Schlagermusik im Alter

Die meiste Musik, die ich vor Jahren für Independet gehalten habe, stellt sich heute als Schlagerpop heraus (gegen den im Grunde nichts einzuwenden ist).

Das Schauen einer Liebesschnulze erinnerte mich neulich daran, dass ich The Cure im Grunde sehr mag. Kurzerhand kaufte ich mir ein Paar CDs, um dann festzustellen, dass die alles andere als schwermütig sind. Das ist zum größten Teil reiner Tralalalapop.

Darüber hinaus festgestellt, dass „Just like heaven“ idealerweise gehört wird, wenn man gerade ganz furchtbar verliebt ist.

Loben ist alles Laster Anfang

Auf eine lange Tradition an Meckerern zurückblickend, ist das deutsche Volk sehr versiert im Umgang mit Kritik. Mit Lob können die meisten kaum umgehen. Aus dieser Erfahrung heraus entsteht eine Art Scham, die zudem verhindert dass man andere lobt. Schade eigentlich.
Zweifelsohne gibt es eine direkte Korrelation zwischen Häufigkeit des Meckern/Bemeckertwerdens und Magengeschwüren. Und wer möchte schon ein Magengeschwür haben?

Deswegen lobe ich seit neusten so viel wie möglich, denn nach einiger Suche bin ich nur noch umgeben von großartigen Dienstleistern.
1. Meine neue Frisörin Manuela. Die ist, ganz im Gegensatz zu ihrer Kollegin, der absolute Hit. Finden kann man sie bei FON (denen verzeihe ich sogar die Flash-Seite) am Hackeschen Markt von Mittwochs bis Samstags. Manuela schneidet toll und gibt nicht den üblichen Schwachfug von sich, während sie schnippelt.
2. Die Sushibar in der Emser Straße 25 ist die großartigste Suhsibar der Welt. Dienstag gibt es bis 24 Uhr 50% Rabatt.
3. Die beste Pizza Berlins gibts nach wie vor im Cenacolo.
4. Gegen meine perfekte Putzfrau kann ohnehin niemand anstinken. Die ist allerdings komplett ausgebucht.
5. Den leckersten Kuchen der Welt (und den tollsten Rabatt, wenn man mal 30 Kilo Espresso kauft) macht Barcomis.

Amen.

Käuflichkeit, gut plaziert

Das wurde auch langsam Zeit. Schließlich beherrschen Blogger bald die ganze Welt.

Als Autofahrphobikerin wäre ich natürlich ebenfalls eine hervorragende Testerin gewesen. Ich wäre wahrscheinlich ein Mal zittrig unsere Straße auf und ab gefahren und hätte das Auto nie mehr benutzt. Gute Testerin wäre ich dementgegen für:

– Schuhe
– Handtaschen
– Klamotten
– Ohrringe, sonstiger Tand
– Nahrungsmittel aller Art, Obst ausgeschlossen
– Kaffee
– Einrichtungshäuser
– Bücher
– Magazine
– CDs
– DVD Versand
– Schönheitsmittelchen jeder Art
– Urlaubsaufenthalte
– Hotelunterbringungen
– Spiele
– Lieferservice aller Art

Minimilk-Soziologie

Wenn Psychologen Regenwürmer und Bienen beobachten können und davon Gesetzmäßigkeiten ableiten, die für die menschliche Psyche gelten, sollte ich vielleicht doch über die Veröffentlichung der Minimilk-Soziologie nachdenken.
Das mit dem Minimilk ist nämlich so. Wenn meine Mama mir 50 Pfennig gegeben hat, damit ich mir ein Eis kaufen kann, habe ich die gespart, für die Tage an denen mir meine Mama vielleicht mal keine 50 Pfennig gibt. Dann hatte ich schlechte Laune, wenn die anderen Kinder Eis gegessen haben. Eis gekauft habe ich nie. Immerhin habe ich mir so bis zum heutigen Tage ein beachtliches Minimilk-Guthaben angespart.

Mein Freund, der hat sich von den 50 Pfennig lieber zwei Minimilk als ein großes Eis gekauft.

Horst, der hat sich von den 50 Pfennig ein tolles großes Eis gekauft.

Sonja hingegen, hat 3 Tage gewartet und sich dann das größte Eis von allen gekauft.

Nuja und so lassen sich eigentlich alle Menschen einordnen und das Eiskaufverhalten gibt tiefe Einblicke in die Psyche.

