Es ist an der Zeit den Begriff Informations- und Wissensgesellschaft in Gesellschaft des gefühlten Wissens umzubenennen. Gefühltes Wissen ist etwas, mit dem sich Horst Evers bereits ausgiebig beschäftigt hat.
Findige Wissenschaftler sind dem Phänomen ebenfalls nachgegangen. Man hat einer Gruppe Probanden eine schematische Zeichnung eines Helikopterrotors gezeigt und sie anschließend gefragt, ob sie das Funktionsprinzip verstanden hätten. Fast alle bejahten. Die nachträgliche Detailbefragung ergab, dass man alles andere als verstanden hatte. Verstanden wurde einzig und allein „Ein Rotor dreht sich“ und „Ein Rotor bewirkt irgendwie dass der Helikopter fliegt“.
Dies ist auch der Grund warum Powerpoint über die Jahre immer beliebter wurde.
So wie einem jedes gängige Projektsteuerungstool vorgaukelt die Prozesse im Griff zu haben, so täuschen Powerpointpräsentationen vor, dass komplizierte Zusammenhänge auf einige einprägsame Kernaussagen eingedampft werden können.
Das von mir sehr geschätzte Buch zum pyramidalen Denken von Barbara Minto macht jeden zum Experten zum Finden und Darstellen solcher Aussagen. Die Powerpointslides werden überall gelobt und die Projektpartner gehen mit dem Gefühl nach Hause, etwas zu wissen.
Solange sie niemand genauer zu den geplanten Abläufen befragt, kommen keine Zweifel auf.
Aber wer solte das schon tun und warum? Das Projektteam? Sicherlich nicht, denn David Copperfield lebt ebenfalls von Illusionen gleicher Art.
Es reicht, dass alle das Gefühl haben, etwas verstanden zu haben. Das stärkt das Kompetenzempfinden und macht alle glücklich und zufrieden.
Autor: dasnuf
Ich sehe gelb
Vor der WM musste man in fast allen Zeitungen davon lesen, wie die Deutschen sind. Das haben die Journalisten geschrieben, weil sie die Besucher aus fremden Ländern auf uns einstimmen wollten.
Die Deutschen seien z.B. weiß wie schwäbische Käsespätzle, würden es aber lieben sich durch stundenlanges Aalen unter Solarien in kleine Schmorkarotten zu verwandeln.
Darüber hinaus solle man auf den Deutschen an sich nicht allzu freundlich zugehen. Hinter Freundlichkeit vermute der Deutsche grundsätzlich Böses.
Überhaupt schaue der Deutsche ständig grimmig. Das solle man ihm aber nicht übel nehmen, das müsse er machen, schließlich gehöre er zum Volk der Dichter und Denker und ohne ein entsprechendes Gesicht, da könne man eben nichts tiefgründiges Erdenken.
Über die WM-Besucher schreibt aber niemand was. Wäre ja auch gemein. Sind ja Ausländer und als Deutscher was über Ausländer zu schreiben, das ist heikel.
Dennoch sollte man sie mal näher unter die Lupe nehmen, denn durch eine entsprechend ausgiebige Recherche fallen einem dann schnell Gemeinsamkeiten auf. Z.B. habe ich feststellen können, dass ich vieles mit den Finnen gemeinsam habe, die können nämlich die Schweden nicht leiden. Die Schweden sind dem Finnen das, was der Ostfriese dem Rest-Deutschen ist.
Ein bißchen verwunderlich ist das schon, denn gerade die Finnen, die müssten Verständnis für die Schweden haben, leben sie doch unter ganz ähnlichen Bedingungen in ihrem Land. Mitgefühl wäre also angebracht.
Außer Elchen (250.000 Stück), Mücken ( 1.000.045.866 Stück) und Wald (56 Prozent der Landesfläche) haben die Schweden nicht viel. Sonne haben sie beispielsweise kaum. Auch Alkohol steht ihnen nur in begrenztem Maße zur Verfügung. Kein Wunder also, dass die Armen gestern schon ab 12 Uhr grölend und wankend durch Berlins Innenstadt taumeln mussten. Mir haben v.a. die 2,20 m großen Ingas angst gemacht. Die haben alle lange, blonde Haare, deren einzelnes Haar so dick wie ein Reisigzweig ist. Als ich gestern beim Italiener für ein Eis anstand, kam eine der Ingas von hinten, strich sich ihr Haar aus dem Nacken und ich habe mich so sehr darin verfangen, dass ich gut eine halbe Stunde gebraucht habe, wieder raus zu kommen. Inga hat das nicht mal gemerkt und nur ein bisschen verwundert geschaut, als ich aus ihrem Haartippi kletterte.
