232 Tage rauchfrei. Mit spätestens 30 wollte ich unbedingt Nicht-Raucher sein, was ich vielleicht tatsächlich geschafft habe. Zwar ist es mindestens wöchentlich eine unglaubliche Quälerei dem Nikotin zu widerstehen, aber das ist im Vergleich zu der freiwilligen Versklavung in die man sich durch die Abhängigkeit begibt, ein erträglicher Nachteil. Das gilt auch für die 7 Kilo, die sich im letzten halben Jahr an mich geheftet haben.
Natürlich kommt das Zunehmen nicht davon, dass ich aufgehört habe zu rauchen. Es kommt, das hatten wir ja schon mal, vom mehr essen. Zum einen schmeckt mir alles viel besser. Ich kann, wenn ich eine vielbefahrene Straße entlang gehe durch die Abgase der Autos hindurch erriechen was an fremden Herden zu Abend gekocht wird, wenn das Küchenfenster geöffnet ist. Wenn ich in ein Restaurant gehe und etwas esse, kann ich die einzelnen Zutaten erschnüffeln. Sollte das so weiter gehen, kann ich mit meiner neu erworbenen Fähigkeit im Zirkus auftreten.
Leider zieht diese Gabe auch einen gesteigerten Appetit nach sich.
Außerdem esse ich seit neustem auf. Früher habe mich schon bevor ich angefangen habe zu essen auf die Zigarette nach dem Essen gefreut. Folglich ließ ich gut die Hälfte meines Essens stehen um endlich rauchen zu können. Nach dem Rauchen war ich satt. Jetzt esse ich zuende und belohne mich mit Nachtisch. Von daher ist es ein mittleres Wunder, dass ich nicht 20 Kilogramm zugenommen habe.
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Kleiner Test für Männer: Stelle einer beliebigen Frau zwischen 24 und 35 die Frage:
„Was kosten die Karten für das Robbie Williams Konzert?“
Ich wette, jede kann die haarsträubende Antwort nennen.
Lieber Robbie,
all die Jahre war ich Dir treuer Fan. Ich besitze alle Deine CDs. Ich habe alle Frauen, die gebrannte CDs von Dir haben, geschimpft, denn es ist unmoralisch Dich um Dein schwer verdientes Geld zu betrügen. Ich habe nichts gesagt, als Du fett warst und ich habe auch geschwiegen, als Du was mit Kate Moss hattest.
Jetzt muss ich Dir leider mitteilen, dass ich Dir aufgrund des völlig lächerlichen Preises der Eintrittskarten für Dein Konzert die Verehrungsschaft kündigen muss. Weißt Du, als ich 13 und Michael Jackson in Deutschland war, da hat er 75 DM für die Karten verlangt. Natürlich konnte sich niemand eine solche Karte leisten und wir beließen es dabei uns ehrfürchtig den Preis am Pausenhof zuzuraunen.
FÜNFUNDSIEBZIG DEUTSCHE MARK! Robbie! Mark. You know, the former german currency. But Michael war ja auch mal der King of Pop. Robbie, you are not the King of Pop. Not even a Prince. (Einen Gottkomplex zu haben ist nicht dasselbe und substituiert den fehlenden Popadelstitel nicht.)
Robbie, ich bin so was von disappointed, das glaubst Du gar nicht.
Ab heute denke ich vor dem Einschlafen nicht mehr an Dich sondern an den hässlichen Liam Gallagher.
Das ist auch hart für mich, soll Dir aber eine Lehre sein!
Erbost und zähneknirschend
nuf
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Karin H. hat eine spannenden Auftrag: Organisiere zehn WM-Tickets.
Karin H. war schnell klar, dass es auf dem herkömmlichen Weg kein Rankommen gab. Sie verfasste einige Pläne:
a) Alle Coca-Cola Flaschen, die es im Umkreis von 5 km gibt,kaufen, in den Flaschendeckel schauen und 7.000 SMS mit dem Gewinncode an die genannte Hotline schicken.
Leider brachte das nur ein einziges WM-Ticket ein. Kosten-Nutzen-Verhältnis eher suboptimal.
b) Karin entführt das WM-Maskottchen Goleo, trennt eine Tatze ab und schickt die Plüschtatze eingewickelt in einem Tuch mit den Worten: „Neun weitere Tickets oder Goleo wird es schlecht gehen.“ an den FIFA-Chef.
