Das zerbrechliche Konstrukt der gefühlten Gleichberechtigung

Symbolbild Entwicklung der Gleichberechtigung in Deutschland

Dreißig Jahre hat uns die Corona-Krise in Sachen Gleichberechtigung zurückgeworfen, sagte die Soziologin Jutta Allmendinger in der Talkshow Anne Will. Das ist die sachliche Einschätzung der Lage wenn man sich anschaut, was mit der Erwerbstätigkeit von Frauen und der Care-Arbeitsstunden in den letzten 6 bis 7 Wochen passiert ist. Für mich* stellt es sich eher wie die 1950er dar.

In meinem Umfeld gab es vor Corona (v.C.) grob drei Partner-Modelle.

  1. Mann ist 40-60 Stunden erwerbstätig, sie übernimmt die Care-Arbeit. Die Kinder sind, je nach Alter, vormittags in der Kita oder in der Schule.
  2. Mann ist mindestens 40 Stunden erwerbstätig, er übernimmt einen Teil der Care-Arbeit. Sie ist ebenfalls erwerbstätig – allerdings eher in Teilzeit und übernimmt deswegen mehr Care-Arbeit. Es gibt eine Putzfrau, Einkäufe bringt der Lieferdienst, wenn der Platz es zulässt, gibt es gelegentlich ein Aupair, mindestens gibt es aber ein bis zwei Kindersitter, die je nach Bedarf einspringen können, um Betreuungsengpässe auszugleichen. Wer Glück hat, hat die Großeltern in der Nähe, die sich regelmäßig um die Kinder kümmern können, man spart sich das Geld für die Kindersitter.
  3. Mann und Frau sind ungefähr gleich erwerbstätig und übernehmen ungefähr gleich viel Care-Arbeit. So gut wie nichts ist ausgelagert. Die Wohnung sieht meistens aus wie Hulle.
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Liebe Leserinnen und Leser der Berliner Zeitung,

herzlich Willkommen in meinem Blog. Schön, dass ihr vom Analogen ins Digitale gefunden habt. Hier einige Hinweise:

Zum Buch gibt es einen Podcast, der „Nur 30 Minuten„, dann ist aber Schluss heisst. Ihr könnt ihn in jedem Podcatcher, auf Spotify und bei Deezer abonnieren. Hört mal rein. Er ist ziemlich gut. Ich mache ihn gemeinsam mit dem Radiojournalisten Marcus Richter.

Wer Interesse am Buch hat, der kann es lokal bestellen. Menschen, die es schon gelesen haben, sagen z.B.:

„Wenn Ihr erster Impuls ist, an den Stromkasten zu rennen und die Hauptsicherung rauszudrehen, sobald sich Ihre Kinder vor irgendeinen Bildschirm setzen, dann ist dieses Buch genau das Richtige für Sie. Erstens haben die meisten Geräte einen Akku, zweitens gibt es viel bessere Wege, mit Medien umzugehen. Und genau darüber schreibt Patricia mit so viel Humor und Gelassenheit, dass es total ansteckend ist. Man möchte die Kinder fast schon zwingen, sich vor den Bildschirm zu setzen, damit man alles ausprobieren kann, was hier drin steht.“

Ralph Caspers, Moderator (u.a. Sendung mit der Maus) und Autor

Eine Auswahl an Blogartikeln zum Thema „Kinder und digitale Medien“ findet ihr unter dem Schlagwort Medienmomente – denn mit dem Elternratgeber SCHAU HIN! habe ich drei Jahre eine Kooperation gehabt und die „Let’s talk“-Serie geschrieben.

Ich halte gelegentlich Vorträge, wann und wo die nächsten stattfinden, kann man auf der Übersichtsseite sehen. Für den 14., 15. und 17. September suche ich übrigens noch Buchhandlungen oder andere Einrichtungen im Raum Süddeutschland/Schweiz, die mich gerne einladen wollen, denn da bin ich ohnehin in Ravensburg und Basel. 


P.S. Zu „Die Autorin lebt in Berlin, aber sich irgendwo an der frischen Luft zu treffen, war ihr dann doch zu riskant. Deshalb reden und streiten wir auf Skype.“ Ich nehme einfach die Kontaktsperre ernst und treffe mich nicht mit Menschen ausserhalb meines Haushalts. Auch nicht draußen.

