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Marktforschungsinstitute haben gelegentlich ungeahnte Nebeneffekte. Ich kenne jemanden, der kürzlich umzog. Der Telefonanschluss war bereits gelegt und funktionstüchtig. Man konnte wunderbar nach draußen telefonieren. Die Rufnummer war leider unbekannt. Somit war es allen Freunden und Bekannten verwährt, den Besitzer des Anschlusses anzurufen. Der junge Mann war leider so im Stress, dass es sich als unmöglich erwies, sich bei der Telekom nach der Rufnummer zu erkundigen. Motiviert durch dem Umstand dass er es geschafft hatte, sein Auto zu verkaufen, indem er es einfach zwei Jahre auf einem Parkplatz stehen ließ, entschied er sich erneut die Methode der Geduld anzuwenden.
Nach einem halben Jahr rief prompt eine freundliche Dame von einem Marktforschungsinstitut an. Sie bekam unter Angabe der Rufnummer, die sie gerade gewählt hatte, alle Fragen beantwortet. BWLer nennen so etwas eine win-win-Situation.

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Ich war schon im Kindergarten nicht besonders beliebt. 23 Jahre nachdem ich den Kindergarten verlassen habe, scheint sich an diesem Umstand nicht viel geändert zu haben. 99,9 % der Zeit ist mir das herzlich egal. In meinem neuen Job merke ich leider gelegentlich, dass Unbeliebtheit doch ein blödes Gefühl auslösen kann.
Z.B. wenn ich morgens in die Arbeit komme und in der Küche einen Kollegen aus der Abteilung treffe. Ein weiterer kommt hinzu und wünscht Nummer 1 alles Gute zum Geburtstag. Ich drehe mich um und sage: „Oh sie haben Geburtstag? Na dann: alles, alles Gute, viele Geschenke blablablub…“
Die beiden verlassen die Küche, ich koche meinen Tee und gieße ihn auf. Auf dem Weg ins Büro komme ich am Zimmer des Kollegen Nummer 1 vorbei. Die gesamte Abteilung, nein alle Abteilungen meiner Etage stehen dort, trinken Kaffee und Tee und essen Kuchen.
Wie ein räudiger Hund schleiche ich mich in mein Zimmer.
Alle Kinder waren eingeladen, nur die kleine nuf, die nicht, die musste alleine bleiben.
Heute dann wieder eine der Kolleginnen. Sie geht an meinem Büro vorbei und gibt der Kollegin ein Zimmer weiter einen Keks, dann geht sie in das Büro gegenüber und gibt auch dort allen Keksen. Man redet extra laut: „Hmmmm, lecker!!! Die Kekse, toll!!!“ Dann geht sie langsam an mir vorbei und zum nächsten Büro im Gang. Dort wieder „AAAHHHH LECKER KEKSE AHHHHH!“
Ich muss ein sehr furchtbarer Mensch sein.
Aus Rache werde ich zu meinem Geburtstag drei Torten backen und alle einladen. Dann fühlen sie sich bestimmt sehr schlecht.
Ach was. Ich weiß was besseres. Ich werde die drei Torten backen und sie bei weit geöffneter Bürotür in mich reinstopfen und dann mit verschiedenen Stimmen rufen „Yummi! Lecker! Hast Du die gebacken nuf?“ „Ja, das war ich, extra für Euch!“ „Oh, danke nuf, wir haben Sich sehr lieb!“.

