Alles außer Conni

Jeden Abend bettle ich darum, die Bücher vorlesen zu dürfen, die ICH toll finde. Meistens war ich aber nicht lieb genug und muss lesen, was die Kinder wollen.

Ganz ehrlich, wenn es Conni ist, hab ich noch Glück gehabt. Denn meistens wollen die Kinder, dass ich aus einem Lexikon vorlese oder Foreneinträge zu bestimmten Fragen, die sie haben.

„Wie wird Glas gemacht?“

Dann kommen in den Erklärungen Worte wie Kalknatronglas vor oder Natriumcarbonat und Pottasche. Und dann muss ich natürlich Pottasche erklären und dann steht da als Beschreibung, dass Pottasche Kaliumcarbonat ist und dann… naja, Sie verstehen schon. Eine unendliche Kette von Fragen. Wenn ich dann denke, dass die Kinder endlich schlafen, kräht Kind 3.0 plötzlich aus dem Bett: „KARBO-WIE HEISST DAS NOCHMAL???“.

Ab und an, wenn die Kinder sehr gütig eingestellt sind (z.B. weil ich Geburtstag habe), dann holen sie Bücher, die ich richtig gerne lese.

Das ist mir neulich wieder aufgefallen.

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Ich liebe z.B. Wanda, das Tanzschwein (Amazon Werbelink).
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Wanda ist ein Schwein, das gerne tanzen möchte. In der Ballettschule wird ihr gesagt, dass sie nicht der Körpernorm entspricht und deswegen gleich wieder abdampfen kann.

Wanda ist todunglücklich und weint. Ein Pinguin hat Mitgefühl und spricht sie an. Es stellt sich heraus, dass er einen Verwandten hat, der Stepptänzer ist. Dieser nimmt sich Wanda an und sie stellen fest, dass sie großes Talent hat.

Wanda lernt u.a. auch noch Flamenco und Bauchtanz. Alle haben Spaß und es wird immer deutlicher: Wanda ist das größte Tanzschwein der Welt!

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Auch sehr wunderbar finde ich Berta, die Baggerfahrerin (Amazon Werbelink).

Da geht es um eine Frau, die gerne Bagger fährt und durch ihr Talent das Geschäft von Peter Buddel rettet.

Das Buch ist so schön, weil es so viele hübsche Details hat. Zum einen natürlich die Baggerfahrerin und dann auch dass sie ihren Namen vor den Namen von Peter Buddel schreibt als sie Partnerin wird und das Geschäft dann „Berta & Buddel GmbH“ heisst. Schließlich rettet sie ihn vom Bankrott.

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Sehr herzerwärmend Die Grille und der Maulwurf (Amazon Werbelink) von Janosch. Ein Mini-Büchlein gegen den Turbokapitalismus* (wenn ich mal sehr überinterpretiere).

Eine kleine Grille hat den ganzen Sommer über für andere Tiere gefiedelt und sich nicht um ihre Wintervorräte gekümmert. Als der Schnee kommt, will sie niemand aufnehmen, schließlich hat sie ja nichts geleistet. Selbst die Tiere, die viel mehr haben, als sie selbst brauchen, wollen nicht teilen.

Nur der Maulwurf, der sich gut an sie erinnert, weil er aufgrund seiner Fehlsichtigkeit ihre Musik besonders zu schätzen weiß. Er bittet sie bei ihm zu bleiben und sie teilen, was sie haben. Die Grille und er machen „sich ein schönes, warmes Leben zusammen“. Sie lesen Waldzeitung und trinken Blauweerwein und kochen sich Krautsuppe und zwei Erbsen mit Speck.

Ich bin jedes Mal richtig gerührt, wenn ich das Buch lese und möchte mit meinem Freund auch wie Maulwurf und Grille leben.

Leider sind die Büchlein schon älter und nur gebraucht zu haben (Ursprünglich kosten sie jeweils 99 Cent, weil sie eben sehr klein sind). Aber mit etwas Glück, vielleicht mal am Flohmarkt, fallen sie euch vielleicht in die Hände!


*Wie ironisch, dass es das Buch nur zum 12 fachen Preis gibt derzeit :'(

Super-Papa nano auf 3 Sat

Am 18.5. lief auf 3Sat die Sendung „Super-Papa“ (30 min). Abgesehen vom Titel eine schöne Zusammenfassung zum Thema „moderne Väter“.

Aufgezeigt wird die Kluft zwischen wollen und tatsächlich umsetzen. Was 9 von 10 Männern wollen, tut am Ende nur einer: In Teilzeit arbeiten, um für die Familie da zu sein (und dann zum größten Teil mit einem 80%-Model).

(Ein bisschen süß sind die Passagen, in denen gesagt wird: Sie ist zwei Tage für die Kinder da, er einen (zwei Tage der Hort), sie macht den Haushalt … Wäsche waschen und so … er die Steuererklärung und ja, sie sind gleichberechtigt.)

16% der Väter gelten als überdurchschnittlich engagiert – viele davon haben ihr Arbeitspensum reduziert.

