[Anzeige] Let’s talk – Jugendliche kommen selbst zu Wort – Adrian

Zusammen mit SCHAU HIN! Let’s talk S03E02 mit Adrian

Im Zentrum meiner Serie Let’s talk stehen die Chancen, die digitale Medien mit sich bringen. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, wurde es in der Folgerunde konkreter und Eltern berichteten mir von ihrem Familienalltag mit digitalen Medien. Jetzt kommen Jugendliche selbst zu Wort.

Symbolbild Jugendlicher mit Smartphone

„[Anzeige] Let’s talk – Jugendliche kommen selbst zu Wort – Adrian“ weiterlesen

[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Heiko Bielinski

Zusammen mit SCHAU HIN! Let’s talk S02E04 mit Heiko Bielinski

Im Zentrum meiner Serie Let’s talk stehen die Chancen, die digitale Medien mit sich bringen. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, soll es jetzt konkreter werden. Wie sieht Medienalltag in Familien wirklich aus? Deswegen befrage ich in der 2. Staffel Eltern, wie sie in ihren Familien mit digitalen Medien umgehen: Ich freue mich im vierten Teil etwas über den Umgang mit digitalen Medien in der Familie von Heiko Bielinski zu  erfahren.

Heiko Bielinski (rechts im Bild)

„[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Heiko Bielinski“ weiterlesen

[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Susanne Mierau

Zusammen mit SCHAU HIN! Let’s talk S02E03 mit Susanne Mierau

Im Zentrum meiner Serie Let’s talk stehen die Chancen, die digitale Medien mit sich bringen. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, soll es jetzt konkreter werden. Wie sieht Medienalltag bei anderen aus? Deswegen befrage ich in der 2. Staffel Eltern, wie sie in ihren Familien mit digitalen Medien umgehen: Ich freue mich im dritten Teil etwas über den Umgang mit digitalen Medien in der Familie von Susanne Mierau zu  erfahren.

Susanne Mierau
Susanne Mierau

Vor einigen Jahren bin ich auf Susanne Mieraus Blog Geborgen Wachsen gestoßen. Seitdem lese ich dort regelmäßig. Susanne hat einen sehr warmherzigen und immer positiven Blick auf Kinder und das Leben mit Kindern. Sie ist für mich eine der authentischsten Bloggerinnen – v.a. seit ich sie persönlich kennenlernen konnte. Auch ihre Bücher (Geborgen wachsen*, Geborgene Kindheit*, Ich! Will! Aber! Nicht!* und Mein Schreibaby*), kann ich sehr ans Herz legen.

Klickt man sich durch ihr Blog sieht man viel Holz, Filz, Naturmaterialien und hübsche Basteleien. Das mag das Vorurteil wecken, dass hier alles verteufelt wird, was einen Stecker hat. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Ich habe selten eine Familie gesehen, die so sinnig und kompetent mit den ganzen digitalen Medien umgeht.

„[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Susanne Mierau“ weiterlesen

[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Rike Drust

Zusammen mit SCHAU HIN! Let’s talk S02E02 mit Rike Drust

Im Zentrum meiner Serie Let’s talk stehen die Chancen, die digitale Medien mit sich bringen. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, soll es jetzt konkreter werden. Wie sieht Medienalltag bei anderen aus? Deswegen befrage ich in der 2. Staffel Eltern, wie sie in ihren Familien mit digitalen Medien umgehen: Ich freue mich im zweiten Teil etwas über den Familienalltag von Rike Drust zu  erfahren.

Rike Drust
Rike Drust (Foto: Andrea Rüster)

Rike Drust ist für mich eine der sympathischsten und v.a. lustigsten Frauen, die ich im Internet kenne (und das obwohl Frauen doch gar nicht lustig sein können!). Bevor ich regelmäßig ihr Blog Infemme gelesen habe, ist mir ihr erstes Buch Muttergefühle. Gesamtausgabe.* begegnet. Ich habe das Buch während einer Zugfahrt gelesen und musste so laut lachen, dass mich die Leute im Abteil ganz seltsam angeschaut haben. Ich liebe ihren Humor, und ich liebe ihre Ehrlichkeit und den unverstellten Blick auf die (Familien)Welt, die eben nicht immer schön ist. Deswegen ist auch ihre Fortsetzung Muttergefühle. Zwei.* unbedingt lesenswert.  Im Internet habe ich Rike schon das ein oder andere Mal Dinge sagen hören, die nahe legen, dass sie dem Serienstreamen nicht abgeneigt ist und auch wenn sie in ihrem Blog mit Vorliebe großartige Kinderbücher aus echtem Papier vorstellt, vermute ich auch bei ihr eine positive Einstellung zu den neuen Medien.

„[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Rike Drust“ weiterlesen

[Anzeige] Let’s talk – Interview mit Maximilian Buddenbohm

Zusammen mit SCHAU HIN! geht Let’s talk weiter

Im Zentrum meiner Serie Let’s talk stehen die Chancen, die digitale Medien mit sich bringen. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, soll es jetzt konkreter werden. Wie sieht Medienalltag bei anderen aus? Deswegen befrage ich in der 2. Staffel Eltern, wie sie in ihren Familien mit digitalen Medien umgehen: Ich freue mich mit Maximilian Buddenbohm zu starten.

Maximilian Buddenbohm
Maximilian Buddenbohm

Maximilian Buddenbohms Blog Buddenbohm & Söhne (formerly known as Herzdamen-geschichten) kenne und lese ich gefühlt seit ich das Internet kenne. Was mich ein wenig erschüttert: Ich habe in seinem Blog noch nie einen Artikel gefunden, der mich gelangweilt hat oder der irgendwie nicht lesenswert gewesen wäre. Mit gleichbleibend hoher Qualität schreibt Maximilian in einer Regelmäßigkeit, die mich erschaudern lässt. Sein Blog, so scheint es mir, ist mit ihm über die Jahre mitgewachsen und in der Zwischenzeit schreibt auch der ältere der beiden Söhne und die Herzdame selbst mit. Ich liebe das breite Themenspektrum, die Reflektiertheit und den ruhigen Blick auf die immer schneller werdende Welt.

