Linkempfehlungen

Diese Woche hatte ich einige Tage kinderfrei. Das hat mir die Möglichkeit gegeben brav meine ganze aufgeschobene Hausarbeit nachzuholen und dabei Podcasts zu hören und viele Artikel im Internet zu lesen. Einige davon möchte ich teilen:

Lila Podcast über Sex

Barbara und Katrin sprechen über Sex und was da in unserer Gesellschaft falsch läuft. Ich stimme bei vielen Sachen zu und wie beim Thema Selbstliebe (irgendwie hängt das ja zusammen), würde ich mir wünschen, dass bei meinen Kindern rund 15 Jahre früher der Groschen fällt.

Lila Podcast Teil 52: Die besten Pornos laufen in unserem Kopfkino

Krachbumm über schmerzende Muttertage

Diese Woche kam wieder der Krachbumm-Newsletter. Wer ihn noch nicht abonniert hat – nachholen. Es fällt schwer einen der vielen Links rauszufischen und hervorzuheben, denn ich finde in der Regel alles interessant.

Nahe ging mir der Beitrag zum Thema Muttertag, der hinter die heile Welt Fassade zu den (erwachsenen) Kindern schaut, die nicht mit einer Mutterfigur aufgewachsen sind, wie man sie sich vielleicht wünscht. Nichts für zarte Gemüter ist der darin verlinkte Beitrag von essentialunfairness „Freiwillig verwaist“ – aber auch das ist Realität und sollte nicht unausgesprochen bleiben.

Über Vaterschaft

Seit ich mich über offensive Väter und die Spitzenväter aufgeregt habe, bin ich auf der Suche nach „guten Vätern“. Nach Vätern, die nach meinen höchst subjektiven Bewertungskriterien vorbildhaft sind. Ich habe deswegen diverse Google Alerts laufen und durchforste Twitter immer wieder nach Stichworten wie „Vaterzeit“ oder „Elternzeit Mann“ und werde ab und an fündig.

In „Warum ich mit meinen Kindern lieber am Spielplatz bin“ z.B. schreibt ein Vater warum er sich für die Elternzeit und gegen seine Arbeit entscheidet. Der Text hat mich sehr berührt. Ich habe ja die These, dass die meisten Männer das nicht können, weil die 60-Stunden-Woche, der Büroanwesenheitskult und das Karriereideal so sehr zu ihrer Definition von Männlichkeit gehört, dass sie nicht davon ablassen können.

Entgegen all ihrer guten Vorsätze und Gedanken siegt am Ende eines jeden Tages doch immer wieder das Büro. Nicht so hier:

Bei jeder Wahl entscheide ich mich für etwas. Aber ich entscheide mich auch bewusst oder unbewusst gegen etwas

[…]

Wenn ich wählen würde, dass meine Kinder mich nur eine Stunde vor dem Einschlafen sehen, würde ich gleichzeitig – bewusst oder unbewusst – wählen, dass meine Kinder mich den Rest des Tages nicht sehen.

[…]

Du hast keine andere Wahl? Der Ratenkredit für das »Eigenheim« muss bedient werden? Das neue Auto will bezahlt sein. Wer aber hat das Auto gekauft? Wer hat sich den Darlehensvertrag unterschrieben? So schwer es fällt, sich das einzugestehen: Unser Leben besteht zum überwiegenden Teil auf Entscheidungen, die wir selbst irgendwann getroffen haben.

[…]

Ich selbst messe mich an »meinem« kategorischen Imperativ: Handle nur so, wie Du es selbst erleben wollen würdest. Ich für meinen Teil hätte es schön gefunden, wenn mein Vater immer da gewesen wäre – anstatt auf der Arbeit zu sein, um Karriere zu machen.

Und ja, ich habe gelesen, dass es hier um einen Selbständigen geht und nein, ich glaube nicht, dass die es einfacher haben und mal abgesehen davon, auch den Arbeitgeber sucht man sich selbst aus.

In der aktuellen Weisheit spreche ich übrigens über ein anderes Beispiel: Einen Beitrag in einer Väterzeitschrift, die in der ersten Ausgabe unerträglich war und jetzt zumindest insgesamt OK zu lesen war. Es gab dort sogar einen Beitrag, der mir sehr gut gefallen hat. Hier sprechen Männer einfach über ihre Teilzeitarbeitsmodelle und wie sie das für sich und ihre Familien nutzen.

Schön zum Thema Väter passt auch die Buchankündigung „Swedish Dads“

This photo essay is based on portraits of dads who belong to that small percentage who choose to stay at home with their child for at least six months.

With this project, I want to find out why these men have chosen to stay at home so much longer than the majority of Swedish dads. What has it done for them, how have their relationships with their partner and their child changed, and what expectations did they have before taking parental leave?

Was die Bilder zeigen: wunderbar, völlig unspektakuläre Alltagsszenen und genau das finde ich so schön. Elternsein ist nicht spektakulär – auch nicht für Männer. Es ist einfach Alltag – meistens ohne Applaus, Dank und Pressemeldung.