Interessant in diesem Zusammenhang das Projekt Teilzeitmann in der Schweiz, das Firmen und Einzelpersonen aufzeigen möchte, wie sich Teilzeit umsetzen lässt.

(Interessanterweise gehts nicht ohne Superheld-Metapher… im Clip dann aber sehr schön unspektakulär und ermutigend.)

Größtes Hindernis in Richtung Teilzeit ist laut Bericht nicht der Verzicht auf Geld oder Karriere (der mit Teilzeit leider verbunden ist) sondern dass die meisten Männer sich und ihre Männlichkeit noch über den Beruf definieren. Obwohl Frauen (mit)verdienen sehen sich viele Männer als Hauptversorger. Der Beitrag stellt heraus, dass Teilzeit

  • gut für die Gesundheit,
  • gut für die Bindung zu den Kindern und
  • gut für die Beziehung ist.

Der Rest der Sendung beschäftigt sich mit der Frage, ob es eine Korrelation zwischen hormoneller Ausstattung und Vatertyp gibt (angeblich ja) und in welcher Konstellation Männer besonders zufriedene Väter sind (in traditionellen Kernfamilien sind die am glücklichsten, als Alleinerziehende sind sie am gestresstesten).

Abschließendes Zitat „Wenn die Väter nicht erst präsent sind, wenn es ums Fußballspielen geht (sondern auch schon im 1. Lebensjahr), dann können sie eine absolut gleichwertige Bindung zu den Kindern aufbauen wie Mütter.“

Der Beitrag stellt auch heraus das Mütter mitverantwortlich sind und den gewillten Vätern auch den Säugling in den Arm drücken müssen (wobei mir in bestimmten Konstellationen immer noch schwer fällt mir vorzustellen, wie Mütter sich gegen Beteiligung wehren, z.B. mitten in der Nacht, wenn das Baby schreit: „NEIN! STEH NICHT AUF! ICH MACH DAS!“ oder morgens um 5 Uhr: „NEIN, LASS DAS! ICH will mit dem Kind aufstehen, immer!!!“ aber gut, anscheinend gibt es das).


Durch Hinweis in den Kommentaren auf eine weitere Sendung gestoßen: „Von Männern und Vätern„.

Hat mir sehr gut gefallen, weil eher deskriptiv und nicht so verallgemeinernd und ganz am Ende kam ein Gedanke, den ich auch schon oft hatte: Ein Vater bedauert, dass er die Kinder und die eventuell entstehenden Enkelkinder und deren Kinder nicht mehr begleiten können wird.

„Ich hab zu meinen Gefühlen gefunden, durch die Geburt und das Leben mit meinen Kindern, weil es eben jeden Tag, immer wieder ein Überprüfen von allem ist und man muss sich alles bewusst machen […] im Guten wie im Schlechten – es ist immer mit Arbeit verbunden und mit einer ständigen Arbeit an einem selber.

Wenn mein Leben aus ist, dann solls so sein, meine Angst ist ganz anders begründet, dass ich einfach irrsinnig gerne Zeuge wäre von dem ganzen Leben, das macht mir echt zu schaffen […] ich weiß, dass es seine Richtigkeit hat, aber ich würde gerne wissen, ob sie selbst Kinder kriegen, würde gerne wissen, wie sie ist mit 60 und wie ihre Kinder wieder sind, das ist dieser Kreislauf, der nie aufhört und was richtig dabei rauskommt, das kannst nicht mittkriegen…“

Linkempfehlungen

Diese Woche hatte ich einige Tage kinderfrei. Das hat mir die Möglichkeit gegeben brav meine ganze aufgeschobene Hausarbeit nachzuholen und dabei Podcasts zu hören und viele Artikel im Internet zu lesen. Einige davon möchte ich teilen:

Lila Podcast über Sex

Barbara und Katrin sprechen über Sex und was da in unserer Gesellschaft falsch läuft. Ich stimme bei vielen Sachen zu und wie beim Thema Selbstliebe (irgendwie hängt das ja zusammen), würde ich mir wünschen, dass bei meinen Kindern rund 15 Jahre früher der Groschen fällt.

Lila Podcast Teil 52: Die besten Pornos laufen in unserem Kopfkino

Krachbumm über schmerzende Muttertage

Diese Woche kam wieder der Krachbumm-Newsletter. Wer ihn noch nicht abonniert hat – nachholen. Es fällt schwer einen der vielen Links rauszufischen und hervorzuheben, denn ich finde in der Regel alles interessant.

Nahe ging mir der Beitrag zum Thema Muttertag, der hinter die heile Welt Fassade zu den (erwachsenen) Kindern schaut, die nicht mit einer Mutterfigur aufgewachsen sind, wie man sie sich vielleicht wünscht. Nichts für zarte Gemüter ist der darin verlinkte Beitrag von essentialunfairness „Freiwillig verwaist“ – aber auch das ist Realität und sollte nicht unausgesprochen bleiben.

