Die Hackfleischbesprechungen, Teil 10

Ihr habt nur sieben Jahre gewartet. Jetzt ist er da, der 10. Teil der #Hackfleischbesprechungen. Ihr erinnert euch?

Es gibt viele missachtete Kunstformen. Einer möchte ich in meinem Blog angemessen huldigen: Fotos von Hackfleisch in Werbeprospekten. 2008 habe ich mit dieser Serie angefangen, aber dann gingen mir die Darstellungen von Hackfleisch in Werbeprospekten aus. Ich hatte alles gedeutet, was es zu deuten gab. Jahrelang wurde Hackfleisch nicht neu inszeniert. Jetzt endlich fiel mir neues Material in die Hand. Sehr interessant und aufschlussreich der Vergleich 2008 zu heute:

Wir beginnen mit

Teil 10

REICHELT, „Premios“ Hackfleisch gemischt, zum Braten, SB verpackt

Die Supermarktkette Reichelt präsentiert das Hackfleisch auf den ersten Blick etwas chaotisch. Rind und Schwein gemischt, frisch aus dem Fleischwolf, etwas in Form gebracht, sieben Stängel Schnittlauch scheinbar zufällig auf der oberen Seite des Hackfleischquaders fallen gelassen. Erst wenn man näher an das Bild heranrückt, sieht man ganz rechts im Bild einige in Würfel geschnittene Zwiebeln. Sie fallen kaum auf. Was aber auffällt, statt der gewöhnlichen Weißzwiebel hat man sich für die mildere, rote Variante entschieden. Ganz vorne im Bild ein einziges Minzblättchen. Zweifelsohne eine leise Referenz zu dem Fressgelage von Monty Pythons „The Meaning of Life“ (Triggerwarnung für den Link). Eine 500 Gramm Packung, so wird angedeutet, die ist so gerade noch alleine zu verspeisen. Mehr sollte es nicht werden, wenn man nicht wie der werte Herr in „The Meaning of Life“ enden möchte.

Und da kommen wir schon zum Clou der Hackfleischinszenierung! Bei der Betrachtung des Bildes entsteht im Inneren eine leichte Spannung und man weiß sie erst zu deuten, wenn man den Blick nach links oben lenkt. Fast unbemerkt wird dort der ehemals freie, etwas unsortierte Hackfleischquader, der das Hauptelement des Bildes zu sein scheint, in einer Plastikverpackung gebändigt – ja regelrecht eingesperrt. Hat sich der Blick erstmal festgesetzt am oberen SB verpackten Premios-Produkt, so möchte man wild werden. Die Verpackung von Hand aufreißen, das Hack befreien. Und kaum hat man diesen Gedanken angedacht, so spürt man regelrecht das Hack zwischen den Fingern. Weich, frei, zügellos und deutlich kälter als die eigene Hand, ganz so, wie wenn man Frikadellen knetet. Das befreite Hack möchte man wieder ablegen, so wie den ursprünglichen Hackquader. Friedlich auf eine zugegebenermaßen nicht ganz so hygienisch erscheinende Holzplatte, länglich, nach hinten unscharf verwischt, scheinbar ins Unendliche reichend.

Man muss schon sehr genau hinschauen, um zu verstehen was der Künstler hier zum Ausdruck bringen möchte. Das Minzblättchen weist die Spur. Der biblisch geschulte Blick weiß sofort: es geht um Völlerei! Es geht um die sechste der sieben Todsünden. Der rote Preis des Pfundes bestätigt das. Zwei Mal 2,99, das sind aufgerundet sechs (!) Euro. Und ist das erstmal klar, so ergibt auch der Schnittlauchbund plötzlich einen Sinn. Auch er weist den Weg mahnend gen Todsünden. Sieben Stängel! Sieben Todsünden! Grün und unschuldig erinnert der Kräuterbund: Mäßigt euch! Werdet Herr über euer ungezügeltes Leben! Bringt alles in Ordnung, grenzt euch ab gegenüber der Maßlosigkeit, bleibt dennoch transparent. Werdet einer SB Verpackung gleich! Widersteht dem Drang aus dieser züchtigen Form auszubrechen und euch wird am Ende die Unendlichkeit, die Freiheit zuteil.



