Partnerschaftlich geteilt

Eine Freundin hat mir kürzlich ein älteres Interview mit der Soziologin Cornelia Koppetsch, Professorin für Geschlechterverhältnisse an der TU Darmstadt, zugeschickt. Es heisst „Putzen oder lieben„.

Bemerkenswert und schön als kleiner Test, schon eine Frage ganz zu Beginn:

Sie sprechen von einem inneren Widerspruch [zwischen romantischen Liebe und gleichberechtigter Partnerschaft.]: Wie finden Sie den heraus?

Wir führen Interviews mit den Paaren. Wenn man sie zum Thema Hausarbeit befragt, kann man hören: Bei uns läuft das partnerschaftlich, wir teilen uns die Arbeit auf. Aber wir wollen das genauer wissen und fragen nach: Wer putzt denn bei Ihnen die Fenster? Wer näht die Knöpfe an? Wenn man insistiert, kommen andere Dinge ans Licht. Etwa dass immer dann, wenn der Mann für längere Zeit die Hausarbeit übernimmt, im Erziehungsurlaub beispielsweise, eine Putzfrau engagiert wird, die es nicht gegeben hat, als die Frau für die Hausarbeit zuständig war. Das sind interessante Details, die den inneren Widerspruch deutlich machen.

Wer putzt das Klo?
Wer putzt die Fenster?
Wer wäscht die Wäsche?
Wer hängt sie auf?
Wer faltet sie?
Wer räumt sie in den Schrank?
Wer bügelt?
Wer steht am Wochenende mit den Kindern auf?
Wer überzieht die Betten?
Wer macht die Einkaufsliste?
Wer plant was gegessen wird?
Wer gießt die Blumen?
Wer näht kaputte Kleidungsstücke?
Wer bringt den Müll runter?
Wer macht die neue Mülltüte in den Mülleimer?
Wer saugt?
Wer wischt den Staub?
Wer wischt den Boden?
Wer wischt die Schränke mal aus?
Wer kümmert sich rechtzeitig um die Geburtstags/Weihnachtsgeschenke?
Wer denkt an die Geburtstage der Verwandtschaft?
Wer achtet darauf dass die Schuhe der Kinder passen?
Wer besorgt neue Schuhe?
Wer macht den Großeinkauf?
Wer besorgt alle paar Tage frische Sachen wie Obst und Gemüse?
Wer kauft Windeln?
Wer geht zum Elternabend?
Wer sortiert die kaputte und nicht passende Kleidung der Kinder aus?
Wer schneidet den Kindern die Fingernägel?
Wer denkt an die U-Untersuchung?
Wer geht mit den Kindern zur U-Untersuchung?

Wer repariert ein kaputtes Fahrrad?
Wer schaut nach der Wechselwäsche im Kindergarten?
Wer entrümpelt das Kinderzimmer?
Wer macht den Ofen sauber?
Wer macht jeden Morgen die Schulbrote?
Wer räumt die Spülmaschine aus?
Wer räumt sie ein?
Wer macht die Spülmaschine regelmäßig sauber?
Wer erledigt die Behördengänge?
Wer denkt an ablaufende Fristen?
Wer kocht?
Wer deckt den Tisch?
Wer räumt den Tisch ab?
Wer macht die Schuhe sauber?
.
.
.
Und dann: Wie oft tut er/sie das?
Und: Tut er/sie das ohne Aufforderung?
Und: Erledigt er/sie die Aufgaben ohne Zuarbeit und Nacharbeit?


 

Und wenn nach Abarbeiten dieser Liste eine Person den Löwenanteil trägt, dann einfach die 10 Life-Changing Tips to Make Your Home So Much Cleaner lesen.

Mir gefallen am Besten Tipp 6 und 7:

6. Don’t clean. Let it get so bad that your family signs you up for a reality show where a professional comes in and cleans.

Kick back and enjoy the money.

7. The mess isn’t the problem, it’s the fact that you can see it.

Have your eyes surgically removed and never see again.

