Das E in EDEKA steht für ekelhaft

Quelle: GIPHY

Zum Muttertag produziert Edeka einen Werbespot mit Jung von Matt, der mit dem denkwürdigen Satz: „Danke Mama, dass Du nicht Papa bist.“ endet.

Davor eine Serie absolut entwürdigender Szenen, die nicht nur das übliche Idiot Dad Klischee bedient, sondern Väter in allen Facetten als dumme, tollpatschige, unsensible Vollhonks darstellt. Das Ganze wird mit einer Prise Bodyshaming abgerundet.

Wow. Wow. WOW.

Mir fallen dazu eine Menge Schimpfworte ein. Danach bin ich erstmal sprachlos.

Mütter sind nicht geboren worden mit dem Wissen, wie man mit Kindern umgeht. Sie lernen es. So wie die Väter im Spot.

Ich habe auch schon ein Kind an einem Baum abgehalten weil es wirklich dringend Pipi musste. Ich habe auch schon Haare geziept. Ich bin auch schon vor Erschöpfung beim Vorlesen eingeschlafen. Ich habe auch schon meinem Kind aus Versehen weh getan.

Das ist verdammt nochmal normal, weil es ungefähr zehn Ereignisse auf zehn Jahre gibt, wenn man sich ans Elternsein herantastet.

„Auch eine Mutter sieht ihr Kind nach der Geburt zum ersten Mal. Auch Mütter haben nicht sofort eine Beziehung zu dem nach der Geburt blutverschmierten, röchelnden und schreienden kleinen Menschen. Auch eine Mutter weiß nicht automatisch, wie ein Baby am einfachsten zu wickeln ist und wann genau es Hunger hat. Auch eine Mutter muss sich dieses Wissen und die Beziehung zu ihrem Kind erst erarbeiten.“

Quelle: Die Mutter bin ich

Der Spot ist so unfassbar antifeministisch. Ich hab ihn mir ein 2. Mal kopfschüttelnd angeschaut.

Wenn wir wollen, dass Frauen entlastet werden, dass sie nicht den Mental Load alleine tragen, dass sie nicht für die Care-Arbeit alleine verantwortlich sind, dass sie bezahlt arbeiten gehen können, dass sie krank sein dürfen ohne dass alles explodiert, dann MUSS es ein Ziel sein, dass Väter in Familien ihre Vaterrolle lernen und wahrnehmen dürfen/können.

Männer dann als Komplettversager darzustellen, ist menschenverachtend.

An wen richtet sich also diese Werbung? Wie viel Sexismus kann man eigentlich in so einen Werbespot einbauen? Wie entsteht sowas? Sitzen da ein paar Dudes rum und denken sich: „Haha, witzig. LOL!“ und eine(r) ganz leise: „Aber vergraulen wir damit nicht die Männer?“ und die anderen so: „Haha! Na und? Einkaufen ist doch eh Frauensache und die finden das bestimmt witzig. ROFTL!“

Deswegen: Danke REWE, dass Du nicht EDEKA bist.


P.S. Das Ding mit der negativen Aufmerksamkeit kenne ich aus der Kindererziehung. Ignorieren hilft leider nur begrenzt. Manchmal muss man auch sagen, dass etwas nicht in Ordnung ist.

349 Gedanken zu „Das E in EDEKA steht für ekelhaft“

  1. Den EINZIGEN Mehrwert dieser sexistischen Kackscheisswerbung den ich erkennen kann ist das simple „dann seht ihr Mal, wie sich Frauen fühlen die diese Art Ab- und Ausgrenzung aufgrund des Geschlechts Tag täglich erleben“. Jetzt find ich es per se übel anderen Menschen Schmerzen zuzufügen, nur damit die den Schmerz anderer nachvollziehen können. Aber ich kann den Gedanken verstehen. Alle Kerle und Frauen die wie ich den Spot grauenerregend finden sollten also Mal Brigitte, Werbung für Lebensmittel und andere Cliche-verbreiter mit der gleichen Wucht wie jetzt EDKA anfassen.

  2. Und…darüber gesprochen und 350x kommentiert, Ziel der Werber/Innen ist also erreicht, falls die 350+ Leute jetzt den Laden nicht boykottieren.

