[Anzeige] Let’s talk – Fernsehen und Streaming-Dienste

Fernsehen analog
makamuki0 @pixabay

Gemeinsam mit SCHAU HIN! habe ich eine kleine Serie zum Thema Kinder und digitale Medien gestartet.

Im Zentrum meiner Serie sollen die Chancen, die (neue) Medien mit sich bringen, stehen und ich will beschreiben, wie wir als Familie im Alltag damit umgehen und gerne auch von Euch hören, wie ihr den Alltag mit Kindern und digitalen Medien gestaltet.

Risiken und Gefahren werden durch Kulturpessimisten aller Ausrichtungen zu genüge beklagt. Viele Eltern reagieren mit Unsicherheit und statt sich mit den einzelnen Themen auseinanderzusetzen, wird schnell mal ein Verbot verhängt.

Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass Verbote in Sachen Medienkonsum nichts bringen. Deswegen versuche ich mit meinen Kindern im Gespräch zu bleiben und Lösungen zu erarbeiten, die für uns beide alle passen. Das ist auch der Grund warum ich die Serie Let’s talk nenne.

Im fünften Teil geht es um: Fernsehen und YouTube

Ohne Fernsehgerät schaut man wahrscheinlich auch weniger Fernsehen

Wir schauen kaum Fernsehen – was in erster Linie daran liegt, dass wir keinen Fernseher besitzen. Seit Jahren nicht. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mal daran erinnern, ob wir in der Zeit seit die Kinder geboren sind, jemals einen besessen haben.

Meine Fernsehkarriere sah wie folgt aus: Im zarten Teenageralter von ca. 14 Jahren (1998) habe ich von meinem Großvater, seines Zeichen Radio- und Fernsehtechniker, einen Fernseher geschenkt bekommen. Den habe ich angeschaltet und gefühlt 1999 ausgemacht.

Davor habe ich in den Sommerferien von Sendebeginn bis Sendeschluss das ZDF Ferienprogramm angeschaut und Weihnachten natürlich die Serien des ZDF Weihnachtsprogramms (Anna, Silas, Die rote Zora, Timm Thaler, …).

Aber ich habe auch den schlimmsten Schund geschaut. Germanys Next Top Model, Popstars, Big Brother, alle Talkshows, die es damals gab, alle entsetzlichen Reality Shows der Privatsender – nenne eine – ich hab sie gesehen.

Tatsächlich habe ich das als Mentalhygiene gebraucht. So wie ich heute Serien schaue. Ein wunderbarer Ausgleich. Parallel habe ich ein Einser-Abi gemacht und mich im Diplom dann noch ein bisschen verbessert. Ich bin brav arbeiten gegangen und kümmere mich um meine Familie.

Was ich sagen will: Fernsehen macht wohl nicht allzu dumm.

Fernsehen digital
StockSnap @pixabay

Fernsehprogramm im Vergleich zu Werbeprogramm ungefährlich

Dennoch habe ich zumindest das analoge Fernsehen irgendwann aus meinem Leben verbannt. In erster Linie weil mir die Werbeunterbrechungen kolossal auf die Nerven gingen.

Da soll man sich mal beschweren, dass Twitter und Co. kurze Aufmerksamkeitsspannen bescheren. Werbeunterbrechungen finde ich viel (ver)störender.

Meine Kinder lasse ich nicht so gerne fernsehen. Auch da – v.a. wegen der Werbung. Da kreischt, grölt, glitzert alles und es werden Bedürfnisse geweckt, auf die ich gerne verzichte.

Außerdem gibt es nicht wie früher drei Sender, sondern je nach Satelliten-Anlage hunderte, die zu allen Tages- und Nachtzeiten senden und zwar die furchtbarsten, für Kinder unpassende Sendeformate.

Streamingdienste ermöglichen altersgerechtes fernsehen

Deswegen möchte ich die Streamingdienste lobpreisen, die es zudem noch ermöglichen per PIN Inhalte für Erwachsene für Kinder zu sperren.

Wenn wir schauen, dann meist Tier- und Naturdokus. Was ich in der Zwischenzeit über seltene Tierarten und seltsame Gesteinsformationen gelernt habe, ist ganz erstaunlich.

Manchmal schauen wir auch Filme, die müssen wir uns aber meist leihen. Ich schrieb mal über Studio Ghibli und vereinzelte, andere Filme, die uns sehr gut gefallen haben, wie zuletzt Jo Nesbøs Doktor Proktor Verfilmungen.