 

P.S. Ich hab das ja mal versucht, um das große Kind zum Mithelfen zu bewegen. Ich habs nicht ausgehalten.

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

114 Gedanken zu „Partnerschaftlich geteilt“

  1. Ein sehr wichtiger Punkt, der auf der Liste fehlt:

    – Schulaufgaben/Nachhilfe etc., falls Kinder im Haushalt leben

    Das ist nämlich oft eine extrem anstrengende Tätigkeit, gegen die z.B. Bügeln ein Klacks ist.

    PS: Wir schneiden recht gut ab, wobei wir beide voll berufstätig sind und etliche Dinge outgesourct haben.

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  2. Das ist sehr interessant. Die Liste geht stillschweigend davon aus, dass alles, was auf ihr steht, irgendeine Art von Belastung darstellt, die gerecht aufgeteilt werden müsse. Das ist allerdings nicht immer der Fall.

    Sicher würde man von einem etwas abseitigen Fetisch sprechen müssen, wenn sich jemand darum risse, den Kindern die Fingernägel zu schneiden. Aber wenn ich zum Beispiel anbiete, Wäsche zu waschen, aufzuhängen und zu legen, dann nimmt meine Freundin Waschen und Aufhängen nur im absoluten Notfall (letztesmal war sie mit Kind im Krankenhaus) und Legen gar nicht an. Sie hat bereits gelegte Wäsche schon mal wieder auseinandergenommen und neu gelegt, als ihre Mutter ihr mal ungefragt behilflich war.

    Ich will damit sagen: Der eine (hier: ich) findet seine Erfüllung darin, die Küche aufzuräumen, die andere ist mit ihrer Wäsche so eigen, dass jeglicher Entlastungsversuch als übergriffig empfunden wird.

    Ich will nicht sagen, dass das typisch ist. Vielleicht lebe ich in einer atypischen Beziehung. Aber wegen all der Aufmerksamkeit, die gerade heute Minderheiten zugewendet wird, möchte ich den Blick darauf lenken, dass das Klischee von der nervigen, ungerecht aufgeteilten Hausarbeit eben genau das ist: Ein Klischee.

    PS. Die Liste fällt 10 zu 7 für sie aus, der Rest ist entweder nicht zutreffend oder wird geteilt.

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  3. Pingback: Sabrina
  4. Pingback: Julie
  5. Pingback: Mattes
  6. Ja.ich habe keinen mann, also muss ich den ganzen sch… ALLEINE machen…inkl. Auto, regale, keller etc. Plus geld verdienen. Und ich glaube, es gibt tatsaechlich ein paar alleinerziehende mamas…aber gut…das gehoert nicht hierhin

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  7. Die Liste wäre komplett, wenn da draufstünde, wer wie oft zum Arbeiten geht, um das nötige Geld für den Familienbetrieb zu verdienen. Denn das ist ja auch nervig und hat nix mit Vergnügen zu tun. Arbeiten wird immer mit „beruflicher Erfüllung“ oder „Verwirklichung der Karrierewünsche“ gleichgesetzt. Wer das so für sich unterschreiben kann – okay, Glück gehabt. Ich für meinen Teil würde lieber nicht arbeiten gehen und stattdessen die Liste oben abhaken, denn ich hab keinen schicken Agenturjob als „Creative-Gedöns“ oder irgendwas mit Medien. Und so lange man mit einem nervigen Brot-und-Butter-Job nur die Kohle reinholt, muss das auch auf die Liste. Also: Wer geht pro Tag 8 Stunden arbeiten? Und im Umkehrschluss zu dem „Einfach mal nicht putzen“-Argument von oben auch gerne mal drüber nachdenken, wie lange man wohl die Windeln und den Einkauf bezahlen kann, wenn Vatti einfach mal nicht arbeiten ginge?

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    1. Wer sagt denn, dass Muddi nicht gleichzeitig auch arbeiten geht ??? Das tun wir nämlich allermeistens, es sei denn der Säugling hängt noch angedockt dran!!

      Beste Grüße in die 50er!!

