Ich habe nichts gegen Kinder, nur bitte nicht hier

Ich meine, irgendwo mal gelesen zu haben, dass die Bahn ihre Kleinkinderabteile abschaffen möchte. Eine intensive dreiminütige Recherche hat nur einen Artikel von 2003 dazu hervor gebracht. Da ich zumindest letztes Jahr einmal mit den Kindern Kleinkindabteil gefahren bin, weiß ich, dass es die im Moment noch gibt.

Sei es drum. Als ich also hörte, dass die Bahn ihre Kleinkindabteile abschafft, war ich entsetzt. Was soll das? Reisen im Kleinkindabteil ist super. Die Kinder können sich bewegen, spielen, plärren, ich kann stillen, wir können alles vollbröseln und Windeln wechseln ist auch kein Problem. Es gibt ohnehin viel zu wenig Plätze und dann sollen diese wenigen Plätze noch abgeschafft werden? Ja sind die denn verrückt?

Dann hat das Ganze in mir gearbeitet und ich habe meine Meinung inzwischen komplett geändert und ich fordere: Ja! Schafft die Kleinkindabteile ab! Schafft sie ab! Ich will keine Extrawürste für Familien mit Kindern mehr. Ich will, dass die Gesellschaft Kinder akzeptieren lernt. Dass die Menschen lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen. Dass es akzeptiert wird, dass Kinder ein bißchen lauter sind als Erwachsene. Dass sie vielleicht mal auf den Sitzen stehen und andere angrinsen oder unqualifizierte Fragen der Art “Was machst Du da?” stellen. Ich WILL, dass Menschen einen nicht böse und genervt anschauen, weil ein Baby schreit. Dass sie einem nicht das Gefühl geben, dass man die Sache nicht im Griff hat oder dass das Baby nicht gut erzogen ist (oder ähnlich absurde Ansichten, die man durchaus mitgeteilt bekommt, wenn ein der Sprache nicht mächtiges Wesen sich nicht anders als mit Schreien zu artikulieren weiß).

Ja und jetzt bin ich richtig in Fahrt und denke an diesen unsäglichen Artikel in der TAZ, der über die Prenzlauer Berg Mütter herzieht, weil sie es wagen in Cafés zu gehen und dann auch noch dort stillen. Auch habe ich den Artikel von Lars Reinecke, der sich darüber empört, dass am Familientag keine Kinder unter acht mit zur CeBIT dürfen, gelesen.

Was das alles miteinander zu tun hat? Es geht um Familienfreundlichkeit. Lars Reinecke schreibt (offenbar sehr wütend, wie man an der Wortwahl erkennen kann):

Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Am Arsch.

»Ja, in Dänemark und Schweden, da sind die Verhältnisse ja auch ganz anders, da sind die Leute ja auch viel kinderfreundlicher, so allgemein.«

Ja, verdammt, dann seid es hier doch einfach auch, ihr Arschlöcher! Vielleicht ändern sich dann hier auch die Verhältnisse.

Ich verstehe seinen Ärger, auch wenn ich die Vergleiche im Artikel und auch den Adressaten der Verärgerung (das Personal vor Ort) für inadäquat halte, aber ich verstehe es und ich sage: Mehr davon! Vor allem seitens der Väter. Wir wollen Gleichbereichtigung – auch in der Familie. D.h. dass es eine Durchlässigkeit in der Gesellschaft geben muss. Es muss eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geben, das hilft den Frauen und das hilft den Männern ihre neue (und oft geforderte) Rolle als echte Familienväter wahrzunehmen.

Ich möchte einfach Toleranz und ich möchte nicht dass Kinder ausgeschlossen werden. Klar sind Eltern-Kind-Cafés schön. Aber wäre es nicht viel schöner, wenn man mit Kindern einfach in jedes x-beliebige Café oder Restaurant gehen könnte?

Das Thema lässt sich unendlich ausweiten und wie seltsam es ist, Kinder in eigene Abteile zu schließen, schwant einen, wenn man andere Abteile eröffnet. Behindertenabteile (ist doch toll!), Altenabteile (super!), Frauenabteile (grandios!), Abteile für Ausländer (Applaus!), …

Das Zauberwort ist gegenseitge Rücksicht. Meine Kinder müssen (sofern sie alt genug sind, das zu verstehen) ja nicht im Zug rumjohlen und schreien. Sie müssen nicht mit Essen werfen oder andere Fahrgäste bewusst belästigen. Aber warum sollen sie nicht im Gang laufen dürfen? Warum sollen sie nicht in normaler Zimmerlautstärke sprechen dürfen?

Ich bin neulich in einem Aufzug von einem alten Mann angesprochen worden, weil ich mich zu laut und unangemessen (Fachterminologien und Akronyme!) mit meinem Mann unterhalten habe. Da ist mir der Kragen geplatzt. Ich darf im Aufzug nicht sprechen? Nein, ich könne ja außerhalb des Aufzugs sprechen, wo er das nicht hören muss. Er möchte seine Ruhe wenn er Aufzug fährt. Alles klar…

Ganz ehrlich. Sollen doch diese Leute zuhause bleiben und alle anderen sollen raus und lernen, dass es Unterschiedlichkeiten gibt. In Lautstärke, in Temperament, in Gewohnheiten… Isolation der einzelnen, vermeintlich störenden Gruppen bringt doch nur das Gegenteil: Vorurteile verschärfen sich mangels Erfahrung miteinander und die Ansichten verhärten sich, weil alle nur noch dünnhäutiger werden.

Also: Kinder am Familientag auf die CeBIT und dann lieber das Personal schulen und an den Stellen eingreifen lassen und mit Argumenten ausstatten, an denen Kinder auf Unverständnis bei anderen Messebesuchern stoßen.

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  1. kaltmamsell sagt:

    Ganz deiner Meinung: Wenn ich ein Problem mit bestimmten Bevölkerungsgruppen habe, habe ich selbst mir die Mühe zu geben sie zu meiden, nicht diese Bevölkerungsgruppen mich.

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  2. Anne sagt:

    Volle Zustimmung. Natürlich können Kinder im Zug anstrengend sein, aber das ist nun mal so. Da muss man da eben durch, auch wenn es vielleicht zwei Stunden lang etwas anstrengender ist. So sind Kinder halt.

    Im Zweifelsfall erwarte ich, dass die Eltern eingreifen und dem Kind erklären, dass es vielleicht jetzt (und auch generell) nicht auf die Tastatur meines Laptops haut. Da kann das Kind nichts für. Wenn ich sehe, dass die Eltern da ausreichend aufmerksam sind, dann muss das reichen. (Und wenn sie’s nicht sind, dann sind die Eltern das Problem und nicht das Kind.)

    Ich kenne auch schon einige Restaurants, wo es eine Spielkiste für Kinder gibt oder die Kinder sogar mal in die Küche gucken dürfen. Vielleicht tut sich ja so langsam was.

    Als einziges Argument für ein Kleinkindabteil ist wirklich, dass da (meines Wissens) mehr Platz ist und die Kinder sich tatsächlich ein bisschen besser bewegen können. Das geht in den normalen Wagen schon platzbedingt eher schlechter und das liegt dann weniger an den anderen Leuten, als an den generellen Gegebenheiten.

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  3. Rüdiger sagt:

    Lars Reineckes Vergleiche sind nicht so verkehrt. Das Problem ist nicht die “Kinderfeindlichkeit” der Deutschen. Des Pudels Kern sitzt viel tiefer: Ersetze Kinder durch Juden, Moslems, Andersdenkende. Dann wird klar, daß Lars das Problem besser erkannt hat, als alle anderen, die jetzt auf den Empörungszug aufspringen.

    Es wird gerne verdrängt, daß es tatsächlich schon mal eine Zeit gab, in der auf Schildern stand “Juden sind hier unerwünscht”. Momentan sind Kinder unerwünscht und in Zukunft werden vielleicht wieder Schilder aufgehängt, auf denen steht “Moslems unerwünscht”.

    Und die Mehrheit der Deutschen wird nichts dagegen unternehmen. Die meisten werden sagen “das sind die Regeln, ich hab sie nicht gemacht”.

    Ich weiß auch sehr wohl, daß das Abweisen von Familien am Cebit-Eingang nicht mit dem Holocaust zu vergleichen ist. Die Mentalität die dahintersteckt ist jedoch dieselbe, die den Holocaust überhaupt erst ermöglicht hat.

    Wehre den Anfängen! (Ovid)

    Es geht nämlich nicht nur darum, das Andenken an das letzte unsägliche Unrecht in Deutschland zu wahren, sondern auch darum, das nächste zu verhindern. Und mit Gleichgültigkeit gegenüber solcher Diskriminierung fängt das Unrecht an. Und wächst und wächst und wächst…

    Noch ein Zitat: Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. (Albert Einstein)

    Nein, es geht nicht um die Kinderfeindlichkeit an der Cebit oder anderswo. Es geht um das unreflektierte Einhalten von Regeln, um das gewissenlose Befolgen von Befehlen.

    Das ist eine viel größere Gefahr für die Gesellschaft, als der Verzicht auf den Cebit-Besuch.

    Grüße

    Rüdiger

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  4. Steve sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel! Dem ist absolut nichts hinzuzufügen!

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  5. Vereinbarkeit von Familie und Ökonomie ?? Familien ins gesellschaftliche Abseits drängen – Du hast Kinder – Hier kommste nich rein!! Wir sollten uns wirklich Gedanken machen. Gibt es irgendeinen Grund warum wir Kinderwagen, die Räder haben tragen müssen egal wo wir snd. Denn da wo ein Kinderwagen nicht fahren kann kann auch kein Rollstuhl fahren. Unsere Gesellschaft grenzt alles aus was ökonomisch nicht verwertbar ist, bzw. ökonomische Verwertbarkeit behindert.
    Kinder stören eben immens. Sie müssen ausgetragen und geboren werden, was die ökonomische Verwertbarkeit der Frau als solches einschränkt, die werden krank müssen dann sogar noch betreut werden, wenn sie älter werden muss mann den Eltern auch noch einen gemeinsamen freien Tag einräumen, und kann so den Sonntag ökonomisch nicht sinnvoll verwerten. Wenn Eltern ökonomisch sinnvoll verwertet werden, 3 Schichtbetriebe für Männer und flexible Arbeitszeiten für Kassiererinnen zwischen 7:00 und 23:00 Uhr, dann machen Kinder nur Unsinn bzw. richten Schaden an.
    Also alles was die ökonomischen Rahmenbedingungen stört sollten wir abschaffen, Randgruppen wie Frauen, Behinderte, Alte, Kinder, Kranke weg. Dann funktioniert die Ökonomie wieder.

    P.S.
    Kinder sind in der Regel nicht anstrengend, die Regeln denen Kinder heute unterliegen sind anstrengend. Quengelware heißt ja nicht umsonst so. Ich halte Vergleiche von Kindern mit Juden für unsinnig. Es geht um rein ökonomische Verwertbarkeiten und um das Rosinenprinzip. Damit Kinder nach Mucosulvan brüllen, müssen es halt Schleimmonster sein, die den Husten verursachen. Und es geht nicht nur um Kinder. Pflege- und Altenheime müssen im Sommer bei tropischen Nächten die Fenster schließen, damit die Nachbarn nicht durch nächtliche Lautäußerungen oder Husten und Stöhnen gestört werden.
    Das Industrieprinzip fordert Rhythmen und Regeln, die dem menschlichen Sein zuwiderlaufen. Und weil die meisten Menschen auch noch versuchen diese Regeln einzuhalten, reagieren sie halt so.

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  6. Edo Z. sagt:

    Rüdiger, das ist das ridikülste was ich seit langem gelesen habe. Nach Deiner kruden Logik ist auch der Türsteher im Berghain ein Vorbote des Holocausts. Heute sind es die uncoolen Pullover die nicht rein dürfen, morgen die Schwarzen und dann die Juden… Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

    Und Vati und Mutti, deren rennende Kinder wir im Zug aushalten müssen, zahlen dann z.B. aber auch das beim Dauerrennen der lieben Kleinen im ICE-Gang auf den Boden geworfene Notebook. Wenn das Recht auf “einfach in Ruhe da sitzen” schon hinter der gesamtgesellschaftlich gebärmotivierenden Pflicht “zum Kinder überall gut finden” zurückzustehen hat.

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  7. Jan sagt:

    Ich habe selbst Kinder, aber möchte im Zug arbeiten. Ich fahre nicht freiwillig zwischen Familie und Beruf hin und her, ich buche in der Ruhezone und kann dort keine Benjamin-Blümchen-Beschallung brauchen. Umgekehrt versuche ich, bei Reisen mit Kindern Rücksicht walten zu lassen.
    Kinderabteile, yeah! Kindercafés, yeah! Kinderfreie Zonen, yeah!