Nachdem in unserer unmittelbaren Nähe immer mehr Videotheken schließen, wurde mir die DVD-Abteilung der Stadtbibliothek empfohlen und tatsächlich kann ich diesen Tipp weitergeben: Die Auswahl ist groß und meistens sehr fein.

Fernsehen auf DVD (aussterbend)
jarmoluk @pixabay

Regelmäßig wird bei uns tatsächlich nichts geschaut. Kein Sandmännchen und auch sonst kein ritualisiertes Fernsehen.

Höchstens wenn die Kinder mal krank sind und ruhig liegen bleiben sollen, schauen wir ein bisschen mehr. (Die Kinderärztin hat das aktiv empfohlen, ich schwöre!).

Das ist v.a. dann, wenn man Homeoffice macht, ein vertretbares Ausnahmeverfahren, um nebenher auch mit krankem Kind arbeiten zu können.

Wir stellen, wenn man der Aussage der Unterlage „Geflimmer im Zimmer“ des Bundesministeriums für Familie eine Ausnahme dar. Da steht:

„Das Fernsehen spielt in den bundesdeutschen Familien immer noch eine herausragende Rolle. In vielen Familien sorgt es für Information und Unterhaltung, zudem bietet es eine Kulisse für familiäre Zusammenkunft. Jeder bundesdeutsche Haushalt besitzt durchschnittlich ein Fernsehgerät. Dazu kommt, dass in fast jedem zweiten Kinderzimmer und in etwas mehr als der Hälfte der Jugendzimmer heute ein Fernsehgerät steht. Obwohl Computer und Internet zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist das Fernsehen für Kinder nach wie vor das Medium Nummer eins und bleibt auch für die meisten Jugendlichen noch sehr wichtig.“

Auch die durchschnittlichen Zeiten pro Tag unterschreiten wir sagenhaft.

Wenn wir zusammen fernsehen, dann merke ich immer wieder, dass die Kinder noch sehr sensibel sind, was Inhalte angeht.

Können sie frei wählen, entscheiden sie sich nicht selten die selbe Folge einer Serie immer und immer wieder zu sehen.

Die Biene Maja Folge „Maja bei den Ameisen“ habe ich bei drei Kindern über mehr als ein Jahrzehnt gefühlte zwei Millionen Mal gesehen*, knapp gefolgt von „Bob der Baumeister – Abenteuer auf der Ritterburg“.

(Es fällt mir schwer allein die Serientitel zu schreiben, eigentlich möchte ich mich auf dem Boden einrollen und „nein, nein“ wimmern)

So oder so – wir haben tatsächlich keinen Bedarf Fernseh (bzw. Streaming)-zeiten zu regulieren.

Ich weiß aber dass das Fernsehthema in vielen Familien ein Dauerzankapfel ist und möchte deswegen einige Anregungen geben, die mir in solchen Fällen helfen:

  • Sich an die eigene Nase packen und dann feststellen, dass man trotz übermäßigen Konsums (ich) sein Leben gut im Griff hat.
  • Nachdenken, was man als Kind gerne mochte und warum und dann mit dem Kind reden, was die Faszination der Lieblingsformate ausmacht.
  • Verstehen, dass die Kinder oft ganz andere Vorlieben haben, als man als Eltern hat (siehe ständige Wiederholungen oder aus Elternsicht komplett spannungslose Sendungen).
  • Kinder von Werbung fernhalten und keine Trailer anschauen lassen, wenn man nicht kontrollieren kann, welche das sind.
  • Das schlechte Gewissen abschalten, wenn man den Fernseher ausnahmsweise mal einsetzt um ein bisschen Ruhe zu haben. Entspannung tut allen gut. Wenn es den Eltern hilft eine halbe Stunde Ruhe zu haben, dann hilft das auch den Kindern.

 

Wie ist das bei Euch? Ist Fernsehen ein Thema? Wer bestimmt das Programm? Habt ihr Diskussionen um die Zeiten? Welche Formate findet ihr gut und warum?

Kommentiert einfach hier, teilt eure Medienmomente auf Instagram, bloggt selbst darüber, twittert oder schreibt darüber auf Facebook. Wenn ihr euren Beiträge mit dem Hashtag #medienmomente markiert, können sie später eingesammelt und geteilt werden.

Weiterführende Links:

Teil 1 von Let’s talk: Nicht wie lange sondern was
Teil 2 von Let’s talk: Messenger
Teil 3 von Let’s talk: Computerspiele
Teil 4 von Let’s talk: YouTube


*46 Jahre Maja am Stück!

