#Beamtenfilme

Manche Mems mag ich einfach. So wie die #informatikfilme oder Conni – das Mem.
Dieses Wochenende hat mich belustigt: #beamtenfilme

https://twitter.com/awittymind/status/513339748480724992


https://twitter.com/b_m_zimmermann/status/513298912300789760
https://twitter.com/Der711er/status/513295843043332097

Extra für Mädchen! Extra für Jungs

Ich sammle gerade für meinen Projekttag „Gender“:


https://twitter.com/wasverpasst/status/512550527432130560
https://twitter.com/trollmutter/status/512557790964236288

Wer spendet mir weitere absurde Bildbeispiele?

Wolfgang und ich

Foto (5)

Kaum sind die Kinder fremdbetreut, kann sich keine Familie mehr von bestimmten Trends abschotten. Waren es früher die Bauer Räinscha, so haben uns nun die Loom Bänder erreicht. Immerhin erst nach dem Papst.

Nachdem Kind 2.0 mit einigen selbstgemachten Gummibändern von der Schule kam, leistete ich zunächst eine Woche symbolischen Widerstand und kaufte dann 1.000 bunte Gummis für die Kinder, um dann eine weitere Woche später selbst unzählige Armbänder zu besitzen. Wenn wir uns morgens fertig machen, lege ich die Armbänder an. Wenn ich die Kinder abgegeben habe, nehme ich sie wieder ab und verstaue sie in der Handtasche, um sie pünktlich um 16.00 Uhr beim Abholen wieder zu tragen. Mein Herz ist so weich. Ich kann den Kindern einfach nicht sagen, dass ich die Bänder hässlich finde. Ich bin einfach nicht „Wolle“ Wolfgang Petry. Dafür fehlt es mir offenbar an Mut.

Foto (6) Foto (7)

Was ich weiß ist – ich bin nicht alleine. In meiner Twitter-Timeline gibt es viele Betroffene. Eigentlich genug, um eine Selbsthilfegruppe loomgeschädigter Erwachsener zu gründen. Dachte ich erst. Aber dann machte ich eine sensationelle Entdeckung.
Dazu eine kurze Vorgeschichte. In unserem Sack mit den 1.000 Gummis war eine Beschreibung für einfache Bänder, doppelte Bänder, Blütenbänder und doppelte Blütenbänder. Ein Blick auf die Arme anderer Eltern zeigte jedoch, dass es eine bestimmte Technik geben musste, wie man die Gummis enger aneinander reiht und als Björn Grau ein entsprechendes Foto postete, gerieten wir in die YouTube-Loom-Tutorial-Hölle.

Wir schauten wie man von Hand die Fischgrättechnik umsetzt, wie man Blümchen knüddelt, wie man Leiterarmbänder und wie man Raupenarmbänder loomt. Zu guter Letzt bestand Kind 3.0 darauf ein Tutorial anzuschauen, das demonstriert, wie man einen Minion loomt:

Ich bin fast an Langeweile gestorben, aber die Kinder haben ohne einen Mucks von sich zu geben ZWANZIG Minuten lang dieses Video angeschaut. Im Anschluss passierte etwas sehr, sehr seltsames.
Kind 2.0 und 3.0 nahmen die Gummis zur Hand und begannen alles, was sie vorher gesehen hatten aus dem Kopf in einem irrwitzigen Eifer umzusetzen. Es war unfassbar. Ich war fasziniert. Einem Kindergartenkind hätte ich nicht zugetraut so viel feinmotorisches Geschick aufzubringen. Auch die Gedächtnisleistung war phänomenal. In der Regel fokussiert Kind 3.0 ca. 40 Sekunden die Aufmerksamkeit bis es etwas anderes, interessanteres bemerkt.