 

Wenn ihr weitere Hackfleischinszenierungen kennt, sendet mir per Mail ein Foto an dienuf(@)gmail.com unter Angabe der Quelle und ich werde die tiefere Bedeutung des Bildes ergründen.

Klischee Idiot Dad

Ik hasse ditte ja: Blogparaden. Aber in dem Fall, würde es mich wirklich interessieren. Mich beschäftigt das Stereotyp „Idiot Dad“ schon lange.*

Gemeint ist z.B. das Bild, das Sitcoms verbreiten:

„[On TV] if there is a dad in the home, he is an idiot. It must have reflected our own discomfort with dads being competent,“ said Hanna Rosin on a panel about the future of fatherhood at the Aspen Ideas Festival. „You put a dad in front of his kid, and the dad gives the worst advice. You put a dad in front of a toaster and he burns the house down.“

Quelle: Dads on Sitcoms

The Idiot Dad, der, der den Kindern T-Shirts anzieht, wenn es Minusgrade hat, der den Wollpullover bei 90 Grad wäscht, der sich und die Kinder eine Woche mit Pommes ernährt, wenn die Frau verreisen muss (oder vorgekocht bekommen muss, weil er gar nicht weiß wie man den Ofen anstellt).

Ich lese auch immer wieder Artikel von Müttern, die sich über die inkompetenten Väter lustig machen. Ja, ja, das ist alles mit einem Augenzwinkern zu sehen. Ist ja lieb gemeint, nicht wahr? Die Papas, haha.

Klar, man kann sich darüber lustig machen. Kann man. Ist manchmal auch lustig. Denn es gibt diese Väter. Im Zusammenhang mit Maternal Gatekeeping habe ich mal darüber geschrieben.

Wenn sich die Mütter v.a. die erste Zeit in erster Linie um den Nachwuchs kümmern, dann haben sie ja auch einen Kompetenz und Wissensvorsprung. Der ist da. Einfach weil hundertmal Windeln wechseln geübter macht als fünfmal. Ist bei allen anderen Dingen auch so. Wenn ich regelmäßig Auto fahre, dann werde ich eine bessere Autofahrerin. Die „Bedienung“ meines Autos wird zu Routine, ich muss mein aktiven Teil des Gehirns nicht belasten mit „Jetzt auf die Kupplung“, „Jetzt hochschalten“ etc. Ich gewinne Kapazitäten für die Aufmerksamkeit, die ich dem Verkehr widmen kann, ich lerne viele Verkehrssituationen kennen und entwickle Routinen.

Das ist mit den Kindern nicht anders. Auch Mütter machen alles irgendwann das erste Mal. Der Unterschied ist: Die Gesellschaft geht davon aus, dass Mütter das können müssen, weil sie ja Mütter sind. Bei Männern ist das anders: Die müssen per se erstmal nichts können und leisten als Vater. Wenn sie es dann aber doch tun, werden sie gelobt. Dieses Lob hat keine Mutter jemals zu erwarten. Wenn sie alles richtig macht, erreicht sie ihr Soll. Wenn nicht, darf sie kritisiert werden. Sie ist schließlich eine Mutter, sie müsste das ja können.