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Am Wochenende bin ich das erste Mal fast verhaftet worden. Das war aufregend.
Wenn jemand das mal nachmachen möchte – es funktioniert so. Man hilft bei einem Umzug und während die anderen darüber debattieren, ob jetzt oder nachher eine Pause zu machen sei, begibt man sich neugierig in den Hinterhof des Hauses. Dort entdeckt man einen zweiten Hinterhof. Den schaut man sich an. Man steht dann staunend vor den 30 qm großen Terrassen und drückt im Erdgeschoss die Nase ans Fenster, um zu sehen, wie die Räume geschnitten sind. Dann sucht man die anderen. Die anderen sind leider schon weg gefahren. Die Tür ins Freie ist leider abgeschlossen. Handy hatte ich natürlich nicht dabei. Stundenlang warten bis die anderen Umzugshelfer mit der zweiten Fuhre kommen, wollte ich auch nicht.
Was liegt da näher als sich durch die Baustelle im Erdgeschoss Zugang ins Freie zu verschaffen?
Als ich mich mühevoll durch ein fensterloses Oberlicht ins Innere des vorderen Gebäude gequetscht hatte und gerade durch die Terrassentür glücklich auf die Straße treten möchte, empfängt mich ein bulliger Herr vom Wachdienst. Er will mich als Randalierer, Einbrecher und Hausfriedensbrecher an die Polizei übergeben. Wir bellen uns eine Weile gegenseitig an und ich muss mir irgendwann neidvoll eingestehen, dass er viel lauter als ich brüllen kann. In der Zwischenzeit arrivierte dann die Umziehende, die mir den Mund zuhielt und dem netten Herrn versicherte, dass ich eine Umzugshelferin sei, sie mich hier vergessen habe und mir öfter seltsame Dinge passierten. Jetzt soll ich nur sein Anrücken zahlen, was ich ebenfalls nicht tun werde, da nirgends stand, dass das Gebäude funküberwacht ist und man nicht in den Hinterhof darf.

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Neuer Trend seit Radio Eins-Beitrag über Zahnfee

Radiomoderator macht gedankenlos Zahnfeekonzept publik

(Berlin) In der heutigen Morgensendung bei Radio Eins berichtete ein Moderator, dass seine Tochter kürzlich ihren zweiten Zahn verloren hätte. Nachdem sie für den ersten Zahn ein Geldstück von der Zahnfee erhalten habe, schien es ihr logisch, für den zweiten Zahn zwei Geldstücke zu bekommen. Der offensichtlich gut verdienende Vater legte somit zwei Fünfzigcentstücke unter das Kissen.
Erboste Eltern klingelten daraufhin im Sender Sturm. Millionen von Kindern, die von ihren Eltern nicht über die Zahnfee informiert wurden, fordern nun rückwirkend Geld für verlorene Zähne.
Am Nachmittag erreichten die Hauptstadt erste Nachrichten, dass Kinder sich sogar die Zähne ausschlügen, um Geld zu erwirtschaften.

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By the way: Heute 100 Tage rauchfrei, d.h. über 2.200 Zigaretten nicht geraucht. Wie schröcklich, dass es immer noch anstrengend ist. Immerhin schaffe ich es, ein bis zwei Gläser Wein zu trinken ohne das Gefühl zu bekommen umgehend eine ganze Schachtel Zigaretten auf einmal rauchen zu müssen.

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Mein Nachbar Ein Freund ist ein Radio und zwar weil er ein Ohrhaar hat, welches wie ein Draht aus der Ohrmuschel ins Freie wächst. Durch eine schwer erlernbare Technik ist er in der Lage das Haar ein- und auszufahren. Der ausgefahrene Ohrhaardraht fungiert als Schwingkreis und nimmt die Energie der elektromagnetischen Strahlung auf und leitet diese in eine Backenzahnplombe. Es reicht natürlich nicht die Energie einfach zu empfangen. Sie muss selbstredend gewandelt werden. Dies geschieht durch einen Demodulator, der im Fall meines Freundes durch eine Mischung verschiedener Metalle in der Zahnfüllung mit halbleitenden Oberflächen verwirklicht wurde. Das so decodierte Signal wird durch den Mundinnenraum verstärkt. Wenn er den Mund als Klangverstärker benutzt, können auch andere Menschen die Musik hören. Das macht ihn zum beliebten Gast in geselligen Runden.
Der ein oder andere mag da staunen. Mich lässt das relativ kalt, denn ich kann Stimmen aus dem Jenseits mit Hilfe meiner gußeisernen Töpfe und meiner Herdplatten empfangen.

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