Aber ich arbeite Vollzeit und meine Frau nicht

Heute morgen bin ich im Backend über einen meiner Lieblingskommentare gestolpert. Ich muss immer lachen wenn ich ihn sehe. Wahrscheinlich lösche ich ihn deswegen nicht:

Jedenfalls dachte ich: Mensch, ich muss mal wieder was über Mental Load schreiben. Mindestens indirekt. Denn im Moment lese ich das Buch „Es reicht: Warum Familien- und Beziehungsarbeit nicht nur Sache der Frau ist.“ von Gemma Hartley (Amazon Werbelink).

Das Buch beschäftigt sich u.a. mit Mental Load aber v.a. mit Emotional Labor. Also die Gefühlsarbeit, die v.a. Frauen im System Familie leisten, damit es allen gut geht. Den Begriff kenne ich aus meinem Psychologie-Studium. Er kommt aus dem Umfeld der Dienstleistungsberufe, in denen v.a. Frauen arbeiten und ihre Gefühle unterdrücken müssen. Die meisten Studien dazu stammen aus dem Flugbegleiterinnen-Umfeld, wo z. B. Anzüglichkeiten und die Launen anderer Menschen weggelächelt werden müssen.

Was drastisch im Beruf klingt, ist auch Aufgabe vieler Frauen in der Familie. Frust runterschlucken, damit es läuft. Wut regulieren. Alles weglächeln und sich selbst immer wieder nachsteuern und sich Dinge schön reden. Das Buch selbst mischt die Phänomene Emotional Labor, Arbeitsteilung und Mental Load und ist sehr erschütternd. Erschütternd deswegen, weil ich ein Buch einer Frau in den USA lese, die ich gar nicht kenne und trotzdem haben wir zu 80% gleiche Erfahrungen gemacht und zwar runtergebrochen bis ins letzte Detail – nicht nur auf einer allgemeinen Ebene. All das, was ich für mich persönlich war, was ich für einen Einzelfall hielt, finde ich in diesem Buch wieder.

Jedenfalls denke ich aktuell sehr viel über Arbeitsteilung und Mental Load nach und in meinem Kopf wälze ich immer und immer wieder eine Frage, dir mir schon viele Frauen nach Vorträgen gestellt haben: „Ich bin total kaputt. Kurz vor Burnout – und das hab ich meinem Mann auch schon gesagt. Ich versuche ihm Mental Load zu erklären und dass ich unsere Aufgabenteilung nicht gerecht finde, aber er schmettert alles ab, weil er ja Vollzeit arbeitet und ich nicht.“ Eigentlich möchte ich da immer sagen: „Schon mal über Trennung nachgedacht? Ich kann es sehr empfehlen.“, aber das ist sarkastisch und ich weiß ja, dass es nicht so einfach ist. Man will sich (zumindest am Anfang) nicht trennen, man will ja, dass es besser wird.

Manche Männer sagen ihren Frauen sogar: »Ja, Pech, Du hast dich damals entschieden in einem Beruf zu arbeiten, der kaum Geld einbringt, da hast du eigentlich indirekt mitentschieden, dass ich weiter arbeiten gehe, wenn wir Kinder haben und du nicht. Alles andere wäre unwirtschaftlich…«

Ich möchte an dieser Stelle nicht die Diskussion aufmachen, welche (gesellschaftlich sinnvollen Berufe) schlecht bezahlt werden (Krankenschwester, Erzieherin, Tramfahrerin…) und welche gesellschaftlich irrelevanten Berufe (sog. „Bullshit Jobs“ [1]) gut bezahlt werden, sondern empfehle nur die Lektüre des Comics „The Mental Load: A Feminist Comic“ (Amazon Werbelink), Kapitel „Work“. Mich hat das Kapitel sehr deprimiert, denn ich hatte zu dieser Zeit einen gut bezahlten, gesellschaftlich total irrelevanten Job.

Aber zurück zu diesen gut verdienenden Männern, die denken, dass sie aufgrund ihrer Berufstätigkeit von allen Haushalts- und Kinderpflichten befreit sind, denn die Frage kommt wirklich oft. Der Mann arbeitet 40 Stunden bezahlt und die Frau ist zuhause. Welche Argumente hat die Frau, beim Mann einzufordern, dass er auch etwas im Haushalt oder bezogen auf die Kinder tut? Gut. Der erste Denkfehler ist ja, dass der Mann arbeitet und die Frau nicht arbeitet, weil sie zuhause ist. Denn der tatsächliche Unterschied ist lediglich: der Mann bekommt ein Gehalt ausgezahlt und die Frau nicht. Es arbeiten aber beide.

Nehmen wir an, die Idee ist tatsächlich Partner A geht einem Bezahljob nach und Partner B bleibt  zuhause, um sich um die gemeinsamen Kinder zu kümmern. Aus welchem Grund sollte Partner B mehr als Partner A arbeiten? Wenn der Job von Partner B die Kinderversorgung ist, wieso hat der nach 40 Stunden nicht Feierabend? Und zwar nach gebuchten 40 Stunden.

In meinem Job als IT-Projektleiterin habe ich jede Arbeitsminute auf ein Thema buchen müssen. Die genaue Dokumentation ist nötig, damit man am Ende des Monats sieben verschiedenen Kunden eine Rechnung stellen kann. Ich fände es nur logisch, wenn Partner, die zuhause bleiben, genauso vorgehen. Das Baby schreit nachts und muss beruhigt werden – 45 min aufs Arbeitszeitkonto. Das Kind ist morgens um 5.30 wach, Windel muss gewechselt werden, das Kind braucht was zu essen – all das ist schon die Arbeit und wird gebucht. Viermal nachts aufstehen und der Tag beginnt um 5.30 macht 180 min für die Nacht, bleiben 5 Stunden für den Rest des Tages. Um 10.30 hat die Frau dann eigentlich Feierabend. Nehmen wir noch eine Stunde Mittagspause dazu, ist rechnerisch um 11.30 Feierabend. Elf Uhr dreißig. Gehen die Kinder noch nicht in den Kindergarten macht die Frau ab 11.30 Uhr Überstunden. (Gehen sie in den Kindergarten/Schule, wird natürlich nur streng gebucht, was sonst so rund um die Kinder anfällt! Essen planen, kochen, Küche danach aufräumen, Kinder nachmittags zum Sport bringen, warten, abholen, Kinderarzttermine planen, begleiten, Wäsche waschen, aufhängen, abhängen, falten, wegordnen, Hausaufgaben begleiten, Schulsachen ordentlich halten, …) Kommt der Mann um 19 Uhr von der Arbeit, hat sie 7,5 Überstunden gemacht. Sollte sie dann nicht dringend Feierabend haben und der Mann darf mal ein paar Dinge in dem Haushalt machen, den er sich mit der Frau teilt und v.a. darf er ein bisschen Sorgearbeit mit seinen Kindern übernehmen?

Außerdem finde ich übrigens dass keine Frau Bittstellerin für gemeinsame Ausgaben sein sollte. Würde ich mit meinem Partner verabreden, dass er zuhause bleibt um sich um die Kinder zu kümmern und ich bringe 4.000 netto im Monat nach Hause,  würde ich ihm monatlich 2.000 Euro auf sein Konto überweisen. Wir berechnen dann die gemeinsamen Festkosten und teilen diese durch zwei. Jeder Partner überweist dann von seinen hart verdienten 2.000 Euro seine Hälfte (Festkosten/2). Wenn der erwerbstätige Partner seinen Anteil an Haushalt und Kinder aus welchen Gründen auch immer nicht übernehmen will, kann er von seinen 2.000 Euro eine Haushaltshilfe anstellen. Korrekt wäre es übrigens auch wenn der  erwerbstätige Partner dem Partner, der zuhause ist, eine private Rente aus seinem Anteil zahlen würde. Denn seine Rente ist schon weggespart bevor am Ende die 4.000 Euro rauskommen. So und damit es sich auch lohnt (ich weiß, dass ich für solche Texte künastsachbezogene Kritik bekomme), aus meiner Sicht bleibt ein Partner für die Sorge der gemeinsamen Kinder zuhause. Das ist der Job und dafür gibt es die 2.000 Euro. Der gemeinsame Haushalt hat damit eigentlich nichts zu tun (wie oben erläutert, würde ich einige Aufgaben mit in die Kinderbetreuung einrechnen, aber sowas wie Fenster putzen, Bad putzen, staubsaugen, bügeln etc. würde ich komplett getrennt sehen). Den sollte man sich immer 50/50 teilen. Denn es arbeiten ja beide Vollzeit – warum sollte dann einer mehr Haushalt machen als der andere – zumal je jünger die Kinder, desto mehr Überstunden macht die Frau regelmäßig…?

Wie seht ihr das? (Und wichtig: wenn jemand sachbezogen Kritik äußert – Fotze (s.o. bitte immer groß und mit „F“ schreiben!)

 

Wenn euch meine Texte gefallen, könnt ihr mir einen Kaffee ausgeben. Darüber freue ich mich!

 

[1] Bullshit jobs are those that serve no real purpose, that contribute nothing to humanitiy, nor to the planet. […] To find out whether you’re doing a bullshit job, it’s simple: imagine it disappearing and ask yourself what impact that would have on society. (S. 111, „The Mental Load: A Feminist Comic“ (Amazon Werbelink))

725 Gedanken zu „Aber ich arbeite Vollzeit und meine Frau nicht“

  1. Ich lese solche Artikel immer wieder gerne, v.a. um zu prüfen, ob meine derzeitigen Ansichten noch gesellschaftsfähig sind. Meist erkenne ich jedoch nach ein paar Zeilen, dass die Autoren meist so emotional dabei sind, dass es eher unterhaltsam wird, als instruktiv. Besonders, wenn angefangen wird eine große Rechnung aufzumachen, ist eigentlich klar, dass Wut und verletztes Gerechtigkeitsempfinden beim Verfassen des Textes maßgeblich beteiligt waren.
    Wenn man dann die länglichen „me too“ Kommentare liest, ist die Checkliste komplett abgehakt.
    Normalerweise schreibe ich nichts dazu, weil die Diskussion schon zu sehr gelitten hat, in diesem Fall schon, weil ich rausgelesen habe, dass die Autorin den entsprechenden Hintergrund hat und auch mit Kritik umgehen kann.
    Mich würde echt interessieren, warum es nur Schwarz oder Weiß gibt? Bzw. Bezahlter Job vs. Haushalt + Kinder? Warum leistet der Mann keinen Beitrag daheim, wenn er Küchengeräte repariert, die Wohnung oder das Haus renoviert/baut, die Autos wartet, oder einen Sandkasten für die Kinder baut? Warum hat ein Mann keinen emotionalen Ballast wenn er Feierabend hat? Auch Männer sind in der Service Branche tätig, haben Konflikte und müssen sie mal weglächeln. Ist es nicht ein wenig vermessen, die Sache so stark zu vereinfachen?
    Weiterhin verstehe ich nicht, dass sich viele offensichtlich die Partner (bitte geschlechts- und orientierungsneutral sehen) nicht danach aussuchen, wie sie mit ihnen das tägliche Leben bestreiten können. Spätestens wenn man zusammen ein Kind bekommt, muss man sich doch drauf verlassen, dass der andere für einen da ist, mal die Spülmaschine einräumt oder im Wochenbett daheim ist und den Laden schmeißt. Das sind dann im Allgemeinen auch die Partner, die mal kurzfristig Einspringen, mit auf menschenverachtende Baby Basare gehen und auch mal das Kind, das ohne Mama nicht einschläft weil noch gestillt wird, betreuen, weil die Mama einen Mädelsabend verdient hat.
    Was ich aber besonders befremdlich finde, wofür ich jedoch schon mein ganzes Erwachsenenleben immer wieder schräg angeschaut werde: Warum muss man alles gegeneinander aufrechnen? Insbesondere Geld? Die Ehe ist eine Gütergemeinschaft und von meinen Eltern kenne ich das Prinzip des gemeinsamen Kontos. Darauf gehen beide Gehälter ein, oder allgemein gesprochen, das Einkommen, egal von beiden oder einem. Da können sich auch beide dran bedienen, bei größeren Beträgen im Idealfall nach Absprache. Das ändert sich auch im Rentenalter nicht. Das was gemeinsam erwirtschaftet wurde, wird gemeinsam verbraucht. Bei sowas muss ich klar sagen, wer in einer Ehe alles gegeneinander aufrechnet, hat entweder den falschen Partner, oder ist selber der falsche Partner, weil er das Prinzip Beziehung/Partnerschaft nicht verstanden hat. Gleiches gilt übrigens auch für diejenigen, die nur nehmen und nix dazugeben.
    Ich persönlich bin zusätzlich noch die Art Mensch, die sich auch mal neu erfindet, wenn es anders nicht weiter geht. Ich spreche mit meiner Frau, auch wenn ich solche Artikel gelesen habe, wie sie das sieht und ob es Änderungswünsche gibt. Wenn man es so eskalieren lässt, dass das Thema Trennung im Raum steht und nicht bereit ist Kompromisse einzugehen und schrittweise Dinge zu ändern, muss man sich nicht wundern, wenn man immer wieder gegen die Wand fährt.
    Letztendlich war der Artikel für eines gut. Ich habe die Bestätigung, dass es bei uns daheim deutlich besser läuft als dort beschrieben. Zumal ja solche Autoren immer wieder Belege anführen, dass sie ja den Großteil der Gesellschaft repräsentieren, scheinen wir ja ein weit überdurchschnittlicher Haushalt zu sein.
    Es kann jeder mit meinem Kommentar machen was er möchte. Das ist ja das schöne an Feedback, dass man es nicht annehmen muss, wenn man nicht möchte, aber man kann…

