Wo Brüste zu sehen sind, kann es keine Kompetenz geben

Darüber und über andere Themen spreche ich in der 2. Folge der 2. Staffel des Der Weisheit Podcasts.

Am Ende haben wir als Hausaufgabe bekommen bis zum nächsten Mal etwas Unvernünftiges zu tun. Unvernünftig sein fällt mir ziemlich schwer, ich habe mir deswegen schon ein paar Tipps eingeholt. Ob ich davon wirklich was tun werde … ich bin mir noch unsicher:

  • Zum Einschlafen ein Conni Buch lesen
  • Kommentarspalten unter Feminismus-Artikeln lesen
  • Ein Namenstattoo vom aktuellen Schwarm machen lassen
  • Kind 4.0 machen

https://twitter.com/2kindchaos_mo/status/603810546429857792

Für YouTube zu alt – zum Podcasten genau richtig

podcastenGanz frisch nach der Uni war ich so orientierungslos wie ganz frisch nach dem Abitur. Ich hatte mein Psychologie-Diplom in der Tasche und wußte eines: nachdem ich Jahre lang an der Uni gearbeitet und mich durch die Diplomarbeit gequält hatte – ich will auf keinen Fall promovieren. Ich wollte in eine große Stadt und weg aus Franken.
Es war 1998 und ich tat, was man so machte damals in den 90ern: Ich verliebte mich im Internet und zog dann in die Stadt, in der der Typ wohnte – Berlin. Eigentlich wollte ich mich für den Zusatzstudiengang Wissenschaftsjournalismus einschreiben und dann zum Radio. Parallel habe ich mich für ein Volontariat beworben. Ist natürlich nichts geworden, außer der Schülerzeitung hatte ich keine Vorerfahrung vorzuweisen und Kontakte hatte ich auch keine.
Weil ich von irgendwas leben musste, begann ich mit Zeitarbeit, rutschte irgendwann in ein bezahltes Praktikum, dann in ein weiteres und bekam meinen ersten festen Job. Spätestens da habe ich meine Pläne journalistisch zu arbeiten zu Grabe getragen. In der Zwischenzeit hatte ich auch eine ungefähre Vorstellung was man verdient, was mich jezt auch nicht unbedingt zusätzlich motivierte.
Meinen Drang (Geschichten) zu erzählen, hab ich dann hier im Blog ausgelebt. Damit waren alle Bedürfnisse befriedigt. Bloggen ist für introvertierte Extrovertierte fast so gut wie Radio (glaube ich). Im letzten Jahr habe ich Podcasts für mich entdeckt – erstmal als Hörerin und deswegen fand ich es sehr interessant bei einem dabei zu sein. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich das Format Podcast als Grundlage für mein zweites Buch gewählt habe (alles noch voll geheim und so).

Sehr großartig finde ich außerdem, dass ich als festes Mitglied bei einem bereits bestehenden Podcastformat – Der Weisheit – einsteigen kann. Geplant ist, dass wir alle zwei Wochen mittwochs zu elternfreundlichen Zeiten um 21h live senden werden. Wir, das sind Marcus Richter (ich glaube, der ist podcastsüchtig), Malik Aziz (der macht so komische Musik) und erstmal wechselnd eine zweite Frau. Ich freue mich jedenfalls drauf. Die erste Folge – unser Probedurchlauf – gibt es schon zu hören. Nächster Termin ist der 27. Mai 2015.

Ich bin jetzt also offiziell Podcasterin:

Bildschirmfoto 2015-05-14 um 06.38.14

Podcastempfehlung – Not doing anything is not an option

Meine eigene Filterbubble ist ganz bezaubernd und wenn die Männer nicht gleich selbst Feministen sind, dann sind es „schlimmstenfalls“ Männer, die die ganze Aufregung um Frauenquote, #aufschrei und Gleichberechtigung nicht so recht verstehen, weil sie selbst das Gefühl haben, mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun zu haben, weil sie eben keine sexistischen Idioten sind.

Mit einem Freund habe ich schon oft darüber gesprochen, dass das Thema aber alle angeht. Auch die, die Frauen nicht schlecht behandeln, sie einstellen würden, die nicht in Klischees denken etc.
Mein Problem war allerdings meine und die Erfahrung anderer Frauen und die sich daraus ergebenen Konsequenzen irgendwie zu vermitteln.
Anne Wizorek widmet dem Thema „Mitmachen für Männer. Was es heisst ein guter Verbündeter zu sein“ in ihrem Buch „Weil ein #Aufschrei nicht reicht“ ein ganzes Kapitel. Ich glaube allerdings, dass niemand (oder zumindest sehr, sehr wenige), der nicht ohnehin schon dem Thema Feminismus aufgeschlossen ist, dieses Buch liest (leider).
Außerdem denke ich, dass viele Männer keine Tipps von einer Feministin bekommen wollen. Deswegen begrüße ich es, dass drei Größen der amerikanischen Tech-Szene sich Gedanken zu dem Thema gemacht haben.

Daher möchte ich den Accidental Tech Podcast Episode 81 ab ca. Minute 70 ans Herz legen.
Völlig undogmatisch sammeln die drei da im Gespräch Tipps, die helfen sich besser in die Lage von Frauen zu versetzen. Sie erklären auch, warum es sinnvoll ist sich mit Trollen auseinanderzusetzen und warum es so leicht ist von außen zu sagen: Ja, selbst schuld, was legen die sich auch mit jedem an.

Ich finde die Tipps großartig. Es ist nämlich keine rocket science Verständnis aufzubauen und adressiert sind diejenigen, die schon „good people“ sind.

„Just watch them [Feministische YouTube Channels, Blogposts etc.] and don’t think that you have to agree or to disagree…“
„Don’t be like, don’t feed the trolls [because …] not engaging is fine as long as you are not the target of the harassment.“
„Let idiots know that they are idiots.“
„Try to learn about the things that reveal your own biases [because …] once you see [the terrible things] it’s like how could I’ve never see them?“
„Be open to the idea, that you might be part of the problem.“
„There is no shame in realizing that you were wrong in the past and fix it in the future.“
„Say supportive things…“

(Abgetippt beim Hören, keine eins zu eins Zitate sondern aus dem Kopf)

Hört es euch selbst an… ich finde, es lohnt sich.

Wer joggt, liebt Podcaster

Weil ich vollmundig versprochen habe, beim nächsten Firmenlauf mitzumachen, gehe ich jetzt alle drei bis vier Tage laufen. Wer in meinem Blogarchiv die Worte „Joggen“ oder „Sport“ eingibt, wird feststellen, dass ich bislang nur Hohn für diese Art Freizeitgestaltung übrig hatte.
In der Zwischenzeit schaffe ich 5 km – aber entgegen aller Voraussagen, stellt sich nichts ein, das unter Spaß zu subsumieren wäre. Vom sagenumwobenen Runners-High gar nicht erst zu sprechen.  Im Großen und Ganzen bleibt es ätzende Quälerei.
Was mir am Laufen gefällt, ist die Flexibilität. Ich kann laufen wann ich will, ich kann die Kinder mitnehmen, ich kann laufen wo ich will. Und dass ich Podcasts hören kann, finde ich großartig. Im Alltag komme ich fast nie dazu oder die Kinder sind so laut, dass ich die Hälfte nicht verstehe.
Also lade ich mir vor dem Laufen einen Podcast runter und dann laufe ich los.
Während ich also so laufe, fiel mir meine Diplomarbeit ein. Ich habe über Liebe geschrieben.
Ein ganz interessanter Aspekt war für mich, dass völlig unspektakuläre Dinge beim Prozess des Verliebens eine Rolle spielen. Ein wichtiger Faktor ist zum Beispiel die räumliche Nähe. Ist ja auch einleuchtend. Die Wahrscheinlichkeit sich in den Nachbarn im Studentenwohnheim zu verlieben, ist ungleich höher als sich in den Freund vom Freund zu verlieben, der in Stockholm wohnt.

Auch gibt es Untersuchungsreihen die nahe liegen, dass Verlieben eigentlich etwas ist wie eine Fehlinterpretation von physiologischer Erregung.
Der Mensch versucht offensichtlich körperliche Zustände auf seelische Zustände zu attribuieren. Wenn man also merkt, dass das Herz stärker klopft oder das Blut in Wallung ist, dann sucht man unbewusst nach dem nächsten naheliegenden Grund. Hat man also gerade Kaffee getrunken, „weiß“ man: Ah, das Herzklopfen kommt vom Kaffee.
Leider irren sich solche Mechanismen gelegentlich oder sie funktionieren unsauber.
So sind Experimentalpsychologen auf die Idee gekommen, Männer über eine schwindelerregend hohe, klapprige Hängebrücke laufen zu lassen. Auf der Hälfte der Brücke stand eine attraktive Mitarbeiterin, die vorgab den Ablauf des Experiments zu prüfen. Sie bot den Männern ihre Telefonnummer an, falls es nachher noch Fragen gebe.

Das selbe hat man mit einer soliden Brücke gemacht. Siehe da. Die erste Gruppe rief signifikant öfter bei der Mitarbeiterin an und versuchte sich mit ihr zu verabreden. Sie hatten ihre körperliche Erregung misinterpretiert. Quasi derart „ah mein Herz klopft, dann muss ich diese Person sehr attraktiv finden“.

Daran musste ich neulich beim Laufen denken. Physiologisch bin ich nämlich höchst enerviert beim Laufen. Das Blut wallt, die Lunge bläht und transportiert Sauerstoff wie irre, mein Kopf ist auch nach dem Joggen zwei Stunden puterrot.

Ich frage mich also, ob das Langzeitauswirkungen hat. Also ob ich irgendwann zarte Verliebtheitszustände erleide, wenn ich die Stimmen der Podcaster höre, während ich fröhlich vor mich hinjogge.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich kluge und gebildete Männer wirklich wahnsinnig toll finde. Der Podcaster als solches bietet außerdem ein verzerrtes Bild seiner selbst. Logischerweise referiert er über seine Spezial- und Interessensgebiete. Oft hat er ungeheures Fachwissen in einer beneidenswerten Tiefe zu seinen Themen vorzuweisen. Wenn er also in einem Podcast spricht, erscheint er viel klüger und viel gebildeter als er vermutlich in seiner Gesamtheit ist. Und ich denke mir dann: Ach so ein gebildeter Mensch! Wenn der zum Thema Kuhreiher schon so viel weiß! Meine Güte! Was weiß er dann zu generellen Themen alles! Und bestimmt viel mehr als ich! SO KLUG! Ahhh! <3! <3! <3!

Ähm ja und wenn ich es mir so überlege,  joggen ist doch ziemlich toll.

 

Update:

Podcast-Sammlung (Was nicht im Blog ist, ist nie mehr auffindbar)

SozioPod
Einschlafen-Podcast
Opa Harald erzählt
This American Life
Radiolab
Cocktailpodcast
Filmcast
Filmspotting
Kontroversum
Fireberg & Iceberg
Penaddict
Roderick On The Line
Geek Friday
One Bad Mother
Wer redet ist nicht tot

Über weitere Empfehlungen freue ich mich.