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  8. Steve sagt:

    @Edo:

    Zitat: “deren rennende Kinder wir im Zug aushalten müssen”

    Allein diese Formulierung zeigt die Sichtweise und Einstellung vieler zu dem Thema: wieso denn müssen? Klar ist das irgendwie anstrengend, stört wenn man doch nen anstrengenden Tag hatte und nur seine Ruhe will – so what, das sind Kinder. Die sind so! Soll sich mal jeder selbst fragen wie er/sie als Kind war. Immer schön still gesessen? Nicht geschriehen? Nicht laut erzählt? Nicht gequängelt? Auch die Frage an sich selbst, wie man denn mit den eigenen Kids umgehen will: den Kindern stets und ständig den Mund verbieten in der Öffentlichkeit? Ein Verhalten anerziehen dass sich streng nach Regeln und Normen hält? Kinder brauchen Freiheit, brauchen Gelegenheit sich selbst zu entdecken, ihre Grenzen, ihre Möglichkeiten.

    Wenn sie eben nicht still auf den Zugsitz sitzen wollen sondern den Zug entdecken wollen, dann ist das doch grossartig. Ich finde es immer sehr erfrischend wenn da ein Kind durch die Gänge streift, neugierig umherschaut, Fragen stellt etc. Freuen wir uns doch, dass es so ist statt uns darüber aufzuregen…

    Kinder sind ein Teil der Gesellschaft – ein ziemlich wichtiger und wesentlicher Teil sogar. Wenn die Gesellschaft nicht lernt, dass es normal ist müssen wir uns nicht wundern, dass immer weniger Kinder hier geboren werden.

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  9. Sascha sagt:

    Zustimmung zu allen Punkten mit Rücksicht, Toleranz etc.
    Wobei ich eben auch zu bedenken gebe: Rücksicht funktioniert in zwei Richtungen. Und es gehört auch zur Rücksichtnahme und Toleranz gegenüber Kindern, ihnen eine ihren Bedürfnissen einigermaßen entsprechende Umgebung zu bieten. Ich kann eine solche Umgebung in Großraumabteilen von Zügen ebensowenig erkennen wie etwa in Flugzeugen – ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn man anstelle eines für die Fluggesellschaft finanziell interessantes FirstClass-Abteil ein großes Kinderspielzimmer einbaut. Das hat, ebensowenig wie im Zug das Kinderabteil, etwas mit Wegsperren und Diskriminierung zu tun, sondern mit dem Gedanken, die tendenziell stinklangweilige, räumlich stark beengende Reise für Kinder erträglich oder gar ansprechend zu gestalten.
    Wenn man die Kinderabteile aus zu erzwingender Toleranz der Mitreisenden abschaffen möchte, sollte man evtl auch für die Abschaffung von Kindertagesstätten an Hochschulen plädieren, weil die Kinder ja eigentlich auch in den Seminarräumen spielen können und wer das scheiße findet, hat sich als Kinderfeind geoutet. Nein, jenseits von Polemik (und alberner Parallelisierungen wie sie Rüdiger behauptet): Da die Zugreisenden auch eigene Bedürfnisse in den Wagen mitbringen, die durchaus sehr divergent sein können, halte ich es nicht ansatzweise für problematisch oder gar gesellschaftlich intolerant, Ruhe-, Schlaf- und Kinderabteile in die Züge einzubauen. (In russischen Zügen existieren sogar reine Frauenabteile, nicht aus Diskriminierungsgründen, sondern weil die Erfahrung belegt, dass starke Alkoholika auch in den Zügen intensiv konsumiert werden und betrunkene Männer ganz gern mal zudringlich, die Abteile funktionieren also als Schutzräume.)
    Ich halte es eher für ein bisschen billig, eine kinderfeindliche Gesellschaft aus der von Eltern-Kinder-Cafés und Kinderabteilen abzuleiten. Ein Hotel, zum Beispiel, versucht ebenfalls, seinen Gästen eine Unterkunft gemäß Wunsch und Bedürfnis zu bieten – wenn dort keine Kinderbetreuung oder Zimmer mit Kinderbett vorhanden sind, wird das niemand als besonders tolerant verstehen.
    Völlig richtig hingegen ist es, sich über sinnfreie Familientage oder fehlende Familienunterstützung am Arbeitsplatz zu empören und entsprechend für Veränderung zu streiten.

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  10. Natascha Sandrini sagt:

    ..tut mir leid, völlig schwachsinniger Artikel, völlig aus dem Zusammenhang gerissen… ein Baby auf die Cebit zu schleifen hat nichts mit Familienfreundlichkeit zu tun. Es ist einfach zu viel TamTam fürs Baby..

    Natürlich sind Kinder laut, d.h. wenn man sie nicht richtig erzogen hat und Ökomami der authoritären Erziehung frönt und ihr Kind als gleichberechtigtes Wesen sieht in ihrer verklärten WalldorfSchulenErziehungspolitik… und nun wied hier für die Kinder-Freiheit in ICE Zügen getrommelt, weil es dem Kind gut gehen soll? Gegenseitige Rücksichtnahme beinhaltet in einem Zug, wo so viele Menschen für längere Zeit in einem Raum “gefangen” sind, dass man sich gegenseitig nicht auf die Nerven geht… was nun, wenn man den Erwachsenen die gleiche Freiheit zugesteht, wie man sie für die Kinder einfordert? Hab ich Lust in einem ICE zu sitzen oder in einem Flugzeug, wo alle um mich herum, reden, ihren beruflichen oder privaten Mist ausbreiten? Mit Sicherheit nicht.. sich um seinen eigenen Kram kümmern und ruhig sein, nennt man Höflichkeit und ist einigen Menschen auch als Rücksichtnahme gegenüber Mitmenschen bekannt..

    Auch ich habe Kinder, aber möchte ich Mutti sehen, die in einem Lokal neben mir ihre Möpse rausholt, um den Nachwuchs zu stillen? Nein!! Stillen ist etwas privates und hat nichts in der Öffentlichkeit zu suchen… als ob die Mutter den Essenszyklus ihres Kindes nicht kennen würde und kein Fläschchen mitbringen könnte…

    Wir sind nicht kinderfeindlich in Deutschland, das Problem ist einfach nur, dass die meisten neuen Muttis zu viele Ratgeber gelesen haben, sich für den Nabel der Welt halten und glauben, nur weil sie jetzt ein Kind haben, gelten für sie keine gesellschaftlichen Regel mehr und fangen auch noch an nach Sonderbeghandlung zu schreien.. eine Gesellschaft braucht Regeln, sonst funktioniert sie nicht und eine der wichtigsten lautet “mach was du willst,maner du hast kein Recht mit deinem Scheiß anderen auf die Nerven zu gehen”..

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  11. Frank sagt:

    “Es wird gerne verdrängt, daß es tatsächlich schon mal eine Zeit gab, in der auf Schildern stand “Juden sind hier unerwünscht”

    Es wird auch gerne verdrängt, das es auf der Messe einen Kinderhort gibt, der von dem Vater nicht genutzt werden möchte, da er sein Kind nicht Fremden anvertrauen möchte. Das heisst im Umkehrschluss, dass das arme Kind nie einen Kindergarten, eine Schule oder ähnliches von Innen sehen wird. Weil, da sind ja Fremde, die auf das Kind aufpassen.

    Wie, das war jetzt ein überzogenes Beispiel? Mag sein, aber immer noch Lichtjahre von dem unsäglichen Vergleich mit Nazi-Deutschland, und das wir das ja schon alles mal hatten, und die Ausländer sind die nächsten etc. pp. Wenn man sonst nichts zu sagen hat, greift man eben zur Nazi-Keule.

    “Es geht um das unreflektierte Einhalten von Regeln, um das gewissenlose Befolgen von Befehlen.”

    Soziales Miteinander erfordert nun einmal das Einhalten von Regeln Wer das nicht akzeptiert, benimmt sich asozial. Man könnte jetzt auch schreiben, dass der enttäuschte Vater sich ebenfalls wie ein Nazi aufführt, weil er sich, seine Meinung und seine Interessen über alles stellt und nicht den Hauch einer Nuance von Einsicht zeigt.

    Fazit: Seine Beleidigungen des Personals vor Ort und in den Kommentaren seines Blogs zeigen auf, das dieser Mann ein gewisses Defizit an allgemeinen Verhaltensregeln aufzuweisen hat. Bleibt die Frage, wer hier eher im Sinne der im Rahmen dieses lächerlichen Vorfalls völlig unpassenden Erwähnung der Nazi-Zeit agiert.

    Und nein, wir reden hier nicht über Kinder. Wir reden über unbelehrbare Menschen, die ihre eigenen Regeln über alles stellen, exakt das, was der Vater dem PErsonal vorhält.

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  12. Falk sagt:

    Genau das ist der Punkt, Frank.

    Es geht nicht um Kinder. Es geht um gegenseitigen Respekt, um soziales Miteinander vernünftig denkender Menschen. Ich habe selbst zwei Kinder im Vorschulalter. Und – zumindest im Doppelpack – können die brutal anstrengend sein. Ja, so ist das nun mal (und ich behaupte, dass das nicht an mangelnder Erziehung liegt).

    Aber ich reise auch oft beruflich und ich finde es in dem Zusammenhang unmöglich, wenn mir ein paar Kinder – während ich mich konzentrieren muss oder für einen bevorstehenden Termin ein wenig entspannen will – laustark die Ohren vollplärren, weil die Öko-Mutti sich nicht vorstellen kann, von wessen Steuern ihr Kindergeld eigentlich bezahlt wird (Nochmal, es liegt nie an den Kindern!).

    Die Frage ist (um beim Beispiel zu bleiben) also: Muss ich es uns als Eltern, den Mitreisenden wie auch den Kindern antun, diese kindliche Energie und Kreativität in stundenlangem Stillsitzen kanalisieren zu wollen? Das geht nicht gut. Und deshalb ist es gut und wertvoll, wenn es Rückzugsräume gibt. Ich fahre doch auch im Urlaub mit den Kindern nicht dorthin, wo andere Menschen bewusst absolute Ruhe suchen. Nicht, weil ich die Location nicht mag, sondern weil ich den anderen Leuten Respekt zolle und ihnen ihre Ruhe gönne. So wie ich erwarte, dass sie es meinen Kindern gönnen, in entsprechend kinderorientierten Locations unbeschwert Kind sein zu dürfen und ihre Kreativität auszuleben.

    Daher, liebe Leute, einfach mal zuerst denken und dann tippen. Auch, wenn’s dem einen oder anderen komisch erscheinen mag…

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  13. Torsten sagt:

    Falk: Wie kommst Du von

    “Es geht um gegenseitigen Respekt, um soziales Miteinander vernünftig denkender Menschen.”

    in wenigen Zeilen zu

    “laustark die Ohren vollplärren, weil die Öko-Mutti sich nicht vorstellen kann, von wessen Steuern ihr Kindergeld eigentlich bezahlt wird”

    Deine Sprache ist von einem Mangel an Respekt geprägt, den Du von anderen einforderst.

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  14. Ute Korb sagt:

    @Sascha: russische Züge, saufende Männer, Frauenabteil? Merkst Du was? Ich glaub jetzt gehts los! Schutzabteile, weil Männer sich nicht normal benehmen können? Und das findest Du sinnvoll? Alles klar. Schublade auf, Kommentar rein, Schublade wieder zu.
    Zu den anderen Kommentaren, die die Trennung von Kinder- und Erwachsenenwelt fordern: das ist das Problem: Kinder werden aus der normalen Welt separiert, lernen so auch nicht, wie man_Kind sich dort benehmen sollte und werden so immer unerträglicher für die Erwachsenenwelt. Und Erwachsene lernen nicht, wie man_Frau (und da nehme ich mich nicht raus, geht mir auch oft so) mit Kindern im Alltag umgeht ohne sie dauerbespassend bei Laune halten zu müssen.
    Das finde ich weiterdenkenswert.

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  15. kölnerin sagt:

    @ natascha:
    zitat: Stillen ist etwas privates und hat nichts in der Öffentlichkeit zu suchen… als ob die Mutter den Essenszyklus ihres Kindes nicht kennen würde und kein Fläschchen mitbringen könnte…

    uiii.. in wie weit fühlt sich denn dein gemüt da genervt?

    du bist die perfekte mutti die alles timen kann und nie jmd auf die nerven geht.

    ich nicht. und dass ich jemanden wie dir auf die nerven gehe: ist mir egal!
    mein kind hat mal einen wutanfall an der supermarkt kasse, singt auch im zug fröhlich vor sich her (in zimmerlautstärke) und fragt auch mal den sitznachbar “warum?”! und trotzdem ist es wohlerzogen und darf nicht schreien, trommel spielen, rennen usw im zug.
    und bevor ich kinder hatte und mich für das größte und tollste der welt hielt war ich der selben meinung.