Ich würde denken, Maximilian hat eine sehr offene Haltung zum Thema neue Medien und bin deswegen auf seine Antworten gespannt.

Wie viele Kinder leben in Deinem Haushalt und wie alt sind sie?

Zwei Söhne, acht und zehn Jahre alt.

Ab welchem Kindesalter habt ihr begonnen euch mit dem Thema Medienerziehung aktiv auseinanderzusetzen?

Etwa ab zwei Jahren bei Sohn I, also seit der ersten Kinder-App auf dem Tablet. Tiergeräusche? So etwas in der Art war es wohl, ich weiß es gar nicht mehr genau. Und da muss man dann auch schon überlegen, wie lange das Kind den Löwen brüllen lassen darf oder ob man da irgendwann aus strategischen Gründen wieder Holzspielzeug einwechseln muss. So fängt es an.

Auf einer Skala von 0 (Wir haben keinen Internetanschluss! Teufelszeug!) bis 10 (Wir möchten unsere Körper zurücklassen und unsere Gehirne ins Internet hochladen!) wo liegt ihr ungefähr?

Der Vater nur noch bei etwa sieben, die Mutter bei sechs, Sohn I eher bei neun, Sohn II auch bei nur sechs, Tendenz bei allen im Moment nicht weiter steigend. Wir haben da so ein Gartenprojekt, das ist ziemlich offline. Allerdings sind wir beruflich online, sehr weit nach unten können wir also auf der Skala gar nicht.

Was sind eure Lieblingscomputerspiele, die beliebtesten Apps, beliebtesten YouTube-Kanäle, liebsten Streamingdienst-Serien und warum?

Das lasse ich die Söhne komplett selbst beantworten –

Sohn I: „Also bei den Apps: Pineapple-Pen, Bounzy!, Rider, Monster Legends, Goat Simulator, Bowmasters, Pixel Art Colour by number , Minecraft. Bei Youtube: Rayfox, Julien Bam. Und Serien auf Streaming-Diensten: Meine Babysitterin ist ein Vampir, Teen Titans Go!

Sohn II: „Bei den Apps die, die auch mein Bruder mag. Auf Youtube gucke ich aber auch Gartenfreund-TV und Selbstversorger Rigotti, das sind Gartenkanäle, da lernt man was. Serien gucken mein Bruder und ich auch zusammen.“

Maximilian Buddenbohm
Wie handhabt ihr das mit der Medienzeit in eurer Familie?

Beide Kinder haben etwa eine halbe Stunde pro Tag, das wird selbstverständlich oft mehr, schon weil aus inhaltlichen Gründen eine halbe Stunde manchmal nicht reicht. Man kann eben schlecht aufhören, wenn man mitten in einem Level ist, das ist auch nicht sinnvoll. Der Donnerstag ist komplett medienfrei, aber nicht aus pädagogischen Gründen, das geht wegen zu vieler Termine einfach nicht anders. Lern-Apps können die Söhne stets auch länger benutzen (die App “Lernerfolg Grundschule” finde ich gut, die hat sich hier absolut bewährt und harmoniert gut mit dem Lehrplan), länger dürfen sie auch alles, was unter kreative Beschäftigung fällt. Wenn sie also mit dem Tablet einen Film drehen wollen oder Fotos machen, dann dürfen sie das meinetwegen stundenlang – das machen sie aber selten. Im Grunde ist diese ganze Begrenzung fürchterlich lästig und nervtötend, allerdings geht es auch nicht ganz ohne.

Das Interesse an digitalen Medien unterscheidet sich dabei übrigens gar nicht von meinem Interesse am Fernseher in dem Alter.

Wie kommt ihr zu Regeln, was die Mediennutzung angeht?

Wir halten ab und zu am Wochenende feierlichen Familienrat und diskutieren unendlich mühsam die Regeln aus, über die wir in den nächsten Wochen nicht mehr reden wollen. Wir legen sie sehr klar fest, wir schreiben sie sogar in Schönschrift auf und hängen sie manchmal irgendwo hin, wo alle dauernd dran vorbeilaufen. Aus Elternsicht gilt diese hochoffizielle Vereinbarung dann auch eine ganze Weile, sprich Wochen, aus Kindersicht gilt sie ein paar Stunden, bzw. bis zur nächsten neuen Serie in einem Streamingdienst. Es ist kompliziert.

Wir haben außerdem – auf ausdrücklichen Kinderwunsch! – eine Art Punktesystem. Die Söhne bekommen pro Tag für bestimmte eingehaltene Regeln Punkte, bei einer gewissen Punktezahl können sie in eine Schatzkiste greifen, in der Dinge von geringem Wert aber mit hohem Freufaktor sind, also Kaugummi etc. Das System haben sie anderswo gesehen und wollten das dann unbedingt auch haben, seitdem gibt es hier u.a. einen täglichen Punkt für “Medienfrieden”. Medienfrieden heißt, wir müssen nicht jede Spielzeitbeendigung länger diskutieren, als die eigentliche Spielzeit war, etwas überspitzt ausgedrückt. Das klappt ganz gut, erstaunlich gut eigentlich. Und beweist wieder, dass Eltern nicht immer Recht haben müssen, denn ich mag solche Systeme eher nicht, weil sie so einen merkantilen Charakter haben, alles ein einziges Wenn-Dann-Geflecht, alles Deals, also ich hätte so etwas hier nicht eingeführt. Aber wenn die Söhne das quasi spielen wollen – bitte sehr. Und zack, es funktioniert besser als alles vorher. Wie isses nun bloß möglich!

Schließlich lesen wir ab und zu über neue Erkenntnisse in schlauen Büchern oder auch von den Erfahrungen anderer Eltern in Elternblogs, und dann probieren wir wieder andere Verfahren aus. Das ist hier alles nicht starr.

Die meisten Eltern kennen das bestimmt: Es gibt Dinge, welche die Kinder total begeistern und man selbst möchte sich die Augen auskratzen. Fallen Dir da Beispiele ein? Wie gehst Du damit um?

