Mama, was ist Arschwasser?

Während der deutsche Film vor sich hinsiecht und keinen eigenen Charakter entwickelt, gibt es wenigstens in der Musik einige kleine Lichtblicke.
Gemeint ist hier das Album von ‚Beda Box‘, wie ‚Peter Fox‚ gerne vom jüngsten Mitglied der Familie genannt wird. Gestoßen bin ich auf Peter Fox durch morgendliches Rappen von Kind 1.0, das einen erstaunlich guten Flow hat.
Wie dem auch sei.  Stadtaffe – so heißt das Album, ist äußerst hörenswert. Zumal es Peter Fox tatsächlich gelingt sich aus dem jammerigen Depri-Gejaule sonstiger deutscher Interpreten abzuheben.
Ein Album das musikalisch wie textlich überzeugt und den piefigen Herbst vergessen lässt.
Deutsche Jaulbojen, nehmt Euch ein Beispiel und quält mich nicht mehr mit dummen Texten.

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 1

Es gibt viele missachtete Kunstformen. Einer möchte ich in meinem Blog angemessen huldigen: Fotos von Hackfleisch in Werbeprospekten. Heute:

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Reichelt, 1 Kilo Hackepeter
Reichelt präsentiert ein Kilo frisch gehacktes Schweinefleisch auf einem runden Silbertableau – eingebettet in gehackten Zwiebeln.
Nahezu ideal gewölbt erhebt sich der Fleischberg auf dessen höchstem Kuppelpunkt mehrere Zwiebelringe thronen, die durch einen kleinen Zweig Petersilie in Szene gebracht werden.
Auf die Fleischkuppel wurde mit einem Messer ein netzförmiges Muster geritzt.
Auf den ersten Blick eine übliche Inszenierung von Hackfleisch. Tatsächlich offenbart der genaue Blick erschreckende, ja nahezu beunruhigende Spannungen.
Das zerhackte Fleisch auf einem Bett zerhackter Zwiebeln gaukelt ein friedliches Nebeneinander von Arm und Reich.
Das Element Arm und Reich wird gleich ein weiteres Mal dargestellt durch das Drapieren von Hack – Symbol des (Frühstücks des) armen Mannes – auf einem blank poliertem Silbertablett.
Der Gegensatz lenkt hier die Aufmerksamkeit auf eine gesellschaftskritische Dimension dessen sprichwörtlicher Fleischberg durch Petersilie geschmückt wird.
Als Lieblingsmuster der Königin Victoria dominiert die Petersilie, (siehe „Paisleymuster“) als Versinnbildlichung des wohlhabenden Teils der Bevölkerung, obgleich in der Minderheit (!), den Hackfleischberg, welcher das einfache Volk repräsentiert.
Zerkluftet durch scharfe Messerschnitte vergeht der nur auf den ersten Blick Einheit demonstrierende Pöbel des Hackfleischhügels in wenigen Stunden und es bleibt nichts als ein stinkender Haufen Biomasse.

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 2

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 3

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 4

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 5

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 6

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 7

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 8

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 9

Merkliste: Dringende Projekte

KindergartenVZ gründen.

Wenigstens könnte man so die Grippe-Viren-Verbreitung besser beobachten.

„Kind 2.0 hat 25 direkte und 234 Kontakte 2. Grades.“

Ich habe: Rotznase, roten Po

Ich suche: erweiterte Sprachkenntnisse, Haare die langfristig als Frisur bezeichnet werden können

Suche rund um das Profil:

Mitglieder, die den selben Schnupfen haben wie ich…

Mitglieder, die das selbe Essen auf den Tisch spucken wie ich…

Ich sehe großes Potential!

Schönes aus alten Häusern

Zwölf Künstler haben in der Torstraße 166 leerstehende Wohnungen gestaltet, die man sich bis zum 12. Oktober zwischen 12 und 22 Uhr anschauen kann. Eintritt kostenlos.
Sehr zu empfehlen für alle, die als Kind gerne die Bänder aus Kassetten gezogen haben, um damit von den Eltern wenig geschätzte Spiderman-Phantasien zu verwirklichen.
Selten wird allen Sinnen so viel Erfahrung geboten. Schön. Hingehen.

Eloquentere Beschreibungen bei DE:BUG und im BerlinDesignBlog.