Das hat Karin natürlich nicht übers Herz gebracht.
c) Karin wird zum Partyluder und erpimpert sich die Eintrittskarten bei einigen Fußballern.
Hat jemand alternative Vorschläge?
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Mein Vater sagt, wenn es mit dem jetzigen Job nicht weiter geht, soll ich nach Italien gehen und dort eine Vollkornbäckerei eröffnen. Das würde mich unendlich reich machen. Als ich letzte Woche ein Gespräch im Zug belauschte, schien es mir wahrscheinlich, dass es sogar eine weltweite Nachfrage nach „echtem“ Brot geben könnte. Eine Amerikanerin berichtete von den Komplikationen, die ihr die zwanzig Kilogramm Pumpernickel in ihrem Gepäck bei der Einreise in ihr Land bereiteten.
Natürlich macht man als Kind nie was die Eltern raten. Ich entwickelte heute also ein Gegenkonzept. Denn als ich in der Kaffeekette Balzac einen Zettel entdeckte, der den Zweck verfolgte besonders komplizierte Wünsche durch Ankreuzen einer 27 Dimensionen umfassenden Matrix zu erleichtern (Latte Macchiato mit Extrashot Espresso und Caramelsirup, Halbfett Sojamilch und Milchschaum statt Sahne), kam mir die geniale Idee des Frauenrestaurants.
Als Frau weiß ich, dass es im Grunde unmöglich ist à la carte zu bestellen. Im Normalfall enthält jede Bestellung eine – besser n-Änderungswünsche.
Frau: Ich hätte gerne das Wiener Schnitzel mit Pommes und ein Wasser.
Was im ersten Moment einfach erscheint, entpuppt sich nach der dramaturgischen Pause als hochkomplexes Konstrukt.
Frau: Das Schnitzel hätte ich gerne ohne Panade, wenn möglich und ach, könnten sie vielleicht Schwein statt Kalb nehmen? Statt der Pommes hätte ich gerne Kroketten. Ist da ein Salat dabei?
Kellner nickt.
Frau: Hm oh, na den hätte ich gerne ohne Dressing und sind das Cocktailtomaten oder richtige?
Kellner: Normale Tomaten eben.
Frau: Dann bitte ganz ohne Tomaten und wenn sie bitte die Möhren weglassen könnten, die mag ich nicht. Dafür hätte ich gerne Pilze. Die sind doch frisch, oder? Ach ja, das Wasser bitte ohne Eis und mit einem Viertel Zitrone nicht nur so ne kleine Scheibe, ja?
Kellner nickt.
Frau: Und achten sie bitte darauf, ich bin ein bisschen empfindlich, das Glas muss schon schön sauber sein!
Kellner: Das Wasser klein oder groß?
Frau überlegt.
Frau: Ach wissen sie was, ich hätte doch gerne eine Saftschorle, was haben sie denn da?
[Dialog beliebig erweiterbar].
Ganz tief in ihrem Inneren sind alle Frauen so.
Ich mache also ein Frauenlokal auf. Dort bekommt jeder beim Eintritt einen kleinen Taschencomputer in die Hand. Mit dessen Hilfe kann man dann gleich in der Küche bestellen. Eine Grundvariation (4 mal umbestellen) kostet 10 €. Jedes zusätzliche Umbestellen kostet 1,50 €.
Man denke da mal alleine an die Auswahlmöglichkeiten für Reis! Naturreis, Wildreis, Basmati-, Risotto, Paelliareis, Thaireis, Langkornreis, Patnareis, Michreis.
Und bei den Nudeln: Farfalle, Spaghetti, Penne, Tortelloni, Tagliatelle, Ruote, Orecchiette, Bigoli, Cannelloni, Conchiglie, Maccheroni, Spaghettoni, Ravioli, Rigatoni, Spirelli, Vermicelli, Bucatini, Quadretti, Cannolicchini, Fettucelle, Parpadelle, Linguine, Trenette, Capelletti, Scannapreti – um nur einige zu nennen.
Man könnte Stunden! ja Wochen umbestellen. Allein bei den Beilagen! Und erst bei den Soßen! Man stelle sich bei der Varianz die Permutationen der zur Auswahl stehenden Beilagen vor! Wenn ich die Augen schließe, sehe ich kleine Eurozeichen vorbeirauschen.