Meinem Freund ist etwas ganz ähnliches passiert. Der geriet beim Aussteigen aus der U2 in die Lücke zwischen den Riesenbrüste einer anderen Inga, die in die U-Bahn einströmte, während er aussteigen wollte. Erst im Olympiastadion kam er wieder frei, weil einem Ticketkontrolleur der Fremdkörper zwischen den Brüsten als potentieller Feuerkörper ins Auge gefallen war.
Für mich steht nach jetzigem Stand fest: Die nervigsten WM-Fans sind die Schweden. Doch nicht in allen Fällen bin ich der Maßstab aller Dinge. Wen haltet ihr für die unerträglichsten WM-Fans?
Bekenntnis
Und immer wieder unterstreiche ich, gäbe es einmal eine Gelegenheit, ich würde mich vor malo zu Boden werfen, rückwärts kriechend vor ihm einen Blumenteppich ausstreuen und auch sonst alles unternehmen, um meiner Verehrung seiner Texte adäquaten Ausdruck zu verleihen.
Bitte lesen Sie dort auch den Artikel zur Opferung unschuldiger Kinder!
Empfehlung einer Fledermausliebhaberin
Heutzutage ist man ja total out, wenn man nicht irgendeinen ultracoolen Klingelton hat. Heute habe ich endlich meinen gefunden. V.a. in öffentlichen Verkehrsmitteln der Hit. Da winden sich rund 30% aller Mitfahrer unter Höllenqualen und der Rest schaut völlig unbeteiligt.
Die lieben Referer
Es lohnt oft, die Referer näher unter die Lupe zu nehmen. Wunderschöne Links auf Schönesblog.
Deutschland hat einen neuen Nationalhelden
Statistik, WM und die Nachbarn
Gerade hat Berlin laut aufgebrüllt. Auch ohne Fernseher bekomme ich alles mit. Die Nachbarin unten schreit die ganze Zeit och nö und dass der Ballack nich so macht, wie sie aber will. Bin fast vom Stuhl gefallen. Kinder weinen und Männer brüllen sich die Kehle heiser.
Ich bereue meine Unfähigkeit mich für Fußball zu begeistern, während ein Kanon aus der Nachbarschaft ruft: „Och sach ma, ja, ja, neeee!“ Also vertiefe ich mich in meine Zugriffszahlen, Backlinks und Vergleiche von URLFAN, Technorati, Alexa, Google und Co..
„JojojoholdenBall!“ tönt es währenddessen vom anderen Haus „Nenenenekrichternich!“. Als ich dann die eigene Statistik betrachte [Tröte im Hintergrund] stelle ich folgendes fest: Während sich 1,5 Milliarden Menschen weltweit und 70 Millionen in Deutschland die WM anschauen, gibt es ca. einundsechzig Menschen, die gerade Frau Pahs Blog lesen und brav den Link zu meiner Seite klicken. Zeige die letzten 50 Referrer [Trillerpfeife, Fangejubel], klicke ich und die sagen alle: Schöne Grüße, wir sind dem Link gefolgt, bleiben eine Sekunde und ziehen weiter.
Auf dem WM-Live-Ticker von GMX hat das Spiel noch nicht mal angefangen. Zeit ins Bett zu gehen. Ich will abnehmen. [Abpfiff der ersten Halbzeit]
Audible und die ZEIT
Nachdem ich ca. vierhundert Mal nachgefragt und weitere zwanzig Wochen gewartet hatte, kam bei mir doch tatsächlich mein toller Blog-Preis der ZEIT an. Auf dem Anschreiben stand: Herzlichen Glückwunsch Nuf, das Losglück war Dir hold. Super Sache. Dabei hatte ich mir doch die Finger blutig getippt, um den Preis zu bekommen.
Nach Erhalt des Preises, hatte ich gleich versucht mir etwas runterzuladen. Leider gab es nichts Interessantes. Das Angebot war grauenerregend. Niveau Sakrileg und der Schwarm – unerträglich. Ich habe fast ein ganzes Jahr regelmäßig reingeschaut und jetzt, da der Gutschein bald abläuft, hat sich zumindest das englische Angebot von Audible stark verbessert. Deswegen gibt es demnächst auf die Ohren:
Extremely Loud and Incredibly Close, Jonathan Safran Foer
Kafka on the Shore, Haruki Murakami
How to be alone, Jonathan Franzen
Dave Barry’s Guide through Marriage and Sex, Dave Barry
Außerdem habe ich runtergeladen und gehört:
Wie kommt dieses Buch bitte zu guten Kritiken? Der Mann soll singen, singen, singen aber nie mehr Bücher schreiben und vorlesen. Das ist ja langweiliger als mir bei ner Lesung zuzuhören.