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

41 Gedanken zu „[Anzeige] Let’s talk – Fernsehen und Streaming-Dienste“

  1. Meine TV-Karriere begann so richtig Mitte der 90er mit den Cartoons, die es damals noch auf RTL2 gab. Die Titelmelodien kann ich heute noch alle mitsingen. Auch da war die Werbung schon nervig und ich will nicht wissen, wie viel Mist ich nur deswegen anschließend unbedingt zum Geburtstag haben wollte. Ich hab das Gefühl, mit der Werbung (vor allem Anzahl und Länge der Spots) ist es seitdem auch noch mal deutlich schlimmer geworden. Kann aber auch daran gelegen haben, dass ich mit 14-15 anfing, andere Interessen zu entwickeln und der Nervfaktor am Fernsehen dadurch erst so richtig auffiel. Das war übrigens auch so 1998-99, wobei mir dann auffälllt:
    Kann es sein, dass du dich um 10 Jahre vertan hast?

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  2. Ich staunte heute etwas, als der Siebenjährige auf unserem Spaziergang schauen wollte, ob das Schulhaus stark beschädigt ist. „Ach nein, der Tornado war ja bei Lassie, nicht bei uns.“
    Ich glaube, er schaut zu wenig fern, oder?

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  3. Erstaunlich, daß einige Leute Fernsehen immer mit Trash-TV gleichsetzen. Und Streaming ist dagegen die Offenbarung? Auch da wird man Trash finden. Man sollte sowieso, nicht nur bei den Kindern, immer die gesamte Bildschirmzeit betrachten. Ob nun am PC, Smartphone, Laptop, Tablet, Fernseher oder sonstigem Bildwiedergabegerät. „Wir gucken kein TV“ Nee, aber dafür spielen die Kinder stundenlang am Tablet und die Erwachsenen machen Binge-Watching. – Etwas scheinheilig!

    Ich nutze, mangels ausreichender Internetanbindung, keinen Streamingdienst. Aber auch ich und meine Kinder sehen gute Sachen, egal wann wir es wollen. Es soll ja schon in 80ern sogenannte „Videorekorder“ gegeben haben. Damit konnte man Sendungen einfach aufnehmen und sich zu einem späteren Zeitpunkt ansehen. Wenn man mochte, auch immer wieder und wieder.

    Ich nutze schon seit vielen Jahren Computertechnik, um Sendungen aufnehmen. Die sind dann auf Festplatte und auch so kann man sich sein eigenes Programm, unabhängig von Sendezeiten, zusammenstellen. Auch für die Kinder ist immer etwas dabei. Falls die Sendung auf einem Sender mit Werbung kommt, kann man die auch recht einfach rausschneiden.

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    1. Also was ich im Artikel eigentlich gleichsetze, sind Streaming-Dienste und Analog-TV.
      Plus dass ich ja explizit schreibe, dass ich sogar trotz Trash-TV-Konsum nicht verdummt bin.

      Klar kann man Analog-Fernsehen aufzeichnen und ggf. auch noch Werbung rausschneiden – allerdings ist mir für diesen Aufwand meine Lebenszeit zu wertvoll – immerhin gibt es eben die Streaming-Dienste, die ein reichhaltiges Alternativ-Programm ohne Zusatzaufwand bieten.

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    2. Ich fühle mich jetzt mit „einige Leute“ nicht angesprochen, denn natürlich zählen immer ALLE Bildschirmzeiten. Aber ich müsste fürs Fernsehen neben neben der GEZwangsabgabe auch noch Geld für den „Service“ der Privatsender bezahlen. Kommt nicht in Frage, alleine schon wegen der Werbung. Und selber am PC zusammenschneiden? Viel zu viel Arbeit. Also Streaming.

      BTW: In unserem 4 Personenhaushalt gibt es einen Gaming PC, einen normalen PC, eine Konsole, ein (Profi-)notebook und vier Smartphones, davon zwei Uraltgeräte. Also nix Bingewatching oder Tabletgedaddel.

      Mit „Fernsehen als Familienmittelpunkt oder Dauerberieselung“ meinte ich ALLE Formate, unabhängig vom Ausgabegerät.

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  4. Der Fernseher hängt noch da, ist aber seit Anfang des Jahres nicht mehr angeschlossen. Wir haben jetzt Netflix und die Nutzung ist praktisch uneingeschränkt freigegeben, da beide Kinder (17 und 15) gute Schüler sind und auch ein ordentliches RL Dasein pflegen.