„Auch eine Mutter sieht ihr Kind nach der Geburt zum ersten Mal. Auch Mütter haben nicht sofort eine Beziehung zu dem nach der Geburt blutverschmierten, röchelnden und schreienden kleinen Menschen. Auch eine Mutter weiß nicht automatisch, wie ein Baby am einfachsten zu wickeln ist und wann genau es Hunger hat. Auch eine Mutter muss sich dieses Wissen und die Beziehung zu ihrem Kind erst erarbeiten.“

Quelle: Die Mutter bin ich

Das wird Müttern aber nicht zugestanden. Den Vätern jedoch schon. Es wird ihnen nicht nur zugestanden, dass sie das alles nicht können sondern dass sie das auch alles gar nicht lernen müssen. So der Default.

Die allerwenigsten Männer wollen das offensichtlich anders. Ich schließe das aus Statistiken. Z.B. aus der, der Elterngeldbezieher. 1/3 der Väter tun das grob. Die überwiegende Mehrheit (2/3) davon gehen „nur“ zwei Monate in Elternzeit. Der Rest anekdotische Evidenz. An Elternabenden zähle ich in der Regel mehr als 2/3 Frauen. An Bastelnachmittagen sogar noch mehr. Beim Kinderarzt im Wartezimmer sehe ich meist Mütter. Wenn ich höre, dass die Kinder krank sind, bleiben meist die Mütter mit ihnen Zuhause.

Übrig bleibt der Freizeitpapi. Er liest vor, unternimmt was mit den Kindern, bekommt aber noch die Windeltasche gepackt, die Einkaufsliste geschrieben und auch sonst alles vorgearbeitet.

Für diese Freizeitpapis ist es bestimmt hilfreich zu wissen, wie man den Kindern die Fingernägel schneidet. Es wird ein Aha-Erlebnis sein, zu erfahren, dass es abgerundete Scheren gibt, die besonders geeignet für Kindernägel sind. Dass man schlafenden Babys die Fingernägel ohne Theater schneiden kann.

Jetzt kommt das ABER

„if we want gender equality, men have to step up as parents to free up their partners as workers. And not when the kids are teenagers, but when they’re babies.“

Quelle: Dads on Sitcoms

Und das müsste mal von einigen Männern verstanden werden. Deswegen schrieb ich auf Twitter

Denn: ich kenne diese Männer. Männer, die alles genauso gut können wie die Mütter. D.h. nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt übrigens. Es gibt viele Wege. Aber diese Väter sind eben keine „Idiot Dads“, die nicht ihren eigenen Kindern die Windeln wechseln können, sie anziehen als wäre Hochsommer, wenn es kalt ist, die sagen: Ach, Zähneputzen, das ist immer so anstrengend, das lassen wir ausfallen, die sagen: Elternzeit/krankes Kind? Das ist jetzt gerade ganz schlecht. Mein Chef hat da wenig Verständnis. Das schadet leider meiner Karriere, wenn ich jetzt früher gehe. Die sagen: Ich kann mit Babys nichts anfangen, sollen die erstmal sprechen lernen, dann kommt meine Zeit.

Jedenfalls: mich würde wirklich interessieren wie Väter das sehen. Wollen sie ernst genommen werden? Was tun sie dafür? Wie regeln sie den Alltag mit dem anderen Elternteil? Vielleicht hat der ein oder andere Vater Lust mir zu antworten. Gerne im Kommentar und gerne als Blogpost unter dem Hashtag #noIdiotDad

Ich habe wirklich viel über Rollenverteilung nachgedacht und auch über das Argument: Du kannst das ja besser (oder: Ich kann das besser, dann mache ich das geschwind). Denn ich glaube, das ist eine Falle. Es gibt so viele Aufgaben, die kann man lernen, da gehts nicht darum, ob das eine/r besser kann und ich glaube, selbst wenn, Aufgaben rotieren ist sehr gut.

Zum einen in puncto Vorbild für die Kinder sein. Die Mama kann besser spülen, der Papa besser Löcher bohren. Der Papa kann besser kochen, die Mama besser Auto fahren. Was bedeutet das für die Söhne? Was für die Töchter? Wäre es nicht viel besser, wenn man sich das aufteilt?