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Kinder, mal durchgerechnet

Jetzt wo es bald Elterngeld gibt und wir Akademikerinnen uns vermehren werden wie die Karnickel, ist es Zeit über Marktlücken nachzudenken. Man muss so eine Familiengründung im Vorfeld mal betriebswirtschaftlich betrachten. Ohne funktionierenden Businessplan setzt man mit dem ersten Kind doch gleich den ersten Stein auf der Straße zur Zahlungsunfähigkeit.
Ich werde mich ab 2007 folglich selbstständig machen und in die Famlienberatung gehen.
Man muss doch nicht lange nachrechnen, um einzusehen, dass man ohne Projektplan, nicht nur sich selbst sondern auch der deutschen Wirtschaft mit dem Kinderbekommen nachhaltig schadet.
Man geht nicht mehr ins Kino, hat keine Zeit im Restaurant zu essen, das sonntägliche Brunch fällt aus, weil es keine Etablissements gibt, die um 7.00 Uhr öffnen. Die Mama geht nicht mehr arbeiten, hemmungsloser Konsum ist nicht mehr möglich. Selbst wenn der Papa toll verdient, sinnvoll ist der Erwerb kostspieliger Luxusgüter nicht mehr. Gucci-Täschchen kann man vergessen, die bekritzeln die Kinder nur und für die nächsten zehn Jahre kauft man sich auch keine neue Kelidung, denn die wird ohnehin nur mit der Säure verätzt, die Babys beim Bäuerchenmachen aussprucken.
Gegen das ganze Geld was man wegen der Kinder nicht mehr ausgibt, kann das Geld, das man wegen der Kinder ausgibt, nicht anstinken. 16 Cent pro Windel und ein Euro pro Biobreigläschen, was ist das schon?
Von einem Paar ordentlicher Designerschuhe kann man 1.875 Windeln kaufen.
Jedenfalls am Anfang und das macht es den Menschen ja so einfach, sich gedankenlos ein Kind zuzulegen. Kostet ja nix!
Doch dann kippt die ganze Sache.
Wenn die Kröten erst mal in die Schule kommen, zahlt man rund 400 € für Bücher, 600 € monatlich für die Designerklamotten, die die Gören brauchen, um mit den anderen mitzuhalten. Dann werden sie größer, wollen Taschengeld, machen exklusive Klassenfahrten, Sprachbildungsurlaub etc.
und ehe man sich versieht, ist man arm wie eine Kirchenmaus und das Balg fordert mehr, mehr, mehr.
Von den Kosten, die Studenten verursachen, gar nicht zu sprechen.
Also muss man über den Return of invest nachdenken. Ab 14 können Kinder schließlich arbeiten gehen und wenn man bis dahin entstandene Kosten und Verdienstausfälle akribisch mitprotokolliert hat, kann man sich zurückholen, was man vorgestreckt hat. Mit ein bisschen Geschick holt man sogar einen Gewinn raus.
Z.B. sollte man Kinder nicht in Kohlebergwerken arbeiten lassen. Das ist anstrengend und wirft wenig Geld ab. Eher zu empfehlen sind Minen, wo Kinder wirklich gebraucht werden, da die Erzvorkommen nur schwer zugänglich sind.
Dabei können die Eltern zwischen verschiedensten Varianten wählen, sich vielleicht sogar von ihren eigenen Vorlieben leiten lassen. Schließlich kann das Kind der Mama nach zwei bis drei Jahren fleißigem Schürfens durchaus mal einen kleinen Rubin aus den Edelsteinminen Burmas oder einen tiefgrünen Smaragd aus den Flußtälern Brasiliens mitbringen.
Weniger attraktiv für die Schmuckverwendung, weitaus gewinnbringender ist jedoch die Bismutgewinnung. Als Bestandteil niedrigschmelzender Legierungen ist Bismut aus der heutigen Werkstoffverarbeitung kaum wegzudenken.
Wie man sieht, gibt es viele Möglichkeiten Familien sinnvoll in die Wirtschaft einfließen zu lassen ohne dass man als Rentner ungeliebt in ein viertklassiges Pflegeheim abgeschoben wird.
Denn wenn die Kids erst mal ein Paar Jahre Edelmetalle abgebaut haben, werden sie demütig, bescheiden und dankbar, weil sie verstehen, welche Opfer die Eltern durch die Familengründung auf sich genommen haben!