Ich finde fast alles furchtbar, was Sohn I auf Youtube guckt, ich kann es aber auch nicht exakt benennen, was er da guckt, da ich mir die Namen nicht merken kann oder möchte. Junge Youtuberinnen eben. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit, er findet auch befremdlich was ich gucke, alte Säcke eben, viele davon sogar schon tot. Wir lassen uns dabei aber in Ruhe, denn er ist ja er und ich bin ich. Ab und zu zeigen wir uns gegenseitig Filmchen unserer Playlists und wundern uns dann etwas, gucken uns aber bemüht verständnisvoll an und denken beide: “Nun, er ist schon seltsam. Aber sonst ganz nett.”

Die Medienmomente sollen sich ja auf den wirklich gelebten Alltag beziehen. Mal ehrlich, macht ihr Ausnahmen oder gibt es Zeiten in denen alles entgleitet? Wenn ja, wie sieht das aus und warum gibt es solche Situationen?

Es entgleitet permanent, es gibt viel Streit um das richtige Maß und es wird auch dauernd alles neu verhandelt. Alle Teile des Arrangements sind zudem erstaunlich beweglich, denn die Söhne verändern sich, schnell sogar, die Medien verändern sich, unsere Elternmeinungen und unser Wissensstand ändern sich ebenfalls. Sogar die Jahreszeiten ändern sich, und die spielen auch eine gar nicht so kleine Rolle bei dem Thema, das ist jetzt gar kein Scherz. Die dunkle Jahreszeit ist eben die Medienjahreszeit.

Es gibt darüber hinaus ein typisch elterliches Ambitionswellenreiten. Man ist also eine ganze Weile nachlässig und entspannt, viel zu entspannt, bis man entsetzt bemerkt, dass es so nicht weitergeht und alles bei uns ganz anders werden muss, besser, schöner und sinnvoller! Das ist dann die Phase, in der Kinder vermutlich denken: “Oh mein Gott, sie haben schon wieder ein Konzept.” Denn die Kinder sind ja nicht doof, also nicht nur unsere nicht, Kinder generell nicht.

Ich sehe außerdem ein, dass das hier ein Bloggerhaushalt ist, in dem die Eltern oft online sind und also auch etwas vorleben. Ich würde es verrückt finden, das zu ignorieren. Und auch wenn weder die Herzdame noch ich jemals online spielen – wir haben da in diesem digitalen Raum schon Spaß, sogar bei dem, was wir Arbeit nennen, und das merken die Kinder auch. Das spielt also alles eine Rolle, auch in den familiären Diskussionen.

In welchen Bereichen stellt ihr manchmal fest, dass eure Kinder schon Experten sind und ihr hinterherhängt?

Bei neuen Spielen sind die Söhne definitiv viel schneller als ich, sie verstehen alle Menüs sofort. Ich dagegen werden den Drang nicht los, erst einmal alles genau nachzulesen. Ich bin definitiv old Europe.

Was ist durch die digitalen Medien im Leben von Familien besser geworden?

Mir fällt nichts ein, was ich nicht selbst leicht widerlegen könnte. Außer: Es gibt weit und breit keine Dia-Abende mehr, da alle Fotos anders teilen. Das immerhin ist sehr schön, die Älteren verstehen das sicher.

Welche Aspekte von digitalen Medien machen das Leben manchmal anstrengender als früher™ und warum?

Die digitalen Medien an sich machen noch gar nichts anstrengender. Dass sie allerdings überall verfügbar sind, ist natürlich Fluch und Segen zugleich, deswegen sieht man z.B. so viele Kinder, die in Restaurants mit Handys ruhiggestellt werden. Das finde ich ebenso nachvollziehbar wie schrecklich, ich bin aber auch dabei nicht in der Lage, den ersten Stein zu werfen. Ich verstehe die Eltern, die so etwas machen, ich verstehe auch vollkommen, was dagegenspricht. Man laviert sich so durch. Stets bemüht!

Welche Frage habe ich vergessen? Was wolltest du im Kontext digitale Medien und Kinder gerne noch loswerden?

Ich wundere mich oft über ein merkwürdiges Zusammentreffen. Viele Eltern, die ihren Kindern sehr wenig Mediennutzung an Tablet etc. erlauben, weil das ja alles böse und finster ist, lassen es gleichzeitig zu, dass die Kinder viel zu früh Filme gucken, die nicht zu ihrem Alter passen. Ich habe nie verstanden, warum das so ist. Warum sind viele bei Filmen so überaus lässig, bei Apps aber nicht?

Welche Frage sollte ich den anderen Interviewpartnern unbedingt stellen, weil Du Dich da gerne mal abgleichen würdest?

Wie nutzen Eure Kinder die digitalen Medien kreativ? Das ist hier nämlich noch eher schwach ausgeprägt, da geht viel mehr.

Hast Du über das Thema digitale Medien selbst schon geschrieben? Wenn ja, welche Artikel aus deinem Blog sollte ich unbedingt gelesen haben?

Jo.

Keinen mehr dazu, es ist alles schon länger her, also mehrere Monate. Das ist schon wieder in zu vielen Aspekten ganz anders, da sehe ich von Eigenwerbung einmal ab.

Ergänzung der Autorin: Das geht so nicht. Ich verweise hier mal auf passende Beiträge. Zum Beispiel auf ein Interview mit einem Entwickler für Spiel- und Lern-Apps, der im Rahmen Maximilans „Was machen die da„-Aktivitäten entstanden ist. Oder die Beiträge des Sohnes, Jojo Buddenbohm, der gerne Elektrospielzeug vorstellt. 

Wer noch mehr von Maximilian lesen möchte, besorgt sich eines seiner Bücher: Marmelade im Zonenrandgebiet*; Es ist alles nur eine Phase*; Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein* oder Zwei, drei, vier: Wie ich eine Familie wurde*.

Vielen Dank Maximilian, für Deine bestechend ehrlichen Antworten, in denen ich mich sehr gut wiederfinden konnte.


