6. August 2015

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Ein Jahr ist es her und ich weine noch oft. Du fehlst mir. Ich weiß, wenn du könntest, würdest du deswegen mit mir schimpfen. Ich kann es auch nach 365 Tagen nicht fassen.

Der 6.8.2014 war einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Meines Lebens. Immerhin kann ich das sagen, denn ich lebe und Du nicht. Wir sind fast gleich alt und haben gut ein Viertel unseres Lebens miteinander verbracht. Ich vermisse dich.

Als ich morgens zu der Unfallstelle fahre, verstehe ich nicht, wieso alles so aussieht wie immer. Warum die Autos einfach fahren. Warum die Fahrradfahrer einfach fahren. Die Fußgänger gehen – so als sei nichts gewesen. Eigentlich müssten sie alle stehen bleiben, wie eingefroren.

Ich laufe zu der Unfallstelle und stecke eine gelbe Rose an das Geisterfahrrad, das dort steht und an deinen tödlichen Unfall erinnert. Dann mache ich mich auf den Weg in die Arbeit. Hastig und auch ein wenig ängstlich, so als ob es heute besonders gefährlich wäre Fahrrad zu fahren.

Als ich im Büro ankomme, muss ich wieder weinen. Du bist am 6.8.2014 nicht angekommen. Aus dem Asphalt an der Stelle, wo man die Fahrräder im Hof anschließen kann, wächst eine gelbe Blume. Ich denke an dich. Vielleicht bist du diese Blume.

Neulich war ich an deiner Wohnung, hab zu deinem Balkon gesehen und eine fremde Frau gesehen, wie sie ihre Blumen goss. Dein Strandkorb war nicht mehr da. An unserem gemeinsamen Arbeitsplatz liegen noch zwei Kaffeekapseln, die von Dir sind. Zwei von vielleicht zwanzig, die es ursprünglich mal waren. Die Markierungen an der Unfallstelle sind vom Regen schon lange weggewaschen.  Die Kerzen und Blumen sind ebenfalls weg, es steht dort eines der weißen Geisterfahrräder, die der ADFC jedes Jahr für die tödlich verunglückten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer aufstellt.

Ich tue mich schwer mit deinem Verschwinden, mit dem Loslassen. Noch bin ich abwechselnd unfassbar traurig und dann wieder sehr wütend über die himmelschreiende Ungerechtigkeit, über dieses unbegreiflich grausame Schicksal. Bis ich mich versöhnlich fühlen werde, wird noch viel Zeit vergehen.

In Gedanken und im Herzen trage ich dich weiter. So kitschig das klingt. Und ich kann Dir sagen, mein Leben hat Dein Tod sehr verändert. Meiner Verbissenheit in manchen Dingen ist Gelassenheit gefolgt. Ich kann das Unwichtige ziehen lassen und das Gute festhalten. Ich verschwende keine Zeit mehr, ich weiß, was und wer mir gut tut und es fällt mir viel leichter zu erkennen, was mein Leben bereichert und was nicht. Ich kann genießen, verschwenderisch sein, wenn es gerade richtig ist und ich glaube, das kommt auch meinem Umfeld zu gute.

Liebe Freundin, es ist ein Jahr her, ich vergesse dich nicht. Du hast mir so viel gegeben – selbst jetzt noch. Ich danke Dir dafür.

Das Miniaturwunderland

Ne, der Artikel ist nicht gesponsert (schade, ich würde da gerne einziehen oder zumindest ein paar Tage verbringen, um all das zu sehen und zu erfahren, was man verpasst hat, weil man nur vier Stunden dort war), aber mein tldr zum Miniaturwunderland in Hamburg lautet: Geht da hin! Warum seid ihr da noch nicht gewesen? Husch!

Es ist großartig im Miniaturwunderland. G R O S S A R T I G!

Es ist ausdrücklich erwünscht dort Fotos zu machen. Es gibt Handyaufladestationen. Alle sind freundlich. Man kann sich Speicherkarten kaufen, wenn man die eigene Karte aus Versehen voll geknipst hat. Man kann alles sehen, auch wenn es proppenvoll ist und das gilt auch für Kinder in allen Größen.