Fehlgeleitete Stillung kommunikativer Grundbedürfnisse

Mit technischem Fortschritt habe ich es nicht so. Mein Handy beispielsweise muss v.a. telefonieren können. Die einzige Zusatzfunktion, die ich gelegentlich benötige, ist der Wecker.
Leider ist es heutzutage fast unmöglich ein Gerät ohne 600 Erweiterungen zu ergattern. Mein Telefon zu Hause hat z.B. einen Fitnesstrainer. Da gebe ich ein wie schwer ich bin und dass ich mich kaum bewege und dann sagt es mir, was ich tun muss, um nicht weiter zu zunehmen. Bevor ich diese Funktion nutzen kann, muss ich allerdings einen Haftungsausschuss bestätigen, der mir u.a. sagt, dass ich nicht einfach durch den Besitz des Telefons an Gewicht verliere.
Im Grunde sind die Handys ohne Zusatzfunktionen schon lange ausgestorben. Durch deren permanente Präsenz bekomme ich jedoch das Gefühl, dass ich sie dennoch benötige. Meinen ganz eigenen Klingelton zum Beispiel. Polyphon sollte er sein, nicht so ein nervtötendes Gedudel.
Als ich dann neulich über den Bahnsteig der U9 lief, vernahm ich einen Klingelton, der mir sehr zugesagt hätte.
Mein Freund forderte mich auf, den Besitzer einfach zu fragen, ob ich mir den Ton nicht überspielen könne.
Ich war entsetzt. Ungeschützter Datenverkehr mit einem fremden Handy? Was denkt er sich nur? Da kann man sich Tokio Hotel oder sonst was holen!

Sprachloses Baby

Statistiken soll man so wenig trauen wie Hexen und Zauberen.
So besagt irgendeine erlogene Statistik, dass letztes Jahr das geburtenärmste Jahr seit Beginn der Zeitrechnung gewesen sein soll. Dem entgegen hat sich mein Bekanntenkreis einmal komplett fortgepflanzt.
Natürlich haben alle meine Freunde besonders süße und v.a. über die Maßen schlaue Babys.
Das Klügste von allen hat mein ehemaliger Mitbewohner gemacht. Das hat nämlich ganz lange gar nichts gesagt und sich dann nicht mit einfachen Wörtern zufrieden gegeben sondern eifrig sabbernd auf den richtigen Augenblick gewartet und dann in Anwesenheit von mehreren Ohrenzeugen direkt einen kompletten Satz gesagt, der lautete: „Hallo Papa, wo bist Du?“ Da war das Baby vier Monate alt.
Die nächsten Monate hat das Baby nichts mehr gesagt. Gestern beim Frühstück ereignete sich folgendes:
– Soooo Baby, ja fein! Jetzt bekommst Du Deine zerdrückte Bananeee.
– Sach ma Papa, hast du dir eigentlich schon mal im Rahmen des Sozialkonstruktivismus Gedanken darüber gemacht, dass du und Mama das nur als Banane bezeichnen, weil ihr das so gelernt habt? Als ich neulich im Kinderwagen lag, fiel mir die Beliebigkeit in der Anreihung von Phonemen auf. In der Regel gibt es keine semantische Korrelation zwischen dem Ding als solches und der Lautfolge, wenn man mal jetzt von onomatopoetischen Begriffen absieht – jedenfalls war ich verwundert, dass menschliche Kommunikation funktioniert, einfach aufgrund der vereinbarten Konventionen, an die sich immerhin rund 80% der Menschen halten.

Jeder andere Mensch wäre da erstaunt gewesen. Mein Mitbewohner nicht. Der wusste, wie schlau sein Baby war und antwortete:
– Tja, Baby, dann denk mal darüber nach, wieso die Banane krumm ist, erstelle dazu ein Modell des Sonnensystems, das systematisch die systeminhärente Abweichung der Erdumdrehungszahl (geologische Zeit) zur menschgemachten Erdenzeit als Referenz zur durchschnittlichen Krümmung der Banane herstellt. Teile das Ergebnis durch die Anzahl der von dir verspeisten Bananen, potenziert mit der durchschnittlichen Anzahl derjeniegen Öko-Bananen, die nicht von Kindern untern 3 Jahren im Jahre 1997 unter den Tisch fallen gelassen wurden. Das Ergebnis dieser Rechung kann als Vektor dargestellt werden, der wiederum die radiale Krümmung des Bananenbaums symbolisiert. Dabei ist die Theorie des Würstchenbaums einzubeziehen. Über das Ergebnis wirst du dich wirklich wundern!

Da war das Baby sprachlos.