Mit Kindern leben – Väter

Die Tochter von „The Rock“ Dwayne Johnson wurde 18, Anlass für den Schauspieler ein paar Zeilen übers Vatersein zu schreiben. Und weil es viel über das Vatersein zu sagen gibt, haben Caspar und ich uns in der aktuellen Folge unterhalten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir vielleicht zukünftig besser von „Elter“ sprechen. Hört rein!

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Die verlorenen Kindheitsorte

Kind im Baum? Das ist viel zu gefährlich! //Quelle: Pezibear @Pixabay

Ich bin auf dem Land [1] großgeworden. Bis ich ca. 13 Jahre alt war, durfte ich einfach so draußen rumstreunen. Ich bin nach der Schule los und habe die Gegend erkundet. Entlang an einem Bach, an dem ich Staudämme gebaut habe, durch Wälder, wo ich eine Fischart entdeckt habe, der nach einigen Tagen Beine wuchsen (!), die Taschen voller Schnecken, die Knie stets blutig. Oft hatte ich unseren Hund dabei, bin über Felder gelaufen, habe Kornblumen gepflückt, interessehalber an Stromzäune gefasst, habe auf Grashalmen gepfiffen und meine Mückenstiche mit Spucke eingerieben. An Straßenübergängen, die mit versetzten Stangen gesichert waren, habe ich mich hochgestützt und einen Umschwung gemacht. Ich bin auf Bäume geklettert – den besten Kletterbaum gab es nahe der Kläranlage, wo es furchtbar stank – und es gab eine sehr hohe Mauer, die bin ich nur runtergesprungen, wenn ich meinen Lieblingsrock anhatte, der sich beim Springen wie ein Fallschirm aufplusterte und mich abbremste.

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[Anzeige] Let’s talk – Offline programmieren

„Let’s talk“ S04E05 zusammen mit SCHAU HIN!

Im Zentrum meiner Serie „Let’s talk“ stehen die Chancen, die digitale Medien mit sich bringen. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, wurde es in der Folgerunde konkreter und Eltern berichteten mir von ihrem Familienalltag mit digitalen Medien. Im Anschluss kamen Jugendliche selbst zu Wort. In der 4. Staffel soll es um konkrete Erfahrungen gehen, die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern sammeln können. Das gemeinsame Erleben sorgt für einen konkreten Anlass Erfahrungen zu sammeln und zu den einzelnen Themen ins Gespräch zu kommen.

Für das „Kinder und digitale Medien“-Buch, das ich gerade schreibe, habe ich viele andere Bücher gelesen. U.a. natürlich auch Bücher, die behaupten Belege zu haben, dass das Digitale vom Teufel ist und Kinder dumm, unempathisch und einsam macht. Das war sehr inspirierend, denn so bin ich auf die Idee gekommen, ich könnte doch a) mal was für jüngere Kinder (und deren Eltern) bloggen und b) erklären wie man sich ganz analog in der Kohlenstoffwelt den digitalen Themen nähern kann. Denn ein wesentliches Argument in der Debatte um Kinder und Medienkompetenz seitens der Kulturpessimisten ist ja, die Kinder hätten zwar Wischkompetenz (können also mit Tablett und Co.) umgehen, würden aber keine Zusammenhänge verstehen.

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Kinder und digitale Medien?

Du bist über den August Newsletter von „Gutes Aufwachsen mit Medien“ auf dasnuf.de gestoßen? Das freut mich. Herzlich Willkommen. Hier eine kleine Auswahl an Artikeln zum Thema, alle zusammengefasst unter Medienmomente.

Eine Auswahl an Artikeln zum Thema

Ihr wollt lieber zuhören?

Ich halte auch Vorträge und gebe Workshops zum Thema „Kinder und digitale Medien„. Kontaktiert mich gerne bei Interesse, z.B. per Mail patricia.cammarata@dasnuf.de.

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6. August 2019

mploscar @pixabay

Fünf Jahre sind es jetzt. Fünf Jahre ohne Dich und immer noch kann ich es nicht begreifen . Du bist weg und nicht umgezogen. Du bist weg und nicht total beschäftigt. Du bist weg und doch begleitest Du mich. Es ist in der Zwischenzeit eine willkommene Überraschung geworden, wenn Du in meinen Gedanken auftauchst. Zum Beispiel als ich letzte Woche die Karl-Marx-Allee kreuzte als die Biermeile aufgebaut wurde. Eigentlich kein Grund zur Freude und ich wollte nur schnell vorbei. Aber als ich meinen Kopf anhob, sah ich den Stand mit dem belgischen Kirschbier, das Du so mochtest.

