Beim Ausmisten des kindlichen Kinderzimmers gehofft auf einen Pumuckel mit grünem Schirm zu stoßen. Dabei dann festgestellt, dass man bei Umzügen doch NICHTS wegwerfen sollte. Natürlich hatte ich damals die Tapsi Turtels und die Happy Hippos! Grrrr!
Freizeitgestaltungsideen
Als gelangweilte Mutter im Erziehungsurlaub lässt man sich so einiges einfallen damit man seine Zeit nicht ausschließlich mit Stricken Wändeanstarren verbringen muss. Z.B. habe ich kürzlich eine Schulung für Geheimagenten zum Thema Verhörtechniken entwickelt. Um nämlich Informationen aus einem Schulkind zu bekommen, muss man mit allen Wassern gewaschen sein.
Eine prototypische Unterhaltung läuft in der Regel so ab.
Nuf: Na, wer ist Sieger beim Mathewettbewerb geworden?
Kind 1.0: Leider die andere Klasse.
Nuf: Oh, was musste man denn eigentlich tun, um Sieger zu werden?
Kind 1.0: Die Klasse mit den meisten Medaillen ist Sieger geworden.
Nuf: Hm, wie viel Medaillen habt ihr denn gewonnen?
Kind 1.0: Keine.
Nuf: Und die andere, die nicht gewonnen hat.
Kind 1.0: Keine.
Nuf: Aber ihr seid doch nur drei Klassen?
Kind 1.0: Ja.
Nuf: Wenn Du sagst, dass die mit den meisten gewonnen hat, denke ich, dass es auch noch andere – mit weniger Medaillen gab…
Kind 1.0: Gabs ja auch!
Nuf: Ja? Wer denn?
Kind 1.0: Na der Thomas, z.B.
Nuf: Und in welcher Klasse ist der?
Kind 1.0: Bei uns in der Klasse.
Nuf: Aber ich dachte, da hätte keiner eine Medaille gewonnen.
Kind 1.0: Der Thomas hat ja auch zwei gewonnen.
Nuf: Ah. Gabs noch jemanden, der zwei gewonnen hat?
Kind 1.0: Ne. Keiner. Jedenfalls bei uns in der Klasse nicht.
Nuf: Ich dachte Thomas?
Kind 1.0: Achso, der. Ja, der ist aber in der anderen Klasse.
Nuf: Nicht bei Euch?
Kind 1.0: Ne, sonst hätten wir ja gewonnen!
Nuf: Man gewinnt mit zwei Medaillen?
Kind 1.0: Nein, man braucht schon drei oder vier
[…Dialog beliebig fortführbar…]
Frage: Nach welchen Kriterien wird eine Klasse Sieger des Mathewettbewerbs?
Wochenendausflüge
Damit der Mann endlich mal in Ruhe shoppen gehen kann, gehts mit den Kindern in den Tierpark. Ich liebe ihn. Mit meiner Mamacard (8 € wenn man mit Geburtsurkunde des Kindes in den ersten drei Lebensmonaten hingeht) war ich schon unzählige Male dort und habe Tiere gesucht.
Das große Kind ist schon Profi im Leute-an-leere-Gehege-locken, indem es laut ausruft Oh wie wunderschön! oder Wahnsinn! Welch seltener Anblick!*.

*Apropos: Man glaubt es kaum, aber Flughunde hängen sich kurzzeitig zur Verrichtung ihrer Geschäfte mit dem Hintern nach unten.
Wie geheim kann das wohl sein?

Mamasicherung
Unser Baby hat 432 Strampler. Es sind sehr schöne Strampler – außergewöhnlich schöne Strampler. Ich habe sie alle bei e*b*a*y ersteigert und weil sie so hübsch sind, kann ich sie leider nicht wieder verkaufen. Ich muss sie aufheben. Für unsere anderen sieben Kinder und natürlich für deren Kinder.
Es waren alles Schnäppchen. Kaum einer hat mehr als zwei Euro gekostet. Trotzdem macht mein Freund ein langes Gesicht. Er spricht von „Steigersucht“.
Das ist totaler Blödsinn! Sie waren doch alle so günstig! Günstiger bekommt man sie nirgendwo. Außerdem sind sie alle neu, noch nie getragen, Geschenke und ehe der ursprüngliche Besitzer sich versieht, ist dessen Baby rausgewachsen. Also alles Neuware! Steht jedenfalls in den Artikelbezeichnungen.