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  16. Lars Reineke sagt:

    “Es wird auch gerne verdrängt, das es auf der Messe einen Kinderhort gibt, der von dem Vater nicht genutzt werden möchte, da er sein Kind nicht Fremden anvertrauen möchte. Das heisst im Umkehrschluss, dass das arme Kind nie einen Kindergarten, eine Schule oder ähnliches von Innen sehen wird.”

    @Frank: Wenn du ein 10 Monate altes Kind in einen Kinderhort (!) geben willst, deren Betreiber du nie zuvor gesehen hast, darfst du dich nicht wundern, wenn dich Eltern nicht ernst nehmen. Rate mal, warum es “Säugling” heißt.

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  17. Sascha sagt:

    @ Ute Korb
    Hast du schonmal darüber nachgedacht, dass es durchaus sehr wohl Sinn machen kann, wenn sich nicht jeder zu jeder Zeit allem permanent aussetzen muss? Dass es durchaus völlig in Ordnung ist, wenn Fahrgäste nicht permanent jeder Umgebung und allen Mitreisenden ausgesetzt sind? (Ist es nicht das Gleiche, weshalb es Frauen- und Männertoiletten gibt?) Ich halte absolut gar nichts von einer Gesellschaft, die sich verordnet, sich permanent auf der Pelle zu hocken. Und ich finde es gut und richtig, wenn man als Reisender die Wahlmöglichkeit hat zu entscheiden, in welche potentielle Umgebung ich mich begeben möchte.
    Das ist das Problem: Wer gegen Kinder-, Ruhe-, Schlaf- und überhaupt Abteile in Zügen ist, verhindert jegliche Rückzugsmöglichkeit und hat vor allem das Transportmittel Bahn nicht verstanden: Ein Großraumabteil ist kein Ort, an dem sich permanent Leute treffen und kennenlernen und intensiv miteinander zu tun haben und schon gar nicht gesellschaftspädagogisch aufeinander einwirken wollen, sondern sich in aller erster Linie mit sich selbst beschäftigen. Die meisten Reisenden besteigen keinen Zug zur Konversation mit ihrer Umgebung, sondern um recht schnell und komfortabel an ein Ziel zu gelangen. Deinen Vorwurf an die böse kinderfeindliche Erwachsenenwelt, die Kinder aus ihren Augen in Abteile separiert, so dass sie alle voneinander nichts lernen (nochmal: ich sehe ein solches Abteil eher den kindlichen Spielbedürfnissen gerecht als ein enges Großraumabteil und überhaupt nicht als Wegsperrabteil für Störenfriede), den kannst du auch den Fahrgästen der U-Bahnen machen, denn die miesepetrigen Metrofahrer sind immer total schlecht gelaunt und wollen partout keine Konversation mit ihrer Umwelt und motzen auch noch rum, wenn ihnen jemand auf den Fuß steigt, die Schweine.

    Sorry, aber: Bevor man sich über Abteile im Zug erregt, mal über die Funktion des Transportmittels nachdenken. Ich als Vater zweier kleiner Kinder hätte ein großes Problem damit, wenn es – wie in russischen Zügen – keinerlei kindgerechte Abteile gäbe. Das ist nämlich weitaus anstrengender als mit solchen Abteilen – im übrigen in aller erster Linie für die Kinder, denn die sind sehr froh, wenn sie NICHT dauerhaft der aufmerksamkeitsintensiven Erwachsenenwelt ausgesetzt sind. Zudem sind Kinderabteile für die Kinder ja auch keine Pflicht, sondern nur eine Wahlmöglichkeit. Und Wahlmöglichkeiten verstehe ich als Auszeichen einer durchaus modernen Gesellschaft.

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  18. pell sagt:

    Diese Vergleiche mit dem dritten Reich würde ich so nicht wählen. Juden gewährte man den Eintritt aus einer ganzen anderen Ideologie nicht. Manchmal sind nicht alle Parallelen einem Vergleich würdig. (Das den Kommentaren und auch Lars’ Artikel.)

    Ich stimme dem Artikel oben aber zu. Ein Zug ist ein öffentlicher Raum und wieso sollte es dort einen Platz brauchen, um sich die vermeintlich lästigen Bälger vom Hals zu schaffen? Vielleicht würde ein bisschen weniger Laptop und Smartphone (im Zug) und mehr Kindergelache uns allen ganz gut tun.

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  19. Lieber dasnuf, Ihr Artikel unterstellt es fände in Deutschland eine Diskriminierung von Kindern (und Familien) statt. Dem ist nicht so.
    Es gibt einen Interessenkonflikt zwischen Familien und Menschen die sich von Kindern gestört fühlen. Sie verweigern sich einer Lösung mit der Begründung vom Satz zuvor.


    Das wars eigentlich schon. Der Rest meines Kommentars sagt etwa das gleiche aus…in reflektiert.Ich beziehe mich nur auf den Blogeintrag, da mir beim Lesen einiger Kommentare echt die Spucke weggeblieben ist. Unser Verhalten gegenüber Kindern mit der Ermordung und Verfolgung von sechs Millionen Juden (und anderen Minderheiten) zu vergleichen ist inakzeptabel, ich finde alle die solch einen Unsinn absondern verabscheuungswürdig.

    “[Ich will,] Dass es akzeptiert wird, dass Kinder ein bißchen lauter sind als Erwachsene. Dass sie vielleicht mal auf den Sitzen stehen und andere angrinsen oder unqualifizierte Fragen der Art “Was machst Du da?” stellen. Ich WILL, dass Menschen einen nicht böse und genervt anschauen, weil ein Baby schreit.”

    .
    Das ist verständlich. Sie sind Eltern, für alle anderen stellt Ihr schreiendes (und Fragendes) Kind allerdings eine Belästigung dar. Wenn sie vom Rest der Gesellschaft verlangen das Einfach so hinzunehmen, verhalten sie sich Rücksichtslos.
    Dass Kinder (in Öffentlichen Verkehrsmitteln) schreien wird (zumeist) sogar Akzeptiert, denn Kinder schreien nun mal. Das lässt sich nicht ändern.

    “Es geht um Familienfreundlichkeit.”

    .
    Nein! Es geht um Rücksichtnahme.

    “Das Zauberwort ist gegenseitge Rücksicht.”

    .
    Genau!

    “Sollen doch diese Leute zuhause bleiben und alle anderen sollen raus und lernen, dass es Unterschiedlichkeiten gibt.”

    .
    Bleiben Sie doch zu Hause! /Polemik Ende
    Unterschiedlichkeiten sind Ja auch in Ordnung. Rüchsichtslosigkeit nicht!

    “Klar sind Eltern-Kind-Cafés schön. Aber wäre es nicht viel schöner, wenn man mit Kindern einfach in jedes x-beliebige Café oder Restaurant gehen könnte?”

    .
    Für Eltern ist das sicher schön. Für alle anderen nicht. (Familien mit Kindern kann man aber auch bereits jetzt in den meisten Kaffes beobachten).

    “Aber warum sollen sie nicht im Gang laufen dürfen? Warum sollen sie nicht in normaler Zimmerlautstärke sprechen dürfen?”

    .
    Das dürfen die Kinder gerne tun, aber bitte nicht rennen. Und bitte nicht im Ruheabteil.

    “Ich möchte einfach Toleranz und ich möchte nicht dass Kinder ausgeschlossen werden.”

    .
    Von was denn? Ich bezweifele dass es herumrennende Kinder besonders interessiert wo sie rumrennen, oder ob sie am Gesellschaftlichen ereignis Kaffetrinken dürfen. (Ich unterstelle,) dass es ihnen nicht um die Gleichberechtigung ihrer Kinder, sondern um ihre Möglichkeit in Cafes zugehen geht.

    “Das Thema lässt sich unendlich ausweiten und wie seltsam es ist, Kinder in eigene Abteile zu schließen, schwant einen, wenn man andere Abteile eröffnet. Behindertenabteile (ist doch toll!), Altenabteile (super!), Frauenabteile (grandios!), Abteile für Ausländer (Applaus!), …”

    .
    WAS FÜR EIN UNSINN?! Kinderabteile sind keine Diskriminierung, sondern sie sind eine Möglichkeit damit umzugehen dass Kinder laut sind. Zwei Gruppen, zwei Interessen die nicht zusammenpassen…wenn sie im selben Raum sind. Kinderabteile, Behindertensitze,… sind keine Diskriminierung, sie sind ein Privileg. Familien werden nicht gezwungen Kinderabteile zu benutzen. Wenn es ihnen aber besse gefällt können wir die Kinderabteile aber gerne Extra-Laut-Abteile nennen.

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  20. Natascha Sandrini sagt:

    @kölnerin herzlichen Glückwunsch zu deinem Egoismus… ja, ich habe meine Kinder gut erzogen, wenn du das offensichtlich nicht kannst und es dir nach eigenen Aussagen auch noch egal ist, dass du anderen Menschen mit deiner Unfähigkeit auf die Nerven gehst, dann empfehle ich eine gute Therapie.. und ja, ich bin schwer genervt von unfähigen Öko-Muttis, die ihre Kleinkinder stundenlang bequatschen und sie dann entscheiden lassen.. Gehirnforschung für Idioten: das kindliche Gehirn ist frühestens ab dem 6. Lebensjahr in der Lage Dinge bewußt wahr zu nehmen, weil sich dann die Gehirnwellen von Delta/Theta in bewußtere ändern…

    ..meine Tochter hatte nch nie einen Wutanfall an der Supermarktkasse, weil sie von Anfang das bekommen hat, was Kinder brauchen.. Grenzen, Regeln und Erziehung – klare Ansagen was geht und was nicht…

    Es wird schon seinen Grund haben, warum seit Jahren Bücher von Kinderpsychologen die Spiegelbestsellerliste bevölkern, die versuchen Eltern von ihrem Tyrannen-Gör zu befreien, weil sie die Erziehung von klein auf vergeigt haben.. als es in Deutschland hieß, man solle Elternkurse zur Pflcht machen, um eine vernünftige Erziehung zu garantieren, ist e ganze Öko-Mutterschaft auf die Barrikaden gegangen.. unser Kindergarten ist voll von plärrenden, ausflippenden, unsozialen Gören, deren Mamis das auch noch für kreativ halten und zu dumm sind, um zu sehen, dass den Kindern Sicherheit fehlt… noch mal…das Problem sind nicht die Kinder, sondern unfähige Eltern..

    ..die dreht sich nun mal nicht um Familien, auch wenn einge hier dieser Verblendung gnadenlos erlegen sind, sondern um die Gesellschaft, in der wir alle zusammen leben müssen und das geht nur nach Spielregeln..

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  21. drikkes sagt:

    So Renterabteile fände ich als mittelfristige Lösung nicht völlig abwegig.
    http://favstar.fm/users/drikkes/status/1938061844

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  22. Christina sagt:

    Gegenseitige Rücksicht, richtig. Ich habe zu akzeptieren, dass Kinder im Zug mal durch den Gang laufen oder mich fragen, was ich da mache. Ist, wenn es im Rahmen bleibt, auch völlig okay. Andererseits haben Eltern auch zu akzeptieren, dass mich das an manchen Tagen nervt. Ansonsten könnte ich ja auch einfach die Diskriminierung derer, die im Zug arbeiten möchten, unterstellen.

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  23. Frank sagt:

    “Wenn du ein 10 Monate altes Kind in einen Kinderhort (!) geben willst, deren Betreiber du nie zuvor gesehen hast, darfst du dich nicht wundern, wenn dich Eltern nicht ernst nehmen. Rate mal, warum es “Säugling” heißt.”

    Wenn Du naiverweise einen Säugling auf eine Veranstaltung mitnehmen möchtest, die primär für Erwachsene gedacht ist, darfst Du dich nicht wundern, wenn Du nicht ernst genommen wird. Rate mal, warum es “Consumer Messe” heisst. Da hat ein Säugling nichts verloren.

    Freundlicher Tipp: Wenn Du in der Politik Karriere machen möchtest, hast Du noch einiges zu lernen, was Diplomatie und rhetorisches Geschick angeht. Aber das wirst Du gewiss nicht zum ersten Mal in deinem Leben gehört haben. ;-)

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  24. Foodfreak sagt:

    Wie auch schon von anderen ausgeführt ist ein Kinder-Abteil eine Wahlmöglichkeit und kein Wegsperren – eine Möglichkeit _für_ und nicht gegen Kinder. Und bei allem Verständnis für Eltern, die sich in der Defensive sehen, haben unterschiedliche Reisegruppen unterschiedliche Interessen, und es ist richtig wenn diesen Gruppen verschiedene Optionen angeboten werden, und ich dann errwarten kann dass in Ruhezonen auch Ruhe herrscht. Die Tatsache dass ich auf einer Bahnreise (die auch gut mal 5 oder mehr Stunden dauern kann) diese Zeit möglichst optimal für mich nutzen möchte – sei es durch Lesen, Arbeiten oder auch Dösen nach einem langen Tag – macht mich deswegen weder zu einem Kinderhasser noch zu jemandem der andere ausgrenzen will, sondern einfach zu einer Person mit eigenen Rechten und Wünschen.