Über Vaterschaft

Seit ich mich über offensive Väter und die Spitzenväter aufgeregt habe, bin ich auf der Suche nach „guten Vätern“. Nach Vätern, die nach meinen höchst subjektiven Bewertungskriterien vorbildhaft sind. Ich habe deswegen diverse Google Alerts laufen und durchforste Twitter immer wieder nach Stichworten wie „Vaterzeit“ oder „Elternzeit Mann“ und werde ab und an fündig.

In „Warum ich mit meinen Kindern lieber am Spielplatz bin“ z.B. schreibt ein Vater warum er sich für die Elternzeit und gegen seine Arbeit entscheidet. Der Text hat mich sehr berührt. Ich habe ja die These, dass die meisten Männer das nicht können, weil die 60-Stunden-Woche, der Büroanwesenheitskult und das Karriereideal so sehr zu ihrer Definition von Männlichkeit gehört, dass sie nicht davon ablassen können.

Entgegen all ihrer guten Vorsätze und Gedanken siegt am Ende eines jeden Tages doch immer wieder das Büro. Nicht so hier:

Bei jeder Wahl entscheide ich mich für etwas. Aber ich entscheide mich auch bewusst oder unbewusst gegen etwas

[…]

Wenn ich wählen würde, dass meine Kinder mich nur eine Stunde vor dem Einschlafen sehen, würde ich gleichzeitig – bewusst oder unbewusst – wählen, dass meine Kinder mich den Rest des Tages nicht sehen.

[…]

Du hast keine andere Wahl? Der Ratenkredit für das »Eigenheim« muss bedient werden? Das neue Auto will bezahlt sein. Wer aber hat das Auto gekauft? Wer hat sich den Darlehensvertrag unterschrieben? So schwer es fällt, sich das einzugestehen: Unser Leben besteht zum überwiegenden Teil auf Entscheidungen, die wir selbst irgendwann getroffen haben.

[…]

Ich selbst messe mich an »meinem« kategorischen Imperativ: Handle nur so, wie Du es selbst erleben wollen würdest. Ich für meinen Teil hätte es schön gefunden, wenn mein Vater immer da gewesen wäre – anstatt auf der Arbeit zu sein, um Karriere zu machen.

Und ja, ich habe gelesen, dass es hier um einen Selbständigen geht und nein, ich glaube nicht, dass die es einfacher haben und mal abgesehen davon, auch den Arbeitgeber sucht man sich selbst aus.

In der aktuellen Weisheit spreche ich übrigens über ein anderes Beispiel: Einen Beitrag in einer Väterzeitschrift, die in der ersten Ausgabe unerträglich war und jetzt zumindest insgesamt OK zu lesen war. Es gab dort sogar einen Beitrag, der mir sehr gut gefallen hat. Hier sprechen Männer einfach über ihre Teilzeitarbeitsmodelle und wie sie das für sich und ihre Familien nutzen.

Schön zum Thema Väter passt auch die Buchankündigung „Swedish Dads“

This photo essay is based on portraits of dads who belong to that small percentage who choose to stay at home with their child for at least six months.

With this project, I want to find out why these men have chosen to stay at home so much longer than the majority of Swedish dads. What has it done for them, how have their relationships with their partner and their child changed, and what expectations did they have before taking parental leave?

Was die Bilder zeigen: wunderbar, völlig unspektakuläre Alltagsszenen und genau das finde ich so schön. Elternsein ist nicht spektakulär – auch nicht für Männer. Es ist einfach Alltag – meistens ohne Applaus, Dank und Pressemeldung.

Auch in den USA, die strukturell sehr weit hinter den europäischen Möglichkeiten von Elternzeit stehen (wir reden hier über durchschnittlich 2 bis 6 Wochen!), zeigt sich langsam, dass es für alle einen Vorteil bringt, wenn Väter in Elternzeit gehen „Daddy Track: The Case for Paternity Leave„:

It makes men more involved at home, women more involved at work, and workplaces friendlier for all parents.

[…]

But here’s what men may not realize: While paid paternity leave may feel like an unexpected gift, the biggest beneficiaries aren’t men, or even babies. In the long run, the true beneficiaries of paternity leave are women, and the companies and nations that benefit when women advance. In October, the World Economic Forum released its latest global gender-gap report, showing that countries with the strongest economies are those that have found ways to further women’s careers, close the gender pay gap, and keep women—who in most nations are now better educated than men—tethered to the workforce after they become mothers. One strikingly effective strategy used by the highest-ranking countries is paternity leave, which, whatever else it may accomplish, is a brilliant and ambitious form of social engineering: a behavior-modification tool that has been shown to boost male participation in the household, enhance female participation in the labor force, and promote gender equity in both domains.

Ich bin auch auf ältere Beiträge zum Thema Vaterschaft gestoßen, die meiner Meinung nach immer noch aktuell sind. Es geht z.B. um den Beitrag „Land ohne Väter“ aus dem Demografie-Blog. Der Beitrag ist von 2012 (!), allerdings enthält er einige sehr wichtige Aspekte. Nachdem die Zahlen genannt sind, kommt natürlich der Hinweis, dass ja viele Männer gerne mehr beitragen wollten, durch die Rahmenbedingungen aber nicht können.