Auch in den USA, die strukturell sehr weit hinter den europäischen Möglichkeiten von Elternzeit stehen (wir reden hier über durchschnittlich 2 bis 6 Wochen!), zeigt sich langsam, dass es für alle einen Vorteil bringt, wenn Väter in Elternzeit gehen „Daddy Track: The Case for Paternity Leave„:

It makes men more involved at home, women more involved at work, and workplaces friendlier for all parents.

[…]

But here’s what men may not realize: While paid paternity leave may feel like an unexpected gift, the biggest beneficiaries aren’t men, or even babies. In the long run, the true beneficiaries of paternity leave are women, and the companies and nations that benefit when women advance. In October, the World Economic Forum released its latest global gender-gap report, showing that countries with the strongest economies are those that have found ways to further women’s careers, close the gender pay gap, and keep women—who in most nations are now better educated than men—tethered to the workforce after they become mothers. One strikingly effective strategy used by the highest-ranking countries is paternity leave, which, whatever else it may accomplish, is a brilliant and ambitious form of social engineering: a behavior-modification tool that has been shown to boost male participation in the household, enhance female participation in the labor force, and promote gender equity in both domains.

Ich bin auch auf ältere Beiträge zum Thema Vaterschaft gestoßen, die meiner Meinung nach immer noch aktuell sind. Es geht z.B. um den Beitrag „Land ohne Väter“ aus dem Demografie-Blog. Der Beitrag ist von 2012 (!), allerdings enthält er einige sehr wichtige Aspekte. Nachdem die Zahlen genannt sind, kommt natürlich der Hinweis, dass ja viele Männer gerne mehr beitragen wollten, durch die Rahmenbedingungen aber nicht können.

Die Zahlen belegen, dass die Umsetzung von Gleichberechtigung in unserem Land weiterhin eine Katastrophe ist. Mit Blick auf die Männer wird sehr gerne der Soziologe Ulrich Beck zitiert: Das starke Geschlecht zeige „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“. Klingt einleuchtend, so einfach ist es aber nicht.

Ich glaube nicht, dass Männer nicht mehr beitragen wollen. Es gibt nur sehr vieles, was sie daran hindert: Der Chef, die Angst, die Familie nicht ernähren zu können (und dies als Mann tun zu müssen), die Sorge, vor den Freunden als Weichei dazustehen,… Letztlich ist der Umbruch, den wir wollen, wenn wir mehr Geschlechtergleichheit fordern, ein tiefgreifender kultureller Umbruch.

Die Frage muss also sein, wie wir die Kultur weiter entwickeln.

Hinter den letzten Satz möchte ich hundert Ausrufezeichen setzen. Und dann möchte ich so wie ich es bei The Good Wife oft wollte, wie ein Seelöwe in die Hände klatschen:

Als Mann frage ich mich: Jungs, sollten wir nicht ein bisschen beherzter selbst definieren, was Männlichkeit für uns in diesem Zusammenhang bedeutet? Könnte dazu nicht auch der Mut gehören, den Chef vor vollendete Tatsachen zu stellen, und so viel Vaterzeit zu nehmen, wie wir wirklich wollen? Und wenn der Arbeitgeber uns wirklich rausschmeißen sollte, weil wir Papa werden: Das Selbstbewusstsein uns zuzutrauen, einen neuen, vielleicht noch besseren Job zu finden (weil wir nämlich wer sind und was können)?

Gerne gelesen habe ich auch den Lessons Learned Beitrag eines Vaters, der sechs Monate in Elternzeit war. Er resümiert:

Paternity leave has been an amazing experience, and I recommend it highly. Traditionally, fathers are expected to support their child by financial means: going to work and bringing home cash. The truth is, newborns are not expensive. Taking care of your baby is an experience worthy of a short-term cut in salary. For me it was inspiring, lonely, invigorating, frustrating, wonderful and stressful all at the same time.

Mir gefällt hier der Vergleich, der zwischen Elternschaft und Laufen gezogen wird. Der Autor schreibt, alles was Väter so nebenher machen, wenn sie abends von der Arbeit kommen, gleicht eher einem Sprint. Wenn man dann aber wirklich Vollzeit und alleine für das Kind verantwortlich ist, dann fühlt es sich eher an wie ein Marathon. Dabei betont er, dass einen Marathon laufen etwas anderes ist, als vom Sofa aus einen Marathon im Fernsehen zu beobachten. Ein großartiges Bild, denn ich glaube, viele Männer, die diese Erfahrung nie machen, summen leise im Kopf „Das bisschen Haushalt…“(aka „Das bisschen Marathon…“) und fragen sich, warum ihre Frauen abends eigentlich immer so erschöpft sind, wo sie doch nur mit den Kindern abhängen.

Drei Links

Drei Links, die nichts miteinander zu tun haben, die ich dennoch gerne teilen möchte.

iMom

Der Kurzfilm iMom hat keine überraschende Handlung, ist dennoch sehenswert.

The iMom from Ariel Martin on Vimeo.