Familiäre Wochenendbeschäftigungen

Wer seine schicke Designerwohnung in eine Messibude verwandeln möchte, beherbergt entweder trinkfreudige Studenten oder schafft sich ein Paar Kinder an.
Allein schon die Anzahl der Dinge, auf die man täglich tritt und die man sich anschließend aus den Zehenzwischenräumen pult, ist enorm. Es ist daher dringend notwendig 30% des Haushaltes in Halbjahreszyklen zu versteigern oder an Flohmärkten feil zu bieten.
Im Irrglauben ein Flohmarkt würde Arbeit ersparen, nahmen wir gestern an einem solchen teil.
In vorangegangenen Feldstudien hatte ich alle Parameter bestimmen können der Verkaufsschlagerstand am Platz zu werden. Alle meine Sachen waren gebügelt, nach Größen und Themen sortiert und ansprechend auf Ständern, Bügeln und in kleinen Stapeln auf einer gemangelten Tischdecke platziert. Ich hatte Preisschilder befestigt und über meinem Kopf hing ein Schild, welches meine Verhandlungsbereitschaft signalisierte.
Ich selbst hatte geduscht, meine Haare waren gekämmt und ich verzog sogar die Mundwinkel nach oben.
Alles war perfekt.
Leider kamen dann die ersten Interessenten. Diese begannen in sekundenschnelle militärisch exakt gefaltete Kleidungsstücke zu verknüseln und unsystematisch Gegenstände aufzunehmen, um sie an völlig unpassenden Stellen wieder abzulegen.
Andere nahmen feilgebotene Artikel in ihre bakterienbehafteten Hände und führten sie so nahe vor Augen, dass sicherlich Abermillionen von Keimen direkt aus ihren Augen auf die Verkaufsstücke fielen oder ihr schlechter Atem sich an sie heftete.
Manche wagten es sogar einzelne Gegenstände zu beschnuppern! Mit solchen obszönen Vorgehensweisen hatte ich nicht gerechnet und fiel in Ohnmacht.
Die Kinder hatten wir zum Beginn der Aufbauphase vor vier Stunden an Stühle hinter unserer Verkaufsfläche gebunden, weil sie sich nicht artig verhalten wollten. Die verzweifelten Blicke und schrillen Hilferufe wirkten sich jedoch nur mäßig verkaufsfördernd aus und so entschied ich, meinen Freund mit ihnen loszuschicken, so dass er sie beschäftigen möge.
Dreißig Minuten später hatte ich bereits die Hälfte unserer Ware verkauft und freute mich darauf der Restfamilie von unseren Erfolgen zu berichten, während ich auf einen Haufen Kinderspielzeug blickte, der sich seltsamerweise langsam wankend auf mich zu bewegte.
Als der Tandberg schließlich an unserem Stand stoppte und oben erst die Kinder und dann der Freund herauspoppten, ahnte ich, dass die Arbeitsanweisung „Geh und beschäftige bitte die Kinder“ unpräzise formuliert war.
Es stellte sich heraus, dass der weichherzige Vater den Kindern genau den bewirtschafteten Betrag zum Erwerb von Losen überlassen hatte.
Gustavgansgleich hatten sie bis auf den Hauptpreis alle Gewinne aus dem Loszettelkasten gefischt.
Da mir zudem am Stand nebenan und gegenüber bereits interessante Gegenstände aufgefallen waren, lösten wir vorsichtshalber unsere Verkaufsstelle auf und fuhren nach nur 45 Minuten aktiver Flohmarktteilnahme wieder nach Hause.

Perpetuum Mobile 2.0

In naher Zukunft werde ich den unfassbar höchsten Page Rank aller Blogger dieser Welt haben, weil ich an die 7.000.000 Visitors am Tag haben werde* UND ich werde dabei reich werden, denn ich habe das Perpetuum Mobile 2.0 erfunden. Ich werde durch perfekte Gestaltung ellenlanger Keywordlisten und dynamisch erzeugter Titelzeilen in den AdWords-Anzeigen Millionen von Klicks auf meinen Blog generieren. Da die auf meine Seite geleiteten Internetsurfer keinen relevanten Content vorfinden, werden sie über meine in Bälde geschalteten AdSense-Anzeigen meine Seiten wieder verlassen und vermehren so freundlich mein Geld. Fehlt nur noch der Venture Capitalist für mein Initialbudget.

*Dieses phantasievolle Vorgehen wird selbstredend zusätzlich Decilliarden von Bewunderern erzeugen, die Backlinks auf meinen Blog setzen.

Reserviert http://de.wikipedia.org/wiki/genialsterkopfderwelt für mich!