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      1. Äh, niemand? Kann doch genausogut die Mutti arbeiten gehen? Oder einer Teilzeit? Oder beide? Bitte nicht so eingeschränkt in alten Rollenklischees denken… Egal wie, Arbeitszeit gehört auf die Liste, weil die Mehrheit der Leute sich dabei gar nicht verwirklichen, sondern einfach nur acht Stunden am Band stehen oder an der Kasse hocken, im Lohnbüro oder hinterm Lenkrad. Egal wer von beiden arbeiten geht, er trägt einen wesentlichen Teil zum Haushalt bei. Und das muss mit in die Waagschale, wenn man Tätigkeiten innerhalb der Familie auflistet. Es kann vielleicht Gleichstand herrschen, wenn beide Vollzeit arbeiten oder beide exakt gleichviel Teilzeit. Die Realität sieht aber eher so aus, dass einer mehr arbeitet als der andere. Ist doch logisch, dass das angerechnet werden muss. Und wenn ich meinen Job so sehe, dann würde ich lieber Teilzeit arbeiten und den ganzen Haushalt machen, als jeden Tag 8 Stunden zur Arbeit und jeweils 1 Stunde hin und herfahren mit den Öffis.

        Gruß zurück!

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        1. Also die meisten Paare die ich kenne gehen trotz Kindern beide VOLLzeit arbeiten.Mein Mann und ich arbeiten sogar in drei Schichten, Vollzeit…..und „dank“ dem Mindestlohn mach ich auch zusätzlich noch ein Nebenjob.

          Also das Einer von beiden meist weniger arbeiten geht als der Andere ist meiner Meinung nach völliger Unsinn und finanziell überhaupt nicht möglich!!!Außer man ist vll. Beamter, Bänker, oder sein eigener Chef…..aber nicht als popliger Angestellter!

          Ich hab zumindest das Glück das wir uns,die meisten Sachen auf der oben genannten Liste, teilen. Zumindest nachdem Mutti irgendwann mal ein Ultimatum gestellt hat!!! ?

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  8. Pingback: Mia
  9. Es ist interessant, dass diese Aufteilung in Männer- und Frauen-Aufgaben nicht mehr hinhaut, wenn beide Partner in DDR-Haushalten aufgewachsen sind, in denen wiederum beide Elternteile voll berufstätig waren und sich deshalb dauerhaft auch Haushalts-, Kinder-, Auto-, Keller-, Garten- und Technikarbeit teilten. Ich wäre gar nicht drauf gekommen, dass Regale aufbauen, Fernseher programmieren und Bilder aufhängen eine Männerarbeit ist und Spülmaschine ausräumen, Einkaufen und Essen kochen was für Frauen. Aber in der Tat: Rasenmähen (Aufwand: 1 Stunde/Monat Mai-Oktober) wird bei uns tatsächlich oft in die Waagschale geworfen gegen Wäsche aufhängen (1 Stunde Aufwand/Woche/ganzjährig). Und es bringt gar nichts, dem Vater der Kinder die Elternabende zu überlassen, weil ich dann alle Infos erst bei der Nachbarin kriege. Aber das ist vielleicht auch Typ-spezifisch?

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    1. echt sehr interessant. Vor meiner Ehe waren das für mich auch Sachen, die ich alle gemacht habe. Irgendwie hat sich dann die im Westen klassische Aufteilung wieder eingeschlichen. (Hat sich jetzt nicht gerade mit dem Tag der Eheschließung geändert, aber eben langfristig)

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    2. Richtig! Ich bin 85 in Leipzig geboren und meine Eltern haben sich immer alles gut geteilt. Bei uns war sogar Kochen und Einkaufen Papa-Arbeit, denn Mama hatte dafür einfach Null Talent! Und Papa hatte dank Lehrerjob viel mehr Freizeit und Zeit zu Hause. Ich kenne es also nur gleichberechtigt. Bei mir selber ists noch schlimmer, denn wir haben eine sozusagen umgekehrte Rollenverteilung. Sowas gibts auch.

