12von12 im Mai

Der 12. Mai ist so unaufregend wie jeder andere 12. eines Monats. Dafür ist die Aktion 12von12 schließlich da: Alltag zeigen.

Der Frühling ist da! Wenn morgens um 6 Uhr mein Wecker klingelt, ist das Zimmer schon hell.

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Leider bedeutet Frühling dieses Jahr unerwarteterweise wieder Heuschnupfen. Ich hatte das vor Jahren stärker, dann jahrelang nichts und dieses Jahr wieder richtig heftig. Die Haut juckt, die Schleimhäute angeschwollen, Nase läuft, Augen tränen, ich fühle mich wie einmal durch die Mangel gezogen. Ohne meine tägliche Dröhnung geht gar nichts. Könnt ihr da was empfehlen? Ganz weg bekomme ich meine Beschwerden nicht.

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Ich mache heute Homeoffice. Um 9.10 Uhr habe ich ein kurzes Interview mit dem rbb Inforadio im Rahmen des Themenkomplexes “Das vernetzte Ich” – es geht um Eltern-Blogs. Mir gefällt das Interview. Die Fragen waren gut und nehmen Eltern-Blogs ernst.

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Dann gehts an die Arbeit. Da ich 6 Uhr aufstehe, habe ich gegen 10 Uhr meistens schon wieder Hunger. Zuhause mache ich mir deswegen, während die Kinder frühstücken Snacks. Das geht viel besser als im Büro. Da ist es dann irgendwann doch eher ein Brötchen oder was Süßes.

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16 Uhr bin ich fertig. Da Kind 3.0 nicht so gerne vor Schließung aus der Kita abgeholt wird (es ist wirklich so, ich werde oft beschimpft, warum ich denn jetzt schon wieder so früh komme und ob ich nicht noch einkaufen gehen könnte…), habe ich noch 30 min Zeit über The Good Wife zu schreiben. Die letzte Folge habe ich gestern Abend gesehen. Der Abschied fällt schwer, aber ich bin zufrieden mit dem Ende.

Ich wurde öfter gefragt, ob ich wirklich so schnell blogge. Ja, ich blogge so schnell. Nur sehr selten brauche ich länger als eine Stunde pro Beitrag.

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Ich hole Kind 3.0 im Kindergarten ab, wir gehen Eis essen und dann noch auf den Spielplatz. Kind 2.0 hängt mit den eigenen Freundinnen und Freunden ab. Ich bin total begeistert von seiner Selbständigkeit.

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Da ich keine großen Monstermonatseinkäufe mag, kaufe ich alle 2-3 Tage Gemüse, Obst und Kleinigkeiten frisch ein. So wie die anderen 200 an Kasse 1, 2 und 3 (nicht im Bild).

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Wir kommen nach Hause. Kind 2.0 ist schon da und hat den Tisch gedeckt: “Mir war so langweilig”. (Hab ich schon mal erwähnt, wie toll dieses Kind ist? Es hängt auch Wäsche ab aus Langweile oder staubsaugt…)

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Es gibt Knäckebrot mit Avokado und Salat. Naja und Schinkenbrot. Die Kinder essen Toast mit Salzbutter und essen Erdbeeren.

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Ab 19 Uhr fangen wir an die Kinder ins Bett zu bringen. Was eigentlich 10 Minuten in Summe dauern könnte, dauert meist 45 Minuten. Nach 12 Jahren mit Kindern, bin ich es so leid immer das selbe zu sagen. Ich wüsste gerne einen Ausweg aus der “Putzt die Zähne! Putzt endlich die Zähne! DIE ZÄHNE PUTZEN!” (das selbe mit Schlafanzug anziehen)-Falle. Gebt mir pädagogische Ratschläge!

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Dann vorlesen und singen. Das könnte schön sein. Ich lese gerne vor. Aber auch hier: erst die lange Phase des Buchaussuchens, dann die lange Phase der Was-genau-lesen-wir jetzt.

