Das Nuf Advanced

Das Nuf 1.0 war gestern

Frauen, Zähne zusammenbeißen und an die Macht

Es ist so: als ich 1985 “Zurück in die Zukunft” sah, habe ich mich gewundert, dass es so leicht reizbare Menschen gibt. Schließlich hätte sich beinahe die  ganze Handlung des Films nicht entfaltet, hätte Marty sich nicht ständig durch das kleine Wort Feigling provozieren lassen.
Kürzlich habe ich zu meinem eigenen Erstaunen entdeckt, dass es eine ähnliche Wortkombination gibt, die mich in unbremsbaren Aktionismus stürzt. Sie lautet: “Das kann dann ja dein Papi machen.”
Der Todessatz für die Gleichberechtigung wird Kindern gerne gesagt. Wird er ausgesprochen, lasse ich alles stehen und liegen und beweise meinen Kindern, dass das durchaus auch die Mami kann. Zumal es meist um Dinge geht, die einen ähnlichen Schwierigkeitsgrad aufweisen wie IKEA-Möbel aufbauen.
In den Augen mancher Verkäuferinnen (und den Satz habe ich tatsächlich noch nie von einem Mann gehört), können nämlich nur die Papis aufpusten, kleben, bohren, schrauben und hämmern.
Langsam habe ich aber den Verdacht, dass mein Mann Wind von diesem Verhaltenshebel bekommen hat. Ich höre den zitierten Satz nun beinahe täglich und mein Mann sitzt däumchendrehend auf dem Sofa und sein Aufgabenbereich schrumpft zusehends.
Die Drogerieverkäuferin kommentierte beispielsweise den Kauf der Mülltüten mit: “Oh, dann kann der Papi wieder den Müll runterbringen, hmmm?” und als mir ein Passant einen Zettel aufhob, der den Wind davon geblasen hatte, sagte er: “Eine Einkaufsliste, dann kann der Papi zum Glück noch den Wocheneinkauf machen!”.
Verdächtig erscheinen mir auch Kommentare der Art: “Die Stiege Milch und den Kasten Wasser, würde der Papi aber nicht im Kinderwagen transportieren müssen. Der Papi wäre viel stärker und trüge das locker auf der Schulter!” Oder neulich beim Papiercontainer, als ein Nachbar in Anwesenheit meiner Kinder feststellte, dass “[der Papi aber mehrere Kartonschichten auf einmal hätte zerreißen können.]”

Ich finde es wirklich seltsam. Aber was soll ich machen? Sollen meine Kinder doch nicht denken, dass ich schwächer als der Papi bin oder irgendwas nicht so gut kann wie er nur weil ich eine Frau bin. Es ist hart, aber wenn man Gleichberechtigung will, muss man auch mal eine Flasche Bier mit den Zähnen aufmachen.