Kinder auf Konzerten

Der Text „Ein Plädoyer dafür Kinder zu Konzerten mitzunehmen“ hat mir sehr gefallen.

Dabei suche ich nicht nach Ereignissen die inhaltlich auf Kinder ausgerichtet sind, sondern wähle vor Allem Veranstaltungen, die zu (relativ) kinderfreundlichen Zeiten stattfinden. So waren meine großen Kinder in den letzten Jahren auf einem schwedischen Chorkonzert, bei einer norwegischen Veteranen-Blaskapelle, isländischem Vokal-Jazz, diversen Konzerten mit klassischer Musik, bei norwegischen Volksmusikgruppen, schwedischer Balkanmusik und bei dem fulminanten Konzert einer isländischen post-rock Band (in einer Kirche).

Ich handhabe das ähnlich. Ich glaube, das hat dazu geführt, dass ich mich z.B. durch die Geburt meiner Kinder nie so richtig eingeschränkt gefühlt habe, weil ich sie immer gerne mit zu allen möglichen Veranstaltungen nehme, die mich interessieren. Im ersten Lebensjahr z.B. habe ich mir eine Jahreskarte für die Berliner Museen gekauft und bin mindestens einmal in der Woche ins Museum. Ich habe die Kinder auch mit in Ausstellungen aller Art genommen (z.B. die Pictoplasma, das Festival der singenden Balkone, die re.publica, den Chaos Communication Congress uvw.).

Wertschätzung statt Druck

Manchmal sind es sehr einfache, kleine Ideen, die einem das Herz erwärmen. Zum Beispiel eine Lehrerin, die ihre SchülerInnen ermutigt.

Die Hochzeits-Nonmention oder „das 0 Gramm Geschenk“

Hochzeit = Irgendwas mit Liebe = Irgendwas mit Käse überbacken
Möge eure Beziehung immer mit Käse überbacken sein! Quelle: pixabay @ashyda

Wenn man nach mehr als neunzehn Jahren Beziehung heiratet, ist einem vielleicht gar nicht mehr klar, was Liebe und Romantik sind. Ich habe deswegen trotz des deutlich ausgesprochenen Hochzeitsgeschenkverbots einige Tweets ausgesucht, die hier Klarheit bringen können.

(Zumindest auf die Frage was „echte Liebe“ ist, liefert Twitter eine sehr eindeutige Antwort: Irgendwas mit Hummels und dem BVB.)

Alle anderen Interpretationen halten sich im folgenden Range auf:

Hochzeit
Käsekuchen für immer <3 Quelle: pixabay @Ymon

In diesem Sinne: möge euch die Pizza nie ausgehen, versteckt das Cetirizin und Mau-Mau! <3

Nichts gegen Klee

Ich bekam einen mit Hornsauer-Klee verunreinigten Blumentopf geschenkt. Was dann geschah, ist unglaublich.

Horn Klee Unkraut
Quelle: Pixabay @Zauberin

Jemand hat mir einen Blumentopf geschenkt. In diesem Blumentopf war ausser der eigentlichen Pflanze, die das Geschenk darstellte, Klee.
Das klingt erstmal unspektakulär. Es war auch nur eine kleiner Büschel Klee, mit so drei bis vier Stängeln.

Ich habe den Blumentopf, so wie man das ja so macht, immer brav gegossen und der Klee vermehrte sich eifrig. Erst bedeckte er die gesamte Oberfläche des Blumentopfs. Dann wucherte er aus dem Topf. Dann erdrosselte er die Hauptpflanze. Spätestens da hätte ich skeptisch werden müssen.

Ich fand den Klee aber immer noch hübsch und dachte, ach, wenn schon die Hauptpflanze kaputt ist, dann hab ich doch wenigstens noch diesen schönen Klee im Topf.

Der Klee indes wuchs und wuchs. Er produzierte kleine, schwarze Samen, die er eifrig auf der Fensterbank verteilte. Am Anfang sammelte ich die Samen noch ein. Irgendwann wurde es zu viel und ich musste regelmäßig mit dem Staubsauger ran. Dem Klee gefiel das offenbar nicht. Er gab sich ja immerhin sehr viel Mühe bei der Samenproduktion. Ich stellte ihn mir vor wie ein wuscheliges Wesen, das seine kleinen Kleearme verschränkte und dann immer, wenn ich kurz wegschaute ein paar Duzend Kleesamen auf die Fensterbank nieste.

Richtig unheimlich wurde es nachts. Ich zog die Vorhänge zum Schlafen zu und hörte den Klee dann Geräusche machen. Popp popp popp popppopppopppopppopp popppopppopp popppopppopppopppopppopp popp popp.

Der Vorhang wackelte, der Klee poppte. Es war unfassbar wie viele Samen herumlagen. Wobei – sie lagen gar nicht mehr nur herum, sie hingen auch herum. An der verputzten Wand, an den Fasern des Vorhangs, am Fensterrahmen – ja selbst an der glatten Fensterscheibe hafteten Kleesamen.