Ich darf auch meistens keine Bücher lesen oder abgeschlossene Geschichten – sondern z.B. Lexikaeinträge, Suchbilder oder Einträge aus Klebealben. Oder Conni. Wobei alle Conni-Büchlein gerade im Urlaub sind. Wenn ich aber 10 Seiten über Abelisauren, kylosauren, Dilophosauren, Halticosauren, Ichthyosauren, Styracosauren und Titanosauren lesen muss, dann werde ich irgendwann verrückt. Manche Saurier muss ich mir zusammenbuchstabieten wie eine Erstklässlerin. Lest mal flüssig laut in einem durch: Micropachycephalosaurus

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Die Kinder schlafen. Wir schauen Game of Thrones. OMG!

(Schön ist, wenn man bei 12von12 lange genug mitmacht, kann man schauen, was man letztes Jahr am 12. Mai gemacht hat)

12 von 12 im Juli

Der 12. Juli ist auf ein kinderfreies Wochenende gefallen. Kinderfreie Wochenenden dauern ca. 100 Stunden. Es ist erstaunlich, was ich an zwei Tagen alles schaffen kann. Ausschlafen bis 8 Uhr zum Beispiel. Aufstehen fällt allerdings  ziemlich schwer, wenn die Kinder nicht darauf bestehen, dass ich Frühstück mache. Ich lese also ein bisschen Internet und schreibe dann die erste Fassung meines ElterngeldPlus Artikels.

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Nachdem ich gefühlt zwanzig Artikel und ein duzend Broschüren gelesen habe, ist es plötzlich zehn Uhr. Ich äh muss mich noch anziehen, denn ich bin mit Frau Kirsche zum Frühstück verabredet. Ich hab sie über einen gemeinsamen Freund kennengelernt und wir haben neulich zusammen gepodcastet. Der Freund hat gesagt: Ihr werdet euch verstehen. Er soll Recht behalten.

Ich fahre mit dem Fahrrad nach Kreuzberg, wo ich am Tag zuvor schon frühstücken war. Es ist wirklich total leer. Das fällt mir erst auf, nachdem ich den Artikel über die Berlinreise bei Maximilian Buddenbohm gelesen habe.

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Ich habe Frau Kirsche noch nie in echt gesehen, aber ich erkenne sie sofort an ihrem phänomenalen Rock. Frau Kirsche ist Nähnerd. Die Kleider, die ich bislang auf instagram gesehen habe, sind großartig.

Wir gehen ins Bastard. Das Frühstück dort ist toll. Genau deswegen sind alle Plätze besetzt. Wir stehen enttäuscht auf der Straße und gucken so lange traurig, bis der Kellner uns einen Platz organisiert. Ich bestelle mein Essen ohne Obst. Der Kellner sagt: “So einen Quatsch machen wir hier nicht”. Ich jammere und sage ihm, dass ich lieber Vogelspinnen als Mandarinen essen würde. Er sagt mir, er wolle in die Natur, man könne halt nicht alles haben. Am Ende macht er mich doch glücklich. Mir wird ein Frühstück ohne Obstdeko serviert.

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Frau Kirsche und ich unterhalten uns lange und das obwohl ich Psychologin bin und sie Soziologin ist. Eigentlich gibt es sowas wie eine traditionelle Feindschaft zwischen diesen beiden Disziplinen (oder zumindest totales Unverständnis, weil die Blickrichtung entgegengesetzt ist). Mir fällt auf, dass der Kellner die ganze Zeit mit uns schäkert. Das ist mir ca. 100 Jahre nicht mehr passiert. Ich verstehe ihn, ich finde Frau Kirsche auch toll.

Am Nachmittag fahre ich wieder nach Hause und lege mich erstmal hin. Mittagsschlaf! So toll!

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Danach steht Hausarbeit an. Ich bin fasziniert wie viel Arbeit unter der Woche liegen bleibt, obwohl ich die ganze Zeit was mache. Alleine fünf Maschinen Wäsche. Ich träume von einer Haushälterin. Auch denke ich immer, dass es ja Menschen gibt, die auch noch bügeln oder die jeden Tag staubsaugen oder so. Wie machen die das?

