Bitte hier Mitleid abgeben, für
a) die Zähne des Kindes
b) meine Muskeln, die sich zu Steinen verwandelt haben
c) das hüllenlose Nervenkostüm meines Freundes
Herzlichen Dank im Voraus.
Bitte hier Mitleid abgeben, für
a) die Zähne des Kindes
b) meine Muskeln, die sich zu Steinen verwandelt haben
c) das hüllenlose Nervenkostüm meines Freundes
Herzlichen Dank im Voraus.
Übrigens, da ich kein Fernsehen habe, bitte gebt Bescheid, wenn Frau Merkel sich damit brüstet verantwortlich für den Rückgang der Arbeitslosigkeit zu sein. Dann schicke ich ihr schnell einen Artikel über Konjunkturzyklen, Statistiken und Kondratjev.
Manchmal, wenn ich Filme anschaue, die sicherlich nicht zu den Glanzwerken der französischen oder sonstwie intellektuellen Filmkunst zählen, die mich jedoch unterhalten, dann lese ich nachträglich bei Anke nach, ob sie gut bewertet wurden. Eine wohlwollende Beschreibung stillt mein schlechtes Gewissen.
Vergangene Woche als wir in Kreuzberg waren und uns von dem schnuckeligen Studenten gleich zwei Zeitungsabos haben aufschwatzen lassen, bekamen wir als Anerkennung unserer Doofheit die Zeitschrift SZ Wissen geschenkt. Die befindet sich nun als wissenserweiternde Lektüre in unseren sanitären Anlagen.
Dort habe ich gelesen, dass Mozart gar kein Wunderkind war, sondern lediglich Produkt seines überehrgeizigen Vaters und ausreichender Übung. Man hat in diesem Kontext nachgewiesen, dass man anhand der Übungsstunden von Musikstudenten deren späteren Beruf vorhersagen kann. Wer zu Beginn des Studiums weniger als 7.500 Übungsstunden vorzuweisen hat, wird Musiklehrer. Alle die darüber liegen werden Berufsmusiker.
Diese Feststellung finde ich höchst interessant, verheißt sie doch, dass man mit ausreichender Druck und Schlägen Übung aus jedem Kind ein Wunderkind machen kann.
Bei den eigenen Kindern steht das ohnehin außer Frage. Da ist schon jede Windelfüllung ein Wunder, dass es zu preisen gilt. Bei Kindern, die nicht mit dem eigenen wertvollen Genmaterial gesegnet sind, muss man eben nachhelfen.
Glücklicherweise ist das Kind meines Freundes jedoch so talentiert, dass entsprechende Maßnahmen nicht notwendig sind. Es ist vergangene Woche gleich in die Fußstapfen von Camus, Satre und Heidegger getreten, indem es sich mit dem Absurden beschäftigt hat. Das Absurde wird gemeinhin definiert als vordergründige Widersinnigkeit, dem der menschliche Verstand entgegen seiner Gewohnheit keinen Sinn zu verleihen mag. Diese Tradition fortführend hat das Kind folgenden großartigen Witz erfunden:
Sitzt ein Auge auf dem Baum und isst Stühle.
Wer hat den Menschen eigentlich die Idee eingepflanzt, dass Dinge umgefüllt werden müssen? Täglich verbringe Zeit damit, Dinge von Verpackung A in Gefäß B zu füllen. Nicht nur dass das zeitaufwändig und nervtötend ist, nein, man gibt auch noch zusätzlich Geld für die Umfüllbehältnisse aus.
Es würde mir ja noch einleuchten, wenn man damit einen ästhetischen Gewinn hätte. Weil z.B. die Kaffeeverpackung hässlich ist, füllt man den Inhalt in eine hübsche Kaffeedose um. So funktioniert das theoretisch. Die Realität sieht jedoch anders aus. Schon mal aufgefallen, dass der Kaffee aus der Tüte niemals komplett in die Dose passt? Also steht 1/3 der Zeit eine aufgerissene Verpackung plus eine Dose im Regal.
Genau das selbe mit dem Nachfüllkram. Wieso hat das Fensterreinigungsspritzfläschchen ein Fassungsvermögen von 0,5 Liter, der Nachfüllbeutel aber eines von 0,7 Liter?
Früher hat das alles noch Sinn gemacht. Da ist man in den Tante Emma Laden, wo es nur den 25 kg Mehlsack gab und hat sich was abfüllen lassen, was man dann zu hause in das Regal mit den kleinen Vorratsschubladen geschüttet hat. Heute macht diese Umschütterei wirklich keinerlei Sinn mehr. Manchmal habe ich das Gefühl mein Leben ist ein einziges Umfüllen. Vom Kaffeeleinensack in die 500gr Tüte, von dort in die Kaffeemühle, von dort in die Kaffeedose, von dort in den Kaffeeautomat, von dort in Müll und Rachen, etc.
