Das Rad der Zeit

dreht sich manchmal schneller als einem Hamster lieb ist.

Die Hamster erinnern mich an folgende Geschichte.
1995 bin ich nach Bamberg gezogen. Die erste Wohnung die ich besichtigte, gefiel mir nicht. Daraufhin zeigte die Vermieterin mir eine zweite eine Etage tiefer.
Die Wohnung war riesengroß, hell und hatte alles, was ich mir wünschte.
– Was kostet die denn?
– 450 DM
– Oh, das kann ich nicht zahlen.
– Was können sie denn zahlen?
– Maximal 250 DM.
– Naja dann zahlen sie eben 250.
Die Vermieterin, das erwähnte ich eben nicht, war 85 Jahre alt. Sie hatte ein Auge das nach außen schielte und eines das nach oben schielte. Wenn ich sie anschauen wollte, wusste ich nie so recht wohin ich schauen sollte. Unwillkürlich folgte ich oft ihrem Blick nach oben und so standen wir oft in meinem Wohnzimmer und starrten an die Decke, während wie die neusten Skandale der zum größten Teil ungetauften (!) Nachbarschaft austauschten.
Sie war ca. 1,50 Meter groß und wog schätzungsweise 100 Kilo. Sie war sehr runzelig und sprach astreines Bambergerisch, was weder „ts“ noch „ps“ vorsah.
Sie gab mir die Wohnung unter der Bedingung dass ich a) Vorhänge aufhängen würde, b) den wunderbaren Debbich drin lassen würde und c) den Holzjesus in der Küche hängen lies.
Alles kein Problem dachte ich, versicherte ihr, alle Punkte zu erfüllen und malte mir aus, wie ich diese Dinge einmal im Jahr rausholen würde, wenn die Vermieterin zur Visite käme.
Leider kam die Vermieterin Frau B. fast alle zwei Wochen nach dem Rechten zu sehen.
Immer wenn sie mich besuchen kam, hatte sie ihren ca 50 jährigen Sohn dabei, der geistig etwas zurückgeblieben war. Er war jedoch sehr herzlich und begutachtete, während seine Mutter die Sauberkeit in meinen vier Wänden beurteilte, alle Bilder, die bei mir in der Wohnung hingen und jauchzte dabei immer etwas näselnd „Chhhhööön!“.
Jung und einsam wie ich war, wollte ich mir eines Tages eine Ratte zulegen. Im Mietvertrag stand, dass Haustiere aller Art verboten seien. Ich überlegte mir eine Taktik, wie meine Vermieterin vielleicht doch umzustimmen wäre. Ich lieh mir eine Ratte von einer Freundin und das nächste Mal als ich mich Frau B. und Sohn besuchen kamen, zeigte ich dem Sohn die Ratte und der klatschte sogleich in die Hände und rief: „So ein chöner Hamster! Mamaaaaaa! So ein chöner Hamster“
Frau B. kam auf ihren Fassbeinchen angelaufen und war ganz aufgebracht: „Keine Hausdiere! Keine Hausdiere!“
Der Sohn schaute enttäuscht „Aber Mama das is doch nur ein Hamster!“
Frau B. rümpfte die Nase, kam näher an den Käfig: „A gomischer Hamster is des!“ „Aber süüüß, Mama!“
So ging das eine gute Viertelstunde. Irgendwann gab sie ihrem Herzen ein Ruck und ich durfte den vermeintlichen Hamster unter der Bedingung behalten dass der Sohn den chönen Hamster auch mal streicheln dürfte.

Prost

Als erfahrene CTU-Agentin empfehle ich das Interview mit dem adrenalinstrotzendensteteten Mann der Welt plus 23 weitere interessante Details über 24.

Kiefer Sutherland heard that American college students use 24 as a drinking game, downing a shot every time Jack Bauer says ‚damn it‘. So he changed the script in one episode to have Jack say ‚damn it‘ 14 times in one hour.

Gefunden hier.

Dick Majonäse…

Die einzigen Gedichte, die ich auswendig kann, entstammen aus meinen zwei Gedichtbändern, die ich besitze. Das eine ist von Lewis Carroll, das andere von Robert Gernhardt und heißt Lichte Gedichte. Robert Gernhardt ist heute gestorben. Deswegen sage ich leise mein Lieblingsgedicht von ihm auf:

Diät-Lied (mit Ohrfeigenbegleitung)

Ich freu mich auf mein Frühstück
Da schneide ich zwei Hörnchen auf
(Klatsch Klatsch)
Da schneid ich etwas Graubrot auf
Und schmiere mir dick Butter drauf
Und Leberwurst und
(Klatsch Klatsch)
Und schmiere dünn Margarine drauf
Und etwas Kräuterpaste
Und reichlich Gorgonzola
(Klatsch Klatsch)
Und keinen Gorgonzola
Sodann greif ich zum Pfirsich
Den schneide ich in Stücke
Und haue massig Sahne drauf
(Klatsch Klatsch)
Und mache einen Joghurt auf
Und tu ihn auf den Pfirsich
Und reichlich Gorgonzola
(Klatsch Klatsch)

Und keinen Gorgonzola
Und zwanzig Löffel Müsli
(Klatsch Klatsch)
Und einen Löffel Müsli
Dann freu ich mich auf Mittag
Da brat ich einen Tofu auf
Und tue reichlich
(Klatsch Klatsch)
Sprossen drauf
Und jede Menge
(Klatsch Klatsch)
Kleie
Das ess ich, weil es sein muss
Und freue mich aufs Abendbrot
Da gibt’s ein Riesenschnitzel
(Klatsch Klatsch)
Da gibt’s ein kleines Schnitzel
(Klatsch Klatsch)
Da gibt es gar kein Schnitzel
Da mach ich einen Bratling warm
Und tu dick Majonäse drauf
(Klatsch Klatsch)
Und drei, vier Spiegeleier
(Klatsch Klatsch)
Und reichlich Gorgonzola
(Klatsch Klatsch)
Und schütt es in den Lokus
Dann drücke ich die Spülung
Und freu mich auf den Nachtisch
Da trinke ich vom feinsten
(Klatsch Klatsch)
Und stillsten Wasser, das es gibt
Sodann wird ein Versuch geübt:
Wieviel vom schweren roten Wein
Geht in den Durchschnittsmann hinein?
(Klatsch Klatsch)
Wenn der dabei im Schmalztopf wühlt
(Klatsch Klatsch)
Sich grad wie Gott in Frankreich fühlt
(Klatsch Klatsch)
Fünf Eisbein mit zehn Bierchen kühlt
(Klatsch Klatsch)
Und die mit Schnäpsen runterspült
(Klatsch Klatsch)
und reichlich
(Klatsch Klatsch)
Gorgonzola
(Klatsch Klatsch)
Das will ich ausprobieren
Und sollt ich dran krepieren
Dann hab ich meine letzte Nacht
Zumindest lustvoll
(Klatsch Klatsch)
Zumindest heiter
(Klatsch Klatsch)
Zumindest spannend
(Klatsch Klatsch)
Zumindest nahrhaft
zugebracht.