    Effekt war wie erwartet: Am Anfang gab es eine kurze Phase der Übertreibung wegen der tollen neuen Möglichkeiten , die rasch wieder abgeebbt ist.

    Der Fernseher als Familienmittelpunkt oder im Dauerberieselungsmodus? Das war meiner Frau und mir immer schon ein Greuel.

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  5. Hallo zusammen,

    während wir kein „Fernsehen“ gucken, haben wir schon verschiedene Streamingdienste ausprobiert. Die Kinder nutzen zu 99% Netflix und dürfen im Alltag ein bis zwei Folgen schauen, das sind so 20-40 Min. Die Kinder, 7 und 10, zwei Jungs. Eine lange Zeit und teilweise heute war das „Dragons“. In der Regel fand das abends nach oder vor dem Abendessen statt.

    Meistens fahren wir im Urlaub weg und dann ist bei uns medienfreie Zeit, da ist für Kinder und Erwachsene Smartphone, Fernseher usw. usf. gestrichen.

    Es gibt natürlich Ausnahmen. Es gibt Tage an denen regnet es und wir Erwachsenen kriegen den Hintern nicht hoch, die Kinder auch nicht, und dann kann auch mal 3 Stunden der Kasten laufen, welcher auch immer. Das eine Kind (7) hat aufgehört Fernsehen zu gucken und spielt lieber auf dem Smartphone oder einfache Spielchen auf dem PC.

    Als Medienzeit zählt: Jede Art von Spaßveranstaltungen auf einem digitalen Endgerät. Ob das nun Streaming oder herkömmliches Fernsehen, Computerspiele oder Apps sind, egal.

    Ziel des ganzen ist eine sukzessive Heranführung an Inhalte und Dauer von Medienzeiten bis hin zu einem selbstständigen Umgang damit. Was in der Regel bedeutet, dass ab dem „Leine los“ geguckt wird bis der Arzt kommt. Aber das haben wir alle so gemacht. Aber immerhin haben sie sich dann ca. 12 Jahre gut entwickelt und hoffentlich ausreichend Welt außerhalb der Elektrik entdeckt, wie Freunde, Sport. Bücher usw.

    Ich selber konsumiere aus meiner Sicht zuviel Bildschirm. Erstens arbeite ich davor, dann zocke ich noch gerne…

    Viele Grüße
    Dennis

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  6. Ich halte das für ein schwieriges Thema… Einerseits will man dem Kind (bei uns: eine Tochter, im Juli 5 Jahre alt geworden) nicht zu viel Fernsehen (ich inkludiere hier mal Streaming und YouTube) antun, andererseits soll sie ja (später?) schon irgendwie „mitreden“ können… Einerseits soll das Kind ja schon auch durch das Fernsehen was lernen, andererseits soll sie nicht nur nach Fernsehen verlangen und nichts anderes mehr machen (wollen).

    Wir sind eigentlich ein fernsehloser Haushalt. Wir haben einen Fernseher, wir haben Amazon Prime und einen FireTV Stick am TV, aber wir schauen so gut wie nie fern. Gelegentlich schaue ich mal ein Fußballspiel, gelegentlich schaut meine Frau mal „irgendwas“ – aber das findet fast immer zu Zeiten statt, wo unsere Tochter bereits im Bett ist oder einer von uns alleine ist. Das gemeinsame „Versacken“ vor dem TV (egal, ob zu zweit oder zu dritt) gibt es bei uns nicht, dafür machen wir zu viel anderen Kram (entweder zu dritt, oder einer alleine, oder beide Erwachsenen gemeinsam plus Babysitter zu Hause).

    Wir lesen unserer Tochter wahnsinnig viel vor, und sie hört sehr gerne Hörspiele – entweder von CD oder von meinem iPad über Spotify (Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg, Kinder aus Bullerbü, usw.). Letzteres gibt es auch auf Autofahrten, das fordert sie inzwischen vehement ein.
    Sie kennt dadurch aber wenig bis nichts, was viele andere Kinder im Kindergarten schon kennen – z.B. Batman (von LEGO?), andere „Superhelden“, oder Dinge wie Yakari oder anderes (was ich auch nicht kenne)… Und ich finde das eigentlich gut -denn wenn man sieht, WIE sie die verfügbaren Medien nutzt, braucht sie eigentlich gar nicht mehr.