Ich fegte mit einem Handfeger so viel Samen wie ich konnte zusammen und entsorgte sie im Mülleimer. Popppopppopppopppopppopp popp popp.

Je mehr ich wegfegte, desto wütender wurde der Klee.

Eines Abends, zog ich vorsichtig die Vorhänge zu und googelte „Aggressives Unkraut Klee“ und gelangte zum Eintrag Oxalis corniculata. Gehörnter Sauerklee. Das klang schon gefährlich. Wenn etwas Hörner hat, sollte man sich in acht nehmen. Das wissen schon Kleinkinder im Streichelzoo.

Das Internet fasste zusammen:

Meist holt man sich den Horn-Sauerklee als Mitbringsel beim Pflanzenkauf in Baumschule, Gärtnereien und Gartencentern ins Haus. Der ausläuferbildende Wuchs und der Schleudermechanismus in den Samenkapseln fördern seine Ausbreitung extrem.

und weiter

Leider erobert er auch gerne die Töpfe der Kübelpflanzen. Hier durchtrennt man die Pfahlwurzeln am besten mit einem scharfen Messer.

Quelle: Unkräuter

Ich ging also in die Küche und holte das scharfe Messer. Wie Norman Bates schlich ich mich langsam an den hinter den Vorhängen versteckten Blumentopf heran und hörte wieder diese seltsamen Geräusche.

Dann riss ich den Vorhang auf, war bereit mit dem Messer in die Erde zu stechen, doch da legte die Kleepflanze schlapp ihre Pflänzchen über den Rand des Blumentopfes und sah so traurig aus, dass ich es nicht übers Herz brachte in das Erdreich zu stechen.

Ich zog die Vorhänge wieder zu und lauschte den Rest der Nacht den gruseligen ploppplooplp-Geräuschen.

Am nächsten Morgen schließlich nahm ich eine Tüte, stülpte sie über die Pflanze und brachte sie auf den Spielplatz vorm Haus. Dort hob ich ihr ein kleines Loch aus und pflanzte sie ein.

Das war vor zwei Wochen.

Der Spielplatz ist in der Zwischenzeit völlig überwuchert, unbrauchbar. Ich glaube, es sind auch einige Nachbarskinder darin verschwunden und nicht mehr aufgetaucht.

Aber was solls. Ich hab die restlichen Samenreste zuhause weggefegt und in den Biomüll geworfen und damit ist das Probl

 

AHHHHhh hhhh ahhh

12von12 im Mai

Der 12. Mai ist so unaufregend wie jeder andere 12. eines Monats. Dafür ist die Aktion 12von12 schließlich da: Alltag zeigen.

Der Frühling ist da! Wenn morgens um 6 Uhr mein Wecker klingelt, ist das Zimmer schon hell.

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Leider bedeutet Frühling dieses Jahr unerwarteterweise wieder Heuschnupfen. Ich hatte das vor Jahren stärker, dann jahrelang nichts und dieses Jahr wieder richtig heftig. Die Haut juckt, die Schleimhäute angeschwollen, Nase läuft, Augen tränen, ich fühle mich wie einmal durch die Mangel gezogen. Ohne meine tägliche Dröhnung geht gar nichts. Könnt ihr da was empfehlen? Ganz weg bekomme ich meine Beschwerden nicht.

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Ich mache heute Homeoffice. Um 9.10 Uhr habe ich ein kurzes Interview mit dem rbb Inforadio im Rahmen des Themenkomplexes „Das vernetzte Ich“ – es geht um Eltern-Blogs. Mir gefällt das Interview. Die Fragen waren gut und nehmen Eltern-Blogs ernst.

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Dann gehts an die Arbeit. Da ich 6 Uhr aufstehe, habe ich gegen 10 Uhr meistens schon wieder Hunger. Zuhause mache ich mir deswegen, während die Kinder frühstücken Snacks. Das geht viel besser als im Büro. Da ist es dann irgendwann doch eher ein Brötchen oder was Süßes.

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16 Uhr bin ich fertig. Da Kind 3.0 nicht so gerne vor Schließung aus der Kita abgeholt wird (es ist wirklich so, ich werde oft beschimpft, warum ich denn jetzt schon wieder so früh komme und ob ich nicht noch einkaufen gehen könnte…), habe ich noch 30 min Zeit über The Good Wife zu schreiben. Die letzte Folge habe ich gestern Abend gesehen. Der Abschied fällt schwer, aber ich bin zufrieden mit dem Ende.

Ich wurde öfter gefragt, ob ich wirklich so schnell blogge. Ja, ich blogge so schnell. Nur sehr selten brauche ich länger als eine Stunde pro Beitrag.

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Ich hole Kind 3.0 im Kindergarten ab, wir gehen Eis essen und dann noch auf den Spielplatz. Kind 2.0 hängt mit den eigenen Freundinnen und Freunden ab. Ich bin total begeistert von seiner Selbständigkeit.

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Da ich keine großen Monstermonatseinkäufe mag, kaufe ich alle 2-3 Tage Gemüse, Obst und Kleinigkeiten frisch ein. So wie die anderen 200 an Kasse 1, 2 und 3 (nicht im Bild).

