Chantalismus1337

Das Kind Tschackeline-Schaiänn zu nennen, geht ja gar nicht…

Kevinismus war gestern, heute ist Chantalismus und morgen ist Chantalismus1337 [1]

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[1] Begriff Chantalismus1337 @Treverix

Einhornmoden

Wie Einhörner den Familienalltag bereichern – oder auch nicht.

Es ist so: Hat man keine Kinder, gehen bestimmte Themen an einem völlig vorbei. Mit ziemlicher Sicherheit werden im Leben eines Ü30-Jährigen nur in den aller seltensten Fällen Einhörner eine wesentliche Rolle spielen. Anders wenn man Kinder hat. Dann gehören Einhörner in allen Varianten als fester Bestandteil zum Alltag.
Warum bestimmte Dinge Kinder so begeistern, lässt sich nur teilweise nachvollziehen. Sucht man nach einer Gemeinsamkeit z.B. zwischen Müllmännern, Piraten und Einhörnern, merkt man schnell, dass man sich in einer erklärungstechnischen Einbahnstraße befindet.

Selbst eine intensive Recherche zum Thema Einhorn liefert nur mäßig erleuchtende Einsichten.
Das Einhorn, das erst in der neueren Vergangenheit einem Pferd mit Horn auf der Stirn ähnelt, war ursprünglich ziegenhafter.  Denn kaum war das Hanfband erfunden, setzte sich die Ansicht durch, dass Ziegen besonders hübsch seien und Glück brächten, wenn sie nur ein einziges Horn besäßen. Kurzerhand band man den noch jungen Zicklein die vergleichsweise zarten Hörner zusammen und wartete darauf, dass sie in der Adoleszenzphase der Ziege zu einem einzigen Horn zusammen wuchsen. Das war noch deutlich vor dem Mittelalter. Wer sich mittelalterliche Kunst zu Gemüte geführt hat, dem wird gewahr sein, dass mangels perspektivischer Expertise die meisten Zeichnungen aus heutiger Sicht in Sachen Genauigkeit und Schönheit doch eher zu wünschen übrig lassen. Die zunehmende Verpferdung der Glückszickleindarstellungen sind demzufolge auf ein zeichnerisches Unvermögen zurückzuführen.

Ähnliche Entwicklungen gab es außerhalb des europäischen Raums durch fehlsichtige Entdecker wie Marco Polo, die das erste Mal auf Sumatra ein Nashorn sahen und ihre Erinnerungen zeichnerisch fehlerhaft festhielten und ihre Darstellung eher an ihnen bekannte Tiere wie dem Pferd anlehnten. Folglich ging dem Unicornus das ziegen- bzw. nashornhafte im Laufe der Zeit verloren und es wurde immer pferdeartiger.

Praktisch, denn dem Pferd sagte man ohnehin viele edle Eigenschaften nach – was sich außerordentlich gut mit dem Glauben vereinigen ließ, dass die Hörner der Einhörner über magische Fähigkeiten verfügten, Krankheiten heilen und sogar Tote zum Leben wiedererwecken könnten.

Durch den Fund vereinzelten Narwalhörner (, die eigentlich Zähne sind), die gerne von diversen Herrschern als Herrscherinsignien verwendet wurden, festigte sich der Glauben an Einhörner und deren magischen Fähigkeiten sich zunehmends.

Einhörner wurden mehr und mehr Symbol für das genuin Gute und kraftvoll Magische. Diese Symbolkraft scheint Einhörner für Kinder so anziehend zu machen.

Die Spielzeugindustrie hat das schnell erkannt und wirft Einhörner in pastellfarbenen Variationen auf den Markt. Wem Fillys oder die Schleich Elfenwelt ein Begriff sind, der weiß wovon ich spreche.

Natürlich wollte ich sowas nie kaufen. Aber wenn der Nachwuchs einen mit diesen großen, wässrigen Augen ansieht und mit fiepsiger Stimme nach Einhörnern verlangt, da vergißt man leicht seine Vorsätze.