Was wirklich bemerkenswert ist: es ist liebevoll gemacht und es geht den Betreibern nicht um Gewinnmaximierung – das merkt man in jedem Detail.

Z.B. kann man sehr gut dort eine Pause im hauseigenen Café machen ohne arm zu werden. Die Plätze sind so gestaltet, dass man sich von den Eindrücken und der drohenden Reizüberflutung etwas erholen kann. Ginge es um maximalen Umsatz, hätte man gut und gerne die doppelte Menge Sitzplätze in die Räume pferchen können. So hat man das Gefühl abgeschieden in kleinen Zugabteilen zu sitzen und darf mit (im Zweifel) angeschmodderten Händen das Buch zur Ausstellung lesen.

Es war toll! Man kann sich in acht Abschnitten auf 1.300 qm 13 km (!) verlegte Schienen anschauen. Der längste Zug ist über 14 Meter lang!
Die Zahlen sind einfach irre. Im Abschnitt der Schweiz z.B. wurden 4 Tonnen Gips und 15 Tonnen Stahl verbaut. Der Abschnitt Skandinavien hat eine 33.000 Liter fassende Nordsee, die Ebbe und Flut simuliert.

Ich könnte ja noch stundenlang diese Zahlen zitieren. Allein schon wie die Schifffahrt umgesetzt wurde! Es ist gar fantastisch. Und diese Detailliebe. Die Autos blinken beim Abbiegen. Die Flugzeuge heben ab. Es gibt Heißluftballons mit kleinen Flammen. Es gibt Männer, Frauen, Kinder, Aliens, Große, Kleine, Dicke, Dünne.

Kinder kann man im Grunde da abstellen. Die können auf die Ballustraden klettern (es gibt extra Stellflächen) oder über den Boden kriechen und sich dort die eingelassenen Zugstrecken in den Treppen und Wänden anschauen. Sie können unter die Wasseroberfläche schauen und unterirdische Tropfsteinhöhlen oder die geheime Area 51 bestaunen.
Es gibt zahlreiche Knöpfchen, die Dinge fahren oder leuchten lassen.
Es gibt sogar einen Wechsel zwischen Tag und Nachtbeleuchtung. Es gibt „Suchbildchen“ ach und überhaupt! Bringt mich zum Miniaturwunderland zurück.

Kühe

mondlandung

bepackt

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Ich will hier nie wieder weg. #miniaturwunderland #hamburg #b Adern #miwula

Ein von @monoxyd gepostetes Video am

#planespotter #miwula

Ein von @monoxyd gepostetes Video am

Die Videos sind alle vom Monoxyd

Ach P.S. Wenn man keine Lust auf Warten hat, einfach online ein Zeitfenster reservieren, dann kommt man gleich rein.

P.P.S. Die Toiletten übrigens – ein Elterntraum! Wir mussten 7x hin, weils da so schön ist. Normalerweise hasse ich es gefühlte Stunden gelangweilt darauf zu warten, dass die Kinder fröhlich rufen „FEEEERTICH!“. Weil die Toiletten aber so hübsch mit kleinen Kästchen mit winzigen Figürchen dekoriert waren, hätte ich stundenlang dableiben können. SOOO schön!

Muddi sagt was zum Muddi-Interview

So, ihr lieben Hasis! Ich sach jetzt mal als Muddi was zum LeFloid Interview mit der Kanzlerin.

Tatsächlich regen mich die herablassenden Kommentare, die ich auf Twitter dazu lese auf. Zuallererst: Ohne die re:publica 2013 wäre das Phänomen LeFloid völlig an mir vorbei gegangen. Ich bin 40. Ich bin zu alt für YouTube. Diese Bussibussi Haul Videos, die Beauty Channels, die Lets Plays… ich kann sie nicht ertragen. Genauso wenig LeFloid mit seinen LeNews. Die zack-zack Schnitte, das Gefuchtel und diese Sprache – das ist nicht auszuhalten für mich (ich rufe das aus meinem gepolsterten Schaukelstuhl und fuchtele mit einem Stock dazu)! Aber das ist egal. ICH bin nicht die Zielgruppe, ich bin zu alt, ich muss das nicht verstehen und nicht gut finden. Allerdings muss ich das kennen. So. Weil es interessiert nämlich meine Kinder und zwar brennend.