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Wir kommen nach Hause. Kind 2.0 ist schon da und hat den Tisch gedeckt: „Mir war so langweilig“. (Hab ich schon mal erwähnt, wie toll dieses Kind ist? Es hängt auch Wäsche ab aus Langweile oder staubsaugt…)

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Es gibt Knäckebrot mit Avokado und Salat. Naja und Schinkenbrot. Die Kinder essen Toast mit Salzbutter und essen Erdbeeren.

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Ab 19 Uhr fangen wir an die Kinder ins Bett zu bringen. Was eigentlich 10 Minuten in Summe dauern könnte, dauert meist 45 Minuten. Nach 12 Jahren mit Kindern, bin ich es so leid immer das selbe zu sagen. Ich wüsste gerne einen Ausweg aus der „Putzt die Zähne! Putzt endlich die Zähne! DIE ZÄHNE PUTZEN!“ (das selbe mit Schlafanzug anziehen)-Falle. Gebt mir pädagogische Ratschläge!

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Dann vorlesen und singen. Das könnte schön sein. Ich lese gerne vor. Aber auch hier: erst die lange Phase des Buchaussuchens, dann die lange Phase der Was-genau-lesen-wir jetzt.

Ich darf auch meistens keine Bücher lesen oder abgeschlossene Geschichten – sondern z.B. Lexikaeinträge, Suchbilder oder Einträge aus Klebealben. Oder Conni. Wobei alle Conni-Büchlein gerade im Urlaub sind. Wenn ich aber 10 Seiten über Abelisauren, kylosauren, Dilophosauren, Halticosauren, Ichthyosauren, Styracosauren und Titanosauren lesen muss, dann werde ich irgendwann verrückt. Manche Saurier muss ich mir zusammenbuchstabieten wie eine Erstklässlerin. Lest mal flüssig laut in einem durch: Micropachycephalosaurus

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Die Kinder schlafen. Wir schauen Game of Thrones. OMG!

(Schön ist, wenn man bei 12von12 lange genug mitmacht, kann man schauen, was man letztes Jahr am 12. Mai gemacht hat)

The Good Wife

The Good Wife ist die beste Serie aller Zeiten. Völlig unberechtigt fristet sie ein Underdogdasein. Am 8. Mai lief die letzte Folge.

The Good Wife ist die beste Serie mit dem unansprechendsten Namen aller Zeiten. Sieben Staffeln umfasst sie. Jetzt ist sie vorbei – am 8. Mai 2016 lief die letzte Folge.

Ich habe The Good Wife etliche Male empfohlen bekommen, aber irgendwie haben die Empfehlungen nie mein Interesse geweckt. Die Serie läuft seit 2009, ich schaue sie erst seit 2014.

Macht das nicht wie ich, hört auf mich. Schaut diese Serie. Sie ist so grandios wie selten eine Serie, die ich gesehen habe. Und sie hört gut auf. Sie hört an dem Punkt auf, an dem die Hauptprotagonistin Alicia Florrick sarkastisch wird und das möchte ich nicht. Ich möchte keine Alicia Florrick, die sarkastisch ist. Außerdem hört die Serie mit Better auf. Better ist eines von vielen Regina Spektor Liedern, die ich sehr, sehr liebe. Meine Liebe zu Alicia und Regina ist glühend.

Ich weiß wirklich nicht, wie man sieben Staffeln inhaltlich gut zusammenfasst. Die Hauptstory ist einfach zusammenzufassen. Alicia, selbst mit akademischer Ausbildung, hat sich ihrem Mann Peter Florrick zuliebe entschlossen treu sorgende Ehefrau zu sein. Dieser ruiniert seine Karriere und ihr gemeinsames Leben durch diverse Skandale mit Prostituierten und Veruntreuung öffentlicher Gelder und muss ins Gefängnis. Die beiden haben zwei Teenager-Kinder, leben im Luxus und plötzlich muss Alicia ihr Leben alleine regeln und auch selbst Geld ranschaffen.

Über einen Bekannten, Will Gardner, kehrt Alicia in ihren Beruf als Anwältin zurück.

Der Rest der Serie beschäftigt sich mit der Entwicklung, dem Aufblühen, dem Zusammenbruch und dem Wiederaufrappeln von Alicia Florrick.

Diese Entwicklung ist so großartig, so einfühlsam, so nachvollziehbar und glaubhaft beschrieben – ich habe sowas noch nie gesehen.

Als Zuschauerin hafte ich an Alicia, ich leide mit ihr, ich triumphiere, ich feiere und ich falle in mich zusammen. Das Identifikationspotenzial ist trotz des „unnatürlichen“ Settings enorm (mit unnatürlich meine ich die zwei Millionen Dollar Wohnung und das amerikanische Rechtssystem z.B.).

Das Setting ist aber egal, denn man ist an den Menschen der Serie dran. Es klingt schlimm pathetisch, aber ich fühlte mich Seele an Seele.