  2. Ich habe mich in diesem Text sehr gut wieder gefunden.
    Fast sieben Jahre lang, habe ich fast alles alleine zuhause gemacht, weil mein Mann ja in seinem Job so gefordert ist und er mal der Nachfolger, seines Vorarbeiters werden wollte.
    Allerdings bin ich zusätzlich noch nach jedem Kind, direkt wieder Vollzeit arbeiten gegangen und ich verdiene das Doppelte, von dem was mein Mann verdient.
    Anfang diesen Jahres habe ich dann die Reißleine gezogen und bin mit den Kindern ausgezogen.
    Ich war es so leid, jegliche Arbeit und Verantwortung alleine tragen zu müssen und bei allem was nicht lief oder schief ging, angebrüllt, angeschrien und beschimpft und beleidigt zu werden.
    Jetzt ist er Vorarbeiter, sitzt alleine im Haus und hat Angst, nach der Scheidung das Haus nicht mehr halten zu können.
    Ich wohne zwar jetzt nur Koch in einer drei Zimmer Wohnung, aber dafür fange ich an, wieder mein Leben zu leben.
    Wir reisen zur Zeit sehr viel, am Wochenende machen wir lange Abende, machen Ausflüge und tuen, wozu wir gerade Lust haben.
    Aber ich muss dazu sagen, dass mein guter Job, als Beamtin, mir sehr hilft. Wäre ich nur Hausfrau gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich nicht getraut, mich zu trennen.

    1. Was mich als Mann bei solchen Kommentaren immer wieder wunder: Mit welcher Selbstverständlichkeit eine Frau auszieht und die Kinder mitnimmt.
      Ich kenne im Umfeld einige Männer in schwierigen Beziehungen. Und öfter auch mit Frauen, deren Umgang mit den Kindern als nicht ideal wahrgenommen wird.
      Keiner dieser Männer könnte einfach die Kinder nehmen und gehen. Im Gegenteil. Sie leben in ständiger Angst, die Kinder zu verlieren.

      1. Tja, offenbar gibt es auch ausreichend Männer, denen das sehr gelegen kommt. Wenn man sich schon vorher nicht einbringt, liegt ihnen vielleicht auch gar nichts daran, dass die Kinder bei Ihnen bleiben?
        Meiner Erfahrung nach liegen Wunsch/Selbsteinschätzung und Wirklichkeit leider auch oft sehr weit auseinander.
        Lies mal den Väterreport.

        1. Ok. Ich habe gerade den Väterreport gelesen. Sehr interessant, auch wenn eine sehr einseitige Perspektive. Ich lese dort aber keineswegs, dass „es“ (dass die Mütter mit den Kindern gehen?) den Vätern sehr entgegenkommt. Genau das Gegenteil wort dort beschrieben.
          „Damit beschäftigten sich Väter insbesondere wochentags zeitlich weniger mit den Kindern als die Mütter. Dennoch sind sie in den Familien präsent und fühlen sich in der Verantwortung. So sehen sich Väter zu zwei Dritteln in gleicher Weise für die Erziehung und das Wohl des Kindes verantwortlich wie die Mütter, ein Drittel sieht die Verantwortung vorrangig bei der Partnerin.“
          Aber: „Hier lässt sich allerdings ein interessanter Wahrnehmungsunterschied feststellen: Zwei Drittel der Mütter sehen die Verantwortung vorrangig bei sich selbst, ein Drittel bei beiden Partnern gleichermaßen.“
          Aber wie auch immer: Kinder hat man zu zweit. Weder Mann, noch Frau sollte einfach die Kinder nehmen und gehen können/dürfen. Auch im Falle einer Trennung bleiben beide vollständig in der Verantwortung. Was unter anderem auch heisst, räumliche Nähe ist wichtig.
          Was die Väter befürchten, die ich angesprochen hatte, ist: Massiv eingeschränkter Kontakt, und teilweise auch Angst davor, dass die Mutter mit den Kindern wegziehen könnte, teilweise auch ins Herkunftsland der Mutter.

          1. Lieber Andi, da du weder mich, noch meinen Mann persönlich kennst, kannst Du auch nicht wissen, was ich in den fast sieben Jahren mit gemacht habe.
            Mein Mann hat psychische Gewalt in Form von Beschimpfungen, Beleidigungen, Ignorieren und androhen körperlicher Gewalt ausgeübt. Dies vor und auch gegen die Kinder. Das ich beim Auszug die Kinder mit genommen habe hatte etwas mit schützen zu tuen.
            Bevor man jemanden verurteilt, sollte man seine Situation kennen.

          2. Liebe Stephanie. Ich kann verstehen, dass dir mein Beitrag als Verurteilung vorkommt. So war das aber nicht gemeint. Ich habe mich eigentlich gar nicht auf diesen einen Fall, den ich ja nicht kenne, bezogen, sondern die Grundfrage gestellt: Kann eine Frau einfach die Kinder mitnehmen?
            Kommt dazu, dass die erwähnten Väter in meinem Umfeld (deren Situation ich tatsächlich kenne) teilweise auch der Meinung sind, sie müssten bei den Kindern bleiben, um sie zu schützen. Ändert nichts daran, dass sie nicht einfach die Kinder mitnehmen (oder bei sich behalten) dürfen.

          3. Bei geteiltem Sorgerecht (das man automatisch hat, wenn man verheiratet ist), darf niemand einfach die Kinder weg/mitnehmen.

          4. Ich würde „sich sieht in der Verantwortung“ und „übernimmt diese Verantwortung auch in der Tat mit Zeit und Aufwand“ als zwei völlig verschiedene Dinge sehen. Und Sozialisation bzgl. klassischer Rollenverteilung ist vllt. eine Erklärung, wieso dieser Zeit und Aufwand nicht auch tatsächlich eingesetzt werden, aber keine Entschuldigung dafür.
            Außerdem kann bei einem verheirateten Paar niemand die Kinder einfach der/dem anderen entziehen, weil das juristische Konsequenzen nach sich ziehen würde und daher mit automatisch erstmal geteiltem Sorgerecht geregelt ist. Wie Stephanie das gemeint hat, fand ich schon sehr klar rauszulesen… Also vllt. entspannen wir uns jetzt alle mal wieder etwas.

          5. @Sarah: Verantwortung übernehmen heisst nicht immer und zwingend, gleiche Zeit und Aufwand zu investieren. In den meisten Familien ist der Vater eine wichtige Bezugsperson, prägend und wichtig in der Erziehung der Kinder, auch wenn er vielleicht etwas weniger direkte Kontaktstunden mit den Kindern hat wie die Mutter.
            Und zum besseren Verständnis muss ich anführen, dass ich nicht in Deutschland lebe, sondern in der Schweiz. Wo erst vor kurzem das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall nach Scheidung eingeführt wurde, gegen den Widerstand vieler Frauen. Wo Männerorganisationen die geteilte Obhut fordern, und was von den Frauen heftig bekämpft wird.
            Hier gibt es Beispiele genug, in denen die Frau eines Morgens die Kinder packt und auszieht. Und es dann einige Zeit braucht, bis die Besuchsrechte des Mannes installiert sind – und werden diese hintertrieben, gibt es zwar juristische Konsequenzen, die aber eigentlich zahnlos sind.

          6. @andi – hierzu möchte ich anfügen – nach ein paar jahren in der schweiz – dass gerade die schweiz noch viel nachholbedarf hat, was die vereinbarkeit von arbeit und kinder hat. in dem kanton, in dem ich lebte, gab es keinen mutterschutz vor geburt, also arbeit bis zur geburt (oder in der regel dann krankenstand) und dann nach 3 monaten wieder arbeiten gehen, weil sonst jobverlust. für die frau. ich kenne viele fälle, in denen die frau dann daheim blieb und den job aufgab – und damit abhängig vom ehemann wurde. und wenn sie dann wieder arbeiten geht irgendwann, dann teilzeit, und das gehalt geht eins zu eins in die kita-gebühren, die horrende hoch sind. das sollte jedenfalls dazugesagt werden, wenn es schon um die schweiz geht.

          7. Lieber Andi,
            erstmal danke, für Deine Rückmeldung.
            Ich habe leider, sogar im eigenen Familienkreis, erfahren müssen, dass es doch auch mal dazu gehört, dass der Mann, die Frau anbrüllt, beschimpft und beleidigt und das man als Frau dann einfach mal aus der Situation gehen muss, weil es sonst erst recht eskaliert und daher sei man selber schuld, dass das passiert. Und irgendwann wird es doch auch wieder besser. Das dies jetzt schon Jahre andauert und nicht besser, sondern schlimmer wird, interessiert nicht. Daher muss ich zugeben, habe ich deinen Kommentar als verurteilend empfunden und finde es toll, dass du dich noch mal dazu geäußert hast.
            Zu dem einfach gehen, ich habe ca. zwei Jahre lang damit gehadert, ob ich einfach mit den Kindern gehen kann. Ich habe dann, als ich eine Wohnung gefunden habe, meinen Mann vor vollendete Tatsachen gestellt, allerdings auch nur, weil mein Mann eben keinerlei schuld bei sich sieht. Wäre mein Mann ein Partner gewesen und ich hätte ihn einfach nicht mehr geliebt, hätte ich bestimmt nicht so gehandelt. Mein Mann nutzt sie Kinder aber auch in erster Linie, um an mit mir in Kontakt zu kommen und um mich dann wieder zu runter zu machen.
            Mit den Müttern, mit denen ich mich in erster Linie austausche, haben ein ähnliches Problem, wie ich. Die Väter wollen sich nicht kümmern oder nutzen die Kinder nur, um an die Mutter ran zu kommen und sie zu schikanieren. Oder aber sie haben eine andere Vorstellung von Verantwortung.

          8. Liebe Stephanie
            Es gibt sicherlich Situationen, da muss man möglichst schnell aus der Situation raus, und ebenso die Kinder.
            Aber es gibt nun mal auch die umgekehrte Situation – und du kannst dir denken, dass die Väter in meinem Umfeld vor allem diese beschreiben. Und auch da wäre es gut, wenn die Väter mit den Kindern einfach weggehen könnten.
            Aber eben – das geht dann nicht. Und wenn sich trotzdem mal einer getrauen sollte, würde wohl der lange Arm der Justiz umgehend eingreifen.