Wir schauten ein weiteres Tutorial und auch das wurde sofort umgesetzt.
Noch eins und noch eins und noch eins und zehn Bänder später als es schon dämmerte, kam ich auf die Idee, den Kindern andere Tutorials zu zeigen.
Wie man Bücher einbindet, wie man Schuhe putzt, wie man Spannbetttücher ordentlich zusammenlegt. Es war in der Zwischenzeit fast Mitternacht, aber die Kinder konnten nicht genug bekommen.
Ich schrieb mir derweil die Themen auf und notierte die Länge der Videos, sowie andere Parameter wie etwa ob ein Erwachsener oder ein Kind das Tutorial erstellt hatte, ob es von einer Frau oder einem Mann oder ob es mit Musik untermalt war oder nicht.
Danach vermerkte ich auf einem weiteren Zettel wie spontan und dann wie zügig die Kinder das Gesehene umsetzten. Im Morgengrauen fielen die Kinder erschöpft auf die eingebundenen Bücher, den Berg der glänzenden Schuhe und den gefalteten Bettücher und ich konnte meine Daten geschwind in einer multivariaten Varianzanalyse auswerten.

Dabei erhielt sich folgendes Ergebnis: Am schnellsten und effizientesten werden Anleitungen umgesetzt, die:

  • in der Muttersprache
  • von einem etwa gleichaltrigen Kind
  • in unter fünf Minuten
  • ohne Musikuntermalung

erstellt wurden.
Und zwar UNABHÄNGIG VOM THEMA!

Das eröffnet wirklich ganz neue Perspektiven. Ich habe anschließend in einer akribischen Recherche herausgefunden, dass es in Sachen Tutorials einige thematische Lücken gibt. Nichts gefunden habe ich zu:

  • wie ich das Kinderzimmer hübsch aufräume
  • wie ich Wäsche wasche und ordentlich aufhänge
  • wie ich meinen Eltern den Frühstückstisch decke
  • wie ich Mami die Füße massiere

Sofern ihr also Kinder habt, wie wäre es, wenn ihr sie entsprechende Videoanleitungen erstellen lasst? Das ist im Übrigen auch eine hervorragende Altersvorsorge. Es gibt nicht wenig Loom-Tutorials, die mehrere Millionen (!) Male abgerufen wurden. Malt euch die Werbeeinnahmen aus, wenn ihr wirklich nützliche Videos ins Netz stellt. Videos, von denen ALLE Eltern unabhängig von ihrer Medienaffinität wollen, dass die Kinder sie sehen und nachahmen. Ich selbst kann sie leider nicht erstellen, ich möchte ja, dass meine Kinder sie anschauen und umsetzen.

Nicht ODER! NICHT ODER! UND! UND!

Eigentlich sagt der Arzt ja, ich soll mich nicht aufregen. Ich muss mich aber aufregen.
Gestern war ich nämlich einkaufen. Bzw. ich habe versucht einkaufen zu gehen. Ich weiß nicht wie, aber meine Kinder sind seit dem letzten Herbst so gewachsen, dass ich so ziemlich alles neu kaufen muss. Also gehe ich in ein Bekleidungsgeschäft. Auf meiner Liste stehen Kniestrümpfe, Jeans und Longsleeves.

Im ersten Laden: Geschlechtertrennung
Links: Rosa und Glitzer, rechts: Schwarz und Superheldenapplikationen.
Ich gehe in den zweiten Laden: Geschlechtertrennung
Ich gehe in den dritten Laden (Sie ahnen es): Geschlechtertrennung
Es ist quasi unmöglich Kniestrümpfe, Jeans und Longsleeves ohne (vermeintlich) geschlechtsspezifische Applikationen zu bekommen. Was ich eigentlich möchte sind unifarbene Kleidungsstücke in gelb, orange, rot, grün, türkis, blau ABER SOWAS GIBT ES NICHT. Selbst wenn der seltene Fall von einfarbig ohne doofen Aufnäher auftritt, dann sind da Puffärmelchen, Rüschen, Schleifchen oder sonst irgendein Kack dran genäht.

