Auf die Ohren

img_9799Irgendwann habe ich Podcasts für mich entdeckt. Das Bücherlesen ist mit den Kindern leider fast aus meinem Leben verschwunden. Sicherlich eine Frage der Prioritäten – an der Zeit liegt es nicht. Ich glaube, ich habe drölzigtausend Stunden mit Serien verbracht.

Aber irgendwie beanspruchen Bücher eine andere Art von Aufmerksamkeit. Wenn die Kinder abends pennen, dann bin ich völlig matschig und wenn ich nicht gleich einschlafe, schaffe ich es gerade noch eine Serie zu starten.

Ich bin deswegen auch nicht böse, wenn mir Leser:innen meines Buchs freudig mitteilen, dass es bei ihnen im Bad neben dem Klo liegt. Das heisst für mich nur, dass mein Buch elternkompatibel ist. Ein, zwei Geschichten bekommt man im Alltag hin und dann gehts weiter. Ohne dass man sich fragt: „Hm? Wer war das nochmal? Und wie hängt der mit der zusammen? Und äh wessen Kinder ähhh?“

Was auch gut geht sind Podcasts. Tatsächlich aber nicht nebenher sondern direkt auf die Ohren beim Staubsaugen zum Beispiel oder wenn ich Wäsche aufhänge. Das liebe ich echt. Staubsaugen mit Kopfhörern. Ein Traum. Innerlich fühle ich mich ganz harmonisch, irgendwie abgeschnitten von allem und dann blicke ich hoch und sehe (seelisch in Zeitlupe) wie die Kinder sich Stofftiere um die Ohren hauen.

Ich höre selbst gerne den Lila-Podcast, dort werden aktuelle Themen oder Phänomene der Twittertimeline und aus den Nachrichten aus feministischer Perspektive besprochen. Unaufgeregt, sachlich und ich erhalte viele, neue (Denk-, Lese-, Hör-) Anregungen.

Gleichgerne höre ich den Leitmotiv Podcast, der sich in den einzelnen Episoden intensiv mit einer Gästin beschäftigt. Die letzte Folge ist ganz schön lange her… fällt mir da auf.

Ich habe mal in meine Timeline gefragt, was es an elterntauglichen Podcasts so gibt und folgende Antworten erhalten, die ich jetzt mal teile, bevor ich sie selbst alle durchgehört habe:

Da gibt es den „Daddies in Distress Podcast„. Angeblich ein Podcast für Väter. Hab’s aber schon ausprobiert: Als Mutter fallen einem beim Zuhören nicht die Ohren ab.

Das Schlaulicht ist ein Podcast für Kinder von 7 bis 99, in dem einzelne Phänomene unter die Lupe genommen werden. Es geht z.B. um Superhelden, Kohle, Star Wars, Gruseln, Haustiere und Werkzeuge.

Der Radiorebell Podcast: Hier spricht ein Vater mit seinem Sohn Jay-Jay und beschreibt den gemeinsamen Podcast so: „Der Blickwinkel meines Sohnes ist oftmals ein anderer. Nicht schlechter. Nicht besser. Anders.
Das ist für mich manchmal sehr lehrreich, frustrierend, euphorisierend und niederschmetternd, für Ihn aber durchgehend amüsant, hilfreich und spaßig. […]“

Sehr oft empfohlen wurde mir: The Longest Shortest Time – beschrieben als „The parenting show for everyone. Hosted by This American Life contributor and author Hillary Frank.“

Der Kidz-Podcast: „Alles rings um Kinder. Ob Pflegekinder, Menschen, die mit Kindern arbeiten, pädagogische Konzepte und Ideen rund um das Leben mit Kindern.“

Und genauer vorstellen werde ich demnächst den Eltern ABC Podcast aus der Schweiz, bei dem ich neulich mitgemacht habe.

Völlig unbekannt war mir bislang die Podcast Suchmaschine fyyd.

Wenn ihr weitere Tipps und Empfehlungen habt, freue ich mich über eure Kommentare. Vor allem dann wenn es um die Mütterperspektive geht. Die scheinen beim Podcasten noch nicht ganz so stark vertreten zu sein, scheint mir.