So wie mich als Kind und Teenager bestimmte Dinge interessiert haben, die meine Eltern nicht beschäftigt haben. Ich überlege mal kurz, was mich interessiert hat: türkisfarbene Bomberjacken mit übergroßem Fellkragen und schlabbrige Diesel Tyler Jeans, Bonnie Bianco, das Musikmagazin Formel Eins, der Atari meines Schulfreundes, den ich nur anschauen, nicht anfassen durfte, die Bücher von Wolfgang und Heike Hohlbein, Zungenküsse muss das sein? Ist doch ziemlich ekelig, oder?

Warum ich das aufzähle:

a) Meine Eltern hat das (in meiner Wahrnehmung) nicht besonders interessiert
b) Das waren nicht gerade die hochgeistigen Themen der 80er Ära

Zurück zu LeFloid: die Kinder interessieren sich für diesen Typen, sind regelrecht Fan, schauen regelmäßig was er macht und denken nach über das was er erzählt. Ohne LeFloid würden sie ziemlich sicher nicht über aktuelle (politische) Themen Bescheid wissen und eine Meinung dazu haben, die man auch mit ihnen diskutieren kann.

Wieder zurück zu mir: Ich bin politikverdrossen. Die Haltung der großen Parteien zu Themen, die mir wichtig sind (z.B. Netzpolitik, Familienpolitik, Europapolitik, Asylpolitik), sind für mich unerträglich.
Ich bin ein Kind der Kohlära und wie es mir scheint, steuern wir mit Frau Merkel auf eine ziemlich ähnlich unbewegliche und konservative Ära zu. Wenn sich jetzt meine Kinder für Politik interessieren – was soll ich dagegen haben?

Ich rechne es LeFloid hoch an, dass er schafft nicht unwesentlich viele Kinder und Jugendliche für Politik und Tagesgeschehen zu interessieren. Punkt.

Zum Interview selbst. Da sitzt ein 27jähriger YouTuber, der mit der Bundeskanzlerin spricht. Ich halte mich für klug und kritisch aber ich habe zuletzt in meinem Gespräch mit Murkudis gemerkt wie wahnsinnig schwierig es ist, kritisch zu bleiben, wenn jemand einem sympathisch ist, seine Sache gut verkauft und ein Kommunikationsprofi ist. ICH möchte kein kritisches Interview mit Frau Merkel führen. Ich habe sie einmal live gesehen und war geschockt, wie sympatisch sie rüberkam, obwohl sie über die Aufhebung der Netzneutralität in Deutschland sprach. Hinterher hätte ich mir gerne das Hirn mit Kernseife ausgewaschen und mich drei Mal geohrfeigt, aber die Frau ist ein Medienprofi.

Ich glaube, es ist extrem schwierig ein kritisches Interview zu führen. Die Grenze es dann überhaupt führen zu dürfen stelle ich mir eng vor. Man hat also vermutlich die Wahl zwischen einem gefälligen Mittelweg oder gar keinem Interview und in diesem Licht hat LeFloid das gut gemacht.
Zumal, er wirkte auf mich wirklich sehr gut vorbereitet. Es gibt andere Formate von „Journalisten“, welche versuchen die Medienglätte von Politikerinnen und Politikern zu knacken, indem sie sich doof stellen und sich wie ein Kasper benehmen. Ich konnte mir dieses Format nicht anschauen. Zu viel Gekasper für zu wenig überraschenden Output.

Für mich ist dieses Interview nicht der Untergang des Journalismus, es ist der Anfang eines Dialogs.