    Und wo du schon mit dem erhobenen Zeigefinger (OMG) ‘Behindertenabteil’ schreibst: Behindertentoiletten z.B. sind ebensowenig behindertenfeindlich wie es (gesonderte) Wickelräume für Eltern sind oder behindertengerecht ausgestattete DB-Waggons es wären, sondern ganz im Gegenteil ein Zurkenntnisnehmen von Leuten mit, im amerikanischen Sprachstil gesagt, ‘special needs’. Special needs sind zum Beispiel auch Stellplätze für Kinderwagen, fehlende ‘Durchsagen’ in der Bahn für Hörbehinderte (Digitalanzeigen?) etc. pp. Aber immer erst mal laut Diskriminierung schreien…

    Im übrigen kann ich Lars Reinekes Artikel nur Recht geben. Nur ist das eine vollständig andere Diskussion.

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  25. Sascha sagt:

    @ Foodfreak:
    Word.

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  26. Anne sagt:

    Worum es doch eigentlich geht, ist, dass es immer so scheint, als wären Kinder eine Ausnahmeerscheinung der Gesellschaft, als ob es jetzt etwas Besonderes wäre, sich mit Kindern ein Abteil teilen zu müssen, und das ist ja das Problem.

    Ja, Kinder können nerven. Auch mich. Und mir ist es auch schon passiert, dass ich mir innerlich gewünscht habe, die Leute mit den Kindern mögen doch hoffentlich an der nächsten Station aussteigen, damit ich meine Ruhe haben kann. Aber wenn das dann nicht so ist, dann hab ich eben Pech gehabt.

    Ich hatte aber schon sehr reizenden Familien mit Kindern neben mir sitzen, wo ich mich richtig gefreut hab, dass es so nette Eltern mit so netten Kindern gibt. Das kommt eben immer auf die Eltern und auf die Kinder und eben auch auf meine aktuelle Laune an.

    Ich habe selber keine Kinder und weiß nicht aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, einen Platz im Kleinkindabteil zu bekommen oder wie schwierig es generell sein kann, mit kleinen (und großen) Kindern, Zug zu fahren. Das, was ich erwarte, ist eine normale Portion Respekt vor den Mitreisenden. Ich möchte im Zweifelsfall nicht diejenige sein, die die Eltern darauf hinweisen muss, dass ihr Kind jetzt vielleicht ein bisschen anstrengend wird, sondern gehe davon aus, dass die das schon selbst merken und dann entsprechend reagieren. Und wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, hatte ich es noch nie mit Eltern zu tun, die an der Stelle nicht selber darauf geachtet haben, dass ihre Kinder sich nicht halbwegs benehmen.

    Genauso nervig finde ich es manchmal, wenn andere Leute (gerne auch Anzugträger) laut mit dem Handy telefonieren, oder irgendwelche größeren Reisegruppen an ihren Vierertischen ihre Bierflaschen aufmachen. Ich fahre mit dem Zug. Da muss ich mich mit meinen Mitmenschen arrangieren.

    Wer wirklich, wirklich seine Ruhe haben möchte, der reserviere bitte einen Platz im Ruhebereich oder besser noch in einem abgeschlossenen Abteil und bete zu Gott, dass er dann nicht neben jemandem sitzt, der seelenruhig schläft und dabei aber leider sehr laut schnarcht.

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  27. dasnuf sagt:

    Ich bin gar nicht gegen Kinderabteile. Ich bin dagegen, dass ein Kinderabteil (6 Sitze) auf 450 (geschätzt – ganzer ICE) Plätze als ausreichend angesehen werden, wenn es um Familienfreundlichkeit geht. Und dass dann jede Familie außerhalb dieses Kinderabteils als Zumutung gesehen wird. Ein Großteil der Kommentare zeigt dass es nach wie vor so ist.

    Deswegen sind Kleinkindabteile nämlich indirekt doch ein Zwang. Denn wenn es sie schon gibt, warum bucht man sie bitte nicht. Also ehrlich. Wer will die nervigen Kinder denn im Großraumabteil!

    Es wäre doch richtiger für ausreichend Möglichkeiten zu sorgen – in jedem Abteil – so dass es eine gute Möglichkeit der Koexistenz gibt.

    Es gibt noch viel zu verändern. V.a. in den Köpfen der Leute.

    @Natascha: Und sorry. Stillen ist nicht Privatsache. Stillen ist Füttern. Du musst zum Fläschchen geben auch nicht in einen Fläschchenraum. Brüste sind überall OK (Werbung), aber wenn es ums Stillen geht, dann soll man sie bitte nicht zeigen.

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  28. Janina sagt:

    Der Artikel spricht mir aus der Seele. Kinder gehören mitten in die Gesellschaft!

    Das Lesen einiger Kommentare ist dann jedoch sehr ernüchternd:
    Mütter gegen Mütter (Falsche Erziehung, à la “ICH habe alles richtig gemacht, Du nicht”);
    wenig durchdachter Hinweis auf Kinderbetreuung bei der Cebit (nicht nur Säuglinge, sondern auch ältere Kinder mögen manchmal nicht bei fremder Betreuung während Veranstaltungen etc. bleiben – jede Familie sollte das für sich entscheiden können, ohne gesellschaftlich verurteilt zu werden);
    und zahlreiche Fälle von “Andere-Eltern-Bashing”

    Das macht mich traurig – nein: Das macht mich wütend!

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  29. Janina sagt:

    @natascha Stillen ist privat? Ist Essen privat?
    Und ein Stillzyklus (?) indem eine Mahlzeit einfach – weil man in der Öffentlichkeit ist – mit einem Fläschchen ersetzt wird ist doch absurd.
    Wie weit hat sich diese Gesellschaft eigentlich bereits von ihren Wurzeln entfernt?

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  30. bicyclist sagt:

    Dann bitte auch Managementschnösel und Schnöselinen Abteile, in denen sie sich permanent mit Smartphone oder Blackberry wichtigtuerisch mit ihren Geschäftspartnern unterhalten können, genervt gucken, wenn mal wieder ein Normalsterblicher etwas zu sagen wagt oder diese blöden Bratzen, die später mal ihre Rente sicher nicht zahlen, einfach rausschmeissen können. Bitte, bitte, wenn schon Kinderarbteile, dann auch “Ich bin besser als ihr alle , Schlipsträgerzonen”. Am besten mit Blondinnen, die Champagner reichen und Bettlern, die man rituell rauswerfen kann.”
    So, hab ich jetzt genug Schubladen unserer angeblich kinderfreundlichen Businessspakos bedient?
    Deutschland IST NICHT kinderfreundlich. Wer was anderes behauptet, hat entweder keine, oder kann sich diverse Kinderabstellbedienstete leisten.

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  31. Pingback: Kinder, Kinder | Hokeys Blog

  32. ahm … wieso wird hier dauernd davon ausgegangen, dass im Zug eine Arbeitsatmosphäre herrschen muss??? Ich weiß nicht genau, wie das in D funktioniert. In Ö gibt es in vielen Zügen die Möglichkeit Business Class zu fahren (neben 1. oder 2. Klasse). Dort kann ich Ruhe verlangen. Wenn ich im Zug arbeiten muss und es geht nicht, weil es einfach zu laut ist, dann kann ich doch nicht die Mitreisenden dafür verantwortlich machen …? Mit Kindern im Zug fahren kann anstrengend sein (als Eltern ebenso wie als Mitreisende) – ja, eh. Das Leben ist halt manchmal anstrengend. Schon einmal darüber nachgedacht, dass Eltern mit ihren Kindern auch ein Ziel haben und dass es einen Grund für die Zugfahrt gibt!? Und zwar nicht den, den anderen zu zeigen wie rücksichtslos man ist, weil man sich für den Weltmittelpunkt hält.
    Ich kenne übrigens beide Seiten: ich bin regelmäßig Stunden im Zug gefahren und habe fast immer etwas zu arbeiten mitgehabt. Und seit kurzem fahre ich auch regelmäßig mit einem Baby im Zug. Und wenn mein Baby schreit – soll ich mich dann mit ihm am Klo einsperren? Die Notbremse ziehen? Mich (oder wahlweise das Kind) aus dem fahrenden Zug werfen? Das hat überhaupt nichts mit fehlender Rücksichtnahme zu tun, aber aus welchem Grund soll ich mich, seit ich Mutter geworden bin, verstecken, weil mein Baby weinen und damit andere Leute verschrecken könnte?
    Ja, ich bin auch für gegenseitige Rücksichtnahme. Gegenseitige. Und ich verstehe nicht, was das Problem sein soll, wenn mich ein Kind im Zug mit seinen ständigen Fragen nervt und mich so am Arbeiten hindert (weil das als Bsp gefallen ist), dass ich die Eltern darum bitte, dem Kind zu erklären, dass das momentan nicht geht bzw. dem Kind das selber sagen…?
    Und noch etwas ärgert mich hier: das Bsp mit der Messe und dem Säugling. Vielleicht ist es nicht zu viel verlangt, wenn ein Vater selbst entscheidet, ob er sein Baby auf eine “Erwachsenenveranstaltung” mitnehmen will. Er weiß vermutlich selber am besten, ob das funktioniert oder nicht.

    Wieso ist es so schwer, Kinder als Teil der Gesellschaft zu akzeptieren? Da geht es nicht um Verhätschelung und dergleichen. Im Gegenteil. Ohne großes Getue einfach Teil sein. (so wie es ja in vielen anderen Ländern hervorragend funktioniert)
    Zum Kinderabteil stehe ich übrigens genauso wie zu Stillräumen: Ja, super. Immer her damit. Aber bitte nicht als Zwang oder zum Abschieben.

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  33. Tom sagt:

    Gleichberechtigung für Familien? Dann fangt mal bei den Christen an!

    Brüllt der Nachbar doch neulich einen Dreijährigen (!) an, dass er “am Tage des Herrn” nicht lärmen soll! Es ist nicht einmal mein Kind, aber da habe ich mich geschämt: für den Nachbarn.

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  34. almi sagt:

    @natascha:

    warum ein trotzendes kleinkind im supermarkt immer wieder gerne als beispiel für schlechte erziehung herangezogen wird, erschließt sich mir nicht. denn fakt ist: die trotzphase wurde jedenfalls nicht von der antiautoritären ökomamas erfunden, sondern gehört zur natürlichen entwicklung eines kindes dazu. wie stark sie ausgeprägt ist, hängt zum großteil von der persönlichkeit des kindes ab.

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  35. @dasnuf:

    “Ich bin gar nicht gegen Kinderabteile. Ich bin dagegen, dass ein Kinderabteil (6 Sitze) auf 450 (geschätzt – ganzer ICE) Plätze als ausreichend angesehen werden, wenn es um Familienfreundlichkeit geht.”

    Ach was, dann schreib das doch auch so, ich Zitiere:

    “ich fordere: Ja! Schafft die Kleinkindabteile ab! Schafft sie ab! Ich will keine Extrawürste für Familien mit Kindern mehr. Ich will, dass die Gesellschaft Kinder akzeptieren lernt. [...]
    Das Thema lässt sich unendlich ausweiten und wie seltsam es ist, Kinder in eigene Abteile zu schließen, schwant einen, wenn man andere Abteile eröffnet. Behindertenabteile (ist doch toll!), Altenabteile (super!), Frauenabteile (grandios!), Abteile für Ausländer (Applaus!), …

    —-

    “Deswegen sind Kleinkindabteile nämlich indirekt doch ein Zwang”

    Nein. Es wird ein gesellschaftlicher Druck ausgeübt, sie sind aber nicht gezwungen dem Folge zu leisten.
    Die klage dort würde Diskriminierung stattfinden is also immer noch absoluter Scheiss! Ich finde es sogar eine große Frechheit das so hinzustellen und es geht noch weiter:

    “Es wäre doch richtiger für ausreichend Möglichkeiten zu sorgen – in jedem Abteil – so dass es eine gute Möglichkeit der Koexistenz gibt.”

    (/beginn Übertreibung) Ihre Forderung, die Gesellschaft solle Störung ihrerseits Tolerieren und nicht von ihnen verlangen sich rücksichtsvoll zu verhalten, die Forderung lautet und: Räumt mir weitere Sonderrechte ein, damit…
    Ger Vorschlag ist, wenn auch nicht besonders überdacht, gar nicht so dumm, aber bitte, bringen sie mal Konsistenz in ihre Argumentation.

    “Es gibt noch viel zu verändern. V.a. in den Köpfen der Leute.”