16 Jahre

16 Jahre ist mein Blog alt. 2.547 Artikel, 55.000 Kommentare und Reaktionen. Wie viele Klicks, keine Ahnung. Mit 2-3 am Tag habe ich angefangen, so 4.000 sind es jetzt wenn ich so wenig schreibe, wie in letzter Zeit. Manchmal sind es >50.000 am Tag. 5.840 Tage (ohne Schaltjahrtage) ähhh eben ziemlich viele Klicks.

Eine ganze Kategorie an Blogbeiträgen ist bei einem Serverumzug verloren gegangen, weil ich darauf vertraut habe, dass die Person, die mich unterstützt, weiß was sie tut. Das bereitet mir immer noch Schmerzen (und ja, macht immer Backups…).

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Nach dem Buch ist vor dem Buch

Cover Raus aus der Mental Load Falle

Am 24. Juni 2020 erscheint mein neues Buch „Raus aus der Mental Load Falle“. Es ist ab jetzt vorbestellbar (Amazon Werbelink, aber ihr könnt natürlich lokal bestellen).

Kinder, Küche, Krisenmanagement. Frauen sind für alles rund um die Familie verantwortlich, sie haben jedes noch so kleine To-do der Kinder und des Partners im Kopf. Dieses Projektmanagement ist in der Wirtschaft ein anerkannter und gut bezahlter Vollzeit-Job, zuhause hingegen »unsichtbare Elfenarbeit«. Mental Load ist das Wort für das, was Frauen grenzenlos stresst. In ihrem neuen Buch zeigt Patricia Cammarata konkrete, von ihr selbst und in ihren Workshops erprobte Auswege aus der Mental Load Falle.

Kurz gesagt: Ich halte mich nicht lange damit auf zu erklären, was Mental Load eigentlich ist und wo das Phänomen herkommt. Denn nachdem der Begriff seit über zwei Jahren nach meinem Vortrag am Female Future Force Day „Warum endet die Gleichberechtigung so oft mit der Geburt des ersten Kindes? Was die „Mental Load“ damit zu tun hat“ durch die Medien geistert, wissen die meisten das. Was aber viele noch nicht wissen ist: Wie gehts denn raus aus diesem ganzen Schlamassel? Und das beantworte ich in meinem Buch. Ohne Männer-Bashing (weil #notallmen). Versprochen.

P.S. Das Buch wurde von Teresa Holtmann aka Frollein Motte illustriert und ist alleine deswegen kaufenswert.

Sneak Preview auf die Illustrationen von Teresa Holtmann
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Die Krise als Chance

Na? Was macht ihr alle mit der vielen freien Zeit, die ihr Dank der Corona-Situation habt? Falls ihr auch so viel Langeweile habt, wie ich, hier ein paar Basteltipps:

imgflip.com
Quelle: imgflip.com

Huch! Ist der Blutdruck gerade angestiegen? Meiner steigt nämlich ziemlich schnell an, wenn ich diesen Langeweile- und freie-Zeit-Satz lese. Und noch schlimmer: In meiner Timeline wird darüber philosophiert, wie gut man die Krise jetzt nutzen könnte, um endlich mal an dem Thema Mental Load und der besseren Aufteilung von Aufgaben zu arbeiten.

Ehrlich?

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Wehe einer meckert?

Ich lebe im Luxus-Lockdown. Keine Geldsorgen, im Homeoffice voll arbeitsfähig, die Kinder alt genug, dass sie sich selbst unterrichten und nicht selten machen sie Hausarbeiten während ich arbeite, backen Kuchen oder kochen Abendessen. Wir haben eine Wohnung, die jedem Kind einen Raum gestattet und ich habe ein eigenes Schlafzimmer mit Arbeitsplatz. Wir haben sogar einen Balkon auf dem zwei Personen gemütlich draußen sitzen können.

Dennoch beneide ich gerade Menschen, die auf dem Land leben und schaue ich mir auf Instagram Bilder von Gärten und von Wäldern oder menschenleeren Feldern an. Ich denke zurück an eine Zeit in der man noch reisen konnte.