Kaum bröckelt der innerliche Widerstand, mehren sich die Einhörner in den eigenen vier Wänden. Einhörnern in Kinderzimmern neigen jedoch dazu sich schnell zu erkälten, so jedenfalls die Informationen, die mir Kind 2.0 zukommen ließ. Sie brauchen UNBEDINGT Kleidung. Die wochenlange Google Recherche zu dem Thema „Kleidung für Einhörner“ führte jedoch zu keinen Resultaten und so stand das Kind Tag für Tag da und forderte, ich solle was stricken.
Mein handarbeitliches Können ist dermaßen limitiert, dass ich sehr froh war, während eines Besuchs in einem schwedischen Einrichtungshaus zu entdecken, dass dort standardmäßig Einhornkleidung angeboten wird.

Beide Modelle kosten je 99 Cent und verfügen über ein Schweifloch sowie individuell an die Einhorngröße anpassbare Klettverschlüsse.

 

 

 

Und wem es tröstlich ist, schon große Lyriker wie Rainer Maria Rilke haben sich mit Einhörnern beschäftigt und in diesem Fall wird klar, dass der Unterschied zwischen fillyartigem Kitsch und hoher Dichterkunst nur maginal ist:

Das Einhorn

Der Heilige hob das Haupt, und das Gebet
fiel wie ein Helm zurück von seinem Haupte:
denn lautlos nahte sich das niegeglaubte,
das weiße Tier, das wie eine geraubte
‚hülflose Hindin‘ mit den Augen fleht.
Der Beine elfenbeinernes Gestell
bewegte sich in leichten Gleichgewichten,
ein weißer Glanz glitt selig durch das Fell,
und auf der Tierstirn, auf der stillen, lichten,
stand wie ein Turm im Mond,das Horn so hell,
und jeder Schritt geschah, es aufzurichten.
Das Maul mit seinem rosagrauen Flaum
war leicht gerafft, so daß ein wenig Weiß
(weißer als alles) von den Zähnen glänzte;
die Nüstern nahmen auf und lechzten leis.
Doch seine Blicke, die kein Ding begrenzte,
warfen sich Bilder in den Raum
und schlossen einen blauen Sagenkreis.

???

Erbitte kryptologische Unterstützung.

Liebe KryptologInnen,
ich benötige dringend Ihre Hilfe. Kürzlich überreichte mir ein Sechsjähriger folgende Botschaft mit dem Hinweis, dass es sich um ein wichtiges Geheimnis handelte:

(Ich hoffe, es handelt sich nicht um eine intime Peinlichkeit)

Erzähl‘ mir alles

Es ist nicht immer lustig PsychologIn zu sein.

„Mein Freund hat einen Pullover, den finde ich furchtbar. Ich habe es ihm aber nie gesagt.“ oder „Obwohl meine Oma eine sehr liebe Frau ist, habe ich ihr als Kind Geld gestohlen.“ oder „Ich habe eine Affäre mit dem Freund meiner Schwester, das macht mir ein wirklich schlechtes Gewissen!“. Das sind Sätze, die man gar nicht hören möchte. Sie sollten geheim bleiben. Die meisten Menschen haben solche dunklen Geheimnisse. Glücklicherweise sprechen sie nicht darüber. Jedenfalls so lange man nicht den Satz: „Ich studiere Psychologie…“ ausspricht.
Kaum ist dieser Satz verhallt, verwandeln sich Menschen in Abgründe und sie haben nichts dringlicheres zu tun als einem genau jene Geheimnisse zu erzählen. Das ist nicht immer angenehm.
Dieser Effekt hat meine frühe Adoleszenz beinahe versaut. Glücklicherweise bin ich irgendwann darauf gekommen auf Partys auf die Frage: „Was machst Du so?“ mit „Ich bin Fleischereifachverkäuferin“ zu antworten. Zwar machte mich das nicht zum begehrten Gesprächspartner, es sorgte jedoch zumindest dafür, dass die Menschen ihre Geheimnisse freundlicherweise für sich behielten.

