Das Nuf Advanced

Das Nuf 1.0 war gestern

Schlimme Dinge, die man als Eltern aushalten muss, Teil 1

Säuglinge des Bösen

Level: Objekt der Begierde, Seltsame Beobachtungen — dasnuf at 11:34 am on Thursday, January 28, 2010

Der Tag an dem die Welt zusammenbrach

Sommer 2007 waren wir Eis essen.
Am 17. September – also fast am Ende der Saison – geschah etwas wundervolles. Der Eishändler unserer Wahl nahm rosa Glitzereislöffel in seine Kollektion auf. Wie sich erfahrene Eltern denken können, war diese Kombination unwiderstehlich und sorgte für ein Umsatzplus von gut 27%.
Allerdings hatte der Plastiklöffelhersteller Lieferprobleme und so kam es, dass wir am 30. September den allerletzten rosafarbenen Glitzerlöffel ergatterten. (Freilich nicht ohne der ein oder anderen Mutti meine gespitzten Ellebogen in die Seite zu rammen…)
Der Löffel wanderte in die Küchenschublade und wurde jeden Morgen feierlich unter Fanfarenmusik zu Tisch getragen, um dort benutzt zu werden.
Zwei Jahre später, am 11. Oktober 2009 geschah das Unvermeidliche. Der Löffel zerbrach.
Das Kind bekam einen Nervenzusammenbruch und konnte nur unter stundenlangem Trösten und dem Versprechen recht bald ein Hauspferd anzuschaffen, beruhigt werden. Die Recherche zum Thema Hauspferd ergab, dass nicht unwesentliche Probleme mit der Anschaffung verbunden wären. Beispielsweise verstehen sich Hauspferde mit Kampfhunden nur mittelmäßig gut – was in Berlin schnell ein Problem werden kann.
Ich entschloss mich alternativ einen neuen Löffel zu kaufen. Sieben Wochen später gab ich auf. Kein Löffel war so wie der zerbrochene und das Kind weinte jeden Morgen bitterlich. Kompromissbereit war es dennoch. Wenn der Löffel farblich ganz genau dem Essen entsprach, trocknete das Kind die Tränen, nickte und begann mit den Worten “Passt farblisch” zu essen.
Ich kann hier nur berichten, dass es einfacher ist, das Essen auf die Löffel abzustimmen und nicht umgekehrt. Sehr schwierig zu besorgen war z.B. der Salami-Stullen-Löffel: unten am Griff braun, ein gelber Kringel und oben rot mit weißen Punkten. Besser ist es, einen pastellgelben Löffel mit einem Bananenquark zu reichen…
Wie dem auch sei.
Das Hauspferd fühlt sich bei uns eigentlich ganz wohl und den Ausritt machen wir jeden Morgen um 5.12 Uhr. Da schlafen die Kampfhunde noch und es gibt nur selten Ärger.

Level: Kinder Kinder, Objekt der Begierde — dasnuf at 7:34 am on Saturday, January 23, 2010

Traditionen

Mein Mann ist glücklicherweise nicht fußballbegeistert. Doch tief in jedem Mann schlummert wohl die Leidenschaft für das Runde. Tiefenpsychologisch gedeutet sogar ein Liebesgeständnis, dieser Kuchen.

Der Bienenstich war köstlich und das Geschenk wie immer das beste, das ich je bekommen habe. Endlich kann ich meine Paintbilder bauen!

Level: La familia, Objekt der Begierde — dasnuf at 11:31 am on Friday, July 3, 2009

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Kaum hat man die ersten sieben Kinder in die Welt gesetzt, wird der Platz knapp und man denkt über Hausbau nach. Problem: Woher mit den 200.000 Euro, dies kostet?
Nachdem ich mehrere Jahre erfolglos nach unbekannten amerikanischen Erbtanten gefahndet hatte, fiel mir am Wochenende ein Werbeprospekt in die Hände, welches auf unerwartete Weise eine einfache Lösung bot.
Angeboten wurde ein iPhone-Immitat, mit zwei SIM-Karten zu je 4,95 Euro im Monat, plus 100 Euro in bar und einem Startguthaben von 50 Euro. Die Verträge würden jeweils zwei Jahre laufen.
Mathematisch begabt wie ich bin, errechnete ich mir so schnell ein günstiges Finanzierungsmodell.
Ich bestelle 2000 Handys. Macht 200.000 Euro in bar. Die Handys verkaufe ich für durchschnittlich 30 Euro bei ebay – macht weitere 60.000 Euro.
Bleiben 4000 Verträge à  4,95 Euro, die man gegen zu rechnen hat. Pro Jahr also 23.760 mal 2 gleich 47.520.
Bleiben 12.480 Euro Gewinn!!!
Und davon kann man locker noch ein Paar Handyverträge hinzuordern und sich davon einen Pool bauen, Designermöbel kaufen und die Ausbildung der Kinder finanzieren.
Anyone a cell-phone? Günstig ab 30 Euro abzugeben. Absolute Neuware!