Außerdem in puncto Kompetenzen verteilen und Verantwortung gemeinsam tragen. Die Mama macht die Steuererklärung, der Papa schreibt den Kindergeldantrag. Die Folge ist doch irgendwann, dass Mama/Papa keine Ahnung mehr hat wie das geht, keinen Einblick in die letzten Jahre etc.

Und zuletzt in Sachen Frust: Die Gefahr, dass bestimmte Aufgaben, die keinen Spaß machen, an einer Person hängen bleiben, weil sie die ach so gut kann, ist sehr groß.

Ich finde, es lohnt sich eine Liste zu machen über all die Dinge, die erledigt werden müssen. Vieles ist dem einen Elternteil nämlich gar nicht klar. Das passiert einfach alles so und kann dennoch zu einer großen Belastung werden – auch wenn jede Einzelaufgabe für sich nichts Großes ist. Um konkret von mir zu sprechen: Ich war irgendwann komplett überlastet von den kleinen Dingen. Fingernägel schneiden, Kinder regelmäßig Haare waschen, Wechselwäsche aktuell halten, Bastelmaterialien besorgen, Schulbücher bestellen, an den Rucksack für den Wandertag denken, U-Termin 6 Monate im voraus ausmachen, Kindergeburtstagsgeschenke einkaufen, die Schließzeiten planen, die Einkaufsliste erstellen, planen was am Wochenende gekocht wird, an die Geburtstage der Verwandten denken, Sandalen kaufen, Hortantrag ausfüllen, Kuchen für das Sommerfest backen, an die Kitaübernachtung denken, …(die Liste ist unendlich). Dafür muss man im Grunde nichts können – deswegen bleiben diese Aufgaben sehr oft (anekdotische Evidenz) an einem Partner hängen.

Jedenfalls: Mein Anfangsgedanke war ja: Wie sieht das aus mit der Vaterschaft. Wie wollen Männer wahrgenommen werden. Was ist der Wunschzustand? Wie der Weg dahin? Nerven euch die „Idiot Dads“ nicht auch?


 

 

Ich weiß, mein Text wird die beleidigen und ausgrenzen, die sich bereits engagieren. Die, die 2 Monate Elternzeit genommen haben, die, die auf Elternabende gehen, die, die auch Laternen basteln. Ich weiß nicht so recht, was ich da sagen soll, ohne dass es herabwürdigend klingt. Ich bin froh um diese Männer. Ich hoffe nur, dass sie noch mehr daran interessiert sind, sich einzubringen und ernst genommen zu werden. Denn was mich angeht: ICH möchte kompetente Väter.

 

*Ich gestehe übrigens, ich habe auch schon über Phil Dunphy in Modern Family gelacht.

Habt ihr es nicht satt? Über Babes und Babys

Es folgt: ein undifferenzierter Artikel über eine Väterzeitschrift, die ich heute morgen selektiv gelesen habe.

Heute morgen habe ich mein Rezensionsexemplar Men’s Health Dad gelesen. Vor einigen Wochen bin ich angeschrieben worden, ob ich interessiert sei und tatsächlich – ich bin interessiert. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Irgendwann wird irgendwer ein Elternmagazin auf den Markt bringen, das gut ist. Men’s Health erstmal nicht.

Zugegeben, neutral habe ich das Magazin ohnehin nicht gelesen. Schon der dritte Satz hat bei mir eigentlich alle Vorurteile aktiviert, die es zu aktivieren gibt: „Früher haben Sie die Nächte durchgemacht? Schön, dass sich manche Dinge nie ändern! Zugegeben, der Grund für die langen Nächte war damals sicher ein anderer (die Babes!) als heutzutage (das Baby!), …“

Der Klischeemann zwischen Babes (früher) und Babys (heute). Immerhin. Immerhin, ja! Die neuen Väterhelden!

