Mathematik und Physik sind in meiner Familie kein reines Männerthema. Zu Beginn konnte man nur bei meinem Vater ein Interesse für diese Domäne beobachten. Behauptete er mit seinen 1,70 cm doch über mehrere Jahre hinweg, er sei größer als mein damaliger Freund (1,97 cm). Nur wenige Jahre später entdeckte auch meine Mutter ihre große Leidenschaft für physikalische Zusammenhänge.
Da sie nämlich 60 Kilo wiegt und ich 62 Kilo wiege, stellt sie mir herzenserfreuender Regelmäßigkeit fest, dass sie ja leichter als ich sei.
Sie übersieht dabei, dass ich rund 25 cm größer bin (so dachte ich zunächst!).
Es liegt mir fern mit meinen 34 Jahren meine Eltern in solchen Sachen belehren zu wollen und tatsächlich habe ich eine Lösung für die oberflächlich seltsamen Aussagen finden können.
Die Frage ist falsch gestellt und sollte so manch andere Frau ebenfalls interessieren. Sie lautet nämlich nicht: „Wer ist leichter?“ sondern „Wer ist dichter?“
Die Dichte, ist, so weiß man aus der Schule der Quotient aus Masse und Volumen. Aus der Schule weiß man auch, dass das Volumen sich mit steigender Temperatur ausdehnt. Die Dichte nimmt also ab, je heißer es ist.
Gängigen meterologischen Skalen kann man leicht entnehmen, dass es in Süddeutschland viel wärmer als in Berlin ist, woraus abzuleiten ist, dass meine Mama zwar ausgedehnter – jedoch viel leichter als ich ist und dass obwohl sie kleiner ist.
Total logisch.
Dieter, 63, fressen Seele auf
Gelegentlich unternehme ich zu verkehrlichen Stoßzeiten mit der S-Bahn Ausflüge ins schöne Steglitz. Die Arbeitswelt macht manchmal körperlich einsam und da freut man sich über jeden Ellbogen im Magen.
Wenn ich dann genug getreten und gestoßen worden bin, suche ich mir ein lauschiges Sitzplätzchen und stecke meinen Kopf in eine übergroße Handtasche.
Während ich also so dasitze und mich freue den lang verschollenen Schokomuffin der Vorwoche entdeckt zu haben, spüre ich einen Fremdkörper auf mir. Da ich rechts außen auf einem 3er Sitz Platz genommen habe, denke ich, die ganz links außen, ist wohl ganz schön breit, sonst müßte der nette Mann in der Mitte mir ja nicht so nahe treten. Doch als ich aus meiner Supertasche aufblicke, stelle ich fest: Links sitzt niemand.
Ich blicke den leicht säuerlich riechenden Mann böse an. Der freut sich über die Kontaktaufnahme und setzt sich auf meinen Schoß.
Ob er vielleicht auch mal den Kopf in meine Handtasche stecken möchte oder ob es reiche wenn ich ihm was schönes aussuche?
Reinschauen, gefiele ihm besser.
Drücken sie doch mal auf den rot leuchtenden Knopf, den Sie gleich sehen, fordere ich ihn auf und *schlurp* ist er verschwunden.
So ein Mini-CERN in der Handtasche verursacht zwar viel Ärger*, kann jedoch auch eine außerordentliche Hilfe sein.
* An dieser Stelle befönde sich eigentlich ein Link der a) auf meinen Artikel über verschwindende Dinge in Handtaschen und meiner Theorie zu mini schwarzen Löchern hinwiese und b) meine Panik vor dem aktivieren des Teilchenbeschleuigers in CERN beschrieben hätte. Beide Artikel sind verschwunden.
Die Wahrheit ist…
… das Wetter ist einfach zu gut zum bloggen. Fange im Herbst wieder an, wenn es beinahe täglich regnet und einem ein kalter Wind um die Ohren pfeift.
Traditionen
Mein Mann ist glücklicherweise nicht fußballbegeistert. Doch tief in jedem Mann schlummert wohl die Leidenschaft für das Runde. Tiefenpsychologisch gedeutet sogar ein Liebesgeständnis, dieser Kuchen.