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

62 Gedanken zu „Auf die Ohren“

  1. Pingback: admin
  2. Sind nicht-elternbezogene Tipps auch okay?

    Hier meine Lieblinge:

    Kleinercast (http://kleinerdrei.org/podcast/)

    Einhundert (http://dradiowissen.de/einhundert)

    Spoiler Alert (http://spoileralert.bildungsangst.de/) – der Literaturpodcast mit nerdlichem Erfahrungshintergrund

    hr2 Kultur Der Tag (http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?key=standard_podcasting_derTag&rubrik=14224&start=2)

    Flux FM Spreeblick (http://www.fluxfm.de/improgramm/spreeblick/)

    This American Life (http://www.thisamericanlife.org/)

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  3. Juhu, da ist ja direkt die Sammlung. :-)

    Neben den oben genannten höre ich noch gerne:
    – „Die Wochendämmerung“ mit Katrin Rönicke und Holger Klein
    – „Erscheinungsraum“ von Katrin Rönicke, dort gibt es zum Beispiel eine Folge, in der Jochen König interviewt wurde, die sehr, sehr hörenswert ist
    – „Der Weisheit“
    – „Fest & Flauschig“

    Und dann gibt es doch noch diese lange Liste mit Podcasterinnen (auf der du und Frau Kirsche auch steht ;-) ): https://docs.google.com/spreadsheets/d/1GZSUxqcLiACs94UqeDDB6t07VtvodwGqt9rMaoKsB10/edit#gid=0

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  4. Ich kann noch wärmstens empfehlen: One Bad Mother; Boy VS. Girl; Slate’s Mom and Dad are fighting

    Bei allen auch mindestens eine Mutter dabei ?

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  5. Also »Buch neben dem Klo« ist doch sowieso eher ein Kompliment. Wenn ich eine Lektüre an den privatesten Ort des Hauses mitnehme, dann muss sie schon wirklich gut sein und mich unterhalten. Blödkram würd ich da gar nicht erst mit hinnehmen. Da könnte ich auch gleich zum Zeitvertreib bunte Klötzchen in irgendeinem Smartphone-Spiel zerplatzen lassen.

    Das Podcast-Fieber hat mich auch vor ein paar Jahren gepackt. Euren »Der Weisheit« hör ich bspw. sehr, sehr gern, ansonsten hauptsächlich Games-Podcasts, ehrlich gesagt. Und dann wirklich gern noch »Chaos Radio Express« von und mit Tim Pritlove. Leider erscheint das Ding nur alle Jubeljahre mal in einer neuen Folge, aber wenn man die dann gehört hat, fühlt man sich so unfassbar schlau.

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  6. Mit dem Lesen, Serienschauen und Podcasthören geht es mir als Papa einer fast Zweijährigen ganz genau so, wie Du es beschreibst. Staubsaugen ftw!
    Wobei ich Podcasts zudem auch auf dem Weg zur und von der Arbeit nach Hause im Auto höre.

    Könnte man tatsächlich auch mal in einem Podcast drüber sprechen, also wie sich der Medienkonsum durch Kinder verändert (zum Guten, zum Schlechten, zum Neuen).
    Wenn Du magst, gern in meinem – ums mal in eine ordentliche Einladung zu packen. :)

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    1. Hui! Ja gerne.
      Zum Stichwort „Popkulturelles Gerümpel“ fällt mir noch ein: gestern habe ich 50 Shades of Grey gesehen. Tatsächlich um eine Lücke in der popkulturellen Allgemeinbildung zu schließen. Darüber können wir auch sprechen :D

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      1. Drüber sprecheb hieße dann aber wohl, dass ich den auch ansehen müsste. Das würde ich wirklich nur sehr, sehr ungern.

        Wegen gemeinsamer Podcasterei würde ich mich dann demnächst gern noch mal melden, z.B. via Twitter oder so.
        Fänd ich super, wenn Du als Gast mal dabei wärst!

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  7. ******************KOMMENTAROMAT**********************
    Geht’s noch?! Selber Podcasts machen und das in so einem Artikel verheimlichen? Pffft!
    *****************/KOMMENTAROMAT**********************

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