    Schon wieder forderst du dass alle anderen sich anders verhalten sollen. Das klappt halt nicht, weil die meisten so denken. Wenn du willst dass unsere Gesellschaft besser wird musst du bei dir selbst beginnen.

    @anne

    “Genauso nervig finde ich es manchmal, wenn andere Leute (gerne auch Anzugträger) laut mit dem Handy telefonieren, oder irgendwelche größeren Reisegruppen an ihren Vierertischen ihre Bierflaschen aufmachen. Ich fahre mit dem Zug. Da muss ich mich mit meinen Mitmenschen arrangieren.

    Wer wirklich, wirklich seine Ruhe haben möchte, der reserviere bitte einen Platz im Ruhebereich oder besser noch in einem abgeschlossenen Abteil und bete zu Gott, dass er dann nicht neben jemandem sitzt, der seelenruhig schläft und dabei aber leider sehr laut schnarcht.”

    Völlig richtig!

    @Foodfreak:

    Exakt!

    @Janina:

    “Der Artikel spricht mir aus der Seele. Kinder gehören mitten in die Gesellschaft!”

    Diejenigen die sie nerven auch.

    @aufZehenspitzen:

    “Wieso ist es so schwer, Kinder als Teil der Gesellschaft zu akzeptieren? Da geht es nicht um Verhätschelung und dergleichen.

    “Schon einmal darüber nachgedacht, dass Eltern mit ihren Kindern auch ein Ziel haben und dass es einen Grund für die Zugfahrt gibt!?”

    Es gibt halt keinen Grund ihnen deshalb zu erlauben andere Mitmenschen zu stören.

    ” Ohne großes Getue einfach Teil sein. (so wie es ja in vielen anderen Ländern hervorragend funktioniert)”

    Wo denn, woher weisst du das, bist du aus/eingewandert? Wie ist es denn dort? Wie sollte es hier denn (konkret) sein?

    “Er weiß vermutlich selber am besten, ob das funktioniert oder nicht.”

    Es passiert leider all zu oft dass die Eltern eben dies nicht wissen, schlimmer noch: Dass es ihnen vollkommen egal ist! Selbst in der Ruhezone im Zug (wo ich ausshclieslich fahre).

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  36. Frank Unsinn sagt:

    Das ist ja eine aufschlussreiche Diskussion. Erstaunlich.

    Wir waren in Portugal mit der Kleinen im Urlaub. Eine Erlösung für meine verklemmte deutsche Seele. Was für ein Vergnügen dort mit Kindern in Restaurants!

    Ostern geht es im ICE von HH nach Karlsruhe. Mal sehen, wen ich von Euch treffe.

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  37. Croco sagt:

    Mit Kindern reisen?
    Oh, ja. Mit dreißig Kindern und einmal umsteigen.
    Anstrengend. Doch wenn vorher geklärt, wie man sich verhält, geht das ganz gut.
    Ein unangenehmes Erlebnis habe ich.
    Wir hatten Plätze reserviert, die 8. Klasse und ich.
    Sie hatten ipods dabei, Kartenspiele, Bücher.
    Zwei haben sogar ihre Plätze einem älteren Paar angeboten.
    Doch dann begann die Randale. Die älteren Herrschaften beschimpften die friedlich vor sich hin wurschelnden Kinder. Sie seien laut, was nicht stimmte, sie würden stören, was nicht der Fall war. Und das alles vom geschenkten Platz aus.
    Nett und höflich griff ich ein, und wurde dann auch ein bisschen beschimpft. Dann stiegen sie aus.
    Ach ja, was ich noch sagen wollte.
    Meinen Schülern erzähle ich ab und an von früher.
    Auch davon, dass in meiner Kindheit in der kleinen Stadt alle zusammen wohnten. Die Alten waren nicht im Heim, die Behinderten nicht in der Betreuung, die Kinder am Nachmittag nicht im Musikunterricht. Man lebte enger zusammen, wusste viel voneinader, half, beruhigte wo es ging, tratschte auch. Es war bestimmt eine sehr sehr enge Welt. Aber man lernte, dass alle eine Berechtigung haben, hier zu sein, und dass wenn alle Rücksicht nehmen, es irgendwie friedlich läuft.
    Konsenz. Wenn wir den wieder hätten.

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  38. @ Mappleconfusers – wenn Sie mich schon direkt fragen:

    “Es gibt halt keinen Grund ihnen deshalb zu erlauben andere Mitmenschen zu stören.”
    Nein, gibt es auch nicht. Aber es geht hier vermutlich ein bisschen um die Definition von “Stören” und wer sich von wem warum gestört fühlt. Das meinte ich auch damit, dass es in anderen Ländern einfacher sei – weil, so mein Rückschluss: man sich andernorts oftmals nicht von spielenden, weinenden usw Kindern gestört fühlt. Und es auch akzeptiert, wie vorhin schon einmal erwähnt, dass es zB auch soetwas wie eine Trotzphase gibt.

    “Wo denn, woher weisst du das, bist du aus/eingewandert? Wie ist es denn dort? Wie sollte es hier denn (konkret) sein?”
    Nein, ich bin nicht aus- oder eingewandert. Dieses Gefühl habe ich von längeren Reisen (Südamerika, Südeuropa, Südosteuropa) und von eingewanderten südeuropäischen Freunden. Dort ist es eben so, wie ich gerade oben geschrieben habe. Dort haben die meisten Menschen offenbar eine andere Definition von “Stören”. Etwas mehr von dieser Soll-Sein-Gesinnung täte uns (in Ö – und wenn ich die Diskussion hier verfolge auch in D) ganz gut – und das betrifft nicht nur Kinder! Ich kenne, die geschilderten Situationen auch von einer Freundin, die mit körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen arbeitet (und verreist).

    “Es passiert leider all zu oft dass die Eltern eben dies nicht wissen, schlimmer noch: Dass es ihnen vollkommen egal ist! Selbst in der Ruhezone im Zug (wo ich ausshclieslich fahre).”
    Es spricht ja nichts dagegen, mit den Eltern Kontakt aufzunehmen …? Ein Hinweis auf die Ruhezone könnte möglicherweise helfen. Wer das Lärmen kleiner Kinder gewohnt ist, merkt manchmal nicht, wie laut es ist. Ich mag einfach nicht glauben, dass Sich-grün-und-blau-Ärgern und Im-Nachhinein-Schimpfen die bestmögliche Reaktion sein soll.

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  39. Hans sagt:

    Wenn man verlangt, daß die Gesellschaft Kinder akzeptiert, sollte man vielleicht mal bei den Eltern Druck machen, die es für eine Zumutung halten ihre Bälger mal zu erziehen und ihnen auch mal Grenzen aufzuzeigen. Ja, Kinder machen schon mal Krach und sowas, aber ehrlich, wenn das Kind das zehnte Mal gegen meine Rückenlehne tritt, dann ist doch wohl nicht zuviel verlangt, das abzustellen.

    Sobald nur noch Leute Kinder bekommen, die dazu auch geeignet sind und die damit kommende Verantwortung tragen, können wir darüber sprechen Kinder und ihre Eltern aus den Reservaten zu entlassen. Aber so lange wie das nicht passiert, müsst Ihr halt alle gesondert weggesperrt werden. Ja, das ist Sippenhaft, wenn Euch das nicht passt, dann zeigt mal Courage und wirkt auf Rabeneltern ein.

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  40. Hans sagt:

    @Lars Reinecke: Das normal denkende Menschen ein Kind von vier Monaten gar nicht erst auf eine Messe mitnehmen, ist Ihnen aber gar nicht erst in den Sinn gekommen? Dann können Sie da nicht hin? Pech. Wirklich, wir brauchen langsam eine Prüfung bevor man Kinder bekommen darf.

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  41. Hans sagt:

    Oh, Entschuldigung, zehn Monate. Das Ergebnis bleibt gleich.

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  42. Pier sagt:

    Ich pflege ungezogene Kinder im Zug einfach anzubrüllen und mit Verspeisen zu bedrohen. (Profitip: Größer, stärker und furchteinflößender als die Eltern sein.)

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  43. kölnerin sagt:

    @natascha: eine diskussion über die trotzphase werde ich hier nicht mit ihnen starten. singende kinder die fragen stellen sind für sie also unerzogen?? mich nach 10 sätzen als unfähig, egoistisch und “öko” (was auch immer das für sie heißt) abzustempeln.. wow! sie müssen ja super menschenkenntnisse haben.

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  44. @Hans

    Und wie sorgen wir dafür dass wir dann noch in einer Gesellschaft leben in der Wir leben wollen. Wie planen sie die Verfassungsänderungen und wie sollen wir das Tribunal wegen schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte zu überstehen.
    Sie haben da was am Kopf kleben. Man nennt es Hirn, benutzen sie es!

    .
    @aufZehenspitzen
    Ich sehe auch nicht wirklich ein Problem mit den Kindern. Der größere Teil verhält sich auch ordentlich und wenn nicht, bemühen sich die Eltern dass die Kinder nicht stören (nicht laut sind), im Zweifelsfall indem sie das Abteil verlassen wenn das Kind schreit. Ich bin vollkommen bereit das zu tolerieren, denn Kinder verhalten sich nunmal so (und ich habe mich sicherlich vor 10 Jahre auch noch so verhalten – ich bin 18). (Wenn man aber einen Säugling dabei hat geht man einfach nicht ins Ruhe abteil den.) Ich amüsiere mich übrigens auch Köstlich über Leute die sich an Kleinigkeiten auslassen (in der Ruhe liegt die Kraft *kicher*).
    Das ist die eine Gruppe von Eltern mit denen ich kein Problem habe, die andere Gruppe sind Eltern die ihre Kinder auf Unbeteiligte loslasse oder sie Manchmal extra wegschicken (um sie los zu sein). Da hilft meist kein reden mit den Eltern mehr. Ich bitte dann normalerweise die Kinder freundlich etwas leiser zu sein, was sehr gut funktioniert. Dann fangen aber die Eltern an mich zu belästigen, weil ihre Autorität untergraben habe.

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  45. @dasnuf
    Könnten sie bitte die Trolle entfernen?

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  46. Andreas sagt:

    Und was haltet ihr davon, die ganze zweite Klasse abzuschaffen? Dort wird der Kinder- und Unterwegsarbeiter-Pöbel vor den Wohlhabenden versteckt.

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  47. Janina sagt:

    @mappleconfusers
    @Janina:
    “Der Artikel spricht mir aus der Seele. Kinder gehören mitten in die Gesellschaft!”
    Diejenigen die sie nerven auch.

    Ich befürchte, dass mit einer solchen Einstellung das Ding mit dem Arterhalt wohl eher nicht funktionieren wird ;)

    @hans
    Sprache verrät viel. Der Meinung zu sein, bei einem Kind ein betimmtes Verhalten einfach so “abstellen” zu können ist nicht so einfach. Vielleicht können Sie das? Ich wäre über einen pädagogischen Supertrick dankbar!

    und…in den allermeisten Fällen weiß niemand anderes als die Eltern besser, was dem eigenen Kind und der Familie guttut oder nicht. Es ist sehr anmaßend, die Situation der Familie von außen zu verurteilen.

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  48. Pingback: Sonntagslinks #128 — KALIBAN (You are likely to be eaten by a grue)

  49. Matthias sagt:

    @ Frank:

    Wenn man von jungen Eltern erwartet, dass sie sich freiwillig vom öffentlichen Leben ausschliessen, weil sie Kinder haben, also bspw. nicht mehr auf die CeBit gehen können, dann ist es nicht mangelnde Rhetorik, sondern Ignoranz, die in eurer Unterhaltung auffällt.

    ICH wünsche mir, dass ich mit meinem Sohn (3 Monate) überall hingehen kann, sofern andere dadurch nicht benachteiligt werden.

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  50. @Janina:

    “Ich befürchte, dass mit einer solchen Einstellung das Ding mit dem Arterhalt wohl eher nicht funktionieren wird ;)”

    Wie meinen sie das.

    “und…in den allermeisten Fällen weiß niemand anderes als die Eltern besser, was dem eigenen Kind und der Familie guttut oder nicht. Es ist sehr anmaßend, die Situation der Familie von außen zu verurteilen.”

    Es geht nicht darum die Situation der Familie zu beurteilen, sonder die Eigene.
    Als Bürger dieser Gesellschaft sind wir verpflichtet auf die Anderen Rücksicht zu nehmen. Dazu sind Eltern so wie alle anderen verpflichtet und leider passiert das halt nicht immer.