Level: Kinder Kinder, Weibchen — dasnuf at 9:35 am on Thursday, July 1, 2010

More than words

Mein Mann ist ganz schön sensibel. Ihn setzen die wöchentlichen Großeinkäufe unter Druck, habe ich gestern mitbekommen, als ich ihn bei einem Gespräch am Grill belauschte.
Es sei wahnsinnig anstrengend so einzukaufen, dass ich nicht rumschreie oder zumindest drei Tage ein langes Gesicht mache. Er könne machen, was er wolle, am Ende sei immer etwas falsch. Der andere Mann nickte gefühlvoll und beteuerte, das sei bei ihm genauso. Sie gaben sich die Hände und schauten versonnen in die Grillkohleglut.
Ich weiß wirklich nicht was die beiden meinen.
Es ist doch ganz einfach. Steht doch alles auf dem Zettel.
Hackfleisch
Paprika
Salami
Obst
Alles andere ist doch völlig klar. Natürlich enthält jeder Posten für sich eine kleine Konnotation. Aber das erschließt sich doch per logischen Menschenverstand. Ich könnte das Ganze auch so aufschreiben:
Hackfleisch (Bio, is klar! Denk’ dran, dass unser mittleres Kind sich im Moment ausschließlich von Frikadellen ernährt. Das Hack ist aber eigentlich für die Burritos, die wir gemeinsam mit unserem Besuch essen. Wenn ein bisschen was übrig bliebe für Montag, wäre das nicht schlecht. Kauf also reichlich, aber komm’ bitte nicht wieder mit drei Kilo an.)
Paprika (Drei Stück, rot. Nicht abgepackt. Alternativ gelb. Aber nicht grün. Und kauf bitte nicht diese Dreierpacks. Grüne Paprika isst bei uns doch niemand. Achte auf den Preis. Wenn der Kilopreis sich sehr unterscheidet, dann doch abgepackt. Kann man ja in die Burritos machen.)
Salami (Für mich die Milano, die Kinder mögen lieber die dicke, die ich aus italienischer Sicht niemals Salami nennen würde. Muss eine Woche reichen. Auch für die Schulbrote. Wenngleich die zum Schneiden viel billiger ist, die schmeckt mir nicht. Wenn Du statt zu Lid*l zu Kauf*land gehst, will ich doch keine Milano, sondern lieber Ungarische. Die ist Dir aber zu ranzig im Geschmack. Also kaufe Dir noch eine extra.)
Obst (Für die Kinder. Du könntest Dir mal wieder was zur Arbeit mitnehmen. Kauf aber nicht nur Sachen, die erst eine Woche reifen müssen. Bloß kein Zeug, das nicht saisonal ist und deswegen beim ersten Kontakt mit Luft verendet. Wehe, Du kaufst Mandarinen. Beeren für 1,99 Euro pro hundert Gramm und ich flippe aus. Trauben mit Kernen mögen die Kinder nicht. Die sind ohnehin zu stark gespritzt. Also wenn, dann nur Bio!)
Dann wird er beim nächsten Männergrilltreffen aber sagen, ich sei zwanghaft und schreibe ihm alles vor. Also überlasse ich großzügig ihm das richtige zu tun.

Level: Experimente, Weibchen — dasnuf at 6:53 am on Thursday, May 13, 2010

Klappe zu

Gerade als ich vertieft in die 637. Fußnote von Die Realität der Massenmedien von Niklas Luhmann war, schaltete mein Mann Germanys Next Topmodel ein.

Mein reiner Geist ist extrem ablenkbar durch bunte, bewegliche Bilder und so blieb es nicht aus, dass ich intellektuell fröstelnd einige Minuten die gestrige Episode mitverfolgen musste. Noch wenige Jahre und unsere Kinder sind im Teenageralter, da muss man schon ein wenig up-to-date sein. In gängigen Tageszeitschriften hatte ich bereits Interviews besorgter Top Model Mütter gelesen. Sie haben alle angst, dass ihre hübschen Töchter in den Sumpf von Alkohol, Drogen und Magersucht abgleiten. Doch ein ernstes Problem bleibt dabei unerwähnt: Die Mädchen werden zur Mundatmung gezwungen. Auf beinahe jedem Bild sperren sie ihre Mäuler wie dicke Barsche auf, die auf dem Grund eines trüben Teiches nach Essbarem gründeln.

Über die Risiken von Mundatmung spricht dabei niemand!

- Mundatmung führt zur Austrocknung der Schleimhäute

- Durch Mundatmung wird die Luft nicht in der Nase gefiltert, und es kommt häufiger zu Infekten

- Darüber hinaus kommt es verstärkt zur Kariesbildung, da zu wenig Speichel schützend die Zähne umgibt

-Besonders für die 16jährigen Teilnehmerinnen ist festzuhalten: Mundatmung im Milchzahnstadium kann zu gravierenden Fehlstellungen der Zähne führen!

    Deswegen fordere ich als besorgte Mutter: Heidi, lass das Froschatmen sein und erlaube Deinen Mädchen sich mit ordnungsgemäß verschlossenen Lippen ablichten zu lassen! Denke an die Gesundheit Deiner Teilnehmerinnen und halte deren Vorbildfunktion für andere junge Menschinnen im Auge!

