Genervt III von Kino-Preisen

Kino Eintrittsgeld
Einmal ins Kino – ohne Gelddruckmaschine nicht unbedingt möglich Quelle: Pixabay @geralt

Neulich haben wir uns überlegt mit den Kindern ins Kino zu gehen.

Das sollte für 2 Erwachsene und 2 Kinder 47,00 Euro kosten.

Bildschirmfoto 2016-07-12 um 10.12.24

SIEBENUNDVIERZIG EURO.

Jetzt stelle ich mir vor, die Kinder hätten gerne noch eine Tüte Popcorn und je ein Getränk.

Wer zur Hölle kann (und will) sich das noch leisten?

Also ICH nicht. Was wir mit dem Geld machen werden: In eine Videothek gehen, uns eine DVD leihen, in den Supermarkt laufen – Mikrowellenpopcorn, Pizza und Eis für alle kaufen und das ganze am heimischen Beamer anschauen. Was ich mit den gesparten zwanzig Euro machen werde, weiß ich noch nicht so genau.

Früher™ bin ich als Kind so ungefähr zwei Mal im Jahr ins Kino gegangen. Um die Weihnachtszeit z.B. kamen die Disney-Filme und da man die damals auch gar nicht auf Video leihen konnte, war der Ausflug ins Kino ein Jahreshighlight.

Wahrscheinlich war das damals auch schon so teuer – sonst wären wir vielleicht öfter ins Kino gegangen… an zusätzliches Popcorn und so kann ich mich jedenfalls nicht erinnern.

Ich erinnere mich aber an die Dunkelheit im Kino und an die Vorfreude. Wie sehr ich die Vorfilme geliebt habe und wie ich dann im Hauptfilm völlig in diese andere Welt eingetaucht bin. Ich erinnere mich lebhaft an „Bernard und Bianca“ (von dem ich bis jetzt dachte, er hieße „Bernhard und Bianca“) , an „Cap und Capper“ (und meine Tränen) und an „Susi und Strolch“.

Oft ist es ja so, dass man irgendein lauschiges Gefühl aus der eigenen Kindheit zurückholen und es den Kindern schenken möchte. Deswegen würde ich gerne ab und an mit den Kindern ins Kino gehen.

Zu den Preisen allerdings nicht. Da muss man sich einen Workaround basteln quasi.

Übrigens, weil meine Freundin mich darauf hinwies – einen Ausweg aus dem Preisdilemma gibt es (zumindest für Berlin) – und zwar den Berliner Familienpass:

Im Familienpass sind so viele Ermäßigungen, dass ich ihn für manche Kategorien leider immer wieder aus den Augen verliere. Das ist etwas dumm, denn es gibt eine eigene Kategorie Kino (ab S. 49).

Für bestimmte Kinos (BABYLON, Bali-Kino, Cineplex Kinos, Filmtheater am Friedrichshain, EVA-Lichtspiele) zahlen alle einheitlich den Kinderpreis (oder noch weniger).

Für die meisten Freiluftkinos zahlt man 5 statt 7 Euro und selbst bei der UCI Kette zahlt man für die Kindervorstellungen im Juli und August den Kindereintrittspreis für alle Familienmitglieder.

Es gibt im Familienpass weitere Kino-Ermäßigungen. Insgesamt 27 Stück.

Ich rege mich also etwas ab.

Ein bißchen zumindest.

GRUNDSÄTZLICH SIND DIE KINOPREISE ABER UNMÖGLICH. FÜFZICH EURO!!11! DAS SIND 5 MONATE NETFLIX-ABO IN HD. ECHTMA.

Kleine Männer mit behaarten Füßen

Hätte Peter Jackson meine Diplomarbeit geschrieben, wären aus „Der Hobbit“ keine drei Teile geworden.

Mitte der 90er habe ich mal einen sehr lustigen Artikel über die Ausstrahlung von Pretty Woman im arabischen Raum gelesen. Im Grunde ging durch die Zensur die komplette Handlung verloren und der Film schrumpfte zu einem Kurzfilm über einen reichen Mann, der mit seinem geliehenen Lotus Esprit Turbo nicht umgehen kann. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen übernimmt dieser Mann am Ende ein Familienunternehmen namens Morse und saniert es.

Ich schaue mir natürlich keine zensierten Filme an – jedoch erlebe ich oft einen ähnlichen Effekt, weil ich meistens im Kino einschlafe. Skyfall beispielsweise fand ich nicht sooo spannend, weil sich James Bond nach einer spektakulären Motorradjagd über die Dächer eines Basars in einem Büro einfindet, um sich kurz mit einer Frau zu unterhalten, die sich nach wagemutigen Autoverfolgungsszenen zu Beginn des Filmes entschlossen hat, Sekretärin zu werden.