Dabei ist die Serie so wunderbar feministisch. Bechdel-Test hundert Mal bestanden. Die Serie ist gespickt mit großartigen Frauen, die Namen haben und miteinander reden ohne dass es um Männer geht. Kalinda SharmaDiane Lockhart, Elsbeth Tascioni

Ich habe so oft wie ein Seelöwe im Zirkus vor meinem Bildschirm gesessen und begeistert in die Hände gepatscht wegen dieser Frauen. Sie sind so, so großartig. Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Versuchte ich es, der Blogartikel würde 200 Seiten lang.

Aber auch die männlichen Protagonisten sind allesamt großartig. Allen voran Louis Canning und Lemond Bishop.

Lemond Bishop z.B. spielt einen sehr, sehr bösartigen Drogenbaron. Er ist so glatt und angsteinflössend, dass mir der Anblick des Schauspielers in anderen Serien nachhaltig ein Frösteln beschert.

Im Vordergrund der Serie steht die Charakterentwicklung der Protagonisten, Nebenhandlung sind natürlich auch die juristischen Fälle (es ist quasi eine Anwaltsserie), die politischen Geplänkel auf dem Weg zum (Peter) Senator bzw. zur Präsidentschaftswahl bzw. (Alicia) zur Staatsanwältin.

Die Serie ist vielschichtig, spannend, lustig und aktuell wie keine andere.

Ich hatte beim Schauen immer wieder ein WTF-Gefühl. Da schauen sich Menschen in der Serie Videos an, die gerade doch noch in meiner Timeline waren. Es geht u.a. um die NSA, selbstfahrende Autos, um die Macht von Suchmaschinenmonopolen und Drohnen.

Standing Ovations für die DrehbuchschreiberInnen! Echt!

Ich habe gelacht, geweint, die Augen verdreht und vor Spannung kaum atmen können.

Hab ich’s schon gesagt? Wenn ihr die Serie nicht kennt, schaut sie an. Die Serie fristet ihr Dasein als Underdog völlig zu unrecht. Wirklich. Auch wenn der Name doof ist und auch wenn ich jetzt vielleicht nicht gut beschreiben konnte, was so genial an der Serie ist.


Nachtrag: Good News! (Nur wie kommt man an CBS All Access ran?)

Christine Baranski will reprise the beloved Diane Lockhart, a role which earned her six Emmy Award nominations. She will be joined by fan-favorite Cush Jumbo as Lucca Quinn.

The series will be available exclusively on CBS All Access, the Network’s digital subscription video on demand and live streaming service

Nimms doch mit Humor!

Mir persönlich bleibt ab einem gewissen Hassgrad bei Kommentaren der Humor im Hals stecken.

Direkt nach der re:publica fand die blogfamilia statt. Mir hat die blogfamilia sehr gut gefallen. Zum einen, weil sie perfekt organisiert war und zum anderen weil es keine parallelen Vorträge gab. Das überfordert mich während der re:publica regelmäßig.

Ich fand es sehr angenehm zu entscheiden – höre ich mir das an – oder gehe ich zu den anderen Müttern bzw. sehr raren Vätern und trinke mit denen einen Kaffee.

Die Vorträge, zu denen ich versucht habe ein bisschen mitzuschreibmalen, waren alle sehr informativ und kurzweilig.

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Am Ende des Abends gab es noch eine Podiumsdiskussion zum Thema Hatespeech, die mir dann doch ein wenig Blutdruck gemacht hat.

Ich kenne die genaue Definition von Hatespeech nicht. Ich stelle mir eher so eine Art Kontinuum in Sachen Kommentare vor. Von freundlich über pöbelnd, Tendenz zum trollen bis man schließlich bei Hatespeech ankommt.

Müsste ich raten, würde ich denken, dass Hatespeech auch an bestimmte typische Themen gebunden ist: Feminismus, Rassismus, Inklusion…

Über das Ausmaß der Grausamkeit der Kommentare hatte ich mir nie so richtig Gedanken gemacht – bis Anne Wizorek  2013 auf der re:publica einige Hasskommentare vorgelesen hat. Die Kommentare haben mir das Blut in den Adern gefrieren lassen und irgendwann die Tränen in die Augen getrieben (und ich möchte behaupten, ich bin wirklich nicht zimperlich).

Mareice Kaiser, die auf der blogfamilia u.a. mit Nicole von Horst zu dem Thema auf der Bühne saß, hat ebenfalls einige Kommentare vorgelesen.

Diese Kommentare gehen mir sehr nah. Sie gehen mir nah auch wenn ich nichts mit dem Thema zu tun hab, weil sie die Abscheulichkeit einiger Menschen zeigt. Unerträglich wird es, wenn es dann ums eigene Kind geht, was in Mareices Beispielen der Fall war.

Man möchte schreien und bleibt gleichzeitig fassungslos.

Die Podiumsdiskussion wurde schnell zu einer Publikumsdiskussion, als es darum ging, was man denn gegen diese Art Kommentare tun könnte.

Es wurde mehrere Male auf das Social Media Team der Welt verwiesen, die wohl beispielhaft seien, für eine bestimmte Art humorvoll auf pöbelnde Kommentare zu antworten (Ich lese die Welt nicht).