Liebe Leserinnen und Leser, mich interessiert auch euer Medienalltag. Kommentiert einfach hier, teilt eure Medienmomente auf Instagram, bloggt selbst darüber, twittert oder schreibt auf Facebook. Wenn ihr eure Beiträge mit dem Hashtag #medienmomente markiert, können sie später unabhängig von der Plattform, wo ihr sie veröffentlicht im Social Hub von SCHAU HIN! eingesammelt und geteilt werden.

Weiterführende Links auf SCHAU HIN! zu diesem Interview:

 

*Amazon-Werbelinks

[Anzeige] Let’s talk – Staffel 2

Let's talk
Foto: geralt @Pixabay

Gemeinsam mit SCHAU HIN! habe ich eine kleine Serie zum Thema Kinder und digitale Medien gestartet. Die Serie kam hervorragend an und es wurde schnell klar: es gibt viel Rede- und Informationsbedarf.

Ich freue mich deswegen, dass es 2018 weitergeht – allerdings in modifizierter Form. Nachdem ich in der ersten Runde v.a. allgemein über Nutzung und Plattformen gesprochen habe, soll es jetzt konkreter werden. Wie sieht Medienalltag bei anderen aus? Hierzu hat SCHAU HIN! bereits das Hashtag #Medienmomente etabliert.

#Medienmomente kann und soll von allen auf allen Plattformen benutzt werden, um ein Guckloch in ihre eigene Welt zu bieten. Wie gehen Familien mit digitalen Medien um? Was wird wann erlaubt? Was wird konsumiert etc.? Gesammelt findet ihr alles zu #Medienmomente auf dem Social Media Hub „Medien erleben“.

Genau diesen und einigen anderen Fragen wird sich die Fortsetzung meiner Kooperation mit SCHAU HIN! zuwenden. An dieser Stelle nochmal zur Transparenz: Meine Kooperation mit SCHAU HIN! ist bezahlt, jedoch werden mir keine inhaltlichen Vorgaben gemacht. Es wird nichts beworben. Mir ist eine Kennzeichnung in Abgrenzung zu meinen privaten Posts dennoch wichtig. Deswegen steht über der Let’s talk Serie [Anzeige].

Freut euch also auf die kommenden Beiträge. Es werden weiterhin die Vorteile, die (neue) Medien mit sich bringen, im Vordergrund stehen, weil Risiken und Gefahren durch Kulturpessimisten aller Ausrichtungen zu genüge beklagt werden.


Staffel 1 Let’s talk

Teil 1 von Let’s talk: Nicht wie lange sondern was
Teil 2 von Let’s talk: Messenger
Teil 3 von Let’s talk: Computerspiele
Teil 4 von Let’s talk: YouTube
Teil 5 von Let’s talk: Fernsehen und Streaming-Dienste
Teil 6 von Let’s talk: Hörwelten
Teil 7 von Let’s talk: Augmented Reality und Virtual Reality
Teil 8 von Let’s talk: Programmierbares Spielzeug zu Weihnachten?
Teil 9 von Let’s talk: Mitbestimmung beim Medienkonsum
Teil 10 von Let’s talk: Nutzung digitaler Medien nach Alter

[Anzeige] Let’s talk – Nutzung digitaler Medien nach Alter

Digitale Medien
Pixelkult @Pixabay

Gemeinsam mit SCHAU HIN! habe ich eine kleine Serie zum Thema Kinder und digitale Medien gestartet.

Im Zentrum meiner Serie sollen die Chancen, die (neue) Medien mit sich bringen, stehen und ich will beschreiben, wie wir als Familie im Alltag damit umgehen und gerne auch von Euch hören, wie ihr den Alltag mit Kindern und digitalen Medien gestaltet.

Risiken und Gefahren werden durch Kulturpessimisten aller Ausrichtungen zu genüge beklagt. Viele Eltern reagieren mit Unsicherheit und statt sich mit den einzelnen Themen auseinanderzusetzen, wird schnell mal ein Verbot verhängt.

Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass Verbote in Sachen Medienkonsum nichts bringen. Deswegen versuche ich mit meinen Kindern im Gespräch zu bleiben und Lösungen zu erarbeiten, die für uns beide alle passen. Das ist auch der Grund warum ich die Serie Let’s talk nenne.

Im zehnten Teil geht es um: Altersgerechte Mediennutzung

Theorie und Praxis

Wenn man ein bisschen googelt, stößt man schnell auf unterschiedlichste Studien, die v.a. im Kleinkindalter vom Gebrauch sämtlicher digitaler Medien abraten.

Beim ersten Kind mag völlige Enthaltsamkeit theoretisch noch umsetzbar sein. Das gilt zumindest sofern man die eigenen Geräte in Anwesenheit des Kindes nicht benutzt. Schaut man selbst ständig ins Telefon oder Tablet und tippelt rum, hält das Kleinkind das besagte schwarze Dings für eine höchst interessante Sache und möchte natürlich mitmachen.

Dem selben Phänomen steht man gegenüber, wenn es ältere Geschwisterkinder im Haushalt gibt.

Sobald die fernsehen dürfen oder mit irgendwelchen Apps spielen, ist es völlig utopisch das jüngere Geschwisterkind von den entsprechenden Geräten fernzuhalten.

Wenn man nachmittags alleine mit den Kindern ist, geht eben nicht beides: das eine Kind beim Medienkonsum begleiten und gleichzeitig das andere vom Medienkonsum fernhalten.

0 bis 2 Jahre

Tatsächlich denke sogar ich, dass man die ersten beiden Lebensjahre im Grunde gar nichts mit digitalen Medien machen muss. Dem Kind fehlt nichts und es verpasst auch nichts. Der Rest der Welt ist so interessant, dass es sich erstmal daran probieren darf. Das wortwörtliche Begreifen hat Vorrang.

Ausnahme, wie weiter oben beschrieben – ältere Geschwisterkinder – dann machen die Kleinsten in der Regel, was die größeren machen: begleitet die Medienwelt erleben.

3 bis 6 Jahre

Die U9 Studie des „Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet“ fasst es ganz gut zusammen: „Die Frage nach dem Ob ist in der Praxis abgehakt und realitätsfremd. Kinder bewegen sich bereits autark in der digitalen Welt. Rund 1,2 Millionen 3- bis 8-Jährige sind regelmäßig online. Kinder, die noch nicht lesen und schreiben können, erkennen entsprechende Symbole, die ihnen den Aufruf von Webangeboten ermöglichen.“

In konkreten Zahlen: Von den 6-Jährigen geht fast ein Drittel ins Internet, und bei den 3-Jährigen ist es schon jedes zehnte Kind.