Ich muss sagen, die Neigung wildfremden Menschen die intimsten Details seines Lebens zu erzählen, war mir bislang unbegreiflich und fremd.

Jedenfalls war es mir bis vor einigen Wochen ein totales Rätsel, was mit den Menschen passiert, die sonst so viel Energie darauf verwenden nach außen alles perfekt scheinen zu lassen, wenn sie erfahren, dass ich irgendwann mal Psychologie studiert habe und mir unabhängig davon ob sie mich seit Jahren kennen oder vor zehn Sekunden kennen gelernt haben, all ihre schmuddeligen Seelenabgründe offenbaren.

Doch neulich hatten wir Besuch von der Mutter eines Freundes von der ich wußte, dass sie Psychologin ist. Da saß sie nun an unserem Tisch, unterhielt sich mit uns und es war als wirbelte um sie herum eine Erzählmiralles-Aura. Sie saß da, lächelte und tat eigentlich nichts. Doch in mir stieg dieses Gefühl auf, ihr mein ganzes Leben, ja jedes Detail offenbaren zu wollen. Nein, nicht nur leise davon berichten, am liebsten hätte ich mich auf den Boden geschmissen und alles ausgeschrien. All die Gefühle und Gedanken, die man manchmal hat, die man aber nie sagt, weil das sozial nicht erwünscht ist. Am liebsten hätte ich mich an ihren Hals geschmissen und ihr Gesicht zu mir gedreht, um sicherzugehen, dass sie mir zuhört, wenn ich von den letzten 36 Jahren meines Lebens berichte. Sie hatte so eine gütige und verständnisvolle Ausstrahlung, ich hätte mich auch gerne auf ihren Schoß gesetzt und hätte mich umarmen lassen wollen. So wie die Bekloppten in den amerikanischen Filmen, wenn sie auf Psychologen treffen.
Dank meiner übermenschlichen Fähigkeit meine Gefühle robotermäßig im Griff zu haben, kaute ich stattdessen unauffällig meine Kartoffeln weiter und flötete mir innerlich ein Liedchen, UM MICH ENDLICH ZU BE R U H I G EN!

Lieblingstweets 12/11

Im Silvesterjahresrückblick der öffentlich-rechtlichen Sender würde man meine Lieblingstweets Dezember so anmoderieren: „Auch im Dezember gabs wieder viel zu schmunzeln!“

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Vorbereitungen für die anstehende Apokalypse 21.12.2012:

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Sie sind unter uns

Trolle gibt es überall. Im Internet sind sie nur lauter.

Bislang bin ich völlig von ihnen verschont worden. Glücklicherweise, denn ich weiß nicht, ob ich mit ihnen umgehen könnte: den Trollen. Sie begegnen mir v.a. in den Kommentarspalten von Zeitungen, dort gehäuft bei den KollumnenschreiberInnen. Sascha Lobo hat auf der re:publica eindrücklich von ihnen berichtet, Harald Martenstein schrieb ebenfalls über sie und heute lese ich in der Twittertimeline diesen Tweet von Antje Schrupp.

https://twitter.com/#!/antjeschrupp/status/151981578845818880

Mir ist bekannt, dass es sie gibt, aber ich bin jedes Mal schockiert wenn ich lese, was sie schreiben.

Generell bin ich nicht so der Fluch- und Beschimpfungstyp. Ich glaube, schlimmer als mit „Arsch“ habe ich noch nie jemanden bezeichnet und das waren dann Autofahrer, die beinahe mich und meine Kinder überfahren haben. Mir das Seelenleben von Trollen vorzustellen, fällt mir unendlich schwer. Was geht in ihnen vor? Warum tun sie das? Warum fühlen sie sich so gereizt, dass sie in dieser unangemessenen Weise reagieren müssen? Ist es der Schutz der Anonymität und selbst wenn, inwiefern bereichert ihr Tun ihr Leben?