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  10. Pingback: Jademond
  11. Pingback: Anonymous
  12. Hallo Patricia, alles gut, alles richtig, was Du oben schreibst. Ich selbst halte es als Vater auch für selbstverständlich, dass man sich alle diese Dinge ehrlich teilt. Der Fairness halber möchte ich aber anmerken, dass das gleichberechtigte Aufteilen der Alltagsarbeit für beide Seiten gilt:

    Wer wechselt die defekte Glühbirne?
    Wer bringt das Auto in die Werkstatt?
    Wer streicht das Kinderzimmer neu?
    Wer schaufelt den Schnee vom Bürgersteig?
    Wer räumt den Keller auf?
    Wer schraubt das Regal zusammen?
    Wer mäht den Rasen?
    Wer prüft, ob man den Stromanbieter wechseln sollte?
    Wer sorgt für den Wechsel?
    Wer zieht die Winterreifen auf?
    Wer programmiert den neuen Fernseher?
    Wer wechselt den Filter der Dunstabzugshaube?
    Wer ölt die Dielen auf dem Balkon?

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    1. Hat unten schon ein anderer Mann geschrieben.
      Und ich hab da kein Thema mit, denn das sind alles Sachen, die ich auch mache.
      Mir ist bei diesen Ergänzungen aufgegangen, dass die typischen „Männeraufgaben“ so einmal im Jahr (oder seltener) Sachen sind – das alleine ist ja schon ganz interessant.
      Ich glaube daher kommt auch oft das Ungerechtigkeitsempfinden…

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    2. Abgesehen vom Rasenmähen sind diese „typischen Männeraufgaben“ keine Alltagssachen.

      Wie oft in der Woche programmiert man denn den neuen Fernseher? Und wenn ich keinen Mann habe, wie guck ich denn dann TV? Frage ich den Nachbarn ob er mir bei dieser unheimlich komplizierten Aufgabe hilft?

      Nein, im Ernst, das sind alles Dinge die jeder kann und die ungefähr einmal im Jahr gemacht werden müssen. Wieso das denn nun Männersachen sein sollen versteh ich nicht.

      All die Singlefrauen die ihre Autos verschrotten müssen weil sie sie nicht in die Werkstatt bringen? Wie genau ist das eigentlich gemeint? Dass Frauen da nicht dran denken oder dass sie es nicht können?

      Und was ist mit den armen Männern die ihre Autos zum Winterreifenwechsel in die Werkstatt bringen weil sie das noch nie gemacht haben und auch kein Interesse dran haben diese unheimlich männliche Aufgabe selbst zu meistern?

      Sorry, aber bei dieser Art Argumentation neige ich zu mangelnder Sachlichkeit…

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      1. Das finde ich nicht fair.
        Singlemänner werden bestimmt auch die Spülmaschine ausräumen. Sie können das, trotzdem tut es bei Ehepaaren vermutlich häufiger die Frau.
        Die Spülmaschine ausräumen dauert 5 Minuten, die Lohnsteuererklärung dafür ein bißchen länger. Also ganz so einfach sollten wir es uns nicht machen.
        Dass das Ungerechtigkeitsempfinden daher kommt, das die „Frauen“sachen Alltagskrams sind, kann ich mir schon gut vorstellen. Wie es tatsächlich mit dem Zeiteinsatz aussieht, ist aber schon ein andere Frage. Und welche Tätigkeiten man lieber macht als andere, ist wieder eine andere. Würde ich lieber 5 Abende die Steuererklärung machen, und dafür den Rest des Jahres vom Spülmaschine ausräumen befreit sein? Vielleicht eher die Steuererklärung…