Es könnte sein, dass Der Hobbit für mich aus den selben Gründen so enttäuschend war. Oft ist es natürlich auch die Differenz aus unbändiger Vorfreude, wahnwitzigen Erwartungen und tatsächlichem Erlebnis. Ich weiß noch genau als ich damals den ersten Teil von Herr der Ringe sah und am Ende des Films wie hypnotisiert aus meiner Begeisterung aufwachte und dachte: „Oh nein, was ist wenn ich sterbe bevor ich den 2. Teil gesehen habe???“

Tatsächlich meine ich aber mindestens zwei der drei Stunden wach gewesen zu sein. Vor allem am Anfang als die Zwerge in Disney-Manier sangen. Wobei, ich glaube, da bin ich doch kurz eingenickt, denn als ich aufwachte und sie immer noch sangen, dachte ich: „Oh, sie singen schon wieder ihr Heiho!“

Die Witzchen im gesamten Film waren ungefähr auf dem Niveau, das man humortechnisch haben muss, um über Langnesewerbung lachen zu können.

Klar ist Der kleine Hobbit ein Kinderbuch. Aber wenn die Verfilmung das wiedergeben soll, dann sollten vielleicht ein Paar weniger Orks enthauptet und aufgeschlitzt werden, dann könnten das zehnjährige Kinder sehen und sich daran erfreuen.

Ich glaube, was dem Hobbit passiert ist, ist das was alle kennen, die mal einen sehr langen Text verfasst haben und ihn wieder kürzen mussten. Eine Diplomarbeit z.B..

Da schreibt man hups 370 Seiten und hat so viel Arbeit und Energie rein gesteckt, dass man jede Seite für unverzichtbar hält. Man ist fast ein bißchen verliebt in den furtchtbar erkenntnisreichen und schlauen Text und genau mit dieser Erwartung überreicht man ihn einer guten Freundin zum letzten Abnicken. Die meldet sich alsbald und fragt: „Möchtest Du den Text freundschaftlich oder ehrlich kritisiert wissen?“

Man antwortet blauäugig „Natürlich ehrlich!“ und weint nach Erhalt des Textes zwei Tage am Stück, reicht dann eine Verlängerung im Studienamt ein, verreist zehn Tage, um Abstand zu gewinnen und überarbeitet die 370 Seiten zwei volle Wochen. Am Ende hat man nur noch 180 Seiten und erhält eine eins.

Das hätte Peter Jackson auch machen sollen, nehme ich an.

Ironie versteht der Leser nicht

Von Journalisten hört man es oft: Ironie versteht der Leser nicht. Auch mir fällt es bisweilen schwer. Doch scharfsinnig wie ich bin, ist es mir heute mal wieder gelungen.

In der Regel warte ich bis ich ins Kino gehe oder mir eine DVD ausleihe, bis Anke Gröner was darüber geschrieben hat. Sie trifft den Nagel grundsätzlich auf den Kopf. Alle 4 Jahre schreibt sie eine 1. April-Filmkritik – gemeinerweise nicht am 1. April, so dass die meisten gar nicht merken, dass sie in den April geschickt werden.
So passiert am 30. Mai 2005 und heute mit Wanted.

Der Tag an dem…

…mein liebender Partner seine Star Trek Fanschaft beendete: Pictures of Star Trek Cast
Nachtrag: Toll, dass ich so alt bin, dass ich mich wundere, dass da nur Kinder mitspielen.

P.S. Gibts eigentlich noch andere männliche Heros Zuschauer, die jedes Mal wenn sie Zachary Quinto sehen, hell kreischen vor Entsetzen?

Quelle: Irgendwo hier, nur wo?

Och nö

Ich interessiere mich nicht sehr für Hackbrötchen. Dennoch vermögen sie in mir eine größere Begeisterung auszulösen als der Film „The Number 23“ und das – wohlgemerkt – obwohl ich ausgesprochener Jim Carrey Fan bin.
Zusätzlich muss ich erwähnen, dass ich ein sehr ängstlicher Mensch bin. Thriller oder gar Horrorfilme sind nichts für mich. Ich habe als Kind selbst Heidi ausgestellt, wenn bedrohliche Hintergrundmusik erschallte, weil sich beispielsweise ein Zicklein in der Steilwand verirrt hatte. Den härtesten Horrorschinken, den ich je gesehen habe, war Gremlins. Ich trug fast zwei Wochen schlaflose Nächte davon und auch heute, rund zwanzig Jahre später, halte ich meine Zimmer nahrungs- und wasserfrei. Man kann ja nie wissen.
Man kann sich dank dieser Vorinformationen sicherlich ausmalen, wie langweilig „The Number 23“ tatsächlich ist. Die ersten zwei Drittel wird man mit der Zahl gequält. Um den Zuschauer totzulangweilen wäre es übrigens völlig ausreichend gewesen, die 23 in ihrer vollen Plumpheit im drei Sekunden Takt darzustellen. Leider reichte das dem Regisseur nicht und Jim Carrey muss zusätzlich permanent erwähnen, dass sich hinter dies oder jenem die 23 verbirgt.
Ist diese Folter überstanden, geht es an die Auflösung, die ebenso langwierig wie an den Haaren herbei gezogen wirkt.
Abschließend bleibt nur eine andere, sehr passende Filmkritik zu zitieren:
Wisst Ihr, was Pink ist? Rot 27, Weiß 65. Macht 92. „Pink“ hat vier Buchstaben. 92 geteilt durch vier macht?
Richtig: Keinen Sinn.