[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Berlinmittemom

Zusammen mit SCHAU HIN! Let’s talk S01E05 mit Anna Luz de León (Berlinmittemom)

Im Zentrum meiner Serie Let’s talk stehen die Chancen, die digitale Medien mit sich bringen. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, soll es jetzt konkreter werden. Wie sieht Medienalltag in Familien wirklich aus? Deswegen befrage ich in der 2. Staffel Eltern, wie sie in ihren Familien mit digitalen Medien umgehen: Ich freue mich im fünften Teil etwas über den Umgang mit digitalen Medien in der Familie von Anna Luz de León zu  erfahren.

Berlinmittemom
Anna Luz de León und ihre drei Kinder//Fotocredit: Cristopher Santos (Klick auf das Bild, um Dir die Seite von C. Santos anzusehen)

Anna möge mir das verzeihen, aber ich erinnere mich nicht, wie wir uns kennengelernt haben. An was ich mich erinnere, ist, dass wir irgendwann mal über meine Liebe zu Auberginen gesprochen haben, bei gleichzeitiger Faulheit diese zuzubereiten. Anna hat mich dann großzügig zu sich eingeladen und für mich gekocht <3. Das ist ein Sinnbild für Annas Art in meinen Augen: Großzügig, offen und (das meine ich sehr positiv) mütterlich.

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Die Verwandlung

Böse Zungen behaupten in meiner Studentenzeit habe sich das Geschirr in meiner Spüle so lange gestapelt bis nur noch ein flauschiger Schimmelball zu sehen war.
Das Problem habe ich schnell in den Griff bekommen indem ich 90% des Geschirrs weggeschmissen habe und von jedem Gebrauchsgegenstand nur ein Exemplar verwahrte.
Trotz dieser hohen Schmutz- und Unrattoleranz, war ich nie ein WG-Typ.  Fremder Unrat war mir schon immer ein Dorn im Auge.
Bis vor wenigen Monaten war das kein Problem. Als Nicht-WG-Typ zieht man einfach in keine WG.
Doch eines Tages wachte ich auf und wohnte doch in einer. Kind 1.0 hatte sich wie Gregor Samsa über Nacht vom harmlosen Kind zum präpubertierenden Ungeheuer verwandelt .
Eben noch niedliches Kindlein mit roten Apfelbäckchen, das stets um 5.30 Uhr morgens den Tag fröhlich begann, standen wir nun um 10 Uhr laut klopfend an seiner Zimmertür es aufzufordern zum gemeinsamen Frühstück zu erscheinen.
Ca. eine Stunde später kam es missmutig an den Tisch, legte die Füße auf selbigen, stützte einen der Ellbogen am Hochstuhl des Geschwisterkindes und verschlang mit einem Haps das Salamitoast um kurz darauf wieder im Zimmer zu verschwinden.
Fortan war Kind 1.0 lediglich zu den Essenszeiten im Kreise der Familie zu sehen. Wenn es das Zimmer verlies, nahm es Gegenstände mit, um diese wie Revierduftmarken in der Wohnung zu verteilen. Das Zimmer selbst war geschmückt mit dreckstarren Kleidungsstücken, Umverpackungen seltsamer, nie von uns gekaufter Lebensmittel und Bergen von zerknitterter Schulsachen.
Alles Reden und Appellieren über Befindlichkeiten und Konsequenzen war umsonst. Kind 1.0 wollte sich fortan nicht mehr an gemeinsamen Aktivitäten beteiligen, nichts für andere tun und schon gar nicht Ordnung halten oder schulische Angelegenheiten ernst nehmen.
Bestimmte Sätze wurden solange gesagt, bis die Elternlippen rau und die Zungen ermüdet waren.
Wir beschlossen einen Eltern-Streik, die größte Herausforderung meines Lebens.

Batzen

Seit meinem 28. Lebensjahr bin ich nahezu komplexfrei. Sehr hartnäckig hielt sich mein Batzen-Komplex. Die Induzierung des Komplexes ist eindeutig nachvollziehbar und betrifft auch andere weibliche Mitglieder meiner Familie.
Als ich nämlich ein Baby war und aussah wie eine zusammengestauchte Weißwurst, nannte meine Mutter meine dicken Ringelfettbeinchen Bätzchen.
Das Fett verwuchs sich, doch das Wort verlor lediglich seine Verniedlichung. Wenn ich heute Bilder aus meinen Teenagerzeiten sehe, hätte ich ob meiner wunderbaren langen und sehr schlanken Beine locker bei den Bewerberinnen von Germanys Next Topmodel mitstaksen können. Dennoch nannte meine Mutter meine Beine Batzen.
Das war zu viel für meine zarte, pubertierende Teenagerseele. Die Batzen folgten mir an jeden Ort. Sätze wie „Ach, im Bikini kommen Deine schönen Batzen so richtig zur Geltung“ oder „Der Rock betont Deine Batzen ganz bezaubernd“ ließen mich einen ausgesprochenen Schlabberhosenfreund werden.
Als ich neulich mein Kind wickelte, entwich mir tatsächlich: „Ohhhh, Du hast ja süße Bätzchen!“ Ich habe mich sofort mehrere Stunden ausgepeitscht.