    Wenn es passt und irgendwelche Fragen im Raum stehen, suche ich gerne bei YouTube entsprechende kindgerechte Inhalte. So haben wir schon viel über die Herstellung von Lufballons, über exotische Tiere, über Straßen- und Häuserbau, über den Straßenverkehr oder über andere Dinge gelernt – das schauen wir dann aber gemeinsam, und – wie auch im Blog-Eintrag beschrieben – will sie da letztendlich immer wieder die gleichen Dinge sehen. Gelegentlich gibt es auch mal was mit den Minions (die finde ich selbst absolut großartig!), mehr ist dann aber auch nicht drin. Und das bestätigt mich wieder darin, ihr eher weniger als mehr zuzumuten – sie ist mit dem, was sie zur Verfügung hat, völlig zufrieden (oder schon fast überlastet, wenn man betrachtet, dass sie eigentlich immer wieder das Gleiche sehen will!).

    Ich selbst bin Produktmanager in einer großen Softwarefirma und hänge quasi den ganzen Tag vor dem PC und am Smartphone ab, bin stark Medien- und IT-affin und sitze auch zu Hause viel vor dem PC. Meine Frau ist da eher zurückhaltend – sie nutzt zwar ein iPhone, ist ansonsten aber eher analog unterwegs (Bücher, Zeitungen und Zeitschriften etc.). Insgesamt ist die Smartphone-Nutzung im Haushalt aber schon sehr hoch… wir haben das aber (auch für uns!) inzwischen ein wenig reglementiert, z.B. beim Essen oder an langen verregneten Wochenenden.

    Dieser Spagat ist oft schon zwischen uns Erwachsenen nicht einfach – wir versuchen aber irgendwie, ihn von unserer Tochter (noch) fernzuhalten. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass sie als Fünfjährige mit vielen Inhalten (zu denen ich z.B. auch Yakari oder auch LEGO Batman oder die Minions-Filme zähle) eigentlich noch überfordert ist. Gleichzeitig will ich ihr natürlich auch eine entsprechende Medienkompetenz beibringen, und wir nutzen entsprechende Medien schon sehr intensiv.

    Langer Rede kurzer Sinn – wir versuchen eigentlich, das Thema „Fernsehen“ eher von unserer Tochter fernzuhalten. Gleichzeitig suchen wir nach Wegen, ihr a) sinnvolle Inhalte über das Fernsehen (inkl. YouTube & co.) und b) eine angemessene Medienkompetenz und Mediennutzung beizubringen.

    Spannendes Thema, und ich bin daher immer über Beiträge und Meinungen von Anderen interessiert. Daher Danke für diesen Blog-Beitrag!

    Viele Grüße,
    Ben

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    1. Sehr gerne, ich freue mich auch, dass die Blogartikel mir die Möglichkeit geben zu erfahren, wie es bei anderen Familien läuft.
      Also Danke für den ausführlichen Kommentar.

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  7. Fernsehen als Daueruntermalung (vor allem mit Werbung, die ich inzwischen wirklich super ätzend finde so als ständige Unterbrechung, früher ist mir das irgendwie gar nicht so aufgefallen) gibt es hier nicht, aber da wir direkt neben einer großen und sehr tollen Mittelpunktbibliothek wohnen, ist die nächste aktuelle Kinder-DVD nicht weit. Wollen die Kinder (8 & 9) also einen Film sehen, gehen wir rüber in die Bib, leihen uns etwas aus dem fantastischen und häufig aktualisiertem Angebot aus, das wird dann geguckt und gut is‘.

    Über ihre Tablets dürfen die Kinder auch auf die App von Toggo TV zugreifen, da stehen Sendungen zur Verfügung, die auch ihre ’normal‘ fernsehenden Freunde kennen, allerdings ohne Werbung und on demand — ich möchte auch nicht, dass die Kurzen zu den Kindern gehören, die nirgends mitreden können, daher ist das für mich auch okay.

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  8. Diese Medien-Reihe von dir ist echt toll.
    Wir haben auch keinen Fernseher, schauen abends aber ab und zu eine Serie.
    Meine Tochter (3 Jahre) schaut bisher auch nur ab und zu ein Kinderlied auf YouTube. Das einzige nicht-musikalische war bisher „der kleine Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“.

    Kann jemand mir eine Sendung mit kurzen Folgen (max. 10 min) für ihre Altersstufe empfehlen (vorzugsweise auf YouTube oder Prime)?