      2. Interessanter Kommentar.

        Meine Erfahrung: Die Männer wollen die Kinder gar nicht dauerhaft bei sich. Sei es, weil sie halt nervig sind, sei es, weil die die Zeit für der/die neue Partner*in wegnehmen.

        1. @Sindy: Auch das ist ein interessanter Kommentar. Ehrlich gesagt kenne ich keinen geschiedenen Vater, der gefragt wurde, ob der denn die Kinder zu sich nehmen würde. Woher also diese Erfahrung?
          Wie viele alleinerziehende Mütter haben denn ernsthaft die Väter ihre Kinder gefragt, ob sie die Kinder nehmen würden?

          1. Warum sollte man das erst fragen müssen? Entweder kommt die Initiative vom Mann, oder der Wunsch besteht gar nicht.
            Letzteres ist viel öfter anzutreffen als man denkt. Die meisten Männer wollen die Kinder nach der Trennung ja eh nur, um der Frau eins auszuwischen oder sie unnötig zu quälen.

          2. @Sindy: Ich sehe schon, Sie haben nicht wirklich ein gutes Männerbild, vielleicht aus Erfahrung. Aber ob es wirklich mit der Realität übereinstimmt? Vermutlich nicht mehr als das, was im Streit geschiedene Männer über ihre Ex-Frauen berichten…
            Ändert nichts daran, dass die Chancen eines Mannes, die Kinder zu sich nehmen zu können, zumindest in der Schweiz gegen null tendieren. Und geteilte Obhut ebenfalls nur geht, wenn die Mutter das will – selten genug. Doch, manche Väter würden lieber die Kinder zu sich nehmen, als sie nur noch jedes zweite Wochenende, oder noch weniger, zu sehen. Und ja, viele führen dazu einen aussichtslosen Kampf vor den Gerichten.

    2. Das erinnert mich an eine alte Freundin meiner Mutter, die sich damals aus ähnlichen Gründen von ihrem Mann getrennt hat und mit den beiden Söhnen ausgezogen ist. Ihr wütender Kommentar damals: „Das einzige, woran ich merke, dass mein Mann nicht mehr da ist: Ich habe weniger Dreckwäsche zu waschen.“

  3. Liebste Vortze,

    ich sehe das so wie du in deinem Text, was eigentlich nur bedeutet: deine genaue Ausführung, wie Gerechtigkeit zu gestalten wäre entspricht meinem Gerechtigkeitsgefühl. Ich buche als Privatier (so heißt das doch mit dem Freiberufler gezeichnet) auch jede Minute auf irgendeinen Job. Tatsächlich wäre mir das in der Beziehung faktisch ein wenig zu anstrengend, Außer jemand fühlt sich benachteiligt, dann finde ich das eine gute Methode, um wieder ein Balance-Gefühl zu bekommen.

    Aber das ist nur die praktische Umsetzung (am Rechner ist Zeit Konto buchen relativ einfach, ohne Rechner finde ich das eine Zusatznerverei. Es gibt allerdings für so etwas auch handykompatible Zeitnehmsysteme, die kosten normalerweise aber Monatsmiete. Details.)

    TLDR; Du hast (wie immer) Recht.

    Deim Peniß

    1. Lieber Peniß,

      Danke!
      (Im Übrigen glaube ich auch daran: In funktionierenden Beziehungen geht viel mit Reden und Zuhören und dann muss man nicht Zeiten buchen sondern kann großzügig sein),

      Deine Vortze <3

  4. Bei bisher fast 300 Gedanken ist bestimmt schon alles einmal gesagt, bestätigt, widersprochen, anekdotisch belegt / widerlegt worden. Liebe nuf, du sezierst unvergleichlich Rahmenbedingungen, Konsequenzen und die Möglichkeiten, tatsächlich Veränderungen anzustoßen, Möglichkeiten aufzuzeigen. Wider dem „ja, aber…“:-) Dankeschön und lieb Gruß
    C.

  5. Wieder ein sehr lesenswerter Text, danke!

    Allerdings finde ich auch dieses „ich würde dem Partner die Hälfte überweisen und dann wird davon alles hältig bezahlt…“ befremdlich. Ich will kein Geld von meinem Partner bezahlt bekommen, sondern gleichberechitg Zugriff auf alle gemeinsamen Geldmittel.
    Warum nicht alles in einen Topf (Gehalt, Kindergeld usw) und davon wird eben alles bezahlt? Und was übrig bleibt ist gemeinsames Geld.
    Ich habe nun das Glück, dass mein Mann und ich recht ähnliche Vorstellungen vom Geld ausgeben und sparen haben, da muss man nicht Rechenschaft über seine Ausgaben ablegen.

  6. Ehrlich gesagt schäme ich mich beim Lesen. ? Bei uns ist es exakt so wie von Dir beschrieben. Ich hab versucht darüber zu sprechen. Mein Mann ist ganz fest davon überzeugt das er 50% aller Aufgaben (Kinder, Haushalt) übernimmt. Ich sehe das anders und weiß noch nicht so genau wo das noch hinführen wird

  7. Klasse Artikel!
    Stimmt alles, und ich bin hoffentlich jetzt vorgewarnt…

    (Sollten wir mal Kinder bekommen, kommt es für mich überhaupt nicht in Frage, dass mein Mann nicht mindestens so viel Elternzeit nimmt wie ich — hoffentlich erklärt er sich zu mehr bereit als ich — aber ich weiß auch, dass sehr viele Leute dann doch wieder in die üblichen Rollenmuster verfallen, und zu der automatischen Übernahme von Mental Load und Planungstätigkeiten neige ich leider jetzt schon.)

  8. Der Artikel ist wirklich grandios. Habe ich genauso erlebt. Beide Akademiker, 2 Kinder im Abstand von 2 Jahren, aller emotionaler und organisatorischer Aufwand lag bei mir, er ging voll, ich erst auch, dann 35 dann 30h.
    Jede Klamotte sortiert, gekauft und eingeräumt – mein Ex-Mann wusste nicht mal ne Kleider- oder Schuhgröße der Kinder. Ich war kurz vor dem Burn-Out – mit allem. Als mir das bewusst wurde, dass es so nicht weiter geht, war er schon anderweitig beschäftigt. Nach 15 Jahren (10 Ehe-Jahren) Trennung. Rückblickend hab ich auch zu viel gemacht/an mich gerissen und wie oben jemand schrieb, einfach auch zu viele Kita-Kuchenbasare als Verpflichtung gesehen. Trotzdem war es für mich damals richtig, ich wollte eben „alles“ für die Kinder geben. Jetzt im Wechsel-Modell ist nun endlich nach Jahren auch mal die Erkenntnis beim Ex-Mann angekommen, das sich Klamotten nicht alleine kaufen, Schulanmeldungen und Elternabende sowie Kinder von a nach b bringen und abends beim Einschlafen kuscheln „notwendiges Übel“ des Elternseins sind. Wir lieben unsere Kinder sehr und auch wenn die Trennung vermutlich für die Kinder schlimm ist, für mich als Frau und Mutter ist diese Trennung der absolute Zugewinn. Ich habe so viel Freizeit, wie keine meiner Freundinnen, die in diesen ungleichberechtigten Beziehungen leben. Es ist schon der Wahnsinn.

  9. Puh. Super der Artikel!
    Es arbeitet in mir.
    Ich habe ein Kind im Studium geboren, war ein Jahr zu Hause. Wegen dem stillen etc. Habe mein Studium ein Jahr verzögert, mehr studienkredit gebraucht etc. Das zweite Kind kam im Beruf. Ich habe Vollzeit gearbeitet, dann Elternzeit ein Jahr dann wieder Vollzeitjob. Wieder ein Jahr kein Gehalt, keine rentenrücklagen, Weiterbildung verzögert, Karriere eingebüßt und so weiter. Beide Kinder wurden viel fremdbetreut. Fühlt sich scheisse an. Wir arbeiten beide Vollzeit in der grossstadt u d sind als Familie eigentlich am Ende. Ich mache verschiedene Dienste, bin Ärztin , es ist Mega anstrengend. Ich stille noch. Mein Mann hat eine Leitungsposition und arbeitet teilweise auch nachts. Wir sind müde . Keiner macht irgendwas von dem was uns als Mensch eigentlich ausmacht. Nur Arbeit, Kinder, Haushalt. Ich hab den Großteil mental Load. Haushalt machen wir abends beide ein bisschen. Einmal in der Woche kommt die putzfee. Eigentlich müsste mindestens einer reduzieren. Mein Mann meint das geht bei ihm nicht. Wer soll die übrigen Prozente übernehmen. Ich denke, er will nicht. Der einzige Bereich wo er Wertschätzung und Anerkennung bekommt. Ich könnte und würde so wieder weniger verdienen, weniger ins Versorgungswerk einzahlen, Ausbildung verzögern. Mir sträubt das. So bleibt die Familie weiter am
    Limit und leiden tun wir alle.

    1. Doppelbelastung wird – irgendwann, wenn die Kinder groß genug sind – hoffentlich besser. Wirtschaftliche Abhängigkeit zementiert sich nur und wird immer schlimmer. (Mein Leit und Selbstmotiviersatz. Und meinen Respekt für dieses Pensum!)

  10. Der Text ist super, leider fängt es bei den meisten Familien damit an, dass schon gar kein Einkommen in dieser Höhe da ist (nicht mal bei 2x 40 Stunden bezahlter Arbeit). Nämlich bei allen die nicht in gut bezahlten Industrie-Jobs oder Studiert sind. Bei den schlecht bezahlten Jobs werden nämlich Handel, Bankangeestellte (außerhalb der Börsenbanker), Verwaltungsangestellte, sonstige Arbeiter (Lageristen, LKW-Fahrer usw.), Postbote.. Die träumen von 4000€ Brutto…. Danke trotzdem!

    1. Das ist mir klar. Ich kenne z.B. die Statistik, die besagt, dass nur 10% aller Frauen mehr als 2.000 Euro für einen Vollzeitjob bekommen. Ich wollte ein Beispiel aus einem Bereich aus dem eigentlich klar ist, dass man ohne Mühe gerecht teilen könnte.

      In diesen sehr gut verdienenden Haushalten geht es ja auch auf keinen Fall, dass der Mann ELternzeit nimmt, weil man dann ja „nur “ 1.800 Euro netto bekommt. Dass man bei so viel Geld auch vorsparen könnte etc., kommt ja gar nicht in Frage.

  11. Absolut richtig! In so gut wie allen Fällen ist Kinderbetreuung in den Augen der Vollzeitarbeitenden (Ehemänner, Chef (m/w), Kollegen (m/w) Freunden (m/w) usw.) keine richtige Arbeit. Ich finde es schrecklich.

  12. In diesem Extremfall, wo die Frau nachts 3 Stunden wach war und dann 5:30 Uhr schon aufstehen musste, würde ich dem Mann was husten, wenn er ihr dann nicht mal eine Pause gönnt! Kann er da nicht eher als 19 Uhr nach Hause kommen? Da ist wirklich Streit vorprogrammiert!

    Ich habe das aus der anderen Perspektive erlebt, weil mein Mann zu Hause war. Er konnte eigentlich immer ausschlafen (7 Uhr) und sich auch mittags nochmal hinlegen, aber ich habe nicht erwartet, dass er in der Zeit zu Hause alles schafft, was zu erledigen ist – gerade nicht, als es dann bald zwei Kinder waren. Trotzdem ist die Müdigkeit extrem. Ich war nach 8 Stunden platt, er auch, aber bis 22/23 mussten wir durchhalten, bis die Kinder endlich schliefen. Das schafft man nur als Team.