Für die Herren eröffne ich das andere Restaurant.
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Du bist weiblich, Dein BMI liegt über 22 und Du denkst trotzdem Du bist nicht schlank genug, weil Du Dich mit irgendwelchen Hochglanzmagazintussis vergleichst? Je mehr Du darüber nachdenkst (Schweinchenbeine, Kniespeck, Fledermausarme, Nasolabialfalte, Hüftspeck), desto deprimierender findest Du, dass Du trotz der wochenlangen Salat- und Reisdiät nur 200 Gramm abgenommen hast. Du prügelst Dich täglich ins Fitnessstudio und trotzdem erreichst Du nichts.
Das liegt einfach daran, weil Du das Falsche tust.
Ein guter Weg zur Gewichtsreduktion ist das Wechseln des Planten. Auf der Expo konnte man sich beispielsweise auf Plantenwaagen stellen. Am Mars wog ich lediglich 43 Kilo. Fast schon ein bisschen übertrieben wenig.
Falls sich in nächster Zeit nicht die Gelegenheit bietet den Planten zu wechseln, empfiehlt sich Photoshop.
Gefunden bei nelly-pappkarton.
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Horst Evers sollte man sich unbedingt anschauen gehen. Ich denke nicht, dass es einen zweiten Menschen in der Welt gibt, der Kaffeemaschinen so treffend imitieren kann wie er. Mein Herz ging schon zu Beginn auf, als sich herausstellte, dass ihm genauso wie kürzlich mir, aufgefallen war, dass es neben der Zugstrecke zwischen Hildesheim und Braunschweig auffällig viele Sportplätze gibt. Herr Evers hat ein wunderbares Gespür für die Absurditäten des Alltags.

Wenn man keine Zeit ihn live zu hören, dann sollte man entweder seine Bücher oder seine Tonträger kaufen.
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Die FDP macht es vor. Endlich ehrliche Politiker, die mit Sprüchen werben, die ihrem Parteiprogramm entsprechen.
Wäh bah!

Geklaut beim äußerst lesenswerten Ole.
Wie lautet das nächste Plakat?
CDU – Nur noch Angela Merkel!
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Nehmen wir an, eine Schülerin arbeitet in den großen Sommerferien als Aushilfe in einer Bäckerei. Sie ist fleißig und zuverlässig und so kommt es, dass man ihr bald den Verkauf überlässt. Als sie morgens den Laden aufschließt und die Vitrine herrichtet, sind in den hinteren Räumen noch die Bäcker aktiv. Plötzlich ruft es nach vorne:
„Ilse, kommste mal her, wir brauchen Hilfe“
Ilse trottet nach hinten und bekommt einen fünf Kilo schweren Klumpen Teig auf den Arm gelegt.
„Hier Ilse, entsorg den mal. Der is nüscht jeworden.“
Ilse schleppt den Teigballen in den Hinterhof und schmeißt ihn in die eiserne Mülltonne.
Bis zum Nachmittag ist Ilse mit dem Verkauf diverser Brötchen, Plunder und Kuchen beschäftigt. Als der Abend kommt, räumt sie artig auf. Sie freut sich auf den Abend im Park, heute war es ziemlich heiß. Schnell will sie noch die Mülltüte aus dem Verkaufsraum nach hinten bringen.
Doch was ist passiert?
Als sie die Tür öffnet ist der Boden mit Teig überzogen. Ihr Blick richtet sich auf die Tonne. Sagen wir lieber: an den Ort wo die Tonne war. Anstatt dessen sieht sie nur einen blasenschlagenden Teigberg. Lediglich der Deckel der Tonne sitzt seitlich versetzt wie eine Baskenmütze auf dem Teigungeheuer.
Als ich diese Geschichte hörte, stellte sich mir eine Frage: Wie entsorgt man sachgerecht Hefeteig? Hätte Ilse den Teigberg zerteilen müssen und die kleinen Teigknödel in verschiedene Mülltonnen werden müssen? Gibt es für die Bäckerinnung gar Hochsicherheitsmülltonnen, ähnlich der bombensicheren Frachtcontainer in der Luftfahrt, in die man Teigreste werfen kann? Wirft man Teig in Zentrifugen und extrahiert den Zucker so dass den Hefepilzen die Nahrungsgrundlage entzogen wird?
Fragen, bei denen mir nur ein Bäcker weiterhelfen kann.