Wenn man nach Antworten googelt, so meinen die meisten, es ginge um Provokation. Doch alleine wenn man den Satz im Tweet liest, wo soll da die Provokation sein? Was soll provoziert werden? Ich bin über sowas nur entsetzt. Gelegentlich auch sprachlos wenn man z.B. den Vortrag von Jaclyn Friedman gehört hat und sich die Seite hatr.org anschaut.

Es gibt natürlich deutliche Abstufungen von Trollen. Angefangen beim bloßen Generve bis hin zu den Hasstiraden, die einem wirklich angst machen können. Dementsprechend ist „Ihre Motivation […] vielseitig: Langeweile, die Gier nach Aufmerksamkeit, die Lust am Unruhe stiften oder simple Rache.“

Bei den extremeren Formen spielt sicherlich der Wille Macht und Einfluss auszuüben eine Rolle. Diese Trolle hoffen vielleicht Einfluss auf andere (auch andere Leser) zu nehmen. Gleichgesinnte zu finden. Ihr persönliches Weltbild bestätigt zu bekommen. V.a. dann wenn es sozial nicht akzeptiert ist – nicht salonfähig ist. Vielleicht gibt ihnen diese Art der Äußerung das Gefühl die Exemplare einer Gemeinschaft aufzudecken, welche die eigene Meinung teilen und eigentlich sonst auch im Verborgenen leben. Ein Weltbild zu haben, das von anderen geteilt und affirmiert wird, das gibt Selbstbewußtsein und das scheint nicht allzu üppig vorhanden zu sein. Ich denke, wenn man sich seiner selbst bewußt ist, sich sicher fühlt und sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlt, dann ist man auf solche Provokationen nicht angewiesen. Selbst wenn jemand etwas schreibt, was mich wirklich ärgert – eine sachliche Auseinandersetzung wäre möglich, wenn man auf tatsächliche Argumente zurück greifen könnte. Kann man aber nicht und deswegen bleibt nur der Weg der Beleidigung. Vielleicht genügt es den Trollen auch eine funktionierende, geschlossene Gruppe zu zerstören, in Lager zu spalten, einzelne auszuschließen?

Auch wenn man das alles halbwegs erklären kann, angst macht mir das Phänomen trotzdem. Ich stelle mir vor, dass die U-Bahnen und S-Bahnen, in denen ich täglich sitze voll von solchen Menschen sind, die so schlechte Gefühle haben und derartige Aggressionen mit sich rumschleppen. Denn ich befürchte, dass diese Menschen in der physischen Welt nicht wirklich seltener sind, sie offenbaren sich mangels Anonymität nur seltener.

Möglichkeiten, wie man mit Trollen umgehen kann: Managing „Trolling“ in a Feminist Forum

Slim-Baggy-Fit

Mit den Modeerscheinungen der Moderne umgehen lernen. Eine weitere Aufgabe für friedliebende Eltern.

Eltern zu haben, ist nicht immer leicht. Das weiß ich aus eigener Erfahrung und natürlich ist mein Elternsein oft von dem Wunsch getrieben nicht so wie die eigenen Eltern zu sein. Doch tatsächlich reift mit dem Elternsein auch das Verständnis für die Nöte der eigenen Eltern.

Zum Beispiel in Sachen Modeerscheinungen. Ich wollte als 13jährige unbedingt eine dieser türkisfarbenen Bomberjacken mit drei Meter Fellkragen, die so kurz waren, dass der Nierenbereich völlig unbedeckt blieb. Weil meine Eltern sie mir nicht gekauft haben, habe ich mir mühsam das Geld mittels Baumarktinventuren (Sägeblätter zählen! Schrauben wiegen!) verdient. Als ich sie mir endlich leisten konnte und voller Stolz meinen Eltern vorführte, verdrehten sie nur die Augen. Zu recht, wie ich heute weiß.