Ein erfreuliches Ergebnis der oben zitierten Studie: Ob Kinder Zugang zu digitalen Medien haben oder nicht, ist […] weitgehend unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Das halte ich deswegen für wichtig, weil der Zugang zu digitalen Medien eine zentrale Rolle beim Kompetenzaufbau spielt.

Mein Tipp für die Altersgruppe 3 bis 6 würde dennoch lauten: gelegentlich und wohldosiert sowie nach Möglichkeit begleitet.

Meiner Erfahrung nach brauchen die Kinder in dieser Altersstufe auch noch gar nicht so viel Abwechslung. Hundert mal das selbe Conni-Hörspiel hintereinander, dutzende Male die selbe Folge Biene Maja oder nur die eine lustige App – das reicht in der Regel völlig. Wir sind (zu meinem persönlichen Leid) mit drei DVDs durch diese Jahre gekommen.

Kinder in diesem Alter leiten aus dem Aufbau eines stabilen Erwartungshorizontes Kompetenzempfinden ab. Wenn sie genau vorhersagen können, was als nächstes passiert, hat das einen positiven Effekt auf ihr Selbstbewußtsein.

Nicht umsonst sind so furchtbar eintönige Kinderheldinnen wie Conni so weit verbreitet. Egal welche Folge, Conni erlebt irgendwas und wird dann Erste, Beste und Beliebteste. Das weiß ein vierjähriges Kind schon am Anfang der Geschichte und freut sich auf genau diesen Ausgang.

Altersangaben für Apps sowie für Computerspiele und Filme bieten auf jeden Fall eine gute Orientierung. In einigen Plattformen (z.B. Netflix und Deezer) kann man die Inhalte ab 16 aus der Suche des Kinderaccounts ausschließen. Ähnliche Filtermechanismen gibt es auf allen möglichen Betriebssystemen bzw. App-Stores. Davon machen wir zum Teil Gebrauch, so stoßen die Kinder in dem Alter nicht arglos auf völlig unangemessene Inhalte.

Was man dem Kind am Ende zumuten kann und möchte, sollte man als Erwachsene dennoch durch Selbsttest prüfen. Meine Kinder sind z.B. was Filme mit echten Menschen angeht, sehr sensibel. Abgesehen von etalblierten Formaten wie z.B. „Sendung mit der Maus“ schauen sie tatsächlich kaum etwas ohne einen Erwachsenen.

digitale Medien
SchoolPRPro @Pixabay

7 bis 10 Jahre

Mit steigender Lese- und Schreibkompetenz sinkt der elterliche Einfluss – so jedenfalls meine Erfahrung. V.a. dann wenn Kinder bereits eigene Endgeräte nutzen.

In der Übergangsphase finde ich es gut, wenn Kinder ihre Endgeräte nicht alleine in ihrem Zimmer, sondern in meiner Anwesenheit nutzen. So muss ich nicht die ganze Zeit parallel auf den Bildschirm schauen, bekomme aber die Emotionen der Kinder mit und sie haben mich als Ansprechpartnerin parat.

Die Spiele, die die Kinder regelmäßig spielen wollen, lasse ich mir ausführlich zeigen. Die Kinder berichten mit großem Enthusiasmus davon. Sie haben auch Spaß daran, den Eltern etwas zu zeigen. Meiner Wahrnehmung nach nutzen sehr wenige Eltern diese Kommunikationsmöglichkeit.

Mein Kind 2.0 spielt gerne Spiele, die ich aufgrund der In-App-Käufe und diverser anderer Spielmechanismen (es muss nach Zeit xy geerntet werden) nicht gerade toll finde. Dennoch kann es mir seine Begeisterung ausreichend darlegen und auch dem Drang widerstehen sich bestimmte Dinge dazuzukaufen. Also höre ich lieber zu, erkläre auch meine Bedenken, werte aber das Spiel nicht grundsätzlich als doof, hohl oder Schwachsinn ab. Entsprechende Bewertungen höre ich wirklich oft auf Elternabenden zum Thema Mediennutzung. Wenn man mal nachfragt, ob die Eltern entsprechende Spiele selbst auch nur 10 Minuten mal gespielt haben oder ob sie mit ihren Kindern über deren Beweggründe geredet haben, kommt oft nur ein Abwinken, es sei allgemein bekannt, dass die App/das Spiel XY doof sei. Die Kinder spielen diese Sachen dann heimlich. Bei anderen Freunden oder nach Unterrichtsschluss oder sie gehen irgendwohin, wo sie WLAN haben können und es kuschelig ist – z.B. in die nächste Bibliothek – und spielen da weiter. Das einzige was man durch solche Abwertungen und Verbote erreicht, ist meiner Meinung nach eine schrittweise Entfremdung vom Kind. Ich hoffe, ich kann noch lange der Versuchung widerstehen, meine eigenen Empfindungen und Einschätzungen als die einzig gültigen zuzulassen.

11 bis 13 Jahre

Spätestens jetzt zeigt sich, ob man zu den Kindern eine vertrauensvolle Beziehung bezogen auf den Medienkonsum aufgebaut hat oder ob sich die Kinder langsam entziehen und man sowieso nicht mehr mitbekommt was die Kinder eigentlich im Netz machen.

Wie in vergangenen Artikeln beschrieben halte ich nichts von Verboten und unbeweglichen Regeln was den Medienkonsum angeht. Wir setzen uns lieber zusammen und besprechen, wann der richtige Zeitpunkt ist z.B. Computerspiele zu spielen, Serien zu streamen oder sich im Klassenchat Sprachnachrichten hin und herzuschicken. Ob es dann dreißig Minuten oder vier Stunden am Tag sind, ergibt sich aus dem Kontext.

Was die Plattformen angeht: Oft verlangen die AGB ein Mindestalter von 13, um überhaupt einen eigenen Account einzurichten.