Die Zahlen belegen, dass die Umsetzung von Gleichberechtigung in unserem Land weiterhin eine Katastrophe ist. Mit Blick auf die Männer wird sehr gerne der Soziologe Ulrich Beck zitiert: Das starke Geschlecht zeige „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“. Klingt einleuchtend, so einfach ist es aber nicht.

Ich glaube nicht, dass Männer nicht mehr beitragen wollen. Es gibt nur sehr vieles, was sie daran hindert: Der Chef, die Angst, die Familie nicht ernähren zu können (und dies als Mann tun zu müssen), die Sorge, vor den Freunden als Weichei dazustehen,… Letztlich ist der Umbruch, den wir wollen, wenn wir mehr Geschlechtergleichheit fordern, ein tiefgreifender kultureller Umbruch.

Die Frage muss also sein, wie wir die Kultur weiter entwickeln.

Hinter den letzten Satz möchte ich hundert Ausrufezeichen setzen. Und dann möchte ich so wie ich es bei The Good Wife oft wollte, wie ein Seelöwe in die Hände klatschen:

Als Mann frage ich mich: Jungs, sollten wir nicht ein bisschen beherzter selbst definieren, was Männlichkeit für uns in diesem Zusammenhang bedeutet? Könnte dazu nicht auch der Mut gehören, den Chef vor vollendete Tatsachen zu stellen, und so viel Vaterzeit zu nehmen, wie wir wirklich wollen? Und wenn der Arbeitgeber uns wirklich rausschmeißen sollte, weil wir Papa werden: Das Selbstbewusstsein uns zuzutrauen, einen neuen, vielleicht noch besseren Job zu finden (weil wir nämlich wer sind und was können)?

Gerne gelesen habe ich auch den Lessons Learned Beitrag eines Vaters, der sechs Monate in Elternzeit war. Er resümiert:

Paternity leave has been an amazing experience, and I recommend it highly. Traditionally, fathers are expected to support their child by financial means: going to work and bringing home cash. The truth is, newborns are not expensive. Taking care of your baby is an experience worthy of a short-term cut in salary. For me it was inspiring, lonely, invigorating, frustrating, wonderful and stressful all at the same time.

Mir gefällt hier der Vergleich, der zwischen Elternschaft und Laufen gezogen wird. Der Autor schreibt, alles was Väter so nebenher machen, wenn sie abends von der Arbeit kommen, gleicht eher einem Sprint. Wenn man dann aber wirklich Vollzeit und alleine für das Kind verantwortlich ist, dann fühlt es sich eher an wie ein Marathon. Dabei betont er, dass einen Marathon laufen etwas anderes ist, als vom Sofa aus einen Marathon im Fernsehen zu beobachten. Ein großartiges Bild, denn ich glaube, viele Männer, die diese Erfahrung nie machen, summen leise im Kopf „Das bisschen Haushalt…“(aka „Das bisschen Marathon…“) und fragen sich, warum ihre Frauen abends eigentlich immer so erschöpft sind, wo sie doch nur mit den Kindern abhängen.

The Good Wife

The Good Wife ist die beste Serie aller Zeiten. Völlig unberechtigt fristet sie ein Underdogdasein. Am 8. Mai lief die letzte Folge.

The Good Wife ist die beste Serie mit dem unansprechendsten Namen aller Zeiten. Sieben Staffeln umfasst sie. Jetzt ist sie vorbei – am 8. Mai 2016 lief die letzte Folge.

Ich habe The Good Wife etliche Male empfohlen bekommen, aber irgendwie haben die Empfehlungen nie mein Interesse geweckt. Die Serie läuft seit 2009, ich schaue sie erst seit 2014.

Macht das nicht wie ich, hört auf mich. Schaut diese Serie. Sie ist so grandios wie selten eine Serie, die ich gesehen habe. Und sie hört gut auf. Sie hört an dem Punkt auf, an dem die Hauptprotagonistin Alicia Florrick sarkastisch wird und das möchte ich nicht. Ich möchte keine Alicia Florrick, die sarkastisch ist. Außerdem hört die Serie mit Better auf. Better ist eines von vielen Regina Spektor Liedern, die ich sehr, sehr liebe. Meine Liebe zu Alicia und Regina ist glühend.

Ich weiß wirklich nicht, wie man sieben Staffeln inhaltlich gut zusammenfasst. Die Hauptstory ist einfach zusammenzufassen. Alicia, selbst mit akademischer Ausbildung, hat sich ihrem Mann Peter Florrick zuliebe entschlossen treu sorgende Ehefrau zu sein. Dieser ruiniert seine Karriere und ihr gemeinsames Leben durch diverse Skandale mit Prostituierten und Veruntreuung öffentlicher Gelder und muss ins Gefängnis. Die beiden haben zwei Teenager-Kinder, leben im Luxus und plötzlich muss Alicia ihr Leben alleine regeln und auch selbst Geld ranschaffen.

