn ich habe Flexibilität gewonnen. Lernen klappt nur bei K1.

  7. Variante 3 und nach Dänemark ausgewandert, weil hier die staatliche Unterstützung vorhanden ist.
    Seit dem Beginn der Krise sind die Nachteile (fremde Sprache, keine Familie vor Ort) mehr als aufgehoben.
    Es ist so bitter, was politisch gerade in Deutschland passiert.

  8. Oh, hier Modell 3. „Wohnung sieht aus wie Hulle“ beschreibt es sehr gut, auch vor Corona.
    Aktuell ist es so, dass wir es trotz der Möglichkeit des variablen Homeoffices und „nur“ 85% bei beiden Eltern gerade überhaupt nicht schaffen. Mag daran liegen, dass unsere Kinder noch eher klein sind (gerade 3 und 5) oder auch daran, dass wir nicht so belastbar sind wie andere (wir machen gerade die Wochenenden weitgehend erwerbsarbeits-frei, weil wir zu müde sind). Wir schaffen beide nicht ansatzweise unsere Stunden, die Wohnung sieht noch schlimmer aus als sonst und von pädagogischem Konzept bei der Betreuung brauchen wir gar nicht anfangen (1,5 Stunden Maus-App, wenn wir parallel Telefonkonferenzen haben).
    Und trotzdem habe ich nach deinen Artikeln oft das Gefühl, es gut getroffen zu haben. Wir unterstützen uns, wir versuchen Aufgaben die Waage zu halten – was ja scheinbar doch seltener ist, als ich immer dachte.

  9. Danke für diese verständliche Darstellung der Zusammenhänge! Leider befürchte ich, dass es nach Corona einfach so weiter gehen wird…Zusammen der Aussicht auf den Klimawandel heißt das für mich, dass es wohl bei einem Kind bleiben wird, ob ich gerne 2 gehabt hätte. Aber auch bei uns ist die Care-Arbeit nicht gerecht aufgeteilt, obwohl mein Mann sich das einbildet. Manchmal weiß ich dann wirklich nicht, wie ich ihm das verständlich machen soll. Wenn er sich dafür feiert, am Nachmittag mal 3 Stunden das Kind betreut zu haben. Die ganze restliche Zeit bin ich zuständig, Alle pflegerischen Tätigkeiten übernehme ich, inkl. der Nachtbetreuung. Und dann beschwert er sich, dass ich manchmal vergesslich bin… Bin am Überlegen, ob ich mal ein Tagesprotokoll schreiben soll, um das einfach mal aufzuzeichnen und auch selbst besser zu sehen, was ich eigentlich so leiste den ganzen Tag. Liebe Grüße

    1. Ich bin ziemlich sicher, dass sich vieles, was sich aktuell durch Corona eingeschliffen hat (egal ob es die tradierten „Rollenmodelle“, die fehlende Gleichberechtigung oder die (noch) größere Distanz zwischen Fremden im öffentlichen Raum und damit verbunden Mißtrauen und fehlende Empathie sind), danach nicht auch so schnell und nicht im gleichen Umfang wieder verschwinden wird.

      Auch „die Bombe“ in Form von, es fällt jetzt auf, dass alle Care-Arbeit für die Frau überbleibt und der Mann bringt das Geld heim und erwartet hierfür ewigen Dank, ist in den meisten Familien nur zu 50% (auf Seiten der Frau) eingeschlagen, wenn überhaupt! Ich kenne Freundinnen, die finden diese Situation, sich noch mehr um die Kinder und noch weniger um einen eigenen Job, eigene Selbstständigkeit, eigene Altersvorsorge kümmern zu müssen, sogar richtig gut!

      Was das Thema „zweites Kind“ bei meiner Frau und mir betrifft, muss ich ganz ehrlich sagen, dieses Thema hat die Politik für mich in den letzten Wochen ausreichend beantwortet. Wir waren lange nicht ganz schlüssig, ob es noch ein zweites Kind geben soll oder nicht, aber jetzt wo ich sehe, es werden hauptsächlich Pläne zur Öffnung von Möbel- und Autohäusern oder für die Wiederaufnahme der Bundesliga erörtert anstatt sich (auch) (produktive) Gedanken zu machen, wie man Kindern möglichst schnell wieder Bildung und Sozialleben außerhalb des Elternhauses angedeien lassen kann, dann bin ich ernsthaft schockiert! Die Forderung aus den letzten Jahren nach (mehr) Kinderbetreuung und ihr angeblich so hoher Stellenwert aus den Mündern unserer politischen Entscheider sind nämlich die gleichen Lippenbekenntnisse wie die Gleichberechtigung in vielen Bereichen unseres Lebens – eine einzige Lüge, die oft unhinterfragt wiederholt auch nicht realer wird.