    • Sie nehmen Elternzeit (also 27%, davon 77% 2 Monate lang*),
    • die stehen morgens auf (S.89 Die Sex-Hürde Müdigkeit „[Kinder] Morgenschicht übernehmen“, „Baby nachts öfter versorgen“, dann klappts auch mit dem Sex) und
    • bleiben bei den kranken Kindern (20% der gesetzlich versicherten Väter nehmen Kinderkrankentage in Anspruch).

Was selbstverständlich sein sollte, wird gefeiert.
Männer kümmern sich 2015 tatsächlich auch um ihren Nachwuchs, womöglich beteiligen sie sich sogar im Haushalt.

Das klingt verbittert? Ja! Das ist verbittert. Was normal sein sollte, wird bejubelt und als das Besondere herausgestellt. Ich habe das so satt.

Vorne auf dem Magazin „Was coole Väter anders machen“ – Diese Strategien klappen trotz stressigem Job, nörgeligen Kids und Helikopter-Mama. Zwischendrin Werbung, die Männer anspricht:

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Innen dann eine bunte Vielfalt an Einzelbeispielen. Der Schichtarbeiter, der Alleinerziehende (übrigens sind 10% der Alleinerziehenden Männer*), der Wochenendarbeiter und viele, praktische Tipps. Endlich erfahren Männer, wie man Kindern Nägel schneidet, wie man Schnuller reinigt, wie man im Doggy-Style weitere Kinder zeugt, wie man Zöpfe flechtet und Windeln wechselt. I S T  D A S  N I C H T  T O L L???

Ich habe mich da wirklich gefragt: Fühlt sich da ein Mann nicht beleidigt? Wie ein Idiot behandelt? Muss einem Erwachsenen wirklich erklärt werden, wie man Kindern die Nägel schneidet?

Und dann das Thema Elternzeit. Warum nehmen so wenig Männer Elternzeit in Anspruch? Achtung! Jetzt kommt’s: Sie befürchten Nachteile im Job! Und: Der Mann verdient mehr, da ist es ja irgendwie sinnvoll wenn die Frau in Elternzeit geht, nä? Nicht zu letzt: Das Bundesfamilienministerium ist Schuld. Es hat zu Beginn die Partnermonate „Vätermonate“ genannt. Ein kommunikativer Fauxpas (Zitat S.97).

Mehr hab ich nicht gelesen. Unerträglich fand ich das.

Ich frage mich wirklich: Warum können Magazine nicht das leisten, was zB Elternblogs leisten? Warum nicht mal Männer befragen, die keine 50er Jahre Modelle leben?

Vorschläge erwünscht?

Wie wäre es mit Caspar Clemens Mierau? Jochen König? Malte Welding? Fragen Sie doch mal Tobias Scholz von „Papa kann auch stillen“ oder Sascha Verlan von der „Rosa-Hellblau-Falle„? Christian vom Familienbetrieb oder Johnny vom Weddingerberg? Konstantin von Großeköpfe? Maximilian Buddenbohm? Heiko Bielinski? Sven Dietrich?

Das sind die, die mir nach 3 Minuten einfallen. Wenn ich 10 Minuten nachdenken würde, wären es doppelt so viele, die interessante, würdevolle Beiträge für ein Vätermagazin verfassen könnten. Ja, würdevoll! Es ist nämlich gänzlich würdelos, wenn man sich als Mann auf diesen Bier – Coolness – Karriere – Auto – Fußball – Kram reduzieren lässt.

Nicht zu letzt, noch ein Zitat aus dem Magazin (ist ja nicht alles schlecht da, das Interview mit „Deine Freunde“ zB nicht): Im Grunde Geschlechtertrennung aufheben. Ein Elternmagazin statt eines für Mütter (die in der Regel ebenso dämlich sind, nur anders dämlich) und eines für Väter.