Über einen Bekannten, Will Gardner, kehrt Alicia in ihren Beruf als Anwältin zurück.

Der Rest der Serie beschäftigt sich mit der Entwicklung, dem Aufblühen, dem Zusammenbruch und dem Wiederaufrappeln von Alicia Florrick.

Diese Entwicklung ist so großartig, so einfühlsam, so nachvollziehbar und glaubhaft beschrieben – ich habe sowas noch nie gesehen.

Als Zuschauerin hafte ich an Alicia, ich leide mit ihr, ich triumphiere, ich feiere und ich falle in mich zusammen. Das Identifikationspotenzial ist trotz des „unnatürlichen“ Settings enorm (mit unnatürlich meine ich die zwei Millionen Dollar Wohnung und das amerikanische Rechtssystem z.B.).

Das Setting ist aber egal, denn man ist an den Menschen der Serie dran. Es klingt schlimm pathetisch, aber ich fühlte mich Seele an Seele.

Dabei ist die Serie so wunderbar feministisch. Bechdel-Test hundert Mal bestanden. Die Serie ist gespickt mit großartigen Frauen, die Namen haben und miteinander reden ohne dass es um Männer geht. Kalinda SharmaDiane Lockhart, Elsbeth Tascioni

Ich habe so oft wie ein Seelöwe im Zirkus vor meinem Bildschirm gesessen und begeistert in die Hände gepatscht wegen dieser Frauen. Sie sind so, so großartig. Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Versuchte ich es, der Blogartikel würde 200 Seiten lang.

Aber auch die männlichen Protagonisten sind allesamt großartig. Allen voran Louis Canning und Lemond Bishop.

Lemond Bishop z.B. spielt einen sehr, sehr bösartigen Drogenbaron. Er ist so glatt und angsteinflössend, dass mir der Anblick des Schauspielers in anderen Serien nachhaltig ein Frösteln beschert.

Im Vordergrund der Serie steht die Charakterentwicklung der Protagonisten, Nebenhandlung sind natürlich auch die juristischen Fälle (es ist quasi eine Anwaltsserie), die politischen Geplänkel auf dem Weg zum (Peter) Senator bzw. zur Präsidentschaftswahl bzw. (Alicia) zur Staatsanwältin.

Die Serie ist vielschichtig, spannend, lustig und aktuell wie keine andere.

Ich hatte beim Schauen immer wieder ein WTF-Gefühl. Da schauen sich Menschen in der Serie Videos an, die gerade doch noch in meiner Timeline waren. Es geht u.a. um die NSA, selbstfahrende Autos, um die Macht von Suchmaschinenmonopolen und Drohnen.

Standing Ovations für die DrehbuchschreiberInnen! Echt!

Ich habe gelacht, geweint, die Augen verdreht und vor Spannung kaum atmen können.

Hab ich’s schon gesagt? Wenn ihr die Serie nicht kennt, schaut sie an. Die Serie fristet ihr Dasein als Underdog völlig zu unrecht. Wirklich. Auch wenn der Name doof ist und auch wenn ich jetzt vielleicht nicht gut beschreiben konnte, was so genial an der Serie ist.


Nachtrag: Good News! (Nur wie kommt man an CBS All Access ran?)

Christine Baranski will reprise the beloved Diane Lockhart, a role which earned her six Emmy Award nominations. She will be joined by fan-favorite Cush Jumbo as Lucca Quinn.

The series will be available exclusively on CBS All Access, the Network’s digital subscription video on demand and live streaming service

Weil das Schweigen im Angesicht des Hasses ein Zustimmen ist

Kübra Gümüsay fordert uns auf Liebe zu organisieren. Sie sagt: Das Schweigen ist im Angesicht des Hasses ein Zustimmen. Und ich glaube auch, dass wir mehr tun können und müssen als schweigen und dulden.

Kübra Gümü?ay - Liebe organisieren, um dem Hass etwas entgegen zu setzen
Kübra Gümüsay – Liebe organisieren, um dem Hass etwas entgegen zu setzen

Mittwoch morgens habe ich immer ein bisschen Zeit für mich. Deswegen habe ich angefangen mir die Vorträge anzuschauen, die ich mir auf der re:publica nicht live anschauen konnte. Jetzt sitze ich hier mit Tränen und zugeschnürtem Hals und dachte mir, das teile ich mal.

Ich spreche von dem Vortrag „Organisierte Liebe“ von Kübra Gümüsay und kann nur sehr empfehlen, sich die halbe Stunde Zeit zu nehmen, die es dauert, diesen Vortrag anzuhören.

Gegen Ende möchte man jedes Wort, das sie sagt, abtippen und unterschreiben.

„Wenn Menschen sich für ihre rassistischen Äußerungen nicht mehr schämen, sind wir mit unserer Empörung zu spät dran.

[…]

Der Hass macht uns träge […], dabei sind wir viel, viel mehr. Wir könnten viel, viel lauter sein, denn organisierte Liebe ist ein politisches Werkzeug!