Es ging also immer um den Punkt: Wenn sowas kommt, dann nimm dem doch mit Humor den Wind aus den Segeln.

Ich möchte niemanden persönlich angreifen. Dennoch haben mir diese Art Ratschläge wirklich Bauchschmerzen gemacht. Mein erster Gedanke war: Natürlich, wenn man über neutrale, unpolarisierende Themen schreibt, dann bekommt man schlimmstenfalls Pöbelei ab. Ich blogge ein Kuchenrezept. Irgendwer kommentiert völlig unqualifiziert, dass das ein Kackkuchen ist. Das kann auch verletzen, schließlich hat man sich Mühe gemacht, man wollte mit dem Kuchen jemanden eine Freude bereiten, statt Wertschätzung ernte ich doofe Kommentare von Menschen, die womöglich neidisch sind, vielleicht sind sie auch einfach nur schlecht gelaunt oder frustriert.

Ich denke aber, es geht bei Hasskommentaren um etwas ganz anderes. Es handelt sich um eine völlig andere Qualität. Das ist wie Brötchenmesser und Axt.

Mir fehlt jedes Verständnis und auch jeder Humor, wenn ich (sinngemäß) sowas höre wie „Warum hast du dieses Kind geboren? Wann stirbt es endlich? Das liegt doch dem Steuerzahler auf der Tasche.“

Deswegen glaube ich auch, dass auch andere irgendwann keinen Humor mehr haben, dass es Grenzen gibt, dass es so persönlich wird, dass man auf Dauer verhärtet.

Ich habe mir bereits Gedanken zu dem Thema gemacht und versucht eine Liste zu erstellen, was man gegen diese Anfeindungen tun kann (auch oder gerade wenn man nicht selbst betroffen ist).

Ein Punkt, in dem es um eine bestimmte Art von Solidarität ging, wurde stark diskutiert

Wenn ihr mal nicht der Meinung bestimmter Menschen, die permanent Angriffen ausgesetzt sind, seid: sagt einfach nichts. Keine zusätzliche Kohlen ins Feuer werfen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Dieser Punkt mag einige empören, aber ganz ehrlich: manchmal lohnt es sich Nutzen und Kosten abzuwägen und darüber nachzudenken auf wessen Kosten etwas geht und jemanden, der ohnehin schon ständigen Angriffen ausgesetzt ist, nicht noch zusätzlich zu schwächen. Ich finde es verständlich, dass Menschen, die ständigen Attacken ausgesetzt sind nicht immer die differenziertesten Dinge von sich geben. Deswegen seis drum. Einfach mal nichts sagen.

Dieser Punkt ist mir wieder eingefallen und ich finde ihn aktuell und nach wie vor richtig.

Ich glaube, dass bestimmte Menschen bestimmten Hasstiraden so dauerhaft ausgesetzt sind, dass sie irgendwann ihre Differenzierungsfähigkeit und ihren Glauben an das Gute verlieren. Sie hören dann irgendwann schlimmstenfalls Angriffe, wo vereinzelt vielleicht keine sind. Kübra Gümüsay berichtet im Ansatz von diesen Effekten, die sie und andere erleiden, weil sie im permanenten Kreuzfeuer stehen.

Nochmal auf die Kommentare zurück zu kommen. Immer wenn ich über bestimmte Themen blogge und da Personen erwähne, die sich im Internet für dieses Thema stark machen, habe ich sofort eine völlig andere Qualität von Kommentaren im Blog. Es ist als zögen diese Menschen einen Schwanz von Hassorks hinter sich her. In dem Fall steht dann auch außer Zweifel um welche Art Kommentare es sich handelt. Es geht dann nicht mehr um falsch verstandene Kritik oder ähnliches. Es geht da zweifelsfrei um bösartige Angriffe.

Ich habe mich entschieden diese Kommentare gar nicht erst frei zu geben, denn sie reproduzieren nur das worüber die Menschen berichten, die Hasskommentare aushalten müssen.

Man könnte einfach immer q.e.d. drunter schreiben. Ich schwöre, ich muss nach Veröffentlichung eines solchen Blogbeitrags keine fünf Minuten warten und schon habe ich was in der Moderationsschleife.

Es ist einfach nur ekelhaft und meine Solidarität gilt den Menschen, die solchen Anfeindungen ausgesetzt sind und deswegen schnellt mein Blutdruck auch in die Höhe, wenn ich Ratschläge höre, dass man doch bitte gelassen bleibt und sich eine witzige Erwiderung ausdenkt.

Im Idealfall mag das helfen. Aber woher sollen diese Menschen die Kraft dafür nehmen? Es geht ja nicht um Einzelfälle, um einen Kommentar alle drei Monate. Es geht um deren Alltag. Und diese Kommentare haben sehr oft einen sehr persönlichen Bezug.