  13. Ich bin absolut für mehr Gleichberechtigung. Viele Männer verpassen einfach zu viel Schönes aus dem familiären Bereich. Und viele Frauen müssen hier mehr Lasten übernehmen, als sie eigentlich möchten. Aber ich würde gerne mal einen anderen Punkt zur Diskussion stellen: und zwar kommt mir manchmal der gesellschaftliche Beitrag, den Männer leisten zu kurz. Wir haben hier eine Baustelle (Tiefbau) vor der Haustür. Und es arbeiten dort ausschließlich Männer. Und es sieht nach schwerer körperlicher Arbeit aus. Die Arbeit, wegen der man später 10 Jahre vor der Ehefrau stirbt.
    Die Bereitschaft, in diesen Bereichen zu arbeiten, ist wohl allenfalls bei einem kleinen Teil der Frauen vorhanden.
    Die Beiträge der Männer zur Infrastruktur werden von den meisten Frauen für selbstverständlich gehalten. Straßen, Gehwege, Häuser etc. wurden wohl tatsächlich überwiegend von Männern mit schwerer Arbeit gebaut. Besondere Anerkennung oder Wertschätzung? Es sind weiter vor allem Männer, die dies mit Lebensjahren bezahlen.
    Ich will die gesellschaftlichen Beiträge von Frauen nicht kleineren. Ich will nur sagen, es gibt auch viele andere Stellen, an denen es genau umgekehrt ist. Das Bild von der gesellschaftlich per se benachteiligten Frau ist daher nicht immer stimmig. Die Lebenserwartung von Frauen ist weiterhin deutlich höher. Und das leisten auch diese Elemente einen wesentlichen Beitrag. Abseits akademischer Kreise gibt es weiter auch „Drecksarbeit“, die vor allem von Männern verrichtet wird. Man denke zB an die Müllabfuhr. Wertschätzung, Anerkennung etc. gehen hier im Alltag völlig unter. Insoweit stört mich manchmal der Ruf, nach mehr Gleichberechtigung im Care bereich. Während keinerlei Bereitschaft signalisiert wird, in Bereichen, in denen Männer Lebensjahre verlieren, stärker zu helfen. Hier ist oft nicht mal ein Problembewusstsein vorhanden.
    Das soll aber kein Argument gegen die Gleichstellung im privaten Bereich sein. Es muss jedes Paar offen reden. Und hier muss jedes Paar Lösungen finden, die für beide passen und mit denen beide zufrieden und glücklich sind.

    1. Es steht nirgendwo dass Frauen per se benachteiligt sind. Ich weiß also nicht wieso dazu also eine Gegenrede notwenig ist.
      Was Deine Beispiele angeht: Müllabfuhr ist ein hervorragendes Beispiel – 2016 DURFTEN Frauen in Köln und Berlin z. B. nicht als Müllfrau arbeiten. Das erklärt wohl, warum man so wenige Frauen in diesem Beruf sieht, hm?
      In anderen Bereichen wie beim Bau, sind es andere Gründe warum man so wenige Frauen sieht. Frag mal unter Architekturstudentinnen rum, wie Frauen am Bau behandelt werden.
      Abgesehen davon gibt es Studien, die zeigen, dass Männer, die in festen Partnerschaften leben/verheiratet sind länger leben. Weil sich die Frauen nämlich kümmern und sie zum Arzt schicken etc.
      Man kann also trefflich darüber streiten was jetzt warum wie genau ist.
      Was bleibt – und deswegen habe ich den Artikel geschrieben: Es gibt wirklich viele Frauen, die unter dem Mental Load leiden und deren Männer kein Stück einsehen, dass sie unterstützen und die auch nach wie vor glauben, dass ihr bezahlter Job mehr wert ist als das was die Frau leistet.
      Darum geht es mir.

      1. Mir stößt da der Kommentar ein wenig sauer auf, dass der männliche Teil der Gesellschaft körperlich fordernde Arbeit mit Lebensjahren „bezahlen“ soll und nur aus diesem Grund 10 Jahre im Schnitt gegenüber der Frau einbüßt. Da frage ich mich doch echt, ob Frauen bei DER körperlich und seelisch fordernden Arbeit nicht schon gleich mit 40 die Löffeln abgeben müssten… Aber da sieht man es mal wieder, wie sehr gerade die Männer an Mustern festhalten, die Emanzipation (die ist übrigens nicht nur weiblich) kleinreden und süffisant über die müden Versuche der (Haus)Frau lächeln, ihre mit jeder Generation steigende Arbeitsbelastung ein wenig angenehmer zu gestalten. Es hat sich noch keiner einen Zacken aus der Krone gebrochen, die Finger ins Spülwasser zu stecken oder den Müll von alleine raus zu tragen, bevor der Dich mit „Sie“ anredet. Und solange das genau so läuft ist es wenig zielführend, Kindern in Sachen Gleichberechtigung ein gut geschnürten Rucksack mitzugeben. Denn Papa macht es ja auch nicht…

        1. Ganz zu schweigen von den körperlichen Belastungen, die so eine Schwangerschaft und die erste Zeit danach mit sich bringt.
          Ich glaube kaum ein Mann (und ja, auch viele Frauen) kann sich vorstellen wie krass der Körper da wirklich belastet wird.
          Natürlich gibt es einige Frauen, die da Glück haben und das mit links stemmen können. In meinem Umfeld ist es aber so, dass die Frauen alle medizinische/körperliche Nachteile aus der Schwangerschaft davon getragen haben.

    2. Das Nuf hat darauf ja schon geantwortet, es ging hier darum, die Arbeit der Frauen zu beleuchten. Aber es ging auch ein bisschen um aufrechnen, also schauen wir mal auf das, was du schriebst: Woher die geringere Lebenserwartung von Männern kommt, ist in vielen Studien untersucht worden. Anders als du sagst, liegt es vor allem am Lebensstil: Sie rauchen und trinken häufiger, essen häufiger ungesund und zu viel und leben riskanter, vor allem in der Jugend. Sie sind häufiger Opfer bei Verkehrsunfällen und begehen häufiger Suizid. Letzteres sicher auch, weil der gesellschaftliche Druck und der Stress höher sind. Die harte körperliche Arbeit taucht nicht auf. Was die Bauarbeiter früher sterben lässt, kann man doch oft gut beobachten, wenn sie braungebrannt mit Kippe im Mund und Wampe auf der Straße stehen…
      Zum anderen arbeiten auch Frauen körperlich hart, namlich wenn sie Kinder austragen, gebären, ernähren und versorgen. Meine Organe sind jedenfalls nicht mehr alle am richtigen Fleck nach zwei Geburten. Mehr „körperliche“ Arbeit geht gar nicht. Und die Carearbeit (Kinder wickeln, herumtragen, die Wäsche, das Putzen… bitte nicht vergessen.
      Und dann die Pflege kranker Kinder (und Kinder sind ja häufig krank). Gerade habe ich beispielsweise drei Nächte Wache am Bett des 5-Jährigen hinter mir, der an Pseudokrupp (Atemnot) leidet. Auch das ist körperlich sehr anstrengend. Und so weiter und so fort. Klar, nicht jede Frau hat Kinder, aber ich denke, noch weniger Männer sind Bauarbeiter.
      Leider ist dein Beitrag ein weiterer Beweis dafür, dass Männer die Arbeit von Frauen nicht würdigen, auch, weil sie sie schlicht nicht kennen. Ich würde jedem Mann, bevor er sich dazu äußert raten, mal seine Frau oder seine Mutter dazu zu befragen – manchmal reicht vielleicht auch schon, mal genau hinzusehen.

    3. Ich finde Christian’s Kommentar hilfreich, obwohl er für mich auch ein bisschen so klingt als würde er die Arbeit der Frauen, die Patricia in ihrem Text herausgearbeitet hat, klein reden.

      Ich habe keine Kinder und meine Freund*innen, die jetzt langsam Kinder kriegen, leben von dem was ich so mitkriege in gleichberechtigten Beziehungen, was mental load, emotional labor und Arbeitsteilung angeht. Es ist sind sogar zum größeren Teil die Väter, die die Care Arbeit übernehmen. Es ist aber auch ein besonderes Milieu. Alles junge Akademiker*innen/Studis, politisch links oder grün, psychosoziale Berufe.

      Christian’s Kommentar und Patricia’s Texte lassen mich vor allem an meine Eltern denken. Meine Mutter war mit dem ganzen mental load alleine. Das erkenne ich durch Patricia’s Texte immer mehr und ändert auch etwas an unserer Beziehung zueinander, weil ich deutlich sehen kann, was sie alles geleistet hat (Danke Patricia!!). Christian’s Kommentar macht mich darauf aufmerksam, dass mein Vater tatsächlich auch ohne jede Anerkennung unter harten Bedingungen auf dem Bau gearbeitet hat. Ich erkenne: meine Eltern haben beide viel geleistet und ich nehme mir vor ihnen das mehr anerkennend rückzumelden. Daher: danke auch dir Christian.

    4. Das ist ja schon richtig. Aber kommt dir auch der Gedanke, dass es tatsächlich Dinge gibt, für die Frauen rein körperlich nicht geeignet sind? Ist bestimmt super, wenn Schwangere im Straßenbau arbeiten dürfen. Bzw freut sich der Arbeitgeber, wenn sie ab dem Zeitpunkt, wenn sie weiß, dass sie ein Kind erwartet nicht mehr arbeiten darf und er dann Ersatz braucht.

      1. Liebe Simone,
        es gibt in Deutschland sogenannten Arbeitsschutz. Der verhindert, dass Schwangere im Straßenbau arbeiten, so wie er verhindert, dass sie in der Kita als Erzieherin weiterarbeiten (weil man sich da mit allen möglichen Viren anstecken kann), so wie er verhindert, dass sie schwanger irgendeinen Job machen, der ihrer und der Gesundheit des Kindes schaden.
        Frauen können in einer gewissen Altersspanne schwanger werden. Auch im Büro. Dann braucht jede/r Arbeitgeber Ersatz. Möchtest du mit deinem Kommentar sagen, dass man Frauen besser keinen Job gibt?

        Und jetzt stell Dir mal vor MÄNNER würden sich standardmäßig um ihre Kinder kümmern. Wohoooo. Dann könnte es passieren, dass sie Elternzeit nehmen! Und auch ausfallen. Dann lieber auch keine Männer einstellen?

      2. Wir sind alles abgrundtief böse und niederträchtige weiße Männer! Unsere einzige Lebensaufgabe ist das unterjochen und ausbeuten der von uns versklavten Frau. Selbstredend muss ich nicht betonen das es unser täglicher mentaler Orgasmus ist die Leistung von Frauen, und ausschließlich Frauen, zu mindern, schmälern oder abzutun mindestens aber nicht anzuerkennen.
        Wann, nein WANN, erheben sich endlich die Frauen gegen ihre Geißel den Mann?!

        Nun mal ehrlich. Wenn der Artikel einfach die Worte Mann und Frau durch Person A & B ersetzt werden würde, wäre sein Charakter deutlich fairer und neutraler. Aber nein, auch hier werden gerne Stereotypen plattgelatscht wie Hundescheiße unterm Schuh. Können denn nicht auch Frauen den „bösen“ Part in solchen Beziehungen übernehmen? Ja können sie! Also bitte…

        Und was ist mit 50 Jahren aktiver Wehrpflicht? Frauen durften nicht zur Armee damals? Stimmt! Es ändert jedoch nichts am Fakt das es dennoch Männer getroffen hat, nur Männer!
        Der Haushalt und die Kindererziehung sind de facto sehr harte Arbeit und ein Berg davon! Fakt. Es sind überdurchschnittlich Frauen die diese Arbeit ausüben? Auch Fakt. Aber wer zur Hölle hat denn die Frauen dazu gezwungen? Ich dachte heutzutage gilt das Grundgesetzt für jeden und ich dachte auch, dass Frauen für ihre Interessen einstehen können. Also nein, es war nicht der (ewig) böse Mann. Der gute Immanuel hatte da mal was von einer selbstverschuldeten Unmündigkeit schwadroniert, natürlich in einem ganz anderen Kontext und einer ganz anderen Idee, der Ausdruck passt aber!

        So und zu guter letzt, ich finde Frauen scheiße! Aber halt genauso scheiße wie Männer, wie Kinder, wie ach was weiß ich denn alles noch. Wir sind doch alle gleich! Und wir haben alle die gleichen Rechte, sollten wir zumindest. Das bedeutet, dass wir aber auch die gleichen Pflichten haben. Nämlich auch unseren Partern die Grenze aufzuzeigen und diese auch eigenständig durchzusetzen. Hört alle doch einfach auf rumzuheulen und steht für euch und eure Wünsche ein! Wenn das Trennung bedeutet ist das halt so. Will ich das nicht, dann kann ich meinen Partner aber auch nicht zwingen zu etwas was er nicht möchte. Und bedenkt immer, alle Erlebnisse wie Arbeit oder das persönliche Arbeitspensum sind subjektiv.