Der Bienenstich war köstlich und das Geschenk wie immer das beste, das ich je bekommen habe. Endlich kann ich meine Paintbilder bauen!

Schaffe, schaffe, Häusle baue
Kaum hat man die ersten sieben Kinder in die Welt gesetzt, wird der Platz knapp und man denkt über Hausbau nach. Problem: Woher mit den 200.000 Euro, dies kostet?
Nachdem ich mehrere Jahre erfolglos nach unbekannten amerikanischen Erbtanten gefahndet hatte, fiel mir am Wochenende ein Werbeprospekt in die Hände, welches auf unerwartete Weise eine einfache Lösung bot.
Angeboten wurde ein iPhone-Immitat, mit zwei SIM-Karten zu je 4,95 Euro im Monat, plus 100 Euro in bar und einem Startguthaben von 50 Euro. Die Verträge würden jeweils zwei Jahre laufen.
Mathematisch begabt wie ich bin, errechnete ich mir so schnell ein günstiges Finanzierungsmodell.
Ich bestelle 2000 Handys. Macht 200.000 Euro in bar. Die Handys verkaufe ich für durchschnittlich 30 Euro bei ebay – macht weitere 60.000 Euro.
Bleiben 4000 Verträge à 4,95 Euro, die man gegen zu rechnen hat. Pro Jahr also 23.760 mal 2 gleich 47.520.
Bleiben 12.480 Euro Gewinn!!!
Und davon kann man locker noch ein Paar Handyverträge hinzuordern und sich davon einen Pool bauen, Designermöbel kaufen und die Ausbildung der Kinder finanzieren.
Anyone a cell-phone? Günstig ab 30 Euro abzugeben. Absolute Neuware!
Starfrisöre für Kinder – ein Empfehlungsschreiben
Es gibt nur wenige Wischmöpse die eine schlimmere Frisur als unser Kind 2.0 haben. Meine Eltern haben mich schon mehrere Male darauf hingewiesen, dass der einzige Ausweg aus dem störrischen Flaumgestrüpp eine Rasur des Kopfes ist. Erst dann wüchsen die wahren, schönen, wahrscheinlich goldlockigen Haare.
Wir weigerten uns jahrelang. Doch als mein Mann das Kind versehentlich einmal in die Abstellkammer gestellt hatte, weil er es für unseren Wischmopp hielt, habe ich meine Meinung geändert und machte mich auf die Suche nach einem Kinderfrisör.
Der Rekord im Stillsitzen bei Kind 2.0 liegt derzeit bei 10,26 Sekunden. Das sollte auch die Zeit sein, in der ein Frisör ihm eine hübsche Frisur zaubern sollte. Ein Profi musste also ran.
Eine intensive Internetrecherche brachte uns zu einem Frisör der sich in einem großen Kaufhaus in Westberlin befindet. Die Einrichtung hatte sich ausdrücklich als KINDERfrisör ausgegeben.
Als wir ankamen sahen wir Donald Duck- und Motorradstühle auf die das Kind zu platzieren war. Das Kind wollte aber lieber in den Spielbereich. Leider war es erst 23,46 Monate alt und die freundliche Frisörin wies uns darauf hin, dass der Spielbereich erst für Kinder ab zwei Jahren geeignet sei.
Das Kind heulte Rotz und Wasser, was die Frisörin empathisch mit „Wollen se nun Haare schneiden oder nich?“ kommentierte.
„Ja sehr gerne!“ erwiderte ich und wollte das Kind auf meinem Schoß Platz nehmen lassen.
„Uffm Schoß schneidenwa nich. Dit Kind muss uff den Stuhl.“
„Will es aber nicht.“
„Dann schneidenwa nich.“
Ein bisschen verdutzt war ich da schon: „Kindergerecht habe ich mir doch ein wenig anders vorgestellt.“
„Für Ihre Vorstellungen könnwa ja nix.“
Wie gerne hätte ich ihr da gegen das Schienbein getreten. Als zivilisierte Menschen packten wir jedoch lediglich unsere Sachen zusammen und verließen die Räumlichkeiten. „Weiterempfehlen kann man sie ja leider nicht.“
„Wir wollen hier sowieso nur artige Kinder!“
Da vergaß ich meine Erziehung und verpasste ihr eine Kopfnuss.