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    3. Hey Stefan,

      deine Ergänzungen sind natürlich gerechtfertigt weil man dies ja nicht vergessen darf.
      Jedoch muss ich natürlich hinzufügen , dass vieles davon ja nicht alltäglich ist.
      Dazu kommt noch, dass dies natürlich auch nicht immer nur von Männern gemacht wird.
      Einen Rasen haben wir nicht, sowie einen Balkon. Und bevor ich es vergesse, ein Auto haben wir auch nicht. Aber ich für meinen Teil kann hinter allen Fragen meinen Namen setzen. Ich streiche alleine, Ich baue die Möbel zusammen, wenn es sein muss werkel ich einen Esstisch, kümmer mich um den Haushalt, gehe Einkaufen (Kisten schleppt er aber einmal in der Woche, das ist mir zu schwer), Arztbesuche, Kindergarten (Elternabend sowie Elterndienste da Eltern Kind Verein) manage dazu noch mein Studium nebenher und kümmer mich um unsere Tochter (für die ich alles auf der Welt tun würde, auch wenn ich müde bin). Finanziell sind wir beide beteiligt daher gilt hierbei nicht „Aber er wird ja wohl finanziell sorgen“. Ich liebe ihn, aber wie gesagt. Es gibt verschiedene Modelle, aber ich merke und das auch am eigenen Leibe dass oft vergessen wird wieviel Arbeit man leistet. Es geht hierbei nicht um eine Auszeichnung sondern eher um Wertschätzung. Wovon ich aber ausgehe dass dir das bewusst ist. ich wollte hier einfach nur was hinzufügen.

      :-)

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    4. Schöner Sch****,

      bis auf Winterreifen wechseln und Auto in die Werkstatt fahren mach ich den Kram nun auch noch überwiegend.

      Plus Obstbäume verschneiden.

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    5. Wer wechselt die defekte Glühbirne?
      – Meistens ich, weil ich beim Einkaufen dran denke und dann auch entsprechend austausche.

      Wer bringt das Auto in die Werkstatt?
      – Mein Mann, weil ich so gut wie nie das Auto habe und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin.

      Wer streicht das Kinderzimmer neu?
      – Ohne Kinder keiner, streichen machen wir wenn dann beide oder ich, wenn mir langweilig ist oder mein Mann, wenn ihm langweilig ist oder der Streicher, wenn wir beide keinen Bock haben.

      Wer schaufelt den Schnee vom Bürgersteig?
      – Der Kehrdienst.

      Wer räumt den Keller auf?
      – Ich.

      Wer schraubt das Regal zusammen?
      – Mein Mann und ich zusammen oder derjenige, der es unbedingt haben wollte oder gerade Lust hat.

      Wer mäht den Rasen?
      – Kein Garten, ich kümmer mich aber um den Balkon.

      Wer prüft, ob man den Stromanbieter wechseln sollte?
      – Niemand, das wird erfolgreich prokrastiniert. Ich melde aber beim Umzug ab und an.

      Wer sorgt für den Wechsel?
      – Niemand, siehe oben.

      Wer zieht die Winterreifen auf?
      – Der Mensch von der Werkstatt.

      Wer programmiert den neuen Fernseher?
      – Ich.

      Wer wechselt den Filter der Dunstabzugshaube?
      – Der, der gerade dran denkt. Das letzte Mal habe ich sauber gemacht.

      Wer ölt die Dielen auf dem Balkon?
      – Niemand. (Die muss man ölen?)

      Zusammengefasst: Rollendenken liegt mir nicht. Und meinem Mann – Gott sei’s gepriesen – auch nicht.

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  13. Die Häufigkeit bei der ich oben „mein Mann“ sagen müsste, ist fast schon peinlich aufgrund der Tatsache dass ich Hausfrau bin. Was ich immer mache ist das Bad, mein werter Gatte muss schon würgen wenn er ein Haar aus dem Waschbecken entfernen muss :-)

    Wäsche gemacht hab ich zuletzt im Dezember, da war er für zwei Tage beruflich unterwegs

    An Termine denken ist meine Nemesis, ohne den Mann und Google Calendar wär ich aufgeschmissen.

    Arzttermine mit den Kindern sind aufgeteilt. Er denkt dran wann Impfungen und U dran sind und übernimmt alles was Zahnarzt angeht. Die üblichen kleinen Wehwehchen-Arztbesuche unter der Woche mache ich.

    Ich achte drauf ob den Kindern die Schuhe und Klamotten noch passen, die Sachen einkaufen geht meist er mit den Kindern Samstagvormittags, bevor er den Wocheneinkauf macht und ich ausschlafe.