    5. Um da noch mal einen anderen Aspekt reinzubringen: Auch Frauen arbeiten in prekären, schwierigen Jobs. Auch wenn das immer wieder (von Männern) behauptet wird: Frauen drücken sich nicht!
      In Krankenhäusern, in der Behindertenpflege, in Kinder- und Altenheimen – da sind in der überwältigenden Mehrheit Frauen am Werk! Und im Gegensatz zum immer (wirklich immer!) wieder genannten Müllmann, gehen die Arbeiterinnen dort im Drei-Schicht-System und an Wochenenden und Feiertagen malochen.
      (Ich möchte die Arbeit eines Müllmannes übrigens nicht schmälern, aber er wurde hier nun mal als Beispiel benutzt.)
      Ich habe eine Freundin, die ist Altenpflegerin. Sie wird täglich vollgekotzt, vollgekackt, stemmt Menschen, die doppelt so schwer sind wie sie selbst in und aus Betten, in und aus Rollstühlen, in und aus Wannen etc.
      Zusätzlich hat sie eine hohe mentale Belastung, weil sie mit Schmerzen, Leid, Krankheit und Tod konfrontiert ist. Zum Dank dafür wird sie übrigens deutlich schlechter bezahlt als ein Müllmann oder ein Bauarbeiter.
      Unsere gesamte Gesellschaft stützt sich darauf, dass Frauen diese schwierigen und offensichtlich für Männer unattraktiven Jobs für ’nen Appel und ’n Ei erledigen – oder sogar umsonst machen. Und das alles ohne Anerkennung, Wertschätzung und Prestige.
      Lass einfach gut sein, Christian.

  14. Entschuldigung, mein Kommentar bezieht sich auf einen Kommentar von Jongleurin. Ich hatte darunter auf „Antworten“ geklickt. Ich kommentiere nicht so oft, bin da wohl zu unerfahren.

  15. Hallo Patrizia, mich interessiert deine Meinung zu der Art, wie meine Frau und ich (2 Kinder im KiTa-Alter) uns organisieren: Meine Frau arbeitet 40%, ich 100%. An 3 Tagen arbeitet meine Frau 4-5h und holt anschließend die Kinder aus der Kita. An 1 Tag arbeitet sie 2h Homeoffice, an einem Tag gar nicht. In ihrer „freien“ Zeit kümmert sie sich um Haushalt und Familienthemen. Ich komme gegen 18:30 nach Hause, an da teilen wir uns die Aufgaben untereinander auf, ebenso am Wochenende. Wir haben jeder ein eigenes Konto, auf denen auch die Gehälter eingehen. Zusätzlich gibt es ein Haushaltskonto, auf das wir beide Geld überweisen – ich mehr als sie, bei beiden bleibt unterm Strich gleich viel auf dem eigenen Konto liegen jeden Monat. Vom Haushaltskonto zahlen wir eigentlich alles, auch Anschaffungen für uns selbst (z.B. Kleidung). Wir zahlen beide in eine private Altersvorsorge ein. Meine Frau partizipiert in Sachen Rente ansonsten nicht von meinem (höheren) Gehalt, allerdings wird unserer gemeinsames Wohneigentum zu 2/3 ihr gehören, wenn es im Alter von ca 60 abbezahlt ist. Ich finde das alles in allem fair, allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass ich mit der Familienorga (Spielverabredungen vereinbaren, an Geburtstage von Freunden denken etc) zunehmend weniger zu tun habe. Das macht seit 1-2 Jahren fast alles meine Frau, hauptsächlich in der Zeit ohne Arbeit und Kinder. Ich finde das nicht gut, aber wenn um 21h die Kinder schlafen bin ich zu platt, um mich zu kümmern (meine Frau dann aber auch).
    Wir haben schon durchgespielt, beide 70% zu arbeiten, aber dann passt es finanziell nicht und meine Frau möchte ihren (schlechter bezahlten) Job nicht wechseln. Sind wir nun in alten und unfairen Mustern gegangen oder gleichberechtigt aufgestellt? Gruß Simon

  16. Wann immer ich mit Frauen spreche, die in einer solchen eher klassischen Rollenverteilung stecken, in der die Frauen den ganzen Mental Load tragen und das meiste im Haushalt und der Kinderbetreuung tragen, stelle ich fest, dass viele Scheuklappen tragen und Angst davor haben, genauer hinzusehen.
    Denn einigen ist schon klar, dass das so nicht geht; aber einigen ist auch klar, dass sich nach den bisherigen Versuchen und Gesprächen nicht viel geändert hat und sie sich eigentlich trennen müssten, wenn sie wirklich genau hinschauen würden.

    Aber: Das geht wirtschaftlich nicht, denn viele Frauen arbeiten dann irgendwas zwischen 20 und 30 Stunden Teilzeit, das Geld reicht hinten und vorne nicht für eine eigene Wohnung, selbst mit Kinderunterhalt nicht.
    In Großstädten würde man eh keine Wohnung finden, bezahlen kann man die Wohnung auch nicht.
    Im getrennten Fall müsste die Mutter also das meiste weiter alleine im Haushalt/mit den Kindern machen, mehr lohnarbeiten, hätte deutlich mehr Stress und wäre trotzdem ärmer/finanziell schlechter gestellt.
    Das einzige Plus wäre, dass alle zwei Wochen Vaterwochenende ist, und dann hätte sie mal wirklich ein „ganzes Wochenende frei“, und das hatten die meisten dieser Frauen noch nie. Nicht mal einen ganzen Tag.
    Also ist Bleiben das kleinere Übel, lieber alles alleine machen und dafür in einer schönen Wohnung wohnen, mit einem relativen Wohlstand; lieber so als auch danach alles allein machen und dafür noch weniger Zeit und noch richtig Geldsorgen oben drauf.

    1. Ja, das glaube ich auch. Eine echte Wahl zusammenbleiben vs. trennen haben eben genau die Frauen nicht, die finanziell abhängig sind. Deswegen schönreden oder aushalten. Das ist sehr bitter.

  17. Ich konnte gar nicht so schnell nicken, wie ich eigentlich wollte. Uneingeschränkte Zustimmung. Die althergebrachten Vorstellungen sind oft noch tief verwurzelt und stehen der Gleichberechtigung im Wege. Aber der dringend notwendige Wandel kommt.

  18. Dahinter steckt oft auch ein veraltetes Erziehungsmodell (zu „kleinen Prinzen“), zB in meiner Generation. Ohne Ende Lippenbekenntnisse zur gerechten Aufgabenteilung & IRL subtile Tricks zur „Arbeitsweigerung“ („Schatz, wie wasche ich *das* denn?“ „Mache eh alles falsch“ etc.)

  19. Ich seh das ähnlich, wobei 4×45 Minuten nachts schon arg viel sind, wenn es nicht um ein Neugeborenes geht – und dann noch um 5.30 aufstehen, dann muss ich ja schon um 20.30 Uhr ins Bett gehen, um 6 Stunden Schlaf zu bekommen.
    Wir haben nach der Geburt des Babys zu Hause auch mal so eine Auflistung angedacht, es scheiterte aber am Detail. Das Baby ist sehr pflegeleicht – wenn es eine Stunde mit seinen Füßen spielt und nix will und ich lese derweil daneben, wie rechne ich das ab? Als kümmern oder als Roman lesen? Oder als Bereitschaftsdienst? Und wenn ich einfach keine Lust habe, das Bad zu putzen, und statt dessen intensiv Buggy-Recherche betreibe, mehrere Tage lang? Es ist komplex.
    Der Mann tickt allerdings ähnlich, seine Hälfte der Elternzeit und der Hausarbeit läuft genauso, also alles ganz anders gelagert als im oben genannten Beispiel. Ich finde die Diskussion aber generell sehr wichtig und lese hier enorm gerne!

    1. Im Detail ist das natürlich schwer. Es geht mir auch gar nicht darum, dass man wirklich abrechnet, sondern einfach mal um den Gedanken an sich, was was wert ist.
      Im Büro arbeitet man doch auch nicht nonstop. Da geht man aufs Klo, unterhält sich mit Kolleginnen etc. Ich habe es da als unheimlich bereichernd empfunden, dass ich meine Uhr auch mal ausstellen konnte, z.B. weil ich zwischendrin mal was zeitaufwändigeres privates gemacht habe.
      Beim Baby würde ich das tatsächlich als Bereitschaftsdienst verbuchen und etwas abziehen, wenn man wirklich dazu kommt, etwas für sich zu machen. Die restliche Arbeitszeit hängst du hinten dran. Weil wenn um 14.30 niemand kommt um dir das Baby abzunehmen, musst du eh weiter machen :)
      Ich verstehe schon deinen Punkt.

  20. Für mich bleibt die Frage, wie viele Haupt-Caretaker sich trennen würden, wenn sie finanziell unabhängig wären. Eine maßgebliche Rolle spielt das Geld bei der Trennung, und auch danach – ich glaube, das hindert viele, aus diesem System auszubrechen.

  21. Ich habe Deine Texte oft mit schlechtem Gewissen gelesen, einerseits weil ich Hausfrau und Mutter mit einem kleinen freiberuflichen Job bin, ich mache also genug, aber die Kinder- und Hausarbeit haben wir nicht 50:50 aufgeteilt. Schlechtes Gewissen: ich bin nicht emanzipiert, klassische Rollenverteilung, Mann macht sich auf meine Kosten ein schönes Leben, auch wenn ich das gar nicht so empfinde.

    Gleichzeitig bin ich aber eine lausige Hausfrau, ich mache es nicht gerne und wenn es irgendwie geht gar nicht. Das macht dann oft (knurrend) mein Mann nach der Arbeit, und ich hatte latent auch noch ein schlechtes Gewissen, dass ich nun gemütlich den ganzen Tag zuhause bin und doch eigentlich putzen, bügeln, wienern könnte, aber stattdessen ihm das aufdrücke. (Er wirft mir nichts vor, er macht Hausarbeit einfach genau so ungerne wie ich. Das schlechte Gewissen kommt von mir, nicht von ihm).

    Aber jetzt durch diesen Text denke ich anders über mich: mein Job ist Mutter mit kleiner Freiberuflichkeit, und das mache ich wirklich gut. Und das ist sowas von Vollzeit. Den gemeinsamen Haushalt machen wir ungefähr 50:50. Passt.