  3. Diese Art von „Humor“ beobachte ich schon lange bei vielen Müttern. Ich denke, der Spot trifft bei einer gewissen Zielgruppe der Mütter genau ins Schwarze. Und immerhin sind es da meist die Mütter, die einkaufen…

  4. Darüber regen sich Leute auf? Oh je, wie tief sind die Menschen gesunken, dass sie keine Satire mehr erkennen, keinen Humor mehr haben und nicht mehr über sich selbst lachen können. Das ist absichtlich so, aber nur Kleingeister reagieren so übertrieben “echauffiert“. Ich bin zweifacher Vater, habe Windeln gewechselt, bis an den Hals verkackte Babys gesäubert, gefüttert, stundenlang auf den Armen getragen bis ich Krämpfe hatte, blieb am Krankenbett im Krankenhaus, habe gezittert, geweint, war bei beiden Geburten dabei (eine über 20h). Und nun? Fühle ich mich betroffen? Nö, weil ich so nicht bin, wie in diesem Satirespot dargestellt. Ich hatte auch Situationen, die ähnlich waren. Gelacht habe ich damals, lachen tu ich heute noch, auch über den Edeka-Spot. Kommt mal von eurem Pseudo-PC-Verhalten runter! Werdet erwachsen und regt euch über wirklich wichtige Dinge auf.

    1. „Ich bin zweifacher Vater, habe Windeln gewechselt, bis an den Hals verkackte Babys gesäubert, gefüttert, stundenlang auf den Armen getragen bis ich Krämpfe hatte, blieb am Krankenbett im Krankenhaus, habe gezittert, geweint, war der Erste, der die Kinder in die Arme hielt, da beide durch Kaiserschnitt zur Welt kamen. Und nun? Fühle ich mich betroffen?“

      Ja, als nun entsorgter Vater, fühle ich mich betroffen. Möglicherweise müssen viele Männer und Väter die Erfahrung der Scheidung und der Entfremdung von ihren geliebten Kindern mitmachen, um zu begreifen, wie zutiefst menschenverachtend der Spot ist.

      Bei Facebook bewirbt EDEKA den Spot mit dem Spruch: „Zeit, dem wichtigsten Menschen der Welt „Danke“ zu sagen. Wer das ist? Sieh selbst.“

      Ich wünsche Ihnen niemals, herausfinden zu dürfen, dass Sie nicht der wichtigste Mensch im Leben Ihres Kindes sind.

      Falls jemand noch die Meinung vertritt, dass solche Sprüche OK wären: EDEKA und diejenigen, die Menschen in wertlos und wertvoll teilen, spalten die Gesellschaft. Kinder sollen lernen, dass BEIDE Eltern – auch mit ihren Fehlern – für sie die wertvollsten Menschen auf dieser Welt sind.

      Die nachhaltige Zerstörung meiner Familie – und aller anderen Scheidungsfamilien – verdanke ich u. a. auch dieser Mentalität: Ein Mensch ist wichtiger für die Kinder als alle anderen! Die Mutter! Der Vater hat zu zahlen, weil er so ein Depp ist und sonst nichts auf die Reihe kriegt….

      Glauben Sie mir: Bei der Scheidung wird Sie der Richter nicht fragen, ob Sie Windeln gewechselt haben, sondern wird die Kinder vor Ihnen schützen wollen! Denn der Richter hat eben auch den EDEKA-Spot gesehen! Er wird Ihnen NICHT glauben, dass Sie in der Lage wären, Kinder zu betreuen.

      Denn dem Familienrichter ist IHRE Beziehung zu den Kindern NICHT WICHTIG! Weil er durch den EDEKA-Spot in seiner Mentalität bestätigt wurde: Das Kind gehört zur Mutter! Basta!

      1. Kann mir nicht vorstellen, dass ein/e Familienrichter/in seine Annahmen über die erwartete Kompetenz von Vätern aus EDEKA-Werbespots bezieht.