„Wir werden mit dem ganzen Genderkram noch sehr lange zu tun haben. Das wird dann immer in so Teilbereichen diskutiert, aber das große Ganze bleibt außen vor. Die Antwort müsste eigentlich sein, mal aufzuhören zwischen Mann und Frau immer wieder so stark zu unterscheiden.“ (S.79)

Zum Abschluss dann noch ein schönes Lied.

P.S. Der Vollständigkeit halber: Es schreiben bei Men’s Health Dad auch Frauen doofes Zeug.

Twitterlieblinge, untermonatig

Als ich bei einem großen Konzern gearbeitet habe, habe ich eine Reihe von Reports erstellt. Ich hatte damit große Mühe. Zum Stichtag verschickte ich die Berichte und bekam nie eine Rückmeldung. Irgendwann habe ich einen der Berichte vergessen. Ich weiß nicht warum, ich hab ihn einfach vergessen. Es wurde nie danach gefragt.

Bestimmte Dinge, die ich so mache, mache ich einfach und erhalte kaum Feedback, ob das jemanden interessiert oder nicht. Deswegen freue ich mich, wenn es doch jemanden auffällt, dass ich die Twitterlieblinge die letzten Wochen vergessen habe. Zumal eine gewisse andere Person findet, dass ich diese Kacke auch weglassen kann, weil sie das Blog verschandelt und kein Mensch versteht was das soll.

Here you go (Ich liebe Twitter)

Tagesaktuell zur Vorratsdatenspeicherung

…und zur Buchmesse


https://twitter.com/WiViElMa/status/648925323418017797

12 von 12 im September

Der 12. fällt auf einen Samstag. An Samstagen übe ich im Bett bleiben und zwar bis mindestens 8.30 Uhr! Den Kindern habe ich Müsli in die Küche gestellt. Jedenfalls habe ich das versprochen. Punkt 6 Uhr schreit Kind 3.0 deswegen: „Wo is das Müsli, Maaaammmaaaa???“

Tja. Hätte ich das mal lieber am Abend rausgestellt. Bis 7 Uhr wälze ich mich noch im Bett hin und her, dann hole ich mir einen Kaffee. (Weil so oft gefragt wurde, die hübschen Rules-Tassen kann man sich bestellen).

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Wir fahren heute Mittag mit dem Berliner Familienpass zum Märkischen Lamahof in Mittenwalde. Die Fahrt dorthin ist theoretisch nicht so weit. Auch wenn ich immer mit Navi fahre, schaue ich mir vorher die Strecke an. Das würde Manfred Spitzer so wollen.

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Leider sind Theorie und Praxis zwei unterschiedliche Dinge. Die tatsächliche Fahrt ist ein Höllenritt durch alle Verkehrsknotenpunkte Berlins, weil die Warschauer Straße gesperrt ist und ich nicht über den Plänterwald raus auf die Autobahn fahren kann.

Ich habe meinen Führerschein seit ich 18 bin, aber ich bin nie zur leidenschaftlichen Autofahrerin geworden. Ich fahre wenn ich fahren muss. V.a. aber weil Kind 2.0 mal fragte: „Mama, dürfen Frauen in Deutschland eigentlich auch Autofahren?“.

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Wir haben genug Puffer eingeplant und stehen jetzt ein bisschen am Parkplatz rum und schauen uns Frösche am Wegesrand an.

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Dann gehts los! Die ganze Gruppe, sieben Familien laufen zur Lama und Alpaka-Weide. Die Alpakas sehen aus wie überdimensionierte Pudel. Wenn sie rennen, wackeln ihre Puschel.

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Je nach Größe des jüngsten Kindes werden einem ein Lama (größer) oder ein Alpaka (kleiner) zugeteilt. Wir bekommen Mogwli, einen 13 jährigen Mischling.

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Die Kinder führen die Tiere selbst. Wir machen eine kleine Wanderung und ein Gruppenbild.

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Die Gegend dort ist wunderschön. Nächsten Sommer kommen wir zum Schwimmen her.