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  9. Sendezeiten sind wir auch ein Graus, wir kucken deshalb fast ausschließlich über Streaming Dienste, namentlich Amazon Prime, Netflix aber auch YouTube und Mediatheken (alles über den Amazon „Fire TV“). Unsere Tochter (3,5) darf normalerweise vor dem Schlafen gehen noch etwas aussuchen, typischerweise bleiben wir bei ~20 Minuten und kucken auch immer wieder die gleichen Formate und Folgen. Beispielsweise die von vielen so belächelten drölfzigtausend ARD Zoodokus oder die üblichen Kinderserien.

    Wenn das Kind mal krank ist oder wir 600 Kilometer Auto fahren, darf sie auch mal mehr kucken, ich sehe das als völlig unproblematisch an. Dafür kucken wir im Urlaub dann auch mal einen Tag gar nichts, wenn es bis Abends hell draußen ist. Wichtiger ist mir generell das „was“ als das „wie viel“, im linearen Fernsehen läuft dann doch viel Quark, der im Zweifelsfall nicht altersgerecht ist.

    Was mir immer wieder auffällt: Viele Eltern scheinen Fernsehverzicht als etwas wahnsinnig erstrebenswertes und wichtiges anzusehen. „Unser Ole darf ja höchstens mal am Wochenende fern sehen“, als wäre das allein schon ein Wert und wahnsinnig tolle Erziehung. Trotzdem ist der Spieplatz bei schlechtem Wetter oft genug menschenleer, während wir uns lieber positive Ziele wie „regelmäßige Bewegung an der frischen Luft“ setzen.

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  10. Danke für diese Reihe! Meine Kinder sind noch nicht so groß (2&5), aber ich nehme mir einige Sachen für später mit. Mal schauen, wie es dann mit der Umsetzung klappt.
    Als das kleine Kind noch sehr klein war, durfte das Große immer dann abends 20min fernsehen (= geliehene DVD aus der Bibo schauen), wenn nur ein Erwachsener abends da war. Das passiert hin und wieder bei Dienstreisen und sonst so 1-2x die Woche. Als das kleine Kind größer wurde, durfte es mitschauen und der Erwachsene kann in der Zeit entspannt den Tisch abräumen. Diese Regelung gibt es bei uns nach wie vor und wurde nur erweitert um den Schwimmkurs-Tag, an dem auch abends aus Erschöpfungsgründen noch geschaut werden darf. Im Schnitt kommen wir wohl auf 2x20min die Woche mit festen Regelungen. Für uns (und die Kinder) passt das gut.

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  11. Was mich sehr schnell mit Kind vom Fernseher weggebracht hat war, neben der unsäglichen Werbung, dass sehr Zeit-bestimmende. Anfangs noch mit dem Sandmann. Da musste, falls es mal etwas später beim Abendbrot geworden ist, das letzte Stück Brot noch zwischen Tür & Angel gekaut werden, damit man den Anfang nicht verpasst. Hatte man dann nicht vergessen, Serien (Drachenreiter von Berk) zu programmieren, musste man immer noch dran denken, den Fernseher auch anzuschalten. (auf Grund von Stomsparersparnis läuft bei uns NICHTS auf Stand by!) Alles zusätzlicher Stress, den ich nicht brauche.
    Wir nehmen Prime. Die Kinderserien sind toll. Man kann zwischen 10 min (gibt’s nur unter der Woche) & 20min (am Wochenende) Serien auswählen. Unser Kind ist fast 8 Jahre, aber ich finde, dass reicht.
    Dafür gehen wir wahnsinnig viel ins Kino. Ich glaube, in eigentlich jeden Kinderfilm. Ich mag das Kinoerlebnis. Und wir sind alle zusammen.
    Youtube schauen wir nur zusammen. Da wird mir noch zu viel Müll als Zwischenwerbung angeboten.
    Wie alle Kinder, möchte das Kind natürlich immer mehr sehen, als wir genehmigen. Das es zeitlich aber unter der Woche nur so kurz was schauen darf, liegt nicht daran, dass wir Filme und ähnliches doof finden. Aber wenn wir 17:00 in der Wohnung sind, Abendessen, Ranzen packen, ein wenig mit einander reden & Bett fertig machen, ist es einfach schon zu spät.

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    1. Stimmt, die festen Sendezeiten haben das bei uns wahrscheinlich auch zusätzlich aus dem Alltag verbannt. Ich erinnere mich an einige Sommerabende auf dem Spielplatz, an dem die Kinder entspannt spielten und ich dachte: „Ach, solche Tage sind gezählt, dann bleiben wir einfach noch ein bisschen und genießen das“, während in meinem Umfeld Menschen wegen des Sandmännchens aufgebrochen sind.

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