    2. Ja und ich bin Vater der sogar zwei Kinder alleinerziehend und ohne Unterhalt bis zum Abitur großgezogen. Und ich finde des Spot zum Kotzen. Nicht weil man die Desaster sieht, die einem mit Kindern passieren können, sondern weil so getan wird, als würden die Kinder DESHALB Mutti besser finden. Die letzten zwanzig Sekunden machen die Widerwärtigkeit des Spots aus. Das hat gar nichts damit zu tun, ob man mal über sich lachen kann. Da gibt es abgesehen von der Zelebrierung der Trotteligkeit einiger Väter nichts dran zu lachen. Und was des Spot so widerlich mach ist, dass sie alle Väter die vielleicht unsicher sind, ob sie sich das Zutrauen Bindungsperson sein sich dann eher sagen: Ach, ne. Muttis sind so perfekt und vermutlich verbocke ich das ohnehin nur lieber weiter ihre Karriere Verfolgen. In einem Land wie Schweden, wo seit 40 Jahren gegen diese Rollenklischees gekämpft hat und sehr erfolgreich damit war Männer für die Erzieherrolle zu begeistern, würde man Edeka garantiert mit so einer sexistischen Fackscheiße Pleite gehen lassen. Das hat nichts mit mangelndem Humor zu tun.

  5. Der Spot hat bei mir ziemlich viele Fragezeichen hinterlassen.
    In den Kommentaren (diverse Blogs) lese ich häufig:
    „Ich freue mich auf den Spot zum Vatertag“.
    Da bin ich echt mal gespannt, denn eigentlich glaube ich nicht, dass eine Retourkutsche kommt, ich glaube vor der Reaktion haben sie zu viel Angst. Ohne zweiten Spot bleibt es aber einfach nur dämlich und Stereotyp.
    Sinnvoll wäre ja da eine 3er-Serie: zum Kindertag (01.06/20.09) kommen dann die Kids schlecht weg.

  6. Ich bin ein Vater und fand den Spot nicht unwitzig. Was ich viel schlimmer finde, ist, mit welchen Vokabeln (menschenverachtend) und mit welcher Empörung dieses harmlose Filmchen zerfetzt wird. Nur eines ist noch schlimmer: dass sich Leute in die Diskussion einmischen, die den Clip nicht mal gesehen haben. Halt, eines ist noch schlimmer: Leute, die in jeder Diskussion auf irgendwas hinweisen, was viel wichtiger wäre zu diskutieren. Die beiden letztgenannten sollten bitte zukünftig verstummen, und die Welt wäre ein weit besserer Ort.

  7. Ich frage mich, was manche der Foristen hier an dem Spot eigentlich „witzig“ finden.

    Die Darstellung der Männer als fette, behaarte, chipsfressende Vollidioten?
    Oder vielleicht der Junge, der in einer maximal entwürdigenden Situation gezeigt wird?
    Oder vielleicht die Message an die Frauen, die man offenbar für so gehässig hält, dass ihnen die Abwertung anderer Menschen wichtiger ist als der eigene Erfolg?

    Was für ein menschenverachtender Müll. Und es hat nichts, aber rein gar nichts damit zu tun, dass man auch mal über die eigenen Unzulänglichkeiten lachen kann. Das kennen wohl alle Eltern: Man geht mit wunders was für Ideen an das Projekt heran, den Kopf voller toller Ideen, wie man die Erziehung und Beziehung zu den Kindern souverän gestalten wird. Und dann ist da dieser kleine Mensch und man scheitert fröhlich vor sich hin. Praktisch nichts läuft so, wie Mama und Papa sich das vorgestellt haben. Irgendwann kommt dann die Pubertät und oft haben dann beide Eltern das Gefühl, das alle Bemühungen völlig für die Katz waren. Aber wenn man Glück hat, wird aus dieser garstigen Raupe irgendwann ein wundervoller Schmetterling und man stellt staunend fest, dass man es irgendwie wohl doch ganz gut hingekriegt hat.

    Daher ist der Spot einfach nur schäbig. Wäre er zum Vatertag erschienen und die Pointe hätte gelautet „du bist trotzdem ein toller Papa“, dann wäre es tatsächlich witzig und selbst ironisch gewesen.