Außerdem fördert e*b*a*y die sozialen Kontakte. Das darf man auch nicht übersehen. Z.B. sehe ich den Hermes-Boten täglich rund drei Mal. Ich frage ihn dann wie die Morgenrunde war und ob er mit Mittagessen mag.
Mein Baby macht schon Winke-Winke wenn es Autos mit Hermes-Logo sieht. Außerdem sagt es „MAMA“, wenn es Computer entdeckt.
Ich verstehe nicht, wieso sich mein Freund da so aufregt. Immerhin kann es sprechen.
Er hat doch tatsächlich eines dieser Programme gekauft, das den Zutritt zu bestimmten Internetseiten verweigert. Nicht mal in Word kann ich das Wort e*b*a*y jetzt mehr schreiben!
Ich werde Männer nie verstehen. War doch alles so billig!
Das Ende der Niedlichkeit
Wenn man ein Neugeborenes hat und es öffentlich herumträgt, strömen von allen Ecken und Enden Menschen herbei, um in die Hände zu klatschen und zu rufen „Ach, das ist aber noch ganz frisch. Wie niedlich!“. Dann betatschen sie es.
Mit dem jakobsonschen Organ eines Aals und den 30.000 Augen einer Libelle scanne ich die Fremden. Zigarettenrauch, altes Fett, Schweiß, schmutzige Finger, eiternde Blasen und Nagelmykose überall!
Ich drücke meinen Säugling an mich, zücke eine Fliegenklatsche und wedele die verkeimten Greifer weg.
Mit der Zeit jedoch härtet man ab, denkt an das kindliche Immunsystem und hält das Baby selbst den interessierten Punkerhunden unter die Nase.
Immerhin erntet man dafür Komplimente und Ausdrücke des Wohlgefallens.
In dieser Phase der Glückseligkeit verharrt man einen weiteren Monat. Doch dann kommt eines Tages der Tag des Erwachens.
Das Baby ist schon vier (!) Monate als sich eine ältere Frau dem Kind, das im Tragetuch an meinem Dekolletee gedrückt befindet, nähert.
„Ach, was haben Sie denn da?“ Ihre Augen strahlen. „Was ganz Kleines noch?“ Sie streckt mir ihre knochigen Finger entgegen. Ich lächle (… die Hormone!).
Sie schaut aufs Kind und ihre Mundwinkel fallen nach unten.
„Bah! Ist ja schon groß!“ und wendet sich ab.
P.S. Schaaahaaatz, wir brauchen Nachschub!
Anblick des Tages
Kurz vorm Herzinfarkt stehender Manager in teuerem Anzug, der inmitten einer Horde seifenblasenblasender Kinder steht und wie verrückt nach den Seifenblasen schlägt, damit keine seinen Anzug erreicht und versaut.
Why me?
Nehmen wir an Sie haben Nachwuchs. Nehmen wir an, ihr Nachwuchs liebt Spinnen. Nehmen wir weiterhin an, ihr Nachwuchs verweigert jegliche Nahrung, es sei denn, es sind in ausreichender Menge Spinnen enthalten. Haarige, versteht sich. Haarige, die innen mit grünem Schleim gefüllt sind und stinken.
Sie stehen also in der Küche, schauen ein Nudelholz haltend auf die Spinne (sie lebt noch), schauen auf Ihren Zögling, der lächelt sie erwartungsfroh an und schmatzt mit geröteten Wangen.
Was bleibt Ihnen da übrig? Sie holen aus, braten der Spinne eins über, sie platzt, sie rupfen ihr die zappelnden Beinchen ab, halbieren den Körper und werfen alles zusammen in einen Mixer.
Den fertigen Brei machen Sie heiß und wenn sie ihn füttern (er stinkt immer noch wie eine Furzbombe), halten sie den dampfenden, mit Spinnenbrei behäuften Löffel an Ihre Lippen. Schließlich wollen Sie nicht, dass Ihr Baby sich verbrennt.
So ist mein Leben. Das stehe ich jeden Tag durch. So ist das Leben einer Obstphobikerin, deren Kind nichts anderes als Obst essen möchte.