Den Gang habe ich im Text vergessen. Hummer mit Gummimöhren.
Aus der Ferne mag ich leicht neurotisch wirken. Das ist auch von nahem wahr. Ich habe kleine Spleens. Zum Beispiel mag ich Ordnung. Das erleichtert vieles. Wenn man für alles einen festen Platz hat, dann findet man es a) schnell wieder und b) (das weiß auch Marie Kondo) kann man schneller aufräumen, weil man ja weiß, wo der Gegenstand hingehört. Gerne würde ich mein Leben in Excel-Tabellen eintragen und alles per Ticketsystem organisieren. Einen anderen klitzekleinen Knall habe ich mit Nahrungsmitteln. Generell gilt: „Was die Bäuerin nicht kennt, isst sie nicht!“ (evolutionstechnisch sehr sinnvoll) und die schlaue Bäuerin probiert natürlich erst gar nicht. Das wäre ja auch komplett unlogisch, weil einmal von einer Tollkirsche probiert, ist man mausetot. Ich esse also eine sehr eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln und koste nie neue.
Irgendwie hat es uns in die Berge verschlagen. Ich sitze in einer Raststätte, von dessen Qualitätsniveau 80% der Berliner Restaurants nur träumen können. Vor mir indisches Curry mit Reis und Rote-Bete-Salat. Ich schaue aus dem Fenster in die grüne Landschaft. Mehrere Male habe ich in meiner Zeit in Irland jetzt schon gedacht, ich hätte genug Natur gesehen. Genug Hügel, genug Berge, genug Schäfchen, genug Seen, genug Farn oder Bäume, die über und über mit Efeu bewachsen sind. Doch dann gibt es doch noch ein anderes Grün, eine weitere Schattierung, die Sonne, die golden durch die Wolkendecke scheint, eine Wolke, die über den Bergspitzen hängt, gelbe Blumen, Fuchsienbäume (!) und orangefarbene Lilien. Selbst die Felsen sehen in ihrem grau irgendwie sanft aus. Jetzt weiß ich wie Menschen auf die Idee kommen die Farbe „sanftgrau“ ins Baumarktsortiment aufzunehmen. Vielleicht waren sie auch in Irland. Gar nicht so unwahrscheinlich, denn Robert Murjahn erfand Alpina Weiß im Luzern-Urlaub während er auf weiße, schneebedeckte Berge blickte.
Trotz Ferien: Wir haben gepodcastet! Und zwar darüber wie man mit Kindern über Sex spricht, denn irgendwie geht es beim Thema Aufklärung doch um mehr als die Erläuterung des Fortpflanzungsaktes, oder?
Mein Lager ist die Straße – jedenfalls in Berlin. Ich habe einen Grundvorrat an Lebensmitteln in der Wohnung, das schon, aber wenn etwas fehlt, dann gehe ich eben was einkaufen. Der REWE um die Ecke hat von Montag bis Samstag nur eine Stunde geschlossen. Am Sonntag komme ich klar. Oder ich gehe essen. In eines der kleinen Restaurants oder in einen der Imbisse in meiner Straße. Rund 50 gibt es im Laufnähe. Ach was. 200 eher. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schaue ich wahrscheinlich auf eine Auswahl von rund 100.000.
Ich weiß, ich weiß. Man soll sich nicht immer aufregen, ABER…
gestern twitterte die Polizei Brandenburg ein Foto eines komplett nackten Mannes auf einem Roller. Es war 36 Grad. Offenbar denken manche Menschen, wenn man dann gar nichts anzieht, lässt sich das besser aushalten.
Quelle: https://twitter.com/PolizeiBB/status/1143759621380890625, Foto von Autorin entfernt
Über 11.000 Likes gab es für diesen Tweet.
Nur die kleine Spaßbremse Patricia findet den Tweet unmöglich. Ja, der Kopf ist nicht zu sehen, weil der Mann einen Helm trägt, das Nummernschild und auch die Poritze sind pietätvoll verpixelt.
Hat der Mann deswegen keine Persönlichkeitsrechte mehr? Darf er ungefragt fotografiert werden? Darf dieses Fotos im Netz verbreitet werden? Darf es von der Polizei verbreitet werden?
Bei Sophie Lüttich im Networking-Mom-Blog, habe ich den Artikel „Teilzeit-Mutter: Auch wenn man alles richtig macht, ist es nicht gut.“ gelesen. In dem Artikel berichtet eine top-ausgebildete Frau, die sich nach dem Studium hart eine Karriere erarbeitet hat, dass sie diese zu den Akten legen konnte, weil sie Kinder bekommen hat und sich deswegen für eine Teilzeittätigkeit entschieden hat.
Sie schreibt: „Als ich aus der Elternzeit zurückkam, sagte ich zu meinen Arbeitgeber: ich komme mit x Stunden, ich arbeite davon y Stunden im Home Office und an den folgenden Tagen wären die Präsenztage ideal. Mein Arbeitgeber hat gesagt: Das ist in Ordnung. Ein Traum! […] Teilzeit muss also die Lösung sein, oder nicht? Für Kinder ja. Für die Arbeit nein. In Teilzeit bleibt Vieles auf der Strecke für die Arbeitskraft: zB die rasche Einarbeitung in ein neues (Denk-)Gebiet, die Teilnahme an allem, was für die Einarbeitung und das Dranbleiben sinnvoll wäre (Vorträge, Symposien, Fortbildungen). Als Teilzeitkraft bin ich weniger gut aufgestellt. Ich bin am Nachmittag kein Ansprechpartner mehr. Ich kann bestimmte Vorgänge, die auch noch am Nachmittag besprochen werden sollten, weil ein Durchlauf wegen Terminierungen sinnvoll ist, nicht bearbeiten und hänge an den weniger wichtigen Dingen, die inhaltlich natürlich auch kaum interessant sind.“