      Wer für Kinder seit Wochen nur ein „Bis zu den Sommerferien soll jedes Kind mal wieder eine Schule oder eine KiTa von innen gesehen haben“ ohne einen konkreten Plan, wie das seiner Meinung nach klappen soll, übrig hat, aber gleichzeitig die Situation von Fußballbundesligavereinen und ihrer Spieler detailliert seziert, der hat mir gezeigt, was er von den Wählern der Zukunft hält und auf wieviel Unterstützung diese Kinder und auch ihre Eltern im Falle eines Falles setzen können. Das ist wie blanker Hohn, wenn man seinem Kind wochenlang erklären muss, weshalb er seine Freunde und Großeltern nicht sehen darf und gleichzeitig wird lang und breit diskutiert, wann die Bundesliga wieder spielt und wann Autohäusern endlich wieder öffnen dürfen, ohne, dass außer gut gemeinter Durchhalteparolen von der Bundesfamilienministerin, die halt leider in den Bundesländern wenig mitreden kann/darf, weil es sechszehn Landesfürsten gibt, die scheinbar andere Probleme als Eltern und Kinder zu haben scheinen, rein gar nichts für Kinder und ihre (nicht systemrelevanten) Eltern kommt.

      Man erinnere sich auch den Aufschrei bei den Fridays for Future-Demos der Schülerinnen und Schüler: Was da angelich an Bildung auf der Strecke bliebe, wenn an einem Tag der Woche ganz oder teilweise geschwänzt werden würde. Sowas hört man komischerweise momentan auch nicht im gleichen schrillen Tonfall angesichts der Tatsache, dass manche Schüler bereits seit fast zwei Monaten nicht mehr in einer Schule gewesen sind und vermutlich auch so schnell nicht mehr im bekannten Umfang sein werden… Denn wir sind uns einig: Homeschooling ersetzt genausowenig den Unterricht durch ausgebildete Lehrkräfte, wie Home Office eine funiderte Kinderbetreuung bei gleichbleidener Arbeitsleistung gewährleistet. Aber man kann sich vieles schön reden, wenn man keine Lösungen hat bzw. die Zeit, um solche Lösungen zu entwickeln jahrelang ignoriert und verschlafen hat.

      Ich denke, wenn Kinder an Wahlen teilnehmen dürften, sehe die Lage vermutlich ein wenig anders aus. Bis es soweit ist, werde ich mir die Worte und v.a. auch die Taten unserer Länderchefs sehr genau ansehen und mir das für die nächsten 20-30 Wahlen, die ich vermutlich noch erleben werde, sehr gut merken. Und ich kann nur hoffen, dass es andere Eltern ähnlich machen.

  10. Vielen Dank! (Var. 3 mit K 1 fast 16 und K 2 13, aber geistig behindert). Ich arbeite 8-14 h, Mann 13-21 h, K 1 und Fernseher hüten in der Überlappungszeit K 2. Förderung? Freunde für K 2? Null. Nennung von Förderschülern in Politikerreden? Minus 200…

  11. „3. Modell: Mann und Frau sind ungefähr gleich erwerbstätig und übernehmen ungefähr gleich viel Care-Arbeit. So gut wie nichts ist ausgelagert. Die Wohnung sieht meistens aus wie Hulle.“

    Mist, aufgeflogen: woher weisst du das? [wühlt nervös das Herbstlaub auf dem Balkon durch]

  12. Wir sind Variante 3 und gehen einfach beide auf dem Zahnfleisch…parallel kandidiere ich für ein politisches Amt in einer Wahl, die die Vertreter der Altherrenpartei #cdu als Krisenmanager natürlich nicht verschieben wollen. Also kommt bei mir noch Wahlkampf hinzu.

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