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Digitalisierung ohne Herz und Verstand

Da sind wir nun: am Ende der 2. Woche Homeschooling. Ich muss an dieser Stelle zu allererst meine Kinder loben. Unermüdlich sind sie dran geblieben. Keinen einzigen Wochentag haben sie auch nur in Frage gestellt, dass die Schule weitergehen muss. Jeden Tag saßen sie gemeinsam an unserem Esstisch und haben geackert. Sich durch Arbeitshefte und ausgedruckte Blätterstapel gekämpft. Sich gegenseitig beraten und die Älteren haben für die Jüngeren die Unterlagen überarbeitet. Beispiele ergänzt, wichtiges farblich unterstrichen. Gemeinsam haben die Kinder sich Stundenpläne ausgearbeitet und einen Wecker gestellt, der (zunächst) alle 45 min das Ende der Schulstunde eingeklingelt hat.

Es ging also weiter wie bislang, nur zwei Dinge haben die Kinder intuitiv geändert: Schulstart um 9.00 Uhr statt um 7.50 Uhr und sie haben Doppelstunden gemacht, statt zwei Unterrichtseinheiten pro Woche – um sich in die Themen zu vertiefen, wie sie selbst gesagt haben.

Digital lief hier gar nichts. Irgendwas sollte auf Moodle passieren und irgendwas mit Anton. Die Server waren am Vormittag meist so überlastet, dass ein Login nicht möglich war. Um Inhalte in Moodle reinzubekommen, hat es eine Woche gedauert. Die wieder raus zu bekommen ist genau einem Kind in der Klasse gelungen und das hat sie verantwortungsvoll über den Klassenchat an alle anderen Kinder verteilt.

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Es ist da! Das #nur30min Buch ist geboren

Genau eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin hat es das Licht der Welt erblickt – mein neues Buch „Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss!“

(Update: Es ist alles besser gekommen als gedacht! Schaut auf den schönen Aufkleber…)

316 Seitenumfang, 403 g schwer, 21,5 x 13,5 cm groß

Im September, als ich das Manuskript abgegeben habe, habe ich mir den Buchstart noch so vorgestellt wie bei der Arschbombe: ich kann zuschauen wie es in die Top 100 der Buchverkäufe (also alle Bücher) einsteigt und einen Tag später bin ich auf Platz 13. Zwei Tage später ist die 1. Auflage ausverkauft. Es wird nachgedruckt. Eine Woche später ist die 2. Auflage verkauft. Es gibt eine fette Buchparty und alles ist großartig.

Tja. Was heute passierte – äh *grillenzirpen*.

Amazon verkauft zur Zeit gar keine gedruckten Bücher. Wow. Weil es wichtiger ist Klopapier, Desinfektionsmittel und Headsets zu verkaufen. Bayern ruft die Ausgangssperre aus und in vielen Bundesländern sind die Buchläden ohnehin geschlossen. Mir ist total bewusst, dass es viel größere Probleme aktuell gibt, aber jede/r hat so seine eigenen Schmerzen.

Denn das Buch ist wirklich gut und ich denke, es wäre gerade jetzt, wo sich niemand mehr an 30 Minuten Medienzeit mehr halten kann, sehr hilfreich. Außerdem ist es unterhaltsam und gibt viele konkrete Tipps zu Videospielen, YouTube-Kanälen und Instagram-Accounts. Es ist eine gute Mischung aus Studienlage, dem was theoretisch richtig ist und dem was praktisch möglich ist.

Illustriert von Katja Berlin.

Und trotz aller Widrigkeiten, gibt es natürlich Wege an dieses Buch zu kommen.

  1. Bestellt das eBook (da bleibt übrigens auch am meisten Erlös bei mir hängen)
  2. Oder das Buch bei euren lokalen Buchhändler. Die allermeisten liefern weiter oder haben etwas kreatives zur kontaktlosen Übergabe erfunden.

Ihr unterstützt mich auch mit persönlichen und öffentlichen Empfehlungen: als Tweet, als Blogbeitrag, als Facebookpost, als Instagramstory, als Rezension auf Plattformen wie Amazon oder Loveleybooks. Wenn ihr mich erwähnt (@dasnuf) und das Hashtag #nur30min verwendet, finde ich alles wieder.

Zwei unabhängige Empfehlungen gibt es auch schon:

Bei Mac Life im Artikel „Kinderbetreuung zu Hause: Die besten Apps für Kinder zwischen 2 und 6“ und auf der ohnehin sehr lesenswerten Seiten von Coding Kids.

Vielen Dank dafür!