    Montags und Dienstags stehe ich mit den Kindern auf und mache auch das Schulbrot, Mi, Do und Fr ist das sein Job. Mittwoch war schon seit der Geburt der Kinder mein „Ausschlaftag“, Donnerstags haben sie zur ersten Stunde, da passt das mit seiner Zeit und Freitags ist er im Homeoffice.

    Geschenke besorgen, hm, die Kindergeburtstagsgeschenke besorge meist ich, Weihnachten etc. für unsere Kinder auch. Das ist eher so ne Lustsache, mir macht das Spass. Geschenke für Freunde und Verwandte macht häufig er, weil er das irgendwie besser kann.

    Ich koche unter der Woche, er am Wochenende.

    Spülmaschine ist bei uns Kinderjob, aber wenns abends nochmal gemacht werden muss hab ich da keinen Bock mehr drauf, also auch meist er.

    Achja, nähen, das macht auch er, der Nähmaschinenflüsterer :-)
    Und Blumen haben wir keine!

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  14. Das Problem: Der Schmerzgrad, den ich beim Anblick des Drecks aushalte ist einfach bei mir viel niedriger als beim Rest der Familie…

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  15. Liebe Patricia, Artikel kommt wie gerufen. Gerade heute habe ich das Gefühl, dass wieder mal alles an mir hängen bleibt. Ich mach gleich mal den Test… Alles Liebe und eine schöne Lesung am Sonntag! Wir haben Besuch, aber ich hoffe, ich lerne dich auf der denkst persönlich kennen! Liebe Grüße von Laura

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  16. Warum wird hier nur die Frage nach den Eltern gestellt??? Wozu haben wir denn schließlich Kinder. D.h. alles was Dinge der Kinder betrifft sollten Sie auch selbst Regeln. Wenn der Sohn mit 8 Jahren feststellt, dass die Schule / Klamotten, Schulsachen,… fehlen oder zu klein sind ist das seine Aufgabe. Kleine Aufgaben werden auch per ToDo-Liste an die Kinder verteilt (leider auch an mich). Bei einem 6 Personen Haushalt geht es auch nur so das alle mit anpacken.
    Bei der Liste werden leider Tätigkeiten und Kompetenzen vermischt, es kann halt nicht jeder nähen oder ein Fahrrad reparieren.

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    1. Deine 8jährigen Kinder gehen alleine Schuhe kaufen? Wow.

      Und übrigens Fahrrad reparieren und nähen kann man lernen. Man wird doch nicht geboren und kann das. Man bekommt das gezeigt, dann macht man das ab und an und dann kann man das.

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  17. Ich, ich, ich, ich, ich, ich, niemand, wir, wir, ich, der Flickschneider am Eck, ich, ich, ich, ich, ich, niemand, niemand, sie (ich habe keine Verwandten), niemand (keine Kinder), wer welche braucht, wir, ich, niemand, niemand, niemand, niemand, niemand, niemand, niemand, wer dran denkt, ich, ich, ich, wer kann, ich, meistens sie, ich, wer sie schmutzig gemacht hat, wenn es nötig ist.

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  18. Interessante Fragen, die ich sogleich mit meiner Frau durchgegangen bin. Wir sind mit unserem echt ausgeglichenen Ergebnis rundum zufrieden (bei fast allem kommt „beide“ raus, 1-2 Tätigkeiten gleichen sich aus), eine andere Art von Beziehung möchte ich auch gar nicht führen. Tue mich immer schwer damit, wenn ich in unserer (Mitte 30 oder gar jüngerer) Generation Paare erlebe, bei denen es anders läuft, versuche mir dann aber irgendwie einzureden „wenn’s für beide funktioniert, wird’s schon ok sein.“

    Eine kleine Anmerkung noch: Der Fairness halber sollte man die Fragen vielleicht noch ein bisschen erweitern.
    Ein paar Ideen:
    Wer tankt die/das Auto/s?
    Wer kümmert sich um HU/TÜV/Winterreifenwechsel/Ölstand/Scheibenwischwasser?
    Wer putzt das Auto?
    Wer räumt den Keller auf?
    Wer installiert Updates auf technischen Geräten?
    Wer behebt Computerprobleme?
    Wer behebt Computerprobleme der Eltern/Kinder?
    Wer hängt Bilder auf?
    Wer baut Regale auf?
    Wer holt Getränke?