    Ich werde tatsächlich mal mal meine Arbeitszeiten aufschreiben. Nicht weil mein Mann sonst glaubt, ich mache nichts, sondern für mich, weil ich so oft denke, ich mache nichts. (Wenn ich mir heute anschaue, ging mein Arbeitstag von 6.15 bis 21.45, davon 45 Minuten für mich plus Pinkelpausen. Da habe ich mir meine „Scheiss auf das herumliegende Zeug, ich lese jetzt Twitter“-Sofazeit absolut verdient).
    Liebe Grüße, Katrin

    1. Hallo zusammen,
      auch ich lebte in dem Konflikt „Ist doch logisch, das ich als Mutter arbeite und dafür Geld bekommen sollte. Und: Mein Mann vom Gegenteil überzeugt war.) Ich bin in den neuen Bundesländern aufgewachsen und mein Vater hat sich maßgeblich an der Kinderbetreuung beteiligt. Das war dort ganz normal. Bis zur Scheidung jedenfalls, dann lag alles bei meiner Mutter. Vollzeitstelle, 4 Kinder, eingeschlafen beim Äpfelschälen.
      Ich wollte gerne für meine Kinder da sein. Okay. Das ging gut, bis ich feststellte, das kein Geld für einen Friseurbesuch da war, weil wieder Ausgaben für anderes anstand. Ich wollte selber Geld verdienen, meinen Beitrag leisten. Es allen besser gehen lassen. Meine Schwiegermutter wurde Pflegefall und wohnte mit im Haus. Das erste Kind war 2 Jahre alt. Muss ich was dazu sagen? Es wurde vorausgesetzt, dass ich mich um die Schwiegereltern kümmere, das war von ihnen vom Notar vor meiner Zeit veranlasst worden. Wer das Haus bekommt, muss sich kümmern. Mein Mann arbeite, ergo blieb ich übrig und traute mich nicht nein zu sagen. Meine Schwägerin übernahm kleine Arbeiten, der Rest hing an mir.
      Durch diesen inneren und äußeren Konflikt, habe ich mich reflektieren können, umgedacht, neu ausgerichtet, einen anderen Beruf gelernt, meine Berufung gefunden. Heute gebe ich Seminare und Coaching.
      Es war aber noch nicht gut, denn das war eine Seite. Es machte mich unabhängig und somit auch isoliert.
      Bei einem Besuch zur Klärung der in ein paar Jahren anstehenden Rente meines Mannes, erfuhr ich, das meine Schwägerin sich die Rentenpunkte für die Pflege meiner Schwiegereltern (Schwiegervater folgte nach 10 Jahren Betreuung der Schwiegermutter) auf ihre Rente anrechnen lassen hatte. So, da stand ich nun. Ich hatte niemals ein Dankeschön von meinem Mann, meiner Schwägerin oder meiner Schwiegermutter bekommen, geschweige denn etwas anderes. Der Dank meines Schwiegervaters ließ mich ruhig sein, denn es war ein herzlicher und aufrichtiger Dank.
      Ich beschloss, auf Empfehlung des Sachbearbeiters der Rentenkasse, eine private Zusatzrente zu beantragen, somit war ein geringer Ausgleich vorhanden, zumindest finanziell gesehen. Abbuchung der Beiträge begleicht mein Mann. Mein Mann war sogar erfreut, dass ich den Vorschlag machte und damit ein Ausgleich vollzogen werden konnte, damit auch das unangenehme Thema endlich vom Tisch war! ?
      Wir sind beide zufrieden damit.
      Mein Fazit ist.
      Wäre ich früher offen für Lösungsmöglichkeiten gewesen, hätte ich mir und meinem Mann viel Ärger erspart. Es war in meinem Sinne eine Veränderung herbeizuführen. Wer hier denkt, dies sollte der Mann tun, geht aus der Eigenverantwortung heraus. Mich hat es erst mit eben dieser Eigenverantwortung erfolgreich gemacht und ALLE sind zufrieden damit.
      Mit verantwortungsbewussten ? Grüßen, Jeannette

    2. Hihi, ich bin auch so eine schlechte Hausfrau. Das habe ich in der Elternzeit wieder sehr gemerkt: lieber Dauerstillen, auch wenn es nicht wirklich eingefordert wurde, als Baby ablegen und Bad putzen. Und dann abends vor dem dreckigen Bad stehen und murmeln: na ja, man kommt ja zu nix mit Stillbaby :-D

      1. Da kriege ich Krämpfe, wenn ich das lese. Ich habe ungewollt dauergestillt und das niemals schlafende Baby bespaßt und es kaum ausgehalten, nicht zumindedst ein bisschen aufräumen und sauber machen zu können. Ich kenne Frauen, die pflegeleichte Kinder hatten und so nebenher noch zu was gekommen sind und ich kenne Frauen, die ebenso verzweifelt waren wie ich, aber ich kenne tatsächlich niemanden, der das Baby ungefragt dauergestillt hätte, um dem Haushalt zu entkommen.
        Für alle, die mitlesen und ahnungslos sind: Nach meiner Erfahrung ist das die glorreiche Ausnahme.

  22. Es gibt da auch die Männer, die von sich felsenfest überzeugt sind, dass sie nicht so sind und ja alles fair haben wollen… aber dann eben doch genau die Schiene fahren und sich Zuhause für nichts zuständig fühlen.

    Hier war es besonders schlimm in meiner Elternzeit. Ich habe in der Paartherapie heulend aufgezählt, was ich alles alleine machen muss und dass ich einfach nicht mehr kann, und er sagt nur mit einem Schulternzucken „Na, du hast ja auch die Zeit dafür!“ Mit einer Haltung als würde ihn das absolut nichts angehen. Ich bin zusammengebrochen angesichts dieses Mangels an Empathie gegenüber der eigenen Ehefrau, die man angeblich liebt. Auch mit dem Geld, hat er mir quasi gesagt, dass er sich das für sich selbst nicht vorstellen könnte, mit so wenig zu leben wie ich. Das man in einer Ehe zwei so unterschiedliche Lebensstandards hat darf meiner Meinung nach nicht sein, aber da musste auch erstmal fast die Ehe dran zerbrechen bevor er das einsieht (und wegen der 70% Konsumausgaben von einem Kommentar weiter oben: Ja, klar, wenn der Herr der Schöpfung sich nicht dafür interessiert, dass die Kinder schon wieder keine passenden Klamotten und Schuhe haben, dann muss halt die Mutter los und die Kinder neu einkleiden. Genauso bei vielen Haushaltsdingen, das ist kein Privileg dafür zuständig zu sein, dass alles da ist damit Haushalt und Kinderbetreuung funktioniert, das ist auch Arbeit, ich hab zwar vielleicht auch insgesamt mehr Geld ausgegeben, aber eben NICHTS für mich selbst, alles für die Familie, während Mann sich ganz selbstverständlich jedes neue PC-Spiel und teure Sportausrüstungen kaufte und eben NUR für sich selbst Geld ausgab, während ich schon haderte, ob ich mir überhaupt neue Socken leiste, wenn meine alle Löcher haben).

    Mittlerweile geht es. Er kümmert sich auch um Dinge, denkt mit. Aber ich hadere immer noch damit, wie sehr ich darum kämpfen musste, um Dinge, die ich eigentlich für selbstverständlich halte. Was ich mir auf dem Weg dahin für Sprüche anhören musste. Dass immer erst etwas passiert ist, wenn ich drauf und dran war alles hinzuschmeißen und mich trennen wollte. Da habe ich immer noch dran zu knabbern. Für mich wäre das jetzt das interessanteste Thema, wie man das verzeiht und vergisst.

    1. Verzeihen vielleicht, aber vergessen führt nur dazu, dass frau wieder in der gleichen Situation landet. Mein Exemplar ist zwar nicht so offen ignorant, aber wird wütend, wenn ich anspreche, dass er „angeblich nicht so viel macht wie ich“ (Zitat unseres letzten Streits).
      Ich hoffe sehr dein Mann gleicht diesen Mangel an Zuwendung inzwischen aus. Dann hilft es vielleicht sich auf die Verbesserung zu konzentrieren. Und idealerweise eine finanzielle Situation anzustreben, in der frau einfach gehen kann. Das Wissen um diese Möglichkeit hilft ungemein.

    2. Ich habe keine Antwort auf die Frage wie man verzeiht und vergisst leider. Mich haben die Erfahrungen so tief gekränkt und nachhaltig wütend gemacht, dass ich selbst nach einer Therapie nicht verzeihen und vergessen kann. Vielleicht sollte ich mich mal mit dem Thema beschäftigen. Das gibt am Ende ja Frieden für alle.

  23. Vorweg: Ich selbst bin alleinstehend ohne Kinder, aber viele dieser Gedanken erinnern mich an meine Mutter, die mit meinem Vater die altmodische Abmachung hatte, sie kümmert sich um Haus und Kinder, während er arbeiten geht. Er ist gependelt und war grob gesagt von 6.00 Uhr bis 19 Uhr unterwegs, dreimal in der Woche abends beim Sport und mindestens noch einmal am Wochenende. Und meine Mutter? Hatte uns, viel Unzufriedenheit, die sie in sich reingefressen hat und so gut wie keinen Freiraum, wirklich etwas für sich zu tun. Heute verstehe ich, dass sie sicherlich über lange Phasen ausgebrannt, traurig, alleingelassen war. Leider setzte das Verstehen bei mir erst ein, als mein Vater jubilierte, weil er in Rente ging und sie ganz nüchtern fragte, wann sie das denn kann – bezogen auf die Hausarbeit.

    Und nein, er hat abgesehen davon was innerhalb seiner Erwerbstätigkeit nötig war, auch keinen Pups der Mental Load übernommen. Das weiß ich inzwischen sehr genau. Inzwischen ist meine Mutter pflegebedürftig und mein Vater kümmert sich jetzt, sehr rührend auch, aber als die beiden beispielsweise zu Silvester Fondue machen wollten, stöhnte er anschließend, dass es dann doch ganz schön kompliziert wäre, jetzt nicht das Kochen an sich, aber an alles zu denken und alles da zu haben, auch alles für den kleinen Kocher. Da dachte ich nur daran, wie meine Mutter Geburtstagsessen für an die 20 Leute ausgerichtet hat, vorher das Haus für Übernachtungsgäste gerichtet hatte, diverse Vorlieben und Unverträglichkeiten im Blick hatte und war nochmal rückwirkend ziemlich schockiert, dass ich als Kind – auch schon erwachsen – so wenig davon mitbekommen hatte, wie die Lasten verteilt waren und wie wenig sich mein Vater dann doch eingebracht hat. Rasen mähen, aber der Nutzgarten war die Aufgabe meiner Mutter. Brötchen holen. Eventuell eine große Einkaufsfahrt am Wochenende, aber den Überblick hatte meine Mutter und Einkaufslisten geschrieben hat sie auch. Und ich glaube, das war es auch schon. Es gab noch die oft enttäuschte Erwartung, dass wir am Wochenende gemeinsam Dinge unternehmen, aber das scheitertete auch schon oft am Sport und hat ja auch nur wenig mit irgendwelchen Arbeiten zu tun.

    Obwohl mir das wenig bewusst war, war für mich klar, dass dieses Familienmodell nicht für mich in Frage kommt. Da war immer schon das Gefühl „was für mich“ zu wollen – nämlich wieder arbeiten. Und es war unvorstellbar für mich, wie meine Mutter darauf verzichten konnte. Und natürlich hätten sie die Aufgaben besser verteilen sollen. Aber um da hin zu kommen, hätte meine Mutter sich auflehnen müssen und sie hätte ihre Unzufriedenheiten erst als gerechtfertigt anerkennen müssen – ich vermute, dass sie schon daran gescheitert ist, weil die Abmachung ja war sie „Familie“ – er „Arbeit“ und am Ende sogar noch aus der Perspektive betrachtet: sie darf/er muss.

    1. Ich weiß nicht, ob du den Text verstanden hast.
      Die Frage ist: Wie viel vom Mental Load übernimmst du?
      Ist dir überhaupt bewusst, was Mental Load ist?
      Hat deine Frau irgendwann Feierabend?
      Ist dir bewusst, dass deine Frau wahrscheinlich mehr arbeitet als du, und zwar für null Euro?
      Redet ihr genug miteinander und fühlt ihr euch beide vom/von der anderen verstanden?

      Bei dem Wort „akzeptieren“ geht bei mir eher eine Warnleuchte an. Etwas zu „akzeptieren“ klingt für mich nach Zwang und unglücklicher Lage, nicht nach einem gleichberechtigten Familienleben.

      1. Nachtrag: Kann es sein, dass „deine Frau im Moment nicht möchte“, weil sie weiß, dass sie erwerbsabeit UND 100% Mental Load machen müsste, wenn sie arbeiten gehen würde?

  24. Wunderbarer Text – Danke! Ein weiterer Betrachtungswinkel – zumindest was Elternzeit angeht – ist, wodurch die Vollzeitarbeit des einen Elternteils überhaupt möglich wird. Das volle/höhere Einkommen kommt ja „nur“ dadurch rein, dass die Kinder, um die man sich zu 50% zu kümmern hätte, versorgt sind. Man sorgt sozusagen dafür, dass der Partner überhaupt Vollzeit arbeiten kann. Das sollte auch vergütet werden.