Level: Objekt der Begierde, Seltsame Beobachtungen — dasnuf at 7:16 pm on Thursday, June 18, 2009

Essen, essen, überall

Es war schon immer so, dass ich extrem leicht beeinflussbar war. Ein Fähnchen im Wind ist stabil wie die chinesische Mauer gegen mich. Ich sehe Werbung für ein neues Shampoo und fünf Minuten später sehe ich mich an der Kasse einer Drogerie mit genau diesem Shampoo auf dem Warenband.
Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ich immer mehr zunehme. Denn ich bin von Essen umgeben. Essen, essen, überall. Von 7.00 bis 10.30 Uhr wird auf Twitter gefrühstückt. Muffins, Franzbrötchen, Bagels und Zwiebelmett. Ab 11.00 Uhr gehen die ersten zum Mittagessen. Um 16.00 Uhr ist Kuchenpause und ab 17.00 Uhr wird gekocht.
Schrecklich.
Ich fahre den Computer runter und stelle das Fernsehgerät an und da wird weiter gefressen. Rach – der Restauranttester, die Kochprofis, das perfekte Dinner, unter Volldampf, Kocharena, Lafer! Lichter! Lecker!, Dschungelcamp.
Fressen, fressen, fressen.
Ich stelle das Empfangsgerät ab und höre in der Küche die Kinder wie kleine Meisen im Nest schreien “Essen, essen, essen!” und sehe wie sie ihre Mäulchen aufsperren.
Was waren das noch für Zeiten als ich als Studentin mit 5 DM eine Woche auskommen musste. Wunderbar. Ich habe mir einfach eine Schachtel Zigaretten gekauft und die Reste anderer in der Mensa fertig gegessen. So schön war das!

Level: Objekt der Begierde — dasnuf at 1:00 pm on Tuesday, February 3, 2009

Jackpot, aber nicht mit mir!

Am steigenden Jackpot kann man ja sehen, dass alle Lotto spielen. Alle? Nicht alle! Ich natürlich nicht.
So ein hahnebüchender Unsinn! Ihr gebt alle Euren Lottoschein ab, aber ich wette keiner hat konsequent durchdacht, was passiert wenn man wirklich gewinnt.
ICH habe das und daraus ergibt sich: Ich will auf keinen Fall gewinnen.
Führt Euch doch mal die Milliardäre der Comic- und Superheldenszene vor Augen. Und? Ist Euch jemand eingefallen der zufrieden und glücklich ist? Batman z.B.? Frustriert, rachsüchtig, einsam.
Dagobert Duck? Jähzornig, übellaunig, sozial isoliert.
Stimmt das denn niemanden nachdenklich?
35.000.000 Euro am Konto und dann? Was ist das erste was man macht? Sorgenfalten bekommen. Wer bekommt jetzt wie viel? Die Eltern. Jeder 1 Milliönchen? Ist das geizig? Wie kommt man dann rüber? Der große Knauserer?
Kind! Was haben wir bloß falsch gemacht mit unserer Erziehung? Aufgeopfert haben wir uns und jetzt? Was ist der Dank? Wir bekommen nur eine schlappe, popelige Millionen?
Also 2? Aber die Eltern sind geschieden. Also bekommt jeder 2? Die Geschwister? Verdammte sienben Schwestern und noch die fünf Brüder des Mannes? Und deren Kinder?
Und die eigenen Kinder? Überlässt man denen je … sagen wir 5 Millionen?
Lässt man sie jetzt schon ran und riskiert eine Charakterverrohung? Oh, oh, Marioooo. Oh, oh, singt Tele mahnend im Hintergrund.
Also die Kohle für die eigenen Kinder verwalten? Dann kann man aber selbst nichts ausgeben. Vorbild sein. Bescheidenheit miemen. Klopapier auf beiden Seiten benutzen und dann recyclen.
Besser nichts großes, verschwenderisches kaufen. Nur die kleinen Wünsche erfüllen. Doch wer will sich den Stress bitte geben. Für jede kack Digicam 2 Wochen Preisvergleich, Amazon-Bewertungen lesen, Preise im Laden vergleichen. Das gleiche für den Wasserkocher, den Sandwichmaker, die Rotlichtlampe, die neuen Lichtschalter….
An die Armeen von Finanzberatern die täglich bodenleckend den Wegesrand säumen nicht zu denken.
Lotto-Gewinn? NEIN DANKE. Da mache ICH NICHT mit. Ich bin doch nicht wahnsinnig.

Level: Experimente, Objekt der Begierde — dasnuf at 8:30 am on Saturday, January 31, 2009
More Level »