Ein anderes Mal schlenderte ich durch einen neu eröffneten Laden als ich eine Packung dieser länglichen Luftballons entdeckte, mit denen man Tiere knoten kann. Das konntest du nämlich und einmal hast Du meinem Kind eine große Luftballonblume geschenkt. Damals hast du auf dem Weg zum Kindergarten gewohnt und am Fenster auf uns gewartet, dich rausgelehnt und die Blume meinem überraschten Kind durchs geöffnete Fenster gereicht.

Im Urlaub habe ich an Dich gedacht als wir am Meer waren (klar!) und Freitagabends wenn die Leute alle vor den Pubs auf der Straße standen und das Wochenende gefeiert haben. Die Frauen waren alle superschick, sie waren ausgelassen fröhlich und trugen trotz Kopfsteinpflaster wahnsinnig hohe Absätze. Da hättest Du samt Lebensfreude und irren Absätzen gut hin gepasst.

Bevor ich nach Irland gefahren bin, habe ich meine Wohnung aufgeräumt und alles geordnet und ein Foto von unserer gemeinsamen Arbeit gefunden und musste weinen. Das waren schöne Zeiten. Meine zehn besten Jobjahre. Du hast ganz kurz nach mir angefangen und ich war so froh, dass ich jetzt nicht  mehr die einzige Neue war. Eine gute Firma, die uns alle, egal wie unterschiedlich wir waren, zusammengehalten hat. Ich habe daran gedacht, wie oft ich total abgenervt war von irgendwelchen komplizierten SQL-Abfragen und mit welcher stoischen Gelassenheit Du solche Dinge erledigt hast. Du hast nie gesagt: „Das kann ich nicht.“ oder „Das mache ich nicht.“ sondern immer „Zeig mir wie es geht.“

Manchmal höre ich byebye, weil Du mir die mal empfohlen hast. Wir wollten mal zusammen auf ein Konzert gehen. Dazu ist es nicht gekommen, weil es jedes Mal wenn sie in der Stadt waren nicht gepasst hat. Wir haben so vieles nicht zusammen gemacht. Das ist traurig, aber hat mir im Leben sehr geholfen nicht mehr ständig auf später zu vertagen.

Danke, dass Du nicht wegweg bist. Danke, dass Du da warst.

Fein essen gehen

Den Gang habe ich im Text vergessen. Hummer mit Gummimöhren.

Aus der Ferne mag ich leicht neurotisch wirken. Das ist auch von nahem wahr. Ich habe kleine Spleens. Zum Beispiel mag ich Ordnung. Das erleichtert vieles. Wenn man für alles einen festen Platz hat, dann findet man es a) schnell wieder und b) (das weiß auch Marie Kondo) kann man schneller aufräumen, weil man ja weiß, wo der Gegenstand hingehört. Gerne würde ich mein Leben in Excel-Tabellen eintragen und alles per Ticketsystem organisieren. Einen anderen klitzekleinen Knall habe ich mit Nahrungsmitteln. Generell gilt: „Was die Bäuerin nicht kennt, isst sie nicht!“ (evolutionstechnisch sehr sinnvoll) und die schlaue Bäuerin probiert natürlich erst gar nicht. Das wäre ja auch komplett unlogisch, weil einmal von einer Tollkirsche probiert, ist man mausetot. Ich esse also eine sehr eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln und koste nie neue.

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Ring of Kerry – du kannst es schaffen (also du, nicht ich)

Quelle: ando81kc @pixabay

Irgendwie hat es uns in die Berge verschlagen. Ich sitze in einer Raststätte, von dessen Qualitätsniveau 80% der Berliner Restaurants nur träumen können. Vor mir indisches Curry mit Reis und Rote-Bete-Salat. Ich schaue aus dem Fenster in die grüne Landschaft. Mehrere Male habe ich in meiner Zeit in Irland jetzt schon gedacht, ich hätte genug Natur gesehen. Genug Hügel, genug Berge, genug Schäfchen, genug Seen, genug Farn oder Bäume, die über und über mit Efeu bewachsen sind. Doch dann gibt es doch noch ein anderes Grün, eine weitere Schattierung, die Sonne, die golden durch die Wolkendecke scheint, eine Wolke, die über den Bergspitzen hängt, gelbe Blumen, Fuchsienbäume (!) und orangefarbene Lilien. Selbst die Felsen sehen in ihrem grau irgendwie sanft aus. Jetzt weiß ich wie Menschen auf die Idee kommen die Farbe „sanftgrau“ ins Baumarktsortiment aufzunehmen. Vielleicht waren sie auch in Irland. Gar nicht so unwahrscheinlich, denn Robert Murjahn erfand Alpina Weiß  im Luzern-Urlaub während er auf weiße, schneebedeckte Berge blickte.

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