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  51. sibiuaner sagt:

    Ballspielverbot, Fahrradfahrverbot, Rollschuhverbot, Rennverbot (in den Gängen!), Essverbot, Trinkverbot, Stillverbot, Frageverbot, Wein-/Plärr-/Lachverbot, Luftballonverbot müssen schon sein, damit in Eisenbahnen, auf Bahnhöfen, im Flugzeug und auf Flughäfen, auf Spielplätzen, auf Schulhöfen, in öffentlichen Ämtern, Krankenhäusern, in Einkaufszentren, Cafés, Restaurants, Hotels, Hausfluren, Wäldern, Parks und Blumenbeeten wenigstens ein kleines bisschen Ordnung herrscht und alle sich freier fühlen. Die Verbotsliste müsste bei der Geburt jedes Menschen laut verlesen und zur Unterschrift vorgelegt werden, natürlich mit Rechtsbelehrung: “Das richtet sich jetzt nicht gegen Sie oder Ihr Kind, wir mischen uns da gar nicht ein, das ist alles ihre Sache, wir sind ein freies Land. Aber wir wollen Ihnen helfen, Ihre Grenzen kennenzulernen. So, ein Beleg für Ihre Unterlagen und das Original bleibt bei uns.”

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  52. Habe ich gerade bei Google+ mit Deinem Beitrag geteilt:

    “Schon die Idee Kindertagesstätten nicht in Wohngebieten zu erlauben, ist genau der Grund, warum unsere Gesellschaft es nicht schafft jung zu bleiben. Seniorenheime machen keinen lärm.”

    War so spontan, das ich es hier auch mal schreiben wollte!

    Wie absurd diese Dinge sind und einem selbst, als Vater, manchmal nicht mehr auffallen. Man hat sich schon daran gewöhnt, das es eben Leute mit Kindern und die ohne Kinder gibt, die einfach sehr unterschiedliche Einstellungen zum Leben haben!

    Danke für eine neue Sicht der Dinge.

    Gruß
    Wolfram

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  53. Nessy sagt:

    Ich habe, wenn ich verreise, stets Ohropax mit. Die gibt es jetzt sogar im Disco-Look. Sie sind praktisch bei lärmenden Zimmernachbarn, Hauptverkehrsstraßen vor der Tür und Schnarchern im eigenen Bett. Außerdem sind sie gut für Flugzeugreisen und Zugfahrten. Egal, ob mir Kinder oder dauertelefonierende Businesskasper auf die Nerven gehen. Außerdem zu empfehlen: In-ear-Kopfhörer und schöne Musik.

    Die Welt um mich herum ist halt das Leben. Wenn ich damit mal nicht klarkomme: Rein mit den Stöpseln, fertig.

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  54. Janina sagt:

    @mappelconfusers
    das mit dem Arterhalt ist nur ein augenzwinkernder Gedanke, der mir kam, als ich Ihr Statement “diejenigen, die sie nerven [gehören] auch [ in die Mitte der Gesellschaft]” gelesen habe. Denn wenn Kinder durch ihre Aneesenheit in der Öffentlichkeit nerven, wäre es vielleicht besser, wenn es keine gäbe? (nicht ganz ernst nehmen ;)

    Natürlich ist Rücksicht auf Andere ein wichtiger Wert, der Kindern am Besten durch Vorbildfunktion vermittelt gehört.
    Mein Kommenar zur Verurteilung von Familien von außen bezog sich auf den Beitrag von Hans, der meint beurteilen zu können, ob es richtig sei, ein zehmonate altes Kind auf eine Messe mitzunehmen und den Eltern gar ein “nicht normal Denkendes” Wesen unterstellt, welches möglichst durch einen obligatorischen Elternführerschein gleichgeschalter werden sollte. Bei solchen Kommentaren bewegt sich mein Kopf mit einer Beschleunigung von mehr als 9,81 m/s2 auf die Tischplatte zu…

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  55. eflebeth sagt:

    Matthias sagte: “ICH wünsche mir, dass ich mit meinem Sohn (3 Monate) überall hingehen kann, sofern andere dadurch nicht benachteiligt werden.”

    Ich hab mich grad spaßeshalber gefragt, was eigentlich ein Opernhaus macht, wenn jemand mit 3 Monate altem Baby und gültigen Eintrittskarten da steht. Und stelle fest – z.B. bei der Hamburger Oper – dass die das tatsächlich nichtdiskriminierend gelöst haben, ich zitiere aus den AGB: “Insbesondere können Besucher aus Vorstellungen verwiesen werden, wenn sie diese stören, andere Besucher belästigen oder in sonstiger und erheblicher Weise oder wiederholt gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen haben. Der Zutritt kann verweigert werden, wenn die begründete Vermutung besteht, dass der Besucher die Vorstellung stören oder andere Besucher belästigen wird.”

    Mit dieser Klausel kann man Eltern mit einem Säugling abweisen, aber dem interessierten Vierjährigen, der verspricht, ganz ganz leise und brav zu sein, eine Chance geben, die Oper zu hören. Das hängt natürlich etwas von der Willkür oder Augenmaß des Menschen am Eingang ab, find ich aber wesentlich sinnvoller als die gezielte Altersdiskriminierung der Cebit.

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  56. Torsten sagt:

    Als Vater eines Dreijährigen stimme ich zu, dass viel zu oft und zu viel diskriminiert wird. Ich finde es aber schon gut, wenn ich meinem Kind im Zug einen Raum bieten kann, in dem er auch PLATZ zum Spielen hat. Um wenn ich beruflich im Zug bin finde ich es genauso toll, wenn ich in der Ruhezone in Ruhe schreiben kann. Man kann ein Kinderabteil als Diskriminierung sehen, muss es aber nicht.

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  58. Sebastian sagt:

    @dasnuf: ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Miteinander anstatt voneinander abgegrenzt.

    Dass es aber nichts mit Ausgrenzung zu tun hat, wenn man besondere Einrichtungen für einzelne Gruppen schafft, das geht hier irgendwie bei vielen verloren. Ich finde das erschreckend.

    Godwins’s Law gilt offensichtlich nicht für Eltern.

    Nur mal ein Beispiel: darf man in den großen Abteilen wo die Kinder gerne mit dabei wären dann auch wieder rauchen? Oder darf auf der CeBit dann auch ein Spiel wie “Mass Effect 3″ vorgeführt werden? Das ist übrigens meiner Ansicht nach der Grund, warum Kinder unter 16 nicht alleine auf das Gelände dürfen. Und Kinder unter 8 dürfen aus Haftungsgründen nicht auf das Gelände. Das war übrigens meines Wissens nach früher anders, deshalb auch die Wickeltische auf dem Gelände in den Toiletten.

    Lars Reinecke geriert sich in seinem Blogbeitrag wie das verwöhnteste, rechthaberischste Kleinkind, das ich in den letzten Monaten habe erleben dürfen. Er hat sich einen Dreck darum gekümmert sich darüber zu informieren, was er mit seinem Kind darf oder nicht darf. Genauso gut hätte er mit dem Kind und seiner Frau vor einem Pornokino stehen können und den Türsteher anschreien dass er ein verdammter Nazi ist. Dass er als angeblich IT-affiner Mensch nicht versteht, warum es Altersgrenzen auf Messen gibt, ist mir absolut schleierhaft. Die waren mir schon bekannt als ich in der 9. Klasse das erste Mal auf die CeBit gefahren bin mit der Schule und das war vor 20 Jahren als das JuSchG noch weich wie Watte war.

    Die eigene Ignoranz so in Aggression umzuwandeln und dann auch noch Zuspruch zu bekommen… tausend Punkte an Herrn Reinecke.

    Aber wie gesagt ich verstehe wie Du das meinst. Es wäre wirklich schön wenn wir alle in einer großen, netten Familie miteinander leben können aber wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und da bekommen halt manche Leute eine Extrawurst gebraten. Und wie man sieht gibt es auch hier Eltern die sagen “Ich freu mich über die Extrawurst mit dem Kinderzimmer im Zug”. Ich halte das nicht für Ausgrenzung genauso wenig wie ich es für Ausgrenzung halte wenn ich meine Computerspiele mit dem roten Aufkleber nicht mehr bei Karstadt ausgestellt sehe und sie per Einschreiben Eigenhändig bei Amazon bestellen muss – und wenn wegen Winnenden darin die Hälfte wegzensiert ist. Ich hab kein Problem damit wenn für Raul eine Rampe an jedes Restaurant gebaut wird und für Blinde an den Ampeln diese klackenden Dinger. Das sind auch alles “Extrawürste”. Und über die habe ich auch schon Behinderte schimpfen hören weil sie meinen sie könnten sich besser integrieren.

    Wie gesagt – wie man’s macht macht man es falsch. Weil jeder es gerne so hätte, wie er es gerne mag.

    Extrawürste haben nichts mit Ausgrenzung zu tun und ich würde mir wirklich wünschen wenn einige der verwöhnten Eltern die hier einen Godwin nach dem anderen bringen mal ihr Hirn einschalten bevor sie diese Vergleiche anstrengen. Es ist ehrlich gesagt unerträglich.

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  59. Paul sagt:

    Nun, ich bin migräneanfällig. Und durfte schon Eltern erleben, die meinen etwas angestrengten Blick als Ausdruck der Kinderfeindschaft kommentierten. “Typisch deutsch” scheint der Topos schlechthin zu sein.

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  60. Pingback: Ich hab was gegen Kinder, allerdings nur hier « Horst seine Freunde

  61. jule sagt:

    wenn ich mir hier diese ganzen kommentare durchlesen, dann bin ich bei manchen zu tode erschrocken und muss mich fragen, was ich bisher eigentlich anders gemacht habe, dass ich noch NIE! ehrlich noch nie mit meinen zwei kleinen kindern (4 und 5) in irgendeiner form irgendwo öffentlicht blöd angemacht wurde. und meine kinder sind ehrlich nicht wirklich leise oder besonders angepasst – sie sind fröhlich, schnacken gerne und spüren, wenns dem gegenüber reicht. und ich ebenso. vielleicht liegts daran?

    (erschreckend, wie eltern sich hier fertig machen. puh.)

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  62. Anna Nym sagt:

    Hach, die Eltern-Kinderlosen-Debatte. Ich kann ‘s zum Teil nicht mehr hören. Zum Teil ist es offenbar immer noch würdig, Thema zu sein, leider.

    Und ja, gegenseitige Rücksichtnahme ist das Zauberwort.
    Ein brüllender Säugling im ICE? Mei, armes Kind, wenn ich ehrlich bin würd’ ich mich da auch gern trommelnd auf den Boden werfen.
    Ein brüllender 6-jähriger in der Pizzeria? Sorry, das muss dann wiederum nicht sein. Da denk ich mir mindestens meinen Teil.

    Es gab vor ca. einem Jahr in Frankfurt einen erklecklichen Shitstorm um den Aushang eines Cafés, in dem um genau diese gegenseitige Rücksichtnahme gebeten wurde. Sinnigerweise wurde der Aushang im Zeitungsartikel genau so abgebildet, dass er NICHT lesbar war. Das erledigte stattdessen ein Blog, und die Bitte drehte sich um Dinge, die man für selbstverständlich halten sollte: Keine Krabbelecken aus Restaurant-Mobiliar bauen (die Eltern!), keine Schlachten mit Lebensmitteln aller Art (Kinder), ein Mindestmaß an Umgangsformen beim Cafébesuch (beide).
    Inzwischen hat das Café zugemacht, genaueres dazu weiß ich nicht.

    Mein Fazit damals und immer noch: Unerzogene Eltern, die von antiautoritärer Erziehung nur das Schlagwort kennen und vom Prinzip freier Erziehung noch nie was gehört haben, die machen das Problem aus. Deren Kinder sind nur die Leidtragenden in erster Reihe. Solche Art Ego-Eltern ist auch als Kinderlose unerträglich.

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  63. christoph sagt:

    Achnaja.

    “Dass die Menschen lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen. “, wünscht du dir. Das ist ja auch chic, keine Frage. Aber zur Rücksichtnahme gehört eben auch, dass man als Elternteil die anderen Reisenden nicht nervt. Die Ruheabteile in den ICEs sind zb – nachdem man die Telefonierer, Mütter und Jugendlichengruppen mit sanfter Gewalt hinausbefördert hat – etwas ganz wundervolles.

    Haben Kinderabteile irgendwelche Nachteile für Reisende, außer einigen Eltern das Gefühl zu geben mit ihrem Nachwuchs bei anderen Reisenden nicht akzeptiert zu sein? Nein.
    Haben sie Vorteile? Ja. Kinder, die lärmen können und relative Ruhe für die anderen Reisenden.
    Also sind sie ein guter Kompromiss, der den Kinder ermöglicht, sich auszutoben und mich vom Amoklauf abhält. Verrückt, die Einstellung, ich weiß.

    Würde ich allerdings im Aufzug wegen meiner inakzeptablen Lautstärke angesprochen werden, würde ich mich vermutlich aber auch entschuldigen, anstatt dass mir der Kragen platzte. Vielleicht war es natürlich aber auch nur ein verbitterter, seltsamer alter Mann und ihr habt nix falsch gemacht.