    Es gibt auch vermeintliche „Männeraufgaben“, die man gern mal auf den Prüfstand stellen sollte.

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      1. Wie oft sind denn kaputte Fahrräder zu reparieren und Weihnachtsgeschenke zu kaufen? ;)

        Ich denke, das kann man schon vergleichen.

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        1. Weihnachten ist Platzhalter für Nikolaus, Ostern etc.
          Fahrräder habe ich tatsächlich mit aufgenommen, weil ich einige Sachen dabei haben wollte, die oft Männer erledigen.
          Das Erstaunliche ist, v.a. wenn man deine Liste anschaut, dass „Männeraufgaben“ tatsächlich sehr viel seltener auftreten als „Frauenaufgaben“.
          Ich finde die Liste gut, weil einem genau sowas dann auffällt.

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          1. Na ja, zumindest als Pendler muss man das Auto/die Autos schon sehr viel öfter waschen/aussaugen und betanken als man Oster-, Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke kauft. ;) Aber darum ging’s mir gar nicht. Ich glaube, dass ein „Streit“ darüber, welche Aufgaben denn nun viel öfter zu machen oder vielleicht schwieriger, nerviger, aufwendiger etc. sind, vom eigentlichen Thema ablenkt.

            Wie gesagt (und nur damit’s keine Missverständnisse gibt nochmals): Ich finde die ursprüngliche Liste auch sehr gut. Dieses Hinterfragen von eingefahrenen Zuständen ist unglaublich wichtig und ich würde mir wünschen, dass das noch mehr Paare machen. Es ist erschreckend, wie viele junge Leute (zumindest in meinem Wahrnehmungsfeld) wieder in die alten Rollenmuster zurückfallen.
            Mit den vermeintlichen „Männeraufgaben“ wollte ich deshalb eine zweite Ebene ins Spiel bringen, die das Thema für manchen Geschlechtsgenossen vielleicht etwas nachvollziehbarer macht. Es gibt bestimmte Arbeiten, die einfach erledigt werden müssen und die Frauen genauso ungern machen wie wir Männer. Wir füllen das Scheibenwischwasser am Auto nicht auf, weil das so eine tolle, erfüllende Tätigkeit ist und weil nur wir Männer das können, sondern weil es halt gemacht werden muss. Und im Haushalt ist das eben ganz genauso.
            Wenn sich dabei feste Geschlechter-Zuständigkeiten eingeschliffen haben, die für ein Ungleichgewicht sorgen, sollte man diese unbedingt aufbrechen.

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          2. Hach ja, sehr wichtiger Punkt: „Wir füllen das Scheibenwischwasser am Auto nicht auf, weil das so eine tolle, erfüllende Tätigkeit ist und weil nur wir Männer das können, sondern weil es halt gemacht werden muss.“

            Das wird ja oft übersehen. Dass auch Windelwechseln, einkaufen etc. eher nicht so erfüllend sind, dass man das un-be-dingt machen möchte. Selbst mit zwei X-Chromosomen nicht.

            Danke fürs Erklären.

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          3. Ja, genau darauf wollte ich hinaus.

            Ich erlebe öfter mal, dass Pflichten im Haushalt mit Hobby-Sachen wie Gartenarbeit oder Basteln in der Garage gleichgesetzt werden. Also sie muss putzen und er meint dazu: „Dafür habe ich aber dieses Beet bepflanzt und dann für uns gegrillt.“ Als würde sie den zwangsläufig notwendigen Abwasch genauso gern machen, wie er seine Freizeit im Garten verbringt, was er sich freiwillig ausgesucht hat.
            Sehr frustrierend.