  25. Hm. Muss ich als Frau jetzt ein schlechtes Gewissen haben, wenn es andersrum nicht gerecht aufgeteilt ist? Ich arbeite 25 Stunden, mein Mann 35 und hat dazu noch eine längere Fahrt. Wenn es aber um die Zeit abends geht, in der wir beide zu Hause sind, macht er definitiv mehr als ich. Ich sitze z.B. hier und schreibe diesen Kommentar, während er mit dem Kind spielt. Das war für uns immer logisch, dass er sich abends mehr um das Kind kümmert, weil er ja später nach Hause kommt. Zählt man die wirkliche Freizeit, habe ich auch mehr davon.

    1. Schlechtes Gewissen musst du nur haben, wenn Dein Mann nach einem Vortrag zu Mental Load zu mir kommt und sagt, dass er kurz vorm Burnout steht und dir das wurscht ist.
      Ne, im Ernst. Ich möchte nicht vermitteln, dass man das so machen muss. Wenn es für euch beide passt – fein.

    1. Nein. Die echte Gleichberechtigung wäre eine kostenfreie Betreuung der Kinder bis in ein ausreichendes Alter, so dass beide Elternteile zu gleichen Teilen einer steuer- und rentenpflichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen können. Denn sonst geht es doch wieder los, dass der eine Vollzeit selbst für seine (voraussichtlich höhere) Rente sorgt und sie von staatlichen Almosen lebt.

  26. Ja. Das so zu lesen und darüber nachzudenken. So macht das total Sinn.

    Es ist ja nie alles schwarz und weiß, aber wer auch immer die ganze Nacht aufsteht kann tagsüber nicht zu 100% fit sein – egal ob er Kinderbetreuung oder Erwerbsarbeit macht.

    Leider begreife ich das erst jetzt.

  27. Ich danke Dir sehr für deine immer tollen Texte und den Buchtipp. Das werde ich kaufen….Nur um es dann alleine zu lesen und die „Arbeit“ dazu wieder alleine erledigt zu haben.
    Aber vielleicht ist da drin noch ein Dreh versteckt, der was verbessert. Ich habe meinen Mann vom Obermacho (als Südländer niemals einen Finger zu Hause bei Mutti gerührt) zum mittelmässigen Hausmann gebogen, aber es ist noch Luft nach oben ;)
    Vor allem mit Blick auf die südländische Seite der Familie, aber auch generell den Freundeskreis, gilt immer noch: Mütter machen Männer! Und da liegt immer noch einiges im Argen!

  28. Mir fällt es schwer Arbeit wirklich abzugeben. Meist geht mir das dann zu langsam, ist nicht ordentl. genug, ich muss zu oft daran erinnern etc. Und dann mache ich es doch wieder selbst und ärgere mich darüber. Will das immer wieder abstellen, aber wirklich gelingt es mir nicht

  29. Feministische Propaganda, die nicht auf Fakten basiert. In der Realität ist care Arbeit nicht unbezahlt, sondern sogar sehr gut bezahlt und zwar indirekt. Frauen tätigen sogar über 70% der Konsumausgaben, kontrollieren also auch Geld, für das der Ehemann gearbeitet hat.

    1. vielleicht könntest Du etwas ausführen, warum bzw. wie care Arbeit indirekt und auch noch sehr gut bezahlt wird. So ist das nämlich nur eine Behauptung, welche u.a. durch die Statistik über Altersarmut bei Frauen m.E. widerlegt wird. Entscheidend ist zudem nicht, wer die Konsumausgaben tätigt, sondern wenn überhaupt müsste man noch danach aufschlüsseln, wer war für wen kauft. Nur weil ich die Lebensmittel und Kleider für die Familie einkaufe heisst das noch lange nicht, dass ich über viel eigenes Kapital verfüge.

    1. Meinst Du „Es reicht“? Ich bin erst 3/4 durch. Ich fand es interessant und teilweise hat es mir auch Dinge gut erklärt. Nennenswerte Lösungsansätze habe ich aber (bislang) noch nicht gefunden und an ganz vielen Stellen dachte ich mir: „Sorry, aber da machst du es dir wirklich selbst schwer“.
      Bin zwiegespalten.

  30. Holy sh**…
    Ich bin ja eh dank dir zu Wissen über den Begriff „Mental Load“ gelangt, und somit ist inzwischen jede Erwähnung dieses Wortes untrennbar mit dem Nuf verbunden (danke dafür :-) )…

    Aber: es rüttelt mich selber immer wieder auf, wenn ich, gerade in deinen Beiträgen, die ganzen Kleinigkeiten, kurzen Momente, gefühlten Nebensächlichkeiten sehe, die alle mit reinfließen, und die ich alle in meinem / unseren Familienalltag wiedererkenne.
    Und ich bin mir sicher, dass die Verteilung des Machens und Ans-Machen-Denkens nicht 100% fair bei uns geregelt ist – aber ich hoffe sehr, dass ich wenigstens so sensibilisiert dafür bin, dass ich nicht Dinge fordere, die einfach unfair wären.

    Ja, es bleibt viel bei uns daheim liegen. Aber ich käme nicht auf die Idee, mich dafür nicht für zuständig zu erklären, nur weil ich derjenige mit dem Vollzeit-Bürojob bin.

    Du bist unbekannterweise eine ziemlich gute Paartherapeutin :-)

    1. Es wird nie 50/50 sein. Ist es bei mir auch nicht. Muss es auch nicht unbedingt. Wichtig ist mir, dass es sich gerecht anfühlt und auch niemanden nach einer Trennung benachteiligt. V.a. aber sollte einem klar sein, dass man kontinuierlich am Thema arbeiten muss. Die Kinder werden älter, der Job ändert sich, alles um einen herum ändert sich – da bleibt also nur weiter verhandeln.

      Und vielen Dank für das Lob!

  31. Ich würde gerne der Elternzeit-Theorie widersprechen. Ich habe nur zwei Monate genommen (und kenne die berechtigte Kritik daran), aber wir waren vorher und nachher gleichberechtigt in Haushalt und mit dem Kind. Ansonsten volle Zustimmung und großartige Analyse!

  32. Sorry, sehe ich als vollzeitarbeitende Frau nicht so. Ich habe den Vergle
    ich in Elternzeit den Haushalt mit Kind quasi komplett allein geschmissen zu haben und nun in Vollzeit zu arbeiten. Seit ich arbeite teilen wir uns die Hausarbeit bzw. macht sogar mein Mann den Grossteil. Und ich muss sagen, es war echt gechillt, „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein. Ich finde diese Glorifizierung der Hausfrau a la sie leistet genauso viel wie ein 100% arbeitender oder noch mehr wirklich übertrieben. Selbst ganz ohne Hausarbeit ist es meines Erachtens wesentlich stressiger zu arbeiten, als daheim zu bleiben und sich um die Kinder zu kümmern. Und die meisten Elternpaare, die ich kenne, teilen sich die Arbeit nachts und nach Feierabend sowie am Wochenende. Wenn das nicht der Fall ist: Augen auf bei der Wahl des zukünftigen Kindsvaters und Partners.

    1. Vielen Dank für diesen Kommentar von einem Vater der es genau so macht. Sicherlich gibt es Phasen in meinem Job die entspannter sind als bei meiner Frau daheim. Und dann auch wieder Phasen in denen es genau umgekehrt ist. Eine gute Kommunikation ist hier Pflicht.

    2. …oder eben Augen auf bei der Berufswahl. Ich habe dieselbe Geschichte und empfinde den Job als echt gechillt….und möchte hinzufügen, ich liebe es Mutter zu sein und wäre auch liebend gern Hausfrau. Mir macht beides Freude, aber Kleinkinder erziehen ist allein schon wegen des Schlafentzuges grosser Stress.

    3. Hast du 1 oder mehrere Kinder? War es ein eher pflegeleichtes Kind? Da gibt es Unterschiede, so wie es stressigere und weniger stressige bezahlte Jobs gibt.

  33. Ich kann dies sogar am eigenen Leib nachvollziehen, bei uns war es zwar umgedreht aber ich habe dies genauso miterlebt. Im Vorfeld alles besprochen und abgemacht, sie geht wieder arbeiten ich bleibe zuhause und kümmere mich ums Kind/Haushalt. Bis es irgendwann nicht mehr ging.

  34. Das „Problem“ ist ein gesellschaftliches, das die meisten Männer und Frauen leben.
    Der Gegentrend, alles zu kapitalisieren, solange ein Kind in der Nähe ist, ist jedenfalls für Kinder traurig.
    Was ist besser wenn betreuender Elternteil sich als bei dem anderen angestellt fühlt?

    1. Wieso ist das traurig für die Kinder? Liebt man sie weniger wenn man für die Partner Gerechtigkeit möchte? Ich finde es sogar besser für die Kinder wenn sie zwei Bezugspersonen haben, zwei Menschen, die sich kümmern, zwei Menschen, die eine enge Beziehung zum Kind haben. Das geht besonders gut, wenn man versucht, dass beide ihren Anteil einbringen.

  35. Ich würde noch ergänzen: In einem typischen Bürojob arbeitet kein Mensch 8 Stunden am Stück. Meistens ist man acht Stunden anwesend, aber verbringt mindestens 1-2 Stunden täglich mit Kaffeeklatsch und Co. Soziale Interaktion, Pausen und Co. haben natürlich ihre Existenzberechtigung, aber sollte man nicht einfach so „einpreisen“.

  36. Künastsachbezogene Kritik. Love.
    Darin sehe ich einen der Gründe, warum das Thema für viele so schwer zugänglich ist: Es vermischen sich an der Stelle tatsächlich Psychologie und Recht. Ja, es ist gut, die Überforderung zu benennen, wenn sie da ist. Und sie als Paar dann irgendwie zu managen. Aber wie du sagst: Es ist ja kein rein emotionales / konditionelles Thema. Sondern hat auch viel mit finanzieller Gerechtigkeit zu tun. Die Erschöpfung ist für mich zum Beispiel leichter zu ertragen, weil wir finanziell ein Team sind. Halbes Haus, halbe Rente, alles geregelt. Und tatsächlich ist es bei uns so, dass die Erschöpfung oft bei beiden gleichzeitig eintritt, wahrscheinlich ist das eine Kausalkette: Er kann nicht mehr, überlässt mehr mir, wenig später kann ich nicht mehr und haue auf den Tisch.
    Aber in vielen Fällen gibt es diese Gerechtigkeit – vor allem in Hinblick auf eine Scheidung – eben nicht: Da mehrt der Mehrverdiener durch seine Erschöpfung wenigstens seinen Wohlstand, während der Zuhausegebliebene die Erschöpfung „nur“ für die Familie, nicht aber die eigene Absicherung produziert. Und das ist die Stelle, an der es eben nicht funktioniert. Eheverträge müssen einfach sein.

  37. Vorab: Meine Freundin und ich sind momentan beide noch in Ausbildung/Studium und ohne Kind. Ich habe also keine eigene Erfahrung bzw. nur die Light-Variante mit dem Haushalt.
    Ich kann den Text allerdings gut nachvollziehen und merke dabei, wie mühsam das Thema ist. Alleine das Auseinanderfriemeln der verschiedenen Arbeit ist echt nervig. Und das merke ich schon in meinem Fall, ohne Kinder.

    Wenn ich mir unsere Familienplanung vorstelle frage ich mich, wie wir verhindern können in das gleiche Problem zu laufen. Wenn wir beide das Problem im Blick haben, kommt dann dynamisch eine faire Arbeitsteilung heraus?
    Mein ganz naiver Ansatz ist: Wir planen nicht die Arbeitszeit, sondern die Freizeit. Im Alltag arbeiten entweder beide oder keiner. Und die Asymmetrie (z.B. freie Nachmittage) kann man dann viel einfacher fair verteilen.
    Ehrlich gesagt habe ich aber keine Ahnung, wie naiv oder alltagstauglich das überhaupt ist.

    Könntest Du mir einen Lesetipp geben, wo der Fokus auf „von Anfang an fair gestalten“ liegt?