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Nach vier Stunden sind wir zurück. Ich bin total unterzuckert. Wir springen ins Auto und rasen nach Berlin, um dort Pizza essen zu gehen.

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Danach gehen die Kinder ganz Alpaka beseelt ins Bett und wir spielen noch eine Runde Playstation. Das Spiel wurde uns ziemlich oft empfohlen. Ich finde es bislang eher langweilig. Wie lange muss man spielen, bis es los geht? Kommt da mehr als Teenieklischeehorror?

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[Werbung] Fünf Buchpartyplätze zu verlosen

Am 18. September um 20 Uhr feiere ich mein Buch „Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe„. Der Getränkehersteller Thomas Henry* lädt dazu ein, mit Henkel dürfen wir anstoßen, bei Lieferando unser Essen bestellen und der Püppikram -Laden sorgt fürs perfekte Aussehen. Darüber freue ich mich riesig. Das ist wie Weihnachten und Geburtstag (der dieses Jahr leider ausfallen musste) zusammen!

Es wird eine kleine, lauschige Leseparty, zu der ich einige Leserinnen und Leser direkt eingeladen habe und fünf weitere hier über das Blog einladen möchte.

Also: Es gibt Getränke, Snacks, einen Käsekuchen für die Betriebsfamilie und super Specials wie:

Die fünf Plätze würde ich unter den KommentatorInnen verlosen (sofern mehr als fünf kommen wollen). Wer also Lust hat dabei zu sein: Bitte im Kommentar schreiben welche die lustigste Geschichte im Buch ist (damit ich weiß was ich lesen soll) und warum.

Ich freue mich schon!


 

*Das ist ein bisschen lustig, denn ich finde Thomas Henry wirklich super und habe – bevor ich überhaupt wusste, dass Thomas Henry ein Berliner Unternehmen ist, mal getwittert:

Natur(tor)tour

Einmal um den See, das kann nicht so anstrengend sein. Knapp 15 km, zu heiß ist es auch nicht. Macht bestimmt Spaß, sagt er. Mountainbikes sollen wir lieber nehmen, sagt der Verleiher. Wegen des Wurzelwerks. Ja, ja, denke ich. Wurzeln. So schlimm ist es nun auch wieder nicht. Gestern waren wir dort spazieren. Klar, waren da Bäume, ist ja auch ein Wald. Dann sind da auch Wurzeln, aber gleich die 5 Euro teureren Mountainbikes? Ich weiß ja nicht. Aber immer die Spaßbremse sein, will ich nun auch nicht.

(Man leiht sich Mountainbikes)

Hui! Das wiegt ja höchstens ein Zehntel von dem was mein Fahrrad zuhause wiegt. Ich will es in die Luft schleudern! Oho! Und es bremst. Upsi. Fast runtergefallen. Nichts anmerken lassen.

(Das war das Stück Asphalt)

Oh. RRRrrrrRRRRrrrRRRRrrr. Ganz schön holprig. Hätte ich ja nicht gedacht. Orrr. Meine Güte. Ok, ok, ganz langsam! Sind ja doch mehr Wurzeln als gedacht. Merkt man beim Spazieren gehen gar nicht so.

(Das war das erste Stück Wald)

Wo ist der Weg? Ich sehe keinen Weg! Wo ist der Typ? Ich … muss … schneller … RRRrrrrRRRRrrrRRRRrrr … fahren. Bei den meisten Sportarten ist es ja so, dass schneller besser geht. (tritt in die Pedale, Blätter und Äste spritzen zur Seite). RRRrrrrRRRRrrrRRRRrrr

(Die ersten 500 Meter sind geschafft)

Macht gar nicht mal so viel Spaß, stelle ich langsam fest. Immer dieses Gewackel. Ok, ich muss hart sein, darf jetzt bloß nicht rumjammern. War bestimmt noch kein Kilometer. Ab wann kann ich wohl anfangen zu jammern? Was da wohl angemessen wäre? Und v.a. wie merke ich das? Nicht dass der denkt, dass wir das morgen wieder machen…