Es sollten bis zu diesem Alter schon wesentliche Themen diskutiert sein: Wie schütze ich meine Privatsphäre? Was ist Cyber-Mobbing? Wo findet man ggf. Hilfe? Wie gehe ich mit Fotomaterial um? Was sind sichere Passwörter?

Gut ist es auch, wenn man mit den Kindern einen Weg gefunden hat, das Interesse an digitalen Medien vom ausschließlichen Konsum Richtung kreative Nutzung im Sinne von selbst Inhalte produzieren lenken konnte.

Älter als 13 Jahre

digitale Medien
natureaddict @Pixabay

Auch hier lohnt es sich mal Studienergebnisse anzuschauen. Die U25 Studie des „Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet“ z.B. liefert ganz interessante Einsichten:

  • 98 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nutzen das Internet.
  • Es wird kaum noch zwischen On- und Offline-Zeiten getrennt. Das Smartphone ist der Begleiter für alle Lebenslagen.
  • Internet-Nutzung wird mit zunehmendem Alter zum integralen Bestandteil des Alltags. Für Kinder heißt das vor allem Spielen. Der Fokus verschiebt sich allmählich hin zur Dauerkommunikation über Online-Communitys und Messaging-Dienste. Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Kommunikation mit Freunden die wichtigste Facette der Internet-Nutzung geworden.
  • Die Bedeutung von Facebook-Freunden wird offensichtlich meist falsch dargestellt. Laut unserer Studie unterscheiden die Befragten sehr deutlich zwischen Online-Freunden, persönlichen Bekannten und echten engen Freunden.

Auch gibt die Studie meinen Eindruck in Sachen Medienkompetenz der Eltern in Bezug auf Glaubwürdigkeit wieder:

„Eltern scheinen in einer, zum Teil dauerhaften, Alarmbereitschaft mit Blick auf die Internet-Nutzung ihrer Kinder zu sein – häufig jedoch ohne zu wissen, was genau zu tun wäre. Diese Unsicherheit nehmen letztlich auch die oft schon größeren Kinder wahr: Eltern können oft nur schwer vermitteln, warum sie beständig zur Vorsicht im Umgang mit dem Internet mahnen. Solange die Kinder noch klein sind, akzeptieren sie bis zu einem gewissen Alter die gesetzten Regeln, auch wenn sie nicht nachvollziehen können, warum bestimmte Dinge verboten und andere erlaubt sind. Spätestens ab 14 Jahren betonen die Jugendlichen jedoch, dass ihnen die pauschalen Warnungen der Eltern nicht viel bedeuten und sie sich als deutlich überlegen hinsichtlich ihrer Internet-Kompetenz fühlen.“

Umso wichtiger finde ich, dass man über alle Altersstufen hinweg gemeinsam mit den Kindern die digitalen Welten erkundet. Das hilft am Ende auch den Erwachsenen entsprechende Medienkompetenz aufzubauen und dann auch im zunehmenden Alter der Kinder weiterhin als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen zu werden.


Wie alt sind eure Kinder und was nutzt ihr? Habt ihr bestimmte Tipps bezogen auf das Alter der Kinder? Wie geht ihr mit dem Thema Geschwisterkinder um?

Kommentiert einfach hier, teilt eure Medienmomente auf Instagram, bloggt selbst darüber, twittert oder schreibt darüber auf Facebook. Wenn ihr euren Beiträge mit dem Hashtag #medienmomente markiert, können sie später eingesammelt und geteilt werden.

Weiterführende Links

Weitere Themen der Serie

Teil 1 von Let’s talk: Nicht wie lange sondern was
Teil 2 von Let’s talk: Messenger
Teil 3 von Let’s talk: Computerspiele
Teil 4 von Let’s talk: YouTube
Teil 5 von Let’s talk: Fernsehen und Streaming-Dienste
Teil 6 von Let’s talk: Hörwelten
Teil 7 von Let’s talk: Augmented Reality und Virtual Reality
Teil 8 von Let’s talk: Programmierbares Spielzeug zu Weihnachten?
Teil 9 von Let’s talk: Mitbestimmung beim Medienkonsum

[Anzeige] Let’s talk – Sollen Kinder Medienkonsum mitbestimmen?

Sehen so Kinder aus, die ihren Medienkonsum selbst bestimmen? (Bild Kind 3.0)

Gemeinsam mit SCHAU HIN! habe ich eine kleine Serie zum Thema Kinder und digitale Medien gestartet.

Im Zentrum meiner Serie sollen die Chancen, die (neue) Medien mit sich bringen, stehen und ich will beschreiben, wie wir als Familie im Alltag damit umgehen und gerne auch von Euch hören, wie ihr den Alltag mit Kindern und digitalen Medien gestaltet.

Risiken und Gefahren werden durch Kulturpessimisten aller Ausrichtungen zu genüge beklagt. Viele Eltern reagieren mit Unsicherheit und statt sich mit den einzelnen Themen auseinanderzusetzen, wird schnell mal ein Verbot verhängt.

Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass Verbote in Sachen Medienkonsum nichts bringen. Deswegen versuche ich mit meinen Kindern im Gespräch zu bleiben und Lösungen zu erarbeiten, die für uns beide alle passen. Das ist auch der Grund warum ich die Serie Let’s talk nenne.

Im neunten Teil geht es um: Mitbestimmung beim Medienkonsum

Kinder den Medienkonsum selbst bestimmen lassen. Geht das?

Ich hatte bereits darüber geschrieben, dass ich nicht so viel davon halte, wenn man Kindern feste Zeitvorgaben macht, was die Mediennutzung[1] angeht. Vor allem dann nicht, wenn Kinder erschaffend und nicht rein konsumierend unterwegs sind.

Auch generell bin ich eher sorglos was den Medienkonsum angeht.
Für mich ist wichtig, dass die Kinder ihre alltäglichen Pflichten erledigen. Das umfasst kleine Dinge wie Brotdose nach der Schule in die Spüle stellen bis hin zur Erledigung der Hausaufgaben.