  8. Ich fühle mich etwas ungenau zitiert. Ich beschreibe immer wieder, dass es mir nicht darum geht, Väter in der „Vaterrolle“ zu bestärken. Und ich schreibe darüber, wie der im Zitat beschriebene Lernprozess zu einer Distanz zum Begriff Vater und zur Nähe zum Begriff Mutter führt.

  9. Dieser Einwurf, das HIER problematisierte sei weniger wichtig als ANDERES, ist so dämlich wie für Anderes gerade CumEx zu nennen.
    Beides sind Auswüchse unserer von „Entitlement“ geprägten Gesellschaft: der Glaube weil man etwas (geerbt) habe, hätte man(n) Anspruch auf weiteres.

  10. Sagt mal, andere Probleme gibt’s nicht??? Wichtigere evtl.? Mir fällt da Cum-Ex ein, das jedem von uns real richtig Kohle kostete. Man hat das Gefühl das „Empörer“ wie Sie von den echten Problemen ablenken wollen. Wer sich gestört fühlt soll EDEKA meiden. Wird eh nicht klappen.

  11. Ich finde den Spot richtig gut! Man(n) muss auch mal über sich selbst lachen können. Das Filmchen soll antifeministisch sein – wo? Respekt an JvM: Gut gemacht! Freue mich schon auf den Spot zum Vatertag!

  12. Überrascht mich jetzt nicht wirklich. Arschigkeit ist bei denen doch seit Jahren schon Strategie, jedenfalls kommen die immer wieder mit solchen Griffen ins Klo raus. Edeka und JungvonMatt.

  13. Früher wurden Frauen als gutaussehend, aber zu dumm für praktisch Alles dargestellt („blond“ ist da als Synonym für übriggeblieben). Das war dumm, borniert, sexistisch und schädlich für das Selbstwertgefühl von Männern und Frauen. Heute werden Männer als hässlich und zu dumm für praktisch Alles dargestellt („Volltrottel“ is da wohl die korrekte Bezeichnung). Das ist dumm, borniert, sexistisch und schädlich für das Selbstwertgefühl von Männern und Frauen. Scheint, als ob 100 Jahre Feminismus im Endeffekt eigentlich gar Nichts gebracht haben.

    Ich habe jetzt diesen Werbespot speziell nicht gesehen, beobachte aber diese Tendenz seit Jahren. Nicht nur in der Werbung, sondern überall in allen Medien. Sowas wirkt sich irgendwann real aus. Weil es in unserer Kultur und Gesellschaft mal so sein musste, waren Frauen tatsächlich mal zu dumm für Alles, was auch nur im Entferntesten mit Technik zu tun hatte. Zur Zeit bewegen wir uns mit Riesenschritten auf eine Gesellschaft und Kultur zu, in der Männer tatsächlich zu dumm für Alles sind. Selbst Motoren reparieren und Elektroinstallation sind Dinge, die heute von Frauen mit Bravour und Leichtigkeit gemeistert werden, und von Männern nur vermurkst werden. Jedenfalls in der Werbung. Von so Dingen wie Baby wickeln ganz zu schweigen.

    Was für ein Glück, dass meine Frau und ich keine Kinder haben. Mir selbst kann es egal sein, wenn die Leute gucken wie ein Autobus, wenn rauskommt, dass ich ganz ordentlich kochen kann, und mein Lieblingshobby Tanzen ist. Und wenn dann auch noch rauskommt, dass ich Softwareentwickler bin und Computer bauen kann, also kein feminisierter Mann bin, dann bricht da oft genug eine Welt zusammen. Ich selbst bin alt genug, dass das an mir abprallt. Aber Kinder möchte ich nicht dieser Welt aussetzen.

    1. Guter Bericht danke
      #boykottEdeka
      Ein ganz übles Video
      Es Instrumentalisiert vorsllem die Kinder. Die Kinder sagen soetwaa nicht freiwillig

  14. man sollte auch die vollhorste von @jungvonmatt nicht vergessen, die nicht das erste mal mit einem ekelhaften spot auffallen. der banker-spot mit von rönne ist auch von denen. ich kann mir die „jungs“clique dort sehr lebhaft vorstellen.

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