[…]

1. Verbreitet Informationen gegen Populismus! Verbreitet Texte, Bilder, Berichte, die das repräsentieren für was ihr steht!
2. Aufklärung! Betreibt Aufklärung!

Die Verantwortung gegen Vorurteile und Ressentiments zu arbeiten, liegt nicht bei den Betroffenen, sondern bei der gesamten Gesellschaft

3. Empathie! Zeigt Empathie!

Warum tun wir uns so schwer? Warum tun wir uns so schwer darin Liebe zu zeigen?

Wir leben in einer Zeit, die durchtränkt ist von Kritik. Wir sind noch besser in unserer Kritik, weil wir es schaffen, nicht ein, nicht zwei, nicht drei sondern viermal um die Ecke zu denken. Die Meta-Meta-Metakritik! Wir stehen am Gipfel der Reflektiertheit. Wir haben den größten und längsten erhobenen Zeigefinger. Unsere Moral ist die höchste, die beste. Ich sage nicht wir sollen unkritisch sein. Im Gegenteil. Aber wir sollten ehrlich sein, ehrlich miteinander.

Wenn du etwas gut findest, dann sag das doch! Dann feiere das doch. Die Person, die Ideen, die Werte, die Texte! Wir müssen einander feiern. Ich finde dich toll! Ich bin ein Fan von dir! Und zwar von lebenden Menschen und nicht nur von Toten.

[…]

Gebt positives Feedback, stürmt Kommentarspalten! Seid präsent. Seid solidarisch. Seid da. Zeigt Zivilcourage.

Warum müssen wir Liebe organisieren?

Weil das Schweigen im Angesicht des Hasses ein Zustimmen ist.“

Danke, Kübra Gümüsay!

Das beantwortet einige meiner Fragen zu „Warum habt ihr nichts getan?

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Felix und Sven, die alten Streber, haben es getan: Das Programm der re-pubica 2016 schon vor Beginn angeschaut und sich interessante Sessions rausgesucht. Wenn ich das nicht auch mache, verliere ich in „Der Weisheit“ natürlich meine Street Credibility…

Die re-publica wird von Jahr zu Jahr größer (gefühlt) und dabei unübersichtlicher (für mich) und deswegen schätze ich es tatsächlich sehr, wenn andere sich vorher schon das Programm anschauen und Schwerpunkte setzen. Ich hatte das die letzten Jahre schon aufgegeben. Ich glaube, letztes Jahr, war es sogar so weit, dass ich den Großteil der Vorträge die folgenden zwei Wochen auf YouTube nachgeschaut hatte und ansonsten hauptsächlich im Hof und im Kinderbereich rumlungerte, um mit Menschen zu reden.

Ich bin dieses Jahr auch mit den Kindern unterwegs. Letztes Jahr gab es das erste Mal sowas wie einen Kinderbereich und für den Vortrag von Alexander Gerst hat die Patentante extra Kind 2.0 von der Schule abgeholt. Es hat sich gelohnt. Für mich war der Vortrag von Gerst ein Highlight, ich folge seitdem sämtlichen AstronautInnen auf der ISS und habe dadurch sehr viel gelernt. Kind 2.0 hatte zusammen mit anderen Kindern im Nachgang die Gelegenheit mit Alexander Gerst zu sprechen. Die Konversation werde ich nie vergessen.
Gerst: Was denkt ihr denn, was man gut können muss, wenn man Astronautin werden möchte?
Kind 2.0: Also auf jeden Fall muss man nicht ständig Zimmer aufräumen
Gerst: Oh, doch! Aufräumen ist sehr wichtig in der Schwerelosigkeit. Man hat von vielen Sachen nur ein Ding in der Raumstation dabei und wenn man diese Sache verlegt, dann hat man ein Problem, weil man sie nicht mehr nutzen kann. Außerdem stell‘ dir mal vor, wie die Sachen alle rumfliegen in der Schwerelosigkeit. Das kann sogar gefährlich sein.
Kind 2.0: …
Gerst: Außerdem ist es auch hilfreich in Mathematik gut zu sein.
Kind 2.0: Jo. Mathe ist ja leicht. Da bin ich schon sehr gut. Muss ich nur noch aufräumen lernen…
Gerst: Wirst du denn Astronautin?
Kind 2.0: Mal sehen, da bin ich mir noch nicht sicher. Erstmal was ordentliches lernen.

Kind 2.0 hat Recht behalten. Mathe absolut kein Problem – Aufräumen üben wie derzeit noch.

Ich hoffe jedenfalls, es gibt wieder einen Kinderbereich und den ein oder anderen Programmpunkt, zu dem man die Kinder mitnehmen kann.

Hier meine eigene Programmauswahl mit der Bitte mir eure Geheimtipps mitzuteilen. Ich orientiere mich hauptsächlich an Menschen, die ich schon kenne und höre mir deren Vorträge an. Dass Felix Schwenzel dieses Jahr keinen Vortrag hält, finde ich zum Beispiel hochbedauerlich.