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Ich brauche Folge 30, 31 und 32 des Lila Podcast bis ich zur Hälfte fertig bin mit dem ganzen ******. Besonders gut gefällt die Folge zu den Serien. “Hit and Miss” und “Raised by Wolves” muss ich unbedingt sehen.

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Betten neu beziehen ist auch mal wieder dran. Ich hatte ne zeitlang einen 70er Jahre Stoffsammelfetisch. Diese Kinderbettwäsche habe ich ein halbes Jahr gejagt. Jetzt sind die Kinder eigentlich raus aus dem Alter. Dann kommt der Bezug eben auf eine der zahlreichen Spieldecken, die die Kinder zum Bauen verwenden. Ich wünschte, ich könnte nähen… dann könnte man daraus vielleicht noch was schönes machen.

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Als letztes räume ich das Kinderzimmer auf. Ich hab mich neulich mit anderen Eltern unterhalten, dass ich Waffen hasse und meine Kinder deswegen keine haben. Ich glaube, ich habe mich geirrt.

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Jetzt habe ich erstmal keine Lust mehr. Zeit mal in den Comic zu schauen, den ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Außerdem ist es nach vier.

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Nebenher mache ich Backups. Dieses vorwurfsvolle Popup “Schon 10 Tage kein Backup” ist ja nicht auszuhalten auf Dauer.

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Glücklicherweise besitze ich seit kurzem einen Hammer. Ich hänge ein neues Bild auf, das mir meine Freundin Katia geschenkt hat. Katia ist großartig. Nicht nur was ihre Kunst angeht, auch ihr Blog muss man sehr lieben.

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Dann vertrödele ich noch unfassbar viel Zeit. Ich schaue “Suits”* und lackiere meine Fuß- und Fingernägel. Weil die nicht schnell genug trocknen, komme ich äh 25 min zu spät zum Burgeressen und vergesse auch noch meinen Burger zu fotografieren! Dieses Tussileben ist nichts für Anfängerinnen. Vermutlich hätte ich ohnehin Salat bestellen müssen.

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*dafür komme ich in die Hölle. Die Serie ist nicht nur angereichert mit Klischees (die Typen mächtig und kompetente Anwälte, die Frauen Anwaltsgehilfinnen und Sekretärinnen oder Quotenfrau, alle gutaussehend, toll gekleidet, superdünn) sondern auch voll mit sexistischen Sprüchen und Gesten (über die die Frauen aber immer lachen, die haben halt Humor).

12 von 12 im Juni

Im Juni? OMG! Bald ist Weihnachten…

Der Tag startet – wie immer – viel zu früh. Früher war ich wenigstens früh müde. Jetzt kann ich meistens nicht vor 24h einschlafen und dann verursacht der Wecker um 6h jedes Mal leichtes Määähhh nööööö.

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Also erstmal Kaffee.

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Wir sind heute früh sehr pünktlich. Nachdem ich Kind 2.0 in der Schule abgeliefert habe, gehts weiter zum Kindergarten. Der macht allerdings erst um 8h auf. Kind 3.0 freut sich: Heute sind wir Sieger!

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Im Büro trinke ich immer meinen 2. Kaffee. Der Milchschäumer der Kaffeemaschine macht sensationell guten Milchschaum. Er muss jeden Morgen gereinigt werden. V.a. im Sommer, wenn der weiße Milchschleim am Morgen leicht gelblich, manchmal mit einem Hauch grün ist, empfiehlt sich die sorgfältige Reinigung.

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Ich bin heute alleine im Büro. Dann muss ich eben auch alleine Witze machen *seufz*.

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Alles total unspektakulär heute. Ich esse fast jeden Tag ein Frosta-Gericht.

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Heute erscheint die neue Staffel “Orange Is The New Black”. Ich freue mich drauf, die vorangehenden Staffeln haben mich begeistert.

Offenbar ist jetzt Sommer. Die Spiegelung meines Bildschirms der Außenwelt lässt dies zumindest vermuten.

