Eine Midlifecrisis setzt voraus, dass man irgendwann in ein Alter kommt, in dem es zukünftig noch genauso viele Lebenstage gibt, wie man in der Vergangenheit schon gelebt hat. Ein höchst hypothetisches Konstrukt, denn niemand von uns weiß, wann dieses Alter erreicht ist.
In den letzten Jahren sind Menschen aus meinem Umfeld einfach gestorben. An Unfällen, an unerklärlichen Ursachen, an schweren Krankheiten, an Altersschwäche. Manche konnte ich begleiten, manche nicht. Auf manchen Tod konnte man sich einstellen, auf anderen nicht. Ich habe viel über das Trauern gelernt und wünsche mir, dass viel mehr über den Tod und das Sterben gesprochen wird. Doch der Tod ist ein seltsames, schwarzes Loch. Obwohl sich doch jeder Mensch mit ihm auseinandersetzen muss. Sei es rein organisatorisch, sei es emotional. Doch statt Erfahrungen und Gefühle zu teilen, befällt uns eine seltsame Scham und im Strudel des akuten Erlebens funktionieren wir vor uns hin und ist erstmal alles überstanden, erfreut man sich des Lebens und schiebt das Ende wieder weg.