Und wenn ich LeFloid einen Verbesserungstipp geben müsste, das hat Leitmedium bereits sehr gut formuliert: „Ein paar Interview-Kniffe hätten das Gespräch bei gleichem Inhalt wahrscheinlich weniger zustimmend wirken lassen. LeFloid sagt oft “absolut!” an Stellen, die eigentlich nicht passen. Ich kenne das aus meinen Podcasts: Man möchte dem Gegenüber mitteilen, dass man zuhört und verstanden hat. Für ZuhörerInnen wirkt es aber wie eine inhaltliche Zustimmung. Es ist besser, hier auf ein leises Nicken zu setzen: Das hört man nicht, aber GesprächspartnerInnen sehen, dass man ihnen weiterhin folgt.

Das habe ich auch so empfunden. Das „absolut“ war in vielen Fällen gar keine Zustimmung sondern eine Worthülse. Jede weitere Kritik an der Sprache ist albern. Ob jemand sagt „Ja, cool“ oder „Frau Bundeskanzlerin, ich verstehe ihren Punkt“, das ist doch egal.

Deswegen: Ich fands gut. „LeNews“ war bislang nicht bekannt ein kritisches Medienformat zu sein (ich glaube, es läuft unter Boulevard-Magazin), den Anspruch, dass das Interview nun aber kritisch investigativ sein sollte, kann ich nicht nachvollziehen. LeFloid war gut vorbereitet, er hat eine Diskussion angestoßen und er hat sogar die Eltern der Kinder und Jugendlichen erreicht.

 

12 von 12 im Juli

Der 12. Juli ist auf ein kinderfreies Wochenende gefallen. Kinderfreie Wochenenden dauern ca. 100 Stunden. Es ist erstaunlich, was ich an zwei Tagen alles schaffen kann. Ausschlafen bis 8 Uhr zum Beispiel. Aufstehen fällt allerdings  ziemlich schwer, wenn die Kinder nicht darauf bestehen, dass ich Frühstück mache. Ich lese also ein bisschen Internet und schreibe dann die erste Fassung meines ElterngeldPlus Artikels.

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Nachdem ich gefühlt zwanzig Artikel und ein duzend Broschüren gelesen habe, ist es plötzlich zehn Uhr. Ich äh muss mich noch anziehen, denn ich bin mit Frau Kirsche zum Frühstück verabredet. Ich hab sie über einen gemeinsamen Freund kennengelernt und wir haben neulich zusammen gepodcastet. Der Freund hat gesagt: Ihr werdet euch verstehen. Er soll Recht behalten.

Ich fahre mit dem Fahrrad nach Kreuzberg, wo ich am Tag zuvor schon frühstücken war. Es ist wirklich total leer. Das fällt mir erst auf, nachdem ich den Artikel über die Berlinreise bei Maximilian Buddenbohm gelesen habe.

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Ich habe Frau Kirsche noch nie in echt gesehen, aber ich erkenne sie sofort an ihrem phänomenalen Rock. Frau Kirsche ist Nähnerd. Die Kleider, die ich bislang auf instagram gesehen habe, sind großartig.

Wir gehen ins Bastard. Das Frühstück dort ist toll. Genau deswegen sind alle Plätze besetzt. Wir stehen enttäuscht auf der Straße und gucken so lange traurig, bis der Kellner uns einen Platz organisiert. Ich bestelle mein Essen ohne Obst. Der Kellner sagt: „So einen Quatsch machen wir hier nicht“. Ich jammere und sage ihm, dass ich lieber Vogelspinnen als Mandarinen essen würde. Er sagt mir, er wolle in die Natur, man könne halt nicht alles haben. Am Ende macht er mich doch glücklich. Mir wird ein Frühstück ohne Obstdeko serviert.

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Frau Kirsche und ich unterhalten uns lange und das obwohl ich Psychologin bin und sie Soziologin ist. Eigentlich gibt es sowas wie eine traditionelle Feindschaft zwischen diesen beiden Disziplinen (oder zumindest totales Unverständnis, weil die Blickrichtung entgegengesetzt ist). Mir fällt auf, dass der Kellner die ganze Zeit mit uns schäkert. Das ist mir ca. 100 Jahre nicht mehr passiert. Ich verstehe ihn, ich finde Frau Kirsche auch toll.

