Löschung bei der Kindererziehung, ein Anwendungsfall

Heute erfolgreich bis 8.30 Uhr Tiefschlaf imitiert.

Das Kind, schon ab 6.30 Uhr jammernd vor der Tür, es hätte nun schon drei Mal „Peter“ gehört und wolle jetzt endlich rein kommen. Wir mit blutunterlaufenen Augen auf die Vereinbarung hingewiesen, dass wir erst um Null Acht Drei Null aufstehen.
Kind trampelnd und kreischend im Flur auf und ab gelaufen und dabei seltsame Sätze gerufen wie: „Das ist Kindervernachlässigung!“ oder „Habe ich nicht auch ein Anrecht auf ein kinderfreundliches Wochenende?“
Im Halbschlaf darüber nachgedacht, wo Kind dieses Vokabular her hat und mir mandalaartig vorgesagt, was das Kindererziehungsbuch prophezeit: Der schwierige Vierjährige wird eines Nachts als bezaubernder Fünfjähriger aufwachen. Freund neben dran murmelte vor sich her: „Was auch immer um mich herum ist, in meiner Mitte ist Ruhe.“

Kurz darauf begann Kind an den zahlreichen Schlafzimmertüren Luft mit der Luftpumpe einzuführen und dabei drachengleich zu schnauben. Jede Tür gut halbe Stunde bearbeitet.
Nach der ersten Stunde Phantasien gehabt, wie ich mit Axt rausrenne und wortlos die Luftpumpe zweiteile. Dann auch damit begonnen die Ruhe in meiner Mitte zu beschwören.
Punkt halb neun hat Kind aufgegeben und ist spielen gegangen. Vorsichtshalber weitere fünf Minuten nicht bewegt und dann freudentränig in die Arme des Freundes gewälzt: Denkst Du, für heute haben wir gewonnen?

6 Gedanken zu „Löschung bei der Kindererziehung, ein Anwendungsfall“

  1. Frau Wunder, die Supernanny wäre stolz auf uns!
    Herr Bud: Ach was! Das ist doch gar nichts. Nach den ersten sechs Lebensmonaten werden Sie es für eine Legende halten, dass es möglich ist, mehr als drei Stunden Schlaf am Stück zu haben. Aber seien Sie unbesorgt, die Hormone sorgen dafür, dass man die Bälger lieb hat, egal was passiert.

  2. Liebe Frau Nuf,
    das wird schon… wirklich. Der Sohnemann von meinem Freund ist jetzt 7 und beschäftigt sich an den Wochenenden brav selbst bis Papa oder ich dann wach sind. Ganz ohne Geschrei und Luftpumpen. Also tapfer noch so 2 Jahre durchhalaten. Das wird schon!
    :-))

  3. Schon mal dran gedacht die prime directive des guten miteinanders einzuführen? „Anderen auf den nerven rumtrampeln gilt nicht!“. Nie. Nicht verhandelbar. Steht über allem. Naturgesetztmässig. Gilt übrigens wechselseitig. Herr Kind darf das auch für sich selbst auch einfordern und wird es mit steigendem alter spätestens tun.

    Die prime directive wurde bei uns vor 5 jahren im alter von 3 eingeführt. Und als einzige harte regel mit gravitationsgleicher konsequenz umgesetzt. Die anderen, wenigen regeln sind eigendlich nur ableitungen davon, wie z.b. „wer ningelt geht ins bett“. Über die restlichen aspekte des miteinanders kann man dann getrost verhandeln. Das erntet einem frieden, ein ausgeglichenes, glückliches kind und den feuchten augenglanz von kinderlosem singlefrauenbesucht im sinne von „so eins will ich auch haben“.

    Geht. Ist nur noch nicht mit dem schlicheten erlangen von erbgut getan.

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