    1. Hallo Vincent,

      deine Idee, die Freizeit zu planen, finde ich sehr gut! Genauso machen mein Mann und ich das.
      Bei uns sieht die Situation nämlich so aus: Wir arbeiten beide Vollzeit, was in seinem Fall aber heißt, dass er 60-70 Stunden pro Woche arbeitet, bei mir sind es die normalen 40. Damit wir z.B. regelmäßig saubere Wäsche und Geschirr haben, ergibt es sich automatisch, dass ich Waschmaschine und Spülmaschine nebenbei anwerfe. Außerdem habe ich auch mehr die Kinder. Aber bei uns gilt die Regel: Wenn man selbst gerade nicht seinem bezahlten Job nachgeht, hat man erst Freizeit, wenn keine Hausarbeit mehr übrig ist und keine Kinder mehr wach sind. (Wobei ich abends oft noch Hausarbeit liegen lasse und einfach ins Bett gehe. Mein Mann erledigt das dann noch spätabends.) Wenn ich am Abend oder am Wochenende arbeite, hat er natürlich die Kinder bzw. erledigt das, was gerade an Hausarbeit da ist.
      Eine bessere Aufteilung der gesamten Arbeit fällt mir nicht ein, wenn man die unterschiedlichen Stunden bei der Lohnarbeit berücksichtigt. Und eine Lösung für den Mental Load, der bei mir auf jeden Fall größer ist, habe ich auch noch nicht gefunden…

      Viele Grüße
      Anni

      1. Wir machen es ähnlich. Ich arbeite 70%, mein Mann 100%. Wenn wir zuhause sind, kümmern wir uns beide um Kinder und Haushalt. Abends räumt zum Beispiel einer noch die Küche auf, während der andere die Kinder ins Bett bringt. Morgens kümmert sich mein Mann um die Kinder, während ich schon arbeite. So arbeiten wir beide eigentlich immer gleich viel. Mein Mann etwas mehr in seinem Job, ich mehr für die Kinder und den Haushalt, was mir aber auch Spaß macht. Das Geld, das wir beide verdienen, gehört uns beiden zusammen. Ich empfinde diese Aufteilung sehr fair.

        Viele Grüße
        Claudia

    2. Hi!
      Über dieses Paar hab ich schon viel gelesen und möchte deren Interviews weiterempfehlen, weil wir es zu Hause sehr ähnlich gemacht haben – und es funktioniert!
      https://editionf.com/stefanie-lohaus-tobias-scholz-papa-kann-auch-stillen/
      Meiner Meinung nach ist des Pudels Kern die Elternzeit. Wenn die schon nicht 50/50 aufgeteilt wird, hab ich noch nie gesehen, dass danach ein Paar aus den traditionellen Rollen wieder rauskommt. Selbst wenn die offensichtlichste Stufe des Systems danach fair aufgeteilt wird und beide gleich viel arbeiten (und das ist eh schon selten, vor allem bei mehr als 1 Kind), ist es dann die care Arbeit/mental load etc.
      Wir haben gemeinsam 6 Monate EZ genommen, und es war großartig. Beide Kinder waren sehr früh in der Kita (2 Monate und 4 Monate) und das hat sehr gut funktioniert. Die Kinder haben keine Präferenz für einen Elternteil, es gibt bei uns keinen „Kinderspezialisten“. Hausarbeit machen wir zusammen nach einer Art Wochenplan und abhängig von der akuten Motivation. Mir fällt durch diese Augenhöhe aber immer mehr auf, dass der durchschnittliche Job (Akademikerjob, woanders kenn ich mich nicht aus) überhaupt nicht für jemand gemacht ist, der auch zu Hause Verantwortung trägt. Und das muss sich ändern.

      1. Hey, die Elternzeit 50:50 aufzuteilen ist wirklich ein guter Ansatz. Wir hatten nur den ersten Monat zusammen, nach 6 Monaten hat er das Kind übernommen und ich hab dann nach einem Jahr nochmal einen Monat für die Kitaeingewöhnung genommen.
        Ich glaube, nur wenn der Mann am Anfang wirklich auch mal alleine für das Kind zuständig ist, erfährt er am eigenen Leib, was Care Arbeit bedeutet.

  38. Deine Texte zu Mental Load sind beeindruckende Augenöffner. Ich habe jetzt endlich das richtige Vokabular, um auszudrücken, wie es mir geht und sich das richtige Werkzeug, um Dinge zu ändern.
    Vielen Dank!

  39. Und wie bekloppt ich war, bei Kind 1 direkt nach dem Mutterschutz nicht nur Vollzeit arbeiten zu gehen und das Geld zu erwirtschaften, und gleichzeitig die Abende, Nächte und den Morgen zu übernehmen! (Weil das alles für den Mann ja alles so anstrengend war!)

  40. An sich hört sich das natürlich fair an – aber: Jeder Mensch ist unterschiedlich belastbar. Jeder hat außerdem produktivere und weniger produktive Phasen. Und: Jedem macht etwas anderes etwas aus. Unterschiedliche Arbeiten sind für den einen belastend, für den anderen unstressig. Daher sehe ich es – zumindest bei einer wirklich gut funktionierenden Beziehung – nicht als notwendig an, diese klare Aufteilung zu machen. Bei uns zumindest funktioniert der Team-Gedanke. Wenn einer sagt, dass ihm/ihr xy (heute) zu viel ist, dann nimmt der/die andere das hin und wir finden eine Lösung. Kein Partner sollte sich benachteiligt fühlen. Jeder bringt ein was er kann. Fair ist für mich nicht, dass alle gleich viel machen, sondern dass jeder gibt, was er eben kann.

    1. Für jeden ist fair etwas anderes. Und eine „wirklich gut funktionierenden Beziehung“ braucht gar keine Tipps. Also ist der Artikel für Dich irrelevant.

      Mein Artikel ist der Versuch auf die konkrete Frage „Ich bin total kaputt. Kurz vor Burnout und das hab ich meinem Mann auch schon gesagt. Ich versuche ihm Mental Load zu erklären und dass ich unsere Aufgabenteilung nicht gerecht finde, aber er schmettert alles ab, weil er ja Vollzeit arbeitet und ich nicht.“ eine Antwort zu finden.
      Kurz vorm Burnout spricht nicht für eine gut funktionierende Beziehung.

      Ich verstehe nie so genau, was bestimmte Kommentare genau bewirken wollen, die sagen
      – Aber nicht alle Männer sind so (Ja, das gilt für alle Themen dieser Welt)
      – Aber wir kommen gut klar (Ja, das freut mich, dass es aber nicht für alle gut funktioniert, macht das leider nicht wett)
      – Aber die Frauen sind selbst Schuld („Mein Klaus-Dieter verdient so viel und ist so unverzichtbar im Job“ „Ich mache das aber alles gerne und viel besser als Klaus-Dieter.“)
      – Aber meine Kinder waren nie 45 min wach nachts


      Ich gehe mal in mich und denke nach.

      1. Diese Kommentare rücken alles in ein etwas ambivalenteres Licht, da die Diskussion sonst in eine Schieflage geraten kann (und in den sozialen Medien m.E. auch gerät). Männerbashing nutzt nichts in meinen Augen. Ich denke auch Frauen sollten sich bei dem Thema Mental Load mal was von den Männern abschauen. Brauchen wir wirklich Kuchenbasare? Laternenbastelnachmittage? Kitaeltern“Abende“ um 16 Uhr? Für jeden Geburtstagsfeiergast ein Geschenk? Selbstgestricktes? Jeden Abend ein selbstgekochtes Essen usw.? Tuts nicht manchmal „Weniger“? Ich schaue dann immer mal wieder den nicht ganz völlig hirnfreien Film „Bad Moms“ und setze mich mit Chips vor die Glotze auch wenn die Wäsche überquillt und der Abwasch Beine bekommt ;) By the way: Ich suche immer nach Lösungen statt Mimimi: Lasst uns über Eheverträge, Altersvorsorge, Jobchancen, Organisation, Gehaltsverhandlungen, gesellschaftliche Missstände (Hebammen, Kitaplätze, Schulen, Kinderärzte etc.), Anlagestrategien usw. reden statt darüber wie schwer wir es alle haben. Frauen: Fordert mehr und macht mehr! Geht in die Politik! Fordert mehr Gehalt! Sucht euch nen anderen Job! Redet mit eurem Mann!

        1. Ja, es ist sehr einfach den Frauen die Schuld zuzuweisen. Maternal Gatekeeping und mimimi. Ich bin der festen Überzeugung dass es hier nicht um ein Individualproblem geht.
          Warum Frauen angreifen, wenn man am Ende doch für die selben Ziele kämpft?

          1. Wenn es im Ausgangstext um „die (gut verdienenden) Männer“ geht, dann ist doch logisch, dass auch die Antwort auf dieser Ebene stattfindet. Katharina und Anne haben dazu meiner Meinung nach wichtige Punkte angesprochen. Und ja, das Thema hat nicht nur mit dem Verhalten von Männern, sondern auch dem der Frauen zu tun. Schliesslich sind es letztlich immer zwei, die miteinander eine Lösung finden müssen, die für beide stimmt.
            Wobei fair tatsächlich berücksichtigen sollte, wie belastbar beide sind. Ist ja auch nicht einfach gegeben.

  41. So wahr der Text in vielen Punkten ist und bestimmt viele Familien / Väter so denken möchte ich darauf hinweisen dass es mind. genauso viele Väter gibt die genau nicht so denken, ihren Frauen die Anerkennung geben die sie verdienen und das Haushaltsgehalt gerecht teilen


    1. Ich glaube, das gilt immer und man muss das nicht zu jedem Text sagen, der ein Problem darlegt. Denn dass es die anderen gibt, macht das bestehende Problem nicht kleiner.

  42. Wir haben das mit dem „alles aufrechnen“ wirklich so gemacht, (kleine Berufsmacke), und seitdem war alles transparent und es gab auch weniger Diskussionen… allerdings haben wir die grobe Verteilung schon vor der Kinderplanung gemacht. Im Nachhinein wohl eine gute Entscheidung..

      1. Wir sind da auch ungewollt reingerutscht. Das gemeinsame Nachdenken und planen, was muss gemacht werden und wer übernimmt es, hilft sehr viel. Was jeder einzelne fair findet, kann da auch geklärt werden. Seit ich wieder in meinem sozialen Beruf als Pflegefachkraft arbeite, ist die faire Aufteilung besser geworden. Dafür ist das mit der Work-Life-Balance, den Umständen in meinem Beruf und der Betreuung schlechter geworden. Das geht so als Familie nicht weiter für uns. Also werde ich vielleicht in den sauren Apfel beissen und erstmal aus dem Beruf aussteigen. Wir hadern beide noch sehr und mein Mann überlegt noch, wie er dem eventuell neuen Arbeitgeber ein gutes Arbeitszeitmodell rausleiern kann, damit er weiterhin vom Kindergarten etwas mitbekommt. Das System ist so dermaßen krank.

  43. Hach, danke meine Liebe, den Kaffee hast du dir mehr als verdient. Eigentlich schlimm, dass so ein Text überhaupt geschrieben werden muss und ich mich darüber freue, nicht allein mit diesem Thema zu sein. Immer wieder gibt es so Halbsätze „Ja, ich arbeite ja auch!“ (Ach nee, ich nicht oder was? Komplett allein 2 Kinder, 160qm Haus und Garten, sowie 36 Stunden freiberuflich im eigenen Büro ausserhalb) oder „Ja, mit einem Gehalt ist das eben nicht zu schaffen!“ es macht mich so müde, darauf hinzuweisen, wie es mich verletzt. Mein Ansporn ist mittlerweile, einfach so viel Geld zu verdienen, dass ich sagen kann: „Verpiss dich einfach.“ Und dann später noch in der Altersarmut zu landen. Wieso sagt einem das keiner, wenn man jung und verliebt ist und heiratet? Ich könnte mich ohrfeigen, diese Themen damals nicht angegangen zu haben. Es müsste einen Art Vertrag geben, wo alle diese Dinge schriftlich festgelegt sind… würde wahrscheinlich auch nichts nützen. Fühl dich von mir umarmt, ohne dich zu kennen!

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