Am Nachmittag fahre ich wieder nach Hause und lege mich erstmal hin. Mittagsschlaf! So toll!

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Danach steht Hausarbeit an. Ich bin fasziniert wie viel Arbeit unter der Woche liegen bleibt, obwohl ich die ganze Zeit was mache. Alleine fünf Maschinen Wäsche. Ich träume von einer Haushälterin. Auch denke ich immer, dass es ja Menschen gibt, die auch noch bügeln oder die jeden Tag staubsaugen oder so. Wie machen die das?

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Ich brauche Folge 30, 31 und 32 des Lila Podcast bis ich zur Hälfte fertig bin mit dem ganzen ******. Besonders gut gefällt die Folge zu den Serien. „Hit and Miss“ und „Raised by Wolves“ muss ich unbedingt sehen.

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Betten neu beziehen ist auch mal wieder dran. Ich hatte ne zeitlang einen 70er Jahre Stoffsammelfetisch. Diese Kinderbettwäsche habe ich ein halbes Jahr gejagt. Jetzt sind die Kinder eigentlich raus aus dem Alter. Dann kommt der Bezug eben auf eine der zahlreichen Spieldecken, die die Kinder zum Bauen verwenden. Ich wünschte, ich könnte nähen… dann könnte man daraus vielleicht noch was schönes machen.

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Als letztes räume ich das Kinderzimmer auf. Ich hab mich neulich mit anderen Eltern unterhalten, dass ich Waffen hasse und meine Kinder deswegen keine haben. Ich glaube, ich habe mich geirrt.

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Jetzt habe ich erstmal keine Lust mehr. Zeit mal in den Comic zu schauen, den ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Außerdem ist es nach vier.

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Nebenher mache ich Backups. Dieses vorwurfsvolle Popup „Schon 10 Tage kein Backup“ ist ja nicht auszuhalten auf Dauer.

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Glücklicherweise besitze ich seit kurzem einen Hammer. Ich hänge ein neues Bild auf, das mir meine Freundin Katia geschenkt hat. Katia ist großartig. Nicht nur was ihre Kunst angeht, auch ihr Blog muss man sehr lieben.

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Dann vertrödele ich noch unfassbar viel Zeit. Ich schaue „Suits“* und lackiere meine Fuß- und Fingernägel. Weil die nicht schnell genug trocknen, komme ich äh 25 min zu spät zum Burgeressen und vergesse auch noch meinen Burger zu fotografieren! Dieses Tussileben ist nichts für Anfängerinnen. Vermutlich hätte ich ohnehin Salat bestellen müssen.

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*dafür komme ich in die Hölle. Die Serie ist nicht nur angereichert mit Klischees (die Typen mächtig und kompetente Anwälte, die Frauen Anwaltsgehilfinnen und Sekretärinnen oder Quotenfrau, alle gutaussehend, toll gekleidet, superdünn) sondern auch voll mit sexistischen Sprüchen und Gesten (über die die Frauen aber immer lachen, die haben halt Humor).

Anderswo, eine Sammlung der letzten Wochen

Bei Frau Mutter habe ich was zum Thema Schönheit erzählt. Ich mag die Serie „Eine schöne Mama: Das große Beauty Interview mit….!“ sehr gerne. Da dürfen sogar Väter mitmachen. In Sachen abendliches Pflegeritual bin ich da ganz nah an den Vätern, würde ich denken.

Bei Berlinmittemom habe ich etwas über das Muttersein erzählt. Auch hier ist die ganze Serie „Die gute Mutter“ sehr lesenswert. Ach was, das ganze Blog sollte man kennen und lesen…

Hatte ich schon „Ein Blick hinter…dasnuf“ bei M i MA verlinkt?

Als Nebenfigur trete ich in einem Comic über Eis und Bärte auf. Beetlebum ist übrigens toll. Ich bin größtes Fangirl auf der Welt. Deswegen freue ich mich so sehr, dass er mein bald erscheinendes Buch illustriert hat.