Und das sind nicht die einzigen Probleme.
Was mich auch sehr nervt, ist dass es kaum KINDERKLEIDUNG gibt. 80% der Kollektionen ahmen die Mode der Erwachsenen nach. Alles in gedeckten Tönen, unpraktische Schnitte, unbequem (warum es insgesamt so wenig schöne UND bequeme Kleidung für Erwachsene gibt, das ist mir übrigens auch rätselhaft). Jedenfalls stelle ich mir Kindermode anders vor. Praktisch, robust, ohne schwierige Knöpfe und komische Reißverschlüsse, so dass die Kinder sich selbst gut anziehen können und v.a. mit ausreichend Bewegungsfreiheit und nicht alles (v.a. für Mädchen) hauteng.
Ab Größe 134 sogar „sexy“. Was soll das? Das sind maximal 8jährige Mädchen.

Es ist wirklich eine Zumutung.
Dieser Genderzwang der Industrie hat so unfassbare Ausmaße angenommen, das ist bescheuert.
Normalerweise zieht das offenbar an mir vorbei, weil ich nie freiwillig „shoppen“ gehe und/oder 80% der Kleidungsstücke am Flohmarkt erwerbe.

Verdrängung macht mein Leben schön!
Wirklich. Ich gehe diesem Dreck einfach aus dem Weg sonst. Diesem ganzen Rosa-Hellblau-Scheiss. Ich werde sonst aggressiv, ehrlich.

Ich will an dieser Stelle nochmal Werbung (will ich wirklich von Herzen) für die „Die Rosa-Hellblau-Falle„* machen:

„Wir wollen unseren Kindern nicht zwei Alternativen bieten, sondern tausend.“ (S.11)
„Die Rollenklischees der Kinderwelt infrage zu stellen, ist kein Nischenthema für überambitionierte Eltern, sondern Voraussetzung für ein gleichwertiges Miteinander aller.“ (S.13)

Und das eben in allen Lebensbereichen. Auch der Kleidung, die ich jetzt mal exemplarisch rausgenommen habe. Ich habe mit meinen Kindern darüber gesprochen und wir haben eine Idee entwickelt, die das Problem löst und mit der man garantiert reich wird: Ein Laden für Kinderkleidung für Mädchen UND Jungen.
Abgefahren oder?
Man kommt da rein und es ist nicht alles nach Geschlecht sondern nach Art der Kleidung geordnet. Hosen, Oberteile, Strümpfe. Völlig verrückt!!! In allen Farben des Regenbogens und in Unisexschnitten. Robust, bequem, leicht anzuziehen, einfarbig.
Und jetzt kommt der Knüller (erfunden von Kind 3.0, das sehr unglücklich darüber ist, dass Accessoires dem weiblichen Geschlecht vorbehalten sind): es gibt zu den Kleidungsstücken optional Bügelbilder. Die Motive sind mit und ohne Glitzer erhältlich und umspannen Tiere (Pferde, Katzen, Hunde, Kraken, Fische – Zitat „Was Jungs und Mädchen eben toll finden“) und Symbole wie Wolken, Regenbogen, Blitze und Bäume.
Man kann sich dann z.B. entscheiden, ob man eine einfarbige Hose mit oder ohne Bügelbild kaufen möchte.
Kind 3.0 hätte gerne eine rote Hose mit glitzerndem gelben Blitz. Kind 2.0 eine blaue Hose mit Krake.

Und dann machen wir das ähnlich wie IKEA mit dem lebenslangen Rückgaberecht (hat ja jemand Schlaues durchgerechnet, funktioniert dann wohl): Wenn die Kleidung noch gut erhalten ist, kann man sie zurück geben und bekommt 1/3 des Neupreises zurück. Die gebrauchte Kleidung wird dann ebenfalls im Laden in der Sektion Second Hand verkauft.

Ist das nicht schön?
So ist für jeden Geldbeutel was dabei und die Kleidungsstücke können – wenn nicht zurück gebracht – an Geschwisterkinder weitervererbt werden. Weil da sind keine Puffärmel oder Rüschen dran, nä!
Und das Tolle für mich als Inhaberin des Ladens: Es gibt keine Konkurrenz. Alle, die diesen Rosa-Hellblau-Prinzessinnen-Fußballer-Dreck satt haben, kaufen bei mir ein! Und es wird Jungen geben, die pinkfarbene Sweatshirts tragen können, auf denen Pferde drauf sind. Weil es ihnen gefällt!