            Ein weiteres interessantes Phänomen, von dem mich interessieren würde, ob das andere auch schon beobachtet haben: Wenn er leidenschaftlich gern kocht, bleibt das Aufräumen der Küche danach an ihr hängen.

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    1. Ich bin zwar eine Frau, aber mir sind auch „Männeraufgaben“ eingefallen um die sich weitestgehend der Mann bei uns kümmert. Und das obwohl ich bei über 90% der obigen Aufgaben „beide, zeitlich ausgeglichen“ sagen kann. Da wäre z.B. Noch „Reifen wechseln“.
      Eine solche ausgeglichene Partnerschaft erlebe ich auch bei den meisten unserer Bekannten der Generation geb. 1975-85.

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    2. Find ich eine echt gute Ergänzung. Auch so Sachen, was den Garten betrifft (falls man denn einen hat), fände ich übrigens interessant. Da kenne ich bisher etwa zu gleichen Teilen Frauen und Männer, die da den Hauptpart machen.

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  19. Es gibt einfach Dinge für die ist mein Mann nicht gemacht – Fingernägel der Kleinen schneiden oder Knöpfe annähen, da bin ich dann besser der Hauptpart. Aber was den Rest angeht ist er ein super Hausmann und wir erledigen die Dinge, wie sie uns Zufallen :) Aber eines haben wir noch nicht geschafft – das Familienchaos in den Griff zu bekommen :)

    Alles Liebe Sina

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  20. Danke für die Fragen, ich bin froh, dass wir partnerschaftlich teilen und ich doch noch einige Dinge im Haushalt mache :)

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  21. Sogar jetzt, wo ich zu Hause bin, komme ich auf viel wir beide und er. Die Kinderangelegenheiten mache tatsächlich oft ich, weil es sich gut abends erledigen lässt (Maniküre ausgenommen ?). Letztendlich finde ich aber, egal wieviel jeder übernimmt; solange beide damit gut leben können, ist das in Ordnung.

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  22. Bei uns hat sich das seit wir Eltern sind auch deutlich verändert: staub habe ich das letzte Mal so vor ca 3 Jahren gesaugt, Abwasch nur wenn mein Mann nicht da ist oder ich beim Backen die Küche eingesaut habe. Kunderkrank geht bei mir nur sehr eingeschränkt ( i.e. sehr selten), dafür mache ich alles planbare. es kann klappen :)

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    1. Als ich alleine gewohnt habe, habe ich auch weniger gemacht. Ich hab sogar irgendwann mal Geschirr abgeschafft, damit ich von allem nur eins hab. Denn das MUSSTE ich dann spülen, wenn ich essen wollte. Davor, als ich mehr hatte, kam es unerklärlicherweise immer wieder dazu, dass mein benutztes Geschirr in der Spüle schimmelte.

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  23. Wir lägen bei der obigen Liste zwiemlich oft bei: „beide“, „wer grad Zeit hat“ und „keiner freiwillig“ (und die Kinderdinge fallen aus). Natürlich hat jeder so seine Domänen; ich komme zB aus einer Familie von leidenschaftlichen Fensterputzern (wenn ich das mache bin ich sehr schnell) und bin Installateurssohn (wenn also irgendwas leckt…) aber wir haben beide vorher länger allein gewohnt und können uns selber schon ganz gut versorgen und jetzt hat man eben auch jemand zum umsorgen.

    Und aus der Perspektive möchte ich mir Paare die auf der obigen List mehr „Sie“ als „Er“ haben gar nicht erst vorstellen.

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  24. Seit wir Eltern geworden sind, gibt es bei uns ja kaum noch klare „Zuständigkeiten“ bei der Hausarbeit. „Wer wäscht die Wäsche?“ => derjenige dem der volle Wäschekorb entgegen kommt. „Wer macht die neue Mülltüte in den Mülleimer?“ => derjenige der den Müll runter bringt, weil er voll ist oder stinkt usw. Anders funktioniert das bei uns gar nicht, sonst würden wir in kürzester Zeit im Chaos versinken. Und so einen Quatsch wie Schränke auswischen lassen wir einfach ganz bleiben.

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