(Der erste Kilometer wurde bezwungen)

1 3 2HAHAHAHA. Nur noch 13 Mal die selbe Strecke. Also ungefähr. Falls es jetzt nicht auch noch bergauf geht. Oh, Mann. Fahrradfahren! Wieso keine Elektrobikes? Ich bin doch jetzt in dem Alter eigentlich? Nur weil der jünger ist… man sieht auch gar nix von der Landschaft oder von dem See. Welcher See eigentlich. Achso, dahinten rechts. Man muss ja immerzu auf diese ***** Wurzeln starren. Ich hasse Wurzeln. Warum können die das hier nicht asphaltieren?

Mir wird langsam heiß.

Boaaaahhh! Wenn man schneller fährt und mit dem Lenker immer so ein bisschen hin und her wackelt, dann macht es doch Spaß. Ganz schön cool. Also ich jetzt meine ich. Ok, vielleicht nächstes Mal nicht im Kleid und in Wandersandalen. Optisch geht da noch was, aber sonst also für mein Alter RRRrrrrRRRRrrrRRRRrrr ganz schön *ächts* cool!

Ich glaube, ich verdurste. Doch. Ich glaube, ich muss sterben. Hier im Wald, am Fahrrad. Wie da wohl die Schlagzeile lautet? Erfolgsautorin kippt tot vom Fahrrad. Klingt ja auch doof. Ne, dann sterbe ich jetzt doch nicht.

Oh, Mann, warum gibt es denn hier keine ordentliche Infrastruktur. Schon 10 km mindestens und kein einziges Café. Moooaaaahhhh. Jetzt ein kühles Getränk. Aber ne, ist ja Naturschutzgebiet. Ich hasse Natur. Die ganzen Bäume da, die versperren doch die schöne Sicht. Die könnte man doch adrett abholzen. Da hätten doch alle was von.

ALTER! Ich schwitze! Ich will nicht mehr. Wie lange dauert das denn noch? Und das Geholpere ist kein Stück besser geworden. Jetzt dreht er sich auch noch um und fragt, obs mir gefällt.

„JA, SEHR TOLL HIER SCHATZ! HMJA, DIE NATUR! WUNDERSCHÖN! JAJA!“

Oh Gott, wie ich das hasse. Die ganzen Spinnennetze hier. Die Mücken. Orrrr! Hoffentlich sagt er jetzt nicht, dass er ein Häuschen am Land haben möchte.

„JAAA! EIN HÄUSCHEN AM LAND, DAS WÄRE ECHT VOLL SCHÖN, SCHATZ!“

Nur Edge. Nicht mal Internet gibt’s hier. Es ist echt die Pest. Apropos Pest, was stinkt hier denn so widerlich? Das ist dieses verrottende Holz überall. Naturbelassen. Furchtbar. Einfach furchtbar. Da riecht ja das Ostkreuz besser.

„SCHWIMMEN? JETZT HIER SCHWIMMEN? KLAR! GANZ TOLLE IDEE!“

Das ist bestimmt saukalt. Und Algen gibt es bestimmt massig. Das ist ja ekelhaft. Man kann bis auf den Grund schauen, da sieht man das ganze Getier und Geschmodder. OHGOTTOHGOTT! Kalt ist ja gar kein Ausdruck. Ich glaube, ich sterbe. Bloggerin erstarrt zur Eissäule. Ne, das mache ich jetzt auch nicht. Will kein Naturdenkmal werden.

WEITERFAHREN? JA, DAS KLINGT GROSSARTIG!

Dann hat die ganze ******* hoffentlich bald ein Ende. Das Fahrrad muss schließlich wieder abgegeben werden.

„Und, hatten sie Spaß?“

 

Schlagzeile: Urlauberin explodiert unerwartet