Montag

12.15 – 12.45 Uhr Marcus Richter: What’s in a game, media convention
Eine Einführung in die Welt des Computerspiels für Nichtspieler.
Ich glaube, das könnte für viele Eltern ein interessanter Vortrag sein. Die Vorurteile gegen diese Art Freizeitbeschäftigung sind groß und die meisten wissen überhaupt gar nicht, was Computerspiele so reizvoll macht. Spoiler: Es ist alles viel vielfältiger als man glaubt.

Marcus macht übrigens zwei (im weitesten Sinne) Gamepodcasts: Angespielt und Casually Cast. Hört da mal rein.

14.00 – 14.30 Uhr Christiane Weihe: Mehr Frauen auf die Bühnen!, Stage 1
Keine Frau gefunden? Diese Ausrede zählt nicht mehr! Speakerinnen.org erhöht die Auffindbarkeit von Expertinnen zu vielfältigen Themen.
(Eigentlich eher ein Track für die armen VeranstaltungsorganisatorInnen, die zu diversen Themen immer wieder keine Frauen finden… Spannend finde ich die Projektvorstellung dennoch)

Parallel auf Stage 2 der Vortrag „Fliegende Computer und ihre tollkühnen Piloten“ von Moritz Metz, der mir vor 2 Jahren sehr positiv durch den Vortrag „Wo das Internet lebt“ aufgefallen ist.

19.45 – 20.45 Uhr Sascha Lobo: The Age of Trotzdem, Stage 1
Schaue ich mir von Zuhause an, um 20 Uhr bringe ich die Kinder ins Bett. Sie müssen am nächsten Tag ja leider um 8 in der Schule sein.

Dienstag

10.00 – 11.00 Uhr Thomas Schwenke & Ramak Molawi: Schleichwerbung – alles ist erlaubt, oder?, Stage T
Thomas Schwenke und Marcus Richter machen zusammen den sehr hörenswerten Podcast „Rechtsbelehrung„. Schwenke hält das Mikrofon wie ein MC, ist sehr unterhaltsam und sieht gut aus sehr kompetent.

Mich regen BloggerInnen, die ihre Kooperationen und die Werbung nicht ordentlich kennzeichnen ja auf. Sie verkacken nämlich die Glaubwürdigkeit und Seriosität der MitbloggerInnen. Also – heißer Tipp: Hört euch doch mal die Rechtslage zum Thema Werbung in Blogs an.

12.30 – 13.00 Uhr Friedemann Karig: Die pubertäre Gesellschaft und das Netz, Stage 2
Kurzthese des Vortrags: Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft so grundlegend wie die Pubertät einen Menschen. Wachstumsschmerzen sind völlig normal. Aber was kommt danach?

13.00 – 13.30 Uhr Anne Wizorek & Kübra Gümüsay: Organisierte Liebe, Stage 2
Der Vortrag soll Anstoß geben das Positive im Netz zu zelebrieren. Kommentarspalten fluten und: Danke sagen! Wir müssen Liebe organisieren. <3

13.45 – 14.45 Uhr Caspar Clemens Mierau: Cyber-Stalking. Was ist das? Was kann man dagegen tun?, Stage J

15.00 – 16.00 Uhr Kixka Nebraska: Endlich Snapchat kapieren, media convention

18.45 – 19.45 Uhr Philip Banse: Netz-PublizistInnen im Gespräch, Stage 2
Philip Banse spricht mit 4 Netz-Publizisten (m/w), die im zurückliegenden Jahr Bemerkenswertes veröffentlicht haben. Ich glaube, das ist u.a. Schleichwerbung für mich und mein Buch. Nikolas Semak wird ebenfalls auf der Bühne sein und eine weitere Frau, soviel ich weiß.

20.00 – 21.00 Uhr Randall Munroe: What if you had a thing explainer, Stage 1
Randall Munroe! (Mehr muss ich nicht sagen).

Mittwoch

10.00 – 11.00 Uhr Laurie Penny: Change the story, change the world, Stage 1
Narrative sind wichtig. Sie können die Wahrnehmung komplett verändern. Wie können wir durch die Schaffung der „richtigen“ Narrative die Welt zum Besseren ändern?

16.15 – 17.15 Uhr Journelle: Das Internet hat mich dick gemacht, Stage 5
Mich hat das Internet auch dick(er) gemacht, dafür bin ich aber glücklich. Ein Vortrag, der auch was mit Selbstliebe zu tun hat und eigentlich auf Stage 2 sollte. Aber gut…
Über weitere Tipps freue ich mich! V.a. wenn es um Feminismus geht.

Eltern werden, locker bleiben

Nido-Abonnentin seit äh immerAn dieser Stelle hätte ich eigentlich gerne ein Foto des Nido-Buchs gezeigt. Leider kann ich das nicht, weil mir das Buch abhanden gekommen ist. Meine letzte Erinnerung an das Buch ist, dass ich es in der U-Bahn gelesen und dann zurück in meine Tasche gepackt habe. Vermutlich wurde es mir dann geklaut. Das sollte als Kurzrezension eigentlich genügen.