Ab morgen esse ich die Kaffeebohnen direkt vom Strauch und hole mir die Milch ohne Umwege aus der Kuh.
Übrigens eine Lüge ist eine Aussage, von welcher der Sprecher weiß, dass sie unwahr ist. Meistens wird gelogen, um einen Vorteil zu erlangen. Eine Täuschung hingegen kommt ohne Falschaussage aus.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf folgenden Beitrag hinweisen. Eine superlustige Gesprächsrunde. Es lohnt sich die 29 Minuten durchzuhalten. Ab Minute 25 jagt ein Knaller den nächsten. Quasi wie das Feuerwerk bei der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs zu Berlin.
Manchmal habe ich böszungige Gedanken und das obwohl ich mich vordergründig sogar als glücklich und ausgeglichen bezeichnen würde. Z.B. saß ich gestern an einem großen gedeckten Tisch mit Freunden. Die Kinder hampelten unter dem Tisch herum und wir stopften und rund zwei Stunden Steak um Steak rein. Während ich also freudestrahlend in die Runde blickte, kam mir plötzlich in den Sinn, wann wir uns alle wieder scheiden lassen. Nicht dass wir im Moment verheiratet wären. Aber nach der schlagartigen Vermehrung im letzten Jahr folgt konsequenterweise das amtlich anerkannte Jawort.
Bei so was reicht es meistens, dass ein Paar den erste Schritt wagt. Ist diese Schwelle erst mal überschritten, so greift das Heiraten wie eine ansteckende Krankheit um sich.
Im Moment grillt man ja gemeinsam. Vater, Mutter, Kind. Ich schätze, wenn wir um die 40 sind, dann isst man wieder nur Salat, weil die Kerle mit irgendwelchen Tussis rummachen, die ihnen versichern schon zwanzig zu sein. Dann sitzen wir Frauen da, bestimmt alle mit dem 2. Kind im Vorschulalter, mümmeln Salat und lästern über die Typen. Dabei haben wir alles gegeben. Unsere Karriere, unsere Jugend, sogar den Humor und die Lebensfreude.
Dann verbringt man zehn neurotische Jahre mit den Kindern, bis die einen ebenfalls genervt verlassen. Am Ende bleibt dann nur noch das Haustier. Wenigstens gelingt da den wenigsten die Flucht.
wie ich höre, förderst Du in den Bundesländern in denen es pro eine Million Einwohner nur einen Kindergarten gibt, das Tagesmuttersein. An sich eine super Idee. Da wird sich so manch Akademikerin, die nicht ganz ohne Aufgabe und Einkommen bleiben möchte, sicherlich entschließen, Tagesmutter zu werden. Was ein bisschen doof ist, ist was Du dafür zahlen willst. 420 Euro pro Kind, das man nimmt, wobei die Tagesmutter auch noch Windeln und Essen für die Racker kaufen muss.
Vorher muss man die eigene Wohnung nach Din Norm kindersicher machen. Kostet auch nur ein Paar Tausend Euro.
Um diese Ausgaben wieder rein zu holen und sich selbst auch ein bißchen Geld am Ende des Monats abzwacken zu können, lohnt sich die Sache erst ab fünf Kindern. Besser sind natürlich zehn oder zwanzig.
Die gebildete Akademikerin ist natürlich nicht dumm. Subventionen gibt es in anderen Bereichen der Wirtschaft zuhauf. Da kann man sich leicht was abschauen. Kindererziehung nach neuesten Erkenntnissen und mit den modernsten Mitteln der Technik, soll hier nur als Stichwort genannt sein.
Man spart eine Menge Geld und Arbeit wenn man die Kleinen z.B. nackt in einem gekachelten Raum mit Gitterboden aufzieht. So entfällt das lästige Windeln, da das Unterbodengitter lediglich einmal am Tag ausgespritzt werden muss. Wem das zu viel Arbeit ist, der stellt sich dafür einen Eineurojobber ein. Das wird ja auch gefördert.
Den Fenchel- und Kamilleetee gibt es aus der Hamstertränke, den Brei spritzt man direkt vom Bottich keimfrei in den Trog. Zur Charakterbildung werden die Kinder mit Klassik beschallt.
Mit der Sozialisation wird es dann leider nichts werden. Aber wer ein Steak aus der Massentierhaltung in die Pfanne wirft, der erwartet ja auch nicht, dass er was für seine Gesundheit tut, nicht wahr?