Ich arbeite heute lange und als ich fertig bin, habe ich exorbitant schlechte Laune. Ich fahre mit dem Rad zurück und am liebsten möchte ich mich in einer Höhle verkriechen. Ich hab das Gefühl, dass ich manchmal die Verbindung zu der Außenwelt verliere. Sie gleitet mir einfach zwischen den Händen weg und es tut sich ein bodenloses Loch auf. Ich lege mich auf mein Bett und starre an die Zimmerdecke. Erfahrungsgemäß geht dieses Gefühl irgendwann wieder weg. Ich glaube, ich brauche eine Stunde bis ich aufstehen kann. Ich laufe die zwei Meter zu meinem Schreibtisch, hole meinen Rechner und schaue mir die letzten beiden Folgen “Top Of The Lake” an. Eine hervorragende Serie. Ich will auch nach Neuseeland, am besten gleich in dieses Containercamp zu GJ und mich ein bisschen anschreien lassen. Es sieht so aus, als wäre es da wenigstens kühl.

Ich hab kinderfrei. Das ist einerseits gut, weil ich nicht funktionieren muss und keinerlei Verpflichtungen habe. Andererseits fehlen sie mir, selbst wenn es nur ein Wochenende ist. Kind 3.0 hat mir am Vortag einen Glücksfänger gebastelt. Der fällt mir ins Auge. Ich soll ihn in die Hand nehmen und hoch halten, dann fällt das Glück rein. Dafür muss man geduldig sein, sagt Kind 3.0. Ich nehme den Glücksfänger und halte ihn eine zeitlang nach oben.

Es ist spät geworden. Ich bin noch verabredet und statt wie sonst mit dem Rad zu fahren, entschließe ich mich zu einem Spaziergang. Die Stadt stinkt und ist laut. Ich denke an ein Peter Fox Lied.
Bin außerdem erstaunt, wie langsam man ist, wenn man zu Fuß läuft. Als ob ich Honig unter den Sohlen habe. Es ist noch sehr warm. Die ganze Stadt scheint unterwegs zu sein. Überall haben die Cafés ihre Tische und Stühle raus gestellt.

Ich bekomme noch einen Gin Tonic zur Nacht. Das find ich gut. Hätte ich Bargeld dabei gehabt, ich hätte mir erstmalig in meinem Leben ein Wegbier gekauft. Es ist nach 24h. Das letzte Bild ist bei 12 von 12 irgendwie immer das schwierigste.


 

Die Gesamtsammlung 12 von 12 bei Draußen nur Kännchen.

12 von 12 im Mai

Der Tag beginnt – wie im optimalen Fall – mit Kaffee aus meiner hübschen Rules-Tasse. Rules ist eines der wenigen Spiele, die ich in den letzten Jahren gespielt habe und die mich nachhaltig von der Erledigung meiner Pflichten abgehalten haben. (Weil der Anblick der Tasse jedes Mal Begeisterung auslöst: Man kann sie bestellen.)

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Wenn ich ein paar Schlucke Kaffee getrunken habe, mache ich Schulbrote. Eigentlich will Kind 2.0 nur Wasser und Brot. Weil ich mir aber sicher bin, dass es dann in 20 Jahren FreundInnen erzählt, es habe nur Wasser und Brot bekommen als Kind und dann alle entsetzt sind, kämpfe ich seit mehreren Jahren dagegen an und versuche Dinge zu finden, die das Kind noch essen mag. An die Kunstwerke von Anna von Berlinmittemom denke ich jeden Morgen.

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Heute ist Fahrradwetter. Es ist mir diesen Frühling sehr schwer gefallen, nachdem meine Freundin letztes Jahr tödlich verunglückt ist, wieder auf das Fahrrad zu steigen. Ich denke immer noch täglich an sie. Wir sind oft zusammen in die Arbeit gefahren und ich kann gar nicht sagen, wie sehr sie mir fehlt. Sie ist in jeder Ecke der Stadt, in jedem Winkel des Büros und in jeder Frage meines Lebens, über die ich gerne mit ihr gesprochen hätte.
Gerade heute fällt mir wieder auf, wie krass die einzelnen Verkehrsteilnehmer im Konflikt zueinander stehen. Die Fußgänger hassen die Radfahrer, die Radfahrer die Autofahrer, die Autofahrer die Radfahrer. Mein Blickwinkel hat sich deutlich verändert und ich wünschte mir, es gäbe mehr Rücksicht und Verständnis füreinander.
Ich bringe Kind 3.0 in den Kindergarten. Es quatscht ohne Unterbrechung und sehr fröhlich von hinten am Kindersitz. “Wohnst du lieber in einem Loch, am Baum oder in der Luft? Hast du ein Fell, Federn oder bist du nakisch? Bist du lieber schnell, lamsam oder kannst fliegen…” Meine Antworten ergeben: Ich bin eine Ranunkel. Unerwartet – aber hey…
Wir müssen warten bis der Kindergarten öffnet. Wir fahren sonst Tram und das dauert wesentlich länger.