 

Ausführlicher kann ich nur aus meinen Gedanken beschreiben. Wer ein Paar Zitate lesen möchte, schaut bei Mama arbeitet vorbei, die hat auch etwas zu dem Buch geschrieben.

Mich hat die Bebilderung des Buchs nachdrücklich begeistert. Ich mag die Bildsprache des Nido Magazins generell sehr gerne. Nicht diese sauberen Kinder, die nichts kaputt machen, nie schreien und immer adrett in die Kamera lächeln. Wenn die Kinder verstrubbelt sind und chaotisch aussehen, habe ich als Mutter viel eher den Eindruck, die AutorInnen des Magazins bzw. des Buchs haben tatsächlich eine Vorstellung davon, was es heißt, Eltern zu sein und das begrüße ich. Denn was anderes möchte ich nicht lesen. Das Buch ist zu verschiedenen Themenkomplexen wie Erziehung, Paarleben, Erziehungsumfeld und Auszeit ein Best Of der bereits erschienenen Nido Magazine. Es gibt viele AutorInnen, die ich auch im Magazin (oder Internet) sehr gerne  lese. Dazu gehören Paul-Philipp Hanske, Michalis Pantelouris und Georg Cadeggianini.

Neben den Themenartikeln gibt es auch Doppelseiten mit Kurzinfos. Sowas finde ich auch sehr familienalltagsfreundlich. Manchmal hat man genau drei Minuten Zeit bis das nächste Kind z.B. schreit „Maaaaammmaaa, ich bin feeeertich.“ Dann hat man wenigstens etwas gelesen.

Ich mag die Nido einfach. Das ist kein Geheimnis. Das Buch mag ich auch und ich finde, es ist ein sehr schönes Geschenk für (Neu)Eltern, damit die gar nicht erst in die Tiefen von unsäglichen Elternforen oder in die Reihen der Hochglanzratgeberliteratur abrutschen. Es gibt nämlich keinen idealen Weg zum Elternsein, der für alle Menschen und Konstellationen passt. So einen Quatsch würde das Nido Magazin auch nie behaupten. Glücklicherweise.

Deswegen mein #ff auch für die Online-Version und den Twitter-Account.

Ach und weil man ja differenziert rezensieren soll: Ich hab auch noch Kritik im Kopf. Was hinten auf dem Buch steht, ist für mich die Nido alles nicht. Hätte ich den Text im Laden gelesen, ich hätte das Buch liegen gelassen. Hehe. Da steht was von beste Tipps und Tricks. Ich dachte immer, dafür ist die langweilige Konkurrenz, die ich nach drei Ausgaben schon nicht mehr ertragen habe, zuständig.

Mütter

Freundlicherweise habe ich von Gruner + Jahr die GEO Wissen „Mütter“ zur Verfügung gestellt bekommen, um eine Rezension darüber schreiben zu können.

Grob untergliedert das Magazin sich in zwei Perspektiven. Zum einen beleuchtet es die Perspektive Mutter sein und zum anderen die Perspektive Mutter haben.

In der Mitte des Heftes gibt es außerdem zwei Tests: „Wie war die Beziehung zu Ihrer Mutter?“ und „Bin ich eine gute Mutter?“. Das hat mich etwas an die Zeiten erinnert, in denen ich noch gerne BRAVO Girl! gelesen habe.

Die GEO Wissen hat eine wunderbare Bildsprache. Ich empfand viele Bilder wirklich berührend und hab sie so gerne angeschaut wie ich Themen-Tumblr-Bildblogs anschaue. U.a. sind Werke von Christopher Anderson zu sehen, dessen gesamte Bildserie „Son“ auch als Buch veröffentlicht wurde. Inszeniert aber surreal schön sind die Bilder von Julia Fullerton-Batten „Mothers and Daughters„. Von Andreas Mader gibt es eine Fotoserie zu sehen, die „Die Tage Das Leben“ heißt und unter anderem Mütter und ihre Töchter über Jahre hinweg begleitet.

Die Artikel decken ein sehr großes Spektrum an Themen ab. Richtig gut hat mir gefallen, dass dabei unterschiedliche Wahrheiten beleuchtet werden, indem beispielsweise Erziehungsstile (und -wahrheiten) unterschiedlicher Kulturen beschrieben werden oder aufgezeigt wird, wie sich bestimmte Haltungen im Laufe der letzten Jahrzehnte (und Jahrhunderte) stark gewandelt haben. Und dass es eben keine allgemein gültigen Wahrheiten gibt, sondern diese stark vom gesellschaftlichen Kontext abhängen.

Dabei geht es nicht immer „nur“ um die Mutter-Vater-2-Kinder-Familie, sondern es gibt genauso Platz für andere Konstellationen (mehrere Mütter, Großfamilien, Eltern über 50, Frauen- und Männerpaare…)

Alles in allem also wirklich lesenswert und ich werde mir auch das Special „Väter“ bestellen.

Inhaltsverzeichnis und Leseproben gibt’s übrigens online.