*Ein ausführlicher Artikel zum Buch folgt

Lieblingstweets 08/14


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6. August 2014, 7 Uhr

Als Du gestorben bist, habe ich noch geschlafen. Als mich die Nachricht erreicht, fahre ich gerade Tretboot. Ich bin 500 km von dem Ort entfernt an dem es passierte. Du warst auf dem Weg zur Arbeit. Wir sind jahrelang gemeinsam in die Arbeit gefahren und auch wieder zurück. Ich denke an das letzte Mal, an dem wir uns gesehen haben. Im Büro. Wir haben gesagt „Bis Donnerstag!“. Das war der Tag, an dem Kind 2.0 mit im Büro war. Es korrigierte uns: „Donnerstag hast Du frei, Mama.“ Wir lachen. „Dann bis Freitag!“ „Da hast Du Homeoffice, Mama.“ Wir lachen noch mehr weil das Kind meinen Terminkalender besser kennt als ich. Also verabschieden wir uns bis nach dem Urlaub. Denn seit Montag habe ich frei.
An meinem ersten Urlaubstag telefonieren wir, weil noch etwas zu klären ist. Du stellst mich durch.
In der letzten WhatsApp-Nachricht schickst Du mir Regenbogenbildchen und wünschst mir eine schöne Zeit.
Wir sehen uns nie wieder.
Ich kann nicht glauben was passiert ist. Ich google nach dem Unfall und finde ein Bild von Deinem Fahrrad. Du hast es umlackiert. Ich erkenne es sofort. Es ist völlig verbogen. Auf dem Stadtplan schaue ich mir die Stelle an, an der es passiert ist. Als würde das helfen, besser zu verstehen, was passiert ist.
Den ganzen Tag denke ich: was wäre, wenn. Was wäre, wenn es geregnet hätte? Dann hättest Du das Auto genommen. Was wäre, wenn wir gemeinsam gefahren wären? Dann hättest Du eine andere Strecke genommen. Wenn doch eine der Ampeln auf der Strecke rot gewesen wäre. Nur zwei Minuten Verzögerung hätten genügt.
Ich weine den ganzen Tag während die Kinder im Freibad planschen. Abends trinke ich so viel Wein, wie ich kann. Ich hoffe, dass der Gedanke an deinen Todesmoment verschwindet. Dass ich müde werde. Aber ich kann nicht schlafen. Ich habe gelesen, dass Du nicht sofort tot warst, sondern Deinen Verletzungen erlegen.
Wir waren Freundinnen, haben uns fast jeden Tag gesehen. Wir waren aus zwei Welten und trotzdem hat uns so viel verbunden. Du hast immer ein offenes Ohr für mich gehabt und immer einen klugen Rat. Du hast nie oberflächlich oder sozial erwünscht geantwortet. Ich konnte mich darauf verlassen, dass Du mir sagst, was Du wirklich denkst. Was du mir aus deinem Leben erzählt hast, hat meine Probleme erblassen lassen. Du hast es nie leicht gehabt und ich hab nie verstanden, warum einem Menschen so viel Scheiße passieren muss. Du warst deswegen nicht verbittert. Hast Dich aus allem rausgewunden. Deine Energie hat nie nachgelassen. Du hast immer das Beste daraus gemacht. Immer einen Trick gewusst.
In unserem letzten privaten Gespräch hast Du gesagt: „Ich hab schon lange keine Lust mehr, Kompromisse zu machen.“
Mich tröstet der Gedanke, dass Du lebenshungrig warst und dass Du Deine Zeit nicht verschwendet hast.
Du hast mir unerschütterlichen Optimismus hinterlassen und die Gewissheit, dass es immer weiter geht. Ich danke Dir dafür.
Meine liebe Freundin, wo Du auch immer bist, danke für alles.

Lieblingstweets 07/14