Und völlig ohne Kontext der Spot zum „Frauengold“. Ich will auch „über den Dingen stehen und objektiver urteilen“. Wer besorgt mir das? Einen Jahresvorrat bitte.

Den armen triebgesteuerten Menschen muss doch geholfen werden

Eines meiner Lieblingssprichwörter lautet „The road to hell is paved with good intentions“. Gut gemeint ist z.B. der Brief einer Realschule an die Eltern, der verargumentiert, dass Mädchen in Zukunft bitte keine aufreizende Kleidung mehr tragen. Wer es dennoch tut, der muss ein weites Shirt tragen, das er (in dem Falle eigentlich „sie“) vor Ort zur Verfügung gestellt bekommt. Die Schule möchte dadurch nicht in die Individualität der Kinder eingreifen, nein, man „[will] damit ein kleines Stück zu einem gesunden Schulklima beitragen, in dem sich alle wohlfühlen und in dem gesellschaftliche und soziale Werte gelebt und gefördert werden.“

War klar, dass ich darüber schreiben muss, oder? Wollte schon lange mal wieder ein paar zensierenswerte Kommentare sammeln. Also go for it!

Ganz ehrlich? Was soll der Scheiß? Dass Mädchen und Frauen anziehen können sollen, was sie wollen, steht für mich außer Diskussion. Drehen wir die Sache doch mal um. Im Grunde sagt der Brief folgendes. Die aufreizende Kleidung wird nur verboten, um die Mädchen zu beschützen. Denn schließlich könnten „die knappen Klamotten […] jemanden reizen, etwas zu tun. Hinzugucken. Hinzugreifen.“ (und im schlimmsten Fall zu sexuellen Übergriffen auffordern).

Ich frage mich da immer: Warum lassen sich Jungs und Männer zum größten Teil sowas gefallen? Und die Mütter von Söhnen? Diese Forderung bedeutet nämlich: Wenn Jungs oder Männer zu viel nackte Haut sehen, dann können sie sich nicht mehr kontrollieren, verlieren jede Kulturtechnik und werden zur Gefahr.
Das ist eine bodenlose Beleidigung. Ich möchte meine Söhne nicht so dargestellt wissen.
Ich finde das schlimm. Richtig schlimm. Mich würde das als Mann stören, immer wieder in die Ecke des hirnlosen Idioten gedrängt zu werden. Der nicht anders kann als geifernd auf nackte Haut (womöglich „weiches Gewebe„) zu schauen. Dessen Konzentrationsfähigkeit und IQ auf Null sinken, sobald ein weiblicher Körper nicht in weite Kleidung gehüllt wird. Der sich am Ende nicht beherrschen kann und die Mädchen oder Frauen belästigen, angrabschen und zudringlich werden muss.
Denn das steht doch als Gegenstück hinter der Forderung, dass Mädchen und Frauen sich bitte verhüllen müssen.

Natürlich ist es komplizierter, Jungs und Männern zu erklären, wie sie sich verhalten sollten, als Frauen einen Sack überzustülpen. Es gibt keine einfache und schnelle Lösung für das Problem.“

Ich verstehe es nicht. Warum lassen sich Männer sowas gefallen?
Warum ist diese Objektifizierung und Sexualisierung so allgemein akzeptiert?
Verbote sind am Ende immer ein Zeichen von Hilflosigkeit oder „der einfache Weg“.
Ich würde mich freuen, wenn man mal mehr Energie investieren würde, diese Denkstrukturen aufzulösen als dass man bestehende (falsche) Strukturen durch Verbote dieser Art zementiert.

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Nachtrag: Und ich glaube nicht, dass es da um neutrale Kleidungscodes geht, die z.B. vorbereiten, wie man sich als Lehrling in einer Bank (oder einem anderen Kontext) zu kleiden hat. (Mal abgesehen davon, dass ich persönlich nicht die Kompetenz meines Finanzberaters an seinem Anzug festmachen würde)

12 von 12 im Juni

Im Juni? OMG! Bald ist Weihnachten…

Der Tag startet – wie immer – viel zu früh. Früher war ich wenigstens früh müde. Jetzt kann ich meistens nicht vor 24h einschlafen und dann verursacht der Wecker um 6h jedes Mal leichtes Määähhh nööööö.

weg

Also erstmal Kaffee.