Das Kind wurde farblich kenntlich gemacht und war fortan gut vom Mopp zu unterscheiden. Wenn man kreativ ist, gibt es eben immer Lösungen.
Liebe, unverwüstliche Liebe in mir
Jeder hat so seine Ängste was die Entwicklung der eigenen Kinder angeht. Mein Ex, leidenschaftlicher Extremsportler seines Zeichens, befürchtete stets sein Nachwuchs könne zum sensiblen Flötenspieler mutieren.
Ähnlich ging es mir bei dem Gedanken an Pferden. Ich kann sie nicht ausstehen. Sie stinken, haaren und sind häßlich. Schon als kleines Mädchen mochte ich sie nur als Bestandteil italienischer Salami.
Doch das weltliche Karma ist unerbittlich. Denn kaum erscheint ein Gaul am Horizont, schon kreischt Kind 2.0 vor Freude und fällt fast aus dem Kinderwagen vor Begeisterung.
Um des Seelenheil willens stelle ich mich deswegen wahnsinnig gerne in der prallen Sonne vierzig Minuten in eine Schlange, damit es reiten kann. Ich habe auch keine Probleme damit andere Mamis anzuschreien oder an den Haaren zu ziehen, um unsere gute Platzierung zu verteidigen.
In mir auch Ruhe und ZENartige Ausgeglichenheit wenn das Kind, sobald wir an der Reihe sind, schreit: Neeee MamamamMMMAAAAAAAAAAAA WILL NICH, habsch ANGST!
Wenn wir dann nach einigen erfolglosen Überredungsversuchen aus der Schlange ausscheren und das Kind es sich anders überlegt und brüllt: WILLSCH reeeiiIIIIIIten MAMAAAAAAA! liebe ich es trotzdem. Immer und immer und immer. Echt. Ich lüge nie.
Klappe zu
Gerade als ich vertieft in die 637. Fußnote von Die Realität der Massenmedien von Niklas Luhmann war, schaltete mein Mann Germanys Next Topmodel ein.
Mein reiner Geist ist extrem ablenkbar durch bunte, bewegliche Bilder und so blieb es nicht aus, dass ich intellektuell fröstelnd einige Minuten die gestrige Episode mitverfolgen musste. Noch wenige Jahre und unsere Kinder sind im Teenageralter, da muss man schon ein wenig up-to-date sein. In gängigen Tageszeitschriften hatte ich bereits Interviews besorgter Top Model Mütter gelesen. Sie haben alle angst, dass ihre hübschen Töchter in den Sumpf von Alkohol, Drogen und Magersucht abgleiten. Doch ein ernstes Problem bleibt dabei unerwähnt: Die Mädchen werden zur Mundatmung gezwungen. Auf beinahe jedem Bild sperren sie ihre Mäuler wie dicke Barsche auf, die auf dem Grund eines trüben Teiches nach Essbarem gründeln.
Über die Risiken von Mundatmung spricht dabei niemand!
– Mundatmung führt zur Austrocknung der Schleimhäute
– Durch Mundatmung wird die Luft nicht in der Nase gefiltert, und es kommt häufiger zu Infekten
– Darüber hinaus kommt es verstärkt zur Kariesbildung, da zu wenig Speichel schützend die Zähne umgibt
-Besonders für die 16jährigen Teilnehmerinnen ist festzuhalten: Mundatmung im Milchzahnstadium kann zu gravierenden Fehlstellungen der Zähne führen!
Deswegen fordere ich als besorgte Mutter: Heidi, lass das Froschatmen sein und erlaube Deinen Mädchen sich mit ordnungsgemäß verschlossenen Lippen ablichten zu lassen! Denke an die Gesundheit Deiner Teilnehmerinnen und halte deren Vorbildfunktion für andere junge Menschinnen im Auge!