Unsere Kinder sind was die Auswahl ihrer Kleidungsstücke angeht schon immer sehr unterschiedlich gewesen. Das mittlere sieht meistens aus wie eine gepimpte Version von Enie van de Meiklokjes. Sobald es den Kopf schütteln konnte, protestierte es bei der elterlichen Kleidungswahl und robbte selbst zum Kleidungsschrank, um auf die richtigen Stücke zu zeigen. Manchmal kann man das Kind gar nicht richtig sehen, weil die Farbkombinationen optische Täuschungen auslösen und es einfach verschwindet – eine Tarntechnik, die sich der Predator ebenfalls zu nutze macht.

Das älteste Kind hat eigentlich nie Vorlieben zu seinen Kleidungsstücken geäußert. Ginge es nach ihm, so wäre ohnehin ein Wendeoverall völlig ausreichend. Wozu überhaupt Kleidung wechseln? Irgendwann kam der Tag an dem sich alles änderte.  Das Kind kam und trug eine dieser Hosen. 

Ich glaube, es war Max Goldt, der sich schon mal Gedanken zum Thema Hosenmode gemacht hat. In einem seiner Bücher stellt er zur Diskussion, ob Drogenabhängige an Bahnhöfen diese überaus engen Röhrenjeans tragen, weil sie drogeninduziert unter einer Fehlwahrnehmung ihres eigenen Körpers leiden oder aber, ob sie erst versehentlich eine dieser super engen Jeans angezogen haben und die Schmerzen beim Tragen nur durch die Einnahme von Drogen kompensieren können. Das war in den frühen 90ern.

In der Zwischenzeit ist eine ganz andere Hosenmode angesagt. Erst trugen die Jugendlichen diese übergroßen Jeans, die „baggy“ getragen wurden. Über die Jahre rutschte die Beinkleidung immer weiter Richtung Knie und dann kam die absurde Wende. Es paarten sich die Karottenhosen der 80er mit dem Baggylook der 90er und heraus kam (wer das Fachwort parat hat, möge mir helfen) diese Hosen, die oben eigentlich breit sind, jedoch fast unter dem Po getragen werden und diesen total flach drücken um dann karottenförmig zum Knöchel hin immer enger zu werden. Wer diese Hosen nicht kennt, dem sei gesagt, man kann mit ihnen unmöglich normal laufen. Auch spontanes Hinsetzen bereitet einiges an Geschick. Möchte man die Taschen tatsächlich benutzen, um etwas darin aufzubewahren, ist dies nur möglich, wenn man Arme wie ein Orang-Utan hat.

Nun. Da steht das Kind also in einer dieser Hosen und die Würde und der gegenseitige Respekt verlangen es, dass man nicht hysterisch lacht. Eine große Aufgabe. Zumindest distanzieren sich diese Hosen vom ursprünglichen Baggylook, der in den amerikanischen Gefängnissen entstanden soll, weil man den Häftlingen schlicht die Gürtel weggenommen hat, damit sie damit keinen Unfug treiben können. Wenn man also eine so alberne Hose trägt, die zwar baggy aussieht gleichzeitig einen hohen Bund hat, der den Popo wieder warm hält, bekennt man sich zumindest nicht auch noch zu einer fragwürdigen Peergroup. Bestimmt würde das Kind sich freuen, wenn ich ihm einen Vortrag über die Entstehung des Saggings halten würde, ja oder?

Oho

Mama-Blog 2011

Glücklich scheitern ist Mama-Blog 2011. Herzlichen Glückwunsch. Da ich die erste Hälfte auch nicht live dabei war, haben wir uns wohl beide nicht selbst gewählt. Wie bezaubernd: „aber bei der abstimmung saß ich noch im zug, weiß also, ich hab mich nicht selbst gewählt. und habe in der kategorie mama-blog ganz echt gewonnen. naja, fast: denn genaugenommen teile ich mir den platz mit das nuf. das hatte – hab ich mir vom mann erzählen lassen – genau so viele stimmen. entschieden hat dann ein los. und das ist ja kein echter sieg. für mich war das trotzdem wie weihnachten.