2012 war ich Jury-Mitglied bei den Bobs und bin in diesem Rahmen auf das Blog Not quite like Beethoven von Alexander Görsdorf gestoßen. Ich hatte eine Liste von mehreren hundert Vorschlägen abzuarbeiten. Damit ich das überhaupt in der Kürze der Zeit schaffen konnte, hatte ich eine Art Querlesesystem, um eine erste Vorauswahl treffen zu können. In Alexanders Blog gab es allerdings ein anderes Problem. Ich musste mich zwingen nicht immer weiter zu lesen.
Ich habe Alexanders Blog später in meinen privaten Feed-Reader geworfen und immer mal wieder mit großer Begeisterung seine Einträge gelesen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich hörte, dass aus dem Blog ein Buch würde. Das Buch heißt „Taube Nuss: Nichtgehörtes aus dem Leben eines Schwerhörigen“ und ist schon im September 2013 erschienen.
Wie nicht anders zu erwarten, ist das Buch genauso gut zu lesen wie das Blog. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Informationen, Anekdoten und stellenweise wirklich lustig. Viele Details aus dem Leben als Schwerhöriger waren mir völlig unklar. Zum Beispiel: Wie lässt man sich morgens wecken, wenn man nicht (oder sehr schlecht) hören kann? oder auch warum kann eine tiefe Stimme ein Attraktivitätskriterium sein? Das sind alles kleine Sachen aus dem Alltag, die mir u.a. viel darüber beigebracht haben, was ich als „Flotthörende“ dafür tun kann, dass sich Schwerhörige nicht ausgeschlossen oder zurückgesetzt fühlen.
Abgesehen davon fasziniert mich wirklich die Technologie des CI und ich finde es wahnsinnig spannend zu lesen, wie das Gehirn lernt mit dem CI zu hören. (In diesem Zusammenhang kann ich übrigens auch die Lektüre „Das elektrische Ohr“ von Enno Park empfehlen.)
Und, um Pia Ziefle zu zitieren: „Der einzige Vorwurf den ich habe: [das Buch] ist zu rasch zu Ende.“ Gleiches Problem wie beim Blog also. Man kann nicht aufhören zu lesen.