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Wir sind heute früh sehr pünktlich. Nachdem ich Kind 2.0 in der Schule abgeliefert habe, gehts weiter zum Kindergarten. Der macht allerdings erst um 8h auf. Kind 3.0 freut sich: Heute sind wir Sieger!

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Im Büro trinke ich immer meinen 2. Kaffee. Der Milchschäumer der Kaffeemaschine macht sensationell guten Milchschaum. Er muss jeden Morgen gereinigt werden. V.a. im Sommer, wenn der weiße Milchschleim am Morgen leicht gelblich, manchmal mit einem Hauch grün ist, empfiehlt sich die sorgfältige Reinigung.

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Ich bin heute alleine im Büro. Dann muss ich eben auch alleine Witze machen *seufz*.

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Alles total unspektakulär heute. Ich esse fast jeden Tag ein Frosta-Gericht.

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Heute erscheint die neue Staffel „Orange Is The New Black“. Ich freue mich drauf, die vorangehenden Staffeln haben mich begeistert.

Offenbar ist jetzt Sommer. Die Spiegelung meines Bildschirms der Außenwelt lässt dies zumindest vermuten.

Ich arbeite heute lange und als ich fertig bin, habe ich exorbitant schlechte Laune. Ich fahre mit dem Rad zurück und am liebsten möchte ich mich in einer Höhle verkriechen. Ich hab das Gefühl, dass ich manchmal die Verbindung zu der Außenwelt verliere. Sie gleitet mir einfach zwischen den Händen weg und es tut sich ein bodenloses Loch auf. Ich lege mich auf mein Bett und starre an die Zimmerdecke. Erfahrungsgemäß geht dieses Gefühl irgendwann wieder weg. Ich glaube, ich brauche eine Stunde bis ich aufstehen kann. Ich laufe die zwei Meter zu meinem Schreibtisch, hole meinen Rechner und schaue mir die letzten beiden Folgen „Top Of The Lake“ an. Eine hervorragende Serie. Ich will auch nach Neuseeland, am besten gleich in dieses Containercamp zu GJ und mich ein bisschen anschreien lassen. Es sieht so aus, als wäre es da wenigstens kühl.

Ich hab kinderfrei. Das ist einerseits gut, weil ich nicht funktionieren muss und keinerlei Verpflichtungen habe. Andererseits fehlen sie mir, selbst wenn es nur ein Wochenende ist. Kind 3.0 hat mir am Vortag einen Glücksfänger gebastelt. Der fällt mir ins Auge. Ich soll ihn in die Hand nehmen und hoch halten, dann fällt das Glück rein. Dafür muss man geduldig sein, sagt Kind 3.0. Ich nehme den Glücksfänger und halte ihn eine zeitlang nach oben.

Es ist spät geworden. Ich bin noch verabredet und statt wie sonst mit dem Rad zu fahren, entschließe ich mich zu einem Spaziergang. Die Stadt stinkt und ist laut. Ich denke an ein Peter Fox Lied.
Bin außerdem erstaunt, wie langsam man ist, wenn man zu Fuß läuft. Als ob ich Honig unter den Sohlen habe. Es ist noch sehr warm. Die ganze Stadt scheint unterwegs zu sein. Überall haben die Cafés ihre Tische und Stühle raus gestellt.

Ich bekomme noch einen Gin Tonic zur Nacht. Das find ich gut. Hätte ich Bargeld dabei gehabt, ich hätte mir erstmalig in meinem Leben ein Wegbier gekauft. Es ist nach 24h. Das letzte Bild ist bei 12 von 12 irgendwie immer das schwierigste.


 

Die Gesamtsammlung 12 von 12 bei Draußen nur Kännchen.

Twitterliebe 05/15

Nonmention – Jemand hat deinen Geburtstag geplant: