2019 möchte ich am liebsten die gesamten Berliner Sommerferien irgendwo anders verbringen. Tatsächlich habe ich sogar schon Tauschangebote bekommen, aber die Kinder sind wie des Fischers Frau und haben mir aufgetragen, eine Unterkunft in Laufnähe zum Meer zu finden oder wenigstens einen kleinen Bauernhof mit flauschigen Kaninchen und zahmen Eichhörnchen.
55 km entfernt (!) brennt es und in Friedrichshain wacht man bei geschlossenen Fenstern vom Geruch auf
Heute morgen bin ich um 5 Uhr bei geschlossenen Fenstern wach geworden, weil das ganze Zimmer nach Rauch gerochen hat. Ich war sofort hellwach. Bei den Nachbarn meiner Eltern ist neulich ein komplettes Haus abgefackelt, weil ein Netzteil sich in das Sofa gekokelt hat.
Kinderfreundlichkeit in Deutschland ist: ein Kinderstuhl, eine Malvorlage mit Bärchen, einige abgebrochene Buntstifte dazu, die Erlaubnis öffentlich zu stillen, ein Wickeltisch am Klo, vorwiegend ungesundes Essen (Pommes, Hühnchennuggets, totgekochte Nudeln, Eierkuchen mit Zuckerpampe), Extraeinrichtungen wie Eltern-Kind-Cafés oder Eltern-Kind-Abteile. Familienhotels gibt es wohl auch, dazu kann ich nichts sagen, die sind so teuer, die kann ich mir nicht leisten.
Gelegentlich begleiten mich Wortwürmer. Das sind sowas wie Ohrwürmer, nur dass sie aus einem Wort oder einer einzigen Formulierung bestehen. Wie sie in meinen Kopf kommen? Keine Ahnung. Wie sie wieder weg gehen? Keinen Schimmer.
Fakt ist: Sie erscheinen einfach und dann muss ich über sie nachdenken.
So z.B. heute Morgen die Formulierung „schlecht gebumste Feministin“.
Sowas harmloses gibt es im Mediendschungelcamp nicht.
Interessehalber schaue und höre ich mir gerne medienpädagogische Vorträge an, v.a. wenn dort explizit Eltern adressiert werden. Wahrscheinlich eine Art Guilty Pleasure, denn im Grunde kann man wie bei einer Narkose rückwärts von 10 auf 0 zählen (bzw. man versucht es ja nur und ist meist bei 7 weg) und dann geht es um das schöne Thema „Wie begrenze ich die Medienzeit meiner Kinder?“.
für den Zeitraum 20.6. – 4.8.2019 würde ich gerne meine Wohnung in Berlin tauschen und zwar möglichst für den gesamten Zeitraum. Ich würde gerne an einen Ort tauschen, an dem es einen möglichst großen Kontrast zu Berlin gibt. D.h. ich möchte in keine andere Stadt* sondern möglichst irgendwo aufs Landland, in den Wald, an den See, ans Meer, in die Berge. Ich brauche allerdings stabiles Internet mit einer guten Up/Downloadrate, da ich in dieser Zeit arbeiten muss. Muss auch nicht Deutschland sein.
Vor einigen Jahren war ich mal in Schweden auf einem kleinen Gehöft, mitten im Nirgendwo, der nächste Hof 1,5 km entfernt, der nächste Supermarkt mehr als 10 km entfernt. Mit klapprigen Fahrrädern konnte man zu einem See fahren, da hatten wir ein kleines Boot. Internet war bombe. Das wäre so grob meine Utopie. Jedenfalls suche ich einen Kontrast zum Stadtleben und wünsche mir etwas, wo die Kinder gefahrlos die Umgebung erkunden können und wir in Einklang mit Käfern und Spinnen sechs Wochen lang ein anderes Leben ausprobieren können.
Falls ihr Lust habt oder jemanden kennt, meldet euch gerne per Mail bei mir: dienuf@posteo.de
Ich kann eine schöne Altbauwohnung mit vier Zimmern, 5 Schlafmöglichkeiten und einem schönen Balkon bieten. Ich wohne sehr zentral, 2 min von einer U-Bahn-Station entfernt und es ist trotzdem sehr ruhig hier. Ihr könnt für die Zeit auch mein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel und mein Fahrrad haben.
P.S. Ich weiß, dass es extra Wohnungstauschplattformen gibt, aber vielleicht gibt es ja direkt unter den 70.000 Leserinnen und Lesern jemanden, der schon immer mal die ganzen Sommerferien nach Berlin wollte.
*Naja Toronto und so würde ich auch mal ausprobieren. Meldet euch einfach, wenn ihr denkt, ihr wohnt schön.
Muss man das Geburtsgewicht mit oder ohne Schwan angeben?
„Meine Mutter weiß nicht um wie viel Uhr ich geboren bin.“, ein Freund schaut mich empört an. Ich schüttle mitfühlend den Kopf, tue so als sei ich ebenfalls empört und denke: „WTF? Wann sind nochmal meine Kinder geboren. Shit. Shit. Shit.“