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Im Büro angekommen, erstmal einen 2. Kaffee und Mails lesen. Der Kollege hat mir gestern geschrieben, dass er meine Choco Fresh Vorräte gegessen hat und neue besorgen wird. Natürlich habe ich jetzt um 8.15 Uhr große Lust auf Choco Fresh.

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11.30 Uhr. Die erste Sitzung liegt hinter mir. Ich habe Hunger. Ich habe schon wieder nicht geschafft zu frühstücken. Das ärgert mich ein bisschen. Gerade hatte ich mir vorgenommen, regelmäßiger zu frühstücken. Das tut mir sehr gut, aber wenn ich morgens um 6 aufstehe und die Kinder fertig mache, ist meistens keine Zeit. Noch früher aufstehen schaffe ich nicht.
Also esse ich Mittag. Heute habe ich mir etwas vom Vortag mitgenommen. Freunde haben gekocht weil ich im Anschluss an das gemeinsame Abendessen gebabysittet habe.

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Der Bürohund verbringt die meiste Zeit in unserem Büro. Er hat meinen Kollegen sehr gerne. Obs am Kollegen liegt oder daran, dass der Hundeleckerlis hat, man weiß es nicht. Ich darf auch eins verfüttern.

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Mein Kollege ist eigentlich sehr internetaffin. In letzter Zeit hat er sich im Spaß ab und an beschwert, dass ich ihn und das was er sagt, ungefragt ins Internet stelle. Geht natürlich gar nicht, gerade erst saß ich als Diskussionsteilnehmerin in einem Panel und habe darüber gesprochen, das man sowas nicht machen kann. Schließlich gibt es die schöne App Catwang, die genug Katzenköpfe hat, um symbolhaft Emotionen zu übertragen.

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Nach der Arbeit will ich mir einen Bikini kaufen gehen. Ich habe nur sehr wenige Tage an denen ich kinderfrei habe und an denen die Geschäfte gleichzeitig geöffnet haben. Die Chance muss ich ergreifen. Allerdings bleibe ich erfolglos. Es ist wirklich eine Plage mit den Bikinis. Speziell mit den Oberteilen. Es gibt Oberteile für kleine Brüste, die ich nicht anziehen kann weil naja und welche für große Brüste, die ich nicht anziehen will, weil die gepolstert sind (WTF? Warum???). Ich mag es außerdem nicht, wenn die Oberteile keine Träger haben sondern im Nacken zusammen gebunden werden. Davon bekomme ich Rückenschmerzen. Diese beiden Umstände (keine Polster, Träger) ergeben in Gesamtsumme: Kein Bikini für mich.
Ich bekomme viele Tipps, aber leider ist nichts dabei.

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Also auf nach Hause. In 40 min habe ich meine nächste Verabredung. Vorbei an der schönen Fahrradampel mit dem Herzchen, über die ich mich jedes Mal wieder freue.

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Ich fahre ausnahmsweise die Karl-Marx-Allee entlang. Der Brunnen am Strausberger Platz ist bereits seit Anfang des Monats angestellt. Ich liebe diese Ansicht auch wenn (vielleicht aber: gerade weil) ich sie schon so oft in Musikvideos gesehen habe.

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Genau zehn Minuten ausruhen kann ich, dann geht’s weiter zu FIL. FIL hat mir der diplix empfohlen. Kannte ich vorher nicht (und jetzt alle so: Orrrrr).
Ich fühle mich ganz gut unterhalten. FIL ist ein sehr guter Beobachter. In seinem Programm Pullern im Stehen berichtet er über seine Jugend. Erschreckend wie prototypisch so eine Jugend ist. Ich bin zwar in einem fränkischen Kaff aufgewachsen – allerdings war das nicht wesentlich anders als so eine Jugend im Märkischen Viertel. Ich mag seine Art zu Berlinern. Unterm Strich merke ich, dass ich zu empfindlich für bestimmte Witze und Formulierungen geworden bin („spiele Fußball wie ein Mädchen“.)
Er redet viel von seinem Penis. Ich frage mich, ob es Bücher von Frauen gibt, die auch andauernd im Rahmen ihrer Pubertät (und darüber hinaus) ständig über ihr Geschlechtsteil sprechen und ob ich das anders oder lustiger fände.
Das Internet hat mich verdorben. Ich glaube, es gibt keine Hoffnung mehr.

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Während der Lesung bekomme ich großen Hunger. Vom Mittagessen abgesehen, habe ich heute nichts gegessen. Wir gehen also essen und dann ins Bett. Der Tag war lang und ich bin total erschöpft. Es ist beinahe 24 Uhr, letzte Chance für ein Bild.

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Systematik als Lebenskonzept

In “Mein Leben als Suchmaschine” habe ich eine sehr gute Methode kennen gelernt, Dinge wiederzufinden. Der Autor, Horst Evers, filmt sich beim nach hause kommen und lädt den Film bei Youtube hoch. Wenn er sich später fragt, wo er den Haustürschlüssel abgelegt hat, schaut er sich den Film an – et voilà  – schon hat er ihn wieder ausfindig gemacht.
Hätte ich auch so machen können, hätten wir seit jeher stabilen Internetzugang. Hatten wir aber nicht und so musste ich mir etwas noch ausgefuchsteres ausdenken. Das Ergebnis wird jeden Controller hoch erfreuen: Excel-Listen.
Ich erstelle Excel-Listen von potentiellen Aufbewahrungsmöglichkeiten. Beispielsweise heißt eine Liste 2010-01-28_Malm-Kommode_Flur.xls .
Die Spalten benenne ich nach den Schubladen. Z.B. Schublade 1 oben rechts, Schublade 2 oben links, Schublade 3 usw.. Plus Ablagefläche oben.
In den Zeilen werden die Gegenstände eingetragen. Z.B. Schwarz Wollmütze Mami, Lila Schapka Mami, Winterhandschuhe Kind 1.0 usw.
Wenn ich etwas entnehme, streiche ich die entsprechenden Gegenstände aus und wenn ich etwas hineinlege, lege ich neue Posten an.
Ich muss zugeben, es blockiert schon ein wenig das alltägliche Leben ABER ich finde mit Strg + F ALLES wieder. Selbst die Dinge, von denen ich nicht mal sicher weiß, dass ich sie besitze.
Einmal im Monat machen wir Inventur, um sicherzugehen, dass die Bestände korrekt sind.
Gegenstände, die seit mehr als einem Jahr nicht entnommen wurden, erhalten das Label “Erinnerungsstück” oder “ebay”. Auf den Etiketten “Erinnerungsstück” wird zusätzlich vermerkt an was das Utensil erinnern soll. Denn diese Information geht erfahrungsgemäß nach zwei bis drei Jahren in der Regel verloren.
So ist der Hausstand stets aktuell und im Falle einer Wohnungshavarie können wir der Hausratversicherung stets den neusten Stand vorlegen.

Schönes aus alten Häusern

Zwölf Künstler haben in der Torstraße 166 leerstehende Wohnungen gestaltet, die man sich bis zum 12. Oktober zwischen 12 und 22 Uhr anschauen kann. Eintritt kostenlos.
Sehr zu empfehlen für alle, die als Kind gerne die Bänder aus Kassetten gezogen haben, um damit von den Eltern wenig geschätzte Spiderman-Phantasien zu verwirklichen.
Selten wird allen Sinnen so viel Erfahrung geboten. Schön. Hingehen.

Eloquentere Beschreibungen bei DE:BUG und im BerlinDesignBlog.