Kleintierplage

Als wir Kind 2.0 vom Krankenhaus nach Hause trugen, fand ich mitten auf der Straße ein Tamagotchi. Wir entschieden uns, es mitzunehmen und es Kind 1.0 zu überreichen. Total pädagogisch sinnvoll. Da würde es bestimmt gleich viel besser verstehen, wieso dem neuen Geschwister so viel Aufmerksamkeit geschenkt werden müsste.
Hat super geklappt. Kind 1.0 kümmert sich rührend um sein kleines piepsendes Tamagotchi. Jedenfalls ungefähr 15 Minuten über den Tag verteilt. Zum Beispiel wenn es sich anziehen soll.
Kann nicht, muss mich um mein Tamagotchi kümmern!
Oder wenn es den Tisch decken soll.
Kann grad nicht, muss mich um mein Tamagotchi kümmern!
Oder wenn es mit der Zahnbürste die Badfließen reinigen soll.
Würde gerne, kann aber nicht … […]
Den Rest der Zeit trage ich die Verantwortung. D.h. wenn das Stiefkind bei seiner Mutter ist, wenn es zur Schule geht, wenn es spielt, wenn es sich mit anderen Kinder trifft, wenn es schläft, isst, badet, wasauchimmer.
Ich weiß nicht, was ich falsch mache, aber das Tamagotchi ist total verzogen. Es will andauernd Aufmerksamkeit und wenn ich nicht mit ihm spiele oder ihm Geschichten vorlese, dann kackt es das ganze Display voll und ich kann Ihnen sagen, es ist eine Heidenarbeit das alles wegzuputzen und das Tamagotchi wieder neu anzuziehen.
Jetzt wissen Sie auch den Grund, warum es mit dem Bloggen nicht immer so klappt.

Tamagotchikacke

Der Tag an dem…

…mein liebender Partner seine Star Trek Fanschaft beendete: Pictures of Star Trek Cast
Nachtrag: Toll, dass ich so alt bin, dass ich mich wundere, dass da nur Kinder mitspielen.

P.S. Gibts eigentlich noch andere männliche Heros Zuschauer, die jedes Mal wenn sie Zachary Quinto sehen, hell kreischen vor Entsetzen?

Quelle: Irgendwo hier, nur wo?

Ungewollte Verfolgungsjagd

Damit man sich mit Baby nicht langweilt und auch um die Wirtschaft anzukurbeln, macht man heutzutage mindestens drei Babyförderungskurse pro Woche. An den verbleibenden freien Tagen geht man, um die frühkindliche Motorik zu fördern, mindestens einmal schwimmen.
Babyschwimmen ist super. Man gleitet samt Nachwuchs durch ein pipiwarmes Becken und plätschert gut 30 Minuten durchs Wasser. Dabei macht man oioioi oder auch jaoioioi, fein!
So läuft das theoretisch. Praktisch ist man leider ununterbrochen auf der Flucht. Auf der Flucht von anderen Muttis mit Baby.
Mal kurz den üblichen Smalltalk austauschen ist ja OK, aber die meisten wollen gar nicht mehr aufhören zu reden.
– Wie alt ist ihr Baby denn?
– 4 Monate.
– Meins ist xx-Monate. Was ist es denn?
– Ein Baby.
– Meins ist ein xx. Waren sie schon öfter hier.
– Nein.
– Ich schon, wir gehen jede Woche. Macht es ihrem Baby auch so Spaß?
– Weiß nich, es redet noch nicht.
Spätestens da winke ich einem imaginärem Menschen zu „Ah, da hallo, der Onkel/Tante/Opa/Oma. Ich muss leider los…“ und paddele von dannen.
Die fremde Mutti nimmt die Verfolgung auf.
– Ach, sie sind gar nicht alleine hier?
Ich erhöhe die Geschwindigkeit, biege unerwartet ab und schiebe mein Baby an der aufdringlichen Mama vorbei.
– Sie sind aber schnell. Hi, hi.
Die Mutti bindet sich ihr Baby auf den Rücken und krault mir hinterher. Ich schaue in die Luft und gebärde mich seltsam. Dabei sage ich laut: „Hoffentlich sieht der Bademeister nicht, dass Du diese extrem ansteckende und gefährliche Krankheit hast, mein süßes Baby!“.
Die kommunikationssüchtige Frau hat Wasser in den Ohren und kommt immer näher.
Ich schnalle meinem Baby und mir Atemgeräte um. Dann eben Babytauchen. Wir gleiten leise blubbernd an den Celluliteoberschenkeln der anderen Frau vorbei. Endlich Ruhe!

Vettelpower – nein danke!

Die Zeit der hormoninduzierten Harmonie neigt sich dem Ende zu. Ich kann wieder intensive negative Gefühle meinen Mitmenschen gegenüber empfinden. Allen voran den Guteratschlägegebern in Sachen Kindererziehung.
Was ist das ohnehin für eine Unart, ungebeten fremde Menschen anzusprechen und sie dann auch noch an völlig verzichtbarem Wissen teilhaben zu lassen?
Allen voran die (sehr wahrscheinlich kinderlosen) Damen Ü60, deren theoretisch fundierten Erziehungsmethoden seit den 50er Jahren kein Update erfahren haben.
So sprach mich gestern eine Frau an, warum ich das arme, arme Baby den herumtrage und nicht im Wagen transportiere? Außerdem müsse ich UNBEDINGT das Köpfchen festhalten.
Mein Hinweis, dass das Kind bald laufen könne und sich deswegen ein Kopfhalten seit schätzungsweise zwei Tagen nach der Geburt erübrige, brachte sie in Rage und ließ sie zeternd mit den Worten „Die jungen Mütter von heute, die lassen sich aber auch rein gar keine nützlichen Tipps geben. Das arme, arme Kind!“
Aus Rache an solchen Menschen sollte ich ebenfalls tolle Tipps verteilen. Warum denn in den Senior-Club? Kaufen Sie sich doch einen iPod!
Hätten Sie weniger Kartoffel gegessen, wären sie faltenfrei. Wer in die hohle Hand hustet und sich dabei um die eigene Achse dreht, lebt ewig!

Es schläft, wehe Du atmest

Wenn Säuglinge schlafen, schlafen sie. Sie fallen von einer Minute zur anderen in den Tiefschlaf. Da könnte Godzilla nebenan die Nachbarschaft zertrampeln; sie würden nicht wach werden.
Das ist eine wunderbare Zeit.
Gegen Ende des ersten Lebensjahres ändert sich das leider. Die Kleinstkinder schlafen schlecht ein und wenn sie endlich schlafen, werden sie bei jedem Mucks wach.
In der alltäglichen Kommunikation bin ich großer Freund einer differenzierten Ausdrucksweise, doch es gibt Situationen da kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass die Stärke des Ausdrucks durchaus angemessen ist.
Denn was in mir aufkeimt ist nichts anderes als Hass, wenn man es endlich geschafft hat, dass das Baby schläft und irgendwer beispielsweise hustet und somit das sofortige Wecken und Dauerschreien bewirkt.
Hass, Hass, Hass.
Auch den knarrenden Diele, der Klospülung, dem Wind und Blähungen wünsche ich die Pest an den Hals.

Ich will nach Norwegen, im 60km Umkreis keine Menschenseele und morgens nach dem Frühstück knalle ich alle Vögel ab. Dann ist endlich Ruhe. RUUUHHHHEEEEÄÄÄHHH!