Meinen Ohren tun diese gut gemeinten Ratschläge leider weh. Ich glaube, es reicht nicht zu sagen: Nimms mit Humor. Wir müssen diesen Menschen beistehen, wir müssen uns solidarisieren, klar Position beziehen und gegenreden und ermutigen*.


*An dieser Stelle nochmal öffentlich vielen Dank an Anna Berlinmittemom, die für mich in Sachen Ermutigung und Beistand wirklich Vorbildcharakter hat. Es war so gut, dass du in der Diskussion was gesagt hast als niemand mehr was sagen konnte!



Nachträgliche Ergänzungen, mit Dank an Katrin Rönicke

Carolin Emcke: „Den Hass schüren die, die sich von ihm einen Gewinn versprechen“ von Lisa Hegemann

Carolin Emcke verdeutlicht in ihrem Vortrag aber auch, dass Hass nicht nur von denen gesät wird, die laut schreien […]. Sie redet auch über die Nicht-Einschreitenden, die Mitläufer. […]

Aber sie nimmt auch diejenigen in die Pflicht, die nicht auf der Straße stehen und schreien oder einfach nur beobachten. „Den Hass schüren die, die sich von ihm Gewinn versprechen“, sagt sie. Sie redet von Bestseller-Autoren, von TV-Shows und Einschaltquoten, von Grundsatzprogrammen einiger Parteien. „Sie alle mögen sich distanzieren, aber sie wissen den Hass für sich ökonomisch zu nutzen“, so Emcke. Und dann sagt sie: „Sie hassen nicht selbst, sie lassen hassen.“

Ruhe im Karton! von Katrin Rönike

Beide Hater-Strategien sind zigfach im Netz dokumentiert, und es gibt nur eine richtige Art, damit umzugehen: löschen, blockieren, muten(ausblenden), und wenn all diese Funktionen nicht zur Verfügung stehen – ignorieren.

Weil das Schweigen im Angesicht des Hasses ein Zustimmen ist

Kübra Gümüsay fordert uns auf Liebe zu organisieren. Sie sagt: Das Schweigen ist im Angesicht des Hasses ein Zustimmen. Und ich glaube auch, dass wir mehr tun können und müssen als schweigen und dulden.

Kübra Gümü?ay - Liebe organisieren, um dem Hass etwas entgegen zu setzen
Kübra Gümüsay – Liebe organisieren, um dem Hass etwas entgegen zu setzen

Mittwoch morgens habe ich immer ein bisschen Zeit für mich. Deswegen habe ich angefangen mir die Vorträge anzuschauen, die ich mir auf der re:publica nicht live anschauen konnte. Jetzt sitze ich hier mit Tränen und zugeschnürtem Hals und dachte mir, das teile ich mal.

Ich spreche von dem Vortrag „Organisierte Liebe“ von Kübra Gümüsay und kann nur sehr empfehlen, sich die halbe Stunde Zeit zu nehmen, die es dauert, diesen Vortrag anzuhören.

Gegen Ende möchte man jedes Wort, das sie sagt, abtippen und unterschreiben.

„Wenn Menschen sich für ihre rassistischen Äußerungen nicht mehr schämen, sind wir mit unserer Empörung zu spät dran.

[…]

Der Hass macht uns träge […], dabei sind wir viel, viel mehr. Wir könnten viel, viel lauter sein, denn organisierte Liebe ist ein politisches Werkzeug!

[…]

1. Verbreitet Informationen gegen Populismus! Verbreitet Texte, Bilder, Berichte, die das repräsentieren für was ihr steht!
2. Aufklärung! Betreibt Aufklärung!

Die Verantwortung gegen Vorurteile und Ressentiments zu arbeiten, liegt nicht bei den Betroffenen, sondern bei der gesamten Gesellschaft

3. Empathie! Zeigt Empathie!

Warum tun wir uns so schwer? Warum tun wir uns so schwer darin Liebe zu zeigen?

Wir leben in einer Zeit, die durchtränkt ist von Kritik. Wir sind noch besser in unserer Kritik, weil wir es schaffen, nicht ein, nicht zwei, nicht drei sondern viermal um die Ecke zu denken. Die Meta-Meta-Metakritik! Wir stehen am Gipfel der Reflektiertheit. Wir haben den größten und längsten erhobenen Zeigefinger. Unsere Moral ist die höchste, die beste. Ich sage nicht wir sollen unkritisch sein. Im Gegenteil. Aber wir sollten ehrlich sein, ehrlich miteinander.

Wenn du etwas gut findest, dann sag das doch! Dann feiere das doch. Die Person, die Ideen, die Werte, die Texte! Wir müssen einander feiern. Ich finde dich toll! Ich bin ein Fan von dir! Und zwar von lebenden Menschen und nicht nur von Toten.

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Gebt positives Feedback, stürmt Kommentarspalten! Seid präsent. Seid solidarisch. Seid da. Zeigt Zivilcourage.

Warum müssen wir Liebe organisieren?

Weil das Schweigen im Angesicht des Hasses ein Zustimmen ist.“

Danke, Kübra Gümüsay!

Das beantwortet einige meiner Fragen zu „Warum habt ihr nichts getan?