Sind diese Themen abgehakt, findet Freizeit statt. Ähnlich wie beim Taschengeld, gilt für mich hier die Regel der Selbstbestimmung.
Beim Taschengeld bestimme ich nicht mit für was es ausgegeben wird. Wenn sich die Kinder vom Taschengeld ausschließlich zuckertriefenden Quatsch kaufen, halte ich meine Aber-die-gesunde-Ernährung-Monologe-Einself ausschließlich im Stillen.

Für die Freizeit gilt grob dasselbe.
Grob – weil es natürlich einen Rahmen gibt. Die Kinder sollten sich altersgerechte Beschäftigungen suchen zum Beispiel. Wenn aber der Rahmen stimmt, möchte ich eigentlich nicht reinreden und werten. Exzessives (Computer)spielen in den Ferien halte ich zum Beispiel nicht für bedenklich.
Ich bin ganz ehrlich, ich bin in der kommenden Weihnachtszeit ohne weitere Verpflichtungen (und auch ohne Kinder) – meine Freizeit stelle ich mir deswegen höchst unpädagogisch wie folgt vor: ich sitze in Jogginghose vor dem Fernseher und ziehe mir an einem einzigen Tag die neue Staffel Black Mirror rein. Wahrscheinlich bestelle ich mir Pizza und wenn es richtig krass kommt, trinke ich COLA!

Es ist für mich deswegen völlig verständlich, wenn (m)ein Kind eine ähnliche Vorstellung von Ferien hat.
Wenn es von früh bis spät das neue Zelda spielen wöllte – was sollte ich dagegen sagen?

Medienkonsum
Verbote werden meist sowieso nicht eingehalten, da kann man sie sich auch sparen/Foto debbienews @pixabay

Selbständige Kinder – Mama’s Traum

Generell schätze ich selbständige Kinder sehr.
Wenn ich meine Kinder frage: „Was mag die Mama am liebsten???“ (wenn man Mutter wird, dann wird man leicht verrückt und spricht von sich selbst in der 3. Person…) antworten sie mit rollenden Augen im Kanon: „Selbständige Kinder!“

Deswegen ist es mir wichtig, dass Kinder eigene Entscheidungen treffen und wir gemeinsam Rahmen und Regeln besprechen. Das gilt für den Medienkonsum genauso wie für andere Themen. Ich möchte deswegen nicht festlegen: Du darfst pro Tag 20 min Computerspielen/fernsehen/am Handy daddeln.

Vielmehr möchte ich, dass wir vereinbaren, wann die richtige Zeit ist diesen Tätigkeiten nachzugehen und wann nicht.
Starre Regeln finde ich unpassend. Das gilt im übrigen nicht nur für den Konsum digitaler Medien. Mein Bücherwurm-Kind muss den Umgang mit dem Lesedrang auch lernen. Es muss lernen, dass es unter der Woche im Lichte der Schulpflicht nicht OK ist, bis 22 Uhr zu lesen. Es soll aber auch wissen, dass es in den Ferien lesen kann bis die Augen zufallen. Es soll verstehen, dass es gefährlich ist während des Laufens auf dem Weg in die Schule zu lesen, dass die Risiken sich beim U-Bahn-Lesen jedoch in Grenzen halten.

Es wird also diskutiert und ausprobiert und ggf. wird der Rahmen nochmal angepasst. Zum Beispiel weil das Kind älter geworden ist, weil es eine begründete Ausnahme gibt oder weil ein lang erwartetes Spiel rausgekommen ist, das unbedingt ausprobiert werden muss.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Kinder Entscheidungen, die sie selbst treffen können, viel besser tragen als Entscheidungen, die man ihnen einfach vorsetzt (was nicht sooo verwunderlich ist, denn Kinder sind Menschen und ich glaube, diese Aussage trifft generell auf Menschen zu – egal welches Alter sie haben).

Was wenn die Kinder sich nicht an die Vereinbarungen halten?

Medienkonsum
Was wenn es nicht klappt mit den Vereinbarungen?/Foto ErikaWittlieb @pixabay

Klingt alles super, oder?
Klappt das immer?




Leider nein.
Haben meine Kinder schonmal nach 21 Uhr gelesen obwohl Schlafenszeit ist? Ja!
Haben meine Kinder schonmal nicht altersgemäße Computerspiele gespielt, obwohl wir die Vereinbarung hatten, dass die USK Altersvorgaben gelten? Ja.
Haben meine Kinder schonmal Handyspiele gespielt bevor sie Hausaufgaben gemacht haben? Ja.
War ich schonmal genervt, weil ein Kind aufgrund hohen Spielkonsums Kacklaune hatte? Ja.

Folgt daraus, dass ich einschränke und verbiete?
In der Regel nicht.

Meistens bekommen die Kinder dann einen ermüdenden Vortrag über unsere Vereinbarungen. Dieser Vortrag enthält mindestens die Punkte
Pflichten und Rechte – das eine nicht ohne das andere – und wir versuchen wieder zu einer Auffrischung der Vereinbarung zu kommen.

Ich glaube, es ist für die Kinder elementar wichtig zu sehen, dass es Ausnahmesituationen gibt, in denen der Konsum hochgefahren werden kann, wenn es gerade Spaß macht, weil es ihnen dann leichter fällt, sich dann zu zügeln, wenn es eben nötig ist. Im übrigen gilt auch hier: An die eigene Nase packen. Fragt mal eure Kinder wie sie euren Medienkonsum finden.

Meine Handynutzungszeiten wurden auch schon reguliert und ich bin zu der Einsicht gekommen, dass die Kinder völlig recht haben. Genauso kritisch sehen die Kinder übrigens den Fernsehkonsum der Großeltern. Jede Generation scheint ein eigenes Suchtmedium zu haben und 20 Jahre später schüttelt der jeden Abend Fernseh schauende Großvater den Kopf über den ständig am Handy rumtippenden Enkel.
So scheint der Lauf der Dinge zu sein.

Warum sich manche nicht erinnern können, dass die eigenen Eltern und Großeltern vom Kultur- und Sittenverfall predigten, wenn sie in ihrer Kindheit bestimmte Dinge taten, die es in der Generation davor noch gar nicht gab, ist mir schleierhaft. Ich kann und mag deswegen an bestimmten Diskussionen mit anderen Eltern nicht mehr teilnehmen.