    Level: Babyleben, Seltsame Beobachtungen, Weibchen — dasnuf at 6:15 am on Friday, April 10, 2009

    Fernsehschlaf und Speckröllchen

    Männer sind manchmal wahnsinnig undankbar. Mein Ex z.B. fands total doof, dass ich jeden Abend gegen 20.17 Uhr vorm Fernseher einschlafe. Und das obwohl ich ihm das große Kompliment, das sich dahinter versteckt, ausführlich erklärt habe. Im Grunde war es nämlich eine leise schnarchende Liebeserklärung; denn:
    Vor 10.000 Jahren konnten die Steinzeitweibchen in der heimischen Höhle nur sanft einschlummern, wenn sie sich durch ein kräftiges Steinzeitmännchen bewacht fühlten.
    Einzuschlafen ist also ein unausgesprochenes: Schatz, ich find’ Dich wildmännlich, stark und groß! Ich fühl mich so beschZZZzzzzzzzzzzzzzt.

    Auch fürs Dickerwerden höre ich nie ein Paar Worte des Danks!

    Je glücklicher, wohliger und heimeliger sich ein Steinzeitweibchen fühlte, desto mehr Speckröllchen konnte es anlegen. Diese bildeten nämlich die unverzichtbare Basis für das Austragen der Nachkommenschaft.
    Deswegen sollte zumindest mein derzeitiger Mann sich über meine stetige Gewichtszunahme und meinen abendlichen Erhohlungsschlaf freuen. Dass er nicht jedes Jahr ein Kind haben will – dafür kann ICH doch nichts.

    Level: Weibchen — dasnuf at 6:09 am on Saturday, April 4, 2009

    Weibliche Selbstkasteiung

    Gegen die Altersverdickung kann man im Grunde nichts machen. Man kann sich höchstens ein bisschen strafen. Wie ich heute gesehen und gehört habe, machen das Männer auf unterschiedlichste Art und Weise. Der eine ernährt sich nur von grünen Kürbisgewächsen, der andere schlürft in der Mittagspause eine Rindsbouillon.
    Ich hingehen gehe zum Sport. Wäre ich reich, ich zahlte 120 Euro im Monat und lümmelte mich im Whirlpool von Holmesplace oder ließ mich in der Sauna langsam durchkochen.
    Weil ich leider arm geizig bin, ich erwähnte es bereits , mache ich einen VHS-Kurs.
    Dieser findet in einer Schulturnhalle mit schweißstinkenden Gummiboden und einer wändischen Vollvertäfelung statt. Die Yeah-we-giong-to-Ibiza-Musik plärrt aus einem Ghettoblaster, der vermutlich Mitte der 80er Jahre angeschafft wurde, und vor mir hüpft kaum hörbar atmend eine 20 Jährige Studentin.
    Sie wiegt 45 Kilo und ihr Frohsinn weckt in mir die Mordeslust. Während ich halb ohnmächtig nach der 3. ‘Frauenliegestütz’ auf die Matratze sinke, frage ich mich, ob ich nicht auch lieber Brühe trinke. Zu dumm nur, dass ich weder Gurken noch Rinder essen mag.

    Level: Weibchen — dasnuf at 8:00 am on Friday, April 3, 2009

    Mann, Frau, Deutsch

    Ideen müssen nicht unbedingt hochwertig sein damit man damit Geld verdienen kann. Manchmal genügt es eine Idee zu klauen. Der Student, der die Idee der Million-Dollar-Homepage nachgemacht hat, verdiente damit Gerüchten zufolge 260.000 Dollar.
    Deswegen schreibe ich gerade ein Buch – ein Wörterbuch um genauer zu sein. Mario Barth wirds mir verzeihen. Es soll heißen Deutsch – Mann/Mann – Deutsch. Hier erste Auszüge:

    Mann [denotativ]: Die Rundung Deines Pos gefällt mir.
    (Frau denkt: Aha, ich bin also fett!)
    Mann [konnotativ]: Ich will Sex.

    Mann [denotativ]: Ich habe die Kinder ins Bett gelegt.
    (Frau denkt: Aha! Bestimmt hat er vorher wieder nicht das Kinderzimmer aufgeräumt!)
    Mann [konnotativ]: Ich will Sex.

    Mann [denotativ]: Schatz, ich habe die Spülmaschine ausgeräumt.
    (Frau denkt: Aha, bestimmt hat er das Sieb in der Spülmaschine wieder nicht sauber gemacht.)
    Mann [konnotativ]: Ich will Sex.

    Level: Weibchen — dasnuf at 3:01 pm on Thursday, February 12, 2009
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