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  64. dasnuf sagt:

    Mir zeigen die Kommentare nur eines: Kinder sind kein akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft.
    Es wird gefordert, dass die Eltern/Kinder Rücksicht nehmen. Doch an welcher Stelle nehmen denn bitte die, die hier Ruhe/Arbeitsatmosphäre/Ungestörtheit fordern, selbst Rücksicht?
    Wo bieten Sie den Kindern Raum Kinder zu sein? In dem einen Kleinkindabteil am Speisewagen, das es in 50% der ICEs (in anderen Zügen gar nicht) gibt?
    Zuhause? Weil sie dann Verständnis für die Nachbarn mit Kind haben und außerhalb der normalen Ruhezeiten nachsichtig sind, wenn es lauter ist? Auf der Straße, wenn es vom Spielplatz rüberschallt?
    Ich glaube nicht. Wer schon im Großraumabteil total abgenervt ist und Kinder aus manchen Restaurants am liebsten ganz raus haben will, der kann mir nicht erzählen, dass er/sie Rücksicht nimmt.

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  65. Vladimir sagt:

    @dasnuf,

    “Mir zeigen die Kommentare nur eines: Kinder sind kein akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft.”

    das gleiche dachte ich auch, als ich einige Kommentare hier durchgelesen habe.

    Anscheinend haben viele vergessen das sie auch mal Kinder waren. Nein, sie waren nie laut, sie waren immer ganz ruhig und ganz brav und saßen Stunden lang ruhig in einer Ecke.

    Ist auch kein wunder. In einer Gesellschaft in der es immer weniger Kinder gibt, hält man normal-lebhafte Kinder für ungezogen und frech und wenn die Kleinen Pech haben, werden die mit Medikamenten vollgepumpt:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ritalin-gegen-adhs-wo-die-wilden-kerle-wohnten-11645933.html

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  66. Natascha Sandrini sagt:

    @kölnerin Sie scheinen wirklich sehr selektiv zu lesen, naja, auch gut… ich bezog mich auf die von Ihnen zum Besten gegebene “scheiß egal” -Haltung und habe mit keinem Wort erwähnt, das singen und Fragen stellen unerzogen ist… wie gesagt, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.. ich kann Menschen ziemlich gut einsortieren, da brauchen sie sich keine Sorgen zu machen…als Headhunterin ist das quasi mein Job..

    Was ich als “Öko-Mutti” bezeichne, nun ja, das ist ein anderes Thema, aber in der Kürze umfaßt diese Terminologie für mich Frauen, die unfähig sind ihre Kinder zu erziehen, und davon gibt es verdammt viele… und wenn ich als Mutter nicht in der Lage bin, mein Kind ruhig zu halten und zu beschäftigen (und nochmals damit meine ich nicht, Fragen stellen und singen, sondern laut Grenzen austesten und allen auf die Nerven gehen), dann hab ich in der Erziehung schlicht und einfach versagt..

    Ich habe keine Terrorkinder zu Hause, die trotzig Sachen durch die Gegend schmeißen, brüllen oder das Riesendrama veranstalten..und meine beiden sind 3 und 5…

    Wie ein Kind sich benimmt, ist und bleibt das Ergebnis der Erziehung bzw. dem Mangel an solcher… so einfach ist das..

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  67. Pingback: Druck der gesellschaftlichen Norm: fast die Hälfte der Eltern schlägt ihre Kinder | Fakeblog

  68. Hans-Jürgen sagt:

    In meiner generation [*1950-1965] wurde man – gar nicht vorwurfsvoll, eher besorgt – gefragt, ob man krank sei, wenn in der ehe, später dann in der ehelosen beziehung, keine kinder aufwuchsen. Zwischen ihrer und meiner generation klafft ein tal der geburten pro frau [das wird so gemessen, dafür kann ich nichts].

    Es gibt deshalb m.e. einen hausgemachten hintergrund für das geschilderte dilemma: Ihre vorgängergeneration[en] haben das fortplanzen sehr vernachlässigt und sich viel stärker als die davor der individuellen, von kinderlärm, -krankheiten und all den wichtigen rücksichtnahmen auf den nachwuchs freien, fortentwicklung gewidmet.

    Was freilich auch auswirkungen auf den lebensalltag – nicht anwesende kinder trainieren die aufmerksamkeit für kinder nicht – und die lebenskultur – nicht anwesende kinder in theatern, galerien, kinos, parks, schwimmbädern, urlaubsclubs etc. pp. forden auch den alltäglichen umgang mit und die normalität von kindern nicht.

    Die ständig zunehmende betonung des individuellen – bei gleichzeitiger grassierender abnahme der rücksichtnahme ohne eigenen vorteil – führt aber auch in ihrer generation zu diesen geschilderten stilblüten, z.b. hemmungslos in der öffentlichkeit , zu der ich durchaus den aufzug aber auch einen kinosaal zum beispiel zähle, tiefstprivates zu “besprechen”, ob direktement oder via mobiles telefonnetz.

    Oder, die krönung dieser selbstbehauptung, täglich in der legendären m10 zu betrachten, der kampf der mutter mit dem kind im fahrradsitz gegen den vater mit dem kind im kinderwagen … Beide alleinerziehend, selbstredend. Selten, aber doch immer mal wieder auftretend, der kampf kinderwagen gegen fahrrad ohne kind drauf oder, sehr subtil, der kampf kinderwagen/fahrrad gegen rollstuhl. Die ausgeleierte debatte über die fahrradfahrer auf den bürgersteigen will hier gar nicht aufwärmen.

    Es geht, davon bin ich überzeugt, bei all diesen im grunde zu beschmunzelden entgleisungen der alltagskultur, nicht um aktives, willentliches handeln, sondern um ein lebensgefühl, das dieser fortschreitenden individualisierung entstammt. Diesem lebensgefühl entstammt auch die annahme, die umwelt müsse mit besonderen hochantung mit menschen umgehen, die kinder aufziehen. Muss sie nicht! Es ist wünschenswert. Aber nicht vorauszusetzen. Kinder aufzuziehen ist seit ’68 im westen und seit ’90 im osten eine private entscheidung. Kinder nicht aufzuziehen ebenso. Beides sind keine heldentaten und in beiden fällen sollten die handelnden von der gesellschaft nicht erwarten, als helden betrachtet zu werden.

    Und in diesem sinne es ist eine ästhetische herausforderung, in cafés auf nacktbrüstige, stillende frauen oder windelnwechselnde eltern blicken und diese riechen zu müssen in einer kultur, in der die verhüllung der brüste in der öffentlichkeit und der abgeschiedene gang zur toilette konsens sind. Es dennoch zu tun, ist mithin nicht gewinn an niveau sondern verlust.

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  69. Melebert sagt:

    @Hans-Jürgen: Es geht nicht um die Anerkennung als Heldentat, sondern um die Nicht-Ablehnung. Es geht um eine Akzeptanz. Ich rede ja noch nicht mal davon, dass ein halbes Dutzend Leute vor der Straba drängeln und motzend warten bis die junge Mutter den Kinderwagen zwei Stufen _allein_ hoch gewuchtet hat (sehr plakativ aber leider wahr). Es geht einfach darum, dass Kinder Freiräume benötigen, das Kinder lebendiger sind und dafür Platz benötigen. Ich meine nicht die nervtödenden Dauerquängler, die sich die Freierzieher im falschen Verständnis des Grenzen-Setzen erzogen haben. Sondern von Kindern, die einfach nur spielen (wollen).

    Man schaue einfach mal so in die Städte, wo denn da noch Freiräume sind. Parks? Wenn es sie noch gibt, stehen da zuhauf Schilder, dass dies und das nicht erlaubt ist und überhaupt Lärm unerwünscht sei. Wiesen oder Hinterhöfe? Das sind jetzt Autoparkplätze. Sporthallen der Schulen? (Fast immer) Nicht frei für den nicht-schulischen Gebrauch.

    Wo sind also die Freiräume für Kinder? In Städten findet man sie nur noch schwer und in viel zu geringer Anzahl. Akzeptanz würde in meinen Augen auch beinhalten, dass Städteplanung akzeptiert, dass Kinder ausreichend Platz benötigen, dass Kindertagesstädten nicht durch willkürliche Grenzziehungen der Behörden (Einzugsbereiche für Kindertagesstädten) für die Kinder einen Straßenzug weiter unzugänglich gemacht werden.

    Im Alltag wie bei den Behörden findet man diese Ignoranz gegenüber den jüngsten Bürgern der Gesellschaft oft genug. Ich gebe dahin gehend recht, dass Kinder private Entscheidungen sind. Aber wenn schon Behörden Kinder, also die zukünftige Gesellschaft, und deren grundlegender Bedürfnisse so mit Nichtakzeptanz behandelt, wundern mich viele der hier geschrieben Beiträge nicht mehr.

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  70. Hans-Jürgen sagt:

    @Melebert
    Die blogbesitzerin möge es uns nachsehen, dass wir uns hier im kommentarraum in metadebatten suhlen; ich entgegne deshalb auch nur dieses eine mal. Versprochen, Frau DasNuf.

    Ich wollte deutlich machen, dass ich mich nicht bei den symptomen aufhalte, sondern nach dem dahinter wirkenden prinzip gesucht habe. Aber ich geh gern auf ihre beispiele ein, um dies zu verdeutlichen:
    Ich habe in berlin noch nirgendwo ein schild gesehen, das kindern an dem betreffenden platz* das spielen verbietet, wenn es ein platz ist, zu dem menschen allgemein zugang haben. Aber ich will nicht bestreiten, dass es sowas geben mag. Behörden haben allerdings keinen eigenen willen. Sie setzen den willen/die absichten der gewählten politiker auf der grundlage demokratisch zustandegekommener regeln durch. Wenn wer will, dass andere regeln durchgesetzt werden, soll er organisieren, dass andere leute gewählt werden. So funktioniert das nun mal. Ich wär zum bespiel ein erstunterzeichner einer wahlregelung, die eltern für ihre minderjährigen kinder mitwählen lässt. [Da ich keine minderjährigen kinder mehr und noch keine enkel habe, fände ich es allerdings verlogen, höchstselbst so eine initiative zu initiieren.] Es stünde allerdings zu befürchten, dass dann rechtsaußenparteien wegen ihrer kinderreichen prekären wahlklientel gewaltig zuwachs bekämen. Kann es sein, dass es deshalb keine derartige initiative aus den kreisen der eben nicht kinderreichen gibt?

    Ich habe im freundeskreis sowohl kindertagesstättenbetreiberinnen wie auch mütter von kindern, die solche tagesstätten besuchen. Grundton der reflektion aller beteiligten zum alltag in den kindertagesstätten ist das für mich völlig verständliche genevte unverständnis für eltern, die in den vertretungen allein das interesse des eigenen kindes im auge haben und nicht den kleinsten gemeinsamen nenner der ineressen aller kinder. Immer ist es die erwartung, die gemeinschaft möge auf das eigene interesse reagieren. Warum sollte sie das tun? Sie kennen den vorwurf der mütter/väter mit kind an der hand an der roten ampel, wenn sie die straße betreten, obwohl rot ist [sie tun das, weil weit und breit kein auto zu sehen ist und sie selbst mit ihrem straßebetreten auch niemanden behindern], sie wären ein schlechtes vorbild und die erziehung des kindes geriete durcheinander. Was bitteschön ist eine erziehung wirklich wert, wenn sie ein dem kind fremder mensch durch sein tun durcheinanderbringen kann? Kommt eine erziehung ohne schlechtes beispiel wirklich aus?

    Es ist diese soziale larmoyanz, der ich mit unverständnis begegne: Private entscheidungen treffen und im anschluss beklagen, dass die gemeinschaft nicht “zur seite tritt”. Aber auch nicht wirklich etwas in gang setzen. Das alles sieht nicht danach aus, dass ein problem beschrieben wird, um es zu beseitigen. Es sieht danach aus, dass man “einfach mal was beklagen” wollte. Wer von den nicht betroffenen soll soetwas ernst nehmen? Aber auf die unterstützung der nichtbetroffenen kommt es nuneinmal an.

    * Nach auskunft meines hausbesitzers am petersburger platz, werden solche parkplätze übrigens für den – ja beineahe schon stigmatischen – mieter/bewohner der ausgebauten dachetage angelegt, die zur überwiegenden mehrheit natürlich keine stinoberliner mit einer kinderschar sind, sondern aus den landstrichen kommen, woher alles wissen, dass sie daher kommen und schön allein wohnen … Merkwürdigerweise hat diese schicht offenbar mehr durchsetzungsvermögen als die familien mit kindern, die in den unter der dachetage liegenden wohnungen wohnen. Ich beklage das nicht. Das ist halt die fratze des alltäglichen gibst-du-mir-geb-ich-dir-kapitalismus. Ich finde das aber durchaus nachdenkenswert.