Ewiges Thema ist ab einem gewissen Alter der Handykonsum der Kinder.
Plakativ gesprochen, echauffieren sich Eltern, die ihren Kindern Handys komplett verbieten, gerne über den Handykonsum anderer Kinder. Um ihre Kinder weiterhin vom Handy fernzuhalten, sprechen sie sich für generelle Handyverbote aus. In meiner Wahrnehmung können sich Kinder, denen sehr lange Handykonsum generell verboten wird, sehr schlecht regulieren und sind dann, wenn sie mal ein Handy zur Verfügung haben, wirklich kaum ansprechbar und wie hypnotisiert.

Ähnliches Verhalten kenne ich von meinen Kindern wirklich kaum.
Natürlich spielen sie gerne mal extensiv irgendwelche Spiele oder schauen drei Folgen Dino-Dana am Stück – viel häufiger kommt jedoch vor, dass sie anfangen sich zu langweilen und dann lieber mit mir oder ihren Freundinnen und Freunden spielen wollen.

Eine Frage des Alters…

Tatsächlich hängt sehr viel im Umgang mit den Medien vom Alter der Kinder ab. Meine Kinder sind schon lange Schulkinder und da sieht es natürlich anders aus als bei Kindergartenkindern. Kindergartenkinder würde (und hab ich) immer im Medienkonsum begleiten. Grundschulkinder können gerne alleine bestimmte Dinge ausprobieren, aber da würde ich den Computer z.B. ins Wohnzimmer und nicht ins Kinderzimmer stellen. Wichtig ist für mich das Teilen hinterher. Wenn mein Kind z.B. zwei Stunden am Stück einen Film schaut oder Minecraft spielt, ist die mündliche Zusammenfassung am Ende ungefähr genauso lang. Kinder brauchen diesen Dialog jedoch, um das Gesehene zu verarbeiten und mir als Mutter hilft es, zu verstehen, was an der jeweiligen Beschäftigung so aufregend ist.

Älteren Kindern erlaube ich auf jeden Fall digitale Medien ohne meine Aufsicht zu benutzen. Bis es soweit ist, hat sich hoffentlich entsprechendes Verständnis und Vertrauen aufgebaut.

Toleranz und Offenheit schützt die Kinder

Medienkonsum
Wie sollen Kinder mit ihren Eltern reden, wenn sie etwas verbotenes getan haben und dabei in Schwierigkeiten gekommen sind?/Foto Riala @pixabay

Was ich außerdem über die Maßen schätze, ist die Offenheit meiner Kinder. Ich glaube, weil es in Mediensachen keine Verbote gibt, teilen sie mit mir alles. Sie erzählen mir, was sie spielen oder schauen – auch wenn es etwas ist, von dem sie wissen, dass sie es eigentlich nicht machen sollen.

Die Versuchung in einer Peergroup ist manchmal einfach zu groß.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind z.B. mal die Gremlins geschaut habe, obwohl ich wusste, dass ich das nicht darf und obwohl ich auch wußte, dass ich  mich gruseln würde. Tatsächlich konnte ich volle zwei Wochen danach kaum schlafen, weil ich Angst hatte, dass in meinem Zimmer irgendwo Krümel rumliegen, die ein zufällig vorbei kommender Mogwei nach Mitternacht essen könnte.
Hätte ich zu meinen Eltern ein gutes Verhältnis gehabt, das nicht hauptsächlich durch Verbote geprägt war, hätte ich mich trösten und beschützen lassen können.

Das ist jedenfalls was ich meinen Kindern bieten möchte: Ich möchte immer Ansprechpartnerin sein – auch wenn sie mal was tun, was sie eigentlich nicht sollen. Wie soll ich sonst mit Ängsten umgehen oder wie soll ich eingreifen, wenn sie im Internet blöde Erfahrungen machen (oder per WhatsApp Mobbing erfahren)? Diese Offenheit kann ich meiner Meinung nach nur erreichen, wenn ich Medienkonsum gemeinsam mit meinen Kindern bespreche und wir uns gemeinsam zu dem wann und was einigen.

In Erziehungsratgebern wird ja gerne die Konsequenz hochgehalten. Persönlich glaube ich zu viel Konsequenz macht Kindern zu Prinzipienreitern und Zwangsneurotikern. Mir ist die Einzelfallbetrachtung wichtiger. Es ist oft anstrengend, aber ich lasse mich durch gute Argumente meiner Kinder gerne überzeugen – auch was Menge und Art des Medienkonsums angeht.

Wie seht ihr das?  Lasst ihr eure Kinder (mit)bestimmen? Macht ihr Ausnahmen? Was befürchtet ihr, wenn ihr eure Kinder in den Ferien 6 Stunden am Stück Computer spielen lasst? Besprecht ihr einen Rahmen oder trefft ihr konkrete Entscheidungen?

Kommentiert einfach hier, teilt eure Medienmomente auf Instagram, bloggt selbst darüber, twittert oder schreibt auf Facebook. Wenn ihr eure Beiträge mit dem Hashtag #medienmomente markiert, können sie später eingesammelt und geteilt werden.

Weiterführende Links

Teil 1 von Let’s talk: Nicht wie lange sondern was
Teil 2 von Let’s talk: Messenger
Teil 3 von Let’s talk: Computerspiele
Teil 4 von Let’s talk: YouTube
Teil 5 von Let’s talk: Fernsehen und Streaming-Dienste
Teil 6 von Let’s talk: Hörwelten
Teil 7 von Let’s talk: Augmented Reality und Virtual Reality
Teil 8 von Let’s talk: Programmierbares Spielzeug zu Weihnachten?

 

[1] Mit Medienkonsum meine ich nicht nur Computerspiele und alles, was man mit dem Handy zu tun hat, sondern auch YouTube, Fernsehen und Streamingdienste und alle sozialen Plattformen. Die Computerspiele habe ich nur exemplarisch herangezogen, weil ich den Eindruck habe, dass die meisten Eltern hier besondere Ängste haben.