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  71. Jens sagt:

    Wenn man sich dies alles durch den Kopf gehen lässt, dann wird klar, dass die Gesellschaft immer kinderfeindlicher wird. Jeder denkt immer mehr an sich und sieht seinen persönlichen Vorteil. Kinder sind unerwünscht, sie machen nur Lärm, kosten Geld, Nerven und Zeit. Also alles, was rare Güter sind.

    Zum Glück gibt es aber auch Menschen, die nicht so denken. Ich hoffe, es werden wieder mehr.

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  72. Melebert sagt:

    @Hans-Jürgen: Ich denke, dass eine Diskussion in den Kommentare nicht so schlimm ist, wenn es sich am Kernthema des Artikels orientiert.

    Als Erwiderung zu dienen Worten will ich mit einer kleinen Anekdote dienen, die ich als Kind erlebt habe. Ich bin in der DDR groß geworden und hatte das Glück am _Rande_ einer Kleinstadt in einer WBS70-Siedlung groß zu werden. Es gab genügend Platz. Was am Besten verdeutlicht, wie die Anwohner zu Kindern standen, lässt sich wohl damit verdeutlichen, dass bei der Siedlung auf einer Brachfläche ein von den Anwohnern erbauter Tobespielplatz entstand. Aus Holz genagelte Spitzhütten, Unterstände und ein “großer” Berg wurde aufgeschoben, um auch Rodeln zu können. Soweit ich mich entsinnen kann, war das ein Bauprojekt der Anwohner, was durch die Stadt bzw. ein paar Betrieben (Raupe zum Berg zusammen schieben) unterstützt wurde. Der selbe Platz ist heute durch Eigenheime belegt und zugebaut. Ersatz gibt es nicht, weil auch die Spielplätze mehr oder weniger verrotten, stark reduziert oder gar abgerissen werden.

    Das ist symptomatisch für jede deutsche Stadt, die ich kenne lernen durfte: Vermeintliche Leerräume werden zugebaut. Spielplätze werden als Attraktionen und besondere Goodies verkauft, anstatt dass sie normal wären. Ich beklage nicht den Individualismus, der sicher egoistischen Zügen Vorschub leistet. Ich beklage, dass es normal ist (nicht nur) Kinder einfach aus Planungen einfach heraus zu lassen. Dies ist aber auch nur ein Symptom der Nichtakzeptanz von vielen . Vieles andere wurde als Kommentar auf den Artikel schon angesprochen.

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  73. Nicolai sagt:

    Ich bin 26, männlich, wohne in einem der angesagteren Berliner Innenstadtbezirke und habe keine Kinder. Ich möchte aber später mal welche haben (wenn ich es mir finanziell leisten kann).
    Ich habe einen 3,5 Jahre jüngeren Bruder und bin auf dem Land außerhalb Deutschlands aufgewachsen.
    Meine Mutter ist Lehrerin und Dipl.-Päd., deshalb habe ich als Kind und Jugendlicher etwas mehr über Kinder und deren Eltern mitbekommen als die meisten.

    Ich mag Kinder. Sehr sogar. Ich finde es klasse, ihnen dabei zuzugucken, wie sie die Welt entdecken und ihre ganzen tollen Fragen zu beantworten. Das mache ich auch immer, wenn es sich anbietet. Und wenn mich ein Kind neugierig anschaut, während ich irgendwas mache, stelle ich mich vor und erkläre ihm was ich da warum tue.
    Das ist prima und macht viel Spaß. Und einer ernsthaften Frage kann, darf und werde ich mich nicht verschließen. Dafür nehme ich mir dann zur Not auch zwanzig Minuten, wenn es irgendwie geht. Weil ich finde, dass jedes Kind das Recht auf die Beantwortung von Fragen hat. Ja, auch die Nachfragen. Ja, auch wenn es sehr viele sind und sie heikel werden. Da gibt es dann auch keine beschönigende Version. Eine vereinfachte vielleicht, aber auch die immer nur mit dem Hinweis, dass es eigentlich noch ein bisschen komplizierter ist.

    Problematisch sind vor allem Eltern.
    Als allererste all jene, die nicht verstanden haben oder nicht verstehen möchten, dass sie in gewisser Weise der strukturelle Feind des Kindes sind.
    Eltern sind Amateure – im besten Sinne, sie lieben das Kind. Aber sie sind Amateure. Und noch dazu nur zwei. Das Kind ist aber ein eigenes Rechtssubjekt. Technisch noch nicht in der Lage, alles alleine zu machen. Und extrem abhängig von seiner Umwelt. Deshalb sollte das Kind auch von anderen Menschen miterzogen werden. Je früher und je mehr, desto besser.
    Aber eben dagegen verwehren sich die Eltern oft.
    Wenn beispielsweise der Staat sich in die Kindererziehung einmischt (Kindergartenpflicht!), ist das ein Akt der Freiheit. Klar, da wird die Freiheit der Eltern beschnitten. Aber um die geht es nicht. Es geht um die Freiheit der Kinder.

    Und das verstehen ganz viele Eltern nicht.
    Das ihr Kind ihnen nicht gehört.
    Sondern sich selber.
    Und weil es noch nicht voll geschäftsfähig ist, gehört es der Gesellschaft.
    Dazu zwei bekannte Zitate:
    Es braucht nur zwei Menschen um ein Kind zu machen, aber ein ganzes Dorf um eines zu erziehen. Bis die Kinder sechs sind, gehören sie der Mutter. Danach sind sie Eigentum der Republik.
    Man muss einfach vermeiden, dass zwei Menschen das Monopol auf die Erziehung eines Kindes haben. Klar, das Dorf macht Fehler. Aber es gehört schon viel Größenwahn (oder ein sehr furchtbares Dorf) dazu, zu glauben, man sei besser als das Dorf und die ausgebildeten Pädagogen.
    Gewöhnlich finde ich es völlig OK, wenn jemand seinen privaten Größenwahn pflegt. Bitte sehr, warum auch nicht? Aber das Kind kann nichts für die Selbstüberschätzung seiner Eltern.
    Alle Eltern, denen das klar ist und die ihre Kinder zumindest nicht hassen, sind sicherlich gute Eltern und ich hoffe, dass ich das auch mal so hinbekomme, wenn ich Kinder haben werde.

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  74. Petra sagt:

    Ich bin jetzt endlich dazu gekommen, den Artikel von Herrn Reineke zu lesen und auch die Kommentare und Gegenkommentare. Ich kann nur sagen – es gibt Löwenmütter und es gibt Seepferdchenpapas. Das sind die Mamas und Papas, die einem nach 18 Jahren Elternarbeit in KiGa und diversen Schulen so richtig auf die Nerven gehen. Es ist unglaublich wie uneinsichtig und furchtbar gehässig dieser Mann ist.
    Fakt ist:
    Mit Babies auf eine Messe, mit Kleinkindern auf Mama-probiert-20-Paar-Schuhe-Shoppingtour, mit 10-Jährigen 6 Museen in 2 Tagen, mit 18-Jährigen in den Zoo – alles No-Gos.

    Ich finde allerdings, dass Dein Post mit dem Ringen um Akzeptanz für Kinder in der Öffentlichkeit nichts mit dem Anliegen von Herrn Reineke zu tun hat. Der hat sich im Grunde genommen nur aufgeregt (wie ein kleines Kind), dass er seinen Willen nicht bekommen hat. Den Kindern an sich hat er keinen Gefallen getan.

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  75. jule sagt:

    und letztendlich scheint mir das alles schlicht eine frage von stadt und land zu sein. auf dem land rennen kinder kreischend rum, die nachbarn schauen mit, erziehen mit, genauso wie ich bei deren kinder mit schaue und mit erziehe. da fühlt sich keiner bevormundet oder in seinen erziehungskompetenzen angegriffen wenn mal einer was sagt.

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  76. Cecine sagt:

    Aus diesem Grund moechte mein Sohn nicht mehr bei Oma in Deutschland Urlaub machen. Immerzu muss er ruhig sein. Er schlaeft nun halt mal lange und wenn er dann endlich soweit ist mit dem Ball spielen zu koennen, darf er das nicht, weil jetzt Mittagsruhe ist. Und nach um 3 sollte man es dnan bitte auch nicht so uebertreiben, da sie ja ihren Kaffee in Ruhe geniessen moechten. Und in der Wohnung darf man auch nicht herum huepfen, da sonst die MIeter unter uns gestoert werden.
    Ist uns frueher nie so aufgefallen – aber unser Sohn hat schon recht. Da macht es keinen Spass Kind zu sein.
    Leider muss ich hier in Canada aber auch die andere extreme Seite sehen. Kinder koennen machen was sie wollen? Wo kommen wir denn da hin? Die meisten Eltern haben ihre Kinder doch ueberhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Und wenn Du dann noch was sagt, bist Du auch noch die Dumme.
    Da gab es einen Fall bei mir auf Arbeit wo ein 16jaehriger Junge seine Mutter so schlimm beschimpft hat, dass ich dazwischen gehen musste. Und die Mutter sagt nur zu mir, dass er eigentlich ein ganz lieber Bub ist und sie nur einen Fehler gemacht hat.
    Tja, den Fehler kann man ja sehen. Da wurde ja wohl von Anfang an etwas verpasst.
    Also man sollte schon beide Seiten sehen. Kinder, die spielen, singen und neugierige Fragen stellen sind nicht nervend. Aber ungezogene Kinder, welche nicht auf Mama und Papa hoeren koennen und diese dann auch noch mit einem Schreikonzert terrorisieren, MUSS es nicht geben.

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  79. Marc sagt:

    Eine Welt. Letztlich ist’s das doch, wo wir leben. Alle nebeneinander. Immer da, wo aus dem Nebeneinander ein Miteinander zu werden droht, errichten wir Grenzen, Schranken, Zäune, getrennte Abteile. Gut geschrieben – wie so oft.

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  80. gtz sagt:

    das waere ja erst nochmal zu klaeren, warum ihr partikularinteresse –oder eben das ihrer kinder– mehr gewicht haette, als meines.

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  81. kornecke sagt:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************
    Genau!
    *****************/KOMMENTAROMAT**********************

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  82. Kirsten sagt:

    Als mein Kind mal so war, wie man sich so ein Kind wünscht, also ruhig, anhänglich, viel schlafend – da war es krank mit über 40 Fieber. Hat mich erschreckt, als ich merkte, tolerables Kinderverhalten ist kein gesundes Verhalten.

    Und auch wenn Nicolai gern Fragen eines fremden, interessierten Kindes beantwortet – Kinder sind nur selten so. Interessiert, bereit und fähig zu sprechen (mind. vier Jahre also), das sind so die Mindestvoraussetzungen. Unausgeschlafen, schlecht gelaunt oder Gott bewahre, vielleicht sogar mal schlecht erzogen ginge aber gar nicht. Bleibt schwierig mit Kindern, würde ich sagen

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  84. Rösterei sagt:

    Wäre ja schon mal ein Anfang, wenn Elten kapieren würden, dass sie mit Kleinkindern in der Ruhezone nichts verloren haben. Da sitzen Leute die ihre Ruhe wollen und da ist das egal ob die durch Reisegruppen, Telefonierer oder eben auch Kinder gestört werden, wenn ich nicht leise sein will oder kann, dann habe ich da auch nix verloren. Das hat nichts mit “Familienfeindlichkeit” zu tun sondern mit Konsequenz und gesundem Menschenvertand. Oder nehmt ihr euer Kind auch mit in die Oper??

    Die Kleinkindabteile werden nicht abgeschafft werden und das ist auch gut so. Allerdings würde es wohl keinen großen Unterschied machen, wird eh viel zu selten genutzt.

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  85. Rösterei sagt:

    Wäre ja schon mal ein Anfang, wenn Elten kapieren würden, dass sie mit Kleinkindern in der Ruhezone nichts verloren haben. Da sitzen Leute die ihre Ruhe wollen und da ist das egal ob die durch Reisegruppen, Telefonierer oder eben auch Kinder gestört werden, wenn ich nicht leise sein will oder kann, dann habe ich da auch nix verloren. Das hat nichts mit “Familienfeindlichkeit” zu tun sondern mit Konsequenz und gesundem Menschenvertand. Oder nehmt ihr euer Kind auch mit in die Oper??

    Die Kleinkindabteile werden nicht abgeschafft werden und das ist auch gut so. Allerdings würde es wohl keinen großen Unterschied machen, wird eh viel zu selten genutzt. Im Gegenteil: Kleinkind schreit gerade die Ruhe- und bahn.comfort Zone (also der letzte Wagen in dem diese Familie was verloren hat) zusammen, ein Mitfahrer fragt höflich ob er ihnen helfen soll in das leere Kleinkindabteil direkt im nächsten Wagen umzuziehen und wird zum Dank angemault.

    Ja. Klar… sowas ist definitiv rücksichtsvolles Miteinander… und dann wundern sch die Leute wenn manch einer kinderfreie Züge fordert…

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